Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 10.05.2011, 11:05 Punkte (9 von 10) Hits: 4791 Sprache: german
Testbericht Sony Ericsson Arc von mobile-reviews.de
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Revision: 10.05.2011
Mit dem Sony Ericsson Arc stellt das japanisch-schwedischen Joint Venture den Nachfolger des X10i vor. Technisch kann er durchaus beeindrucken. Auf der Basis des aktuellen Android 2.3.2 kommt wieder eine erweiterte Benutzeroberfläche mit Timescape zum Einsatz. Mediascape wurde ersatzlos gestrichen! Diese beiden Anwendungen verschaffen dem Besitzer den Überblick über sein soziales Netzwerk sowie seine Multimedia-Dateien. Das Xperia Arc wird von einem 1 GHz schnellen Snapdragon-Prozessor angetrieben. Das 4,2-Zoll Display mit WVGA-Auflösung erscheint einem wie eine riesige Spielfläche, hier kommt erstmalig die von den gleichnamigen Flachbildschirmen bekannte Bravia-Engine von Sony zum Einsatz. Wer mag, kann alle Ihalte über das mitgelieferte HDMI-Kabel auch direkt auf seinem Fernseher begutachten. Aber schon das brillinate Display macht wirklich Spaß und konnte mich voll überzeugen. Aber nur solange, bis die Sonne schien :D Die Kamera löst wieder mit 8,1 Megapixel auf, hat einen Autofocus sowie eine LED zur Beleuchtung dunkler Motive. Das Arc versteht Multi-Touch-Gesten und kann Webseiten mit Adobe Flash darstellen. Wie sich das sehr große, dafür aber auch dünne Smartphone im Test geschlagen hat, lesen sie am besten im Anschluss.
Das Sony Ericsson Arc misst 125 x 63 x 9 mm und bringt trotzdem nur 117 Gramm auf die Waage. Damit es zwar nicht gerade ein kleiner Vertreter seiner Art, aber im Vergleich zu anderen Smartphones dieses Kalibers trotzdem sehr leicht und das große 4,2-Zoll-Display will ja auch untergebracht werden. Insgesamt tritt es eher unaufdringlich in Erscheinung, sieht man mal vom gebogenen und leicht irisierenden Akkudeckel ab. Auf den ersten Blick macht es - vielleicht aufgrund des geringen Gewicht - zumindest im Verhältnis zur Größe - einen nicht so hochwertigen Eindruck. Das ändert sich aber auf den zweiten Blick. Mangels vollwertiger Tastatur kommt beim Arc eine virtuelle Tastatur zum Einsatz. Ab Werk befindet sich die topaktuelle Version 2.3.2 von Android™ auf dem Gerät. Funktionell wurde sie von Sony Ericsson um Timescape und ein anderes Menü erweitert. Die Verarbeitung des Smartphones ist trotz den hohen Kunststoffanteil ohne Fehl und Tadel, der extrem dünne Akkudeckel kann mich da nicht so ganz überzeugen..
Die Rückseite des Arc besteht ausschließlich aus diesem geschwungenen Deckel (daher der Name Arc - "Bogen"). Dadurch passt sich das Smartphone auch in der Hosentasche sehr gut an den Körper, sprich die rückseitigen Rundungen an. Ein leichtes Knarzen entlockt man dem Arc nur unter hohem Druck. Die Verarbeitung bekommt daher auf jeden Fall die Note "gut". Die 8,1-Megapixel-Optik auf der Rückseite ist recht gut gegen Kratzer geschützt, sie wurde in den Akkudeckel eingelassen. Staubpartikeln finden aber dennoch den Weg auf das kleine Objektiv. Das Arc fühlt sich trotz des mit 1 GHz getakteten Snapdragon-Prozessors nicht ganz so agil an wie das LG Optimus Speed. Man merkt halt, dass es sich nicht um einen Dual-Core Prozessor handelt. Dies aber nur im direkten Vergleich. Android™ wurde für eine "Einhand-Bedienung" ausgelegt und das klappt auch beim Arc sehr gut. Obwohl die Wege mit dem Daumen aufgrund des großen Displays recht lang werden können. Der kapazitiv reagierende Touchscreen versteht sich mit Multi-Touch-Gesten und pinch-to-zoom.
