Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 13.08.2010, 06:08 Punkte (9 von 10) Hits: 31546 Sprache: german
Testbericht Samsung Galaxy S i9000 von mobile-reviews.de
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Revision: 13.08.2010
Mit dem Galaxy S I9000 stellt Samsung sein neues Smartphone mit einem 4 Zoll Super-AMOLED-Touchscreen vor. Das Display ist dabei sowohl sehr stromsparend, als auch farbecht und kontraststark. Es löst immerhin mit 800 x 480 Pixel auf. wie WLAN N und Bluetooth 3 überzeugen. Im Galaxy S röhrt ein Hummingbird-Prozessor mit 1 Gigahertz Taktfrequenz. Unterwegs ist man über HSDPA, WLAN mit dem aktuellsten Standard 802.11 n und online und dank Quad-Band ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Mit dem PC verbindet es sich über den neuen Bluetooth 3.0 Standard. Die 5-Megapixel-Kamera mit HD-Videofunktion macht leider nur mittelprächtige Bilder. Das Galaxy S wird mit 8 internem Speicher verkauft, den man mit microSD-Karten um weitere 32 Gigabyte aufrüsten kann. Wie sich das Super-Smartphone im Alltag bewährt, lesen Sie im folgenden Testbericht.
Das Samsung Galaxy S misst 122 x 64 x 10 mm und wiegt dabei etwa 119 Gramm. Es ist damit kaum größer und schwerer als das Samsung Wave S8500. Das schlanke Design steht dem Samsung Galaxy S zwar ausgesprochen gut, wobei das HTC Desire mit dem Platz noch sparsamer umgeht. Beim Gehäuse kommt leider nur Kunststoff zum Einsatz. So macht das Galaxy S keinen sehr wertigen Eindruck. Die kleine Linse der 5-Megapixel-Kamera ist nicht sonderlich gut gegen Kratzer oder Fettfingerabdrücke geschützt. Das kapazitive 4-Zoll-Display auf der Vorderseite wird von einer Glasscheibe geschützt, die aber nicht sonderlich kratzerresistent ist! Auch Fettfingerabdrücke sieht man natürlich sehr gut, man kann es aber leicht gereinigt werden. Über dem Touchscreen befindet sich der Hörer, rechts daneben die Frontkamera mit VGA-Auflösung für die in Deutschland eher ungenutzten Videotelefonie-Funktion.
Vergleich mit Apple iPhone 4
Technik
Im Hintergrund werkelt Android 2.1, befeuert wird es von einem Hummingbird-Prozessor (S5PC110, Cortex-A8) mit 1 GHz Taktfrequenz. Die PowerVR SGX540-GPU sorgt für eine außerordentlich schnelle Berechnung von Grafiken. Die GPU ist in der Lage 90 Millionen Dreiecke pro Sekunde zu berechnen, die bisher schnellste GPU (Apple iPhone4) schafft "nur" 28 Millionen Dreiecke pro Sekunde. Das sind aber nur theoretische Werte, in der Praxis merkt man davon noch nicht viel. Die Hardware entspricht dem des Samsung S8500 Wave. Die vom Samsung S8500 bekannt Benutzeroberfläche namens TouchWiz hat auch hier wieder Einzug gehalten und zwar in der runderneuerten Version 3. Der 4-Zoll große Touchscreen des Samsung Galaxy S wirkt dem des HTC Desire deutlich überlegen, stellt aber auch "nur" 480 x 800 Pixel bei 16 Millionen Farbkombinationen dar. Dank der Super-AMOLED-Technologie leuchten die Farben richtig auf, Kontraste werden extrem gut wieder gegeben und auch der Ablesewinkel ist erfreulich hoch. Da kann der Screen problemlos mit dem iPhone 4 mithalten. Leider büsst er seine Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung nahezu vollständig ein. Die 5-Megapixel-Kamera hat einen Autofokus kann aber kein Fotolicht (LED) vorweisen. Dank des guten Browsers - der wie fast alle neuen Browser auf dem WebKit basiert - surft man wie auf einem PC. Mit einem zukünftigen Softwareupdate soll er sich sogar mit Adobe Flash 10.1 verstehen. Kommunikationsseitig bietet das Samsung Galaxy S neben Bluetooth 3 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) noch eine Unterstützung für USB 2.1 und einen WLAN-Empfänger (802.11 b/g/n).
