T-Mobile MDA Compact IV (HTC Diamond, o2 Diamond) Test

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 09.07.2008
Punkte blueblueblueblue  (8 von 10)


Testbericht MDA Compact IV von mobile-reviews.de

Hersteller:

T-Mobile

Bezugsmöglichkeit:

MDA Compact IV


Bilder:

MDA Compact IV

Revision: 09.07.2008

Diamonds are forever. Dieser bekannte Spruch einer nicht weniger bekannten Schauspielerin wird wohl auf das neue Flagschiff von T-Mobile bzw. HTC wenig Anwendung finden. In der Mobilfunkbranche ist bekanntlich nichts für die Ewigkeit. Gleichwohl hat das schlichte Äußere des neuen MDA Compact IV etwas ähnlich reizvolles zu bieten. Die Designer beim Hersteller HTC haben ihrem neuen Schmuckstück eine diamantähnliche Rückseite verpasst. Da diese eine recht ungewöhnliche Form hat und zudem ziemlich empfindlich ist, hat T-Mobile bei HTC eine etwas "entschärfte" und rundlichere Version in Auftrag gegeben. Trotzdem - oder gerade deswegen - zeigt man mit dem MDA Compact IV, dass ein PDA mit Windows Mobile 6.1 Pro nicht zwangsläufig eine graue Maus sein muss.

In dieser Form wird die neue Schöpfung von HTC exklusiv von T-Mobile angeboten. HTC selber vertreibt ihn als HTC Diamond und o2 nennt ihn XDA Diamond. Alle drei haben ein leicht anderes Äußeres und sind gehäuseseitig nicht miteinander kompatibel. Der MDA Compact IV bringt natürlich auch ein dezentes Branding mit. Der neue mit TouchFlo 3D ausgestattete Homescreen wurde standesgemäß magentafarben eingehüllt. Der MDA Compact IV bietet neben GSM-Quadband und EDGE noch den UMTS Datenturbo HSDPA mit einer theoretischen Übertragungsrate von 7,2 Mbit/s. HSUPA (Upload von Daten mit bis zu 1,45 MBit/s) ist standardmäßig abgeschaltet, kann aber durch einen simplen Eingriff wieder eingeschaltet werden. Sein großer 2,8 Zoll Touchscreen mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln bei 65.536 Farben ermöglicht unterwegs bequemes Arbeiten. Die 3-Megapixel (MP) Digitalkamera mit Autofokus taugt für Schnappschüsse in guter Qualität. Das integrierte GPS mit Unterstützung für A-GPS und einer passenden Navigationssoftware sorgt unterwegs für die richtige Richtung. Ich habe bewusst auf einen Vergleich zum iPhone verzichtet, denn beide spielen in komplett unterschiedlichen Welten. Das iPhone ist kein Arbeitstier, der Compact IV keine Multimediakonsummaschine. Eine iPhone-ähnliche Oberfläche rechtfertigt in meinen Augen noch keinen Vergleich. Wie sich der MDA Compact IV im täglichen Einsatz schlägt, soll Ihnen in mein Testbericht zeigen.

Design

Ganz in glänzendem anthrazit-schwarz eingekleidet kommt der neue MDA Compact IV daher. Seine Formen entsprechen in etwa dem HTC Touch Diamond, sind aber etwas rundlicher, in meinen Augen auch gefälliger gestaltet. Das edle Gewand ist allerdings ähnlich empfindlich wie ein LG Prada. Auf den ersten Blick ist nicht erkennbar, dass es sich auch um ein Model für den Businessuser handelt. In der Masse der PocketPCs und PDA fällt der MDA Compact IV optisch allein schon durch sein Design und seine kleinen Abmessungen auf. Sind Modelle für den Businessbereich bisher doch oft in schnödem grau gekleidet, überzeugt der MDA Compact IV durch sein edles Kleid.

Die Vorderseite besteht aus einer Mischung zwischen einem - mit einer dünnen Kunststoffmembran überzogenem - Glasdisplay sowie hochglänzendem Plastik. Trotz des verwendeten Kunststoffs erscheint der MDA Compact IV sehr wertig. Ein Knarzen oder Quietschen ist ihm nur bei sehr festem Druck auf den anthrazitfarbenen Akkudeckel zu entlocken. Das Gerät liegt mit seinen Abmessungen von 104 x 52 x 12 mm bei 98 g Gewicht optimal in der Hand. Im Vergleich zu einem LG KS20 ist es etwas dünner, dafür aber auch länger. Durch sein Design spricht der neue MDA Compact auch weibliche Interessenten an.