Neben der üblichen Zehnertastatur im Telefonmodus gibt es auch noch ein QWERTZ-Design bei der alle Symbole auf mehrere Ebenen verteilt wurden. Im Vertikalmodus sind die Tasten naturgemäß deutlich kleiner als im Querformat (Landscape). Die Bedienung geht mindestens genauso flott von der Hand wie auf anderen Smartphones. Die Textergänzungssoftware liefert deutlich zuverlässigere Ergebnisse als auf dem Apple iPhone. Vielschreiber werden mit der Bildschirmtastatur vielleicht nicht ganz zufrieden sein, die haptische Rückkoppelung ist nicht optimal. Für SMS oder ein paar E-Mails zwischendurch reicht sie aber vollkommen aus. Umsteiger vom iPhone benötigen wahrscheinlich zunächst wenig Übung, da man die Tasten ziemlich mittig treffen muss. Ich jedenfalls musste mich leicht umstellen.
Zur Anbindung an den PC oder Mac nutzt das Arc den gewohnten Micro-USB-Anschluss, angebracht auf der rechten Seite. Dieser ist nicht gegen Staub geschützt. Direkt darunter befinden sich die beiden Drücker zur Lautstärkeregelung sowie ein eigener Kameraauslöser. Für den Auslöser der Kamera braucht man allerdings eher filigrane Finger. Er ist sehr klein ausgefallen und will mit Nachdruck bedient werden. Er steht also sozusagen auf Druck :D Den 3,5 mm-Klinkenanschluss für eigene Kopfhörer findet man auf der linken Seite. Auf der Oberseite haben die Designer Platz für den Micro-HDMI-Ausgang samt fummeliger Abdeckung gegen Staub sowie für den extrem kleinen Ein- und Ausschalter gelassen. Der runde Knopf wurde zudem ins Gehäuse versenkt. Das ist praktisch, wenn man Fehleingaben verhindern will. Da er gleichzeitig aber sehr klein ist, gestaltet sich auch das absichtliche Drücken nicht ganz so einfach.Will man die Speicherkarte wechseln - das Arc versteht sich auch mit 32GB Micro-SDHC-Karten – so muss man leider den Akkudeckel samt Akku entfernen.
Unterhalb des Touchscreens befinden sich drei Android-typische Tasten. Ein kurzer Druck auf die mit vier Linien gekennzeichnete Taste bringt ein kontextsensitives Optionsmenü zum Vorschein. Der mit einem Pfeil gekennzeichnete Drücker löscht Eingaben bzw. springt einen Menüeintrag zurück. Die von anderen "Androiden" bekannte Suchen-Taste hat Sony Ericsson eingespart, kein echter Verlust. Auf spezielle Tasten zur Gesprächssteuerung Sony Ericsson wieder verzichtet, so kann man Gespräche leider nur über die virtuelle Tastatur annehmen bzw. beenden. Ach ja, der mit einem Haus versehene Drücker bringt einem in den mittleren der insgesamt fünf Homescreens.
Größenvergleich (iPhone 4, Sony Ericsson Arc, LG P990 Optimus Speed)
Das Sony Ericsson Arc ist deutlich größer als ein Apple iPhone, das LG P990 ist aber noch etwas größer.
Technik
Sony Ericsson Arc
Samsung Galaxy S
HTC Desire HD
LG P990 Optimus Speed
Display/Auflösung
4,2 Zoll, Reality Display with Sony Mobile BRAVIA®, 854 x 480 Pixe
4 Zoll, S-AMOLED,800 x 480 Pixel
4,3 Zoll, Super LCD, 800 x 480 Pixel
4 Zoll, SLCD, 800 x 480 Pixel
Prozessor
Qualcomm Snapdragon MSM8255 mit 1 Gigahertz Taktfrequenz
Samsung-Intrinsity S5PC110 mit 1 Gigahertz Taktfrequenz
Qualcomm Snapdragon QSD8255 mit 1 Gigahertz Taktfrequenz
Nvidia Tegra 2 (Dual Core) mit 1 Gigahertz Taktfrequenz
Grafik
Adreno-205 GPU
PowerVR SGX540
Adreno-205 GPU
GeForce ULP
Arbeitsspeicher
512 Megabyte
512 Megabyte
768 Megabyte
512 Megabyte
integrierter Speicher
./.
