Nokia (T-Mobile) 6650


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 19.08.2008 15:06h
Punkte   (8 von 10)
Testbericht Nokia (T-Mobile) 6650 von mobile-reviews.de


Hersteller:

Nokia / T-Mobile


Modell:

6650


Preis:

209 €


Bilder:

Bildergalerie
Kamerabilder


Links:

Produktdemo

Revision 1.0 vom 16.08.2008

Die Neuvorstellung des Nokia 6650, einem T-Mobile Exklusivgerät, ist auf der diesjährigen Cebit neben dem HTC Touch Diamond etwas unter gegangen. Das ist schade, denn Symbian betriebene Klapp-Handys sind rar gesät. Nokia tendiert im Moment wohl zum Modellbezeichnungsrecycling. Gab es doch schon anno Domini 2003 ein Mobiltelefon mit der Bezeichnung 6650. Damals wegweisend mit UMTS!. Das heutige 6650 ist als Dualmode (UMTS/GSM) Funker mit Quadband-Unterstützung (GSM 850/900/1800/1900) samt EDGE & UMTS mit HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) nahezu auf der ganzen Welt zu Hause. Eine automatische Frequenzband-/ und Modus-Umschaltung ermöglicht den fließenden Wechsel zwischen GSM und UMTS, das lästige Neustarten des Mobiltelefon entfällt damit. Softwareseitig wird es von Symbian 9.3 mit Featurepack 2 angetrieben, unterscheidet sich damit aber trotzdem in einigen Details vom Nokia N78. Wie sich das neue Klapp-Handy im Test geschlagen hat, können Sie im Anschluss nachlesen.

Das Nokia 6650 erfreut die Augen des Betrachters mit einem Aktivmatrix-QVGA-Display mit 2,2 Zoll (5,6 cm Displaydiagonale) bei 16,7 Millionen Farben in einer Auflösung von 320 x 240 Pixel sowie einem Aussendisplay mit etwa 1,37 Zoll bei 120 x 160 Pixel. Eine qualitativ hochwertige Kamera, wie z. B. beim N95 (8GB) oder N82 hat in das 6650 keinen Einzug gefunden. Hier muss man leider mit einer mäßigen 2-Megapixel-Kamera Vorlieb nehmen. Im Gegensatz zum N95 (8GB) kann das 6650 keine Videoaufnahmen in DVD-ähnlicher Qualität aufnehmen, dies bleibt den N-Serie Modellen vorbehalten. Dafür bietet ein integriertes (A)-GPS-Modul in Kombination mit der Navigationssoftware "Nokia Maps 2.0" die Möglichkeit zur Positionsbestimmung und Navigation.

Umfangreiche Musik- oder Videosammlungen speichert der Nokia 6650 Nutzer auf microSD-Speicherkarten (auch SDHC) bzw. im 30 MB kleinen internen Speicher.

Design

Testbericht Nokia 6650
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Mehr Bilder gibt es hier.

Beim 6650 handelt es sich unschwer erkennbar um ein Klapp-Handy. Neben dem Nokia 6290 und N76 endlich mal wieder ein klappbares Smartphone. Auch wenn ich persönlich kein großer Fan dieser Bauart bin, das Frauenherz wird es jedenfalls erfreuen. Leider kommt das 6650 für diese Spezies wahrscheinlich etwas zu "bieder" rüber. Wurde neben Aluminium doch nur noch schwarzer Kunststoff verbaut. Beides aber in guter Qualität. Im Gegensatz zum eher mäßig verarbeiteten, dafür aber deutlich hipperen N76, glänzt das 6650 eben mit einer robusten und wertigen Verarbeitung. Die Oberseite sowie der Akkudeckel bestehen dabei aus Aluminium. Ein Knarzen oder Quietschem ist dem 6650 völlig fremd, auch das Displayscharnier ist sehr robust und leichtgängig. Lackablösungen wie noch beim N76 sind eher nicht möglich. Das Zentimetermaß zeigt 99.7 x 47.3 x 16.2 mm und die Briefwaage nur 112 g an. Das N76 auf eigenem Hause verbucht hier 106.5 x 52 x 13.7 mm bei 115 g. Das N73 misst z. B. 110 x 49 x 19 mm und wiegt 116 Gramm. Die Kameralinse ist ungeschützt. Fazit: Schlichte Eleganz, statt poppige Farben.

