Ist es ein Notebook? Ein Netbook? Ein Ultra Mobile PC (UMPC)? Nein, es ist ein Ameo und zwar der Nachfolger des T-Mobile Ameo von 2007. Die neue Version wurde zwar schon auf der Cebit 2008 vorgestellt, ist aber erst seit etwa Ende 2008 bei T-Mobile verfügbar. Die brandingfreie Version vom Hersteller HTC, der Advantage X7510 ist in freier Wildbahn selten anzutreffen, zu klein ist die Zielgruppe der Poweruser. Neben den vom Vorgänger bekannten technischen Details, wie TFT-Display mit VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel) bei 65.536 Farben und einer 3-Megapixel-Kamera samt Autofocus, Makromodus und LED hat nunmehr 16 Gigabyte (GB) Speicher in den Ameo Einzug gefunden. Damit finden auch umfangreiche Präsentation oder Musik- bzw. Videosammlungen mehr als ausreichend Platz. Da gerät die Erweiterungsmöglichkeit durch die eher selten gewordene mini-SD Speicherkarte zur Nebensache. Durch Quad-Band GSM mit Unterstützung für UMTS und HSDPA funktioniert der Ameo 16 GB praktisch auf der ganzen Welt. Das integrierte GPS sorgt in Großstädten, wie New York, Rio, Tokio aber auch hier (Münster) auf dem platten Land für die erforderliche Orientierung. Wie sich der recht klobige PDA im Redaktionsalltag geschlagen hat, können Sie im Anschluss nachlesen.
Design
Wie könnte es anders sein, so folgt auch der Ameo 16 GB dem eher trist wirkenden Business-Einheitskleid. Das anthrazitfarbene Gewand verwandelt den Ameo 16GB zunächst in eine "graue Maus". Aufgrund seiner Abmessungen von 133 x 98 x 16 mm bei 375 g Gewicht geht er aber in der Masse der anderen Windows Mobile Geräte kaum verloren. Irgendwo muss der Platz für das 5-Zoll-Display ja auch herkommen. Aufgrund seiner Größe und Leistungsfähigkeit sollte man den Ameo 16 GB aber nicht mit normalen PDAs oder Smartphones vergleichen, dann schon eher mit einem UMPC.
Auf den ersten Blick unterscheidet sich der Ameo kaum von seinem Vorgänger. Weder optisch, noch technisch. Das komplette Gehäuse besteht dabei weiterhin aus Metall. Lediglich eine Zierleiste am oberen Rand des Gerätes, die neben der Funktechnik auch die Kamera einfasst, wurde aus Kunststoff gefertigt, so wird der Empfang verbessert und die Optik wirkt nicht ganz so kompakt. Das Display wird durch eine Scheibe aus leicht spiegelndem Kunststoff geschützt. Die sehr große Displayoberfläche des Ameo ist ruckzuck mit Fingerabdrücken übersäht. Ein Putztüchlein sollte daher gleich mit in die Zubehörtasche gepackt werden.
Angetrieben wird das Ameo 16 GB durch Microsofts in die Jahre gekommenes Windows Mobile® 6.1 in der "Professional" Variante. Der 5" Touchscreen des Ameo 16 GB wirkt auf den ersten Blick riesig und nutzt dabei eine VGA-Auflösung bei 65.536 Farben. Die Bilddiagonale umfasst unglaubliche 125 mm. Die 3-Megapixel-Kamera nennt sowohl einen Autofokus als auch ein Fotolicht (LED) ihr Eigen. Durch den vorinstallierten Internet Browser (Mobile) und Opera 9.5 surft man wie vom PC gewohnt. Microsofts "Office Mobile" sorgt unterwegs für den Zugriff auf Word und Co. Kommunikationsseitig bietet der Ameo 16 GB neben Bluetooth 2.0 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) noch USB 2.0 und Wireless LAN (802.11g). Durch seine Quad-Band-Unterstützung ist es nahezu überall einsetzbar. Dabei wird der Datentransfer bei entsprechender Verfügbarkeit durch UMTS mit HSDPA beschleunigt. Eingaben erfolgen über eine angenehm große virtuelle Zehner- sowie QWERTZ-Tastatur, oder eben durch eine magnetisch anklickbare Volltastatur in Softtouch-Ausführung mit 56 Tasten. Programme und Daten legt das Ameo im 128 MB umfassenden RAM bzw. 256 MB ROM ab. Der interne Speicher lässt sich problemlos durch miniSD-Speicherkarten erweitern. Für ausreichend Geschwindigkeit sorgt eine CPU mit 624 MHz. Damit nutzt das Ameo einen der aktuell schnellsten Prozessoren, auch wenn man das nicht immer merkt. Von seinem Thron wird er allerdings recht bald durch das Toshiba G1 abgelöst.
