Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 23.09.2010, 10:09 Punkte (6 von 10) Hits: 6198 Sprache: german
Testbericht Sony Ericsson Aspen (m1i) von mobile-reviews.de
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Onlineshops:
Kamera:
Revision: 23.09.2010
Mit dem Aspen bringt das japanisch-schwedische Joint-Venture ein Smartphone im BlackBerry-Format und mit Windows Mobile 6.5.3 auf den Markt. Zielgruppe dürfte damit der sogenannte Businessuser sein, der aber wahrscheinlich eher zum Original, dem BlackBerry Bold 9700 greifen wird. Immerhin ist es dank Quad-Band überall auf der Welt einsetzbar. Unterwegs sorgt die Unterstützung für HSDPA mit bis zu 7,2 Mbps im Download sowie der WLAN-Empfänger für eine flotte Datenübertragung. Erfreulicherweise hat Sony Ericsson auch beim Aspen nicht auf eine 3,5 mm Klinkenbuchse verzichtet. Angetrieben wird das Smartphone von einer Qualcomm® MSM7227 CPU mit 600 MHz, allerdings ruckelt es ziemlich. Bedient wird das Smartphone über den 2,4-Zoll kleinen Touchscreen und der vollwertigen Tastatur. Die Kamera löst mit 3,2 Megapixel auf, bietet keine LED und macht leidlich gute Fotos. Der integrierte GPS-Empfänger unterstützt den Nutzer bei der Navigation, sofern man eine passende Software dafür findet. Warum das Aspen weder Fisch noch Fleisch ist und sich nur über den günstigen Preis definiert, zeigt mein folgender Kurztest.
Der Aspen misst zwar nur 104 x 57 x 12 mm, bringt aber erstaunliche 130 Gramm auf die Waage. Ein BlackBerry Bold misst dabei 109 x 60 x 14 mm bei 122 Gramm. Das vergleichbare Nokia E72 ist 114 x 58 x 10 mm klein, wiegt aber auch 128 Gramm. Das schlanke Design steht dem Aspen gut. Zudem macht es einen ganz guten Eindruck, was die Verarbeitung betrifft. Positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass es aus recyceltem Kunststoff besteht und mit Lacken auf Wasserbasis eingefärbt wurde. Na ja, eigentlich kommt es ja auch nur in schwarz-silber daher. Dafür hat sich das Aspen das GreenHeart™ Logo verdient. Der Akkudeckel auf der Rückseite ist recht dünn, die extrem kleine Linse der 3,2-Megapixel-Optik wurde versenkt eingebaut und ist somit gut gegen Kratzer geschützt. Das kleine 2,4-Zoll-Display auf der Vorderseite spiegelt Fettfingerabdrücke und Sonnenstrahlen, kann aber leicht gereinigt werden. Geschützt wird es von einer dünnen Kunststoffscheibe, die nicht gegen Kratzer resistent ist! Direkt über dem resistiven Touchscreen befindet sich der Hörer.
Technik
Unter der Haube des Aspen werkelt Microsoft Windows Mobile® Professional in der Version 6.5.3. Auf eine grafisch aufwändige Oberfläche ala HTC Sense hat man hier verzichtet. Das freut den 600 MHz starken Prozessor, leider ruckelt das Aspen währen des Tests trotzdem vor sich hin. Der Touchscreen reagiert resistiv und kann nur mit dem mitgelieferten Stift vernünftig bedient werden. Die QVGA-Auflösung von 320 x 240 Pixel bei 65.536 Farben ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Grafiken und Texte wirken auf dem Bildschirm recht schwammig, zumindest im Vergleich zum BlackBerry Bold 9700. Die 3,2-Megapixel-Kamera hat keinen Autofokus und auch kein Fotolicht anzubieten. Über den Internet Explorer Mobile surft man unterwegs ähnlich wie auf einem PC. Microsofts "Office Mobile" sorgt für Zugriff auf Word, Excel und Powerpoint-Dateien. Kommunikationsseitig bietet das Aspen neben Bluetooth 2.1 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) noch eine Unterstützung für USB 2.0 und einen WLAN-Empfänger (802.11g).