Technik

Der Taskmanager von Epocware (Handytaskman) zeigt beim 6650 etwa 20 MB freien RAM an, die nervige Fehlermeldung eines N95 ala "Speicher voll" ist - trotzt angeblichem On-Demand Paging - leider auch beim 6650 noch präsent.

Der interne Speicher für Fotos, Klingeltöne, Video-/Musikclips, Kontaktdaten, Kalendereinträge, Aufgabenlisten und E-Mail/SMS-/MMS-Mitteilungen beträgt nur etwa 30 MB. Wer zusätzlich Programmen, Themen sowie Musik und Co. installieren will, sollte daher gleich eine Speichererweiterung per microSD-Speicherkarten in Betracht ziehen.

Das 6650 nutzt laut Auskunft von Nokia einen schnelleren Prozessor als beim Nokia N95, ist die Taktrate doch mit 369 MHz angegeben. Davon merkt man in der Praxis aber nicht wirklich viel. Meiner Meinung nach wird es vom sehr kleinen RAM ausgebremst. Angetrieben wird es mit dem brandneuen Betriebssystem Symbian OS Version 9.3 in der Series 60 3rd Edition, Feature Pack 2. Alle bisherigen Programme aus dieser Serie können also fast problemlos weiter genutzt werden. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Größenvergleich (Nokia 6650 - Nokia N76 - LG F7200)

Testbericht Nokia 6650 Testbericht Nokia 6650

Lieferumfang

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Ausgestattet mit dem üblichen Zubehör, dafür aber in einer edlen, schwarzen Verpackung mit magentafarbenen Akzenten kommt es auf den Ladentisch. Im Detail liefert Nokia/T-Mobile:

  • Nokia 6650 in silber schwarz
  • Akku Li-Ionen, BP-4L, 1500 mAh
  • Stereo-Headset HS-47
  • Datenkabel (USB/miniUSB) CA-101
  • Reiseladegerät, 100-240 V, 50-60 Hz (AC-4E)
  • 1 GB MicroSD Speicherkarte mit Kartenmaterial (D, A, CH)
  • Bedienungsanleitung
  • Info zum Karten-Programm

Verarbeitung/Haptik

Das 6650 wird in Ungarn (nach meinen Informationen im neuen Werk in Komárom) hergestellt. Ein Zeichen für schlechte Qualität? Sicher nicht! Ds 6650 wird weder von unterschiedlichen Spaltmaßen (N95), noch von klappernden Gehäuseteilen (6650) oder knarzenden Tasten (N82) gequält.

Die verbauten Drücker der großzügig dimensionierten, dafür aber komplett flachen Tastatur weisen einen noch spürbaren Druckpunkt auf. Auch größere Hände oder zarte Frauenhände mit längeren Fingernägeln werden beim Erstellen von SMS oder E-Mails keine Probleme bekommen. Selbst die letzte Tastenreihe ist noch gut erreichbar, dem Folder sei Dank.

Das Display verfärbt sich auch unter Druck nicht, da Nokia seinem 6650 eine Displayscheibe aus Plastik verpass hat. Fettflecke lassen sich problemlos und rückstand- sowie kratzerfrei mit einem Mikrofasertuch entfernen. Auch der Transport des Gerätes in der Hosentasche führte nicht zu Beschädigungen am Aussendisplay. Wobei ich aus Gründen der Sicherheit sowie des Werterhalts immer zu einer entsprechenden Schutzfolie raten würde.

Testbericht Nokia 6650

Der zentrale Navikey des Nokia 6650 ist sehr präzise. Eine sichere Navigation ist damit also kein Problem. Das 6650 lässt sich mit nur einer Hand bedienen und mit ein wenig Übung auch öffnen. Die einzelnen Richtungen des Navikeys können frei mit Funktionen belegt (z. B. Navikey hoch = Nachrichten) werden. Die Menütaste, die beiden Tasten zur Anrufsteuerung sowie die "C"-Taste zum löschen von Eingaben lassen sich gut bedienen. Des gleichen gilt für die beiden Softkeys unterhalb des Displays.

