Sony Ericsson Arc S


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 15.02.2012 12:05h
Punkte   (8 von 10)
Testbericht Sony Ericsson Arc von mobile-reviews.de

Mit dem Sony Ericsson Arc S stellt das japanisch-schwedischen Joint Venture den Nachfolger des Arc vor. Auf der Basis von Android 2.3.5 ist das Arc eine schnellere Variante seines Vorgängers mit der bekannten Benutzeroberfläche samt Timescape.  Das Xperia Arc S wird von einem 1,4 GHz schnellen Prozessor angetrieben. Das 4,2-Zoll Display mit WVGA-Auflösung ist farbstark und im Vergleich zu anderes Smartphones recht groß. ZUdem  kommt wieder die von den gleichnamigen Flachbildschirmen bekannte Bravia-Engine von Sony zum Einsatz. Wer mag, kann alle Inhalte über HDMI direkt auf seinem Fernseher übertragen.  Die Kamera löst wieder mit 8,1 Megapixel auf, hat einen Autofocus sowie eine LED zur Beleuchtung dunkler Motive. Das Arc S versteht sich mit Multi-Touch-Gesten und der Browser kann Webseiten mit Adobe Flash abspielen. Wie sich das Arc S im Test geschlagen hat, lesen sie im Anschluss.


Design/Haptik/Verarbeitung


(Mehr Bilder nach dem Klick)

Das Sony Ericsson Arc S misst 125 x 63 x 9 mm und bringt trotzdem nur 117 Gramm auf die Waage, es ist damit exakt gleich groß und schwer wie das Arc. Damit zählt es also nicht zu den kleinsten Vertreter seiner Art, im Vergleich zu anderen Smartphones dieses Kalibers ist es aber trotzdem sehr leicht und das große 4,2-Zoll-Display will ja auch untergebracht werden. Auf den ersten Blick macht es - vielleicht aufgrund des geringen Gewicht einen nicht so hochwertigen Eindruck. Die Verarbeitung des Smartphones ist trotz den hohen Kunststoffanteil ohne Fehl und Tadel, der extrem dünne Akkudeckel kann da aber nicht so ganz mithalten. Die Rückseite des Arc besteht ausschließlich aus einem begogenen  Akkudeckel (daher der Name Arc - "Bogen"). Dadurch schmiegt sich das Smartphone auch in der Hosentasche sehr gut an. Ein leichtes Knarzen entlockt man dem Arc S nur unter hohem Druck. Die Verarbeitung bekommt daher auf jeden Fall die Note "gut". Die 8,1-Megapixel-Optik auf der Rückseite ist recht gut gegen Kratzer geschützt, sie wurde in den Akkudeckel eingelassen. Staubpartikeln finden aber dennoch den Weg auf das kleine Objektiv. Das Arc S fühlt sich dank des mit 1,4 GHz getakteten Prozessors nicht sehr agil an. Man merkt fast keinerlei Verzögerungen beim täglichen Einsatz. Neben der üblichen Zehnertastatur im Telefonmodus kommt das übliche, virtuelle QWERTZ-Design zum Einsatz. Alle Symbole und Buchstaben sind aus Platzgründen dabei auf mehrere Ebenen verteilt.


Technik

Technisch hat das Arc S eine ganze Menge auf dem Kasten. Der große 4,2-Zoll-Touchscreen verwendet keine AMOLED-Technologie und ist daher nicht ganz so farb- und leuchtstark. Durch den Einsatz der Mobile Bravia Engine von Sony kommen die Farben aber sauber und recht kräftig rüber. Die physikalische Auflösung des Displays beträgt 480 x 854 Pixel (WVGA). Mit seinen knapp 16 Millionen möglichen Farbkombinationen gehört das Display zu den farbenprächtigsten Vertretern seiner Art. Der kapazitiv ausgelegte Touchscreen reagiert sehr zügig auf Eingaben. Das Kameraobjektiv mit seinem Sony Exmor R Sensor knipst Bilder mit 8,1 Megapixel und gehört damit zur Spitzenliga. Sony Ericsson hat auch an einen Autofocus und an eine LED gedacht. Videos nimmt die Kamera mit maximal 720 x 480 Pixel auf. MP3-Player, Videoplayer und ein FM-Radio sorgen für Unterhaltung. Dank Quadband (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den UMTS Datenturbo HSDPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Wer darauf angewiesen ist, kann sein Arc über Bluetooth (2.0) und WLAN b/g/n bzw. USB mit seinem PC oder Mac verbinden.