Ich will an dieser Stelle nicht verschweigen, dass die große Kunststoffoberfläche des MDA Compact IV Fingerabdrücke nahezu magisch anzieht. Auch der aktuelle Haut-PH-Wert seines Trägers wird umgehend und eindrucksvoll in Szene gesetzt. Ich schlage daher vor, gleich ein passendes Putztüchlein ins Auge zu fassen. Der neue Compact IV macht aus einem normalen Handynutzer nämlich ruckzuck einen manischen Putzteufel. So ein Schmuckstück verträgt keine Fingerabdrücke oder andere Fettflecke von unachtsamen Patschehändchen: "Shocking!"

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Bilder des XDA Diamond finden Sie hier.

Größenvergleich (MDA Compact IV - XDA Diamond - Apple iPhone 2G)

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    • MDA Compact IV: 104 x 52 x 12 mm, 98 g
    • XDA Diamond: 102 x 51 x 11.5 mm, 110 g
    • HTC Touch Diamond: 102 x 51 x 11.3 mm, 110 g
    • Apple iPhone:115 x 61 x 11.6 mm, 135 g

Technik

Für ein Windows Mobile Mobiltelefon bietet der MDA Compact IV eine nahezu vollständige Ausstattungsliste. Angetrieben wird es von Microsofts brandneuem Betriebssystem Windows Mobile® 6.1 in der Professional Variante. Neben einigen energiesparenden Verbesserungen soll es auch etwas schneller reagieren. Der MDA Compact IV erfreut das verwöhnte Auge des Betrachters mit einem 2,8 Zoll umfassenden Touchscreen und einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln (VGA) bei 65.536 Farben. Die Bilddiagonale umfaßt 70 mm, das Display selber nutzt eine Fläche von etwa 56 x 42 mm. Die gute 3.2 MP Digitalkamera mit Autofokus ohne Fotolicht taugt für Schnappschüsse in guter Qualität. Durch den neuen Opera Mobile 9.5 Browser kann man - wie vom PC gewohnt - im Internet surfen. Das vorinstallierte Microsoft Office Mobile kann Office Dateien öffnen und solange es keine PDF oder Powerpointdateien sind, auch bearbeiten.

Kommunikationsseitig nutzt der MDA Compact IV Bluetooth 2.0 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) und Wireless LAN (802.11g). Durch seine Quadband GSM/GPRS/EDGE Unterstützung ist er zudem weltweit einsetzbar. Dabei wird der Datentransfer durch UMTS mit HSDPA beschleunigt, wobei auf Wunsch auch HSUPA möglich ist. Eingaben erfolgen über eine virtuelle Tastatur mit unterschiedlichen Layouts und T9 Texterkennung. Programme und Daten werden im 192 MB umfassenden RAM bzw. 256 MB ROM sowie im internen Speicher von knapp 4 Gigabyte abgelegt. Für den Nutzer bleibdn hiervon aber nur gut 118 MB übrig. Der Speicher lässt sich nicht weiter durch microSD-Speicherkarten erweitern. Damit das Ganze auch in Schwung kommt, wird der MDA Compact IV durch eine QUALCOMM™ (MSM7201A) CPU mit 528 MHz angetrieben. Schnell genug für die bekannten Anwendungen (inklusive Skype).

Lieferumfang

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In einem kleinen schwarzen und geheimnisvoll wirkenden Karton kommt der MDA Compact IV daher. Weniger geheimnisvoll ist der nahezu vollständig Lieferumfang:

  • MDA Compact IV in anthrazit
  • Akku Li-Ion Polymer 900 mAh
  • Stereo-Headset
  • Netzladegerät
  • USB-Datenkabel
  • Ersatz-Stylus
  • Stofftasche
  • Kurzanleitung
  • Display-Schutzfolie
  • CD-ROM mit Bedienungsanleitung und Zusatzsoftware