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Der Lautsprecher des 6650 befindet sich auf der Displayklappe. Der micro-USB-Anschluss wurde links unten am Gerät platziert. Handelsübliche Mini-USB Stecker passen damit nicht mehr in das 6650. Direkt gegenüber, auf der rechten Außenseite, findet sich der Headsetanschluss sowie die Ladebuchse ein. Auch beim 6650 heißt es "nieder mit dem Pop-Port™". Leider gibt es nicht die erhoffte Freiheit für handelsüblichen Lieblingskopfhörer, denn auch das 6650 nutzt Nokias 2.5 mm AV-Anschluss. Einen passenden Adapter auf 3.5 mm sucht man vergebens.

Links außen an der Displayklappe findet der 6650 Besitzer die beiden Zoomtasten (diese dienen auch der Lautstärkeregulierung im Gespräch und während des Musikgenusses) sowie die Kamerataste. Eine spezielle Wiedergabetaste für den direkten Zugriff auf die Bilder und Videos der Galeriefunktion - wie von Geräten der N-Serie bekannt - geht dem 6650 gänzlich ab.

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Die Farbe der Tastaturbeleuchtung sowie der Signalisierung für entgangene Ereignisse kann beim Nokia 6650 variiert werden. Wer will, kann aus den Farben Rot, Blau, Grün, Geld, Weiß, Violett, Türkis die passende auswählen und fürderhin strahlt die Tastatur andersfarbig. Zur Signalisierung kann man auch wechselnde Farben wählen. Im Anschluss finden Sie ein Video der entsprechenden Animation:

Display

Das Display mit 2,2-Zoll-Aktivmatrix (Displaydiagonale: 5,6 cm) mit Umgebungslichtsensor und 16,7 Mio. Farben verfügt über eine Auflösung von 240 x 320 Pixel. Im Vergleich zum Display eines N95 8GB ist es in der Diagonalen deutlich kleiner. Die Auflösung wirkt dafür schärfer und heller.

Die höhere Auflösung des Nokia N80 und Co. vermisst man auch beim 6650 nicht. Die Größe der Icons steht in einem guten Verhältnis zur Größe des Displays. Icons und Schriftarten wirken noch gut ablesbar. Das Display selber ist hierbei sehr hell beleuchtet. Die Helligkeit an sich wird wieder mittels eines Lichtsensors automatisch angepasst. Sie lässt sich aber auch manuell anpassen. Auch das 6650 verfügt über den schon vom Nokia N80/N73 bekannten Schlafmodus. Das Display schaltet sich also komplett ab.

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Dann informiert es seinen Besitzer per weißen Balken auf dunkelblauem Hintergrund über entgangene SMS oder Anrufe.

Inbetriebnahme

Nach dem Einschalten und einer eher kurzen Gedenkzeit von etwa 15 Sekunden ist das 6650 einsatzbereit. Ein Einstellungswizard für die Netzbetreibereinstellungen sowie eine kurze Einführung zu jedem wichtigen Punkt (mittels des Flash Player lite erstellt) erleichtern Einsteigern den Umgang mit den umfangreichen Funktionen des neuen Gerätes.

Menü/Funktionen

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Nachdem man die Menütaste des 6650 betätigt hat, präsentiert sich die 3rd Edition der Series 60 im Feature Pack 1 auf der Hauptebene mit 13 Menüpunkten (4x3 Icons). Hier kann der Nutzer fast schalten und walten, wie er will. Unterordner lassen sich erstellen, Menüpunkte in Ordner verschieben, neue Ordner können angelegt und umbenannt werden. Man kann zwischen einer Listen- und Gitteranordnung wechseln. Installierte Software findet man im Ordner "Programme-Persönlich". Geöffnete Programme werden mit einem blauen, kreisförmigen Pfeil gekennzeichnet. Das Menü lässt sich als Raster, in V-Form oder Hufeisen oder per Listen darstellen.

Bei den mitgelieferten Anwendungen handelt es sich um alte Bekannte mit nur leicht erweiterten Funktionen, wie sie auch schon von den älteren S60 Mobiltelefonen (N70) bekannt sind. Ein Umrechner für Einheiten (Fläche, Energie, Länge, Masse, Leistung, Druck, Temperatur), eine Weltuhr, eine Notizfunktion und eine Rekorderfunktion für Sprachnotizen helfen bei der täglichen Aufgabenbewältigung. Auch ein Programm zum Übertragen von Organizer-Daten zwischen dem Nokia 6650 und anderen kompatiblen Nokia Geräten wurde nicht vergessen.

