Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 29.03.2011, 16:03 Punkte (8 von 10) Hits: 9392 Sprache: german
Testbericht Samsung Wave II S8530 von mobile-reviews.de
Hersteller:
Modell:
Onlineshops:
Kamera:
Amazon:
Revision: 30.03.2011
Mit dem Wave II S8530 stellt Samsung nicht nur den Nachfolger des Wave,
sondern auch ein weiteres Smartphone mit dem neuen
Betriebsystem Bada OS 1.2 vor. Als Quad-Band
Handy ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar und dank HSDPA
sorgt es unterwegs und abseits eines WLAN für eine flotte Anbindung an
die Datenautobahn. Natürlich bietet auch dasWave II S8500 eine 3,5 mm
Klinkenbuchse für eigene Kopfhörer. Der knapp 2 Gigabyte große interne
Speicher lässt sich über MicroSD-Speicherkarten um weitere 32 GB
aufblasen. Bedient wird das Smartphone standesgemäß über einen 3,7 Zoll
großen Touchscreen in Super Clear LCD-Technologie. Die Kamera löst
wieder mit 5 Megapixel auf und bietet neben einem Autofokus auch eine
LED zur Beleuchtung an. Der integrierte GPS-Empfänger unterstützt den
Nutzer mit passender Navigationssoftware bei der Orientierung. Wie sich
der Nachfolger so im täglichen Alltag geschlagen hat, erfahren Sie in meinem Testbericht.
Design
Der Samsung Wave II misst 124 x 60 x 12 mm und wiegt dabei etwa 137 Gramm. Aufgrund des größeren Displays ist es - im Vergleich zum Samsung Wave - natürlich auch äußerlich ein Stück gewachsen. Trotzdem ist es so schlank geblieben wie der Vorgänger und das steht ihm ausgesprochen gut. Auch das Wave II macht einen sehr wertigen Eindruck. Wie auch beim Vorgänger, besteht das Gehäuse überwiegend aus Aluminium. Die kleine Linse der 5-Megapixel-Kamera wurde nur leicht versenkt eingebaut und somit nicht sehr gut gegen Kratzer oder Fettfingerabdrücke geschützt. Der kapazitive 3,7-Zoll-Touchscreen auf der Vorderseite reagiert empfindlich auf Fettfingern, kann dafür aber leicht gereinigt werden. Geschützt wird es von einer Glasscheibe, die zwar gehärtet, aber nicht wirklich kratzerresistent ist! Direkt über dem Touchscreen befindet sich der Hörer, rechts daneben die Frontkamera mit VGA-Auflösung für die wohl eher unbeliebten Videotelefonate. Optisch gleicht es sehr stark seinem Vorgänger.
Unter der Haube des Samsung Wave II werkelt das neue Bada OS 1.2 von Samsung. Auch die grafisch attraktive Benutzeroberfläche TouchWiz wurde aktualisiert und mit ansprechenden Animationen und Inhalten versehen. So kann der 1 GHz starke Prozessor zeigen, wozu er fähig ist. Der 3,7-Zoll große Touchscreen des Samsung Wave II wirkt im Vergleich zu aktuellen Smartphones wie dem HTC Desire HD oder dem Samsung Galaxy S zwar eher klein, kann durch seine Auflösung von 480 x 800 Pixel bei 16 Millionen Farbkombinationen aber gut mithalten. Die hier genutzte Super Clear LCD ist in meinen Augen aber ein leichter Rückschritt zur Super-AMOLED-Technologie des Wave. Dort leuchteten die Farben natürlicher und auch der Kontrast war in meinen Augen besser. Am Ablesewinkel des Nachfolgers gibt es aber nichts zu meckern. Da kann der Screen problemlos mit dem iPhone mithalten. Die 5-Megapixel-Kamera bietet einen Autofokus sowie ein Fotolicht in Form einer kleinen LED. Dank des Dolfin-Browsers - der wie fast alle neuen Smartphone-Browser auf dem WebKit basiert - surft man wie auf einem PC. Auch Adobe Flash 10.1 wird unterstützt. Kommunikationsseitig bietet das Samsung Wave II neben Bluetooth 3 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) noch eine Unterstützung für USB 2.1 und einen WLAN-Empfänger (802.11 b/g/n).