Verarbeitung/Haptik

Er fühlt sich gut an und liegt perfekt in der Hand. Vom ersten Augenblick an vermittelt der neue Kompakte Wertigkeit. Die Verarbeitung des MDA Compact IV ist absolut überzeugend. Ein Knarzen oder Quietschen ist dem Gehäuse des MDA Compact IV nur bei höherem Druck auf den Akkudeckel zu entlocken. Dreh- und Angelpunkt des Gerätes ist der mit der TouchFlo 3D genannten Technik ausgestattete Homescreen. Er reagiert meist zügig auf Eingaben, gleichwohl man manchmal auch eine "gefühlte Ewigkeit" warten muss. Die Eingabefelder und Buttons sind überwiegend für die Bedienung mit dem Fingern ausgelegt. Kommt man allerdings in die tieferen Ebenen, so erblickt man die "schnöde" Windows Mobile Struktur. Sollten die Fingerchen einmal zu dick sein, so lässt sich der MDA Compact IV auch bequem über den mitgelieferten Stift bedienen. Dieser wird übrigens ab einer bestimmten Position automatisch durch einen Magneten in das Gehäuse des Compact IV gesogen. Eine ebenso witzige, wie nützliche Idee.

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Die zuschaltbare virtuelle Tastatur ist zwar klein, die Tasten lassen sich aber noch relativ gut treffen. Auf Wunsch kann man mehrere Layouts wählen und eine recht hilfreiche aber gewöhnungsbedürftige T9-Texterkennung hinzuschalten. Auch eine Eingabe über Gesten bzw. Handschrift ist möglich. Für wahre Kommunikationsfreaks (SMS und E-Mail) ist ein Mobiltelefon mit echter Tastatur aber sicher die bessere Alternative. Das passende Exemplar in Form des HTC Raphael oder MDA Vario IV ist ja schon in Lauerstellung.

Der MDA Compact IV präsentiert sich auf der Oberseite mit einer 5-Wege-Navieinheit, dessen Beleuchtung je nach Zustand wechselt. So rotiert sie bei Ladung und leuchtet dauerhaft, wenn der Compact IV genug Strom aufgesogen hat. Wird man angerufen, fängt die Beleuchtung an zu pulsieren. Auf entgangene Anrufe oder SMS wird im Standy-Modus (bei abgeschaltetem Display) durch die rotierenden Beleuchtung der 5-Wege-Navieinheit aufmerksam gemacht. Neben der gut zu bedienenden Navieinheit findet der Nutzer noch die übliche "grüne" Hörertaste zur Gesprächsannahme und die rote Hörertaste zum Beenden eines Gesprächs. Beiden Tasten sind beim Compact IV allerdings nicht farblich gekennzeichnet. Natürlich dürfen auch der obligatorische Homekey (für den Startbildschirm) sowie eine "Zurück" Taste, die durch einen kleinen Pfeil gekennzeichnet ist, nicht fehlen. Auf der linken Gehäuseseite sind dann noch zwei Tasten zur Regelung der Lautstärke. Die mechanischen Drücker sind gut erreichbar. Mehr Tasten wurden dem MDA Compact IV nicht mit auf den Weg gegeben. Eine extra Kamerataste hat HTC seinem Geschöpf leider nicht spendiert, auslösen lässt sie sich nur über den entsprechenden Punkt im aufgeräumten Menü. So gelingen keine echten Schnappschüsse "aus der Hüfte".

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Anzumerken sei noch, dass der Compact IV ein leicht abgeändertes Tastaturlayout nutzt. T-Mobile hat sinnvollerweise die Position der Gesprächstasten sowie Funktionstasten getauscht. an der Unterseite gibt es den multifunktionellen miniUSB-Anschluss für Kopfhörer, Lade- und Datenkabel. Auf der Oberseite befindet sich nur noch der Ein- und Ausschalter, der den MDA Compact IV auch aus seinem Schlafmodus wecken kann.

Display

Das Display wirkt in geschlossenen Räumen bzw. bei geringem Lichteinfall absolut überzeugend. Grafiken und Texte werden mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel bei 65.536 möglichen Farbkombinationen scharf und knackig dargestellt. Das Display ist berührungsempfindlich und führt in Verbindung mit der "TouchFlo 3D" genannten Navigation zu einer recht problemlosen Steuerung. Bei starker Sonneneinstrahlung lässt sich das leicht spiegelnde Display immer noch gut ablesen, mein Kompliment an HTC. Die Helligkeit ist dabei noch ausreichend. Im Energiesparmodus schaltet das Display komplett ab, sehr zur Freude des eingebauten 900 mAh Akkus. Dieser kann so nämlich deutlich länger als Stromquelle sein Werk verrichten, denn das eingeschaltete Display ist sehr stromhungrig. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Dreht man den Compact IV, so dreht sich der Bildschirminhalt - ähnlich wie bei Apples iPhone - mit.