In der Galeriefunktion des 6650 lassen sich Bilder, Töne, Videos und Streaming-Links anzeigen. Leider reagiert diese bei sehr vielen Bildern (ich hatte etwa 60 Aufnahmen auf der Speicherkarte) recht träge. So kann es ein paar Sekunden dauern, bis die kleinen Voransichten geladen wurden. Die Bilder lassen sich in Ordner einsortieren und nach bestimmten Kriterien filtern. Zum Thema Branding ist nur eines zu sagen: es handelt sich um ein T-Mobile Exklusivmodell! Daher findet man auch den T-Mobile eigenen Musikshop, ein Web-n-walk Icons sowie diverse Weblinks und Providereinstellungen im 6650. Das Gehäuse wurde auf der Oberseite zudem unwiederbringlich mit einem T-Mobile Schriftzug verziert. "MyFaves" (zum schnellen Verbinden mit den wichtigsten Rufnummern) ist auf dem 6650 bereits eingerichtet.

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Hat man sein 6650 einmal zugeklappt, so kann man über das Aussendisplay trotzdem noch verschiedene Aktionen auslösen. Neben dem Musicplayer ist noch die Kamera, der Kalender, die Profile sowie Stoppuhr und Timer zugänglich. Über die Lautstärkeregler werden die Funktionen ausgewählt und dann mit drei berührungsempfindlichen Tasten ausgelöst. Das 6650 lässt sich durch "Druck" auf die linke Sensortaste gefolgt von der rechten Sensortaste komplett sperren.

PIM/Office

In den Kontakten lassen sich z. B. Daten für Vornamen, Nachnamen, Firma, Position, Mobiltelefon, Telefon, Videoanruf, Fax, Pager Internet-Telefon und E-Mail hinterlegen. Zudem lassen sich ergänzende Informationen, wie Titel, Namenszusatz, Aliasnamen, Push-to-Talk, SIP, Web-Adresse, Geburtstag und eine Notiz hinterlegen. Es sind auch mehrere Telefonnummern zu einem Kontakt möglich. Kontakte lassen sich nach Nachname; Vorname oder Nachname; gekürzter Vorname sowie nach Vorname; Nachname sortieren. Einem Kontakt lässt sich bildschirmfüllendes Foto zuordnen, welches dann bei einem eingehenden Anruf angezeigt wird.

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Auf Wunsch können bestimmte Kontakte Gruppen zugeordnet werden. An diese kann man dann z. B. SMS senden.

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Die Einstellungs- und Verwaltungsfunktionen des eingebauten Kalenders sind sehr umfangreich. Er zeigt das aktuelle Tagesgeschehen auf einen Blick mittels eines kleinen Popup-Fenster an. Zudem bietet er die Wahl zwischen Monats- und Wochenansicht.

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Aus welchen Gründen auch immer, aber Quickoffice (Word, Excel, und Powerpoint Viewer) sowie der Adobe Acrobat Reader LE (1.5) für PDF Dokumente wurden nicht vorinstalliert. Es besteht also keine Möglichkeit, direkt ab Werk diese Dokumente anzuzeigen. Auch Flash (lite) 3 Animationen kann das 6650 nicht anzeigen. Damit sind die beliebten Videos von YouTube tabu. Seit kurzem gibt es hierzu aber eine spezielle Anwendung, "emTube" genannt. Zudem besteht die Möglichkeit, dass Nokia dieses Feature durch ein Softwareupdate nachreicht. So ist es mittlerweile auch auf dem N95 8GB möglich, Flashvideos von YouTube und Co abzuspielen.

Fotos oder Bilder können als Hintergrund genutzt werden. Die Profile (Allgemein, Lautlos, Besprechung, Draußen, Pager. Offline) können zwar angepasst, aber immer noch nicht Zeit gesteuert werden. Das ist überraschend, denn grundsätzlich ermöglicht das Featurepack 2 dies, auf dem N78 ist jedenfalls möglich. Eigene Profile können aber weiterhin erstellt werden. Die Profile sowie ein paar zusätzliche Funktionen lassen sich leicht erreichen, indem man kurz den Ein- und Ausschalter betätigt.

