Nokia 5500 Sport Testbericht

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am
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Hersteller:

Nokia

Modell:

5500 Sport

Preis:

Nokia 5500


Bildergalerie:

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Links:
Java
Support
Spiele




 

Revision 1.1 vom 21.07.2006 - Videos hinzugefügt

Einleitung

Manches geht bei Nokia schneller, als auch die "Insider" meinen. Noch vor kurzem (10.05.2006) wurde das Nokia 5500 Sport erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt, nun ist es schon käuflich zu erwerben. Passend zum Hochsommer in Deutschland bringt Nokia sein - von allen Krankenkassen mit Freude erwartetes - Modell 5500 Sport heraus. Als DIE Trainigshilfe und "innerer Schweinehundkiller" soll es seinem Besitzer beim täglichen Marathon oder Triathlon unterstützen. Ob beim Nokia 5500 Sport der Spruch der Punkband Tote Hosen "ich bin käuflich, also kauf mich" gilt, werden Sie in meinem kurzen Testbericht herausfinden können.

Auch dieses Gerät wurde mir wieder von meinem Haus- und Hoflieferanten

AMS Telekom

zur Verfügung gestellt. Mein Dank geht an Herrn Schoeps und das Team.


Design

Sportlicht aktiv kommt das Nokia 5500 Sport daher. Mit einem Materialmix aus Edelstahl sowie schwarzem und transparentem Kunstoff sieht es gleichzeitig edel, als auch sportlich aus. Oben und unten ist das Gerät etwas dicker, durch seine Wespentaille liegt es hierbei gut in der Hand.

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Wie schon beim Nokia 6233 besteht der umfassende Rand des Mobile aus Edelstahl, ist somit besonders widerstandsfähig. Um einen Stoß-, Spritzwasser- und Staubschutz gewährleisten zu können - das Nokia 5500 Sport ist schließlich für den Outdoor Einsatz gedacht - wurden alle Tasten praktisch in Kunststoff "eingegossen". Hierdurch ergibt sich dann auch der erste Nachteil: die Tasten sind ziemlich schwergängig. Mit seinen Abmessungen von 107 x 45 x 18 mm bei einem Gewicht von 103 g (inkl. Standard-Akku BL-5B) läßt es sich gut in der Hosentasche verstecken, mittels des beigefügten Tragehalter und Clip CR-64 kann es aber auch ohne weiteres woanders befestigt werden.


Technik

Das Nokia 5500 Sport protzt sicher nicht mit top aktuellen Features. Den echten Freak werden Highlights, wie das TFT-Farbdisplay mit 262.144 Farben (Auflösung von 208 x 208 Pixeln), eine 2.0 Megapixel-Kamera mit 4-fachem Digitalzoom, Musik-Player sowie UKW-Stereo-Radio sicher nicht vom Hocker reißen. Der sportbegeisterte Handyfreund kommt aber bei Funktionen, wie der Aktivierung der Musikwiedergabe / Sprachausgabe durch einfaches Klopfen auf das Mobiltelefon (hier schaltet sich dann ein 3D Sensor ein) sowie Trainingsanwendungen, Trainingstagebuch und verschiedenen Fitness-Tests ins schwärmen. Um auch alle Fotos, Videos und seine Kontakte mit zum Training nehmen zu können, hat Nokia dem 5500 Sport etwa 12 MByte internen Speicher sowie einen microSD-Slot samt einer Speicherkarte mit 64 MByte spendiert. Als Novum liest das Nokia 5500 Sport seinem Besitzer eingegangene SMS auch noch vor. Als Betriebsystem hat Nokia seinem Outdoormobile diesmal die neue 3rd Edition der Series60 gegönnt.



Lieferumfang

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In einer hübschen Verpackung eröffnen sich dem Auge des Betrachters

* Nokia 5500 Sport-Telefon
* Standard-Akku BL-5B (Li-Ionen, 860 mAh)
* Nokia Kompakt-Ladegerät AC-3
* Nokia Sport-Stereo-Headset HS-29
* Nokia microSD-Speicherkarte (64 MByte)
* Bedienungsanleitung
* Datenkabel CA-53
* Tragehalter und Clip CR-64


Verarbeitung/Haptik

Im Punkto Verabeitung sollte Nokia bei seinem Outdoormobile nicht patzen. Ingesamt kann man das 5500 Sport als wirklich gut verarbeitet bezeichnet werden. Die Schutzabdeckung für den obligatorischen Pop-Port™-Anschluss zur Verbindung mit dem USB-Anschluss eines PCs oder eines anderen Geräts ist allerdings etwas nachlässig verarbeitet. Ein leichter Spalt liess sich wohl - aufgrund des Materials (Gummi) - nicht verhindern.