Inbetriebnahme

Nach Einbau des Akkus und einlegen der SIM-Karte wird der MDA Compact IV durch Druck des Ein-/Ausschalters gestartet. Nun muss der geneigte Windows Mobile 6.1 User erst einmal eine kleine Zwangspause einlegen. Wie sein großer Bruder Windows XP dauert der Bootvorgang etwas länger. Hier unterscheidet sich die neuere Generation von Symbian oder Windows Mobile betriebenen Geräte aber nicht wirklich. Nach einer kurzen Einführung zur grundlegenden Bedienung des MDA Compact IV wird man zur Kalibrierung geleitet. Ist diese mittels entsprechenden Berührungen der jeweiligen Ecken des Bildschirms erledigt, erfolgt die softwareseitige Endinstallation aus dem sog. Extended ROM, einem - im Normalfall - nicht beschreibbaren Teil des Hauptspeichers. Dort sind die providerspezifischen Informationen (MMS Einstellungen, Zusatzprogramme) aber auch das dezente Branding hinterlegt. Ein Schriftzug auf der Vorder- sowie Rückseite des MDA Compact IV verrät die Herkunft. Die obligatorisch magentafarbenen Icons in der TouchFlo-Oberfläche sowie der offiziell nicht löschbare Eintrag zum web'n'walk Portal geben weitere Auskunft darüber, wessen Geistes Kind das vorliegende Mobiltelefon ist. Insgesamt ist das Branding aber eher dezent und in meinen Augen kaum störend. O2 macht es da auch nicht besser und von Geräten aus dem Hause Vodafone ist man derartiges schon längst gewöhnt.

Homescreen

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Überraschend stylisch präsentiert sich der Windows Mobile 6.1 basierte MDA Compact IV mit einem eigenen Startmenü. HTC nennt seine Eigenentwicklung "TouchFlo 3D". Leichte Anleihen bei Apple sind unübersehbar. Hier kann man sich auf einen Blick alle notwendigen Informationen, wie z. B. Kalendereinträge, Aufgaben und Nachrichten präsentieren lassen. Theoretisch lässt sich auch die T-Mobile@home Anzeige einblenden. Mittels der Tastenkombination *130*99# soll sie aktivierbar sein. Bereits vorinstallierte Plug-ins erlauben den Zugriff auf nahezu alle Funktionen des Mobiltelefons. Kleine Icons symbolisieren dabei die jeweiligen Anwendungen. Ein Klick auf das Symbol mit dem Männchen startet z. B. eine Übersicht der Kontaktfavoriten, der Druck auf das Notensymbol den Musicplayer.  Wer es dann mal individuell möchte, kann den letzten Punkt des Homescreen personalisieren, denn auch eigene Programme lassen sich von dort starten.

Menü/Funktionen

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Natürlich bietet der MDA Compact IV als Vertreter der Windows Mobile Liga die üblichen Verdächtigen wie Wecker, Rechner, Aufgaben- und Notizenverwaltung. Selbst eine Sprachaufzeichnung ist vorhanden. Das gute Notizprogramm namens OneNoteMobile ermöglicht Notizen mit Grafiken als auch Audio. Wie andere Microsoft Windows basierte Mobiltelefone, verfügt auch der MDA Compact IV über einen vollwertigen E-Mail Client mit Unterstützung sowohl für POP als auch für IMAP4. Senden und Empfangen von E-Mails inklusive Dateianhang ist also kein Problem. E-Mail Push lässt sich mittels eines speziellen Serverdienstes (auf MS Exchange Basis) verwirklichen. Hierzu bieten sowohl Provider, als auch Drittanbieter entsprechende Lösungen an.

Neben einem vollwertigen Webbrowser (Opera Mobile 9.5) bietet der MDA Compact IV auch einen Wecker sowie Taschenrechner. Um seine MP3 unterwegs bearbeiten zu können, hat HTC seinem Multimediaflagschiff einen MP3-Trimmer spendiert.