Dank seiner Quad-Band-Unterstützung ist es nahezu weltweit einsetzbar. Dabei wird der Datentransfer abseits der Funknetzwerke durch HSDPA auf maximal 7,2 Mbit/Sek. und per HSUPA auf bis zu 5,76 MBit/Sek. beschleunigt. Alle Eingaben erfolgen über eine sehr großzügig dimensionierte Bildschirmtastatur. Der interne Speicher von 8 Gigabyte lässt sich problemlos mit micro-SD-Speicherkarten erweitern.
Prozessor
CPU: S5PC110 ARM Cortex A8 Prozessor mit 1 GHz
GPU: PowerVR SGX540, 32MB RAM, OpenGL ES v1.1, v2.0
GPS, Bluetooth® 3 mit EDR und A2DP für kabellose Stereo-Headsets
Wi-Fi®: IEEE 802.11 b/g/n,
Micro-USB™
Multimedia
5-Megapixel-Farbkamera mit Autofokus
Lieferumfang
Im schwarzen Pappkarton kommt ein recht umfangreicher Lieferumfang zum Vorschein. Das mitgelieferte inEar Stereo-Headset dient zwar in erster Linie der Kommunikation, erfreut aber auch die Musikliebhaber unter uns. Natürlich gehören auch ein Netzladegerät sowie ein Micro-USB-Datenkabel zum guten Ton, sprich Lieferumfang. Eine microSD-Speicherkarte sucht man hingegen vergebens, schließlich wird es ja auch mit 8 GB Festspeicher ausgeliefert. Komplettiert wird das Ganze von einer gedruckten Anleitung.
Verarbeitung/Haptik
Die Verarbeitung des neuen Samsung Galaxy S ist ganz ansprechend. Dabei besteht das recht teure Smartphone (440 Euro Internetpreis) aber nur aus Kunststoff. Der rückseitige Akkudeckel ist zudem recht dünn geraten und das wabenartige Design ist gewöhnungsbürtig.
Ein "with Google" Schriftzug deutet direkt auf die allgegenwärtige Anwesenheit der größten Suchmaschine hin. Die Lade-/Datenkabelbuchse im Micro-USB-Format an der Oberseite wird durch einen Schieberegler gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt. Direkt daneben findet man eine 3,5 mm Buchse für handelsübliche Kopfhörer.
Echte Tasten findet man beim Galaxy S kaum. Auf der linken Seite findet man den Lautstärkeregler. Unterhalb des Displays befinden sich zwei farblich nicht weiter gekennzeichnete Drücker für Sonderfunktionen sowie ein Steuerelement zur Menünavigation. Alle Texteingaben erledigt man über die virtuelle QWERTZ-Tastatur, deren Zeichenumfang auf mehrere Bildschirme verteilt wurde.
Die recht großen Zifferntasten erleichtern die Wahl von Telefonnummern. Umlaute erreicht man, indem man den entsprechenden Buchstaben etwas länger gedrückt hält.
Deutlich besser schreibt es sich hingegen im Querformat, dann sind die Tasten deutlich größer.
Display
Das 4-Zoll große Display ist in geschlossenen Räumen oder bei mittlerem Lichteinfall in Mutter Natur ausreichend hell und gut ablesbar. Die Schrift wirkt dank der hohen Auflösung von 480 x 800 Pixel gestochen scharf, ohne ganz gegen das Retina-Display des iPhone 4 anstinken zu können. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display des Samsung Galaxy S - wie bei fast allen Smartphones mit AMOLED - kaum noch ablesbar. Die Super-AMOLED-Technologie erzeugt dann silbrig-blaue Reflektionen. Die maximal mögliche Displayhelligkeit gibt sich somit dem wesentlich stärkeren Sonnenlicht geschlagen. Im Energiesparmodus oder nach Betätigung des Schalters zur Displaysperre schaltet sich das Display komplett ab. Aufgrund seiner kapazitiven Technologie reagiert der Touchscreen sehr direkt und unterstützt neben Multitouch auch Pinch-to-zoom.
