Palm Pre


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 11.10.2009 15:52h
Punkte   (7 von 10)
Testbericht Palm Pre von mobile-reviews.de
Hersteller:

Palm
Modell:

Palm Pre
Bezugsmöglichkeit:

Palm Pre

Revision: 11.10.2009

In einer groß angelegten Promotion-Kampagne will o2 mit dem Palm Pre auf der Basis von webOS™ ab dem 13.10.2009 ein Zeichen im hart umkämpften Smartphone-Markt setzen. Wobei das webOS auch "nur" auf Linux basiert. Dabei legt der Pre nicht so sehr wert auf eine topaktuelle Ausstattungsliste. Immerhin bietet er nur einen 3,1-Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel. Dieser reagiert - ähnlich wie das mit einem angebissenen Apfel versehene Konkurrenzprodukt aus Cupertino - kapazitiv und kann dadurch sehr gut mit Fingern bedient werden. Immerhin unterstützt das eingesetzte Betriebssystem auch MultiTouch-Gesten, damit kann man das Pre wirklich gut steuern. Eine 3-Megapixel-Kamera mit  LED reicht für überdurchschnittlich gute Schnappschüsse. Der integrierte GPS-Empfänger dient momentan nur sehr begrenzt als Navigationshilfe. Eine entsprechend gute Software lag zum Testzeitpunkt noch nicht vor, das vorinstallierte und allgegenwärtige Google Maps würde ich nicht als Navigationssoftware bezeichnen. Dank UMTS und HSDPA (3.6 mbit/s) ist man mit dem Palm Pre recht schnell im Internet unterwegs. Das ist auch gut so, denn ähnlich wie beim iPhone verlangt der Pre mit seinem webOS nahezu dauernd eine Verbindung ins Internet. Ohne diese Verbindung funktioniert der Palm eigene Synchronisierungsdienst nämlich nicht. Wie sich das neue Smartphone im täglichen Einsatz geschlagen hat, erfahren Sie noch vor Verkaufsstart und damit rechtzeitig in meinem folgenden Testbericht.

Design/Haptik/Verarbeitung

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Mit Abmessungen von 101 x 60 x 17 mm und einem Gewicht von 135 Gramm ist es nur unwesentlich größer als z. B. das HTC Magic (113 x 55 x 14 mm) oder das iPhone 3GS. Im Gegensatz zu den letzt genannten Modellen kommt beim Palm Pre aber eine vollwertige, wenn auch recht kleine QWERTZ-Tastatur zum Einsatz. Der hochglänzende, schwarze Kunststoff des Gehäuses macht einen sehr wertigen Eindruck, ist aber Kratzern gegenüber "schonungslos" ausgeliefert. Ecken und Kanten sucht man beim Pre vergebens. Das Design erinnert auf den ersten Blick an einen "Kieselstein". Der Pre fühlt sich sehr glatt an und liegt recht satt in der Hand. Die Rückseite des Palm Pre besteht quasi nur aus dem hochglänzendem Kunststoff-Akkudeckel (sofern man nicht die Variante mit dem Touchstone erhalten hat, dort ist der Akkudeckel nämlich matt). Den Grip verbessert das zwar nicht gerade, es verschafft dem Palm Pre aber einen exklusiveren Auftritt. Der Deckel selber sitzt stramm und macht einen gut verarbeiteten Eindruck. Ein Knarzen kann man ihm auch unter größerem Druck nicht entlocken. Da gibt ein HTC G1 ganz andere Töne von sich. Die Vorderseite wird - für ein Touchscreen-basiertes Smartphone typisch - vollständig vom 3,1-Zoll-Touchscreen dominiert.

Die Kameraoptik auf der Rückseite scheint recht gut gegen Kratzer geschützt. Sie wurde leicht in den Akkudeckel eingelassen und bekommt so keinen direkten Kontakt mit der Auflagefläche. Der Touchscreen setzt Eingaben zügig um. Da kann das Betriebssystem des Palm Pre manchmal nicht mithalten und genehmigt sich eine kleine "Auszeit".  Auch das webOS™ des Pre wurde für eine Einhand-Bedienung ausgelegt und das klappt auch ganz gut. Der kapazitive Touchscreen erlaubt keine Bedienung mit dem Fingernagel oder einem normalen Stylus. Handgeschriebene Notizen oder Skizzen - wie auf Modellen mit Windows Mobile - sind daher nur schlecht möglich. Alle Eingaben auf dem Touchscreen werden auf Wunsch durch einen Ton bzw.. durch Vibration bestätigt. Wer das nicht mag, der kann das mitunter etwas nervige Feedback auch abschalten.

