T-Mobile Pulse (Huawei U8220)

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 21.10.2009
Punkte blueblueblueblue  (8 von 10)


Testbericht T-Mobile Pulse von mobile-reviews.de
Hersteller:

T-Mobile (Huawei)
Modell:

Pulse
Bezugsmöglichkeit:

T-Mobile Pulse

Revision: 18.10.2009

Mit dem Pulse bringt T-Mobile ein weiteres Smartphone auf der Basis von Android™ auf den Markt. Hergestellt wird das günstige Einsteigermodell von der Firma Huawei. Das Pulse bietet einen 3,5-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel. Leider verzichtet man aufgrund der Lizenzsituation auf das vom Apple iPhone (und anderen Smartphones) bekannte Multi-Touch. Eine 3-Megapixel-Kamera mit Autofokus soll für gute Fotos sorgen. Die Kraftzelle wurde mit 1500 mAh ausgestattet und setzt sich damit an die Spitze. Das macht sich durchaus positiv bemerkbar. Der integrierte GPS-Empfänger samt Digitalkompass kann sowohl für Geotagging genutzt werden als auch zur Navigation. Dank UMTS und HSDPA/HSUPA ist man mit dem Pulse schnell im Internet unterwegs. Die Webbrowsertechnologie "Webkit" wird auch vom iPhone genutzt. Beim Pulse kommt man grundsätzlich auch ohne Google-Mail Konto aus, T-Mobile liefert sogar eine Microsoft Exchange Software mit. Auch an eine lokale Synchronisierungssoftware (Outlook und Co.) für den PC wurde gedacht. Selbst wer sein Pulse als USB-Modem nutzen will, wird von T-Mobile nicht im Stich gelassen. Wie sich das - im Vergleich mit anderen - recht günstige Smartphone im täglichen Redaktionsalltag geschlagen hat, können Sie meinem folgenden Testbericht nachlesen.

Design/Haptik/Verarbeitung

Pulse
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Mit Abmessungen von 135 x 63 x 14 mm und einem Gewicht von 135 Gramm ist es größer als das Samsung i7500 Galaxy (115 x 56 x 12). Auch beim Pulse kommt eine virtuelle Tastatur zum Einsatz, Android™ 1.5 sei Dank. Der hochglänzende, schwarze Kunststoff des Gehäuses macht auf den ersten Blick einen etwas billig anmutenden Eindruck und ist Kratzern gegenüber ziemlich "aufgeschlossen". Auf den zweiten Blick merkt man aber, dass das Material recht wertig ist. Ecken und Kanten sind dem Pulse völlig fremd. Die Rückseite des Pulse besteht nur aus dem hochglänzendem Kunststoff-Akkudeckel, wahlweise in schwarz oder weiß, denn T-Mobile bzw. Huawei liefert gleich beide Akkudeckel mit. Die Kombination weißer Akkudeckel und schwarze Front wirkt in meinen Augen aber etwas seltsam. Den Grip verbessern beide Akkudeckel zwar nicht, verschaffen dem Pulse aber einen exklusiveren Auftritt. Der Deckel selber sitzt recht stramm. Ein Knarzen kann man dem Gehäuse selbst unter größerem Druck nicht entlocken, Vorbildlich! Da spuckt ein T-Mobile G1 ganz andere Töne aus. Die Vorderseite wird - für ein Touchscreen-basiertes Smartphone typisch - vollständig vom 3,5-Zoll großen kapazitiven Touchscreen dominiert.