Inbetriebnahme
Der Einbau des 1500 mAh Akkus, der SIM-Karte sowie der microSD-Speicherkarte gestalten sich einfach. Vor dem Wechsel der Speicherkarte muss man aber den Akkudeckel entfernen. Das Samsung Galaxy S wird durch leichten Druck auf den Ein-/Ausschalter an der rechten Außenseite gestartet. Das Android OS genehmigt sich dann eine kleine Pause, manchem auch als (Kaffee)-Bootvorgang bekannt. Nach der erstmaligen Einrichtung ist das Gerät flott unterwegs und einsatzfähig. Interessanterweise ist es aber schneller einsatzbereit, als das Apple iPhone 4.
Samsung TouchWiz
Samsung setzt beim Galaxy S die altbekannte TouchWiz-Oberfläche mit ihren zahllosen Widgets ein. Hier kommt aber die wesentlich übersichtlichere und aufgeräumter wirkendere, sowie hübsch animierte Version 3 zum Einsatz.
Mit Hilfe von kleinen Widgets lassen sich verschiedene Uhren (Digital/Analog), eine Foto-Slideshow, der Kalender, diverse Social Network Anwendungen wie Facebook, Flickr und mehr auf die vielen Bildschirme bannen. Ein Widget nutzt man, indem man den Bildschirm etwa länger berührt und dann die passende Anwendung per drag & drop auf den Bildschirm zieht.
Für diejenigen unter uns, die das aktuell eher durchwachsene Wetter in Deutschland nicht selbst durch einen Blick aus dem Fenster ermitteln wollen, gibt es auch dafür eine passende Anwendung in Form einer internetbasierten Wettervorhersage. Mit den mehr oder weniger nützlichen kleinen Helferlein hat man die wichtigsten Funktionen direkt im Blickfeld. Über die Applikation "Daily Briefing" hat man Zugriff auf Börsennotierungen, Wetterdaten und dergleichen mehr.
Das "normale" Handymenü mit nicht weniger als dreißig verschiedenen Menüpunkten kommt erst zum Vorschein, wenn man das blaue Icon mit den vier weißen Quadraten in der rechten unteren Ecke betätigt. Dann erscheinen zwei Bildschirme mit je sechzehn Icons in einer 4x4 Matrix. Streicht man horizontal über den Touchscreen, so wechselt man in den nächsten Bildschirm. Auf Eingaben reagiert das Samsung dabei recht schnell, gelegentlich ruckelt es aber trotzdem noch. Eine neu Firmware sorgt da später dann für Abhilfe. Die recht bunten Icons repräsentieren die vielen unterschiedlichen Funktionen, wie Musicplayer, Kamera, FM-Radio, Fotogalerie und so manches mehr. Ähnlich wie beim Apple iPhone stehen am unteren Displayrand dabei immer drei Icons für die Telefonfunktion, die Kontaktsammlung sowie Nachrichten zur Verfügung.
Ein Taschenrechner hilft beim Einkauf, eine Stoppuhr, ein Timer, ein Wecker und eine Weltuhr sogar für das richtige Zeitgefühl. Auch das Galaxy S bietet natürlich eine Aufgaben- und Notizverwaltung, einen Kalender, SMS sowie E-Mail-Funktionalität. Veränderbare Tonprofile sorgen für Individualisierung. Das Galaxy S signalisiert Anrufe dabei sowohl durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder eben nur durch einen Rufton. Es ist also jede denkbare Kombination möglich. Die Systemsounds (Benachrichtigungstöne, Wecker und Co.) sind änderbar. Die Profile lassen sich allerdings nicht zeitlich eingrenzen.