8 GB / 16 GB
./.
8 GB
Speicher erweiterbar
microSD-Karten
microSD-Karten
microSD-Karten
microSD-Karten
Funkunterstützung
WLAN b,g,n / Bluetooth 3.0 EDR / GPS
WLAN b,g,n / Bluetooth 3.0 EDR / GPS
WLAN b,g,n / Bluetooth 2.1 EDR / GPS
WLAN b,g,n / Bluetooth 3.0 EDR / GPS
Kamera
8 MP
5 MP
8 MP
8 MP
Betriebssystem
Android 2.3.2
Android 2.2
Android 2.2
Android 2.2
Multimedia-Unterstützung
Flash Player / HTML 5
Flash Player / HTML 5
Flash Player / HTML 5
Flash Player / HTML 5
Anschlüsse
microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker
microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker
microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker
microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker
Maße
125 x 63 x 9 mm, 117 Gramm
123 x 64 x 10 mm, 120 Gramm
123 x 68 x 12 mm, 164 Gramm
126 x 64 x 11 mm, 139 Gramm
Technisch hat das Arc eine ganze Menge auf dem Kasten. Der sehr große 4,2-Zoll-Touchscreen verwendet keine AMOLED, ist daher nicht so leuchtstark, durch die Bravia Engine von Sony kommen die Farben aber sauber und recht kräftig rüber. Die physikalische Auflösung des Displays beträgt 480 x 854 Pixel (WVGA). Mit seinen knapp 16 Millionen möglichen Farbkombinationen gehört das Display zu den farbenprächtigsten Vertretern seiner Art. Der kapazitiv ausgelegte Touchscreen reagiert sehr zügig auf Eingaben.
Das Kameraobjektiv bringt 8,1 Megapixel auf den Sony Exmor R Sensor und gehört damit zur Spitzenliga. Sony Ericsson hat auch an einen Autofocus und an eine leuchtstarke LED gedacht. Videos nimmt die Kamera mit maximal 720 x 480 Pixel auf. Neben einem MP3-Player bietet das Arc natürlich auch einen Videoplayer und ein FM-Radio. Dank Quadband (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den UMTS Datenturbo HSDPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Wer darauf angewiesen ist, kann sein Arc über Bluetooth (2.0) und WLAN b/g/n bzw. USB mit seinem PC oder Mac verbinden. Das Smartphone wurde durch Sone Ericsson "in seinen Rechten" beschnitten und wird ohne sogenannte "Root"-Rechte ausgeliefert. Das hat zur Folge, dass manche Programme nicht auf alle Funktionen und ein Dateimanager nicht auf das komplette Dateiverzeichnis zugreifen kann. Da geht es den Benutzer von Android-basierten Smartphones ähnlich, wie den iPhone-Jüngern ohne Jailbreak. Wer solche Rechte braucht, sollte sich einfach OneClickRoot auf dem PC installieren.
Lieferumfang
Zum Lieferumfang des knapp 430 € (Internet) teuren Smartphones gehören neben einer 8 GB großen MicroSD-Speicherkarte auch ein überzeugendes Stereo-Headset, eine Bedienungsanleitung, ein Reiseladegerät mit abnehmbaren Daten-/Ladekabel und ein Micro-HDMI-Kabel für die Ausgabe auf einen Flachbildschirm in Full-HD!
