Nokia 8800 Arte Test


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 12.02.2008 07:04h
Punkte   (8 von 10)
Testbericht Nokia 8800 Arte von www.mobile-reviews.de

Revision 1.0 vom 12.02.2008

Mit dem 8800 Arte bringt Nokia wieder ein Premium-Modell auf den Markt. Wenn Nokias Designer sich mit edlen Materialien austoben dürfen, dann kommt dabei oft nicht nur ein einzigartiges Meisterstück raus. Nein, dann wird es für den potenziellen Käufer auch teuer. Kann das neuste Mobiltelefon aus der 8800-Serie doch eine unverbindliche Preisempfehlung von fast 1000 € vorweisen. Übertroffen wird dieser Preis nur noch vom Schwestermodell, dem Nokia 8800 Saphire Arte, welches in den nächsten Wochen verfügbar sein wird. Luxus hat bekanntlich seinen Preis. Wer ein günstiges Mobiltelefon sucht, ist in der 8800-Liga sowieso nicht richtig aufgehoben.

Während das Gehäuse des 8800 Arte aus einem neuartigen Materialmix zwischen schwarzem Glas und Metall besteht, werkelt unter der Oberfläche bewährte Technologie. Als Triband-Mobiltelefon (GSM 900/1800/1900-Netze) mit UMTS-Unterstützung ist es in fast allen Mobilfunknetzen zuhause. Der automatische Frequenzbandwechsel ermöglicht hierbei einen Wechsel der Verbindung ohne das Arte neu starten zu müssen. Sein neuartiges OLED-Display mit einer Auflösung von 240x320 Pixel kann auf der 2 Zoll (5,1 cm) Displaydiagonalen insgesamt 16,7 Millionen Farben darstellen. Multimediaseitig bietet es eine integrierte 3,2-Megapixel-Kamera sowie 1 Gigabyte (GB) internen Speicher. Zwei wirklich nette Features will ich gleich vorweg nehmen. Zuerst wäre da die analoge Uhr, die sich durch festeres Antippen des 8800 Arte einblenden lässt. Des Weiteren werden eingehende Anrufe durch drehen des Arte auf die Display-Seite abgewimmelt, beziehungsweise auf Stumm geschaltet. Ein wirklich durchdachtes Feature. In Konferenzen bleibt einem so das hektische Suchen nach der passenden Taste erspart.

Ob das 8800 Arte neben seinem anmutigen Design noch andere Fähigkeiten hat, will ich Ihnen in meinem Testbericht zeigen.

Design

8800 Arte 8800 Arte 8800 Arte
8800 Arte 8800 Arte 8800 Arte

Auch das Nokia 8800 Arte kommt in einer - für die 8800-Serie typischen - Riegelform daher. Eine so schlichte Beschreibung würde diesem Handschmeichler allerdings nicht gerecht werden. Neben schwarzem Metall wird auch dunkles Glas verarbeitet. Dieses bedeckt das Display sowie die Softkeys und ermöglicht so im Falle eines eingehenden Anrufes die Sicht auf eine pulsierende Tastaturbeleuchtung. Das Cover des Nokia 8800 Arte ist aus hochwertigem Edelstahl gefertigt.

Eingerahmt wird es von einem chromfarbenem Ring. Unterhalb der 5-Wege-Steuerkreuz trennen zwei kleine Leisten die - bei geschlossenem Slider zugängliche - Bedieneinheit von der Tastatur. So soll das Aufschieben des Sliders vereinfacht werden. Die Rückseite des 8800 Arte besteht - mit Ausnahme der Antennenabdeckung - komplett aus Edelstahl. Im Gegensatz zur oft verwendeten Softtouchoberfläche ist sie allerdings auch empfindlicher. Die verwendeten Materialien sind nämlich sowohl Hingucker, als auch Fettmagnet erster Güte. Ziehen sie doch Fingerabdrücke an wie Motten das Licht. Für manische Putzteufel ist das Nokia 8800 Arte damit sicher nicht geeignet. Ist man doch versucht, es alle paar Minuten mittels eines Mikrofasertüchleins von den zahlreichen Abdrücken der eigenen (oder fremden) Patschehändchen zu befreien. Eine spezielle Beschichtung zum Schutz vor Fingerabdrücken konnte ich während des Tests nicht feststellen.