Betriebssystem:
Windows Mobile 6.1 Professional
CPU:
Intel XSCALE 32 Bit CPU, 624 MHz
ROM:
256 MB
RAM:
128 MB
Festplatte:
16.00 GB
Speicherkarte:
Display:
miniSD bis 4 GB
TFT Touchscreen mit 12,5 cm (5 Zoll) Diagonale , 262144 Farben, 640 x 480 Pixel
magnetische, abnehmbare QWERTZ Tastatur mit 56 Tasten
Verbindungsmöglichkeiten:
SDIO, miniSD, RS-232, USB 2.0, IR, Bluetooth 2.0, WLAN 802.11b/e
GPS (NMEA 0183 , 20 Kanäle)
Kamera:
3.2 Megapixel CMOS, Autofocus und Macro Mode und LED Licht
VGA Kamera für Videotelefonie
Lieferumfang
In den vielen kleinen Tütchen im recht großen Karton kommt ein umfangreicher Lieferumfang zum Vorschein. Neben dem Ameo 16 GB in Anthrazit soll ein Li-Ion Polymer Akku mit 2200 mAh für genügend Ausdauer sorgen. Zwei Touchscreen-Stifte sowie ein Multifunktionsstift helfen bei der Bedienung des großen Touchscreens. Das mitgelieferte Stereo-Headset dient in erster Linie der Kommunikation und umweltfreundlichen Beschallung. Ein Netzladegerät, ein USB-Datenkabel, ein VGA-Ausgangskabel und mehrere Kurzanleitung sowie Garantiekarten und CD-ROMs mit Bedienungsanleitung und Zusatzsoftware vervollständigen das Paket. Eine miniSD-Speicherkarte (2GB) gehört beim Ameo 16 GB nicht zum Lieferumfang, dafür aber eine Zuberhörtasche sowie ein schönes Lederetui.
Verarbeitung/Haptik
Die Verarbeitung des neuen Ameos ist über jeden Zweifel erhaben. Klappern oder Quietschen gehört erfreulicherweise nicht zu seinem Repertoire - schon aufgrund des verwendeten Materials (Metall) nicht. Alle Drücker und Anschlüsse sind perfekt verarbeitet. Auch das Display sitzt gerade.
Betrachtet man den Ameo 16 GB von vorne, so findet der Nutzer auf der linken oberen Seite die VGA Kamera für Videotelefonie, darunter wurde die "Web'N'Walk" Taste für den Internetzugang samt der VueFLO getauften Funktion angebracht. An der linken Außenseite des Ameos befindet sich ein Schiebeschalter für die Lautstärke, der linke Stereolautspecher sowie Anschlüsse für einen externen VGA-Monitor/TV/Beamer und das Lade- bzw Datenkabel in miniUSB-Ausführung. Auch an einen separaten Anschluss für ein handelsübliches 3.5 mm Headset wurde gedacht. Auf der rechten Gehäuseseite findet der Ameo Nutzer dann den Einschub für den Touchscreen-Stift sowie den Kamerauslöser. Direkt darunter tönt dann der rechte Stereolautsprecher. Weiter rechts unten wurde der Ein-/Ausschalter, der den Ameo auch in den Standby versetzen kann, angebracht.
