Veröffentlicht von Gast am 04.01.2011, 15:01 Punkte (8 von 10) Hits: 11778 Sprache: german
Testbericht Samsung Galaxy Tab von mobile-reviews.de
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Revision: 04.01.2011
Mit dem Galaxy Tab stellte Samsung am 11.10.2010 endlich einen ernstzunehmenden Konkurrenten zum allmächtigen Apple iPad vor. In vielen Dingen macht das Galaxy Tab dem iPad sogar etwas vor. Das betrifft allerdings nicht den Preis. Aktuell will Samsung für sein Tablet, mit dem man im Internet surfen, Filme betrachten und Spiele zocken kann, etwa 570 Euro auf den Tisch gelegt wissen. Ein vergleichbares Apple iPad kostet in der 3G-Variante 599 Euro, bietet dafür aber ein 10 Zoll Display und wertigere Materialien. Das kapazitive Display ist 7 Zoll groß und löst mit 1024 x 600 Pixel auf. Dank des integrierten GSM-Moduls kann man Telefonate führen, dazu ist aber entweder ein kabelgebundenes oder ein Bluetooth-Headset notwendig. Der Hummingbird-Prozessor taktet mit 1 Gigahertz, ein Grafikbeschleuniger namens PowerVR SGX 540 sorgt bei 3D-Spielen für den notwendigen Turbo. Dank WLan b/g/n und HSPA kann man mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde surfen. Seine Inhalte speichert man entweder im internen – 16 Gigabyte fassenden Speicher – oder eben auf microSD-Karten mit einer Kapazität von bis zu 32 Gigabyte. Die rückseitige Kamera löst mit 3,2 Megapixel auf, bietet eine LED und macht recht ansprechende Fotos. Ob das Galaxy Tab wirklich eine Konkurrenz ist, können Sie im folgenden Testbericht nachlesen.
Das Samsung Galaxy Tab misst 190 x 120 x 12 Millimeter und wiegt dabei lediglich 380 Gramm. Damit ist es in meinen Augen deutlich transportabler als ein Apple iPad, für den Transport in der Hemd- oder Hosentasche aber trotzdem überdimensioniert. Das Gehäuse besteht leider komplett aus Kunststoff, ganz im Gegensatz zum Apple iPad. Damit vermittelt es nicht die gleiche Wertigkeit, das spart aber immerhin Gewicht. Die Ecken des Tab sind abgerundet, dabei liegt das Galaxy Tab sehr gut in der Hand.
Die virtuelle Tastatur des Samsung Galaxy Tab bietet mehrere Tastaturmodi in unterschiedlichen Anordnungen. Neben der üblichen Zehnertastatur im Telefonmodus bietet sich für Texteingaben ein QWERTZ-Design im Hoch- oder Querformat mit mehrfach belegten Tasten an. Selbst im Vertikalmodus sind die Tasten schon ausreichend gross ausgefallen. Dreht man das Tab ins Querformat, wirken die Tasten nochmals deutlich größer. Gegen die gute virtuelle Tastatur des Apple iPad kann sie allerdings nicht ganz bestehen, insgesamt regaiert sie nämlich etwas langsamer.
Texte lassen sich aber trotzdem in annehmbarer Geschwindigkeit eingeben, gegen eine echte Tastatur (zum Beispiel per Bluetooth) kommen beide Ausführungen eh nicht an. Die Haptik ist - im Vergleich zu echten Tasten - traditionell nicht vergleichbar. Die Verarbeitung des Galaxy Tab lässt keine Wünsche offen. Die Wertigkeit kommt allerdings nicht an die Konkurrenz aus Cupertino heran. Das liegt daran, das beim Galaxy Tab ausschließlich Kunststoff zum Einsatz kommt. Die Rückseite ist ganz apple-like in weißem Plastik eingekleidet. Aufgrund der kleineren Abmessungen kann man das Tab dafür gut mit einer Hand bedienen.
Die Kameraoptik auf der Rückseite ist nicht besonders gegen Kratzer geschützt. Dank des schnellen Prozessors genehmigt sich das Galaxy Tab bei der täglichen Arbeit kaum Gedenksekunden und macht einen spritzigen Eindruck. Android™ 2.2 ist für eine "Einhand-Bedienung" ausgelegt, durch die handfreundlichen Abmessungen ds Tab und der Benutzeroberfläche TouchWiz ist das beim Samsung Galaxy Tab auch kein Problem, ganz im Gegensatz zum Apple iPad. Der kapazitiv reagierende Touchscreen erlaubt auf beiden Geräten keine Bedienung mit dem Fingernagel oder (normalen) Handschuhen, bietet dafür aber Multi-Touch und pinch-to-zoom. Dabei werden Eingaben auf dem Touchscreen auf Wunsch von einem Ton bzw. durch ein haptisches Feedback in Form einer Vibration begleitet.