Im Gegensatz zu den reinen Touchscreen-Modellen der Konkurrenz setzt Palm beim Pre auf eine echte QWERTZ-Tastatur. Die Navigation des neuen Betriebssystems webOS erfolgt zwar nahezu komplett über Gesten, die Texteingabe vertraut Palm beim Pre aber lieber einer QWERTZ-Tastatur an. Diese kann - dank der Slider-Bauweise - unten unter dem Display aufgeschoben werden. Das klappt, wenn Sie beherzt mit dem Daumen auf das Display drücken und schieben. Das Display selber wölbt sich dann leicht nach oben. Wie damals beim ersten Matrix-Handy (Nokia 8110), so erinnert auch der Pre in diesem Zustand eher an eine Banane. Die Tasten selber sind nicht komplett neu, in ähnlicher Form wurden sie bereits beim Centro und beim Treo Pro genutzt. Die Sonderzeichen und Umlaute erreicht man oft in Kombination der orangefarbenen (Options) bzw. Sym-Taste und der entsprechenden Buchstaben (z. B. a,o,u). Installierte Programme löscht man, indem man die Options-Taste drückt und dann auf das Icon tippt.

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Die einzelnen Tasten sind recht klein geraten, dafür aber leicht gewölbt. Insgesamt kann die Tastatur nicht gegen die deutlich luxuriösere Variante eines BlackBerry Bold bestehen. Echte Vielschreiber werden die Drücker als zu klein bemängeln. Hier kommt leider noch erschwerend hinzu, dass diese aus einem recht weichen Kunststoff gefertigt wurden. Das verstärkt den etwas schwammigen Eindruck. Für gelegentliche SMS oder E-Mails reicht sie aber vollkommen aus.

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Der Anschluss für das micro-USB Lade-/Datenkabel befindet sich auf der rechten Seite und ist durch einen Verschluss gegen Staub geschützt. Den 3,5 mm Klinkenanschluss hat Palm ergonomisch richtig auf der Oberseite angebracht. Musikliebhaber wird das sicher freuen. Durch die Gehäusewölbung ragt der Klineknstecker allerdings etwas aus dem Gehäuse des Palm hervor. Auf der linken Gehäuseseite befindet sich die Steuerung der Lautstärke. Dem Palm Pre wurde 8 Gigabyte Festspeicher mit auf den Weg gegeben, das sollte für die meisten unter uns reichen. Befüllen kann man im Datenträgermodus bzw. in der Option "Mediensychroniserung" über USB, dabei werden Daten leider schneller vom Palm übertragen als auf ihn geschrieben. Erweitern lässt sich der Speicher freilich nicht. Unterhalb des Displays haben die Designer nur eine einzige Tasten sowie ein berührungsempfindlichen Bereich für die Gestensteuerung vorgesehen. Dieser Bereich wird bei Berührung kreisförmig beleuchtet.

Größenvergleich (Apple iPhone 3GS)

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Der Pre ist deutlich kleiner als das 3G(S), dafür aber auch dicker geraten. Die Displayoberfläche ist kratzerempfindlicher, besteht sie doch nur aus Kunststoff. Das 3G(S) kann hier mit hochwertigen Glas punkten. Anzumerken sei, dass der Pre nicht ganz so dick aufträgt, wie man es im Vergleich zum 3G(S) vermutet. Ein direkter Größenvergleich bietet sich aber nicht an, dem iPhone fehlt schließlich eine vollwertige QWERTZ-Tastatur. Es wird sich später mit dem HTC HD2 messen müssen :-)

Technik/Branding

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Technisch betrachtet punktet das Palm Pre nicht unbedingt mit einer topaktuellen Ausstattungsliste. Nein, nüchtern betrachtet wurde dem Pre eher Hausmannskost mit auf den Weg gegeben. Das knapp 480 € teure Smartphone kann einen sehr guten 3,1-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel vorweisen. Der braucht sich wirklich nicht hinterm iPhone 3G(S) zu verstecken. Neben einem Musicplayer bietet das Palm Pre auch einen Videoplayer. Beide glänzen allerdings mit der Abwesenheit zusätzlicher Funktionen, wie Equalizer und Co. Die Kamera löst mit 3-Megapixel auf, kann aber keine Videos aufzunehmen. Das erinnert mich an die erste Version des T-Mobile G1 bzw. iPhone 3G. Über den Palm™-App Catalog kann man seinen Pre mit zusätzlicher Software versorgen. So zum Beispiel mit einem Internetradio, das ist zwar ganz nett, ein echtes FM-Radio wäre mir aber lieber gewesen. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es noch nicht wirklich viel Software zu testen. Für die Zukunft wünsche ich allen ambitionierten Programmierer daher einen guten Start. Als Quadband-Gerät (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit der Außenwelt nimmt das Palm Pre über Bluetooth samt A2DP sowie USB 2.0 und WLAN auf. Befeuert wird das webOS von einem OMAP 3430 Prozessor mit immerhin 600 MHz. Viel schneller ist das trendige Produkt aus Cupertino also auch nicht. Geschwindigkeitstechnisch haben beide nicht den Hauch einer Chance gegen den HTC HD2. Ein Branding gibt es beim (o2) Palm Pre nicht! Er hat auch keinen SIM-Lock und kann damit mit allen verfügbaren SIM-Karten genutzt werden. Sollte man das Palm Pre nicht mit Vodafone, E-Plus, T-Mobile oder eben o2 betreiben, so steht man aber vor einem Problem. Mit der installierten Version von webOS (1.1.3) kann man die Providereinstellungen nicht händisch eingegeben. Zudem sollte man vorher über einen passenden Datentarif Gedanken machen. Der Bootvorgang beim Pre dauert unglaubliche 80 Sekunden. Leider ist das neue webOS auch nicht immer stabil, so ist mir der Palm im Test merhfach komplett abgestützt und reagiert nicht mehr richtig auf Eingaben. Zudem wird das gerät im (UMTS)-Betrieb sehr warm. Das Palm webOS(R) Doctor(tm) Build 108.100, webOS 1.1.3 für das deutsche Palm ist nun ebenfalls online und kann hier: webOS Doctor 1.1.3 herunter geladen werden. Damit kann man seinen Pre wieder auf Werkeinstellungen zurück setzen. Hier wird der Vorgang (in englischer Sprache) beschrieben.