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Das Edelstahl umfasste Gehäuse, die Tastatur samt Drücker sowie die Akkuabdeckung sind allerdings frei von jeglichen Mängeln. Die Tasten sind aber - wie bereits erwähnt - aufgrund des Stoß-, Spritzwasser- und Staubschutzes ziemlich schwergängig. Nach kurzer Eingewöhnung geht die Bedienung und das SMS'en aber gut von der Hand. Die Tastatur aus mattem Gummi an sich ist klein geraten, die letzte Tastenreihe kommt hierbei mal wieder zu kurz. Unterhalb des Display befinden sich die beiden Softkeys sowie Menütaste und die Löschtaste (C). Die Drücker selber liefern einen erstaunlich gute Rückkoppelung. Die Tastatur ist geschmackvoll weiß beleuchtet und auch in weiß beschriftet.

Auf der rechten Seite des Nokia 5500 (neben dem Infratrotauge) befindet sich die "Stifttaste". Sie dient zum Markieren von Texten oder Eingaben. Oberhalb des Nokia 5500 Sport (rechts neben der Taschenlampe) liegt der Ein-/Ausschalter. Auf der linken Seite befindet sich dann der Push-to-Talk Drücker sowie die beiden Lautstärkeregler. Die Taschenlampe läßt sich durch längeres Drücken der Sterntaste einschalten.

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Weiter oben befindet sicht dann die weiße "Betriebsmodustaste". Hiermit kann man zwischen Musikplayer, Trainingsmodus und Standby wechseln. Die Farbe jeder Anwendung korrespondiert mit der Farbe des Navipad. Im Standby weiß, im Musikplayer gelb und im Trainingsmodus rot.

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Die beiden Drücker zur Gesprächsannahme sowie Gesprächsabbruch sind leicht erhaben und verstecken sich zunächst vor dem Betrachter.

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Um das Suchspiel aufzulösen: es sind die beiden "Auswüchse" links und rechts neben dem Navipad. Auch dieses ist leicht schwergängig, aber dennoch gut zu bedienen. Ich will nciht verschweigen, dass das Nokia 5500 Sport sicher kein Gerät für den Dauerschreiber und Viel-SMS'er ist. Für die ein- oder andere gelegentliche SMS reicht die Größe der Tasten aber dennoch aus.

Die Rückseite des Nokia 5500 Sport besteht aus schwarzem Kunststoff. Der Akkudeckel wird wie z. B. bei den Outdoor-Modellen von Siemens nunmehr eingehakt und mit einer Art Drehverschluss gesichert. Der Akkudeckel ist eine Mischung aus Edelstahl und Gummi.

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Display


Nokia spendiert seinem jüngsten Kind ein TFT-Farbdisplay mit 262.144 Farben bei einer Auflösung von 208 x 208 Pixeln. Aufgrund der Tatsache, dass auch das Nokia 5500 Sport über die 3rd Edition Series60 verfügt, eine eher ungewöhnliche Displayauflösung. Das Display ist subjektiv ziemlich klein geraten, bedingt durch die hohe Auflösung werden die Icons der ersten Ebene doch eher als klein vom Auge des Betrachters empfunden.

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Die Displayhelligkeit und die der Tastatur lässt sich manuell regeln. Über den bereits bekannten Lichtsensor anderer Modelle verfügt das Nokia 5500 Sport nicht. Schaltet das 5500 Sport in den wohlverdienten Standby-Modus, so werden im oberen Teil des Displays (neben Uhrzeit und Datum) der Empfangsbalken sowie die Akkupower angezeigt. Displaydimmung sowie Energiesparmodus lassen sich vom Nutzer zeitlich bestimmen.


Inbetriebnahme

Wer den winzigen Einschaltknopf oberhalb des 5500 Sport betätigt hat, darf sich nach einer etwas länger dauernden Bootphase seine Heimatstadt, Uhrzeit und Datum auswählen. danach bietet das 5500 Sport einen Einrichtungsassitenten an.


