Nokia 6280 Testbericht


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 26.10.2014 08:39h
Punkte   (5 von 10)
 

Hersteller:
Nokia

Modell:
Nokia 6280
Shop:
Nokia 6280
Nokia 6280
Bildergalerie:
Bildergalerie

Links:
Java
Einstellungen

Einleitung

Tusch +++ Nokia bringt den "großen Bruder" des 6270 raus. Das Nokia 6280 ist der Versuch, eine sogenannte "eierlegende Wollmilchsau" an den Mann oder die Frau zu bringen. Mit Features wie UMTS, 2MP/VGA Kamera, VGA Videoaufnahme, 262k Farben, 240x320 Pixeln Displayauflösung soll sowohl der Technikfreak , als auch "ooto Normalverbraucher" angesprochen werden. Das Ganze in einem handllichen Slidergehäuse und optisch dezentem Design verpackt spricht auch Frau an. Das Gerät wurde mir wieder vom Nokia Shop in Münster (AMS Telekom) - Herr Schoeps - zur Verfügung gestellt. Besten Dank für den Anruf

Design

Wie das Nokia 6270 ist auch das 6280 ein Sliderphone. Gleichwohl es in meinen Augen deutlich besser verarbeitet ist. Bei Abmessungen von 100 x 46 x 21 mm und 115 Gramm ist es im Vergleich zum Nokia 6270 mit seinen 104 x 50 x 23 mm bei 125 Gramm Gewicht sowohl kleiner, dünner als auch leichter. Es macht einfach einen wertigeren Eindruck.

Technik

Nokia 6280
V 03.60
10-02-06
RM-78

Etwa 6MB Hauptspeicher, eine 64 MB miniSD Karte und damit eine fast unendliche Erweiterbarkeit des Speichers spiegeln - neben einem Display mit einer 240x320 Pixel fassenden Auflösung - die Hauptmerkmale des Gerätes wieder. Nokia setzt wieder miniSD ein. Imho eine gute Entscheidung im Hinblick auf Zugriffzeiten und Transferleistungen des Speicherinterface.


Lieferumfang

Das 6280 wird nokia typisch in einem schlichten Karton mit

* Nokia 6280 Mobiltelefon
* Nokia Stereo-Headset HS-23
* Nokia Akku BP-6M
* 64-MByte-miniSD-Karte
* Nokia Datenkabel CA-53
* Nokia Reise-Ladegerät AC-4E
* Bedienungsanleitung
* CD-ROM mit Software

ausgeliefert.


Verarbeitung/Haptik

Die Verarbeitung sowie Haptik meines Testgerätes ist einwandfrei. Kein knarzen, quietschen oder ähnliches. Auch der Slider sitzt für ein Nokia bombenfest. Die Verarbeitung ist also - im Vergleich zum 6270 - DEUTLICH besser geworden.

Sliden sowie die Bedienung mit einer Hand gehen nach kurzer Eingewöhnung recht fix. Das 6280 öffnet sich ähnlich dem SAMSUNG D500/D600 ohne die Qualität dieses Sliders ganz zu erreichen. Dennoch ist Nokia hier nahe dran.

Über eine spezielle Gummikante zum aufschieben verfügt das 6280 nicht. Ein leichter Druck auf die stromlinienförmige Abrisskante am Ende des Displays überzeugt es dennoch sehr schnell, den Blick auf die schwarze Tastatur freizugeben.

Diese ist kleiner als beim 6270. Aber dennoch ausreichend groß und bombenfest eingebaut. Das Gerät selber ist sehr gut verarbeitet. Zum Thema Serienstreuung kann ich mangels Masse an Geräten leider nix sagen.

Der Navikey ist nach kurzer Eingewöhnung gut zu bedienen. Alle Tasten weisen einen guten Druckpunkt auf.


Display

Das sehr helle Display verfügt über eine Auflösung von 240x320 Pixel. Eines der besten Displays, welches zur Zeit auf dem Markt verfügbar sind.