Gleichzeitig Musikhören und seinen Ameo laden ist dank der getrennten Anschlüsse kein Problem. So kann man sich den ganzen Tag mit Musik berieseln lassen, ohne dass der Akku vorzeitig zur Enthaltsamkeit ruft.
Texteingaben erfolgen über die recht großzügige virtuelle QWERTZ-Tastatur mit mehreren verschiedenen Aufteilungen. Leider ist diese nicht beleuchtet. Neben den üblichen Tasten bietet die Software auch eine Strichzugerkennung, eine Buchstab sowie einen Transcriber an. Wikrlich sinnvoll schreiben kann man mit diesen zusätzlichen Erkennungsmöglichkeiten aber nicht. Bei der normalen QWERTZ-Tastatur sind die Tasten oft mehrfach belegt. Im Telefonmodus erscheint hingegen die übliche Zehnertastatur.
Aufgrund des riesigen Displays kann man mit der virtuellen Tastatur auch wunderbar im Quermodus arbeiten. Dann sind die Drücker noch etwa besser zu treffen.
Das gilt aber nicht unbedingt für die von Windows Mobile vorgesehene Standardausführung:
Bei dieser Version sind die Tasten doch deutlicher kleiner ausgefallen. Viel angenehmer gestalten sich Eingaben aber sowieso über die magnetisch anklickbare Volltastatur in Softtouch-Ausführung. Ich habe mal als Vergleich ein Sendo X mit externer Tastatur aufgebaut, da gefällt mir der Ameo doch besser. Die Tastatur wird ohne jede Steckverbindung an den Ameo gekoppelt.
Eine starke Magnetleiste (Vorsicht bei Kreditkarten und ähnlichen Zahlungsmitteln mit Magnetstreifen) an der unteren Schmalseite des
Gerätes und in der Tastatur hält die Tastatur fest.
So kann man mit den 56 Tasten und Steuerelementen die meisten Funktionen direkt aufrufen und sogar einen Anruf auslösen.
Im Vergleich zum Vorgänger ist hier eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen, sowie die Haptik durch die Softouch-Ausführung leicht gelitten hat. Dennoch reagieren die Drücker recht präzise, das akustische Feedback der Drücker ist auf die Dauer etwas nervtötend, kann aber abgeschaltet werden. Blindschreiben ist mit der neuen Tastatur aber kaum mehr möglich. Auch echte Schnellschreiber werden keinen Gefallen an ihr finden. Für gelegentliche, auch etwas umfangreichere Nachrichten ist sie allerdings gut geeignet.
Um den Bildschirm und die Tasten der Tastatur zu schützen, kann man die
Tastatur mit den Tasten nach unten auf den Bildschirm legen. Sie wird dort durch Magnete in Position gezogen und gehalten. So bleibt ein Bereich des großen Bildschirms Ihres Ameo frei. Über dieses Status-Display haben Sie Zugriff auf die wichtigsten Informationen. Will man seinen Ameo als Notebook nutzen, klickt man einfach die Tastatur ein.
Mit der Abheben-Taste können dann Anrufe eingeleitet oder entgegengenommen werden. Dazu schaltet der Ameo automatisch auf "Freisprechen".