Themes/Root

Ab Werk beherrscht das Palm Pre keine Themes. Grundsätzlich ist es dazu aber in der Lage.

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Auch kann man die Einstellungen beim Palm Pre dank der Linux-Basis auch selbst verändern. Hierzu gibt es ein Programm namens "webOS Quick-Installer". Hierzu muss man allerdings den sogenannten Developer Mode aktivieren. Mit einem speziellen Programm kann man dann vom PC aus auch die Anzahl der Icons im Menü von 3x4 auf 4x4 ändern und vieles mehr. Sogar "Root"-Rechte kann man dadurch erhalten, somit hat man als User die volle Kontrolle über seinen Palm.

(zum vergrößern einfach anklicken)

Wer mehr zu Themes, Homebrew und eigene Anwendungen lesen will, sollte einen Blick in dieses Forum werfen.

Lieferumfang

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Zum Lieferumfang des 480 € teuren Schmuckstücks gehört ein nicht übermäßig gut klingendes Stereo-Headset, eine Transporttasche ohne Gürtelschlaufe sowie eine Kurzanleitung. Ein Reiseladegerät sowie ein USB-Lade-/Datenkabel vervollständigen den recht übersichtlichen Lieferumfang. Die Palm-Pre Verpackung wird in Deutschland von einem o2-Karton umgeben, der bei vielen wahrscheinlich direkt in der Tonne landen wird. Ich sage ja immer: "keine Mark in die Werbung, alles ins Produkt". Für die frühen Vögel unter uns spendiert o2 sogar noch einen Ladestation namens "Touchstone". Hiermit kann man seinen Pre sehr stylisch über Induktionstechnologie aufladen. Der Pre wird dabei durch einen speziellen Akkudeckel mit integriertem Magneten an der Station gehalten. Alle anderen können das sowohl nützliche, als mit knapp 70 € auch teuere Zubehör in den Tagen nach Verkaufsstart käuflich erwerben.

Display

Das sehr helle und kontrastreiche Display stellt Texte, Grafiken und Videos in einer Auflösung von 320 x 480 Pixel bei 16 Millionen Farbkombinationen dar. Es ist aus nahezu jedem Blickwinkel gut ablesbar und kann problemlos gegen den Platzhirsch aus Cupertino bestehen. Die recht ansprechend gestalteten und nahezu selbsterklärenden Menüicons sind ausreichend groß, durch die geringer Displaygröße wirken die Icons zudem sehr klar. So kann man das Palm Pre im geschlossenem Zustand bequem mit nur einer Hand (bevorzugt dem Daumen) bedienen. Dreht man seinen Palm Pre in bestimmten Anwendungen (z. B. Webbrowser) in den Quermodus, so dreht es den Bildschirminhalt gleich mit. Ein Hoch auf den integrierten Lagesensor, leider funktioniert das nicht in allen Anwendungen. So kann man Fotos und Videos im Querformat betrachten. Daneben funktionieren auch noch der Webbrowser und die Kamera im beliebten Quermodus. Erstaunlicherweise kann man das integrierte E-Mail-Programm nicht so ohne weiteres im Querformat nutzen. Mit einem Trick lässt sich dies aber ändern. Hierzu tippt man beim Start der E-Mail-Anwendung das Wort "RocknRollHax" ein. Schließt man den E-Mail-Klienten wird dieser Hack aber wieder deaktiviert.

Menü/Bedienung/Gesten

Leider ist zum aktuellen Zeitpunkt die Onlinehilfe noch nicht fertig geworden und das webOS krankt noch an der ein oder anderen fehlenden Übersetzung. Insgesamt betrachtet ist das webOS - wie es der Name schon sagt - sehr auf die Interaktion mit web-basierten Diensten ausgelegt. Ohne einen entsprechend günstigen Datentarif sollte man seinen Pre nicht nutzen. Gleichwohl er unterwegs auch ohne Datenverbindung auskommt, im Ausland kann man diese sogar komplett deaktivieren.

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Mit dem webOS™ will Palm einen intuitiveren Weg aufzeigen, um ein Handy bedienen zu können. Die Menüoberfläche erinnert dabei auf den ersten Blick etwas an Android-basierte Smartphones. In der linken oberen Bildschirmecke öffnet sich bei jeder Anwendung ein kontextbasiertes Programmmenü. Dort kann man dann allerlei Funktionen auslösen. Klickt man auf die Empfangsanzeige, so öffnet sich ein weiteres Menü mit Zugang zu den Empfangsmöglichkeiten, wie Bluetooth und WLAN. Es gibt zudem genau Auskunft über den aktuellen Akkustand sowie das Tagesdatum.