Die hohe Auflösung erfordert allerdings auch neue Themen und Anpassungen im Bereich von JAVA Anwendungen. Diese werden auf dem 6280 teilweise nicht korrekt - da zu klein - dargestellt. Die Icons sind wieder animiert und können durch entsprechende Themen angepaßt werden. Die hohe Auflösung und Leuchtkraft wirkt sich allerdings negativ auf die Akkuausdauer aus.


Inbetriebnahme

Nach Einschalten und einer sehr kurzen Gedenkzeit ist das 6280 schon einsatzbereit, die lange Bootzeit der Series60 Geräte teilt das 6280 natürlich nicht. Einstellungswizards hat es dafür auch nicht, Zeit/Datum, etc. müssen manuell eingestellt werden. Ebenso die Providereinstellungen für MMS und Co.


Menü/Funktionen

Das 6280 ist vom Aufbau her der Series60 Variante angepaßt worden. Die 3rd Edition der Series40 zeigt auf der Hauptebene etwa 13 Menüpunkten. Insgesamt sind die Funktionen der 3rd Edition leicht aufgebohrt worden. Alle Nokia bekannten PIM Anwendungen (Organizer) sind vorhanden.

Videos können als Bildschirmschoner sowie als Anruferklingelton dienen, Fotos als Hintergründe. Profile angepaßt und Zeit gesteuert werden. Änderungen werden nur noch nach Speicherung übernommen. Anrufern können individuelle Klingeltöne zugewiesen werden, ebenso Anruferbilder. Jedem Kontakt wird automatisch ein sprecherunabhängiges Sprachsteuerungskommando zugeteilt. Der Ruf "Büro" wählt also sogleich den entsprechenden Eintrag im Telefonbuch. Aufgrund des eingebauten UMTS hat es natürlich auch Videotelefonie an Bord.

Anruferbild

Testbild 6280

Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

MP3 Player

Der eingebaute MP3 Player mit seinen Klangprofilen (auch eigene möglich) in Verbindung mit einem Adapter (Pop-Port™-Klinke) und dem Koss Porta Pro schlägt imho die handelsüblichen 08/15 MP3 Player ala iBEAT auf jeden Fall. Multitaskingfähig, reagiert er schnell und ist in Verbindung mit der Steuerung über den aktive Standby einfach super zu handhaben. Der Medien (MP3) Player des Nokia 6280 ist gut, unterstützt Abspiellisten sowie einen Equalizer. Es sind vorgefertigten Profile möglich, aber auch zwei eigene. Es werden polyphone (64-stimmige), MIDI-, MP3-, und AAC/eAAC+ Klingeltöne sowie AMR-Audioclips sowie Video-Klingeltöne unterstützt.

Drei 3D JAVA Spiele sind vorinstalliert:

* Golf Tour
* Snake III
* Rally 3D

sowie ein paar nützliche Anwendungen

* Rechner
* Converter II
* Weltzeituhr


Das 6280 verfügt zudem über ein echtes UKW-Stereo-Radio, sowie über die Visual Radio getaufte Funktion (bei der Infos zu aktuell laufenden Songs aufs Handy übertragen werden). Die PIM Funktionen entsprechen denen des Nokia 6270/6230i. Der Kalender ist so wie beim 6230i, also mit Altersanzeige bei Geburtstagen. Es besteht zudem die Möglichkeit, Termine zu verschieben bzw. zu kopieren.

Ebenfalls mit dabei ist die Push-to-talk-Funktion über das Mobilfunknetz mit spezieller PTT-Taste. Der PoC-Dienst (Push to talk over Cellular) ermöglicht — ähnlich wie bei einem Walkie-talkie — direkte Sprechverbindungen mit Einzelpersonen oder Gruppen. Dabei wird die Person oder die Gruppe ausgewählt und zum Aktivieren der Verbindung die PTT-Taste gedrückt.


Klang

Der Klang des Gerätes ist sehr gut, kommt aber nicht an das 6270 ran. Dies liegt u.a. auch an der Tatsache, dass es nur über einen einzigen Lautsprecher verfügt. Dennoch wird Unterstützung für 3D-Sound-Effekte angeboten. Klanglich versteht man den Gegenüber deutlich und klar. Die entsprechende Gegenseite empfindet das genauso. Die eingebauten und vorinstallierten Klingeltöne sind erstklassig und klingen ebenfalls hervorragend, wenn auch sehr höhenbetont.