Lieferumfang/Unboxing

 

Zum Lieferumfang gehören eine 8 GB großen MicroSD-Speicherkarte , ein überzeugendes Stereo-Headset, eine Bedienungsanleitung und ein Reiseladegerät mit abnehmbaren Daten-/Ladekabel.

Display


Das Display löst mit 480 x 854 Pixel auf und gibt Texte, Grafiken und Videos kontraststark wieder. Ich habe den Eindruck, dass gerade die Darstellung von Fotos durch die Mobile Bravia Engine profitiert und so die Farben noch intensiver wirken. Trotzdem kommt das Display nicht ganz an die Brillanz eines AMOLED von Samsung heran und auch die Ablesbarkeit ist nicht so gut, wie auf einem IPS-Display von Apple. Die Displayhelligkeit kann beim Arc S manuell an die jeweiligen Lichtverhältnisse angepasst werden. Gerade bei Neonbeleuchtung kommt es zu einem leichten Flackern der Wiedergabe - das fällt insbesondere in weißen Bereichen auf. Erhöht man die Helligkeit so verschwindet es wieder. Sobald das Handy gedreht wird, dreht der eingebaute Lagesensor die Anzeige um 90 Grad mit. EinAnnäherungssensor deaktiviert das Display, wenn das Gerät an das Ohr gehalten wird. Eine Status-LED auf der rechten Gehäuseseite - über der Micro-USB-Buchse - informiert über entgangene Anrufe, SMS oder Termine. Liegt das Gerät auf dem Tisch, kann man die LED nicht wirklich gut erkennen. Sie hätte definitiv auf die Frontseite gehört. Das Display weist schon in geschlossenen Räumen eine recht starke Spiegelung auf. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist die Ablesbarkeit stark eingeschränkt.

Menü/Bedienung


Die übliche Android™ Benutzeroberfläche aus dem Hause Sony Ericsson wurde wieder mit Timescape versehen. Diese Anwendung erlaubt dem Besitzer einen Überblick über sein soziales Netzwerk. Beim Arc S bilden wieder fünf unterschiedlich konfigurierbare Bildschirme die Schaltzentrale, in der sich jeder gestalterisch austoben kann. Zumindest was die Anzahl und Positionierung von Widgets angeht. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um kleine Helfer in Form von Kalendern und Playern. Zur Auswahl stehen dabei analoge und digitale Zeitmesser, eine Kalenderübersicht oder der Musicplayer, der den gerade aktuellen Titel anzeigt und die Steuerung der Songs erlaubt. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Widgets ist recht groß und kann über den Android™-Market noch erweitert werden. Selbst eine wunderschön animierte Wettervorhersage, die ihre Daten aus dem Internet empfängt, steht zur Auswahl. Neben den aktiven Widgets kann man auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, zum Browser oder den installierten Programmen erstellen. Dazu muss man nur das entsprechende Icon oder Widget per drag & drop auf einen beliebigen Startbildschirm ziehen, loslassen und fertig. Auch Verknüpfungen zu Playlisten und Lesezeichen kann man sich so einrichten.


Das eigentliche Hauptmenü erreicht man durch Druck auf das mit zahlreichen Quadraten versehene Icon. Dann kommt die von Sony Ericsson bekannte und horizontal scrollbare Ansicht zum Vorschein. Man kann sie aber auch alphabetisch, nach den am häufigsten genutzten Apps oder nach eigenem Gutdünken sortieren. Seit Android 2.1 gehören auch animierte Live-Hintergrundbilder zum Repertoire. Das sind Hintergründe, die in Echtzeit animiert werden. So kann man sich eine kleine Galaxie auf sein Arc holen oder aber einen Gartenteich oder andere ausgefallene Variationen.