Display
Das Display löst mit 480 x 854 Pixel auf und stellt Texte, Grafiken und Videos kontraststark nicht zuletzt dank der bekannten Bravia-Engine von Sony dar. Ich habe den Eindruck, dass gerade die Darstellung von Fotos durch diese abschaltbare Engine profitieren und so noch brillanter, die Farben noch intensiver wirken. Trotzdem kommt das Display nicht ganz an die Brillanz eines AMOLED von Samsung heran und auch die Ablesbarkeit ist nicht so gut, wie auf einem IPS-Display von Apple. Die Displayhelligkeit kann beim Arc manuell an die jeweiligen Lichtverhältnisse angepasst werden. Gerade bei Neonbeleuchtung kommt es zu einem leichten Flackern der Wiedergabe - das fällt insbesondere in weißen Bereichen auf. Erhöht man die Helligkeit so verschwindet es wieder. Der Lagesensor dreht nahezu ohne Verzögerung die Anzeige um 90 Grad, sobald das Handy gedreht wird und der Annäherungssensor deaktiviert das Display, wenn das Gerät an das Ohr gehalten wird.. Eine Status-LED auf der rechten Gehäuseseite - über der Micro-USB-Buchse - informiert über entgangene Anrufe, SMS oder Termine. Liegt das Gerät auf dem Tisch, kann man die LED nicht wirklich gut erkennen. Sie hätte definitiv auf die Frontseite gehört. Dank des integrierten Lagesensors dreht sich der Bildschirminhalt um 90 Grad mit. Das Display weist schon in geschlossenen Räumen eine recht starke Spiegelung auf. Bei direkter Sonneneinstrahlung büßt das Display seine Ablesbarkeit deutlich ein.
Menü/Bedienung
Die Android™ Benutzeroberfläche wurde lediglich mit Timescape versehen. Diese Anwendung erlaubt dem Besitzer einen Überblick über sein soziales Netzwerk.
Beim Arc bilden insgesamt fünf unterschiedlich konfigurierbare Bildschirme die Schaltzentrale, in der sich jeder austoben kann wie er mag. Zumindest was die Anzahl und Positionierung von Widgets angeht. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um kleine Helfer in Form von Kalendern und Playern. Zur Auswahl stehen dabei
analoge und digitale Zeitmesser, eine Kalenderübersicht oder der Musicplayer, der den gerade aktuellen Titel anzeigt und die Steuerung der Songs erlaubt. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Widgets ist recht groß und kann über den Android™-Market noch erweitert werden. Selbst eine wunderschön animierte Wettervorhersage, die ihre Daten aus dem Internet empfängt, steht zur Auswahl. Neben den aktiven Widgets kann man auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, zum Browser oder den installierten Programmen erstellen. Dazu muss man nur das entsprechende Icon oder Widget per drag & drop auf einen beliebigen Startbildschirm ziehen, loslassen und fertig. Auch Verknüpfungen zu Playlisten und Lesezeichen kann man sich so einrichten.
Das eigentliche Hauptmenü erreicht man durch Druck auf das mit zahlreichen Quadraten versehene Icon. Dann kommt die von Sony Ericsson bekannte und horizontal scrollbare Ansicht, ähnlich wie beim Apple iPhone, zum Vorschein. Man kann sie aber auch alphabetisch, nach den am häufigsten genutzten Apps oder nach eigenem Gutdünken sortieren. Seit Android 2.1 gehören auch animierte Live-Hintergrundbilder zum Repertoire. Das sind Hintergründe, die in Echtzeit animiert werden. So kann man sich eine kleine Galaxie auf sein Arc holen oder aber einen Gartenteich oder andere ausgefallene Variationen.
Anwendungen/MARKET
Die Anzahl der vorinstallierten Programme ist bei "Androiden" eigentlich recht übersichtlich. Das macht auch das Sony Ericsson Arc keine Ausnahme. Die vorinstallierten Anwendungen reichen aber aus, um den täglichen Bedarf abzudecken. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch einen Taschenrechner sowie eine Uhr mit Weckfunktion. Selbst Microsoft Office Dokumente kann man sich auf dem Arc anzeigen lassen. Neben einer Synchronisierungsmöglichkeit per Microsoft Active Sync über den Webanbieter Moxier bzw. dem Sony Ericsson Sync findet man auch einen Instant Messenger von Google sowie einen Facebook-Client. Weitere Programme, wie eine vernünftige Aufgaben- oder Notizverwaltung kann man sich im Android™-Market herunter laden. Hier gibt es neben echten Perlen, wie zum Beispiel einem kostenlosen Programm für zeitgesteuerte Profile, auch eine Menge recht zweifelhafter Programme.
Im Market werden Anwendungen vorab grundsätzlich nicht durch Google übergeprüft, dies bleibt dann dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist. Mittlerweile gibt es auch Alternativen zum offiziellen Android™-Market, erwähnenswert ist da zum Beispiel das App Center. T-Mobile selber bietet einen speziellen App-Advisor an, in dem Neuvorstellungen präsentiert werden.