Dank seiner Quad-Band-Unterstützung ist es nahezu weltweit einsetzbar. Dabei wird der Datentransfer abseits der Funknetzwerke mit HSPA auf maximal 3,6 Mbit/s beschleunigt. Alle Eingaben erfolgen über eine recht großzügig gestaltete Bildschirmtastatur. Der interne Speicher von knapp 2 GB lässt sich problemlos mit Micro-SD-Speicherkarten erweitern. Ein spezieller Grafikprozessor sorgt für eine ordentliche Bildrate bei 3D-Spielen.
Im kleinen Karton kommt ein recht umfangreicher Lieferumfang zum Vorschein.
Das mitgelieferte inEar Stereo-Headset dient zwar in erster Linie der Kommunikation, erfreut aber auch die Ohren. Natürlich dürfen ein Netzladegerät sowie ein Micro-USB-Datenkabel nicht fehlen. Auch eine MicroSD-Speicherkarte mit 2 GB samt Adapter gehört beim Wave II zum Lieferumfang. Daneben findet man noch ein paar CDs sowie Anleitungen.
Verarbeitung/Haptik
Die Verarbeitung des neuen Samsung Wave II ist wieder sehr gut. Das Smartphone wurde überwiegend aus Aluminium gefertigt. Auch der Akkudeckel auf der Rückseite enttäuscht nicht mit Kunststoff, sehr löblich! Die Anschlüsse für Kopfhörer sowie USB-Kabel sind passgenau. Dabei ist der USB-Anschluss durch eine aufschiebbare Kappe gegen Staub geschützt. Echte Tasten findet man beim Wave II hingegen kaum.
Auf der linken Seite sind die beiden Lautstärkeregler untergebracht. Erfreulicherwiese hat Samsung beim Wave II wieder zwei farblich nicht weiter gekennzeichnete Tasten für die Gesprächssteuerung sowie ein Steuerelement, dessen Form ganz entfernt an einen Diamanten erinnert, verbaut. Eine echte Tastatur sucht man hingegen vergebens. Alle Texteingaben erledigt man über eine virtuelle QWERTZ-Tastatur, deren Zeichenumfang auf zwei Bildschirme verteilt wurde. Auf der Oberseite sitzt neben der Lade-/Datenkabelbuchse mit Micro-USB-Anschluss nur noch die 3,5 mm Buchse für handelsübliche Kopfhörer. Das integrierte FM-Radio kann man während des Betriebs laden, das Headset dient als Antenne. Displaysperre sowie Kameraauslöser wurden auf die rechte Gehäuseseite verbannt.
Wirklich sinnvoll schreiben kann man eigentlich nur im Querformat, dann wirken die Tasten deutlich größer.
Display
Der 3,7-Zoll große Touchscreen ist in geschlossenen Räumen oder bei mittlerem Lichteinfall in Mutter Natur ausreichend hell und gut ablesbar. Die Schrift ist dank der hohen Auflösung von 480 x 800 Pixel gestochen scharf. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display des Samsung Wave II - wie bei fast allen Smartphones - deutlich schlechter ablesbar. Im Energiesparmodus oder nach kurzer Betätigung der Displaysperre geht das Display aus. Insgesamt reagiert der Touchscreen dank kapazitiver Auslegung und flottem Prozessor sehr direkt und unterstützt neben Multitouch auch die bekannten pinch-to-zoom Gesten.
Inbetriebnahme
Der Einbau der Kraftzelle mit 1.500 mAh, SIM-Karte und MicroSD-Speicherkarte geht schnell und einfach von der Hand. Zum Wechsel der Speicherkarte muss man aber sowohl den Akkudeckel, als auch den Akku selbst entfernen. Danach kann man das Samsung Wave II durch einen kurzen Druck auf den Ein-/Ausschalter (rechten Vorderseite() starten. Das Bada OS 1.2 beeindruckt dann mit einer angenehm kurzen Startphase. Danach reagiert das Wave II sehr flüssig und nahezu ohne Aussetzer.
Samsung TouchWiz
Samsung setzt beim Wave II wieder auf die altbekannte TouchWiz-Oberfläche, diesmla in der Version 3.0 Diese lässt sich problemlos mit zahllosen Widgets aufrüsten.