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Auf dem Startbildschirm befinden sich unten insgesamt fünf Links zu verschiedenen Anwendungen und zum Aufruf des Hauptmenüs. Die vier Links zu den Anwendungen lassen sich verändern. Durch simples drag & drop kann man sich so seine individuelle Startleiste erstellen. Zusätzliche Informationen, wie Uhrzeit (nur in der Statusleiste) und Datum zeigt der Satrtbildschirm allerdings nicht an, auch sogenannte Widgets sind ihm fremd. Damit ist er noch spartanischer als beim iPhone ausgefallen. Der eigentliche Menübildschirm ist dabei dreigeteilt. Den Menübildschirm erreicht man auch, indem man in der Kartenübersicht aus dem Gestenbereich in den Bildschirm hinein wischt, ein zweiter "Wisch" schließt ihn dann wieder.

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Man kann auf den drei Seiten nahezu beliebig viele Applikationen verteilen. Kleine Zeichen an der linken bzw. rechten unteren Ecke zeigen eine dann die Anzahl der Menübildschirme in der jeweiligen horizontalen Richtung. Ein eigenes Hintergrundbild ist nur im Startbildschirm möglich. Um mehr als neun Icons sehen zu können muss zunächst nach unten gescrollt werden, signalisiert wird dies durch einen kleine Pfeil. Die Icons können nach eigenem Gusto umsortiert werden. Eigene Ordner wie beim Betriebssystem Symbian kann man sich leider nicht anlegen. Hat man entsprechend viele Anwendungen installiert, wird die Scrollerei schnell nervig. Den Startbildschirm erreicht man, indem man den Knopf im Gestenbereich (unterhalb des Displays betätigt). Da das Pre Multitasking unterstützt, hat Palm sich eine recht clevere Methode ausgedacht, zwischen den unterschiedlichen Anwendungen zu wechseln. Hierzu gibt es eine Kartenübersicht. Diese Karten repräsentieren die offenen Anwendungen. Durch anklicken einer Karte holt man das Programm wieder nach vorne, flickt man die Karte an den oberen Bildschirmrand, wird es beendet. Selbst bei sieben gleichzeitig geöffneten Programmen kam der Pre noch nicht ins schleudern, auch ein - im Hintergrund laufendern - Musicplayer verlangsamte das System nicht messbar.

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Zeichnet man aus dem Gestenbereich heraus eine "Welle" in das Display und verweilte dann mit den Finger auf demselben, so öffnet sich ein "Wellenstarter". Der Wellenstarter entspricht den Programmverknüpfungen in der Schnellstartleiste und erlaubt den Aufruf von bis zu vier Anwendungen aus jeder anderen Applikation heraus. DAS nenn ich Multitasking: "iPhone eat this"! Aber zurück zum Palm Pre. Auf Anrufe reagiert es sowohl durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber eben nur mit einem Klingelton. Diese kann man durch beliebige MP3 ersetzen.

Anwendungen/App Catalog/Homebrew

Genau wie bei den Smartphones mit dem Betriebssystem Android liefert Palm beim Pre auch nur den "Grundstock" mit, das schmückende Beiwerk (die wirklich nützlichen Programme) liefern freie Programmier. Die Zahl der mitgelieferten Anwendungen ist zwar übersichtlich, dafür aber breit gefächert. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch so nützliche Dinge, wie einen Taschenrechner und eine Uhr mit Weckfunktion. Der Wecker funktioniert aber nicht wenn man seinen Pre abgeschaltet hat. Damit man auch sein0ne normalen Büroalltag mit dem Pre erledigen kann, hat Palm eine Notizfunktion namens Memo sowie eine gesonderte Aufgabenverwaltung mit integriert.

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Andererseits hat man dem Palm Pre das volle Programm von Google mit auf den Weg gegeben. Neben YouTube und Google-Maps hat auch Google Talk & Google-Mail den Weg ins Palm Pre gefunden. Letztere wurde aber nahtlos ins System integriert, während vorgenannte eine eigene Applikation bekommen haben. Mit Google Maps hat man immerhin eine kostenlose, aber eher rudimentäre Möglichkeit zur Navigation an die Hand bekommen.

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Der Service verursacht Datenvolumen, daher empfiehlt sich der Erwerb eines Pakets zur Datenübertragung. Nach dem Start fragt Google Maps brav nach, ob den lokalen Standort verwenden darf. Stimmt man dem zu, so zeigt es den entsprechenden Ortsbereich auf der Karte an. Google Maps nutzt zur Positionsbestimmung sowohl die GPS-Funktion als auch die sogenannte CellTower-Triangulation. Die angezeigten Kartenausschnitte können vergrößert oder verkleinert und in alle Richtungen verschoben werden. Die Bildaufbauzeit war im Test meist akzeptabel. Steht eine UMTS oder WLAN-Verbindung zur Verfügung, muss man kaum warten. Der Anwender kann den gewünschten Standort sogar aus der Satellitenansicht betrachten.