Display
Das Display wirkt in geschlossenen Räumen bzw. bei mittlerem Lichteinfall absolut überzeugend. Grafiken und Texte werden mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel bei 65.536 Farben schon fast riesig dargestellt. Immerhin bietet das Display des neuen Ameos Abmessungen von 100 x 75 Millimetern, da sieht selbt ein HTC Touch HD alt gegen aus. Wie fast alle PDAs ist das Display des Ameo bei starker Sonneneinstrahlung schlechter ablesbar. Die maximale Displayhelligkeit ist dem deutlich stärkeren Sonnenlicht unterlegen. Im normalen Betrieb reicht sie aber immer aus. Im Energiesparmodus schaltet sich das Display komplett ab, sehr zur Freude des eingebauten 2200 mAh Akkus. Dieser kann so nämlich deutlich länger seine Arbeit als Stromquelle verrichten. Insgesamt reagiert der Touchscreen nicht ganz so direkt wie beim Asus P552w, vom Apple iPhone wollen wir gar nicht erst reden. Alle Eingaben werden direkt umgesetzt, manchmal allerdings mit einer kleinen Gedenksekunde. Wer mag, kann die Auflösung des Ameo von 192 DPI bis auf 96 DPI erhöhen. Hierzu nutzt man eine kostenlose Software namens "RealVGA", das Ergebnis ist dann ziemlich beeindruckend, so wirkt das Windows Mobile Menü deutlich übersichtlicher:
Inbetriebnahme
Der Einbau des Akkus und der SIM-Karte gestaltet sich nicht ganz einfach. Das Einsetzen des Akku und der SIM-Karte gestaltet sich etwas mühsam und fummelig. Die entsprechende Abdeckung muss mit dem Fingernagel und die SIM-Kartenhalterung dann mit dem Stift hochgeklappt werden. Nach dem Einlegen der SIM-Karte können der Akku und ggf. eine zusätzliche miniSD-Speicherkarte eingesetzt werden. Gott sei Dank ist diese Fummelei in der Regel nur einmal beim Start notwendig. Mal eben die SIM-Karte wechseln gestaltet sich jedenfalls sehr mühsam. Das Ameo 16 GB wird dann durch leichten Druck auf den Ein-/Ausschalters gestartet. Nun legt der Windows Mobile 6.1 User erst einmal eine kleine Zwangspause ein. Wie sein großer Bruder Windows XP dauert der Bootvorgang etwas länger. Hier unterscheiden sich Symbian und Windows Mobile nicht wirklich.
Homescreen
Das Ameo 16 GB kommt mit einer ähnlich stylischen Benutzeroberfläche daher wie die anderen Modelle von HTC. Das ist ja aber auch kein Wunder. Das TouchFlo 3D sucht man auf dem Ameo 16GB allerdings vergebens. Warum auch immer, wurde hier nur eine stark abgespeckte, ganz auf "Business" getrimmte Version gewählt. Trotzdem hat HTC die Informationen recht ansehnlich, aber ohne aufwändige Animationen verpackt.
Der Startbildschirm präsentiert alle notwendigen Informationen, wie z. B. Kalendereinträge, Aufgaben und Nachrichten. Theoretisch lässt sich auch die T-Mobile@home Anzeige einblenden. Mittels der Tastenkombination *130*99# soll sie aktivierbar sein. Die verschiedenen Bildschirme und vorinstallierten Plug-ins erlauben den Zugriff auf nahezu alle Funktionen und Programme des Mobiltelefons. Kleine Icons symbolisieren dabei die jeweiligen Anwendungen. Ein Klick auf das Symbol mit dem Männchen startet z. B. eine Übersicht der Kontaktfavoriten, der Druck auf das Notensymbol den Musicplayer. Selbstverständlich kann man sich die Informationen auch im Querformat anzeigen lassen.
Die Wetterdaten werden optisch in Szene gesetzt. So werden sowohl Sonnenschein als auch Regenwolken durch schöne Bilder dargestellt. Die notwendigen Klimadaten erhält das Ameo 16 GB aus dem Internet.
Menü/Funktionen
Als waschechter Windows Mobile PDA bietet der Ameo 16 GB natürlich Anwendungen wie Wecker, Rechner und natürlich Aufgaben- und Notizenverwaltung. Neben einer Sprachaufzeichnung gehört auch eine Sprachsteuerungsfunktion dazu.
Das sehr nützliche "OneNoteMobile" ermöglicht Notizen mit Grafiken und Audiokommentaren, so wird aus dem schnöden Einkaufszettel schnell ein multimediales Kunstwerk. Ein vollwertiger E-Mail Klient samt funktionsfähiger Unterstützung für POP und IMAP4 verarbeitet E-Mails inklusive Dateianhang. E-Mail Push lässt sich über einen speziellen Serverdienst auf MS Exchange Basis oder Anwendungen wie z. B. "emoze" realisieren, zieht dann aber ordentlich an den Reserven des Akkus.