Dank des großzügigen RAM und des 1 GHz Prozessors kann man auch bei einer Vielzahl an geöffneten Applikationen noch zügig durch die Menüs hüpfen.
PIM/Office
Das Samsung Galaxy S ist aber Werk bereits mit einer Vielzahl nützlicher Programme ausgestattet worden. Daneben wurde auch an eine Aufgaben-, Kontakt- und Notizverwaltung sowie an einen Kalender gedacht. Selbst eine spezielle YouTube-Anwendung ist vorhanden. Notizen, bei Samsung nennen sie sich Memos werden farblich gekennzeichnet und ähneln den bekannten Post-it® aus Papier. Selbst an eine spezielle E-Book App mit zwei kostenlosen Büchern wurde gedacht.
Das Samsung Galaxy S kann dank "Thinkfree Office" auch mit Office-Dokumenten und PDFs umgehen. Damit kann man die Dokumente anzeigen und sogar auch bearbeiten.
Der Speicher für die Kontaktdatenbank wird dynamisch zugewiesen und kann je Kontakt eine Vielzahl von Informationsdetails speichern. So kann man nahezu alle möglichen Informationen eintragen (z. B. Name, Mobiltelefon, Privatnummer, Büronummer, Fax, E-Mail, Rufton sowie eine persönliche Notiz). Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert bzw. aus den Google-Kontakten übernommen und bei einem Anruf als "Vollbild" angezeigt. Kontakte werden durch Auswahl der entsprechenden Buchstaben durchsucht und können als Favorit gespeichert werden.
Der Kalender stellt Termine übersichtlich in einer Monats- und Tagesansicht dar. Zu jedem Termin lässt sich eine Notiz eingeben. Auch wiederkehrende Termine stellen das Samsung Galaxy S nicht vor Probleme. Auf anstehende Einträge wird durch ein kleines Symbol im Form eines Dreiecks hingewiesen. Zu jedem Termin kann eine Notiz (Memo) hinterlegt werden. Auch wiederkehrende Termine stellen den Kalender des Samsung Galaxy S nicht vor Probleme. In der Tagesübersicht werden Termine durch einen grünen Balken dargestellt.
Wer es übersichtlicher mag, sollte sein Galaxy S ins Querformat drehen, dann nutzt der Kalender die gesamte Displaybreite zur Darstellung.
Natürlich zeigt die SMS-Anwendung die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen an. Vielschreiber können auch mehrere davon verketten.
Unterhaltung/Spiele
Der Bereich Unterhaltung und Spiele ist beim Samsung Galaxy komplett unterbesetzt. Das muss man wohl in den Angeboten im Android Market oder Samsung-Apps suchen.
Über Samsung-Apps greift man auf einen Online-Service zu, mit dessen Hilfe man Applikationen direkt auf dem Galaxy S kaufen und installieren kann. Im normalen Android Market werden Anwendungen vorab grundsätzlich nicht durch Google übergeprüft, dies bleibt dann dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist. Hier gibt es neben echten Perlen, wie zum Beispiel einem kostenlosen Programm für zeitgesteuerte Profile, auch eine Menge weniger nutzbringender Applikationen. Der hochgelobte AppStore von Apple bietet aber auch nicht unbedingt bessere Anwendungen.
Navigation/GPS
Das Galaxy S ist mit einer internen GPS-Antenne ausgestattet. In Verbindung mit einem passenden Navigationsprogramm kann man es somit auch zur Navigation nutzen. Das macht mit dem 4-Zoll-Display sehr viel Spaß. Bei direkter Sonneneinstrahlung verliert man aber schnell die Orientierung :D Neben Google Maps kommt leider keine weitere Navigationssoftware zum Vorschein.
Google Maps ermittelt den aktuellen Standort zunächst über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger, danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird direkt aus dem Internet auf das Galaxy S übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Navigation ohne Sprachausgabe ist mit der neuen Version von Google Maps (online im Market verfügbar) ist problemlos und relativ genau möglich. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. Der erste Satfix dauert zwar recht lange, klappt teilweise aber sogar in Gebäuden. Natürlich hat man dem Galaxy S auch das volle Softwareangebot von Google mit auf den Weg gegeben. Neben YouTube, Google-Mail & Google-Maps (mit Latitude) hat auch noch Google Talk den Weg ins Flipout gefunden.