Navigation/GPS
Das Arc ist mit einer internen GPS-Antenne ausgestattet. Dank der sehr üppigen Displaydiagonale eignet es sich sehr gut als Navigationssystem. Eine spezielle Software findet man allerdings dafür nicht Dafür wurde das übliche Google Maps Navigation installiert. Aktualisiert man das Google Maps über den Market mit einem speziellen Plugin, dann steht einem auch eine sprachgeführte Navigation zur Verfügung.
Das jeweilige Kartenmaterial wird über eine bestehende Internetverbindung herunter geladen. Wer also nicht über ein entsprechendes Datenpaket oder eine Flatrate verfügt, sollte aufpassen. Die iegen Position ermittelt Google Maps zunächst über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger, danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung. Wer die Zieladresse nicht selber eingeben will, kann sie auch per Spracherkennung einsingen. Das bekommt der Spruch "er kann seinen eigenen Namen singen und tanzen "doch gleich eine sinnvolle Bedeutung :D Die Ansagen der Software sind klar und deutlich und kommen - zumindest wenn man nicht mit Tempo 200 über die Autobahn fährt - zur rechten Zeit. Neben der üblichen Kartenansicht lassen sich diverse zusätzliche Ebenen einblenden. So steht einem zum Beispiel die aktuelle Verkehrslage oder eine Satelittenansicht der echten Umgebung zur Verfügung.
PIM/OFFICE
Die Kontaktverwaltung wurde wieder in Timescape integriert. Die Einträge werden dabei alphabetisch sortiert. Jedem Kontakt kann man ein individuelles Bild zuordnen oder sie eben in Gruppen zusammen fassen. Seine Lieblingskontakte finden in den Favoriten Platz. Kontaktdetails kann der User dann nachträglich hinzufügen. Dazu gehören auch Verknüpfungen zu den beliebten "Social Networks" wie Facebook oder dem Bilderdienst Flickr. Zusätzlich kann man zahlreiche Informationsdetails wie Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, Anruferbild und mehr hinterlegen. Hat man einmal einem Konto ein Foto zugewiesen, versucht das Arc diesen Kontakt auf anderen Bildern zu identifizieren. Erkennt es ihn wieder, werden sie den entsprechenden Kontakten zugeordnet.
Der Kalender entspricht dem Android-Standard. Er zeigt neben einer Tagesagenda auch eine Monats- und Tagesansicht. Die Übersicht verliert man so also auf keinen Fall. Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, der wird die Wiederholungsfunktion zu schätzen wissen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe nicht berücksichtigt. In der Monatsübersicht wird die Dauer eines Termins durch einen entsprechend langen grünen Balken dargestellt. Dreht man sein Smartphone ins Querformat, dann dreht sich auch der Bildschirminhalt, folglich natürlich auch der Kalender mit.
Wer seinen Kalender bei Google pflegt, kann auf dem Arc auch mehrere davon verwalten.
Musik
Der
MP3-Player des Arc ist optisch schlicht und dennoch sehr edel ausgefallen. Drei virtuelle Tasten steuern den Player. Neben dem "Album Art" stellt der Player natürlich auch noch den Tracknamen sowie den Interpret dar. Auch die zuletzt hinzugefügten Stücke sowie Favoriten tauchen hier auf. Wer mag bekommt hier auch Zugang zu Play-Now, dem Online-Shop von Sony Ericsson. Aktuelle Top-Titel sind dann nur einen Tastendruck und ein paar Euro entfernt. Drückt man auf den "Mehr"-Button, so erscheinen vorsortierten Listen, die die Multimediainhalte nach Kriterien, wie Titel, Genre, Podcasts oder Hörbüchern sortieren. Drückt man dann länger auf den gerade ausgewählten Titel, so zeigt das Arc das entsprechende Coverart an. Tippt man wiederum das Coverart an, erscheint eine Liste aller Titel. Wählt man nun das Symbol mit der liegenden Acht aus (Infinity-Symbol), so kann man über die Google-Suchfunktion nach allem suchen, was mit diesem Titel oder der Band zu tun hat. Um die bestmögliche Soundqualität des Arc
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Weder reicht beim Arc die maximale Lautstärke noch ist das Ausgangssignal qualitativ gut genug, den Einsatz des recht großen iGrado zu rechtfertigen. Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem Arc deutlich besser zusammen, kappt die Höhen aber früh, immerhin unterstützt er die Bassausgabe. Wer InEars mag, für den sind der Sennheiser CX300 sowie der ähnlich klingende Creative
Labs EP 630 gute Alternativen. So liefert das Arc genügend Bass, auch wenn das noch leicht zu Lasten der Höhen geht.