PIM/Office

Natürlich sind Windows basierte Mobiltelefone wie der MDA Compact IV auch mit den passenden Anwendungen aus dem Officebereich (Excel Mobile, Word Mobile, Powerpoint Mobile) ausgestattet. Excel und Word Dateien können sowohl angezeigt als auch verändert werden. Powerpointdateien sowie PDF können dagegen nur angezeigt werden. Allzu umfangreiche und aufwendig animierte Präsentationen sollte man allerdings vermeiden. Das eingebaute Mobile Word bzw. Excel kann nun auch die Hervorhebungen wie beispielsweise Fettschrift oder Kursivschrift in Texten anzeigen. Insgesamt sind die Funktionen des mobilen Officepaketes (Outlook, Word, Excel und Powerpoint) optisch an Vista angelehnt.

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Der Speicher für die Kontaktdatenbank wird dynamisch verwaltet und kann daher eine Vielzahl von Einträge aufnehmen. Hierbei wird auf Wunsch auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als Vollbild angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben suchen und nach einer Vielzahl an Kriterien sortieren und filtern. Bei den Kontaktfeldern sind nahezu alle möglichen Informationsdetails möglich (Name, Mobiltelefon, Privatnummer, Büronummer, Fax, E-Mail, Rufton sowie eine persönliche Notiz). Ein Feld für Geburtstage ist aber nicht vorgesehen. Per ActiveSync (Windows XP) oder dem Windows Mobile Center (Windows Vista) werden die Daten dann mit einem PC synchronisieren. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte mein MDA Compact IV per USB in etwa 2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang nur unwesentlich länger.

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Der Kalender bietet eine Jahres-, Wochen-, Monats- sowie Tagesansicht. Anstehende Einträge werden nur durch ein kleines Symbol dargestellt. Eine Kurzübersicht in Form eines kleinen Popup gibt es nicht. Zu jedem Termin lässt sich eine Notiz eingeben. Auch wiederkehrende Termine stellen den MDA nicht vor Probleme. In der Wochen- und Tagesübersicht werden Termine durch einen Balken dargestellt. Und natürlich kann das MDA Compact IV auch Aufgaben verwalten, auch hier sind pro Aufgabe Notizen möglich. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt. Selbstverständlich zeigt das MDA Compact IV auch die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen in einer SMS an und kann für die Vielschreiber unter uns auch mehrere davon verketten. Aber auch hier Vorsicht, ab Werk steht der SMS-Versand auf Unicode, damit werden deutlich mehr Zeichen verbraten, als notwendig. So kann eine etwas längere SMS schon mal in zwei aufgeteilt werden.

Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

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Der Bereich Unterhaltung und Spiele ist serienmäßig eher ein wenig unterbesetzt. Neben dem eher langweiligen „Bubble Breaker“ genannten Geschicklichkeitsspiel und dem vom Windows bekannten Kartenspiel Solitair, gibt es aber noch ein sehr interessantes Geschicklichkeitsspiel in Form des altebaknnten Labyrinths. HTC nennt es "Teeter". Eine Stahlkugel will hierbei durch drehen und kippen des Compact IV in das richtige Loch befördert werden. Das Spiel macht ausgiebig Gebrauch vom integrierten Lagesensor Gebrauch und Geschmack auf mehr. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass der MDA Compact IV auch Java-Anwendungen und Spiele unterstützt.

Auf dem freien Markt gibt es eine riesige Menge an Spielen und Programmen, sowohl im Free- und Shareware, als auch im Vollpreissektor. Gute Anlaufstellen für derartige Software sind z. B. die Seiten von pocketland.de oder handango.de. Als Ablenkung vom Ernst des Lebens würde ich die kostenpflichtigen Spiele Skyforce und Skyforce Reloaded (beide aus dem Aktiongenre) sowie Age of Empires Gold für Fans von Strategiespielen empfehlen. Schnelle Actionspiele lassen sich mangels eingebautem Joystick aber nicht wirklich komfortabel steuern.