Google Maps bietet derzeit Verkehrsinformationen für etwa 30 größere US-Metropolen, darunter Los Angeles, New York und Chicago an. Der Dienst funktioniert begrenzt auch in anderen Gegenden. Nutzt man die Funktion "Verkehr anzeigen" werden die gewünschten Verkehrsdaten angezeigt oder man erhält die Meldung, dass Verkehrsinformationen für diesen Bereich nicht verfügbar sind. Gehört man zu den Glücklichen so erhält man kostenlos Informationen für die Hauptverkehrsstraßen, nicht jedoch für Nebenstraßen. Die Bereiche mit Staus werden dann rot hervorgehoben, während Bereiche mit zähflüssigem Verkehr gelb und freie Straßen grün dargestellt werden.

Die Fahranweisungen der Routenplanung werden Schritt für Schritt beschrieben, Gesamtstrecke und die geschätzte Fahrzeit werden ebenso dargestellt. Gesprochene Anweisungen beherrscht Google Maps aber nicht, so ist es gelinde gesagt, Wahnsinn während der Fahrt Anweisungen auf dem Display abzulesen. Es ist daher ratsam, dies einem Mitfahrer zu überlassen. Während des Tests kam es vor, dass nicht die kürzeste oder direkteste Route angezeigt wurde. Nichtsdestotrotz ist Google Maps in unbekannten Städten zumindest eine Hilfe wenn man sich mal verfahren hat.

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Im Palm™-App Catalog gibt es momentan noch nicht viel zu sehen, da ist der Apple AppStore deutlich besser ausgestattet. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ähnlich wie mit der Anwendung Cydia auf dem Apple iPhone, kann man über den File Coaster, Preload und Co auf dem Pre auch sogenannte Homebrew-Anwendungen installieren, die es im offizielle App Catalog oft nicht gibt. Für Fans der alten Palm Geräte gibt es im offiziellem App Catalog einen Palm-Emulator namens "Classic". Hiermit kann man sogar Programme, die für ältere Palms entwickelt wurden starten.

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Office/PIM

Für Geschäftsleute oder Studenten sorgt unterwegs ein PDF-Viewer für den notwendigen Durchblick bei PDF-Dokumenten. Sollte jemand unterwegs unbedingt seine Word-, Excel- oder Powerpointdateien durchsehen müssen, dann kann ich ebenfalls Entwarnung geben, der passende Dok-Viewer wird ebenfalls gleich mitgeliefert. Verändern kann man die Dateien freilich nicht. Kommen wir zur Kontaktverwaltung. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass das Pre sich nicht direkt mit Outlook versteht. Sprich, eine direkte Synchronisation ist nicht möglich. Es gibt dafür aber Gott sei Dank "etwas von Ratiopharm", eine passende (kostenpflichtige) Anwendung gibt es im App Catalog. Wer sich kostenlos behelfen will oder muss, sollte seine Kontakte als "CSV" exportieren und dann in einen Onlinedienst, wie z. B. Google importieren .Hierzu bietet Palm eine passende Software an, um Termine und Adressen über den Palm Desktop 6.2, aus Microsofts Outlook 2003 oder 2007 sowie aus iCal und dem Adressbuch von MacOS in das Palm-Profil zu importieren. Eine laufende Synchronisation ist aber nicht möglich. Seien wir mal ehrlich, wer sich einen Pre anschafft muss damit leben, dass seine Informationen (Kalender, Kontakte) auch bei Onlinediensten gespeichert werden, schließlich nennt sich das Betriebssystem nicht umsonst webOS.

PrePrePre

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Nutzt man zur Synchronisation seinen Google-Account so wird dem Kontakt auch das passend hinterlegte Bild zugeordnet und bei einem Anruf angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben suchen. Leider kann man seine vorhandenen Kontakte nicht in Gruppen einteilen. Bei den Kontaktfeldern sind zahlreiche zusätzliche Informationsdetails möglich (Festnetz und Mobilnummer, Anruferbild, Partner, mehrere E-Mail-Adressen, etc.). Zusätzliche Felder kann man beim Palm Pre manuell hinzufügen. So sind zum Beispiel auch Notizen zu einem Kontakt möglich.

PrePrePre

PrePre

Selbst ein Feld für den Geburtstag ist vorgesehen. Leider wird dieser nicht im Kalender angezeigt. Warum wird eine derartige Funktion immer vergessen? Ist das so schwer zu programmieren? Bei der Adressverwaltung ist das webOS in der Lage alle Adressinformationen zu einem Kontakt zusammenzufassen und zwar von Google, Facebook oder Exchange. In der Telefonanwendung wird eine virtuelle Tastatur eingeblendet, das Display schaltet sich während des Telefonats dann ab. Hier findet man auch das Telefonprotokoll, in dem eingehende und ausgehende Anrufe verzeichnet werden.