Anwendungen/MARKET

Die Anzahl der vorinstallierten Programme ist bei "Androiden" eigentlich recht übersichtlich. Das macht auch das Sony Ericsson keine Ausnahme. Die vorinstallierten Anwendungen reichen aber aus, um den täglichen Bedarf abzudecken. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch einen Taschenrechner sowie eine Uhr mit Weckfunktion. Selbst Microsoft Office Dokumente kann man sich auf dem Arc anzeigen lassen. Neben einer Synchronisierungsmöglichkeit per Microsoft Active Sync über den Webanbieter Moxier bzw. dem Sony Ericsson Sync findet man auch einen Instant Messenger von Google sowie einen Facebook-Client. Weitere Programme, wie eine vernünftige Aufgaben- oder Notizverwaltung kann man sich im Android™-Market herunter laden. Hier gibt es neben echten Perlen, wie zum Beispiel einem kostenlosen Programm für zeitgesteuerte Profile, auch eine Menge recht zweifelhafter Programme.

Im Market werden Anwendungen vorab grundsätzlich nicht durch Google überprüft, dies bleibt dann dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist. In letzter zeit häufen sich allerdings die Schadprogramme!

Navigation/GPS

Das Arc S ist mit einer internen GPS-Antenne ausgestattet. Dank der sehr üppigen Displayabmessungen eignet es sich gut als Navigationshilfe.  Dafür wurde das übliche Google Maps Navigation installiert. Aktualisiert man das Google Maps über den Market mit einem speziellen Plugin, dann steht einem auch eine sprachgeführte Navigation zur Verfügung. Das jeweilige Kartenmaterial wird über eine bestehende Internetverbindung herunter geladen. Wer also nicht über ein entsprechendes Datenpaket oder eine Flatrate verfügt, sollte aufpassen. Die eigene Position ermittelt Google Maps zunächst über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger, danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung. Wer die Zieladresse nicht selber eintippen will, kann sie auch per Spracherkennung vorsprechen. Die Ansagen der Navigationssoftware sind klar und deutlich und kommen - zumindest wenn man nicht mit Tempo 200 über die Autobahn fährt - zur rechten Zeit. Neben der üblichen Kartenansicht lassen sich diverse zusätzliche Ebenen einblenden. So steht einem zum Beispiel die aktuelle Verkehrslage oder eine Satelittenübersicht der Umgebung zur Verfügung.

PIM/OFFICE


Die Kontaktverwaltung wurde in Timescape integriert. Die Einträge werden dabei alphabetisch sortiert. Jedem Kontakt kann man ein individuelles Bild zuordnen oder sie eben in Gruppen zusammen fassen. Seine Lieblingskontakte finden in den Favoriten Platz. Kontaktdetails kann der User dann nachträglich hinzufügen. Dazu gehören auch Verknüpfungen zu den beliebten "Social Networks" wie Facebook oder dem Bilderdienst Flickr. Zusätzlich kann man zahlreiche Informationsdetails wie Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, Anruferbild und mehr hinterlegen. Hat man einmal einem Konto ein Foto zugewiesen, versucht das Arc diesen Kontakt auf anderen Bildern zu identifizieren. Erkennt es ihn wieder, werden sie den entsprechenden Kontakten zugeordnet.

Der Kalender entspricht dem Android-Standard. Er zeigt neben einer Tagesagenda auch eine Monats- und Tagesansicht. Die Übersicht verliert man so also auf keinen Fall. Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, der wird die Wiederholungsfunktion zu schätzen wissen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe nicht berücksichtigt. In der Monatsübersicht wird die Dauer eines Termins durch einen entsprechend langen grünen Balken dargestellt. Wer seinen Kalender bei Google pflegt, kann auf dem Arc S auch mehrere davon verwalten.