Über den 30-poligen Anschluss an der Unterseite synchronisiert und lädt man sein Galaxy Tab. Die Öffnung für handelsübliche Kopfhörer befindet sich an der Oberseite des Gerätes. Will man die Speicherkarte wechseln - das Galaxy Tab versteht sich auch mit den neuen 32 GB microSD-Karten – so muss man nur die entsprechende Abdeckung an der rechten Außenseite öffnen. Der Laut-/Leiseregler wurde in das Gehäuse eingelassen und befindet sich auch auf der rechten Gehäuseseite. Genauso wie der Ein-/Ausschalter und der Einschub für die normalen SIM-Karten. Einen Kameraauslöser findet man beim Galaxy Tab nicht. Spontane Schnappschüsse sind also nicht möglich.
Unterhalb des Touchscreens befinden sich vier - für Android betriebene Geräte typische - Tasten. Die mit einem Häuschen gekennzeichnete Sensortaste bringt nach Betätigung den Standby-Screen zum Vorschein. Der schubladenähnliche Taste löst kontextsensitive Funktionen aus. Die mit einem Pfeil gekennzeichnete Sensortaste springt einen Menüpunkt zurück und löscht Eingaben. Das Lupensymbol fungiert als Suchen-Taste. Drückt man diese, so erscheint ein Schnellsuchfeld, dessen Begriffe direkt im Gerät oder im Internet gesucht werden. Auf die Tasten zur Gesprächssteuerung hat Samsung wieder verzichtet. Gespräche kann man so leider nur über die virtuelle Tastatur annehmen oder beenden.
Das Samsung Galaxy Tab ist deutlich kleiner als das Apple iPad. Gegen das Galaxy Tab wirkt selbst ein HTC HD7 nahezu winzig.
Technik
Technisch ist das Galaxy Tab gut ausgestattet. Der 7-Zoll-Touchscreen löst mit 1024 x 600 Pixel auf und kann etwa 16 Millionen Farbkombinationen darstellen. Die Farben leuchten besser und naturgetreuer als auf dem Apple iPad. Der kapazitiv reagierende Bildschirm versteht pinch-to-zoom Gesten. Das Kameraobjektiv bringt knapp 3-Megapixel auf den Chip. Samsung hat ihr sogar einen Autofokus und eine kleine LED spendiert. Videos nimmt die Kamera mit maximal 720 x 480 Pixel auf. Neben einem Musikplayer bietet der Galaxy Tab natürlich auch einen Videoplayer mit Unterstützung für XviD und DivX. Dank Quad-Band (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den Datendienst HSDPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar und man kann mit dem Galaxy Tab auch telefonieren. "Eat this, iPad" :D
Kontakt mit dem PC oder Mac nimmt das Samsung Galaxy Tab sowohl über Bluetooth 3 samt A2DP/AVRCP als auch über WLAN b/g/n und USB auf. Ab Werk wird das Galaxy Tab von Samsung bereits mit Android™ 2.2 ausgeliefert. Neben diversen Verbesserungen kann man das Tab praktischerweise auch als WLAN-Hotspot nutzen. Der mit 1 GHz getaktete Prozessor von Qualcomm kann auf knapp 444 Megabyte Arbeitspeicher zurückgreifen, bei der Geschwindigkeit hinkt er dem Desire HD leicht hinterher.
Natürlich wurde auch der Galaxy Tab wieder "in seinen Rechten" beschnitten, sprich ohne die sogenannte "Root"-Rechte ausgeliefert. Das hat zur Folge, dass manche Programme nicht auf alle Funktionen und der Dateimanager nicht auf das komplette Dateisystem zugreifen kann. Da geht es den Benutzer ähnlich, wie den iPhone-Jüngern ohne Jailbreak.
Lieferumfang
Zum Lieferumfang des etwa 570 € (Internet) teuren Pads gehören neben einem überzeugenden Stereo-Headset auch eine gedruckte Bedienungsanleitung, ein Reiseladegerät mit abnehmbaren Euro-Stecker sowie ein spezielles USB-Datenkabel mit einem 30-poligen Anschluss. Auf einen micro-USB Stecker wurde bewußt verzichtet, da dieser nicht in der Lage gewesen wäre, den knapp 4000 mAh starken Akku in einer halbwegs erträglichen Zeit aufzuladen.