Menü/Funktionen

Auch das 5500 Sport verfügt wieder über die schon von anderen S60 bekannte 3x4 Matrix. Das Menü läßt sich beliebig anpassen, Menüpunkte lassen sich in Ordner verschieben, neue Ordner können angelegt werden. Installierte Software findet man im Ordner "Persönliches". Technisch und funktionell hat sich beim Nokia 5500 im Vergleich zu anderen 3rd Edition S60 aus eigenem Hause nichts getan. Alle Nokia bekannten PIM Anwendungen (Organizer) sind vorhanden. Sie entsprechen denen bisheriger S60 Mobiles ala E70/3250. In den Kontakten lassen sich z.B. Daten für Vornamen, Nachnamen, Firma, Position, Mobiltelefon, Telefon, Videoanruf, Fax, Pager, Internet-Telefon, E-Mail hinterlegen. Kontakte lassen sich nach Nachname, Vorname oder Vorname, Nachname anzeigen.

Das Nokia 5500 Sport Demovideo finden Sie hier.


Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

Das 5500 ist als Sportmobile konzipiert, dennoch verfügt es über ein paar wirklich gute Spiele. Insbesondere das

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Groove Labyrinth kann überzeugen. Durch den neuartigen 3D Sensor wird das komplette Spiel mittels Neigung des 5500 Sport gesteuert. Hierbei ist eine Kugel durch eine Art von Labyrinth zu buchsieren.

Ein Video des 3D Sensor in Aktion finden Sie hier.

Zudem wurde das obligatorische Snake sowie das in Flash lite programmierte Soduko vorinstalliert.

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Auch die üblichen Verdächtigen wie z. B. die Uhr, Rechner, Notizen, Dateimanager, Aufgabenliste, Umrechner, HTML Browser, E-Mail Client, Flash- sowie Adobe PDF Viewer sind wieder mit dabei.

Multimedia

Auch das Nokia 5500 Sport verfügt über den bereits bekannten MP3 Player. Mit seinen Klangprofilen (auch eigene möglich) in Verbindung mit dem Nokia Sport-Stereo-Headset HS-29 samt Steuereinheit

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kann er klanglich voll überzeugen. Mit der kabel gebundenen Fernsteuerung läßt sich der MP3 Player komplett bedienen. Zum Thema Klangprofile: hier gibt es nichts neues zu berichten. Auch das 5500 Sport bietet wieder die Auswahl zwischen Standard, Klassik, Jazz, Pop und Rock. Zudem läßt sich die Balance einstellen und der Klang mittels Nachhall, Stereo-Raumklang und Bass-Boost aufpeppen. Die Abspielreihenfolge der Musiktracks kann auch zufällig oder per Dauerwiederholung eines oder aller Musikstücke beeinflußt werden.

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Das integrierte UKW-Stereo-Radio speichert 20 Stationen, hat aber kein RDS. Nokia wählt hier den kostenpflichtigen Dienst "Visual Radio". So werden Informationen zum gerade gespielten Programm über das Internet abgerufen. Die Lautstärke des Radios ist ausreichend.


Klang

Ja, was soll man dazu noch sagen? Der Klang des 5500 Sport ist gut. Seit dem 6233 gibt es da auch nichts mehr zu meckern. Klanglich versteht man den Gegenüber klar und deutlich. Die entsprechende Gegenseite empfindet das genauso. Die eingebauten und vorinstallierten Klingeltöne sind bekannt und bewährt. Sie klingen hervorragend, wenn auch sehr höhenbetont. Insgesamt ist das Gerät wirklich "multimediatauglich" und ein wohlklingender Begleiter bei seinen sportlichen Aktivitäten.

Sport

Da das 5500 Sport auf Outdoor und Freizeitsportler ausgerichtet ist, widme ich ihn ein eigenes Kapitel. Erstmalig bei Nokia soll der Benutzer in seinen sportlichen Aktivitäten durch sein Mobile unterstützt und vielleicht sogar auch motiviert werden. Die örtlichen Krankenkassen werden Nokia da sicher nicht widersprechen, vielleicht gibt es das 5500 Sport ja demnächst auch auf Rezept.

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Entscheidet man sich für den Menüpunkt Quickstart kann man direkt in medias res gehen und den aktuellen Trainingsmodus anpassen. Als Aktivität stehen unter anderem Laufen und Radfahren zur Auswahl. Während des Trainings ermitteln die eingebaute Messfunktion neben der zurückgelegten Strecke, der Geschwindigkeit und der Intensität auch die zurück gelegten Schritte.

Die Daten ermittelt das 5500 Sport - wie jeder andere Schrittzähler - durch die Auf- und Abwärtsbewegungen des Körpers. Dies läßt sich sehr schön durch langsames auf- und abbewegen des Mobile simulieren.