Musik

Der MP3-Player des Arc S ist schlicht und einfach gestaltet. Drei virtuelle Tasten steuern den Player. Neben dem "Album Art" stellt der Player natürlich auch noch den Tracknamen sowie den Interpret dar. Auch die zuletzt hinzugefügten Stücke sowie Favoriten tauchen hier auf. Wer mag bekommt hier auch Zugang zu Play-Now, dem Online-Shop von Sony Ericsson. Aktuelle Top-Titel sind dann nur einen Tastendruck und ein paar Euro entfernt. Drückt man auf den "Mehr"-Button, so erscheinen Listen, die die Multimediainhalte nach Kriterien, wie Titel, Genre, Podcasts oder Hörbüchern sortieren. Drückt man dann länger auf den gerade ausgewählten Titel, so zeigt das Arc S das entsprechende Cover-Art an. Tippt man wiederum das Cover-Art an, erscheint eine Liste aller Titel. Wählt man nun das Symbol mit der liegenden Acht aus (Infinity-Symbol), so kann man über die Google-Suchfunktion nach allem suchen, was mit diesem Titel oder der Band zu tun hat. Um die bestmögliche Soundqualität des Arc S  testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Philips SHL8800 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Philips SHL8800
(C) Philips
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs


Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Weder reicht beim Arc die maximale Lautstärke noch ist das Ausgangssignal qualitativ gut genug, den Einsatz des recht großen iGrado zu rechtfertigen. Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem Arc deutlich besser zusammen, kappt die Höhen aber früh, immerhin unterstützt er die Bassausgabe. Wer InEars mag, für den ist der Creative Labs EP 630 eine gute Alternativen. Dank des Equalizers mit seinen zahlreichen Presets (Jazz, Rock, Pop, Klassik, etc.) kann man seinen persönlichen Lieblingsklang schnell einstellen.

Grundsätzlich könnte man über das Sony Ericsson Arc seine Music auch über A2DP und AVRCP anhören. Ein guter Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel der Motorola S9, erhöht die Soundqualität maßgeblich. Leider geht das stark zu Lasten des Akku. Insgesamt betrachtet klingt das Arc nicht annähernd so klar und bassstark wie ein Nokia 5800 XM oder BeatDJ. Mehr als die Note "Befriedigend" sitzt da nicht drin. Aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - folgende Alben während des Test zu Einsatz:


Sarah Brightman
(Symphony)

SITD:
(Rot)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado iGrado iGrado iGrado

Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden. Zur Sortierung der Songs dienen Reiter für Interpreten, Alben, Komponisten oder Genres. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.

Das Arc S bietet ein FM-Radio mit zahlreichen Senderspeicherplätzen und RDS. Zum Betrieb muss allerdings zwingend ein Headset angeschlossen werden, dann kann man den Sound auch über den internen Lautsprecher ausgeben, allerdings viel zu leise. Über die App Medienserver (DNLA) kann man seine Dateien dann auf der heimischen Multimediaanlage oder den entsprechend ausgerüsteten Flachbildschirm ausgeben.

Der Video-Player spielt die abgespeicherten Videos im Vollbildmodus ab, auf Wunsch im Querformat und mit einer maximalen Auflösung von 720p. Die Videos werden allerdings auf die Bildschirmauflösung herunter skaliert. Neben den üblichen MPEG4-Videos mit H.264-Codec und Windows Media Video (WMV) kann der Player leider auch DivX/Xvid abspielen. Die Videos können auf Wunsch per HDMI und in FullHD auf einen Fernseher ausgegeben werden.

Klang

Hier spielt das Arc S wieder den bauartbedingten Vorteil aus. Durch die gewölbte Rückseite wird der Klang des Lautsprechers von einer Tischplatte reflektiert und ist laut genug. Die mitgelieferten Kopfhörer sind da mehr als durchschnittlich. Die Höhen klingen zwar etwas beschnitten, dafür werden aber die Mitten und gerade Bässe betont. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch kein Problem. Während eines Gesprächs werden die Stimmen leicht blechern wieder gegeben, das wurde von mir aber nicht als störend empfunden. Ein Hintergrundrauschen war bei der Gesprächsübertragung nicht erkennbasr.  Insgesamt bekommt das Arc daher ein "gut".

Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)

Zur Anbindung an den PC oder Mac nutzt das Arc S den üblichen Micro-USB-Anschluss. Will man die Speicherkarte wechseln - das Arc S versteht sich auch mit 32GB Micro-SDHC-Karten – so muss man leider den Akkudeckel samt Akku entfernen.Das Arc funkt über Quadband / UMTS und nutzt zur Datenübertragung HSDA und WLAN b/g/n. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt. Flash-Animationen werden ebenfalls abgespielt. Wer also aufwändige Flashanimationen oder Spiele liebt, gelegentlich mal Online-Videos ansehen will, der wird mit dem Sony Ericsson Arc sicher glücklich. Für den Internetzugang steht neben HSDPA aber auch WLAN nach dem b/g/n-Standard zur Verfügung. Die Datenübertragung ist sowohl per Bluetooth 2.1 als auch per USB 2.0 möglich. Bilder und HD-Videos werden entweder per DLNA oder über den Micro-HDMI-Ausgang auf den Fernseher übertragen.

Das Zubehör erkennt das Arc S selber und kann dann sogar ein frei wählbares Programm starten. Schließt man beispielsweise den Kopfhörer an, so kann man direkt auch den Musikplayer starten lassen. Von der Geschwindigkeit her kann der Browser problemlos mit der Konkurrenz mitziehen. Da das Arc S  sich sowohl mit Multi-Touch als auch mit den bekannten Spreiz-Gesten versteht, ist die Navigation innerhalb von Webseiten kein Problem. Natürlich dreht sich der Browserinhalt automatisch um 90 Grad mit. Der Browser basiert technisch wieder auf der bekannten Webkit-Engine und ist sehr schnell. Die Textwiedergabe ist scharf und das Rendering der Seiten geht sehr schnell und ohne messbare Verzögerungen. Der Aufbau der Startseite von mobile-reviews.de mittels UMTS war nach knapp 20 Sekunden erledigt, über WLAN n war die Seite nach nur 11 Sekunden fertig. Der Browser kann natürlich auch mehrere Webseiten gleichzeitig darstellen. Alle geöffneten Webseiten werden dann in einer Übersicht abgebildet. Der Pop-Up-Blocker verhindert das Öffnen von unerwünschter Werbung, wobei die mittlerweile ja häufig direkt in die Webseite integriert ist :D

Wer gerne und viel mailt, dem bietet Android zur Kommunikation per E-Mail zwei verschiedene Clients an. Einen für Google Mail und eine normale Mail App für die übrigen Konten. Meldet man sich auf dem Smartphone mit seinem Google-Konto an (das ist schon länger keine Voraussetzung für die Nutzung mehr), wird das dazugehörige Mailkonto automatisch in Google Mail synchronisiert. Weitere Google-Konten muss man aber manuell über "Konten und Synchronisierung" hinzufügen. Google hat seinen eigenen Mail-Client natürlich perfekt auf die Zusammenarbeit mit seinem Online-Mail-Dienst abgestimmt. So kann man seine Googlemail-Nachrichten mit sogenannten Labels (Schlüsselwörtern) versehen, sie danach entsprechend sortieren und als Favorit oder als Spam einordnen. Dabei fasst eine spezielle Thread-Funktion Mails auf Wunsch auch zusammen. Neue Meldungen erscheinen ohne merkliche Verzögerung per Push bzw. IMAP Idle. Das Arc S signalisiert eingehende Nachrichten per Vibration oder Ton und optisch in der Statusleiste. Andere Exchange-, IMAP- doer POP-Konten richtet man hingegen im Standard-Client namens "E-Mail" ein. Dabei ähnelt leider nur die Optik dem übersichtlicheren Google Mail. Funktionen wie Labels und Threads fehlen komplett. Zudem kann man - abgesehen vom Eingangsordner - keine anderen Ordner abonnieren. Auch kann man seine E-Mails nicht durchsuchen. Ältere E-Mails muss man zudem manuell nachladen. Zu allem Übel geht selbst das nur in kleinen 25-Schritten. Der Online-Sync mit Google klappt daher deutlich besser.