PIM/Office
Natürlich werden Businessgeräte, wie das Ameo 16 GB auch mit den passenden Office-Anwendungen (Excel Mobile, Word Mobile, Powerpoint Mobile) ausgestattet. Excel- und Word-Dateien können sowohl angezeigt, als auch verändert werden. Powerpoint- sowie PDF-Dateien kann man dagegen nur lesen. Allzu umfangreiche und aufwendig animierte Präsentationen sollte man allerdings trotz des recht schnellen Prozessors vermeiden. Die Änderungen in Mobile Word bzw. Excel sind klein aber fein. So beherrschen sie nun auch Hervorhebungen wie beispielsweise Fettschrift oder Kursivschrift. Insgesamt wurden die Funktionen des mobilen Officepaketes in Windows Mobile 6.1 optisch an Vista angelehnt.
Der Speicher für die Kontaktdatenbank wird dynamisch verwaltet und kann daher eine Vielzahl von Einträgen aufnehmen. Hierbei wird auf Wunsch auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als "Vollbild" (ist aber relativ) angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstabens suchen und nach einer Vielzahl von Kriterien sortieren und filtern. In den einzelnen Kontakten kann man nahezu alle möglichen Informationsdetails eintragen (Name, Mobiltelefon, Privatnummer, Büronummer, Fax, E-Mail, Rufton sowie eine persönliche Notiz). Ein Feld für Geburtstage ist aber nicht vorgesehen.
Der Kalender stellt Termine übersichtlich in einer Jahres-, Wochen-, Monats- sowie Tagesansicht dar. Auf anstehende Einträge wird aber nur durch ein kleines Symbol hingewiesen. Eine Kurzübersicht in Form eines kleinen Popup gibt es nicht. Das kann Symbian 9x besser. Zu jedem Termin lässt sich eine Notiz eingeben. Auch wiederkehrende Termine stellen das Ameo nicht vor Probleme. In der Wochen- und Tagesübersicht werden Termine durch einen Balken dargestellt.
Aufgaben werden auf Wunsch in bestimmten Intervallen wiederholt und können mit Notizen ergänzt werden. Im Gegensatz zu den Terminen werden sie aber nicht im Kalender angezeigt. Natürlich kann die SMS-Anwendung die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen einer SMS anzeigen. Vielschreiber können auch mehrere davon verketten.
Unterhaltung/Spiele
Der Bereich Unterhaltung und Spiele ist traditionsgemäß eher unterbesetzt. Neben dem langweiligen Geschicklichkeitsspiel namens „Bubble Breaker“ gibt es noch das von Windows bekannte Kartenspiel "Solitair". Erwähnenswert ist die Tatsache, dass der Ameo 16 GB auch Java-Anwendungen und Spiele unterstützt. Auf dem freien Markt gibt es aber eine riesige Menge an Spielen und Programmen, sowohl als Free- und Shareware, als auch als Vollpreisvariante. Gute Anlaufstellen für derartige Software sind z. B. die Seiten von pocketland.de oder handango.de. Dann kann man sogar einen waschechten C64 wieder zum Leben erwecken, der C64-Emulator macht es möglich.
Der Bewegungssensor ist beim Ameo 16 GB aber zunächst abgeschaltet. Durch einen kleinen Eingriff in die Software kann er aber - ähnlich wie beim HTC Touch - aktiviert werden.