So hat Zugriff auf eine Dual-Uhr, eine Foto-Slideshow, den Kalender, diverse Social Network Anwendungen sowie die Geburtagsliste und vielem mehr. Wer auf den aktuellen Wetterbericht angewiesen ist, für den gibt es auch eine passende Anwendung in Form einer internetbasierten Wettervorhersage. So kann man mit Hilfe der Widgets die wichtigsten Funktionen und Informationen direkt über das Menü aufrufen. Eigene Widgets kann man sich mit einem SDK erstellen, sofern man über entsprechende Programmierkenntnisse verfügt. Einfache Widgets zu Webseiten erstellt man sich mit einem kleinen Programm namens LinkWidget-Creator.
Die einzelnen Widgets fügt man hinzu, indem man auf das kleine gleichnamige Icon in der oberen linken Ecke des Bildschirms klickt und die gewünschten Anwendung dann per drag & drop auf den Bildschirm zieht. Das Wave II sucht sich übrigens automatisch den passenden Platz für größere Widgets, wie zum Beispiel der Yahoo-Clock bzw. dem Kalender.
Menü
Das eigentliche Menü mit seinen achtundzwanzig verschiedenen Einträgen bekommt man erst zu Gesicht, wenn man das zentrale Steuerelement unter dem Display betätigt. Dann erscheinen drei Bildschirme mit je zwölf Icons in einer 4x3 Matrix. Diese blättert man horizontal durch einen einfachen Fingerstreich durch. Auf Eingaben reagiert das Samsung dabei sehr schnell. So erhält man leicht Zugriff auf die vielen unterschiedlichen Programme, wie Musicplayer, Kamera, FM-Radio, Fotogalerie. Ähnlich wie beim Apple iPhone stehen am unteren Displayrand dabei immer drei Icons für die Telefonfunktion, das Telefonbuch sowie Nachrichten zur Verfügung.
Ein Taschenrechner hilft beim Einkauf, eine Stoppuhr, ein Timer, ein Wecker und eine Weltuhr sogar für das richtige Zeitgefühl. Die sonst üblichen Funktionen, wie Aufgabenverwaltung, Notizen, Kalender, SMS, E-Mail, Nachrichten und Co bietet auch das stylische Bada OS. Veränderbare Tonprofile sorgen für Individualisierung. Das Wave II signalisiert Anrufe dabei sowohl durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder eben nur durch einen Rufton. Es ist also jede denkbare Kombination möglich. Die Systemsounds (Benachrichtigungstöne, Wecker und Co.) sind änderbar. Die Profile lassen sich allerdings nicht zeitlich eingrenzen. Dank des großzügigen RAM und des 1 GHz Prozessors ist das Wave II auch bei einer Vielzahl an geöffneten Applikationen noch schnell.
PIM/Office
Ab Werk sind bereits eine Vielzahl nützlicher Programme installiert. Eine Aufgaben-, Kontakt- und Notizenverwaltung gehören genauso dazu, wie ein Kalender. Selbst eine spezielle YouTube-Anwendung ist vorhanden. Allerdings verbirgt sich dahinter nur der Browser-Link auf die mobile Version m.youtube.com. Notizen, bei Samsung nennen sie sich Memos, werden farblich gekennzeichnet und ähneln den bekannten Post-it® aus Papier.
Das Samsung Wave II kann auch mit Office-Dokumenten, Flash-Animationen und PDF umgehen. Dazu muss man allerdings den eingebauten Picsel-File-Viewer nutzen. Damit ist zumindest die Anzeige der vorgenanten Dokumente möglich.
Der Speicher für die Kontaktdatenbank wird dynamisch zugewiesen und das Wave II kann je Kontakt eine Vielzahl an Details speichern. So kann man nahezu alle möglichen Informationen eintragen (z. B. Name, Mobiltelefon, Privatnummer, Büronummer, Fax, E-Mail, Rufton sowie eine persönliche Notiz). Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert bzw. aus den Google-Kontakten übernommen und bei einem Anruf als "Vollbild" angezeigt. Kontakte durchsucht man durch Auswahl des entsprechenden Buchstabens. Auch eine Favoritenliste kann das Wave II abspeichern.
Der Kalender stellt Termine übersichtlich in einer Monats- und Tagesansicht dar. Auch wiederkehrende Termine stellen den Kalender des Samsung Wave II nicht vor Probleme. Anstehende Ereignisse werden durch ein kleines Symbol im Form eines Dreiecks markiert. Zu jedem Termin kann eine Notiz (Memo) hinterlegt werden. In der Tagesübersicht werden Termine durch einen grünen Balken abgebildet.