Musik
Der
Musicplayer des Samsung Galaxy S ist optisch eher schlicht ausgefallen. Auf dem Display werden neben der Album-Grafik auch der Trackname sowie der Interpret angezeigt. Um die maximal mögliche Soundqualität des Samsung Galaxy S
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke reicht beim Galaxy S problemlos aus und auch das Ausgangssignal ist gut genug, so dass der iGrado eine wirklich gute Wahl ist! Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem Samsung Galaxy S ebenfalls gut zusammen, kappt die Höhen aber etwas früh. Der Sennheiser CX300
ist genauso so wie der Creative
Labs EP 630 für einen InEar eine gute Alternative. So liefert das Samsung Galaxy S hämmernde Bässe. Leider auch hier etwas zu Lasten der Höhen.
Den Sound kann man über zahlreiche Equalizer-Presets wie Pop, Rock, Jazz, Dance Klassik und vielen mehr verändern. Wer mag, kann den Klang noch zusätzlich über Effekte wie Weit, Konzertsaal, Bassverstärkung, Musikklarheit und mehr verändern. Klanglich muss sich das Galaxy S nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Die Effekte werden allerdings nur bei angeschlossenem Headset aktiviert. Grundsätzlich kann man mit dem Samsung Galaxy S seine Musik auch über
A2DP und AVRCP übertragen. Über einen Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9. Der Musikplayer ist ein echtes Highlight und lässt das HTC Desire weit hinter sich.
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Songs kann man nach
einer Vielzahl an Kriterien sortieren. Neben einer Sortierung nach Interpreten, kann man sich auch nur die Alben anzeigen lassen.
Dreht man sein Galaxy S in das Querformat, werden die vorhandenen Albengrafiken in einer Karussellanimation dargestellt, Apples Cover-Flow-Ansicht lässt grüßen. Die Alben-Cover wirken dabei wie auf CD gedruckt.
Durch die Multitasking-Unterstützung kann man seine
Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag,
spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die
Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.
Das Samsung Galaxy S bietet ein FM-Radio und mehreren Senderspeicherplätzen. Dank RDS werden auch der aktuelle Sendernamen sowie das gerade laufenden Lied angezeigt. Zum Betrieb muss allerdings zwingend ein Headset angeschlossen werden, dann kann man den Sound auch über den internen Lautsprecher ausgeben.
Der Video-Player spielt
Videos im Vollbildmodus ab, auf Wunsch im Querformat und mit einer maximalen Auflösung von 720p. Die Videos werden allerdings auf die Bildschirmauflösung herunter skaliert. Neben den üblichen MPEG4-Videos mit H.264-Codec und Windows Media Video (WMV) kann der Player sogar Videos im DivX und Xvid-Format verarbeiten.
Klang
Der Gesprächspartner klingt während des Gesprächs glasklar aus dem Hörer. Die Kommunikationsleistung des Samsung Galaxy S würde ich mit "gut" bezeichnen. Nutzt man die Freisprechfunktion, kommen minimale Hall- und sehr leichte Kratzgeräusche hinzu. Obwohl das Samsung Galaxy S nur über einen einzigen Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke ausreichend, um am Arbeitsplatz als mobile Jukebox zu fungieren. Leider klingt der Lautsprecher recht flach. Die maximale Lautstärke am Kopfhörerausgang ist ausreichend hoch.
Connectivity
Die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) klappt über die Samsung eigene PC-Sync-Software Kies. Man kann sie hier aus dem Internet herunter laden. Sie dauert bei einer Vielzahl an Kontakten etwas länger. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte das Samsung Galaxy S über USB in etwa 5 Minuten. Über Bluetooth (3.0) dauerte der Vorgang unwesentlich länger. Neben dem Headset Profil, bietet es auch noch HFP (Hands-Free) und SAP (SIM Access Profile).