Die Kameraoptik auf der Rückseite ist gegen Kratzer kaum geschützt. Sie wurde zwar leicht erhöht angebracht, bekommt aber trotzdem oft Kontakt mit der Auflagefläche. Der Touchscreen setzt Eingaben nicht immer so zügig um, wie man es von anderen "Androiden", wie dem HTC Hero her kennt. Manchmal kann das Betriebssystem des Pulse nicht mithalten und genehmigt sich eine kleine "Auszeit". Das fällt besonders bei der virtuellen Tastatur auf. Hin und wieder verschluckt das Pulse einen Buchstaben. Das Betriebssystem Android™ ist für eine Einhand-Bedienung ausgelegt und das klappt auch ganz gut. Der kapazitive Touchscreen erlaubt keine Bedienung mit dem Fingernagel oder Stylus. Handgeschriebene Notizen oder Skizzen - wie auf Modellen mit Windows Mobile - sind daher nur schlecht möglich. Grundsätzlich wäre Android™ in der Lage auch Multi-Touch zu nutzen. Aus lizenzrechtlichen Gründen hat man beim Pulse aber darauf verzichtet. Alle Eingaben auf dem Touchscreen werden auf Wunsch durch einen Ton bzw. durch Vibration bestätigt. Wer das nicht mag, der kann das mitunter etwas nervige Feedback auch abschalten.

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Mangels vollwertiger Tastatur ist man auf das - auch im Quermodus verfügbare - virtuelle Pendant mit seiner recht guten Texterkennung angewiesen. Die Bedienung geht trotzdem nicht so flott von der Hand, wie auf dem Apple iPhone oder dem HTC Hero. Echte Vielschreiber werden mit der Bildschirmtastatur so keine Freude haben.

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Im Quermodus kann man die Tasten aufgrund der höheren Breite besser treffen, man muss aber schon ziemlich mittig, ja sogar leicht oberhalb der Tastenbezeichnung zielen. Für ein paar SMS oder E-Mails reicht sie trotzdem aus. Es erfordert anfangs ein wenig Übung, ohne direktes taktiles Feedback auszukommen. Aufgrund des fehlenden Multi-Touch kann man auch nicht zwei Buchstaben gleichzeitig drücken, so schreibt man auf dem Pulse deutlich langsamer, als auf dem HTC Magic!

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Der Anschluss für das micro-USB Lade- und Datenkabel befindet sich auf der Oberseite, direkt daneben haben die Designer einen 2,5 mm Klinkenanschluss angebracht. Musikliebhaber unter uns wird dann nicht sehr freuen, erfreulicherweise liefert T-Mobile aber hleich den passenden Adapter für handelsübliche Kopfhörer mit. Will man seine Speicherkarte wechseln  - das Pulse kann aktuell maximal 16 GB micro-SDHC-Karten verarbeiten – so muss man nur die entsprechende Abdeckung auf der linken Aussenseite öffnen. Direkt darüber befindet sich der Ein- und Ausschalter der das ulse auch aus dem Tiefschalf erweckt, leider ziemlich zeitverzögert.

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So kann es durchaus 1-2 Sekunden dauern, bis man den Touchscreen wieder über die typische Android-Geste entsperren kann. An der rechten oberen Seite befindet sich der Laut-/Leiseregler. Den Auslöser für die Kamera findet man beim Pulse ebenfalls auf der rechten Seite. Unterhalb des Displays haben die Designer nur vier Tasten sowie einen großzügig dimensionierten Trackball untergebracht.

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Die Menü-Taste ist entsprechend beschriftet. Die mit Pfeil und Haus gekennzeichnete Taste löscht Eingaben, bzw. springt einen Menüeintrag zurück und führt den Nutzer zum Homescreen. Die beiden Tasten zur Gesprächssteuerung befinden sich recht und links neben dem Trackball. Dieser wirkt zwar ein wenig wackelig, ist es aber nicht. Man kann mit ihm recht präzise durch die verschiedenen Menüs navigieren.

Größenvergleich (Samsung i8910, Samsung Corby, Apple iPhone 3G)