Dank des Equalizers mit seinen zahlreichen Presets (Jazz, Rock, Pop, Klassik, etc.) kann man dieses Manko aber leicht ausgleichen.
Grundsätzlich könnte man über das Sony Ericsson Arc seine Music auch über
A2DP und AVRCP anhören. Ein guter Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel der Motorola S9, erhöht die Soundqualität maßgeblich. Leider geht das stark zu Lasten des Akku. Insgesamt betrachtet klingt das Arc nicht annähernd so klar und bassstark wie ein Nokia 5800 XM oder BeatDJ. Mehr als die Note "Befriedigend" sitzt da nicht drin.
Aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - folgende Alben während des Test
zu Einsatz:
Sarah Brightman
(Symphony)
SITD:
(Rot)
OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)
The Corrs
(Talk on Corners)
Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden. Zur Sortierung der Songs dienen Reiter für Interpreten, Alben, Komponisten oder Genres. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag,
spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die
Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.
Das Arc bietet ein FM-Radio mit mehreren Senderspeicherplätzen. Zum Betrieb muss allerdings zwingend ein Headset angeschlossen werden, dann kann man den Sound auch über den internen Lautsprecher ausgeben, allerdings viel zu leise. Über die App Medienserver (DNLA) kann man seine Dateien dann auf der heimischen Multimediaanlage oder den entsprechend ausgerüsteten Flachbildschirm ausgeben.
Der Video-Player spielt die
abgespeicherten Videos im Vollbildmodus ab, auf Wunsch im Querformat und mit einer maximalen Auflösung von 720p. Die Videos werden allerdings auf die Bildschirmauflösung herunter skaliert. Neben den üblichen MPEG4-Videos mit H.264-Codec und Windows Media Video (WMV) kann der Player leider weder DivX/Xvid noch MKV abspielen. Die Videos können auch per HDMI auf einen Flachbildschirm ausgegeben werden, sogar mit 1080p. Sony Ericsson legt seinem Arc gleich das passende Kabel dazu.
Klang
Hier spielt das Arc aber einen bauartbedingten Vorteil aus, durch die gewölbte Rückseite wird der Klang des Lautsprechers von einer Tischplatte reflektiert und ist zumindest laut genug. Der Klang des Musikplayers ist hingegen mehr als gut. Zumindest dann, wenn man einen externen Lautsprecher oder gute Kopfhörer nutzt. Die mitgelieferten Exemplare sind da nur durchschnittlich. Die Höhen klingen zwar etwas beschnitten, dafür werden aber die Mitten und gerade Bässe betont. Den Klang kann man aber über die zahlreichen Equalizerpresets angleichen. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch kein Problem. Während eines Gesprächs werden die Stimmen leicht blechern wieder gegeben, das wurde von mir aber nicht als störend empfunden. Kein Hintergrundrauschen beeinflusst die Qualität der Gesprächsübertragung. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne können durch eigene MP3 ersetzen. Insgesamt bekommt das Arc daher ein "gut".
Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)
Das Arc funkt über Quadband / UMTS und nutzt zur Datenübertragung HSDA und WLAN b/g/n. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt. Flash-Animationen werden ebenfalls abgespielt. Wer also aufwändige Flashanimationen oder Spiele liebt, gelegentlich mal Online-Videos ansehen will, der wird mit dem Sony Ericsson Arc sicher glücklich. Für den Internetzugang steht neben HSDPA aber auch WLAN nach dem b/g/n-Standard zur Verfügung. Die Datenübertragung ist sowohl per Bluetooth 2.1 als auch per USB 2.0 möglich. Bilder und HD-Videos werden entweder per DLNA oder über den Micro-HDMI-Ausgang auf den Fernseher übertragen.