Die Abmessungen von 109 x 45,6 x 14,6 mm bei einem Gewicht von 150 g entsprechen in etwa der 8800 Sirocco Edition (107 x 45 x 16,5 mm, 139 g) und liegen in einem ausgezeichneten Verhältnis zueinander. So verwandelt sich das 8800 Arte in einen echten Handschmeichler, welchen man nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Technik

Nokia 8800e-1
V 05.21
30-11-07
RM-233

Neben einem neuartigen OLED-Farbdisplay mit 16,7 Mio. Farben bei QVGA-Auflösung, einer 3,2-Megapixel-Kamera mit Digitalzoom und Autofokus samt Videokamera-Funktion in VGA Auflösung, dem obligatorischen Video- und Musicplayer, bietet das 8800 Arte noch 1 Gigabyte Hauptspeicher. Selbst die UMTS-Unterstützung fehlt nicht. Allerdings kann der interne Speicher nicht aufgerüstet werden. Einen Speicherkartenslot sucht man also vergeblich.

Verarbeitung/Haptik

Sie haben Fragen zur Verarbeitung? Sakrileg! Denn auch hier reiht sich das Nokia 8800 Arte in die Reihe seiner Kollegen aus der 8800-Serie ein. Sie ist schlicht ohne Fehl und Tadel. Auch unter hohem Druck kann man(n) dem Cover keinerlei Knarzen oder Quietschen entlocken. Der Slider tönt beim einrasten mit einem satten Klacken und gleitet wie auf Schienen. Die Tasten des Arte sind einwandfrei verarbeitet, stehen aber eng beieinander und sind gerade für Männerhände etwas klein geraten. Sie liefern dafür eine gute akustische Rückkoppelung. Die weiße Tastenbeschriftung und -beleuchtung ermöglicht auch im Dunkeln noch eine sichere Kontrolle des Gerätes. Nachrichten und Notizen lassen sich relativ zügig verfassen. Bei Frauen mit längeren Fingernägeln wird dabei aber kein echter Spaß aufkommen. Bauartbedingt (Slider) lässt sich die letzte Tastenreihe etwas schwerer bedienen.

8800 Arte

Die beiden Softkeys befinden sich direkt unterhalb des Displays. Sie lassen sich individuell mit Schnellzugriffen für oft genutzte Funktionen (z. B. Profile, Musicplayer, Wecker) belegen. Die "grüne" sowie die "rote" Hörertaste positionieren sich jeweils links und rechts unterhalb der Softkeys und rahmen so das 5-Wege-Steuerkreuz ein. Es lässt sich gut bedienen und ebenfalls mit unterschiedlichen Funktionen vorbelegen. Bei abgeschaltetem Aktive Standby löst ein Druck nach oben beispielsweise die Kamera aus, der Druck nach unten öffnet die Kontaktliste. Drückt man das Steuerkreuz nach links lässt sich eine Kurznachricht erstellen und beim Druck nach rechts öffnet sich der Kalender.

An den beiden Seiten des 8800 Arte befinden sich die Drücker zur Entriegelung des Akkufachdeckels, an der Unterseite der Micro-USB Anschluss. Das 8800 Arte wird durch ein kurzen Druck auf den Ein-/Ausschalter an der Oberseite gestartet.

Lieferumfang

8800 Arte 8800 Arte 8800 Arte

In der sehr edlen, schwarzen Verpackung eröffnet sich dem Auge des Betrachters ein vollständiges Ausstattungspaket:

  • Nokia 8800 Arte
  • Nokia Akku BL-4U
  • Nokia Ladegerät AC-6E (Micro-USB)
  • Nokia Micro-USB-Datenkabel CA-101
  • Nokia Bluetooth Headset BH-803
  • Nokia Tischladestation DT-19
  • Nokia Tasche CP-212
  • CD-ROM mit der Nokia PC Suite (PC-Software), Version 6.84
  • Bedienungsanleitung
  • Faltblatt zum Produkt

Wer sein Arte liebt, sollte gleich an die Anschaffung eines Mikrofasertüchleins denken. Es wird häufig Anwendung finden. Bei einer schwarz glänzenden Oberfläche, die zudem teilweise aus Glas besteht, lassen sich Fingerabdrücke einfach nicht vermeiden. Für den Lieferumfang kann man Nokia nur Lob und Anerkennung aussprechen. Für rund 1000 € kann man allerdings auch etwas erwarten. Leider kann das 8800 Arte mangels mitgeliefertem Stereo-Headsets seine Audiostärken nicht sofort voll ausspielen.