Spiele

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Neben einem "Marble Cannon" genanten Geschicklichkeitsspiel wurden keine weiteren Spiele vorinstalliert. Der freie Softwaremarkt stellt aber eine nahezu unüberschaubare Anzahl an Programmen und Spielen für den solventen Käufer zur Verfügung.

Active Standby/ Themen

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Der Active Standy genannte Bildschirm zeigt in der Series 60 3rd Edition grundsätzlich eine Kurzübersicht der aktuell anstehenden Aufgaben, Notizen und Termine. Eine Terminübersicht aller anstehenden Termine mehrerer Tage zeigt er allerdings nicht. Läuft der MP3 Player im Hintergrund, wird der Titel des aktuellen Songs eingeblendet und ermöglicht so den direkten Wechsel zum Musicplayer. Die sechs Programmshortcuts können frei belegt werden. Beim 6650 ist der sonst sehr vielseitig nutzbare Bildschirm eher spartanisch ausgefallen. Die Ansicht im Reiterformat, wie beim N78, fehlt hier.

MP3/Musik

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Das 6650 verfügt über den bekannten Musicplayer mit 8-Band-Equalizer. Der Klang kann in Verbindung mit einem hochwertigen Headset überzeugen. Die Lautstärke ist dabei hoch. Mna kann man das Klangbild nochmals beeinflussen, indem man Loudness und Stereo-Raumklang einschaltet. Selbst die Balance zwischen rechten und linken Kanal kann eingestellt werden. Durch vorgefertigte Voreinstellungen (Standard, Bass-Booster, Klassik, Jazz, Pop, Rock oder aber auch Eigene) kann der Nutzer Einfluss auf das Klangbild nehmen. Durch den 2.5-mm-Anschluss können ab Werk aber keine handelsüblichen Walkmankopfhörer genutzt werden. Die Abspielreihenfolge der Tracks kann zufällig oder per Dauerwiederholung, eines oder aller Musikstücke beeinflusst werden. Auch das Abspielen von Wiedergabelisten ist möglich. Die erstmalige Initialisierung (es sucht dann nach neuen Musikstücken) dauert etwa länger.

Der eingebaute Musicplayer ist multitaskingfähig, reagiert schnell auf Änderungswünsche und ist gerade in Verbindung mit der Steuerung über den aktiven Standby gut nutzbar. Als Hörbuchplayer-Ersatz ist er allerdings nur bedingt tauglich. Wenn der Player beendet wird, merkt er sich die letzte abgespielte Position nicht. Man kann den Player hierzu aber in den Pausemodus versetzen, dann spielt er nach Wiederaufnahme ab dieser Stelle weiter. Zudem gibt es nunmehr von Nokia ein spezielles Programm zum Hören von sog. Audiobooks. Im zugeklappten Zustand bietet das Aussendisplay Zugriff auf die komplette Funktionalität des Musicplayers.

Klang des Musicplayers

Der Klang des Musicplayers ist soweit ausgewogen, sofern man einen gescheiten Kopfhörer nutzt. Die mitgelieferten Exemplare können in dieser Disziplin - wie so oft - nicht überzeugen. Nutzt man hingegen ein besseres Exemplar - über einen zusätzlich zu beschaffenden 2.5 - 3.5 mm Adapter - so kann das 6650 sowohl klanglich, als auch technisch ein vollwertiger Musicplayer Ersatz sein. Wer mehr Bass "erzeugen" will, sollte das Soundprofil "Bass-Booster" manuell verfeinern und dann zusätzlich basslastige Kopfhörer, wie den Koss-Porta Pro nutzen.

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Das 6650 verfügt über ein echtes Radio allerdings ohne RDS Funktion. Dafür gibt es aber die webbasierte, "Visual Radio" getaufte Funktion zum Abruf aktueller Informationen zum jeweiligen Radioprogramm. Sie lässt sich leider nur über GPRS/UMTS nutzen. Insgesamt lassen sich 50 Radiostationen speichern. Eine automatische Sendersuche ist selbstverständlich auch möglich. Wer die Frequenz seines Lieblingssenders im Kopf hat, kann diese auch direkt manuell eingeben. Ohne Kopfhörer/Headset gibt das Radio allerdings keinen Laut von sich. Der Klang kann dann aber auch über den eingebauten Lautsprecher ausgegeben werden.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden zum Test genutzt. Der Song von Mos Def hat einen extremem Bass und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
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Klang des Gerätes