Zubehör erkennt das Arc selber und kann dann sogar ein frei wählbares Programm starten. Schließt man beispielsweise den Kopfhörer an, so kann man direkt auch den Musikplayer starten lassen.
Von der Geschwindigkeit her kann der Browser problemlos mit allen anderen Browser mitziehen. Da das Arc sich sowohl mit Multi-Touch als auch mit den bekannten Spreiz-Gesten versteht, ist die Navigation innerhalb von Webseiten kein Problem. Natürlich dreht sich der Browserinhalt automatisch um 90 Grad mit.
Der Browser basiert technisch wieder auf der bekannten Webkit-Engine und ist sehr schnell. Die Textwiedergabe ist scharf und das Rendering der Seiten geht sehr schnell und ohne messbare Verzögerungen. Der Aufbau der Startseite von mobile-reviews.de mittels UMTS war nach knapp 20 Sekunden erledigt, über WLAN n war die Seite nach nur 11 Sekunden fertig. Der Browser kann natürlich auch mehrere Webseiten gleichzeitig darstellen. Alle geöffneten Webseiten werden dann in einer Übersicht abgebildet. Der Pop-Up-Blocker verhindert das Öffnen von unerwünschter Werbung, wobei die mittlerweile ja häufig direkt in die Webseite integriert ist :D Bei aktiviertem Flash-Plugin (Adobe Flash 10.1) surft man auf flashlastigen Webseiten aber etwas gemächlicher, da diese in der Regel recht groß sind.
Wer gerne und viel mailt, dem bietet Android zur Kommunikation per E-Mail zwei verschiedene
Clients an. Einen für
Google Mail und eine normale Mail App für die übrigen
Konten.
Meldet man sich auf dem
Smartphone mit seinem Google-Konto an (das ist schon länger keine Voraussetzung für die Nutzung mehr), wird das dazugehörige
Mailkonto automatisch
in Google Mail synchronisiert.
Weitere Google-Konten muss man aber manuell über "Konten und Synchronisierung" hinzufügen.
Google hat seinen eigenen Mail-Client natürlich
perfekt auf die Zusammenarbeit
mit seinem Online-Mail-Dienst
abgestimmt. So kann man seine Googlemail-Nachrichten mit sogenannten Labels (Schlüsselwörtern) versehen, sie danach entsprechend sortieren und als Favorit oder als Spam
einordnen. Dabei fasst eine spezielle Thread-Funktion
Mails auf Wunsch auch zusammen.
Neue Meldungen gelangen
ohne merkliche Verzögerung per
Push (bzw. IMAP Idle) auf das LG Optimus Speed. Das LG signalisiert eingehende Nachrichten per Vibration oder Ton und optisch in der Statusleiste. Andere
Exchange-, IMAP- doer POP-Konten richtet man hingegen im Standard-Client namens "E-Mail" ein. Dabei ähnelt leider nur die Optik dem übersichtlicheren Google
Mail. Funktionen wie
Labels und Threads fehlen komplett. Zudem kann man - abgesehen vom Eingangsordner - keine anderen Ordner abonnieren. Auch kann man seine E-Mails nicht
durchsuchen. Ältere E-Mails muss man zudem manuell nachladen. Zu allem Übel geht selbst das nur in kleinen 25-Schritten. Der Online-Sync mit Google klappt daher deutlich besser.
Wer einen Microsoft Exchange Server nutzt, kann diesen - im Internet auch kostenlos verfügbaren Dienst - erst einmal nicht auf seinem Optimus Speed weiter in Anspruch nehmen. Es fehlt schlicht an der passenden Software. Wer mag kann seine E-Mails aber manuell oder automatisch in fest vorgegeben Zeiträumen (mindestens alle 5 Minuten) über IMAP oder POP einsammeln. Anhänger von Microsoft Outlook werden nur mit zusätzlicher Software auf dem PC bzw. Mac Anschluss an die heimische Kontaktdatenbank/Kalender finden. Freunde schneller Kommunikationswege nutzen "Google Talk" als Instant Messenger. Durch die Bildschirmtastatur ist der Optimus Speed zwar nicht unbedingt für eine umfangreiche Kommunikation geeignet, die Tasten reichen aber für kürzere "Wortwechsel" aus.