Dank der Quad-Band-Unterstützung ist es weltweit nutzbar. Dabei wird der Datentransfer durch HSDPA auf maximal 7,2 Mbit/s beschleunigt. Alle Eingaben erfolgen über die recht gute QWERTZ-Tastatur oder wahlweise über den Touchscreen, auf Wunsch mit der hauseigenen Textergänzungssoftware. Programme und Daten legt der Aspen im 256 MB großen RAM bzw. im ROM ab. Der interne Speicher lässt sich dabei mit Micro-SDHC-Speicherkarten um weitere 16 Gigabyte erweitern. Für eine halbwegs annehmbare Verarbeitungsgeschwindigkeit sorgt eine CPU von Qualcomm mit 600 MHz.
Prozessor
Qualcomm® MSM7227™, 600 MHz
Betriebssystem
Windows Mobile® 6.5.3 Professional
Speicher
ROM: 512 MB,
RAM: 256 MB
Abmessungen
104 x 57 x 12 mm, 130 g
Display
2,4''-TFT-LCD Touchscreen (Diagonale 8,1 cm), 320 x 240 Pixel QVGA-Auflösung
Netz
HSDPA/WCDMA und Quadband GSM/GPRS/EDGE
Konnektivität
GPS, Bluetooth® 2.1 mit EDR und A2DP für kabellose Stereo-Headsets
Wi-Fi®: IEEE 802.11 b/g,
Micro-USB™
Multimedia
3,2-Megapixel-Farbkamera ohne Autofokus/LED
Lieferumfang
Im kleinen Karton kommt ein übersichtlicher Lieferumfang zum Vorschein. Das mitgelieferte Stereo-Headset dient in erster Linie der Kommunikation, die Klangfetischisten unter uns werden damit keine rechte Freude haben. Natürlich liefert Sony Ericsson sowohl das kleine Netzladegerät als auch ein aufsteckbares USB-Datenkabel mit. Ergänzt wird das Ganze von ein paar bedruckten Blättchen, die man keinesfalls als Anleitung bezeichnen kann. Eine MicroSD-Speicherkarte gehört wieder nicht mit zum Lieferumfang. Immerhin wurde auf die Folie zur Einkleidung des Aspen verzichtet. Statt dessen findet man eine Art "Jutebeutel", bedruckt mit dem grünen GreenHeart™ Logo.
Verarbeitung/Haptik
Die Verarbeitung des neuen Aspen ist für diese Preisklasse durchaus gut. Das kleine Smartphone besteht aus Kunststoff. Die Anschlüsse sind passgenau. Auf der linken Seite findet man den Micro-USB-Anschluss für das Ladegerät bzw. Datenkabel. An der Oberseite befindet sich die 3,5mm-Buchse für eigene Kopfhörer sowie der Ein-/Ausschalter. Das integrierte FM-Radio kann man im Betrieb laden, das Headset dient dabei als Antenne. Den Lautstärkeregler findet man dann auf der rechten Gehäuseseite.
Unterhalb des Displays haben die Designer das 5-Wege-Steuerpad sowie die Softkeys und Tasten zur Gesprächssteuerung angebracht. Die kleine mit Balken beschriftete Taste startete die Slideview-Funktion.
Die 37 Tasten des QWERTZ-Keyboards bieten einen angenehm knackigen Druckpunkt und sind gut lesbar beschriftet. Alle Drücker sind weiß beleuchtet. Die leicht knubbelig wirkenden Tasten sind dabei etwa 4,5 x 6,5 Millimeter klein und entsprechen damit in etwa denen des BlackBerry Bold 9700. Sonderzeichen wie Punkt und Komma haben eigene Tasten. Umlaute und Sonderzeichen erreicht man hingegen nur sehr umständlich. Hierzu muss man zunächst den passenden Buchstaben (also zum Beispiel dem „a“) und dann mehrfach den mit "Sym" beschrifteten Drücker in der rechten unteren Ecke. Die Volltastatur des Bold 9700 ist in der Praxis besser, weil ergonomisch gelungener.