Navigation/GPS

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Während TomTom7 beim o2 XDA Diamond noch zum Lieferumfang gehört, vertraut T-Mobile hier eher auf seine eigene online Navigationslösung NaviGate. Beiden lassen sich aber geräteunabhängig voneinander installieren. Im netz gibt es bereits eine lauffähige Version des o2 TomTom7. Mangels einer geeigneten Karte für Münster konnte ich TomTom7 nicht weiter testen. Die von T-Mobile angebotene online Navigationslösung NaviGate ist aber ausreichend, wenngleich eine Routenplanung auch kostenpflichtig ist. Für den kurzen Überblick in einer Stadt reicht auch das kostenlose Google Maps. Erfreulicherweise ist es bereits vorinstalliert. Hat man den aktuellen Standort über die Celltower-Triangulation bzw. das integrierte GPS ermittelt, so aktualisiert sich die Position während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird freilich direkt aus dem Internet auf den MDA übertragen. Also Vorsicht, wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt. Eine Art von Fußgängernavigation in Form einer Online-Stadtkarte ist somit problemlos und relativ genau möglich. Wer den Satellitenfix beschleunigen will, sollte die aktuellen Satellitendaten über die Anwendung Quick-GPS herunter laden. Ebenso hilfreich ist ein Eintrag in die Registry, mit dem man das A-GPS hinzuschalten kann.

Music

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Der HTC eigene Musicplayer wird über TouchFlo 3D gestartet, klingt in Verbindung mit dem mitgelieferte Headset aber relativ dünn. Setzt man qualitativ höherwertige Pendants aus dem High-End Bereich ein, wird die Klangqualität zwar angehoben, ohne aber mit besseren MP3-Player mithalten zu können. Unglücklichweise gibt es keinen passenden Kopfhöreradapter für die handelsübliche 3.5 mm Klinkenbuchse mit dabei, so ist man auf den Zubehörmarkt angewiesen. Wer bereits über einen Adapter verfügt, braucht sich für den MDA Compact IV und dessen Kollegen mit ihren neuartigen HTC-eigenen microUSB-Anschluss aber keinen neuen zu kaufen. Über die mitgelieferte Kabelfernbedienung kann man sowohl die Lautstärke anpassen, als auch Anrufe entgegen nehmen. Da auch das A2DP und AVRCP Profil unterstützt wird, lässt sich der Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie dem Motorola S9 wieder geben. Eine Softwareoption names "Audio-Verstärker" ermöglicht unterschiedliche Klangprofile (Equalizereinstellungen) allerdings NUR für ein Kabelheadset, wobei sich die Auswirkung dieser Softwarepresets akustisch eher in Grenzen hält.

Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Künstlern oder Alben). Mittels Wiedergabelisten (zuletzt gespielt, Genres, alle Titel, Zufällig) kann man das MDA Compact IV zur Musikbox umfunktionieren. Hat man aber mehr als zwei Handvoll an Songs auf der Speicherkarte, wird die Liste der alphabetisch sortierten Musikstücke unübersichtlich lang. So lassen sich bestimmte Musikstücke nur schwer wieder finden. Musik kann im Hintergrund weiter laufen, so dass man nebenher auch andere Aufgaben mit dem MDA Compact IV erledigen kann. Songs werden auf Wunsch in zufälliger Reihenfolge abgespielt. Auch die Wiederholung eines oder aller Songs ist vorgesehen. Der MDA Compact IV taugt sogar als Hörbuchplayer, abgebrochene Stücke werden nämlich an gleicher Stelle fortgesetzt. Angeblich unterstützt das integrierte Radio die Anzeige des Sendernamens über RDS. In meinem Test habe ich aber keinerlei Anzeichen dafür feststellen können. Erfreulicherweise kann man aber mehrere Radiosender abspeichern. Das Radio lässt sich ebenfalls im Hintergrund betreiben. Auch hier ist der Klang weniger überzeugend.

Der Windows Media Player ist PC-Nutzern nicht unbekannt. Der Funktionsumfang kann getrost als "guter Standard" bezeichnet werden. Videos kann er im Vollbildmodus anzeigen. Primär spielt er allerdings nur Videos im WMV Format ab, auf Wunsch auch im Vollbildmodus. Drittanbietersoftware wie Coreplayer oder Smartmovie ermöglichen auch die Nutzung von AVI Dateien.