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Technik/Branding

Technisch betrachtet punktet das Pulse mit einer unauffälligen Ausstattungsliste. Der exzellente 3,5-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel kann 65.00 Farbkombinationen darstellen und gehört somit sicher nicht zu den farbenprächtigsten Vertretern seiner Art. Leider kann man ihm bei Sonnenschein nur noch schwer ablesen. Neben einem Musicplayer bietet das Pulse auch einen Videoplayer. Die Kamera löst zwar nur mit 3-Megapixel, kann aber auch Videos in 352 x 280 Pixel aufzunehmen. Qualitativ kommt sie allerdings kaum über ein Mittelmaß hinaus. Das Samsung Galaxy kann in dieser Disziplin trotz der 5-Megapixel-Kamera allerdings auch nicht wirklich überzeugen. Über den Android™-Market kann man sein Pulse sogar mit einem Internetradio aufrüsten. Ein FM-Radio hat der Hersteller nämlich vergessen. Als Quad-Band-Gerät (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA und HSUPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar und ermöglicht auch einen schnellen Upload. Kontakt mit der Außenwelt nimmt das Pulse über Bluetooth samt A2DP sowie USB 2.0 und WLAN auf. Natürlich wurde das Pulse von T-Mobile optisch verändert. Als Exklusivgerät trägt es sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite einen T-Mobile-Schriftzug. Zudem wurde das Menü leicht magentafarben eingefärbt. Es hat aber keinen SIM-Lock und kann damit mit allen verfügbaren SIM-Karten genutzt werden. Die Providereinstellungen müssen dann allerdings händisch eingegeben werden. Man sollte sich nur vorher über einen passenden Datentarif Gedanken machen.

Natürlich wurde auch das Pulse wieder "in seinen Rechten" beschnitten, sprich ohne sogenannte "Root"-Rechte ausgeliefert. Das hat zur Folge, dass manche Programme nicht auf alle Funktionen und der eingebaute Dateimanager nicht auf das komplette Dateiverzeichnis zugreifen können. Da geht es den Benutzer von Android-basierten Smartphones ähnlich, wie den Apple iPhone-Jüngern ohne Jailbreak. Dank einiger findiger Freaks wurde dieses Problem aber bereits gelöst. Erfreulicherweise kann man aber auch ohne so einen Eingriff sein Pulse als USB-Modem (tethering) nutzen. Die passende Software befindet sich auf der Installations-CD.

Lieferumfang

Pulse Pulse

Zum Lieferumfang des knapp 300 € günstigen Smartphone gehört eine 2 Gigabyte fassende microSD-Speicherkarte. Ein Stereo-Headset mit akzeptabler Klangqualität sowie eine Transporttasche ohne Gürtelschlaufe sowie zwei Akkudeckel (in weiß und schwarz) vervollständigen den Lieferumfang. Diverse Bedienungsanleitungen, ein Reiseladegerät sowie ein USB-Datenkabel dürfen da natürlich auch nicht fehlen.

Display

Das helle Display stellt Texte, Grafiken und Videos in einer Auflösung von 320 x 480 Pixel bei 65.000 möglichen Farbkombinationen dar. Die etwas langweilig wirkenden dafür aber nahezu selbsterklärenden Menüicons sind ausreichend groß. So kann man das Pulse bequem mit nur einer Hand (bevorzugt dem Daumen) bedienen. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Dreht man sein Pulse in den Quermodus, so dreht sich der Bildschirminhalt gleich mit. Ein Hoch auf den integrierten Lagesensor.

Menü/Bedienung

Die Menüoberfläche macht auf den ersten Eindruck, als wenn man das SpringBoard des Apple iPhone und das TouchFlo von HTC gekreuzt hätte. Mit Android™ will die Open Handset Alliance einen anderen - angeblich intuitiveren - Weg beschreiten, um sein Mobiltelefon zu bedienen. Huawei hat diesen Weg nochmals verbreitert.

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Beim Pulse bilden nämlich nicht weniger als sechs unterschiedlich konfigurierbare Bildschirme die Schaltzentrale. Diese Startbildschirme scrollt man horizontal und vertikal und rüstet sie mit sogenannten "Widgets" auf. An Widgets stehen neben der Analoguhr und der Suchfunktion, noch eine Foto-Slideshow (Bildrahmen), ein Kalender, ein Musicplayer sowie die Microsoft Exchnage Klient "Roadsync" zur Auswahl.