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Beim Pre Kalender handelt es sich in erster Linie zwar um einen normalen Vertreter seiner Art, auf den zweiten Blick offenbart er aber eine Besonderheit. Palm nennt sie Synergy. Synergy verknüpft und bündelt dabei Daten aus unterschiedlichen Quellen. Dazu muss der Nutzer bei der Ersteinrichtung des Pre bei Palm ein Konto anlegen. Ähnlich wie bei Apples MobileMe werden darüber dann die Synergy-Daten vorgehalten. Neben dem Palm eigenen Dienst unterstützt ds Pre aber auch noch Social Networks, wie Facebook. Selbst über Microsoft Exchange ActiveSync kann man Zugriff auf seine Daten bekommen. Termine und Co kann man auch ohne bestehende Internetverbindung eingeben, sie werden synchronisiert, sobald das Pre wieder mit dem Internet verbunden ist.

Der Kalender zeigt die Termine sowohl in einer Wochen- und Monatsansicht als auch in einer Tagesagenda an und informiert so auf einen Blick über anstehende Termine. Die jeweiligen Kalenderdatensätze werden dann mit unterschiedlichen Farben angezeigt. Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, für den hat er auch eine Wiederholungsfunktion vorgesehen..

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Neue Termine gibt man ein, indem man auf die betreffende Uhrzeit tippt und die Details eingibt. freie Zeiträume zwischen den Terminen werden wie in Form einer Ziehharmonika dargestellt. Wie beim iPhone zeigt das Programm-Icon des Kalenders immer den aktuellen Monatstag als Zahl an. Tippt der Nutzer auf das Tagesfeld, springt der Kalender auf Wunsch zum aktuellen Tag oder zu einem bestimmten Datum. Mit einem Fingerwisch nach links oder rechts blättert man dann den Kalender Tag für Tag oder Woche für Woche durch. In der Monatsansicht fehlt diese Funktion unverständlicherweise aber. Insgesamt betrachtet sieht der Kalender beim Apple iPhone absolut blass dagegen aus. Ich persönlich finde den Kalender beim Pre nahezu ähnlich gut wie bei meinem BlackBerry. Über eine Sprachwahl oder gar Sprachsteuerung verfügt das Palm Pre aber nicht. Auch mit Java kann es ab Werk nichts anfangen.

Unterhaltung

PrePrePre

Der Musicplayer des Palm Pre folgt optisch dem aktuellen Trend. In der Mitte wird dabei - sofern vorhanden - ein Coverbild dargestellt. Am unteren Bildschirmrand befinden sich die Tasten zur Playersteuerung sowie für die Shufflefunktion. Der Sound klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset recht ausgeglichen, allerdings etwas bassarm. Der hintere Lautsprecher gibt den Klang völlig nur dann verzehrungsfrei wieder, wenn er nicht bis zum Anschlag aufgedreht wird. Bei maximaler Lautstärke ist er trotzdem nicht in der Lage ein mittelgroßes Büro zu beschallen. Dank der 3,5 mm Klinkenbuchse kann man problemlos höherwertige Kopfhörer anschließen. So wird die Klangqualität aber nur leicht verbessert und kann gerade mit MP3-Playern aus dem unteren Mittelklassesegment mithalten.

Um die maximale Soundqualität des Palm Pre testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt. Die von Palm Stereo-Kopfhörer sehen nicht sonderlich gut aus, sind aber eben gut für Gespräche geeignet. Den optimalen Soundgenuss erreicht man damit aber wie bereits erwähnt nicht.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke des Palm Pre reicht keinesfalls aus um die großen Wandler des iGrado in Schwingungen zu versetzen. Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem Palm Pre deutlich besser zusammen und bringt den Klang recht gut rüber. Auch der Sennheiser CX300 ist für einen In-Ear ebenfalls eine gute Alternative, verstärkt den Bassbereich in meinen Ohren aber noch nicht ausreichend. Da kommt dann der Creative Labs EP 630 ins Spiel. So liefert das Palm Pre den Ohren dann auch hörbare Bässe. Grundsätzlich kann man auf dem Palm Pre den Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9, ausgeben. Aufgrund des damit einhergehenden erhöhten Stromverbrauchs ist das aber nicht wirklich ratsam. Unterschiedliche Equalizer-Presets bietet der Musicplayer beim Palm Pre leider nicht an. So klingt das Palm Pre zwar recht passabel, kann aber nicht ansatzweise mit dem Nokia 5800 XM oder BeatDJ mithalten. Die maximale Lautstärke des Musicplayers ist in meinen Ohren zudem zu gering.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 wurden über iTunes beschafft bzw. eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" kodiert.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
The Corrs
(Talk on Corners)
OST Elizabethtown
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Einen großen Funktionsumfang kann der Musicplayer im Palm Pre nicht vorweisen. Immerhin kann man seine Songs nach verschiedenen Kriterien, wie z. B. Interpreten, Alben, Lied sortieren. Wer es abwechslungsreicher mag, kann seine Songs in zufälliger Reihenfolge abspielen (Shuffle) oder aber eben in einer Schleife vor sich hindudeln lassen. Alben werden im Coverflow-Stil dargestellt, ein Fingerwisch über die Albencover wechselt dabei den Song. Tippt man das Coverbild an, wird die Wiedergabe unterbrochen oder eben fortgesetzt. Bookmarks kennt der Musicplayer nicht, beendet man die Soundausgabe, so setzt der Player den Song nicht an der zuletzt gespielten Stelle fort. Sehr nervig, wenn man ein Fan von Hörbüchern oder Konzertmitschnitten ist. Im inoffiziellen App Catalog (File Coaster und Co) gibt es dafür aber den kostenlosen "Musicplayer Remix".