Display

8800 Arte

Das OLED-Farbdisplay mit 16,7 Mio. Farben und kratzfester Glasbeschichtung zeigt die mittlerweile üblichen 240x320 Pixel an. Die Icons der Serie 40-Benutzeroberfläche wurden speziell für das Arte entwickelt und sind daher einzigartig. Die Größe der Schrift bei Mitteilungen, im Adressbuch sowie im Internet Browser lässt sich variieren. Eine hilfreiche und nützliche Funktion. Die Displayhelligkeit lässt sich ebenfalls verändern. Die maximale Leuchtstärke der OLED reicht nicht an Display, wie dem des Nokia 6300 heran. Trotzdem stellt es Schriften knackig scharf dar. Farbige Bilder dafür etwas flauer. Bei Sonnenschein lässt es sich leider nicht mehr ganz so gut ablesen. Tippt man unterhalb des Displays etwa fester auf das Nokia 8800 Arte, so erscheint eine schöne analoge Uhr.

8800 Arte Menü 8800 Arte Menü

Um Strom zu sparen, schaltet sich das Display nach einiger Zeit komplett ab. Entgangene Anrufe oder SMS werden dann durch entsprechende Symbole dargestellt.

Inbetriebnahme

Da das Nokia 8800 Arte mit der Serie 40-Benutzeroberfläche betrieben wird, ist es nach dem Einschalten praktisch sofort einsatzbereit. Einstellungswizards hat es dafür nicht, Zeit/Datum, etc. müssen manuell eingestellt werden. Die Providereinstellungen für MMS und Co. werden automatisch geladen. Man kann sie aber auch von der Nokia Webseite herunter laden.

Menü/Funktionen

8800 Arte

Die neue Benutzeroberfläche des 8800 Arte (5rd Edition der Serie 40) ist vom Aufbau her der Serie 60 Variante angepasst. Auf der Hauptebene befinden sich mehrere Menüpunkte (Mitteilungen, Adressbuch, Protokoll, Einstellungen, Galerie, Medien, Organizer, Programme, Internet) sowie Links zum Browser "Opera Mini", zum Programm Widsets sowie zu einer Suchfunktion. Die Anordnung der Menüicons kann wahlweise auf Gitteransicht ohne Beschriftung, Gitteransicht mit Beschriftung, Listenansicht oder Karteireiter umgestellt werden. In der neuen Registerkartenansicht werden im obersten Reiter dann 5 Menüoberpunkte angezeigt. Die Anordnung der Menüicons kann nach eigenem Wunsch abgeändert werden.

Die vorhandenen Profile (Allgemein, Lautlos, Besprechung, Draußen, Flug) können aktiviert und verändert werden. Selbst eine Zeitsteuerung ist möglich. Zusätzlich lassen sich zwei eigene Profile kreieren und benennen. Auf Wunsch kann das 8800 Arte in einen speziellen Flugmodus versetzt werden. Hierbei werden der GSM-Teil sowie Bluetooth abgeschaltet, alle anderen Funktionen stehen dann auch weiterhin zur Verfügung. In der neuen Benutzeroberfläche werden Änderungen nur noch nach vorheriger Speicherung übernommen. Anrufern können individuelle Klingeltöne zugewiesen werden, ebenso Anruferbilder oder Videos im Vollbildmodus. Jedem Kontakt wird automatisch ein sprecherunabhängiges Sprachsteuerungskommando zugeteilt. Der Ruf "Büro" wählt also sogleich den entsprechenden Eintrag im Telefonbuch.

Aktive Standby

8800 Arte Menü

Das 8800 Arte verfügt auch über den von der neuen Serie 40 bekannten "Aktive Standby". Hierbei wird der Bildschirm in maximal 4 Elemente (z. B. Allgemeine Anzeigen, Musicplayer, Kalender, Notizen) unterteilt. Zudem bietet er über die Schnellzugriffsleiste, die Möglichkeit, nahezu alle installierten Anwendungen zu starten. Hiervon werden allerdings maximal fünf gleichzeitig nebeneinander angezeigt. So ermöglicht der Aktive Standby eine Übersicht der anstehenden Termine (nur für den aktuellen Tag) oder des gerade laufenden Muiktitel im Musicplayer. Er lässt sich natürlich auch ganz abschalten.