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Das Player-Widget zeigt bei Nutzung immer den aktuellen Titel an und erlaubt das Starten und Stoppen der Songs. Zusätzliche Widgets kann man sich auch über den Android™-Market installieren. Dort findet man zum Beispiel das recht hilfreiche Battery-Widget. So hat man die verbleibende Kapazität des Akkus prozentgenau im Blick. Zusätzliche zu den Widgets hat Huawei auch noch die Widkarte eingeführt. Dabei handelt es sich um interaktive Verknüpfungen zu den gespeicherten Videos, Notizen, Bildern, E-Mails und dergleichen mehr. Hierdurch hat man direkt Zugriff auf die wichtigsten Dateien und kann diese am Beispiel der Videogalerie in einer Art Coverflow-Optik durchscrollen.

Neben diesen aktiven Widgets kann man sich auf den Startbildschirmen auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, Webseiten, (Google) Kalender legen. Wie erstellt man sich so eine Verknüpfung? Einfach das Icon mit der gewünschten Anwendung per drag & drop auf den Bildschirm ziehen, loslassen und fertig. Ein Widget oder Ordner erstellt man, indem man den Homescreen etwas länger gedrückt hält, dann bietet das Pulse die Auswahl zwischen "Verknüpfung", "Widgets", "Ordner" und "Hintergrund". Verknüpfungen zu häufig genutzten Kontakten, Playlisten, Lesezeichen und sogar zu einzelnen Ordnern seines Google-Mail Kontos sind ebenso kein Problem, wie zu allen installierten Anwendungen und Spielen. Die Verknüpfungen kann man der Übersicht halber auch in Ordner sortieren.

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Das eigentliche Hauptmenü macht sich durch ein quadratisches Iconan der rechten Unterseite des Screens klein und gerät so fast in Vergessenheit. Das Hauptmenü listet dabei alle installierten Anwendungen und Spiele hintereinander und in alphabetischer Reihenfolge auf. Wer - wie ich - im Laufe der Zeit viele Programme installiert hat, verliert durch diese Listenansicht schnell die Übersicht. Ähnliche Erfahrung machen aber auch die Nutzer eines Apple iPhone mit den zahlreichen Startbildschirmen (SpringBoards). So sind die drei Homescreens beim Pulse eine gute Alternative zum Menü. Zusätzlich zum Startbildschirm hat Huawei noch eine Gruppenfunktion integriert.

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Ähnlich den MyFaves von T-Mobile hat man hier - ebenfalls in der recht strapazierten Coverflow-Optik - Zugriff auf seine Lieblingskontakte. So kann man auch auf einen Blick erkennen, ob ein verpasster Anruf vorliegt, diese werden nämlich direkt den jeweiligen Favoriten zugeordnet.

Anwendungen

Bevor wir uns den vorinstallierten Programmen beim Pulse widmen, darf man sich wieder die System-Philosophie, wenn man sie so nennen mag, von Android™ zu Gemüte führen. "Wir liefern das Grundgerüst, das schmückende Beiwerk (die Programme) liefern freie Programmier". Die Zahl der mitgelieferten Anwendungen ist deshalb trotzdem noch mehr als ausreichend um den täglichen Bedarf abzudecken.

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Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch einen Taschenrechner, eine Uhr mit Weckfunktion und sogar ein Spiel namens BlockBreaker 2. Auch an eine Navigationssoftware (als Testversion) sowie an eine Software zur Synchronisierung mit Microsoft Exchange Servern namens "Roadsync" wurde gedacht. Selbst Office-Dokumente kann ma sich dank einer Testversion von Documents To Go auf dem Pulse ansehen.

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Andererseits hat man dem Pulse das volle Programm von Google mit auf den Weg gegeben. Neben YouTube, Google-Mail & Google-Maps (mit Latitude) hat auch noch Google Talk den Weg ins Pulse gefunden.

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Weitere sinnvolle Programme muss man sich dann im Android™-Market zusammen suchen. Hier gibt es neben echten Perlen, wie zum Beispiel einem kostenlosen Programm für zeitgesteuerte Profile, auch eine Menge unnützer Software. Aber Apples AppStore macht es da auch nicht besser. Im Market werden Anwendungen vorab grundsätzlich nicht übergeprüft, dies bleibt dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google dann auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist. Apple braucht hierfür 6-8 Wochen!