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Wenn der Musicplayer im Hintergrund läuft, zeigt webOS im Benachrichtigungsbereich am unteren Displayrand ein passendes Symbol an. Darüber kann man den Player weiterhin bequem steuern. Bei einem Liedwechsel wird der Titel praktischerweise im Benachrichtigungsbereich eingeblendet. Ein Radio liefert das Palm Pre leider nicht. Auch hierzu findet man im Palm™-App Catalog passende Internetradio-Programme, zumindest wenn man über eine Datenflatrate verfügt.

Pre

Videos machen auf dem 3,1-Zoll-Display richtig Spaß, sollten aber im MP4-Format vorliegen. Für Spielernaturen liefert der App Catalog eine kleine Zahl von Spielen, teilweise als Test- oder Lite-Versionen.

Klang

Da das Palm Pre nur über einen rückseitig verbauten Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke des Musicplayers nicht wirklich ausreichend, um am Arbeitsplatz problemlos als MP3-Player herzuhalten. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch unproblematisch. Während eines normalen Gesprächs werden die Stimmen etwas dumpf aber deutlich übertragen. Ein Hintergrundrauschen ist nicht wahrnehmbar. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind eher dezent. Wer sie nicht mag, kann zumindest die werksseitigen Klingeltöne durch eigene MP3 ersetzen. Die Signaltöne lassen sich ab Werk nicht sonderlich weit personalisieren, dazu muss man wieder mal auf dem App Catalog zurückgreifen, frei nach dem Motto "Gibt es da nix von Ratio....".

Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)

Das Palm Pre wird mit Quadband (GSM 850/900/1800/1900-Netze) und einer Unterstützung für UMTS samt HSDPA und WLAN ins Rennen geworfen. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt.

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Von der Geschwindigkeit her steht der Browser dem iPhone 3G kaum nach. Das ist allerdings auch kein echtes Wunder, beide basieren auf dem gleichen Grundgerüst namens Webkit. Gegen das 3GS kommt er aber nicht ganz an. Mittels Doppelklick oder den bekannten Kneif- und Spreizgesten kann man einen Bereich einer Webseite vergrößeren oder verkleinern. Innerhalb der Webseite scrollt man butterweich mit einem Fingerwisch. Die URL-Zeile öffnet sich erst dann wenn man auf der Tastatur tippt. Die Eingabe einer URL ist also jederzeit möglich, manchmal vermisse ich an dieser Stelle aber auch eine virtuelle Tastatur. Auch der Browser kann über Vor- und Zurück-Gesten gesteuert werden, dabei merkt sich der Browser die gewählte Zoomstufe. Fürderhin werden alle Seiten so angezeigt, wie der Nutzer sie verlassen hat. Der Browserinhalt dreht sich beim aktuellen Release von Palm™ automatisch mit dem Palm Pre mit. Standards, wie eine Lesezeichenverwaltung beherrscht auch der Browser des Palm Pre. Ein vollwertiger YouTube-Klient sorgt unterwegs für die notwendige Entspannung über mehr oder weniger witzige Videos. Wer es etwas anspruchsvoller mag, kann dort auch meine zahlreichen Videotests finden (suchen nach Hunterhood2001).

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Das Palm Pre liefert natürlich Pushmails aus, so man den passenden Exchange-Dienst nutzt. Über Google Mail geht das nur über das Protokoll "IMAP Idle". Alle eingehenden E-Mails werden in der unteren Benachrichtigungsleiste angezeigt. Wer die E-Mail-Dienste anderer Anbietern nutzen will, dem bleibt ebenfalls das manuelle Einsammeln über IMAP oder POP. AB Werk kann man den E-Mail-Klienten nicht im Querformat verwendet werden. Zur Aktivierung des Querformatbetriebs tippt man in der Kartenansicht das Wort "RocknRollHax" ein. E-Mails vom aktuellen und gestrigen Tag werden dabei deutlich hervorgehoben. In einer geöffneten E-Mail kann man über Pfeilsymbole zur nächsten Nachricht wechseln, ohne jedes Mal den entsprechenden Ordner öffnen zu müssen. E-Mails löscht man indem man sie in der Übersicht nach links oder rechts aus dem Bildschirm schiebt. Eine Funktion zum Löschen mehrerer Nachrichten gleichzeitig fehlt allerdings. Aktuell scheint das Palm Pre Probleme bei der Darstellung von Umlauten in HTML-Emails zu haben. Bei Nachrichten von Ebay werden z. B. die Umlaute nur durch ein eckiges Kästchen dargestellt. Auf neuen E-Mails wird man im Benachrichtigungsbereich hingewiesen. Bei ausgeschaltetem Display gibt es aber kein Signal.