Klang

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Der Song von Mos Def hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
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iGrado
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Der Klang des Gerätes ist insgesamt gut. Obwohl das MDA Compact IV nur über einen Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke ausreichend, um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht auf einer Baustelle liegt) als Beschallungsmöglichkeit zu dienen. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind kein Problem, selbst bei höchster Lautstärke scheppert der integrierte Lautsprecher nicht. Die Akustik zwischen Gesprächspartner ist klar und deutlich. Die vorinstallierten Klingeltöne sind langweilig. Auch in etwas lauten Umgebungen ist noch eine problemlose Kommunikation möglich. Die maximale Lautstärke des Musikcplayers über den Kopfhörerausgang ist etwas niedrig.

Connectivity

Wenig überraschend, schließlich handelt es sich um ein Windows 6.1 Mobiltelefon, klappt die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) einwandfrei. Ebenfalls wenig überraschend dauert dies bei einer Vielzahl an Kontakten auch sehr lang. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte mein MDA Compact IV per USB in knapp 2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang nur unwesentlich länger.

Der MDA Compact IV unterstützt das Headset Profile, HFP (Hands-Free), GAP (Generic Access), DUN (Dial-Up Networking), SPP (Serial Port), GOEP (Generic Access Exchange), OPP (Object Push) und SAP (SIM Access Profile). Auf einem geeigneten Bluetoothheadset (z. B. dem Motorola S9) steht durch A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einem kabelfreien Musikgenuss also nichts mehr im Wege.

Der GSM/UMTS Empfang des Quadband-Gerätes ist gut bis sehr gut. Hier braucht sich der MDA Compact IV nicht hinter anderen Mobiltelefonen zu verstecken. Stichwort WLAN: Die Empfangsqualität ist selbst in meinem Altbau noch sehr gut. Auf dem Dachboden habe ich noch Empfang, da scheiterte der betagte HTC TyTN bereits.

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Das MDA Compact IV verfügt über einen vollwertigen Webbrowser, neben dem Internet Explorer Mobile kommt noch der Opera Mobile Browser in der Version 9.5 zum Einsatz. Dank HSDPA (sofern vom Netanbieter angeboten) kann man auch in sehr angenehmer Geschwindigkeit surfen. Webseiten werden dabei 1:1 wieder gegeben. Richtig Spaß macht Surfen auf einem 2,8-Zoll Display aber nicht. Gleichwohl bietet der Browser verschiedene Zoomstufen sowie eine Übersichtskarte der besuchten Webseite. Ein CommCenter bietet dabei Zugriff auf alle möglichen Verbindungsarten.

Das MDA Compact IV fungiert auf Wunsch als Wechselspeicher, den entsprechenden Eintrag biete er beim Anschluss an den PC direkt an. Die Übertragung von Dateien per USB ist sehr schnell. Natürlich bietet das MDA Compact IV auch den Kurzstreckenfunk Bluetooth und unterstützt sogar A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile).

Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. Das MDA Compact IV kann dabei E-Mails in unzähligen Intervallen, von 5 Minuten bis einmal täglich automatisch abholen. Push-E-Mail wird ebenfalls unterstützt. Der SAR-Wert ("Spezifische Absorptionsrate") beträgt 0,95 W/kg ist damit zwar sehr hoch unterschreitet den von der Europäischen Union festgelegte Grenzwert für Handys von 2 Watt pro Kilogramm (2 W/kg) aber deutlich. Der SAR-Wert gibt dabei an, wie viel Sendeleistung der Körper in Watt pro Kilogramm beim mobilen Telefonieren aufnimmt. Liegt das Mobiltelefon auf dem Tisch und klingelt: drehen Sie es einfach um und schon ist Ruhe. So kennt man es vom Nokia 8600 Luna. Ein Hoch auf den eingebauten Lagesensor.

Kamera/Video

In letzter Zeit wird bei den Kameras der Mobiltelefone oft mit Markennamen um sich geworfen. Nokia hat seine Carl Zeiss Reihe, Sony wirbt mit der Cybershot Funktionalität und LG eben mit Schneider-Kreuznach. Die hohen Erwartungen, die dann an die Qualität der Bilder geknüpft werden, können aber meist nicht erfüllt werden. Bedenkt man die Tatsache, dass die Linsen der Mobiles oft nur ein paar Millimeter groß sind, ist dies allerdings auch kein Wunder. HTC hat bei seinem MDA Compact IV kein namhaftes Objektiv verbaut, auch eine LED zur Beleuchtung nahestehender Objekte wurde vergessen.