Navigation/GPS
Das Ameo 16 GB ist mit einer GPS Funktion ausgestattet. In Verbindung mit einem passenden Navigationsprogramm könnte er daher sehr gut zur Navigation genutzt werden. Leider ist nur das T-Mobile NaviGate vorinstalliert. Die von T-Mobile angebotene Navigationslösung funktioniert aber nur Online und jede Routenplanung ist kostenpflichtig. Für den kurzen Überblick in einer Stadt reicht auch das kostenlose Google Maps. Erfreulicherweise ist es bereits vorinstalliert. Hat man den aktuellen Standort über die Celltower-Triangulation bzw. das integrierte GPS ermittelt, so aktualisiert sich die Position während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird freilich direkt aus dem Internet auf den Ameo übertragen. Also Vorsicht, wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt. Eine Art von Fußgängernavigation in Form einer Online-Stadtkarte ist somit problemlos und relativ genau möglich. Eine Onboard-Lösung, wie TomTom oder Route66 muss zusätzlich beschafft werden. Über A-GPS verfügt der Ameo nicht, so dauert der erste Satfix auch mal gerne bis zu 5 Minuten. Da ist ein Eintrag in die Registry hilfreich, mit dem man das A-GPS hinzuschalten kann. Alternativ kann man sich die Satellitenbahnen aber vorab über Quick-GPS auf seinen Ameo runter laden. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten.
Musik
Der
Musicplayer des Ameo ist HTC-typisch recht schlicht ausgefallen. Auf dem Display werden neben dem "Album Art" auch der Trackname sowie der Interpret angezeigt. Um die mögliche Soundqualität des Smartphones
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke des Ameo reicht zwar aus, um die großen Wandler des iGrado in vernünftige Schwingungen zu versetzen. Doch die tiefen Töne bleiben schlapp, die Bässe gehen teilweise in ein Rumpeln über. Manche werden dies mögen, weil sie es als sehr basskräftig interpretieren. Den Höhen fehlt es dabei an ausreichendem Frequenzgang. So werden die Mitten zu stark betont.
Nutzt man den Sennheiser CX300
- der für einen InEar schon eine gute Alternative ist - so wird gerade das Rumpeln im Bassbereich nochmals verstärkt, Höhe zu früh gekappt und die Mitten zu stark komprimiert. Da liefert auch der Creative
Labs EP 630 keine bessern Ergebnisse. Im Gegenteil, hier klingt der Ameo noch "kompakter" und "rumpelnder". Der Koss
Porta Pro spielt mit dem Ameo deutlich harmonischer zusammen. Wirklich Freude kommt aber mit keinem von mir getesteten Headset auf. Allen Dreien ist die Tatsache gemein, das man sie ohne Adapter einsetzen kann.
Grundsätzlich unterstützt das Ameo auch A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound über
Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben.
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt.
Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)
The Corrs
(Talk on Corners)
Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Der Mehrband-Equalizer des Musicplayers ermöglicht eine persönliche Klanganpassung, ohne wirklich Wunder wirken zu können.
Die Abspielreihenfolge der Tracks kann zufällig oder per Dauerwiederholung, eines oder aller Musikstücke beeinflusst werden. Auch das Abspielen von Wiedergabelisten ist möglich. Die erstmalige Initialisierung (die Erstellung der Musikbibliothek) dauert etwa länger. Als Hörbuchplayer-Ersatz ist der Musicplayer allerdings nur bedingt tauglich. Beendet man die Wiedergabe, merkt er sich die letzte abgespielte Position nicht. Man kann den Player hierzu aber in den Pausemodus versetzen, dann spielt er nach Wiederaufnahme ab dieser Stelle weiter. Nutzt man zur Synchronisation den Windows Media Player 11 so lassen sich auch geschützte DRM übertragen. Videos oder Musikdateien kann man aber auch über den vorinstallierten Windows Media Player wiedergeben, auf Wunsch sogar im Vollbildmodus. Eine bessere Alternative ist aber der Coreplayer, der u.a. auch eine Unterstützung für den integrierten Grafikchip von ATI bietet.