Die Wiedergabequalität im Gespräch liegt auf gutem Smartphone-Niveau. Sie kann meiner Meinung nach aber nicht ganz mit der aktuellen E-Serie und hier dem E71 mithalten. Der Klang ist dabei kräftig, so dass die Kommunikation auch in lauteren Umgebungen (Baustellen, Disco) noch klappt. Die Klangeigenschaft des eingebauten Lautsprechers ist im Radiomodus bzw. als MP3-Player-Ersatz gut. Insgesamt zwar eher höhenbetont, die maximale Lautstärke dafür aber völlig ausreichend. Im Freisprechmodus hingegen kommt der Gesprächspartner ziemlich blechern und kratzig rüber.

Connectivity

Als Quadband-Mobiltelefon für GSM 850/900/1800/1900-Netze mit UMTS/HSDPA Unterstützung leistet es sich keine Schwächen. Das 6650 hat gute bis sehr gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1 und O² Netz.

Das neue 6650 verbindet sich wieder mittels Datenkabel (Micro-USB) zur PC USB 2.0-Schnittstelle. Nokia nutzt also nicht mehr den alten Pop-Port™-Anschluss. Es lässt sich dann auch als Speicherstick nutzen und unterstützt Drag & Drop. Im Datentransfer/Media Player Modus geht das 6650 auch nicht mehr offline, so kann man telefonisch weiter erreicht werden. Eine 5-MB-Datei war nach knapp 15 Sekunden vom PC auf die Speicherkarte des 6650 transferiert. Ein durchschnittliches MP3-Album (12 Tracks, 60 MB) brauchte 2 Minuten für den Transfer.

Über das USB-Datenkabel kann das 6650 allerdings nicht geladen werden. Bluetooth Funkverbindungen nach Spezifikation 2.0 sowie A2DP wird unterstützt. Sowohl BT fähige Drucker, als auch eine BT fähige externe Tastatur lassen sich anschließen. Auch SIM-Access ist wieder mit dabei (externer SIM-Modus genannt). Mittels der neuen PC-Suite klappt auch eine Synchronisation über BT. Die O² Homezone wird einwandfrei angezeigt. Die Synchronisation von etwa 500 Kontakten dauert 1:35 Minuten. Hierbei werden auch Termine und Aufgaben bzw. Notizen mit abgeglichen. Nutzt man Bluetooth als Übertragungsweg, verlängert sich die Übertragungszeit um etwa 1 Minute. Die 2.5-mm-Klinkenbuchse dient zum Anschluss des Headsets. Der SAR-Wert beträgt erträgliche 0,64 W/kg.

Internet/Mobile-TV

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Der S60 Browser basiert auf Safaris Webcore und wird auch auf anderen N-Serie Geräten genutzt. Die 'minimap' getaufte Funktion erlaubt es, eine volle Seite auf einen Blick zu sehen und mittels Zoom in einzelne Bereiche einzutauchen. Unterstützung für RSS wird ebenfalls angeboten ist aber noch ausbaufähig. T-Mobile seitig gibt es die Möglichkeit, mit dem 6650 online Musik im eigenen Musikshop (Jukebox) einkaufen zu können.

Im Gebrauch zeigt sich, dass der Browser recht schnell ist. Die Darstellung von Frames und Popups ist kein Problem. Insgesamt ist er ein recht anständiger Browserersatz, kommt aber nicht gegen den Opera Mobile Browser 9.5 an. Surfen im Internet ist aber nur dann sinnvoll, wenn man über eine Datenflatrate und ein wenig Zeit verfügt. Denn Eingaben von längeren URL über die handyübliche Tastatur sind halt nicht wirklich flott möglich. Die Schriftgröße und damit die Übersichtlichkeit lässt sich beim 6650 Browser wie gewohnt mittels * und # Taste stufenweise ändern (50% bis 125%).

Ein Popup-Fenster bietet die am meisten gebräuchlichen Funktionen an. Aufgrund des kleinen RAM des 6650 lässt es sich aber nicht wirklich problemlos und absturzfrei surfen. Fehlermeldungen ala "Speicher voll" gehören mit dazu.

