Samsung G800 Test
Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 03.04.2008, 15:04 Punkte    (7 von 10) Hits: 10424 Sprache: german
Testbericht Samsung G800 von www.mobile-reviews.de
Revision 1.0 vom 03.04.2008

"Photographer’s Choice". Mit diesem bescheidenen Slogan bewerben die Koreaner von Samsung ihr neue Schöpfung mit 5,0 Megapixel-Kamera, Xenon-Blitzlicht samt 4-fachem Digitalzoom, 3-fachen optischen Zoom sowie Auto Focus. Kommunikationsseitig bietet das G800 dem Weltenbummler neben Dualmode (UMTS/GSM) auch Triband-GSM (900/1800/1900) samt Unterstützung für EDGE & UMTS mit HSDPA (High Speed Downlink Packet Access ermöglicht eine Downloadrate von bis zu 7,2 Mbps). Optisch setzt es sich mit einem 2.4 Zoll großen QVGA-Display mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixel bei 262.144 Farben sowie einem Gehäuse aus Aluminium in Szene. Ja, Understatement ist etwas anderes, aber ob die Kamera des G800 halten kann, was der Werbeslogan so vollmundig verspricht, soll Ihnen mein Testbericht zeigen. Die Konkurrenz (Nokia N95, Nokia N82, LG Viewty KU990, Sony Ericsson K850i) hat die Messlatte bereits hoch gesetzt.
Design/Verarbeitung/Haptik
Das Design des G800 ist schlicht und ergreifend und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Mit Maßen von 101.5 x 52 x 18.8 mm bei einem Gewicht von etwa 139 g ist es weder klein noch leicht. Ein Tribut an das metallene Gewand, denn die Front und Rückseite des G800 ist mit Aluminium und Chrom verkleidet. Schon auf den ersten Blick erinnert es mehr an eine Digitalkamera als an ein Mobiltelefon. Auf den zweiten Blick erinnert es mich auch an ein Werkzeug:
Keine Frage, eine echte Schönheit ist das G800 nicht und Modelmaße ala Twiggy erreicht es schon aufgrund seines innenliegenden optischen Zooms nicht. Das G800 ist ja auch kein Designerphone, sondern eine waschechte Digitalkamera mit Telefonfunktionen. So will es jedenfalls Samsung verstanden haben: "Das Samsung SGH-G800 – eine professionelle Digicam mit Handy-Funktion!"

Als waschechtes Slidermodell bekommt man nach der üblichen "Daumen schiebt Display auf"-Methode Zugriff auf die großen und gut zugänglichen Tasten. Dabei ist die Tastatur des G800 weiß beleuchtet. Bauartbedingt bieten die flachen Tasten einen eher schwammigen Druckpunkt. Dieser Umstand erfordert einen kurze Eingewöhnung. Die Tasten um das Navipad bleiben hingegen unbeleuchtet.
Natürlich wird das G800 in Korea hergestellt. Ein Zeichen für schlechte Qualität? Sicher nicht. Mobiltelefone von Samsung zeichneten sich eigentlich schon immer durch eine gute Verarbeitung aus. Knarzen, Quietschen oder ähnliche Geräusche sind dem G800 fremd. Wobei nicht unerwähnt blieben soll, dass sich der aus Kunststoff bestehende Akkudeckel zeitweise nur sehr schwer vom Gehäuse zu trennen vermochte.

Die Steuereinheit des G800 besteht aus einem zentralem Navipad sowie den beiden Softkeys (links und rechts unterhalb des Displays). Links außen befindet sich der Zugang zum microSD-Speicherkartenschacht sowie zu Samsungs höchst eigenem Kopfhörer-/Datenkabelport. Die recht Seite wird vom Kameraauslöser sowie von den beiden Wippen zur regelung der Lautstärke dominiert.
Größenvergleich G800 (Apple iPhone, Sendo X, Motorola V3i, Nokia N80, Samsung S750)