Connectivity

BT 2.0 sowie IR, UMTS und EDGE Funktionalität in bewährter Nokiaqualität! Das Gerät hat gute bis sehr gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1/O² Netz. Da gibt es nichts zu meckern. BT Verbindungen funktionieren einwandfrei und sehr schnell. Mittels des beigefügten USB Kabels kann das 6280 aber nicht als Wechselspeicher genutzt werden. Ein Connect mit der PC Suite ist über BT und auch Datenkabel kein Problem.


Kamera/Video

Das 6280 verfügt über eine integrierte 2-Megapixel-Kamera mit Modus für Aufnahmen im Querformat sowie über ein integriertes LED-Blitzlicht. Soviel zur Theorie. Praktisch macht sich die 2MP aber nicht wirklich bemerkbar. Die verbaute Kamera ist nicht unbedingt ein Aushängeschild und kann - aufgrund des fehlendes Autofokus nicht mit der Konkurrenz (W800/K750i/D750) mithalten. Da kann auch der 8-fache Digitalzoom sowie das Sucherbild in voller Displaygröße nichts dran ändern. Die Bilder lassen sich direkt über eine Kabelverbindung (USB-Anschluss) mit einem kompatiblen Drucker aufs Papier bringen.

Die Kamera unterstützt Aufnahmen in drei Qualitätsstufen mit Auflösungen von 1.600 x 1.200 Pixel (2 Megapixel), 1.024 x 768 Pixel (1 Megapixel), 640 x 480 Pixel (VGA). Die Frontkamera taugt NUR zur Videotelefonie und man kann keine Selbstpotrait damit machen.

Videos lassen sich in drei Qualitätsstufen mit Auflösungen von 640 x 480 (VGA), 352 x 288, 176 x 144 aufnehmen. In der höchsten Auflösung werden die Videos (3GP) allerdings sehr schnell mehrere Megabyte gross.

Bilder:

Testbild 6280 Testbild 6280 Testbild 6280 Testbild 6280 Testbild 6280 Testbild 6280 Testbild 6280

Leider hat das 6280 keinen Autofocus, daher sind die Nahaufnahmen verschwommen.

Video:

Ein paar Sekunden (8MB)
10 Sekunden 640x480 (hoch)
10 Sekunden 352x288 (hoch)
10 Sekunden 640x480 (mittel)


Themen

Das 6280 verfügt über einige mehr oder minder gelungene themenbezogene Motive für die Benutzeroberfläche. Neue Themen gibt es per Download. Die des 6270 laufen problemlos. Bildschirmhintergründe werden ebenfalls in Vollbild angezeigt.


Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des 6280 ist leider nicht wirklich überzeugend. Aufgrund des sehr hellen, leuchtstarken und hochauflösenden Displays in Verbindung mit den weiteren Funktionen hält der Akku bei Intensivnutzung etwa 1 Tage, bei moderater Nutzung 3-4 Tage. Die Nutzung der Energiesparfunktionen ist allerdings Pflicht.


Fazit

Hätte das 6280 einen Autofocus, so wäre es in meinen Augen mit Sicherheit die vielbeschworene "eierlegende Wollmilchsau". Da die Kameraqualität aber mit Sicherheit nicht als berauschend zu bezeichnend ist, bleibt es wieder eine schwierige Entscheidung.

Ist das 6280 den Aufpreis von etwa 50 € zum 6270 wert? Es hat keine Stereolautsprecher, dafür aber die besseren Multimediaeigenschaften. Es hat das in meinen Augen bessere Design und die bessere Verarbeitung. Es ist leichter, kleiner und sieht edler aus. Noch Fragen?

Na klar, die 50 € Aufpreis sind sicher gut angelegt. Akkulaufzeit und Standby sind natürlich mickrig. Aber wer ein derart hochauflösendes Display will, unbedingt per UMTS telefonieren muss, kennt ja diese kleine "Einschränkung".

Ich sage nur: Kaufen, wer ein Series40 UMTS mobile sucht. Vorher die Verarbeitung testen kann allerdings nicht schaden.

 
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