Display
Das 3,2-Zoll große Display ist in geschlossenen Räumen oder bei mittlerem Lichteinfall in Mutter Natur zwar ausreichend hell, die geringe Displayauflösung von nur 320 x 240 Pixel kann hingegen nicht überzeugen. Schriften und Grafiken wirken zu klein und manchmal etwas verwaschen. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display des Aspen schlecht ablesbar. Die maximal mögliche Displayhelligkeit muss sich dann dem wesentlich stärkeren Sonnenlicht geschlagen geben. Zudem spiegelt die Kunststoffoberfläche sehr stark. Im Energiesparmodus schaltet sich das Display komplett ab. Aufgrund seiner resistiven Technologie reagiert der Touchscreen eher gemächlich und ziemlich indirekt.
Inbetriebnahme
Der Einbau des 1500 mAh starken Akkus, der SIM-Karte sowie der MicroSD-Speicherkarte gestaltet sich einfach. Zum Wechsel der Speicherkarte muss man aber erst den Akkudeckel entfernen. Das Aspen wird durch leichten Druck auf den Ein-/Ausschalter an der Oberseite gestartet. Windows Mobile 6.5.3 genehmigt sich dann den allseits bekannten Bootvorgang. Nach der erstmaligen Einrichtung ist das Gerät bei einem Neustart aber flott einsatzbereit. Manchmal stürzt die Software noch aus unerfindlichen Gründen ab.
Sony Ericsson Panels
Sony Ericsson hat sich auch beim Aspen wieder für den Einsatz sogenannter Panels entschieden. Diese ersetzen den üblichen Homescreen und haben teils sehr spezifische Einsatzzwecke.
Alle Versionen bietet eine nahezu vollständig individualisierbare Übersicht von Terminen, Aufgaben, Webfeeds, Uhrzeiten und vieles mehr. Leider reagieren die Panels auf dem Aspen oft etwas träge und wenn man genauer hinschaut erkennt man, dass sie offensichtlich von Spb stammen.
Die Eingabefelder und Buttons auf den jeweiligen Panels sind zwar überwiegend für die Bedienung mit den Fingern ausgelegt. Betritt man allerdings die tieferen Menü-Ebenen, so erblickt man wieder die "schnöde" Windows Mobile Struktur. So ist die Bedienung insgesamt nicht einheitlich. Ein spezieller Panel-Manager ermöglicht die Sortierung und den Download zusätzlicher Panels. Die Panels können auf Wunsch auch nach Tageszeit wechseln. So kann man in der Mittagspause sein privates Panel nutzen, während man in der Arbeitszeit eher die Business-Variante bevorzugt.
Menü/Funktionen
Da beim Aspen Windows Mobile 6.5.3 zum Einsatz kommt, muss man auch mit dem eher unübersichtlichen Startmenü Vorlieb nehmen.
Nach kurzem Druck auf die "Windows-Taste" bzw. durch den Klick auf das Windows-Icon in der Startleite kommt ein Menü mit mehr als vierzig Icons zum Vorschein.
Diese sind zwar grafisch ansprechend und ausreichend groß ausgefallen, die Listenansicht wirkt in meinen Augen aber eher unübersichtlich. Erfreulicherweise hat Microsoft einige Programme, wie zum Beispiel das Officepaket, in Ordner verschoben. Zusätzlich installierte Programme werden immer an das Ende der Liste verschoben. Man kann aber auch selber für Ordnung sorgen und die Icons umsortieren und in Ordner verbannen.
PIM/Office
Als echtes Windows Mobile Smartphone biete auch das Aspen wieder eine Vielzahl hilfreicher Programme. Neben eher allgemeinen Funktionen, wie Wecker, Rechner und Dateiexplorer gehören auch spezielle Office-Anwendungen, wie Aufgaben-, Kontakt- und Notizenverwaltung sowie ein Kalender zum Funktionsumfang. Selbst an eine spezielle YouTube-Anwendung wurde gedacht.
Natürlich fehlen auch die speziellen Office-Anwendungen (Excel Mobile, Word Mobile, Powerpoint Mobile) nicht. Excel- und Word-Dateien können sowohl angezeigt, als auch verändert werden. Powerpoint- sowie PDF-Dateien kann man dagegen nur lesen. Die Änderungen in der mit Windows Mobile 6.5 ausgelieferten Version von Mobile Word bzw. Excel sind klein aber fein. So beherrschen Word und Excel nun auch Hervorhebungen wie beispielsweise Fettschrift oder Kursivschrift. Insgesamt wurden die Funktionen des mobilen Officepaketes in Windows Mobile 6.5 optisch an Vista angelehnt.