Klang
Die Sprachqualität ist über Kopfhörer ist ordentlich. Gesprächspartner klingen zwar ein wenig dumpf, aber dennoch gut verständlich. Nutzt man die Freisprechfunktion, kommen manchmal minimale Hallgeräusche hinzu. Aufgrund der Beschränkung der Kommunikation über Kopfhörer, ist auch in sehr lauten Umgebungen eine problemlose Kommunikation möglich. Dieser Vorteil ist aber auch gleichzeitig der größte Nachteil des Ameo. Während man das Nokia E90 noch halbwegs als Handy bezeichnen kann und es sich zum telefonieren auch ans Ohr halten kann, vereiteln die enormen Abmessungen des Ameo jeden Versuch des konventionellen Telefonierens. Aber selbst wer es versucht, der PDA hat - wie schon sein Vorgänger - keine Hörmuschel mehr! Deshalb muss man für jedes Gespräch auf das beiliegende Kabelheadset, eine Bluetooth-Lösung oder eben auf die Freisprecheinrichtung zurückgreifen. In der Praxis ist dies dauerhaft kaum praktikabel. Wer möchte schon den ganzen Tag wie ein Bodyguard mit einem "Knopf" im Ohr herumlaufen?!
Connectivity
Wenig überraschend, schließlich handelt es sich auch beim Ameo um ein Windows 6.1 PDA, klappt die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) per ActiveSync (Windows XP) oder dem Windows Mobile Center (Windows Vista) hervorragend. Die etwa 1.000 Testkontakte synchronisierte das Ameo 16 GB über USB in knapp 2 Minuten. Der Datenabgleich mit einem Microsoft Exchange-Server klappt zuverlässig und dank HSDPA auch zügig.
Über ein geeignetes Bluetooth-Headset (z. B. dem Motorola S9) steht dank A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einer kabelfreien Musikübertragung nichts im Wege. Der GSM/UMTS Empfang ist gut. Auch das integrierte WLAN funktioniert in unserem Altbau noch gut.
Beim Ameo 16 GB kommt neben dem etwas betagten "Internet Explorer Mobile" auch der wesentlich schnellere und modernere Opera Mobile Browser 9.5 zum Einsatz. Dank HSDPA (sofern vom Netzanbieter angeboten) und 5-Zoll-Display surft man in akzeptabeler Geschwindigkeit und mit der notwendigen Übersicht. Immerhin bietet der Browser verschiedene Zoomstufen sowie eine Übersichtskarte der besuchten Webseite. Die Webseiten werden dabei 1:1 wieder gegeben, so wie man es vom PC her kennt.
Das Ameo fungiert auf Wunsch als Wechselspeicher, den entsprechenden Eintrag bietet er im Unterpunkt des Menüs. Dateien werden dann aufgrund der USB 2.0 Schnittstelle ziemlich flott übertragen. Zusätzlich kann man dafür aber auch den langsameren Kurzstreckenfunk Bluetooth nutzen.
Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. E-Mails werden unterschiedlichen Intervallen, von 5 Minuten bis einmal täglich automatisch abgeholt. Push-E-Mails sind ebenfalls möglich. Der SAR-Wert ("Spezifische Absorptionsrate") beträgt 0,35 W/kg und ist damit sehr niedrig und unterschreitet den von der Europäischen Union festgelegte Grenzwert für Handys von 2 Watt pro Kilogramm (2 W/kg) deutlich. Der SAR-Wert gibt dabei an, wie viel Sendeleistung der Körper in Watt pro Kilogramm beim mobilen Telefonieren aufnimmt. Der niedrige SAR-Wert rührt nicht zuletzt von der Tatsache her, dass man beim Ameo nur mit einem Headset telefonieren kann.
Kamera/Video
Bei den Kameras von Mobiltelefonen wird leider oft mit Markennamen bekannter Objektivhersteller geworben. Nokia hat seine Carl-Zeiss Objektive, Sony wirbt mit "Cybershot" und LG mit Schneider-Kreuznach. Die hohen Erwartungen, die dann an die Qualität der Bilder geknüpft werden, können aber oft nicht erfüllt werden. Bedenkt man die Tatsache, dass die Linsen der Mobiles oft nur ein paar Millimeter groß sind, ist dies allerdings auch kein Wunder. T-Mobile hat bei seinem Ameo kein namhaftes Objektiv verbaut, auf eine LED sowie Autofokus wurde aber nicht verzichtet.
Der Ameo nutzt das komplette Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus (640 x 480 Pixel) gehalten. Gerade in diesem Bereich kann er dann mit seinem 5-Zoll Display punkten. Die Kameraoptionen enthalten verschiedene, mal mehr mal weniger nützliche Einstellungsmöglichkeiten.