E-Mail Konten (POP/IMAP) einzurichten ist aufgrund der fehlenden QWERTZ-Tastatur keine echte Freude. So dauert die Einrichtung eines neues Postfachs mehrere Minuten. Unterstützt wird der Nutzer hierbei durch einen eingebauten E-Mail-Wizard, der die Einstellungen der gängigen Freemail-Anbieter kennt und der Nutzer die Angaben für SMTP und POP3 oder IMAP nicht mehr eintippen muss.

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Da das 6650 nicht über DVB-T oder DVB-H verfügt, gibt es von T-Mobile die Mobile-TV genannte Software kostenlos dazu. Herimit lassen sich ausgewählte und überwiegend kostenpflichtige TV-Sender empfangen. Technisch gesehen, wird der Programminhalt dabei per UMTS auf das 6650 gestreamt. Die Qualität kann allerdings (im Vergleich zu DVB-T) kaum überzeugen.

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GPS (Karten)

Über das integrierte GPS lässt sich das 6650 als Onboard Navigationslösung nutzen. Neue Karten werden dann über Nokia Maps 2.0 online (also per WLAN oder UMTS) heruntergeladen. Günstiger und schneller lädt man die Straßenkarten aber über die Software Map-Loader (gratis unter www.nokia.de). Die Navigation steht sowohl in 2D, als auch im 3D Modus zur Verfügung.

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Der erste Satfix ohne A-GPS dauert etwas länger. Wird das GPS-Modul in KFZ mit Wärmeschutzverglasung eingesetzt, reduziert sich der Empfang praktisch auf 0. Ein Umstand, der aber auch für viele andere Navigationssysteme gilt. Bei Normalverglasung gibt es hier keine Probleme. Lange Tunnel sind wenig überraschend ebenfalls oft ein KO-Kriterium für das eingebaute GPS. Die Navigation und Orientierung in "freier Wildbahn" hingegen funktioniert gerade mit A-GPS sehr schnell und zuverlässig.

Die gewählte Route kann zunächst auch im Simulationsmodus "abgefahren" werden. Es sind verschiedene Eingaben möglich (schnellste Route, etc.) sowie die Art des Fortbewegungsmittel (z. B. Auto oder auch Gehen). Für denjenigen unter Ihnen, der eher gelegentlich eine Navigationshilfe in Anspruch zu nehmen pflegt, ist der eingebaute Routenplaner in meinen Augen ausreichend. So dass der Einsatz von etablierten Programmen, wie Route 66 sicher nicht unbedingt notwendig ist.

Die Nokia Maps Software des 6650 lässt sich durch den Download von kostenpflichtigen Städteführern auch als eine Art von Fremdenführer nutzen. Auf Wunsch führt es einen zu allerlei verschiedenen Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Transportmöglichkeiten (Bahnhöfe, Flughäfen, oder z. B. Hotels).

Die Routenplanung selber ist nach Ablauf der 3-monatigen Testphase kostenpflichtig, hierzu hat Nokia entsprechende Angebote (täglich, monatlich, jährlich) entwickelt. Eine kostenlose - 3 Tage gültige - Testlizenz ermöglicht schon mal eine Schnuppernavigation. Die 7 Tage-Lizenz wird für 6,49 Euro, die 30-Tage-Lizenz für 7,99 Euro angeboten. Eine Jahreslizenz gibt’s für 59,99 Euro und wer sich richtig lange an Nokia binden will, kann eine 3-Jahres-Lizenz für 69,99 Euro erwerben.

Kamera/Video

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Die Kamera des Nokia 6650 ist bestenfalls Durchschnitt. Der CMOS-Sensor bietet neben einer Auflösung von 2 Megapixeln (1.600 x 1.200 Pixel) einen 4x Digitalzoom. Einen Autofokus oder Makrofunktion sucht mal allerdings vergebens. Dafür kann immerhin ein eingebautes LED-Blitzlicht automatisch hinzugeschaltet werden. Objekte werden dabei bis zu einer Entfernung von etwa 1 Meter ausgeleuchtet, in dunklen Umgebungen führt dies allerdings trotzdem zu Bildrauschen. Aufnahmen bei Tageslicht können über den Weißabgleich mit Einstellungsmöglichkeiten, wie Automatisch, Sonnig, Glühlampe und Neonlicht optimiert werden. Für Urlaubsbilder steht eine Serienaufnahmefunktion und ein Selbstauslöser zur Verfügung. Eine Programmautomatik hilft bei Nachtaufnahmen und der Farbton des Bildes kann über die Einstellungen, wie z. B. Normal, Sepia, Schwarzweiß oder Negativ verändert werden. Das Sucherbild wird dabei in voller Displaygröße dargestellt. Die dann erstellen Bilder können als Hintergrund oder Kontaktbild genutzt werden. Besonders gelungene Aufnahmen kann man sogar per Kurzstreckenfunk, SMS oder E-Mail versenden. Geotagging funktioniert nur mit zusätzlicher Software (Locr und Co). Eine spezielle Kamerataste löst die Speicherung des Bildes aus. Dieser Vorgang dauert nicht mal eine 1 Sekunde.