Mit einem geeigneten Bluetooth-Headset (z. B. dem Motorola S9) steht durch A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einem kabelfreien Musikgenuss nichts im Wege. Der GSM/UMTS Empfang des Quadband-Gerätes ist gut und braucht sich nicht hinter anderen Smartphones zu verstecken. Die Empfangsqualität des WLAN-Empfängers ist sehr gut. Der A-GPS Modul braucht allerdings relativ lange, bis es eine Verbindung zu den Satelliten gefunden hat.
Das Samsung Galaxy S nutzt den WebKit-Browser für die Darstellung von Webseiten. Dank HSDPA kann man in sehr angenehmer Geschwindigkeit surfen. Webseiten werden dabei genauso wieder gegeben, wie man es vom PC her kennt. Mit Flash kann der Browser hingegen nichts anfangen, das "Manko" soll mit einem Softwareupdate auf Android 2.2 aus der Welt geschafft werden. Das Surfen macht auf dem 4-Zoll-Display dank Multitouch und Pinch-to-zoom eine Menge Spaß, mehr als auf dem Apple iPhone 4. Eine Webseite wird dabei zunächst immer in der Gesamtübersicht geladen.
Im Querformat nutzt der Browser die gesamte Displaybreite aus, die Seitenabbildung wirkt dadurch übersichtlicher.
Das Samsung Galaxy S kann auch ohne Treiber als Wechselspeicher genutzt werden, den entsprechenden Eintrag bietet er beim Anschluss an den PC an. Die Übertragungsgeschwindigkeit per USB und Bluetooth 3.0 ist sehr schnell.
Der eingebaute E-Mail Klient unterstützt POP und IMAP und ist auch in der Lage Postfächer mit Microsoft Exchange-Diensten zu synchronisieren. Wer über keinen Push-Dienst verfügt kann seine E-Mails in unterschiedlichen Intervallen, automatisch abholen lassen. E-Mail Push lässt sich über einen speziellen Serverdienst auf MS Exchange Basis realisieren, zieht dann aber auch an den Reserven des Akkus. Die passenden E-Mail-Konten werden mit Unterstützung eines Assistenten eingerichtet. Am oberen Display-Rand findet man eine Leiste, die den direkten Zugriff auf Unterordner bietet. Weitere Möglichkeiten eröffnen sich erst, wenn man das Menü am unteren Rand öffnet. Die Anwendung Social Hub führt sowohl die verschiedenen E-Mail-Konten, als auch auch die Social Networks, wie Twitter und Facebook in einer Ansicht zusammen.
Mit der Applikation All Share kann man über DLNA und UPnP Dateien in einem Heimnetzwerk freigeben. Fotos auf dem Handy, Musik vom Computer oder sogar Videos aauf den Fernseher? Alles kein Problem, sobald man Geräte mit DLNA-Unterstützung sein Eigen nennt.
Kamera/Video
Auch wenn die Kameraqualität bei Geräten von Samsung eigentlich recht gut ist, so kann mich das Galaxy S nicht ganz überzeugen. Wunder sollte man vom knapp 4 mm kleinen Objektiv der Kamera beim Samsung Galaxy S aber eh nicht erwarten. Bilder in völliger Dunkelheit gehen beim Samsung Galaxy S voll in die Hose. Die Erklärung dafür findet man schnell, wenn man das Galaxy S umdreht. Eine LED zur Beleuchtung der Motive haben die Techniker oder Controller bei Samsung nämlich eingespart.
Der Samsung Galaxy S nutzt im Kameramodus das komplette Display als Sucher. Es wird also wie bei einer echten Digicam im Quermodus gehalten. Die Kameraoptionen bieten mal mehr, mal weniger nützliche Einstellungsmöglichkeiten.