Aber zurück zum Pulse. Auf Anrufe reagiert es sowohl durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber eben nur mit dem Klingelton. Die Systemsounds sind zwar änderbar, allerdings nicht wirklich intuitiv.

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Auf Wunsch wird ein Bild dem Kontakte zugeordnet und bei einem Anruf angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe des entsprechenden Buchstabens suchen. Der Übersichtlichkeit halber unterteilt man seine vorhandenen Kontakte dann gleich in Gruppen. Bei den Kontaktfeldern sind zahlreiche zusätzliche Informationsdetails möglich (Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, Anruferbild, etc.) Zusätzliche Felder kann man beim Pulse manuell hinzufügen. So sind zum Beispiel auch Notizen zu einem Kontakt möglich. Im Telefonbuch findet man auch das Telefonprotokoll, in dem eingehende und ausgehende Anrufe verzeichnet werden. Auch an ein spezielles Feld für Geburtstage wurde gedacht, dieser wird dann in der Terminübersicht im Kalender angezeigt. In den Kontaktdetails findet man dann auch ein Aktivitätsprotokoll, dort erhält man alle mit dem jeweiligen Kontakt geführten Kommunikationen auf einen Blick

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Der Kalender zeigt die Termine sowohl in einer Wochen- und Monatsansicht als auch in einer Tagesagenda an und informiert so auf einen Blick über anstehende Termine. Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, für den hat er auch eine Wiederholungsfunktion vorgesehen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe aber nicht angemahnt. Hier übergibt das Pulse die Planungsherrschaft seinem Herrn und Meister. In der Wochen- und Monatsübersicht wird die Termindauer durch entsprechend lange grüne Balken dargestellt. Über eine Sprachwahl oder gar Sprachsteuerung verfügt das Pulse nicht. Auch mit Java kann es ab Werk nichts anfangen.

Unterhaltung

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Der Musicplayer des Pulse folgt optisch dem aktuellen Trend. In der Mitte wird - sofern vorhanden - das Coverart dargestellt, direkt darunter befinden sich die drei Tasten für die Player-Steuerung. Über zwei Buttons neben dem Songtitel kann man die Shuffle oder Loop-Funktion auslösen. Der Sound klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset absolut flach udn bassarm, der hintere Lautsprecher gibt den Klang verzehrungsfrei und recht laut wieder! Dank des 3,5 mm Adapters kann man aber problemlos höherwertige Kopfhörer anschließen. So wird die Klangqualität deutlich verbessert und kann auch mit MP3-Playern aus dem Mittelklassesegment mithalten.

Um die maximale Soundqualität des Pulse testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt. Die von Huawei entwickelten Kopfhörer sehen bescheiden aus und sind nur für Gespräche geeignet. Einen optimalen Soundgenuss ermöglichen sie nicht

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke des Pulse reicht keinesfalls auch, um die großen Wandler des iGrado in Schwingungen zu versetzen. Der iGrado kann daher getrost zuhause bleiben.

Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem Pulse deutlich besser zusammen und bringt den Klang recht gut rüber. Der Sennheiser CX300 ist für einen In-Ear ebenfalls eine gute Alternative, verstärkt den Bassbereich in meinen Ohren aber noch nicht optimal. Da kommt dann der Creative Labs EP 630 ins Spiel. So liefert das Pulse den Ohren spürbar mehr Bass. Leider geht das dann leicht zu Lasten der Höhen, während die Mitten etwas in die Breite gezogen werden. Für einen Kopfhörer, der bei Amazon knapp 18 € kostet, bietet der Creative Labs EP 630 aber dennoch ein unglaubliches Preis- Leistungsverhältnis und stellt damit in meinen Ohren die optimale Alternative zum mitgelieferten Stereo-Headset dar.