(Mehr Bilder)
Technik
Technisch brilliert das Samsung G800 mit einer 5,0 Megapixel-Kamera mit umfangreichen Fotofunktionen (Rote-Augen-Korrektur, Panorama-Funktion), Xenon-Blitzlicht sowie Autofokus. Eine "Face Detection" genannte Technologie erkennt automatisch Gesichter auf einem Bild und wählt die optimalen Einstellungen für Schärfe und Belichtung. Erstmals bei Samsung kommt neben einem 4-fach digitalem Zoom auch ein 3-facher optischer Zoom zum Einsatz. Hier soll dann ein Bildstabilisator für wackelfreie Bilder sorgen. Auch der Multimediapart kann sich mit MP3-Player, UKW-Radio und Mobile Blogging sehen lassen. Damit die Bilder und Multimediadateien auch ausreichend Platz finden, spendete Samsung dem G800 150 MB internen Speicher. Dieser lässt sich über microSD Speicherkarten (auch SDHC) problemlos erweitern.
Lieferumfang

In einer edlen und sehr flachen Verpackung kommt das Samsung SGH-G800, der Akku (Li-Ion 1000 mAh), ein USB Kabel, das passende
kabelgebundene Stereo-Headset, ein Reiseladegerät, einige Bedienungsanleitungen sowie die PC Suite zum Datenabgleich mit einem PC zum Vorschein. Eine Speicherkarte gehört nicht zum Lieferumfang, aber die liegt Digitalkameras auch nicht bei.
Display

Das Display mit 2,4-Zoll-Aktivmatrix kann 262.144 Farben darstellen und verfügt über eine Auflösung von 240 x 320 Pixel. Die Darstellung ist scharf und farbenfroh. In meinen Augen hat Samsung aber schon immer die besten Displays geliefert. Die Icons sind in dezentem silber gehalten und lassen sich offiziell nicht mittels Themen abändern. Icons und Schriftarten wirken gut ablesbar. Das Display selber ist hierbei sehr hell beleuchtet.
Menü/Funktionen

Nachdem man die Menütaste des G800 betätigt hat, präsentieren sich einem auf der Hauptebene die bei der U-/G-Serie üblichen 12 Menüpunkte (4x3 Icons). Sie sind selbsterklärend und lassen sich durch klicken auswählen. Die Übersichtlichkeit endet aber spätestens in der zweiten Menüebene. Ab hier werden statt Icons mit kurzen Bezeichnungen nur noch lange Beschreibungen, die nicht auf die Display. Auch das G800 bietet unterschiedliche Profile, selbst der Flight Mode fehlt da nicht. Jedes Profil kann individuell angepasst werden.
Bei den mitgelieferten Anwendungen handelt es sich um alte Bekannte. Von einer Sprachaufzeichnung über eine kleine Video- und Bildbearbeitung, RSS-Reader bis hin zur Notizfunktion wurde nichts vergessen.
PIM/Office

Das G800 kann 1000 Kontakte speichern. Neben den normalen Informationen, wie Vorname, Nachnamen, Telefon gibt es noch eine Vielzahl anderer Felder, die mit sinnvollen oder weniger sinnvollen daten gefüllt werden können. Natürlich sind auch mehrere Telefonnummern zu einem Kontakt möglich. Jedem Kontakt oder einer Gruppe (drei Gruppen sind vorinstalliert) kann man einen individuellen Klingelton zuweisen. Synchronisiert wird das Ganze dann über die Samsung eigene PC-Suite.

Die Einstellungs- und Verwaltungsfunktionen des eingebauten Kalender sowie der Terminverwaltung sind umfangreich. Das aktuelle Tagesgeschehen wird mittels eines mehrfarbigen Rahmens auf einen Blick sichtbar. Zudem bietet er die Wahl zwischen Monats- und Wochenansicht. Die maximale Zahl der möglichen Termin-Einträge ist auf 300 beschränkt. Synchronisert werden das Telefonbuch und Kalender dann über die mitgelieferte PC-Suite und Microsoft Outlook.
Damit man unterwegs nicht an Langeweile stirbt, kann man über den eingebauten Dokumenten Viewer Einblick in Dokumente des Officepaktes bekommen. Fotos oder Bilder können als Hintergrund genutzt werden und auch als Diashow mit Effekten versehen werden.
MP3/Radio