Diverse Aufnahmemodi, wie Lächelerkennung (Smile) oder eine sehr gute Panoramaaufnahmefunktion
sorgen für Abwechslung. Daneben gibt es vorgefertigte Szene-Modi zur besseren Bildgestaltung. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Portrait, Landschaft, Nacht. Die Bildauflösung kann man in verschiedenen Stufen variieren. Der Start der Kamerasoftware nimmt etwa zwei Sekunden in Anspruch, das Motiv ist dann nach zwei weiteren Sekunden im Kasten. Das ist für spontane Schnappschüsse etwas zu lang.
(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)
Bei guten Lichtverhältnissen wirken die Bilder recht ansprechend und auch die Schärfe ist überzeugend. Leider stimmen die Belichtungswerte nicht immer und auch der Weißabgleich verursacht so seine Probleme. Gerade Außenaufnahmen weisen neben einem Bildrauschen auch Probleme in der Dynamik und manchmal in der Schärfe auf. Bilder werden zu hell belichtet und lässt sie dadurch etwas unscharf wirken. Die Qualität der Bilder ist nicht mit anderen 5-Megapixel-Kameras vergleichbar. Gerade von der Konkurrenz aus dem Hause Sony Ericsson ist man besseres gewohnt. Das man das Display bei direkter Sonneneinstrahlung kaum noch ablesen kann, gibt es eine Option in den Kameraeinstellungen, mit der sich die Display-Helligkeit noch anheben lässt. Diese Option findet man auch im Videoplayer. Die Kameraqualität macht insgesamt den gleichen Eindruck, wie beim Samsung Wave S8500.
Videos nimmt das Galaxy S mit der HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixel (720p) auf, mit 30 Bildern pro Sekunde. Die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der Kamera stehen auch im Videomodus zur Verfügung. Die Bilddynamik kann überzeugen, der Sound ist allerdings stark verbesserungswürdig. Das Galaxy S nimmt Geräusche nämlich nur mit 16.000 Kilohertz auf, ähnlich wie beim i8910. Das iPhone 4 macht somit insgesamt die besseren Videoaufnahmen.
Akkulaufzeit
Der mitgelieferte 1500 mAh Akku ist kein Ausdauerwunder, obwohl sehr üppig dimensioniert. Er erledigt seine Aufgabe unter normalen Bedingungen (15 Minuten am Tag telefonieren, 45 Minuten Musik, ein paar Fotos und Videos sowie bei deaktiviertem E-Mail-Push) höchstens einen Arbeitstag lang. Intensivnutzer mit ausgeprägtem Mitteilungsbedürfnis werden ihr Galaxy S daher ggf. sogar zweimal am Tag laden müssen. Nutzt man das kleine Smartphone als Navigationshilfe, sollte man sich sicherheitshalber ein Auto-Ladekabel beschaffen. Das eingeschaltet A-GPS saugt nämlich ordentlich an der Akkuausdauer. Grundsätzlich spart der Super AMOLED-Bildschirm auch Energie. Das bekommt man zu spüren, wenn man mit dem Galaxy S Videos ansieht, dann hält der Akku nämlich problemlos 6 Stunden durch. D
Videotest
Fazit
Die Bedienung des Handys erlernt man dank Android OS sehr schnell. Der sehr schnelle Hummingbird-Prozessor verrichtet seine Arbeit zwar mit 1 GHz, dennoch ruckelt das Galaxy S noch ein wenig. Nichts, was man nicht durch ein Softwareupdate bereinigen könnte. Entsprechende "Hacker-Firmwares" gibt es dafür schon länger im Netz zu finden. Die Anzahl der Programme im hauseigenen App Store und im Android Market steigt beständig an. Der vollwertige Multimediaplayer mit Unterstützung für DivX und Xvid sowie der hervorragend klingende MP3-Player schinden Eindruck. Die Bildqualität der eingebauten 5-Megapixel-Kamera ist leider nur Mittelmaß. Dafür kann es Multimediainhalte per All Share auf TVs streamen.
Das Galaxy S OS hat definitiv Potential. Für einen Straßenpreis von knapp 440 Euro ist es im Vergleich zum HTC Desire die bessere Alternative.