Anhänge in nahezu jeder beliebigen Größe lassen sich ohne Probleme auf das Pre laden. Bilder werden in den E-Mails direkt angezeigt. Office-Dateien und PDF-Dokumente mit den mitgelieferten Programmen geöffnet. Für Freunde "ungepflegter" Kommunikation übernimmt "Google Talk" die Rolle des Instant Messanger. Ohne den passenden Datentarif kann es zudem teuer werden.

Kamera/Video

Um es vorweg zu nehmen, selbst Umsteiger vom Apple iPhone werden mit der Kamera des Palm Pre keine echte Freude haben. Sie bietet zwar eine Auflösung von 3-Megapixel, verzichtet aber auf umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten.

PrePre

Eine umfangreiche Kamerasoftware wurde dem Palm Pre verwehrt. Was bleibt? Nun, man kann ein Foto machen, oder eben nicht. Da wird man doch gleich wieder an die neue Kunstform, den "Minimalismus aus Cupertino" erinnert. Immerhin nutzt die Kamera des Palm Pre das große Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus gehalten. Aufnahmen bei schlechter Beleuchtung oder in völliger Dunkelheit gelingen dank der recht leuchtstarke LED deutlich besser als beim iPhone. Trotzdem reicht der "Blitz" nur etwa 1 1/2 Meter weit.

Wie sieht es mit der Qualität der Optik der eingebauten Kamera aus? Sagen wir es mal so: Gutes Licht = gute Bilder! Die eingebaute Automatik macht mit den zur Verfügung stehenden 3-Megapixeln aber recht ansprechende Aufnahmen. Geknipste Bilder kann man als MMS oder E-Mail verschicken. Der Start der Kamera nimmt knapp 1 Sekunde in Anspruch, nach 1 Sekunde ist das Bild auch schon im Kasten. Videos nimmt die Kamera unverständlicherweise nicht auf, ein Punkt für das iPhone 3GS. Hier mal ein paar Vergleichsbilder zwischen iPhone 3GS und Plam Pre.

Apple iPhone 3GS

Palm Pre

Akkulaufzeit

Der Akku leistet ähnliches wie beim Apple iPhone 3GS. Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, Push-Mails, 90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku knapp einen Arbeitstag( 11 Stunden). Reduziert man seine Nutzung entsprechend verlängert sich die Akkulaufzeit auf knapp 2 Tage. Ein dauerhaft eingeschaltetes GPS/WLAN hat auf die Akkulaufzeit keinen Einfluss, zumindest dann nicht, wenn das Palm Pre sich im Standby-Modus befindet. Als Internetradio (im App Catalog verfügbar) macht das Palm Pre bei konstanter 3G-Verbindung und abgeschaltetem Display nach knapp 6 Stunden schlapp, wird dabei aber recht warm. Surft man per WLAN, so reicht es für immerhin 5 Stunden Onlinevergnügen. Intensivnutzer mit Telefonitis werden ihr Schmuckstück täglich laden. Normalnutzer wird das Palm Pre mit der aktuellen Firmware knapp 2 Arbeitstage begleiten, bevor die Kraftzelle dann wieder nach Strom aus der Steckdose giert. Der Ladevorgang dauert jedenfalls nur knapp 1 Stunden 45 Minuten. Die recht übersichtlich Akkulaufzeit scheint für ein Smartphone heutzutage wohl leider die Regel.

Videotestbericht

Fazit

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Mit Multitouch, der 3-Megapixel-Kamera und HSDPA zieht es technisch betrachtet mit dem iPhone 3G gleich. Aufgrund seiner vollwertigen QWERTZ-Tastatur ist es dem Produkt aus Cupertino sogar leicht überlegen. Das neu entwickelten Betriebssystem webOS kann Gefallen, allerdings werden sich viele Fragen, warum es noch nicht der neuen, verbesserten Version 1.2 in den deutschen Handeln kommt. So fehlt dem Handy zum Beispiel Copy&Paste aus Webseiten, das erst mit einer der nächsten Firmware-Version kommt. Palm hätte gut dran getan, Apple nicht alles nachzumachen ;-)

Unter dem Strich betrachtet ist das Pre durch die Gestensteuerung dem iPhone von der Bedienung her überlegen. Auch die Reaktionsgeschwindigkeit des webOS gefällt mit besser als beim iPhone 3G. Gerade in Verbindung mit der Möglichkeit zum Multitasking. Momentan überwiegen aber noch die Schwächen, so dass ich noch keine Kaufempfehlung aussprechen kann. Die Grundfunktionen wie Musicplayer, Videoplayer, Messaging und Co funktionieren einwandfrei und auch der Webbrowser ist gut, leider eben nicht ganz so gut wie beim iPhone. Für mich - als Poweruser der auch vor einem inoffiziellen Patch nicht zurückschreckt - ist das Pre aber schon jetzt die erste wirklich ernstzunehmende Konkurrenz für mein iPhone. Das 3,5-Zoll-Display vermisse ich aber trotzdem.

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