Der Speicher für die Kontaktdatenbank wird dynamisch zugewiesen und kann daher eine Vielzahl von Einträgen und Informationsdetails aufnehmen. So kann man nahezu alle möglichen Informationsdetails eintragen (z. B. Name, Mobiltelefon, Privatnummer, Büronummer, Fax, E-Mail, Rufton sowie eine persönliche Notiz). Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert bzw. aus den Google-Kontakten übernommen und bei einem Anruf als "Vollbild" angezeigt. Kontakte werden durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben durchsucht und können nach einer Vielzahl von Kriterien sortiert und gefiltert werden.
Der Kalender stellt Termine übersichtlich in einer Wochen-, Tages- und Monatsansicht dar. Der jeweils anstehende Termin wird zudem auf dem Entsperr-Bildschirm angezeigt. Zu jedem Termin lässt sich eine Notiz eingeben. Auch wiederkehrende Termine stellen das Aspen nicht vor Probleme. Auf anstehende Einträge wird durch ein kleines Symbol in Form eines Dreiecks hingewiesen. Ganztägige Termine werden durch ein Quadrat symbolisiert. Zu jedem Termin kann eine Notiz hinterlegt werden. Auch wiederkehrende Termine stellen den Kalender des Aspen nicht vor Probleme. In der Wochen- und Tagesübersicht werden Termine durch Balken abgebildet.
Aufgaben und Notizen werden in gesonderten Anwendungen verwaltet. Dabei kann man seine Aufgaben auch in bestimmten Intervallen wiederholen lassen und ebenfalls mit Notizen ergänzen. Im Gegensatz zu den Terminen werden sie aber nicht im Kalender angezeigt. Natürlich zeigt die SMS-Anwendung die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen an. Vielschreiber können auch mehrere davon verketten.
Mit "Marketplace" greift man auf einen Online-Service zu, mit dessen Hilfe man Applikationen direkt am Aspen kaufen und installieren kann. In dieser Hinsicht bringt Windows Mobile 6.5.3 also eine deutliche Verbesserung mit sich, auch wenn das Angebot mit bis dato knapp 400 Anwendung noch recht übersichtlich ausfällt. Über den "My Phone" genannten Dienst bietet Microsoft die Möglichkeit an, die Inhalte seines Smartphones, wie Telefonbucheinträge und Co. direkt über das Mobilfunknetz auf dem aktuellen Stand zu halten.
Unterhaltung/Spiele
Der Bereich Unterhaltung und Spiele ist bei Geräten mit Windows Mobile traditionsgemäß eher unterbesetzt. Neben dem recht angestaubten "Solitär" gibt es immerhin noch zwei grafisch ansprechende Vertreter namens "EcoMate" und "Experiment 13". Java-Anwendungen und Spiele kann das Aspen auch verarbeiten. Auf dem freien Markt gibt es eine riesige Menge an Spielen und Programmen, sowohl als Free- und Shareware, als auch als Vollpreisvariante. Gute Anlaufstellen für derartige Software sind z. B. die Seiten von pocketland.de oder handango.de. Dann kann man sogar einen waschechten C64 - dank des passenden Emulators - wieder zum Leben erwecken.
Navigation/GPS
Google Maps ermittelt den aktuellen Standort im ersten Schritt über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger. Danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird dabei direkt über das Internet auf das Aspen übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Navigation ohne Sprachausgabe ist mit der neuen Version von Google Maps (online im Market verfügbar) problemlos und relativ einfach möglich. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. Der erste Satfix geht recht schnell, sofern man die passenden Daten vorher über die App FastGPS aus dem Internet herunter geladen hat.