Anwendungen/PIM

8800 Arte Menü 8800 Arte Menü 8800 Arte Menü

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Nokia typisch gibt es noch ein paar nützliche Zusatzanwendungen, wie einen Wecker, einen Taschenrechner, Notiz- und Aufgabenliste, eine Stoppuhr samt Countdown sowie einen (java basierten) E-Mail Klienten. Selbstverständlich darf auch nicht der Umrechner für gängige Einheiten (Temperatur, Gewicht, Fläche, Volumen, Währung, Länge etc.) und sogar ein Umrechner für Kleidergrößen sowie eine Weltzeituhr nicht fehlen. Für den Weltenbummler gibt es auch einen Übersetzer.

8800 Arte Menü 8800 Arte Menü 8800 Arte Menü

Die Einstellungs- und Verwaltungsfunktionen des eingebauten Kalender sind sehr umfangreich. Er zeigt das aktuelle Tagesgeschehen auf einen Blick mittels eines kleinen Popup-Fenster an. Zur übersichtlichen Darstellen verfügt er über eine Monats- und Wochenansicht. Notizen, Aufgaben, Erinnerungen und Co sind ebenfalls kein Problem. Selbst Geburtstage lassen sich eintragen.

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Selbstverständlich kann das 8800 Arte auch mit einem Adressbuch für etwa 1000 Einträge glänzen. Neue Kontakte lassen sich bequem über die Tastatur hinzufügen, hierbei stehen dem Nutzer u.a. Eingabefelder für den Vornamen, Nachnamen, divere Telefonnummern (Allgemein, Mobil, Privat, Arbeit, Fax), Video, E-Mail, speziellen Klingelton, Firma, Webseite, Position, Postadresse, Geburtstag, Bild Notiz und dergleichen mehr zu Verfügung.

Die vorhandenen Kontakte können über die Nokia PC Suite mit dem 8800 Arte gesynct werden. In die Kontakte eingetragenen Geburtstage werden allerdings nicht im Kalender wieder gegeben. Für alle, die keine Datenflatrate nutzen, hat Nokia auch einen Paketzähler für ein- und abgehende Daten integriert.

Unterhaltung/Spiele

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Der eingebaute Musicplayer mit seinen Medien-Klangregler (Normal, Pop, Rock, Jazz, Klassik) in Verbindung mit einem Adapter (micro-USB auf 3.5 mm Klinke, z. B. vom Nokia 6500 Classic oder 8600 Luna) und guten Kopfhörern kann mit handelsüblichen 08/15 MP3 Playern durchaus gleich ziehen. Es können zwei eigene Klangprofile erstellt werden. Der Klang ist allerdings bassarm. Einen passenden Adapter von micro-USB auf 3.5 mm Klinke kann man z. B. bei ebay kaufen. Da das 8800 Arte auch A2DP und AVCRP unterstützt, kann man die Musik auch über einen Bluetooth-Stereokopfhörer ausgeben.

Der Musicplayer ist natürlich multitaskingfähig und reagiert schnell auf Änderungswünsche. Er unterstützt Abspiellisten, und Musikstücke können zufällig oder sich wiederholend (Alle Musiktitel, momentaner Musiktitel) abgespielt werden. Musik (polyphone (64-stimmige), MIDI-, MP3-, und AAC/eAAC+ Klingeltöne sowie AMR-Audioclips und Video-Klingeltöne) kann dabei aus jedem beliebigen Ordner abgespielt werden. Hierbei zeigt das 8800 Arte auch die in das MP3 integrierten Albencover an.

Abgebrochene Wiedergaben setzt der Musicplayer genau dieser Stelle wieder fort. Eine schöne Möglichkeit, um auch kleinere Hörbücher genießen zu können. Leider dauert das Befüllen des 1 GB großen internen Speicher mit 45 Minuten etwas zu lange.

Der Video-Player ist für die Videos zuständig. Hierbei sind gestreamte Inhalte ebenso abspielbar wie Medien-Downloads möglich. Die Videos lassen sich dabei vor- und zurückspulen.