Das MDA Compact IV nutzt das komplette Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus (480 x 640 Pixel) gehalten. Die Kameraoptionen bietet verschiedene mal mehr mal weniger nützliche Einstellungen.

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Die Bildauflösung kann variiert werden. Die Qualität der Bilder lässt sich zwischen Einfach, Normal, Fein und Superfein regeln. Der Autofokus reagiert relativ zügig (etwa 2 Sekunden bis zur Speicherung). Der Start der Kamera nimmt ebenfalls zwei Sekunden in Anspruch. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass keine echte Kameratsste vorhanden ist. Echte Schnappschüsse sind so kaum möglich.

Unterschiedlichen Weißabgleiche sowie Effekte nehmen auf Wunsch Einfluss auf die Qualität sowie das Aussehen der Bilder. Insgesamt ist die Qualität der Bilder recht ordentlich. Bei ungünstiger Beleuchtung tendiert sie allerdings zu einem Rotstich und in dunkleren Bereichen schnell zur Artefaktbildung. Ein Tribut an das recht kleine Objektiv. Die Qualität der Bilder ist nicht anderen Handykameras aus dem 3 Megapixelsegment vergleichbar. Da ist man auch von der Konkurrenz (LG, Samsung, Nokia) nicht unbedingt besseres gewohnt.

Es geht das Gerücht um, nachdem der Diamond ohne die Plastiklinse über der Kamera DEUTLICH bessere und schärfere Bilder machen soll. Hier meine Erfahrungen

Mit Kameraabdeckung
Ohne Kameraabdeckung

Die Bilder sind ohne Plastiklinse subjektiv schärfer.

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Videos nimmt das MDA Compact IV nur mit 15 Bildern pro Sekunde bei 320 x 240 Pixel auf. 1 Minute Video nimmt dabei knapp 3 MB in Beschlag!

Akkulaufzeit

Der mitgelieferte 900 mAh Akku pfeift bei normaler Nutzung (kurz telefonieren, 60 Minuten MP3 am Tag, ein paar Fotos und Videos) schon nach etwa 2 Tagen aus dem letzten Loch. Nach zweieinhalb Stunden Dauertelefonat im UMTS-Netz gehen ihm bereits die Lichter aus. Intensivnutzer ohne Telefonitis werden ihren Compact IV daher auch jeden Tag laden müssen. Im normalen Stand-by (GSM) Modus und ohne daran rumzuspielen kommt man auf eine praxisferne - Laufzeit von etwa 7 Tagen. Bei dauerhafter Nutzung von A2DP ist ebenfalls bereits nach knapp 3 Stunden Schluss mit Lustig. Insgesamt wird der MDA Compact IV - uind alle seine Brüder - im täglichen Einsatz unangenehm warm. Gerade bei wärmeren Tagen keine schöne Sache. Die Wärme wird zudem nicht vom Akku, sondern von der Sende-/Prozessoreinheit abgestrahlt. Ob sich dies durch ein Firmwareupdate bessern lässt, wird sich zeigen.

Videotestbericht

Fazit

Autor

Die Telefonfunktionalität des MDA Compact IV ist zwar ohne Fehl und auch die PDA Funktionalität geht in Ordnung, die Bedienung über die Mischung aus TouchFlo 3D und normaler Windowsumgebung ist allerdings nur suboptimal. Für kurzweilige Unterhaltung sorgt der zwar durchdachte, aber ebenso klanglich enttäuschende Musicplayer sowie das integrierte FM-Radio. Das Display ist hingegen mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel eine echte Wucht. Preislich muss der Käufer ohne Vertrag etwa 480 € einplanen.

Für seinen Leistungsumfang ist der Preis durchaus angemessen. Das Design und die vermittelte Wertigkeit sind wirklich überzeugend. Leider ist die Akkuleistung noch stark verbesserungswürdig und die Firmware könnte noch ein Quäntchen mehr Esprit vertragen, dann wäre der MDA Compact IV oder einer seiner Brüder eine klare Kaufempfehlung. So muss jeder für sich entscheiden, ob er für die nächsten Wochen erst einmal "Betatester" sein will.





  

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