Autos mit Wärmeschutzverglasung dämpfen den Empfang erheblich. Google Maps warnt nicht ausdrücklich vor Staus. Die zusätzlich verfügbare Ebene "Verkehr" zeigt aber die aktuelle Verkehrslage. Google Maps bietet zudem keine automatischen Alternativrouten an. Diese kann man aber manuell anfordern. Die Neuberechnung kann dann aber länger dauern. Natürlich hat man dem nüvifone A50 auch das volle Softwareangebot von Google mit auf den Weg gegeben. Neben Google-Mail & Google-Maps (mit Latitude) hat auch noch Google Talk Einzug gehalten.
Musik
Der
Musicplayer des Aspen ist optisch schlicht ausgefallen und gut bedienbar. Auf dem Display werden neben Album Cover auch Trackname sowie Interpret angezeigt. Um die maximal mögliche Soundqualität des Aspen
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie einen Creative Labs EP 630 eingesetzt.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke des Aspen reicht dazu nichts aus. Dabei beschneidet der Musikplayer die Höhen, so dass der iGrado mit dem Ausgangssignal unterfordert ist.
Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem Aspen deutlich besser zusammen, kappt aber die Höhen etwas früh. Sennheiser CX300
und Creative
Labs EP 630 sind für InEar-Fans die bessere Alternative. So liefert das Aspen zwar immer noch keinen vernünftigen Bass und kappt die Höhen, aber für ein paar Minuten Musik unterwegs reicht es aus. Equalizer-Presets sucht man leider vergebens.
Grundsätzlich kann man mit dem Sony Ericsson Aspen seine Musik auch über
A2DP und AVRCP geniessen. Über einen Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9, klingt das aber nicht so klar und bassstark wie z. B. beim Nokia 5800 XM oder Sony Ericsson BeatDJ.
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)
The Corrs
(Talk on Corners)
Songs kann man nach
einer Vielzahl an Kriterien sortieren. Neben einer Sortierung nach Interpreten, kann man sich auch nur die Alben oder Genres anzeigen lassen.
Durch die Multitasking-Unterstützung kann man seine
Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag,
spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die
Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.
Das Aspen bietet ein FM-Radio und zahlreiche Senderspeicher. Dank RDS wird der aktuelle Sendername angezeigt. Zum Betrieb muss man aber zwingend ein Headset anschließen, obwohl man den Sound dann auch über den internen Lautsprecher ausgeben lassen kann. Der Media Player ist bei Windows Mobile schon seit Jahren nahezu unverändert und ist technisch eher Standard. Die
abgespeicherten Videos werden im Vollbildmodus dargestellt, auf Wunsch sogar im Querformat. Das Aspen kann Videos in voller Displayauflösung abspielen, sofern man sie vorher ins MP4-Format konvertiert hat. Videos im DivX/XViD-Format spielt der Player nur dann ab, wenn man sie vorher auf eine Auflösung von 320 x 240 Pixel reduziert.
Klang
Der Gesprächspartner tönt während des Gesprächs recht klar und deutlich aus dem Hörer, die Kommunikationsfähigkeit des Aspen ist "gut". Nutzt man die Freisprechfunktion, kommen minimale Hall- und Kratzgeräusche hinzu. Obwohl das Aspen nur über einen einzigen Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke ausreichend, um am Arbeitsplatz als mobile Jukebox zu fungieren. Dann übersteuert er allerdings auch recht schnell. Die vorinstallierten Klingeltöne sind eher zweckmäßig statt aufregend. Die maximale Lautstärke über den Kopfhörerausgang ist wirklich ausreichend hoch.
Connectivity
Wenig überraschend, schließlich handelt es sich um ein Windows Mobile Smartphone, klappt die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) einwandfrei. Ebenfalls wenig überraschend dauert sie bei einer Vielzahl an Kontakten auch etwas länger. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte das Aspen über USB in etwa 2 1/2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang wesentlich länger.
Mit einem geeigneten Bluetooth-Headset (z. B. dem Motorola S9) steht durch A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einem kabelfreien Musikgenuss nichts mehr im Wege. Der GSM/UMTS Empfang des Quadband-Gerätes ist gut. Hier braucht er sich nicht hinter anderen Smartphones zu verstecken. Die Reichweite des WLAN-Empfängers ist gut.