Grundsätzlich kann man auf dem Pulse den Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9, ausgeben. Aufgrund des damit einhergehenden erhöhten Stromverbrauchs ist das aber nicht wirklich ratsam. Unterschiedliche Equalizer-Presets bietet der Musicplayer beim Pulse leider nicht an. Insgesamt klingt das Pulse recht passabel, kann aber nicht ansatzweise mit dem Nokia 5800 XM oder BeatDJ mithalten.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 wurden über iTunes beschafft bzw. eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" kodiert.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
The Corrs
(Talk on Corners)
OST Elizabethtown
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Einen großen Funktionsumfang kann der Musikplayer im Pulse nicht vorweisen. Immerhin kann man seine Songs nach verschiedenen Kriterien, wie z. B. Interpreten, Alben, Titel sortieren. Wer es abwechslungsreicher mag, kann seine Songs in zufälliger Reihenfolge abspielen (Shuffle) oder aber eben in einer Schleife vor sich hindudeln lassen. Über Wiedergabelisten verwandelt man das Pulse zu einer recht passablen Musikbox. Dann sollte man aber den Touchscreen sperren. Durch die Multitaskingunterstützung kann man seine Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Ein Radio liefert das Pulse leider nicht. Im Android™-Market gibt es in Form der Internetradio-Programme (z. B. DroidLive) aber passenden Ersatz, zumindest wenn man über eine Datenflatrate verfügt.

Pulse

Videos machen auf dem 3,2-Zoll-Display richtig Spaß, werden aber ab einer Größe von mehr als 480 x 360 Pixel nur noch ruckelnd abgespielt. Für Spielernaturen liefert der Market eine Vielzahl von Spielen, teilweise als Test- oder Lite-Versionen, ab Werk gibt es nur Block Breaker 2.

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Klang

Obwohl das Pulse nur über einen rückseitig verbauten Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke des Musicplayers noch ausreichend, um am Arbeitsplatz ein mittelgroßes Büro als MP3-Player zu beschallen. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch unproblematisch. Während eines normalen Gesprächs werden die Stimmen klar und deutlich übertragen. Ein Hintergrundrauschen ist nicht wahrnehmbar. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind eher dezent. Wer sie nicht mag, kann zumindest die werksseitigen Klingeltöne durch eigene MP3 ersetzen. Die Signaltöne lassen sich ab Werk nicht sonderlich weit personalisieren, dazu muss man wieder mal auf dem Market zurückgreifen, frei nach dem Motto "Gibt es da nix von Ratio....".

Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)

Das Pulse kann dank Quad-Band (GSM 850/900/1800/1900-Netze) fast weltweit eingesetzt werden. Die Unterstützung für UMTS samt HSDPA, HSUPA und WLAN sorg unterwegs für einen schnellen Internetzugang. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt.

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Von der Geschwindigkeit her steht der Browser dem iPhone 3G nur leicht nach. Das ist allerdings auch kein echtes Wunder, beide basieren auf dem gleichen Grundgerüst namens Webkit. Gegen das 3GS kommt er aber nicht an. Da sich das Pulse aus lizenzrechtlichen Gründen nicht über Multi-Touch steuern lässt, hat zum Vergrößern eine Bildschirmlupe (über "+" und "-" Symbole ) vorgesehen. Der Browserinhalt dreht sich beim aktuellen Release von Android™ automatisch mit dem Pulse mit. Standards, wie eine Lesezeichenverwaltung beherrscht auch der Browser des Pulse.

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Das Pulse liefert nur dann Pushmails aus, wenn man alle seine E-Mails über Google Mail empfängt und dann auch nur über das Protokoll "IMAP Idle". Alle eingehenden E-Mails werden in der oberen Benachrichtigungsleiste angezeigt. Wer die E-Mail-Dienste anderer Anbietern nutzen muss, dem bleibt nur das manuelle Einsammeln über IMAP oder POP. Immerhin kann man das Intervall auf 5 Minuten reduzieren. Eine Anbindung an Exchange-Server ist ab Werk über die ansonsten kostpflichtige Software Roadsync vorgesehen, beim Pulse ist sie nach kurzer Registrierung kostenlos nutzbar. Eine lokale Synchronisierung am PC ist dank der mitgelieferten PC-Suite ebenfalls kein Problem, das war bisher noch eine Domäne des HTC Hero vergönnt. Für die Freunde "ungepflegter" Kommunikation übernimmt "Google Talk" die Rolle des Instant Messager. Durch die Bildschirmtastatur ist das Pulse aber nicht unbedingt für eine schnelle, aktive Kommunikation geeignet. Ohne den passenden Datentarif kann es zudem teuer werden.