8800 Arte Menü 8800 Arte Menü 8800 Arte Menü

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Zur Erbauung bietet das 8800 Arte zwei Spiele an. Neben der obligatorischen "Golf Tour" gibt es auch noch das "Highroller Casino".

Klang

Der Klang des Gerätes ist etwas dumpf. Bei meinem Testgerät war zudem ein deutliches Grundrauschen zu vernehmen. Das 8800 Arte verfügt über einen an der rechten Seite angebrachten Lautsprecher und bietet Unterstützung für 3D-Sound-Effekte. Insgesamt ist der Klang höhenbetont, eine Basswiedergabe findet praktisch nicht statt. Die maximale Lautstärke des Lautsprechers ist nach meinen Maßtäben nahezu ohrenbetäubend laut und reicht im MP3-Playereinsatz zur Beschallung auch größerer Büros aus. Bei hoher Lautstärke übersteuert er allerdings und löst dann den integrierten Lagesensor des 8800 Arte aus. Damit wird dann die schöne Analoguhr eingeblendet. Während eines Gespräches versteht man den Gegenüber klar und deutlich, allerdings ist ein leichtes Grundrauschen wahrnehmbar. Die vorinstallierten Klingeltöne des avantgardistische Musikantenduo Kruder & Dorfmeister klingen jedenfalls sehr schön.

Connectivity

Das Nokia 8800 Arte bietet dem Nutzer u.a. das A2DP sowie AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) Bluetoothprofil samt Enhanced Data Rate Standard (EDR). Eine Infrarot-Schnittstelle ist nicht vorhanden. Kabelverbindungen zum PC sind über die micro-USB Schnittstelle möglich. Netztechnisch bietet das 8800 Arte Triband (GSM 900/1800/1900-Netze) Funktionalität samt UMTS und kann somit fast weltweit genutzt werden. Das Gerät hat subjektiv gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1 Netz. Da gibt es nichts zu meckern. Der Browser des 8800 Arte ist zwar in der Lage HTML darzustellen. Die normalen Webseiten werden allerdings nicht an die Größe des Display angepaßt. So erfordert das Studium normaler Webseiten häufiges scrollen in alle Richtungen. Geladen werden kann das 8800 Arte sowohl über das Datenkabel, als auch über die mitgelieferte Nokia Tischladestation DT-19 bzw nur über das Ladekabel. So sollte auch unterwegs immer eine Lademöglichkeit gefunden werden. Die wunderschöne Tischladestation taugt auch gut dazu, sein 8800 Arte repräsentativ aufzubewahren.

Die Bluetooth Verbindung funktioniert einwandfrei, ist dafür aber nicht sonderlich schnell. Die Datenübertragung per USB ist da zwar etws schneller, aber trotzdem weit von den Möglichkeiten des USB 2.0 entfernt. 480 MB wurden in etwa 18 Minuten übertragen. Das Befüllen des 1 GB großen internen Speichers des 8800 Arte dauert damit in etwa eine Dreiviertelstunde.

Kamera/Video

Die integrierte 3,2-Megapixel-Kamera mit Digitalzoom samt Autofokus ermöglich eine maximale Bildauflösung von 2048x1536 Pixel. Die Qualität der Bilder ist dabei befriedigend bis gut. Sie leistet sich leichte Farbschwächen sowie eine gewisse Tendenz zur Randunschärfe und zum Rotstich. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen werden die Bilder schnell grobkörnig. Mangels zusätzlicher Kamerataste kann die Kamera nur über einen Eintrag im entsprechenden Menüpunkt gestartet werden. Eine etwas zeitraubende Angelegenheit. Schnappschüsse nach "klick and shoot" Manier sind so eher schlecht möglich. Dafür bietet die Kamera des 8800 Arte dem Hobbypaparazzi eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten und Programmen. Neben mehreren verschiedene Effekten (Normal, Graustufen, Sepia, Negativ) werden auch Möglichkeiten zum Weißabgleich (Automatisch, Tageslicht, Kunstlicht, Neonlicht, Horizont) angeboten. Selbst die Helligkeit der Bilder kann variiert werden. Bilder von Nachtschwärmer werden durch einen Nachtmodus verbessert. Auch der Selbstauslöser sowie eine Bildfolgefunktion fehlen nicht. Die Qualität der Bilder kann zwischen Gut, Normal oder Einfach gewählt werden. Die Kamera ermöglicht Bildauflösungen von 2048?1536, 1600?1200, 1280x960, 640x480, 320x240, 160x120 Pixeln. Videos werden in den vier Auflösung von 640x480, 352x288, 176x144 Pixel und 128x96 Pixel aufgenommen. Wahlweise mit Ton und mit einer Laufzeit, die nur vom internen Speicher und der gewählten Auflösung begrenzt wird (1 Stunde 4 Minuten bei maximaler und 5 Stunden 20 Minuten bei minimaler Auflösung). Auch hier unterstützen unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten den Hobbyfilmer.