Wer mag kann seine E-Mails aber manuell oder automatisch in fest vorgegeben Zeiträumen (mindestens alle 5 Minuten) über IMAP oder POP einsammeln. Anhänger von Microsoft Outlook werden nur mit zusätzlicher Software auf dem PC bzw. Mac Anschluss an die heimische Kontaktdatenbank/Kalender finden. Freunde schneller Kommunikationswege nutzen "Google Talk" als Instant Messenger. Durch die Bildschirmtastatur ist es zwar nicht unbedingt für eine umfangreiche Kommunikation geeignet, die Tasten reichen aber für kürzere "Wortwechsel" aus.

Kamera/Video




(Kamerabilder nach dem Klick)
     (Webspace von 4phones.de)

Die Kamera des Sony Ericsson Arc S macht Bilder mit einer Auflösung von 8,1-Megapixel und wird über die seitliche Kamerataste gestartet. Das dauert etwa 2 Sekunden und dürfte nur knapp für spontane Schnappschüsse ausreichen. Nach einer weiteren Sekunde sind die Bilder dann bereits "im Kasten" müssen dann aber noch auf die Speicherkarte übertragen werden. Dieser Vorgang nimmt nochmals eine Sekunde ein Anspruch. Die Einstellungen der Kamerasoftware sind sehr umfangreich und bieten eine Menge Spielraum für Optimierungen. Zunächst wären da die drei unterschiedlichen Aufnahmemodi (Normal, Motiverkennung, Lächelerkennung), zudem kann man die Auflösung variieren und den Touch-Fokus aktivieren, Dabei stellt sich dann der gewählte Teil des Bildes scharf.

Unterschiedliche Szenemodi, wie Dokument, Landschaft, Nachtporträt, Nachtaufnahme, Porträt, Sport, Strand und Schnee sorgen für an die jeweils vorherrschenden Lichtverhältnisse optimierte Bilder. Ein Selbstauslöser erlaubt auch Singles Bilder der eigenen Person. Der LED-Blitz ist für Aufnahmen in Dunkelheit bis zu etwa 2 Meter gut. Belichtungskorrektur und Weißabgleich gehen für eine Handykamera voll in Ordnung, die Bilder werden aber etwas zu hell abgebildet. Zittrige Hände werden sicher über den Bildstabilisator freuen und per Geo-tagging kann man seine Freunde an den Urlaubsbildern teilhaben lassen.

Alle Einstellungen sind über Icons bzw. über die kontextsensitive Hardware-Taste aufrufbar. Die automatische Erkennung regelt eine Vielzahl von Einstellungen voll automatisch und reicht in der Praxis aus. Die letzten fünf Bilder und Videos werden über kleine Pictogramme am unteren Bildschirmrand angezeigt und können direkt aufgerufen werden. Da die Auflösung recht hoch ist, kann man über die übliche pinch-to-zoom Geste mittels Daumen und Zeigefinger herein und heraus zoomen. Die eingebaute Videokamera nimmt Videos in HD mit bis zu 720p auf und bietet fast die gleichen Einstellungsmöglichkeiten, wie im Kameramodus.


Akkulaufzeit

Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, eine handvoll Push-Mails, 90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku mit seinen 1500 mAh knapp zwei Arbeitstage. Die maximale Sprechzeit betrug im Test immerhin 5:30 Stunden, wer per WLAN/UMTS surft kann sein Arc S etwas 6 Stunden nutzen. Nach nur knapp 1:30 Stunden ist der Akku wieder voll aufgeladen. Ein dauerhaft aktivierter WLAN-Empfänger hat auf die Akkulaufzeit nur dann Einfluss, wenn sich das Arc nicht im Standby-Modus befindet. Intensivnutzer mit ausgeprägter Telefonitis und E-Mail-Push werden ihr Schmuckstück am Abend laden müssen.

Videotest

 

Fazit


Das Arc S ist ein schnelles Smartphone. Der leicht überarbeitete Nachfolger des Arc bietet einen guten  Video- und Musik-Player. Dank des eingebauten GPS-Empfängers kann man das Arc S auch als Navigationshilfe einsetzen.

Dank Android 2.3.5 hat man Zugriff auf eine sehr hohe Zahl von Anwendungen und Spielen. Die Kamera liefert gute Ergebnisse. Für knapp 320 Euro bekommt man ein gut verarbeitetes Smartphone im ungewöhnlichen Kleid.



  

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