Unterschiedlichen Weißabgleiche (Auto, Tageslicht, Nacht, Neonlicht, Glühbirne) sowie drei Effekte, wie Graustufen, Sepia, Kalt und Negativ nehmen auf Wunsch Einfluss auf die Qualität sowie das Aussehen der Bilder.
Die Bildauflösung kann zwischen 3 Megapixel (2048 x 1536 Pixel) und S (160 x 120 Pixel) variiert werden. Die Qualität der Bilder lässt sich zwischen Einfach, Normal, Fein und Superfein regeln. Aufgrund des integrierten Speichers von 16 GB und des Autofokus dauert die Speicherung eines Bildes fast 4 Sekunden, zu lang für Schnappschüsse. Der Start der Kamera nimmt knapp eine Sekunde in Anspruch. Insgesamt ist die Qualität der Bilder recht gut. Die Schärfe ist zwar nicht überdurchschnittlich, die Belichtungswerte stimmen aber in den allermeisten Fällen. Bei ungünstiger Beleuchtung tendieren weiße Flächen hingegen zu einem Rotstich, dunklere Bereiche schnell zur Artefaktbildung. Nahaufnahmen gelingen dank des Makromodus recht ordentlich. Die Qualität der Bilder ist mit anderen 3-Megapixel-Kameras vergleichbar. Von den aktuellen Konkurrenzprodukten (LG, Samsung, Nokia) ist man aber durchaus besseres gewohnt.
Videos nimmt der Ameo mit einer maximalen Auflösung von 352 x 288 Pixeln auf. Als Codec kommt sowohl MP4, als auch 3GP zum tragen. Auch hier stehen die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der Kamera zur Verfügung. Geo-Tagging wird trotz des integrierten GPS leider nicht unterstützt.
Akkulaufzeit
Der mitgelieferte 2200 mAh Akku ist überraschenderweise nicht wirklich ausdauernd. Bei normaler Nutzung (kurz telefonieren, 90 Minuten Musik, ein paar Fotos und Videos sowie aktiviertem E-Mail-Push) macht er nach knapp 2 Tagen schlapp. Nach etwa 2 Stunden Dauertelefonat im UMTS-Netz bzw. 2 1/2 Stunden im GSM-Netz gehen ihm die Lichter aus. Bei dauerhafter Nutzung von A2DP hält er knapp 6 Stunden. Intensivnutzer mit aktiviertem E-Mail-Push, Bluetooth und mittlerer Telefonitis werden ihr Ameo nach etwa 10 Stunden laden müssen. Im normalen Standby (GSM) Modus und ohne daran rumzuspielen kommt man auf eine Laufzeit von etwa 6 Tagen.
Fazit
Die Ausstattung mit QWERTZ-Tastatur, 3-Megapixel-Kamera samt Autofokus, GPS, WLAN, HSDPA, VGA-Ausgang und 16 Gigabyte Speicher plus Mini-SD-Kartenslot und gigantischem 5-Zoll-Display gibt keinen Anlass zum meckern. Das mittlerweile leicht hölzern anmutenden Betriebssystem Windows Mobile 6.1 ist hingegen zweifelsohne in die Jahre gekommen, aber im Businessbereich nicht wegzudenken. Der Klang des Musicplayers ist zwar nicht überragend, kann aber durchaus für Kurzweil sorgen. Ein dickes Lob verdient sich die abnehmbare QWERTZ-Tastatur, die mit ihren großen Tasten Texteingaben deutlich beschleunigt, leider ohne Beleuchtung. Mit seinem VGA-Ausgang und der hohen Display-Auflösung vom 640 x 480 Pixel eignet sich der Ameo gut für nicht allzu anspruchsvolle mobile Präsentationen, muss sich dann aber einem Netbook geschlagen geben, zumal diese schon deutlich günstiger zu haben sind und auch über HSDPA verfügen.
Ich befürchte mal, die Zeit eines Ameo oder HTC Advantage ist abgelaufen.