Kamera/Video
Die Kamera des Sony Ericsson Arc macht Bilder mit einer Auflösung von 8,1-Megapixel und wird über die seitliche Kamerataste gestartet. Das dauert etwa 2 Sekunden und dürfte nur knapp für spontane Schnappschüsse ausreichen. Nach einer weiteren Sekunde sind die Bilder dann bereits "im Kasten" müssen dann aber noch auf die Speicherkarte übertragen werden. Dieser Vorgang nimmt nochmals eine Sekund ein Anspruch. Die Einstellungen der Kamerasoftware sind sehr umfangreich und bieten eine Menge Spielraum für Optimierungen.
Zunächst wären da die drei unterschiedlichen Aufnahmemodi (Normal, Motiverkennung, Lächelerkennung), zudem kann man die Auflösung variieren und den Touch-Fokus aktivieren, Dabei stellt sich dann der gewählte Teil des Bildes scharf.
Unterschiedliche Szenemodi, wie Dokument, Landschaft, Nachtporträt, Nachaufnahme, Porträt, Sport, Strand und Schnee sorgen für an die jeweils vorherrschenden Lichtverhältnisse optimierte Bilder. Ein Selbstauslöser erlaubt auch Singles Bilder der eigenen Person. Der LED-Blitz ist für Aufnahmen in Dunkelheit bis zu etwa 2 Meter gut. Belichtungskorrektur und Weißabgleich gehen für eine Handykamera voll in Ordnung, die Bilder werden aber etwas zu hell abgebildet. Zittrige Hände werden sicher über den softwareseitigen Bildstabilisator freuen und per Geo-tagging kann man seine Freunde neidvoll ans seinen Urlaubsbildern aus der Karibik teilhaben lassen.
Alle Einstellungen sind über Icons bzw. über die kontextsensitive Hardware-Taste aufrufbar. Die automatische Erkennung regelt eine Vielzahl von Einstellungen voll automatisch und reicht in der Praxis aus. Die letzten fünf Bilder und Videos werden über kleine Pictogramme am unteren Bildschirmrand angezeigt und können direkt aufgerufen werden. Da die Auflösung recht hoch ist, kann man über die übliche pinch-to-zoom Geste mittels Daumen und Zeigefinger herein und heraus zoomen.
Die eingebaute Videokamera nimmt Videos in HD mit bis zu 720p auf und bietet fast die gleichen Einstellungsmöglichkeiten, wie im Kameramodus.
(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)
Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, eine handvoll Push-Mails,
90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku mit seinen 1500 mAh knapp zwei Arbeitstage. Die maximale Sprechzeit betrug im Test immerhin 5:30 Stunden, wer per WLAN/UMTS surft kann sein Arc etwas 6 Stunden nutzen. Nach nur knapp 1:30 Stunden ist der Akku wieder voll aufgeladen. Ein dauerhaft aktivierter WLAN-Empfänger hat auf die Akkulaufzeit nur dann Einfluss, wenn sich das Arc nicht im Standby-Modus befindet. Intensivnutzer mit ausgeprägter Telefonitis und E-Mail-Push werden ihr Schmuckstück am Abend laden müssen.
Videotest
Fazit
Das Arc ist ein sehr schnelles Smartphone. Es kann sowohl als mobiles Office als auch als Videoplayer oder MP3-Player genutzt werden.
Dank des eingebauten GPS-Empfängers kann man das Arc auch prima als Navigationshilfe einsetzen. Dank des Betriebssystems Android hat man Zugriff auf eine schier unerschöpfliche
Zahl von Anwendungen und Spielen. Die Kamera liefert sehr gute Ergebnisse ab. Für knapp 430 Euro bekommt man ein zwar gut verarbeitetes Smartphone, leider aber nur aus Kunststoff. Sony Ericsson hat dennoch aus seinen Fehlern beim X10 gelernt. Meine Empfehlung! Schneller ist zurzeit nur das LG P990 Optimus Speed, aber das Samsung Galaxy S II lauert ja schon in den Startlöchern.