8800 Arte Video
8800 Arte Video 8800 Arte Video

Themen/Skins

Nokia liefert sein jüngstes Kind mit einer Reihe von (eher dunklen) Themen aus. Auf der mitgelieferten CD sind dann noch ein paar mehr zu finden.

8800 Arte Menü 8800 Arte Menü

Die Serie 40-Benutzeroberfläche (5th Edition, Featurepack 1) lässt sich dafür aber auch mit "normalen" Themen (z. B. für das Nokia 6300) anpassen. Eigene Hintergrundbilder oder verschiedene Klingeltöne im MP3 oder AAC Format sind ebenfalls kein Problem. Auch eigene Bildschirmschoner können genutzt werden. Die Hintergrundbilder der Themen verändern im Laufe der Zeit ihre Form. Flash sei Dank!

Akkulaufzeit

Das Nokia 8800 Arte nutzt einen Akku vom BL-4U (1000mAh). Bei normaler täglicher Nutzung (1 Stunde MP3, 15 Minuten Gespräche) hält der Akku des 8800 Arte etwa 3-4 Tage durch. Bei intensiver Nutzung (Messetag mit zahlreichen Ggesprächen) zwingt man den Akku allerdings auch schon nach einen Tag an die Steckdose. Im MP3-Playermodus hält der Stromspeicher dann etwa 9 Stunden. Aber Vorsicht: Zeigt die Akkuanzeige während der ersten Stunden/Tage noch die volle Kapazität an, so nimmt diese dann rapide ab. Laut Nokia verfügt das 8800 Arte über eine Standby-Zeit von 300 Stunden und eine Sprechzeit im GSM-Netz von etwa 4 Stunden. Im UMTS-Netz noch knapp 3 Stunden. Diese Werte sind realistisch.

Videotestbericht

 

Fazit

Autor
Das Nokia 8800 Arte bietet technisch gesehen nichts wirklich überraschendes, ist aber in optischer Hinsicht ein echter Leckerbissen und Handschmeichler par excellence. Die Verarbeitung des Gerätes ist gut. Der Lieferumfang vollständig. Das metallische Klacken des hervorragend verabeiteten Sliders beim Öffnen und Schließen erzeugt Wohlklang in den Ohren. Die Qualität der Bilder der 3,2 Megapixel-Kamera ist für Schnappschüsse mehr als ausreichend, hält aber nicht dass, was die reinen technischen Daten versprechen. Die übrigen Multimediafunktionen vervollständigen aber das insgesamt gute Gesamtbild. Gibt es weitere Nachteile? Ja, der hohe Preis und die nicht vorhandenen Speichererweiterungsmöglichkeit. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist bei so einem Luxusobjekt schlicht nicht vorhanden. Ein ähnlich gut aussehendes Modell aus eigenem Hause - das Nokia 6300 - kostet nur ein Bruchteil und bietet zudem eine Speichererweiterungsmöglichkeit. Die Konkurrenz (LG Prada, LG Shine, Motorola KRZR und Co.) ist preislich auch deutlich niedriger angesiedelt, dafür natürlich auch häufiger anzutreffen. Aber zählt der Preis bei einem so schönen Prestigeobjekt? Wahrscheinlich nicht.

Die (hoffentlich) gut betuchte Zielgruppe des Nokia 8800 Arte sollte sich über Preise sowieso keine Gedanken machen müssen. Wenn doch, greift man(n) halt zu günstigeren Konkurrenzmodellen. Wer es noch edler haben will, der sollte zum Nokia 8800 Sapihre Arte greifen. Fazit: Schönheit hat eben ihren Preis. Dabie bleibt das Nokia 8800 Arte aber voll alltagstauglich.





  

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