Kamera/Video

Um es vorweg zu nehmen, selbst Umsteiger vom Apple iPhone werden mit der Kamera des Pulse keine echte Freude haben. Sie bietet zwar eine Auflösung von 3- Megapixel, verzichtet aber auf umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten.

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Die bei anderen Modellen zum Einsatz kommende Kamerasoftware wurde dem Pulse verwehrt. Was bleibt? Nun, man kann ein Foto machen, oder eben nicht. Da wird man doch gleich wieder an die neue Kunstform, den "Minimalismus aus Cupertino" erinnert. Immerhin nutzt die Kamera des Pulse das große Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus gehalten. Aufnahmen bei schlechter Beleuchtung oder in völliger Dunkelheit sind dank fehlender LED nicht möglich. Solche Bilder weisen dann Farbverfälschungen und Artefakte auf. Wie sieht es mit der Qualität der Optik der eingebauten Kamera aus?

Sagen wir es mal so: Gutes Licht = gute Bilder! Grundsätzlich ist zwar immer der Fotograf für die Qualität der Bilder verantwortlich. Die eingebaute Automatik macht für ihre 3-Megapixel aber eben nur eher leidlich überzeugende Aufnahmen. Insgesamt wirken die Bilder leicht milchig. Geknipste Bilder kann man auch als MMS oder E-Mail verschicken. Der Start der Kamera nimmt knapp 2 Sekunden in Anspruch, nach 1 Sekunde ist das Bild dafür schon im Kasten. Die Videoqualität (maximale Auflösung von 352 x 288 Pixel) kann man ebenfalls fast vergessern.

Akkulaufzeit

Der Akku leistet laut Datenblatt 1500 mAh, in der Reihe der Androiden setzt sich das Pulse damit an die Spitze. Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, Push-Mails, 90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku bequem einen Arbeitstag durch! Schaltet man UMTS ab, verlängert sich die Akkulaufzeit auf knapp 16 Stunden. Ein dauerhaft eingeschaltetes GPS/WLAN hat auf die Akkulaufzeit keinen Einfluss, zumindest dann nicht, wenn sich das Pulse im Standby-Modus befindet. Als Internetradio (im Market verfügbar) macht das Pulse bei konstanter 3G-Verbindung und abgeschaltetem Display nach knapp 10 Stunden schlapp. Surft man per WLAN, so reicht es für immerhin 7 Stunden Onlinevergnügen. Intensivnutzer mit Telefonitis werden ihr Schmuckstück also trotzdem täglich laden. Normalnutzer wird das Pulse etwa 2 Arbeitstage begleiten, bevor die Kraftzelle dann wieder nach Strom lechzt. Das ist für ein Smartphone auf der Basis von Android schon wirklich viel.

Videotestbericht

Fazit

Autor

Der große 3,5-Zoll umfassende kapazitive Touchscreen ermöglicht eine recht flotte Bedienung. Die virtuelle QWERTZ-Tastatur leistet sich allerdings einige unvertsändliche Verzögerungen und neigt zur Buchstabenunterschlagung. Sie wird Vielschreiber nicht umwerfen, für gelegentliche SMS oder E-Mails ist sie aber völlig ausreichend. Dank des Android™ Market hat man Zugriff auf eine nahezu unerschöpfliche Zahl von sinnvollen aber auch sinnfreien Spielen und Programmen. Das eingebaute GPS kann neben Geotagging auch als Navigationshilfe eingesetzt werden. Die Qualität der 3-Megapixel-Kamera reicht für Schnappschüsse aus, Urlausbilder würde ich mit ihr definitiv nicht machen wollen. Die Akkulaufzeit sowie der 3,5-Millimeter-Adapter für Kopfhörer machen aus dem Pulse eine gute und günstige Alternative zum Samsung Galaxy.

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