Aufgaben verwaltet man mit einem separaten Programm. Sie können allerdings nicht in bestimmten Intervallen wiederholt werden. Eine kurze Notiz je Aufgabe ist aber möglich. Im Gegensatz zu den Terminen werden sie nicht im Kalender angezeigt. Wer mag, kann seine Aufgaben online mit einem Microsoft Exchange-Dienst abgleichen. Natürlich zeigt die SMS-Anwendung die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen an. Vielschreiber können auch mehrere davon verketten.
Über die Samsung-Apps greift man auf einen Online-Service zu, mit dessen Hilfe man Applikationen direkt auf dem Wave II kaufen und installieren kann. In dieser Hinsicht bringt das Bada OS also eine deutliche Verbesserung mit sich, auch wenn das Angebot an Anwendungen und Spielen bis dato im Vergleich zum Android Market bzw. App Store von Apple immer noch recht übersichtlich ausfällt.
Unterhaltung/Spiele
Der Bereich Unterhaltung und Spiele ist diesmal Flauite. Lediglich ein paar Demoversionen wurden dem Wave II mit auf den Weg gegeben, So bekommt man zwar einen ersten Eindruck, die echte Leistungsfähigkeit des Prozessors sieht man so aber nicht. Da lohnt sich ein Abstecher zu den Samsung Apps. Mit dem dort erhältlichen Asphalt 5 Racing bekomme man zum Beispiel ein gutes Rennspiel.
Das Rennauto wird über den eingebauten Lagesensor gesteuert, die Grafikqualität entspricht dabei in etwa Playstation-Niveau.
Navigation/GPS
Das Samsung Wave II ist mit einer internen GPS-Antenne ausgestattet. In Verbindung mit der vorinstallierten Navigationssoftware kann es daher auch zur Navigation genutzt werden. Eine Lizenz für die sprachgeführte Navigation kann man per Kreditkarte kaufen. Die Verbindung zu den Satelliten stellte das Wave II in etwa 20 Sekunden her. Dabei war das sogenannten A-GPS, also die Berechnung der Position per Internet und Funkzellenortung, bereits aktiviert. Wer mag kann sich aber auch das altbewährte Google Maps herunter laden. Hier wird der aktuelle Standort dann über die Celltower-Triangulation bzw. das integrierte GPS ermittelt und zwar völlig kostenlos. Danach aktualisiert sich die Position während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird freilich direkt aus dem Internet auf das Samsung Wave II übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt, sollte daher aufpassen. Eine Art von Fußgängernavigation in Form einer Online-Stadtkarte ist mit Google Maps somit problemlos und relativ genau möglich.
Musik
Der
Musicplayer des Samsung Wave II ist optisch eher schlicht ausgefallen, dafür aber sehr einfach bedienbar. Auf dem Display werden neben dem "Album Art" auch der Trackname sowie der Interpret angezeigt. Um die maximal mögliche Soundqualität des Samsung Wave II
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado (C) Grado
Koss Porta Pro (C) Koss
Sennheiser CX300 (C) Sennheiser
Creative Labs EP630 (C) Creative Labs
Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke reicht beim Wave II problemlos aus und auch das Ausgangssignal ist gut genug, so dass der iGrado eine wirklich gute Wahl ist! Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem Samsung Wave II ebenfalls gut zusammen, kappt die Höhen aber etwas früh. Der Sennheiser CX300
ist genauso so wie der Creative
Labs EP 630 für einen InEar eine gute Alternative. So liefert das Samsung Wave II hämmernde Bässe. Leider auch hier etwas zu Lasten der Höhen.
Den Klang kann man über zahlreiche Equalizer-Presets wie Rock, Pop, Jazz, Dance oder Classic anpassen. Hinzu kommen ein paar Effekte, wie Wide, Concert Hall oder Bass Enhancement, die sich aber nur über den Kopfhörer bemerkbar machen. Klanglich muss sich das Wave II auf keinen Fall hinter der Konkurrenz von Nokia verstecken. Grundsätzlich kann man mit dem Samsung Wave II seine Musik auch über
A2DP und AVRCP übertragen. Über einen Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9.
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Sarah Brightman (Symphony)
SITD: (Rot)
OST Blade2 (Mos Def & Massive Attack - I Against I)
The Corrs (Talk on Corners)
Songs kann man nach
einer Vielzahl an Kriterien sortieren. Neben einer Sortierung nach Interpreten, kann man sich auch nur die Alben anzeigen lassen.