 

Die Qualität der Bilder ist eher durchwachsen. Nahaufnahmen wirken mangels Autofocus und Makromode verschwommen. An weniger gut beleuchteten Orten verschwinden Bilddetails im Bildrauschen. Leuchtet hingegen die Sonne, so macht auch die Kamera des 6650 gute Bilder. Was will man auch von so einem winzigen Objektiv erwarten?! Viel Licht vorausgesetzt, ist die Kamera in der Lage Motive farbgetreu wieder zu geben. Für Schnappschüsse reicht die Qualität aber aus.

Akkulaufzeit

Nokia (T-Mobile) haben im 6650 einen Stromspeicher ganz besonderer Art eingebaut, den BP-4L mit 1500 mAh. Dieses Kraftpaket findet sonst auch im Nokia E90 bzw. E61i Einsatz. So lässt sich z. B. ein Messetag mit vielen Telefonaten und einigen E-Mails völlig entspannt überbrücken. Bei nicht ganz so intensiver Nutzung (30 Minuten MP3 am Tag, ein paar SMS/E-Mails, 10 Minuten Telefon) hält der Stromspeicher etwa 5 Arbeitstage. Bei Dauernavigation (eingeschaltetem Display und Sprachausgabe) oder dem Einsatz des WLAN bettelt der Akku allerdings bereits nach etwa 6 Stunden um Hilfe (wobei das GPS Modul natürlich extern mit Strom versorgt wird) aus der Steckdose. Musicfreaks können den eingebauten MP3-Player (Display möglichst wenig an) etwa 17 Stunden nutzen. Bei eingeschalteter A2DP-Übertragung ist aber schon nach etwa 7 Stunden Feierabend. Bei sehr moderater Nutzung verschafft man sich etwa 1 Woche Ruhe vor der Steckdose und im Stand-by bei guter Netzabdeckung geht es auch mal 14 Tage. Rund fünf Stunden Sprechzeit im GSM-Netz und etwa 3 Stunden im UMTS-Netz sind durchaus möglich.

Videotest

Fazit

Autor
Die üblichen Symbian S60 3rd Edition Funktionen wurden beim 6650 leider nur teilwiese übernommen. Anwendungen wie Flash lite 3, Quickoffice oder einem PDF-Viewer fehlen beim 6650. Auch einzelne Erweiterungen des Featurepack 2 sind verloren gegangen, darunter die Möglichkeit Profile zeitgesteuert einzusetzen. Der Active Standby Bildschirm wurde dabei auf eine Minimum zusammen geschnitten. Mir persönlich ist das Display zu klein. Im Bereich Multimedia ist das 6650 mit der mäßigen 2-Megapixel-Kamera sicher kein "state-of-the-art". Die Qualität der Bilder der Kamera ist durchwachsen. Da können aktuelle Mobiltelefone der drei und mehr Megapixel-Klasse nur müde lächeln. Der Gelegenheitsnavigierer kommt mit dem eingebauten (A)-GPS und Nokia Maps (bzw. T-Mobiles Navigate) gut klar. Insgesamt ist das Ausstattungspaket des 6650 noch gut, seine musikalischen Fähigkeiten lassen sich sehen. Wer ein sehr günstiges Klapp-Handy mit einem ausdauerstarkem Akku sucht und dabei nicht auf die überragenden Erweiterungsmöglichkeiten von Symbian verzichten will, kann bedenkenlos zum 6650 greifen. Sofern er auf eine gute Kamera und WLAN verzichten kann. Klapp-Handys mit aktuellen Symbian-Betriebssystem sind rar gesät und oft von eher durchschnittlicher Qualität. Tests zu anderen Alternativen finden Sie hier auf meiner Webseite.
 




  

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