Display
Das sehr helle und kontraststarke Display löst mit 1024 x 600 Pixel auf. Texte, Grafiken und Videos werden dabei sehr scharf und recht farbtreu abgebildet. Im Vergleich mit dem Display des Apple iPad sieht man, das der maximale Ablesewinkel beim Tab nicht ganz so gut ist wie beim iPad. Dafür leuchten die Farben intensiver. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Dank des integrierten Lagesensors dreht sich der Bildschirminhalt nämlich immer mit. Bei direkter Sonneneinstrahlung büßt das Display seine ansonsten gute Ablesbarkeit aber ziemlich ein, zudem spiegelt es für meinen Geschmack zu stark. Eine unangenehme Eigenschaft, die auch das Produkt mit Apfel teilt. Beide Displays sind zudem sehr empfindlich, wenn man Fettfinger sein Eigen nennt. Nichts, was eine Displayfolie nicht ändern könnte :D
Menü/Bedienung/"TouchWiz"
Mit Android™ hat die Google (Open Handset Alliance) einen Weg gefunden, wie man mobile Endgeräte intuitiver bedienen kann. Das eine gute Benutzeroberfläche viel Sinn macht, zeigt Apple mit iOS auf dem iPad und auch Microsoft mit Windows Phone 7 bzw. HTC mit seinem "Sense". Die Menüoberfläche des Galaxy Tab nennt sich "TouchWiz" und bietet diverse, unterschiedlich konfigurierbare Bildschirme. Diese kann man über sogenannte "Widgets" aufrüsten. Hierbei handelt es sich sowohl um kleine Helfer in Form von Kalendern und Programmen, als auch um simple Verknüpfungen zu vorinstallierten Programmen, Kontakten und Ordnern.
Neben einer Wettervorhersage stehen so auch Uhren, Kalenderübersichten und dergleichen mehr zur Auswahl. Das Musicplayer-Widget zeigt dabei immer den aktuellen Titel sowie das Cover-Art an und erlaubt die Steuerung der Songs. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Widgets ist recht groß und kann über den Android™-Market noch erweitert werden.
Dabei kann man nicht nur auf aktive Widgets zurückgreifen, sondern auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, zum Webbrowser oder installierten Programmen erstellen. Wie das funktioniert? Einfach das entsprechende Icon oder Widget per drag & drop auf einen beliebigen Startbildschirm ziehen, loslassen und fertig. Auch Verknüpfungen zu Playlisten und Lesezeichen kann man sich so einrichten.
Das eigentliche Hauptmenü versteckt sich hinter dem Icon mit den vielen kleinen Quadraten. Dann werden alle installierten Anwendungen und Spiele in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Im Gegensatz zum normalen Android aber auf mehrere - durchnummerierte - Bildschirme mit je zwanzig Icons in einer 5 x 4 Matrix. Die Aufteilung ähnelt also eher dem iPad. Wer mag kann sein Tab auch im Querformat nutzen, dann hat man optisch mehr Platz zur Verfügung.
Anwendungen
Geräte mit Android sind nicht unbedingt dafür bekannt, eine große Anzahl an Programmen mit auf den Weg bekommen zu haben. Das Galaxy Tab macht da aber eine Ausnahme. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch einen Taschenrechner, eine Uhr mit Weckfunktion und sogar eine Anbindung an ihren Microsoft-Exchange-Server namens RoadSync.
Weitere Programme, wie zum Beispiel einen
Barcode Scanner mit Preisanzeige (barcoo) für den direkten Vergleich Ladenpreis - Onlinepreis, eine
Fahrplaninformation für Bahnfahrer, einen Nintendo NES Emulator (NesEmu) oder das süchtige machende Spiele namens Angry Birds kann man im Android™-Market herunter laden. Mittlerweile gibt es auch Alternativen zum offiziellen AppStore, erwähnenswert ist da zum Beispiel das App Center. Aufgrund der für Handys eher ungewöhnlichen Displayauflösung von 1024 x 600 Pixel werden die Programme oft leider nicht bildschirmfüllend ausgeführt. Für Abhilfe sorgt ein kleines Programm namens "Spare Parts". Damit werden die Apps in Echtzeit auf die volle Displayauflösung aufgeblasen. Im Market werden Anwendungen nicht durch Google übergeprüft, dies bleibt dann dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist.