Dreht man sein Wave II in das Querformat, werden die vorhandenen Albengrafiken in einer Karussellannimation dargestellt, Apples Cover-Flow-Ansicht lässt grüßen. Die Albencover wirken dabei wie auf CD gedruckt.
Durch die Multitasking-Unterstützung kann man seine
Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag,
spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die
Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.
Das Samsung Wave II bietet ein FM-Radio, dabei stehen zwanzig Senderspeicherplätze zur Verfügung. Dank RDS werden auch der aktuelle Sendernamen sowie das gerade laufenden Lied angezeigt. Zum Betrieb muss allerdings zwingend ein Headset angeschlossen werden, dann kann man den Sound auch über den internen Lautsprecher ausgeben. Dabei kann man das Radioprogramm sogar auf dem Handy aufzeichnen.
Der Video-Player spielt die
abgespeicherten Videos im Vollbildmodus ab, auf Wunsch im Querformat und mit einer maximalen Auflösung von 720p. Die Videos werden allerdings auf die Bildschirmauflösung herunter skaliert. Neben den üblichen MPEG4-Videos mit H.264-Codec und Windows Media Video (WMV) kann der Player sogar Videos im DivX und Xvid-Format verarbeiten.
Klang
Den Gesprächspartner kann man während des Gesprächs deutlich, aber etwas zu dumpf verstehen. Die Kommunikationsleistung des Samsung Wave II würde ich mit "gut" bezeichnen. Nutzt man die Freisprechfunktion, kommen minimale Hallgeräusche und leichtes Kratzgeräusche hinzu. Obwohl das Samsung Wave II nur über einen einzigen Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke mehr als ausreichend, um am Arbeitsplatz als mobile Jukebox zu fungieren. Leider klingt der Lautsprecher recht flach. Die maximale Lautstärke am Kopfhörerausgang ist ebenfalls ausreichend hoch.
Connectivity
Die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) klappt über die Samsung eigene PC-Sync-Software Kies. Man kann sie hier aus dem Internet herunter laden. Sie dauert bei einer Vielzahl an Kontakten etwas länger. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte das Samsung Wave II über USB in etwa 5 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang unwesentlich länger. Neben dem Headset Profil, bietet es auch noch HFP (Hands-Free) und SAP (SIM Access Profile).
Mit einem geeigneten Bluetooth-Headset (z. B. dem Motorola S9) steht durch A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einem kabelfreien Musikgenuss nichts im Wege. Der GSM/UMTS Empfang des Quadband-Gerätes ist gut. Hier braucht er sich nicht hinter anderen Smartphones zu verstecken. Die Empfangsqualität des WLAN-Empfängers ist sehr gut.
Das Samsung Wave II nutzt eine Eigenentwicklung namens Dolfin-Browser für die Darstellung von Webseiten. Auf dem Wave II kommt die optimierte Version 2.2 zum Einsatz. Dieser basiert auf dem hinreichend bekannten WebKit. Dank HSDPA kann man in angenehmer Geschwindigkeit surfen. Webseiten werden dabei 1:1 wieder gegeben, Flash Lite muss zuvor in den Einstellungen des Browser aktiviert werden udn wird dann in Version 3 unterstützt. Das Surfen macht auf dem 3,7-Zoll-Display dank Multitouch und pinch-to-zoom durchaus Spaß. Eine Webseite wird zunächst immer in der Gesamtübersicht geladen.
Im Querformat nutzt der Browser die gesamte Displaybreite aus, die Seitenabbildung wirkt dadurch übersichtlicher. Das Samsung Wave II kann auch ohne Treiber als Wechselspeicher genutzt werden, den entsprechenden Eintrag bietet er beim Anschluss an den PC an. Die Übertragungsgeschwindigkeit per USB und Bluetooth 3.0 ist sehr schnell.