Das neue Aspen nutzt den nut den Internet Explorer Mobile. Dank HSDPA surft man in akzeptabler Geschwindigkeit. Webseiten werden dabei in der Regel so wieder gegeben, wie man sie vom PC her kennt. Surfen macht auf dem 2,4-Zoll-Display aber keinen rechten Spaß. Pinch-to-zoom unterstützt das Aspen nicht.
Der eingebaute E-Mail Klient unterstützt POP und IMAP und ist auch in der Lage Postfächer mit Microsoft Exchange-Diensten zu synchronisieren. Wer über keinen Push-Dienst verfügt, kann seine E-Mails in unterschiedlichen Intervallen (von 5 Minuten bis einmal täglich) automatisiert abholen. E-Mail Push lässt sich über einen speziellen Serverdienst auf MS Exchange Basis realisieren, zieht dann aber auch an den Reserven des Akkus. Der Aspen kann auch ohne Treiber als Wechselspeicher genutzt werden, den entsprechenden Eintrag bietet er beim Anschluss an den PC an. Die Übertragungsgeschwindigkeit per USB empfinde ich als ausreichend schnell. Natürlich kann man dazu auch den Kurzstreckenfunk Bluetooth nutzen.
Kamera/Video
Die Kameraqualität ist beim Sony Ericsson Aspen schlicht nicht der rede wert. Wunder sollte man vom knapp 4 mm kleinen Objektiv der Kamera beim Aspen auch keine erwarten. Der Aspen nutzt im Kameramodus das komplette Display mit einer 81, cm Diagonalen als Sucher. Es wird also wie bei einer echten Digicam im Quermodus gehalten. In den Kameraoptionen findet man einige Einstellungsmöglichkeiten.
(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)
Auch bei guten Lichtverhältnissen wirken die Bilder unscharf und die Belichtungswerte stimmen nicht. Selbst der Weißabgleich verursacht Probleme. So haben die Bilder oft einen kleinen Rotstich. Bei schlechteren Lichtverhältnissen wirkne die Bilder trist und bei abnehmender Helligkeit werden sie mit Artefakten durchzogen. Nahaufnahmen gelingen aufgrund des fehlenden Makromodus nicht. Die Qualität der Bilder ist nicht mit anderen 3-Megapixel-Kameras vergleichbar. Gerade von den eigenen Produkten aus dem Hause Sony Ericsson ist man mehr gewohnt. Videos nimmt der Aspen mit maximal 320 x 240 Pixel auf. Dabei kommt sowohl der MP4 als auch 3GP zum Einsatz.
Akkulaufzeit
Der mitgelieferte 1500 mAh Akku erledigt seine Aufgabe unter normalen Bedingungen (15 Minuten am Tag telefonieren, 45 Minuten Musik, ein paar Fotos und Videos sowie bei deaktiviertem E-Mail-Push) etwa 3 Tage lang. Selbst Intensivnutzer mit zwanghafter Telefonitis werden einen Arbeitstag von 10 Stunden überstehen. Nutzt man das kleine Smartphone - warum auch immer - als Navigationshilfe, sollte man sich aber trotzdem ein Auto-Ladekabel beschaffen, das eingeschaltete GPS zieht am Akku. Die maximale Gesprächszeit im UMTS-Netz beträgt knapp 7 Stunden, im GSM-Netz fast 9 Stunden.
Videotest
Fazit
Auf der Habenseite steht eine problemlose Synchronisation mit Firmennetzwerken und die umfangreiche Kontakt- und Aufgabenverwaltung. Da kann nur ein BlackBerry mithalten. Der hat zudem die bessere Tastatur und Verarbeitung, ist preislich aber nicht so attraktiv. Irgendwie versucht das Aspen, es den potentiellen Blackberry-Kunde recht zu machen. Leider scheitert das an der unausgegorenen Bedienung. Die sogenannten Panels sind zwar recht übersichtlich, leider auch etwas träge. Die Tastatur ist nicht schlecht, kann aber nicht gegen den BlackBerry Bold 9700 bestehen. Windows Mobile 6.5.3 kann man auf dem Aspen leider auch nur mit dem Stift halbwegs gut bedienen. So kann nur der günstige Preis überzeugen.