Anhänger mobiler Büros werden sich über das mitgelieferte "ThinkFree Mobile" freuen.. Hiermit kann man nämlich seine Powerpoint-, Word- und Excel-Dateien öffnen und auch editieren. Die Dateien lassen sich bei Bedarf auch mit GoogleDocs synchronisieren.
Navigation/GPS
Das Galaxy Tab ist mit einem internen (A)GPS-Empfänger ausgestattet. In Verbindung mit einem passenden Navigationsprogramm lässt sich mit dem Galaxy Tab so sehr gut als Navigationshilfe nutzen. Voraussgesetzt man findet eine passende Kfz-Halterung :D
Aber auch ohne teures Navigationsprogramm kann man dank Google Maps navigieren. Den aktuellen Standort ermittelt es im ersten Schritt über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger. Danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird dabei direkt über das Internet auf das Galaxy Tab übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Navigation ohne Sprachausgabe ist mit der neuen Version von Google Maps (online im Market verfügbar) problemlos und relativ einfach möglich. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. Der erste Satfix geht sehr schnell, klappt aber nicht in Gebäuden. Google Maps warnt nicht ausdrücklich vor Staus. Die zusätzlich verfügbare Ebene "Verkehr" zeigt aber die aktuelle Verkehrslage. Google Maps bietet zudem keine automatischen Alternativrouten an. Diese kann man aber manuell anfordern. Die Neuberechnung kann dann aber länger dauern. Natürlich hat man dem Galaxy Tab auch das volle Softwareangebot von Google mit auf den Weg gegeben. Neben Google-Mail & Google-Maps (mit Latitude) hat auch noch Google Talk Einzug gehalten.
PIM
Die Kontaktverwaltung sortiert alle Einträge zunächst alphabetisch. Jedem Kontakt kann man ein individuelles Bild zuordnen oder ihn in eine Gruppe einordnen. Seine Lieblingskontakte finden in den Favoriten Platz. Kontaktdetails kann der User auf Wunsch auch noch nachträglich hinzufügen.
Neben den Standardinformationen, wie Rufnummer (Mobiltelefon, Büro, Fax, Pager, Andere) und verschiedener E-Mail Adressen (Büro, Andere) kann man auch Informationen zu den aktuellen Instant Messengern und VoiP-Dienste, wie zum Beispiel Google Talk, AIM, Windows Live, Skype und ICQ hinterlegen. Im Telefonbuch findet man auch das Telefonprotokoll, dort werden alle eingehenden und ausgehenden Anrufe verzeichnet. Spezielle Felder für Geburtstage und Jahrestage sind zwar vorgesehen, werden dann aber nicht im Kalender angezeigt. Kontakte sucht man durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben.
Der eigentlich ziemlich altbacken wirkende Android-Kalender wurde von Samsung optisch aufgepeppt und bietet neben der üblichen Tagesagenda auch eine Wochen- und Monatsansicht. So behält man auf einen Blick die Übersicht über seine Termine.
Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, der wird die Wiederholungsfunktion zu schätzen wissen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe nicht berücksichtigt. In der Monatsübersicht wird die Dauer eines Termins durch einen entsprechend langen blauen Balken dargestellt.
Wer seinen Kalender online über Google pflegt, kann auf dem Galaxy Tab auch mehrere davon verwalten. Über eine Sprachwahl oder gar Sprachsteuerung verfügt das Pad aber nicht. Auch mit Java kann es ab Werk nichts anfangen, im Android™-Market gibt es aber einen passenden Interpreter namens JAVA/J2ME Runner.
Musik
Der
MP3-Player des Galaxy Tab ist optisch recht gelungen und lässt sich sehr einfach bedienen. Neben dem "Album Art" stellt der Player natürlich auch noch den Tracknamen sowie den Interpret dar. Über dir drei virtuelle Tasten am unteren Bildschirmrand steuert man den Player.
Um die bestmögliche Soundqualität des Galaxy Tab
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado (C) Grado
Koss Porta Pro (C) Koss
Sennheiser CX300 (C) Sennheiser
Creative Labs EP630 (C) Creative Labs
Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Ausgangsleistung der 3,5 mm Klinkenbuchse reicht beim Galaxy Tab in meinen Ohren nicht aus, um die Wandler des iGrado zu fordern. Zudem ist das Basssignal deutlich zu seicht, denn gerade der Bassbereich wird beim iGrado ab Werk schon sehr schwach abgebildet.
Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem Galaxy Tab deutlich besser zusammen und kann ebenso überzeugen, wie der Sennheiser CX300
oder der Creative
Labs EP 630. Gerade der EP 630 liefert gute Bässe, leider beschneidet er die Höhen und zieht die Mitten in die Länge. Nichts, was man nicht mit den softwareseitigen Klangoptimierungen und den zahlreichen Klang-Presets, die aber nur bei angeschlossenen Kopfhörern funktionieren, regeln könnte. Die Presets reichen von Rock, Pop, Jazz, Klassik, Dance bis Live.
Samsung nennt sein Effektfeuerwerk Weit, Konzertsaal, Musikklarheit, Bassverstärkung und Externalisierung. Damit kann man den klang allerdings auch gehörig verzerren. Fans linearer MP3-Player werden mit dem Galaxy Tab keine Freude finden, die sollten eher zu einem iPod (iPad) greifen. Grundsätzlich kann man seine Music auch über
A2DP und AVRCP anhören. Ein guter Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel das Motorola S9, macht Sinn, geht aber zu Lasten der Akkulaufzeit.
Insgesamt betrachtet klingt die Soundabteilung des Galaxy Tab ähnlich gut und bassstark wie ein Nokia 5800 XM oder BeatDJ. Daher würde ich die Note "Gut" vergeben.
Aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - wieder folgende Alben
zu Einsatz:
Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kann Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" gute Dienste leisten. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem ultimativen Soundtrack zu "Blade 2" liefert amtliche Bässe und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind von mir mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Wer seine umfangreiche Sammlung (16 Gigabyte können kann schön unübersichtlich werden) sortieren will, dem stehen entsprechende Reiter für Lieder, Alben oder Genres zur Verfügung. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Der aktuelle Titel wird dann in der oberen Statusleiste eingeblendet. Ein Klick darauf und man ist wieder bei seinem Lieblingsinterpreten. Wer es abwechslungsreicher mag,
spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die
Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.
Videos und Bilder stellt das Galaxy Tab am liebsten im Querformat dar. Das macht auf dem 7-Zoll-Display eine Menge Spaß, sofern einem nicht gerade die Sonne ins Display leuchtet. Das Galaxy Tab verarbeitet Filme im AVI- (DivX, XviD) , MP4- und WMV-Format. Eine Besonderheit ist die Tatsache, dass das Samsung Galaxy Tab auch Full-HD Videos (im H.264 Format) mit 1920 x 1080 Pixel abspielen kann. Dann allerdings nur über einen - optional zu erwerbenden - HDMI-Adapter bzw. der passenden Ladestation.
Klang
Der Klang des internen Lautsprechers ist gerade ausreichend, um seinen Arbeitsplatz mit Musik zu versorgen, zumindest dann, wenn ein externer Lautsprecher nicht zur Verfügung steht. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch kein Problem. Während eines Gesprächs werden die Stimmen etwas blechern wieder gegeben, das wurde von mir aber nicht als störend empfunden. Ein Hintergrundrauschen ist zwar wahrnehmbar, beeinflusst die Qualität der Gesprächsübertragung aber nur wenig. Das mitgelieferte Headset sollte dennoch aus Gründen der Übertragungsqualität und des Komforts gegen eine Bluetooth-Variante ersetzt werden.
Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)
Der Galaxy Tab wird mit Quad-Band (GSM 850/900/1800/1900-Netze) und Unterstützung für UMTS samt HSDPA, HSUPA und WLAN ausgeliefert. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt. Zudem werden nun auch Flash-Animation wieder gegeben. Der Dank gilt dem Adobe Flash Player 10.1, der sich über den Android Market herunter laden lässt und dann mit knapp 4 Megabyte breit macht. Sehr zur Freude der zahlreichen Web-TV Fans, Seiten wie zattoo.com werden auf dem Galaxy Tab einwandfrei angezeigt.
Von der Geschwindigkeit her kann der Browser des Galaxy Tab mit dem des iPads mithalten. Kein Wunder, die Technologie dahinter ist nämlich gleich. Da pinch-to-zoom zum Einsatz kommt, kann man die Webseiten mit Hilfe der bekannten Spreiz-Gesten vergrößern oder verkleinern. Der Browser des iPads unterstützt zudem kein Flash! Surft man auf die Desktop-Version von YouTube - hierzu gibt es eine eigene Anwendung - so kann man sich auch an den zahllosen Online-Videos erfreuen. Natürlich dreht sich der Browserinhalt automatisch mit dem Galaxy Tab mit.