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Nach Beendigung der Trainigseinheit liefert das 5500 Sport Informationen über die Dauer, Entfernung, Mittlere Geschwindigkeit, verbrauchten Kalorien sowie Anzahl der Schritte. Diese Infomationen werden in einem speziellen Trainingstagebuch festgehalten und können so nachgeschaut werden. Wie eine Art von Kalender kann man dann später seine Erfolge (oder Mißerfolge) nachlesen. Weiterhin bietet das 5500 Sport dem geneigten Aktivisten noch diverse Tests an.

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Alle Einzelheiten hier zu besprechen wäre allerdings zum umfangreich. Ein Blick in die deutsche Anleitung macht da ggf. schlauer.

Bedingt durch das Symbian Betriebssystem werden sicher noch Anwendungen von Drittanbietern folgen.


Konnektivität

Das Triband-Mobiltelefon hat gute Empfangs- und Sendeleistungen in beiden Netzen. Bluetooth Verbindungen funktionieren einwandfrei und schnell. Mittels des beigefügten Datenkabels kann das 5500 Sport als Wechselspeicher am PC betrieben werden. Dank des USB 2.0 geht das kopieren von Daten sehr schnell. Das 5500 Sport hat natürlich Infrarot an board. Selbstverständlich verfügt es auch über den beliebten Pop-Port™-Anschluss.

Nach dem einstöpseln des Datenkabel bietet es die Optionen "Media Player, PC Suite und Datentransfer". Im Datentransfer/Media Player Modus geht das 5500 Sport allerdings offline und man kann so telefonisch nicht weiter erreicht werden.


Kamera/Video

Das Nokia 5500 Sport bietet eine integrierte 2-Megapixel Kamera mit 4-fachem Digitalzoom, leider ohne Nahaufnahmemodus oder LED Blitz. Dafür gibt es dann eine Taschenlampe. Warum hat Nokia diese nicht auf die Rückseite verbaut und dann auch gleich als Blitz genutzt? Eine gute Frage, für die es sicherlich keine gute Antwort gibt ...

Die Kamera unterstützt Aufnahmen mit Auflösungen von 1.600 x 1.200, 1152x 864 und 640 x 480 Pixel. Videos lassen sich mit 176 x 144 und 128 x 96 bei 15 Frames/Sekunde aufnehmen. Sie lassen sich natürlich im Vollbildmodus abspielen. Die Qualität der Bilder kann zwischen Hoch, Normal und Niedrig (füs MMS) gewählt werden. Dann noch eine Option für den Weißabgleich sowie den Farbton und der Gelegenheitspaparazzi ist zufrieden.

Leider verfügt das 5500 Sport über keinerlei Focus. Die Qualität der Bilder ist bei normalen Lichtverhältnissen überraschend gut. Leider läßt sie stark nach, sobald man in dunkleren Räumen fotografiert. Die Qualität von Aufnahmen, die mit einem N80 oder Sony Ericsson K800i möglich ist, wird vom 5500 Sport natürlich nicht ansatzweise erreicht. Für Schnappschüsse reicht sie dennoch aus.

Kamerabilder

Vergleichsbilder des K800i (bei gleicher Auflösung)


Themen

Themen sind derlei zwei installiert. Das normale Nokia "Standard Theme" und das auf den Menüfotos ersichtliche. Diverse neue Themen lassen sich im Internet problemlos finden und installieren.


Akkulaufzeit

Aufgrund der guten Akkuleistung kann das 5500 Sport eine ausreichende Laufzeit vorweisen. Sie entspricht dem heutigen Standard. 2-3 Tage bei gemäigter Nutzung sind kein Problem. Quasselstrippen und Dauernutzer werden deutlich häufiger an die Steckdose gerufen. Insgesamt völlig ausreichend und weder negativ noch positiv überraschend.


Fazit

Wer auf der Suche nach einem wirklich alltags- und outdoortauglichen Mobile, zudem auch noch sportbegeistert ist, kommt um das Nokia 5500 Sport eigentlich gar nicht herum. Viele Alternativen gibt es in diesem Nischensegment eh nicht. Das Gerät ist gut verarbeitet, sieht edel und sportlich aus. Die eingebauten Traningsanwendungen sind - nicht zuletzt durch den 3D Sensor - wirklich hilfreich und nicht nur ein nettes Gimmick. Das das Gerät ziemlich günstig ist, kann man ohne Nachzudenken zuschlagen. Für Viel-SMS'er und E-Mailer ist das 5500 allerdings nicht die erste Wahl, dafür ist die Tastatur zu klein. Der eingebaute Multimediapart ist gut umgesetzt und ausreichend. Ich selber bleieb aber lieber beim meinem "Sportcomputer" samt Walkman. Ein Mobile beim Sport brauche ich nämlich nicht, ich will ja schließlich meine Ruhe haben :-)



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