Das Samsung G800 wird mit dem "üblichen" MP3 Player ausgeliefert. Sortierung und Anzeige nach Alben, Künstlern, Genre oder zuletzt gespielte Tracks sind auch dem G800 nicht fremd. Die Oberfläche ist völlig schnörkellos und erfüllt ihren Zweck. Albengrafiken, die man vorher in MP3 integriert hat werden auch vom G800 angezeigt. Der aktuell im Hintergrund spielende Song stellt es auf dem Display dar. Laut Aussagen von Samsung wird der Klang durch einen Verstärker der Firma Bang & Olufsen in Szene gesetzt. Leider verhindert aber der proprietäre Kopfhörerausgang den Anschluss vernünftiger Kopfhörer. Das mitgelieferte Headset kann so jedenfalls nicht überzeugen. Daran trägt auch der fehlende Equalizer, um den Klang des Handys an die jeweilige Musikrichtung anzupassen, mit Schuld.

Auch das G800 verfügt über ein echtes Radio. Alle Sendername werden durch das integrierte RDS direkt im Display angezeigt. Sogar die RDS typischen Zusatzinformationen, wie Name des aktuellen Songs, Name der Show oder der Name des Moderators, etc. werden in der unteren Leiste per Scrollbalken dargestellt. Um dem Radio allerdings ein Lebenszeichen zu entlocken ist zwingend der Anschluss des mitgelieferten Headsets notwendig, selbst wenn man den Sound nur per A2DP genießen will. Natürlich ist sowohl der MP3-Player, als auch da eingebaute Radio multitaskingfähig
Klang
Die Wiedergabequalität im Gespräch liegt auf hohem Niveau. Sie kann meiner Meinung nach problemlos mit Modellen von Nokia oder Sony Ericsson mithalten. Der Klang ist kräftig genug, um auch in etwas lauteren Umgebungen noch eine Kommunikation zu ermöglichen. Die Klangeigenschaften der Lautsprecher sind im Radiomodus bzw. als MP3-Player-Ersatz soweit gut. Der Klang ist zwar sehr höhenbetont, die maximale Lautstärke in geschlossenen Räumen aber ausreichend.
Connectivity
Als Triband-Mobiltelefon (GSM 900/1800/1900-Netze) mit UMTS Unterstützung leistet es sich keine Schwächen. Das G800 hat gute bis sehr gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1 und O² Netz. Das G800 verbindet sich mittels Datenkabel mit der PC USB 2.0-Schnittstelle und ermöglicht so den Datentransfer. Bluetooth Funkverbindungen werden in der Spezifikation 2.0 unterstützt, auch A2DP und AVCRP ist kein Problem. Die O² Homezone wurde bei mir allerdings nicht angezeigt.
Kamera/Video
Das aufschieben der mechanischen Kamera-Abdeckung bringt das Objektiv samt Blitz ans Tageslicht. Aufgrund seiner Form lässt sich das G800 genauso handeln, wie eine Kompaktkamera.

Über eine kameratypisches Menü hat man direkt Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. So kann man beispielsweise den Blitz (es gibt einen Rote-Augen-Reduzierung), Makro-Modus, Timer und die Symbole auf dem Bildschirm ein- oder ausschalten.
Die Kamera des G800 verfügt über eine automatische Gesichtserkennung (Face-Detection-Technology) samt schnellem Autofokus. Bei erfolgter Aktivierung wird das Gesicht der Person dann optimal ausgeleuchtet und scharf gestellt, eine hilfreiche Angelegenheit. Für Leute mit nicht ganz so ruhiger Hand, gibt es zudem einen Bildstabilisator. Der macht sich in der Praxis aber kaum bemerkbar. So wirken Aufnahmen öfter unscharf. Bei leichtem Druck des Auslösers stellt der Autofokus das Motiv scharf und bei stärkerem Druck löst er die Aufnahme dann aus. In Sachen Helligkeit sorgt die "Wide dynamic Range" genannte Funktion dafür, den Weißabgleich so gut wie möglich umzusetzen. Sonnige und schattige Bereiche werden daher optimal belichtet.