Wer einen Microsoft Exchange Server nutzt, kann die teils kostenlosen Dienste auch auf seinem Galaxy Tab weiter in Anspruch nehmen. Dazu nutzt man die mitgelieferte Software RoadSync. Wer mag kann seine E-Mails sowohl manuell als auch automatisch in fest vorgegeben Zeiträumen über IMAP oder POP einsammeln. Anhänger von Microsoft Outlook werden dank der Software "Samsung Kies" auf dem PC Anschluss an die heimische Kontaktdatenbank bzw. den Kalender finden. Der Sync mit Google klappt sehr gut. Freunde "ungepflegter" Kommunikation nutzen "Google Talk" als Instant Messenger. Durch die Bildschirmtastatur ist der Galaxy Tab aber nicht unbedingt für die schnelle Kommunikation gerüstet. Leider ist die Datenübertragungsgeschwindigkeit vom PC zum Tab sehr langsam. Die Testdatei mit knapp 700 MB benötigte knapp 10 Minuten.
Kamera/Video
Die Kamera des Samsung Galaxy Tab macht Bilder mit einer Auflösung von 3-Megapixel, Ein LED-Blitz sorgt dafür, dass Motive bis zu einem Abstand von etwa 1 Metern noch ausreichend beleuchtet werden.
Im Vergleich zu anderen Smartphones von Samsung bietet die Kamerasoftware eine Menge Einstellungsmöglichkeiten. Der Autofokus sorgt für die notwendige Schärfe, leider aber nicht immer zuverlässig. Verschiedene Einstellungsmöglichkeiten für den Kontrast-, Schärfe- und Helligkeit sorgen für den notwendigen Durchblick. Geotagging ist dank des GPS-Empfängers kein Problem. Bilder finden in den Auflösungen 2048 x 1536, 2048 x 1232, 1600 x 1200, 1600 x 960, 1024 x 600 und 800 x 600 Pixel den Weg auf die Speicherkarte bzw. den internen Speicher. Der Weißabgleich (Tageslicht, Bewölkt, Glühlampe, Fluorezent) sorgt für weniger Rot in den Bildern. Ein paar Effekte (Normal, Negativ, Schwarz/Weiß, Sepia) peppen Aufnahmen auf. Sogar unterschiedliche Aufnahmemodi (Einzelaufnahme, Serie, Panorama, Smile, Selbstauslöser) sind möglich.
Die Qualität der Kamera liefert befriedigende Ergebnisse, an die Qualität eines Samsung Pixon oder Nokia N8 kommt sie natürlich bei weitem nicht heran. Videos nimmt das Galaxy Tab mit 720 x 480 Pixel auf.
Die Fotoqualität fällt bei schlechtem Wetter etwas ab.
Akkulaufzeit
Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, eine handvoll Push-Mails,
90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku mit seinen 4000 mAh etwa genauso lang, wie beim Apple iPad 3G. Schaltet man UMTS ab, verlängert sich die Akkulaufzeit natürlich. Der dauerhaft aktivierte WLAN-Empfänger hat auf die Akkulaufzeit keinen Einfluss, solange sich das Galaxy Tab im Standby-Modus befindet. Nutz man sein Pad als Videoplayer macht der Akku nach knapp 8 Stunden schlapp. Samsung gibt bis zu 62 Tage im Standby und bis zu 16,7 Stunden Gesprächszeit an.
Videotest
Fazit
Das Samsung Galaxy Tab ist die erste wirklich ernstzunehmende Alternative zum Apple iPad. Zumindest dann, wenn man mit einem 7-Zoll-Display klar kommt. Mir persönlich ist es schon zu klein. Ein echter Vorteil ist die Tatsache, dass man den Speicher problemlos mit microSD-Karten erweitern kann. Telefonieren kann man mit dem Galaxy Tab zwar auch, aber nur über Kopfhörer oder über die eher schwache Freisprecheinrichtung. Der Preis von rund 570 Euro ist sicher kein Pappenstiel. Das vergleichbare iPad ist aber noch teurer. Wer gerne bequem von der Couch aus - mit nur einer Hand - surft oder sich Videos konsumieren möchte, für den ist das Galaxy Tab gut geeignet.