Der eingebaute E-Mail Klient unterstützt POP und IMAP und ist auch in der Lage Postfächer mit Microsoft Exchange-Diensten zu synchronisieren.. Wer über keinen Push-Dienst verfügt kann seine E-Mails in unterschiedlichen Intervallen, automatisch abholen lassen. E-Mail Push lässt sich über einen speziellen Serverdienst auf MS Exchange Basis realisieren, zieht dann aber auch an den Reserven des Akkus. Die passenden E-Mail-Konten werden mit Unterstützung eines Assistenten eingerichtet. Am oberen Display-Rand findet man eine Leiste, die den direkten Zugriff auf Unterordner bietet. Weitere Möglichkeiten eröffnen sich erst, wenn man das Menü am unteren Rand öffnet. Die Anwendung Social Hub führt sowohl die verschiedenen E-Mail-Konten, als auch die Social Networks, wie Twitter und Facebook in einer Ansicht zusammen.
Kamera/Video
Auch wenn die Kameraqualität bei Geräten von Samsung eigentlich recht gut ist, so kann mich das Wave II nicht ganz überzeugen. Wunder sollte man vom knapp 4 mm kleinen Objektiv der Kamera beim Samsung Wave II nicht erwarten. Dafür geht man dann doch besser nach Lourdes. Bilder in völliger Dunkelheit geraten beim Samsung Wave II erfreulicherweise nicht zur Glaubensfrage, durch die eingebaute LED geht dem Fotografen und seinem Motiv schnell ein Licht auf, zumindest bis zu einem Abstand von knapp 1.5 Metern.
Der Samsung Wave II nutzt im Kameramodus das komplette Display als Sucher. Es wird also wie bei einer echten Digicam im Quermodus gehalten. Die Kameraoptionen bieten mal mehr, mal weniger nützliche Einstellungsmöglichkeiten.
Diverse Aufnahmemodi, wie Lächelerkennung oder Panoramaaufnahmen (Foto vom Wave) sorgen für Abwechslung.
Daneben gibt es vorgefertigte Szene-Modi zur besseren Bildgestaltung. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Portrait, Nacht, Landschaft. Die Bildauflösung kann man in verschiedenen Stufen variieren. Der Start der Kamerasoftware nimmt etwa zwei Sekunden in Anspruch, das Motiv ist dann nach zwei weiteren Sekunden im Kasten. Das ist für spontane Schnappschüsse etwas zu lang.
(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)
Bei guten Lichtverhältnissen wirken die Bilder recht ansprechend und auch die Schärfe ist überzeugend. Leider stimmen die Belichtungswerte nicht immer und auch der Weißabgleich verursacht so seine Probleme. Gerade Innenaufnahmen weisen neben einem Bildrauschen auch Probleme in der Dynamik und in der Schärfe auf. Bilder wirken unscharf. Die Qualität der Bilder ist nicht mit anderen 5-Megapixel-Kameras vergleichbar. Gerade von der Konkurrenz aus dem Hause Sony Ericsson ist man besseres gewohnt.
Videos nimmt das Wave II mit der HD-Auflösung von 1280x720 Pixel (720p) auf und zwar mit 30 Bildern pro Sekunde. Die MP4-Videos wirken im Gegensatz zu den Kameraaufnahmen schärfer. Die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der Kamera stehen auch im Videomodus zur Verfügung.
Akkulaufzeit
Der mitgelieferte 1500 mAh Akku erledigt seine Aufgabe unter normalen Bedingungen (15 Minuten am Tag telefonieren, 45 Minuten Musik, ein paar Fotos und Videos und ohne E-Mail-Push) etwa 2 1/2 Tage lang. Selbst Intensivnutzer mit zwanghaftem Mitteilungsbedürfnis werden einen Arbeitstag mit knapp 10 Stunden überstehen ohne ihr Wave II an die Steckdose andocken zu müssen.. Nutzt man das kleine Smartphone als Navigationshilfe, sollte man sich aber sicherheitshalber ein Auto-Ladekabel beschaffen. Das eingeschaltet A-GPS saugt nämlich ordentlich am Akku. Die maximale Gesprächszeit im UMTS-Netz beträgt knapp 7 Stunden, im GSM-Netz fast 11 Stunden.
Videotest
Fazit
Das nennt man mal Recycling. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich beim Wave II kaum etwas geändert. Im Gegenteil, dass größere Display bildet Farben nicht mehr so leuchtend ab. Die technische Ausstattung hat sich nicht verändert und auch äußerlich gleichen sich beide Modelle wie ein Ei dem anderen. Wer noch kein Wave sein Eigen nennt, kann eigentlich gleich zum Wave II greifen, denn der Vorgänger ist erstaunlicherweise immer noch gut 20 Euro teurer!