Der eingebaute Xenon – Blitz eignet sich nur für nahegelegene Motive. Erst nach Anpassung des ISO Wertes (Automatisch, 50, 100, 200, 400) werden auch weiter weg stehende Objekte passabel ausgeleuchtet. Wunder sollte man allerdings nicht erwarten. Unterschiedliche Modi wie Panorama, Serienaufnahme, Effekte (Grau, Sepia, Negativ, Antique, Wasserfarben) verschiedene Belichtungs-Szenarien und unterschiedlichen Auflösungsstufen bis hin zu fünf Megapixel (2560x1920 Pixel) sollen den Fotografen bei seiner täglichen Arbeit unterstützen
Die Fotoqualität des G800 ist zwar insgesamt befriedigend, die Farben auf den Fotos sind kräftig und leuchtend. Die Kamera des G800 erfordert allerdings Kenntnisse in Fotografie, denn nur dann erzielt man optimale Ergebnisse. Zur Nachbearbeitung der Fotos wurde daher gleich eine passende Software integriert. Unterwegs Fotos zuschneiden, mit Effekten versehen und Texte einfügen ist daher kein Problem. Selbst Helligkeit, Kontrast und Farbe der Bilder können noch nachträglich justiert werden.
Ein Highlight der G800 Kamera ist sicherlich der 3x optische Zoom. Wie die Konkurrenz kann dieser sowohl im Foto- als auch im Videomodus genutzt werden. Videos nimmt das G800 unverständlicherweise aber nur noch in QVGA (320 x 240 Pixel) mit 15 Bildern pro Sekunde auf. Da lieferte das G600 noch VGA. Auch hier stehen dem Fotografen umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Auf Wunsch speichert das G800 die Filme dann in MP4 bzw. 3GP
Kamerabilder Samsung G800 (resized) Kamerabilder Samsung G800 (original, 100 MB)
Akkulaufzeit
Mit dem 1000 mAh starken Akku lässt sich ein eintätiger Messeeinsatz/Arbeitstag auch mit vielen Telefonaten problemlos überbrücken. Nutzt man nur den MP3-Player (Display möglichst wenig an), kommt man auf eine respektable Nutzungszeit von etwa 8 Stunden (bei Nutzung von A2DP ist aber schon nach etwa 5 Stunden Feierabend). Bei moderater Nutzung (2 Stunden MP3 sowie etwa 30 Minuten Telefonate am Tag) verschafft man sich etwa 2,5 Tage Ruhe vor der Steckdose und im Stand-by bei guter Netzabdeckung geht es auch mal 7 Tage ohne Ladegerät. Rund 9 Stunden Sprechzeit im GSM-Netz und etwa 370 Stunden im Stand-by gibt Samsung als Vorgabe für das G800. Diese Werte sind in der Praxis aber kaum erreichbar.
Fazit
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Fünf Megapixel, optischer Zoom, Bildstabilisator und Autofokus sind zumindest auf dem Papier Garanten für sehr gute Fotos. Leider schwächelt das G800 in der Praxis, zumindest, wenn man sich mangels Kenntnisse der Fotografie auf die eingebaute Automatik verlassen muss. Wer also die der glücklichen Lage ist, etwas mit Begriffen wie ISO, Schärfe, Kontrast und deren sinnvolle Kombinationen anfangen zu können, kann die Qualität der Fotos deutlich verbessern.
Hinsichtlich der Bedienung des G800 gibt es nichts zu bemängeln. Bis auf die unübersichtlichen Untermenüs würde ich die Bedienung des Samsung G800 als intuitiv bezeichnen. Allerdings ist die Konkurrenz in diesem Punkt noch einen Tick besser. In puncto Design teilen sich die Geschmäcker beim Samsung G800 sicher in zwei Lager. Für eine Kompaktkamera ist das Design gelungen, für ein Mobiltelefon ist etwas zu dick und leider auch sehr schwer. Die Verarbeitung ist hingegen ohne Fehl und Tadel. Alle Materialien sind hochwertig und dabei äußerst solide verarbeitet.
Die Handyfunktionen sind gut umgesetzt, das G800 kann hier mit gutem Empfang und Klangqualität punkten. Für etwa 290 € bekommt man mit dem Samsung G800 ein edles Kamera-Handy.
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Gute Kamerahandys - sogar mit WLAN und GPS gibt es allerdings auch aus dem Hause Nokia. Wer darauf keinen Wert legt, kann noch zum Sony Ericsson K800i/K810i/K850i oder N73 greifen. Wer einen echten optischen Zoom braucht, kommt im Moment nicht um das Samsung G800 bzw. das Nokia N93(i) herum. Die entsprechenden Tests der Geräte finden Sie hier auf meiner Seite. |
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