Nokia N97


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 29.07.2009 08:28h
Punkte   (8 von 10)
Testbericht Nokia N97 von www.mobile-reviews.de
Hersteller:

Nokia
Modell:

N97
Bezugsmöglichkeit:

Nokia N97

Revision 1.0 vom 29.07.2009

Mit dem Nokia 5800 XM präsentierte Nokia das erste Symbian OS basierte Smartphones mit Touchoberfläche. Mit den Nokia N97 legen die Finnen die zweite, in meinen Augen bessere Auflage nach. Auf dem N97 setzt Nokia wieder Symbian OS v9.4 mit der S60 5th Edition Oberfläche ein. Als Dualmode (UMTS/GSM) und Quadband-Mobiltelefon (GSM 850/900/1800/1900) samt EDGE & UMTS mit HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) ist es fast weltweit einsetzbar. Die automatische Frequenzband-/ und Modus-Umschaltung ermöglicht dabei den Wechsel zwischen GSM und UMTS, ohne das Mobiltelefon neu booten zu müssen. Dank WLAN surft man auch unbeschwert im heimischen Netzwerk. Inhalte stellt das N97 auf seinem 3.5 Zoll großen Display mit einer Auflösung von 640 x 360 Pixel dar und zwar mit 16.7 Millionen Farben. Eine 5-Megapixel-Kamera für Foto- und Videoaufnahmen mit Autofokus, Digitalzoom, Doppel-LED und einer Optik von Carl Zeiss ist bei Nokia ja quasi Standard. Genauso wie das integrierte GPS-Modul samt A-GPS zur Positionsbestimmung und Navigation. Kartenmaterial wird für über 100 Länder angeboten. Die Navigation ist nach Ablauf der Testphase allerdings kostenpflichtig. Daten speichert man im 32 Gigabyte (GB) großen internen Speicher oder eben auf MicroSD-Speicherkarten. Wie sich der Mix zwischen Multimediamaschine und Businesstelefon im täglichen Einsatz geschlagen hat, soll Ihnen mein folgender Testbericht zeigen.

Design

N97
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N97

Wer ein Smartphone baut, das fast ausschließlich mit dem Touchscreen bedient wird, muss das Thema ""Design" oft hintendran stellen. So würde ich das Design des N97 durchaus als recht "klobig" bezeichnen. Seine Abmessungen von 117 x 55 x 16 mm lassen keinen Zweifel daran, dass das N97 ziemlich dick ausgefallen ist. Erstaunlicherweise ist es aber kaum dicker, als das Nokia 5800 XM! Und das, obwohl es über eine vollwertige, seitlich ausziehbare QWERTZ-Tastatur verfügt. Das Erscheinungsbild des N97 wird - je nach Farbwahl - entweder durch die schwarze (Transition Black light) oder eben weiße (white) Farbe des Kunststoffs dominiert. Die Vorderseite glänzt dabei in der Sonne und wird vom 3,5-Zoll großen Display dominiert. Ober- und Unterseite des N97 werden durch einen recht breiten Chromrahmen getrennt. Die Briefwaage zeigt knapp 150 Gramm an. So ist das N97 deutlich schwerer als eine Tafel Schokolade, die Hemdtasche wird dabei schon ordentlich strapaziert. Die beiden Stereo-Lautsprecher an der linken Ober- und Unterseite des Smartphones werden dezent durch Gitter geschützt, so liefert das N97 im Quermodus einen optimalen Klang. Die Tasten der seitlich aufschiebbaren QWERTZ-Tastatur sind ebenfalls weiß bzw. schwarz gehalten. Dabei richtet sich das Display automatisch in einem Winkel von knapp 40 Grad auf. Der Akkudeckel ist aus mattem Kunststoff gefertigt, der beim weißen Modell fast elfenbeinartig erscheint.

Größenvergleich (Nokia E75, LG Viewty Smart, iPhone 3GS)

N97
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Lieferumfang

N97 N97

In der schwarzen Verpackung findet man alles, um mit seinem N97 vernünftig arbeiten zu können. Das Micro-USB-Datenkabel CA-101 ermöglicht den sorgenfreien Datenaustausch mit einem PC. Das Stereo-Headset HS-45 samt Fernbedienung AD-54 sorgt dann unterwegs für ungestörten Musik- und Radiogenuss. Der BL-4L mit 1500 mAh liefert dabei ausreichend Energie für das Multimediatalent. Für Besitzer älterer Nokia-Ladegeräte liefert Nokia einen Adapter mit, mit dem man sein N97 auch mit den runden Steckern früherer Ladegeräten laden kann. Natürlich gehört so ein Reiseladegerät auch zum normalen Lieferumfang. Komplettiert wird der Lieferumfang vom Stift mit Nokia Trageriemen sowie einem Reinigungstuch. Diverse Anleitungen sowie eine DVD-Rom fehlen natürlich auch nicht. Die Navigation über Nokia Maps ist während einer 3-monatigen Testphase in Deutschland, Österreich und der Schweiz kostenlos möglich. Musikfans wird der Gutschein für 25 Titel aus dem Nokia Music Store freuen.

Verarbeitung/Haptik

Mit seiner Verarbeitungsqualität kann sich Nokia schon seit Jahren nicht mehr rühmen, wenn man mal von der hochpreisigen 88XX-Serie absieht. Erfreulichweise ist dieser Kelch am Nokia N97 vorbei gegangen. Stark unterschiedliche Spaltmaße sind diesmal kein Problem, das Nokia N97 fühlt sich wertig an ohne aber gegen die Konkurrenz aus Metall bestehen zu können. Das Display gleitet recht sanft auf und rastet hörbar ein.

Der große Akkudeckel auf der Rückseite ist mattiert und schimmert in der weißen Variante fast elfenbeinartig. Wenig überraschend neigt er aber schon bei leichtem Druck zum Knarzen. Damit ist die Verarbeitungsqualität des N97 zwar nicht perfekt, aber immerhin noch gut. Die Carl Zeiss-Optik wird beim N97 durch einen Schieber geschützt. Den Stift hat Nokia nicht in das Gerät integriert.

N97 N97

Unterhalb des Displays findet der Nokia N97 Nutzer lediglich drei Tasten. Zwei dienen der Gesprächssteuerung, während die rechte Taste nicht nur das Menü zum Vorschein bringt, sondern auch in einstellbaren Intervallen blinkt, um so auf verpasste Anrufe oder Kurznachrichten bzw. E-Mails hinzuweisen.

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Der Einschub für die MicroSD-Speicherkarte befindet sich unterm Akkudeckel, dieser muss als vorher entfernt werden. Die SIM-Karte wird auf einen Schlitten ins Gehäuse befördert, diese befindet sich unterm Akku. Die 3,5 mm Kopfhörerbuchse wurde zusammen mit dem Ein-/Ausschalter auf die Oberseite des Gerätes verbannt. Die rechte Seite ziert nur ein Schieber zur Displaysperre sowie der Micro-USB-Anschluss über den das N97 auch geladen wird. Die beiden Zoomtasten dienen auch der Lautstärkeregulierung im Gespräch und während der Musikwiedergabe sowie die Kamerataste befinden sich auf der rechten Gehäuseseite. Die spezielle Wiedergabetaste für den direkten Zugriff auf Bilder und Videos sucht man beim Nokia N97 vergebens, trotz der Tatsache das es sich um ein Gerät der N-Serie handelt. Die Anschlüsse sind nicht gegen Staub geschützt.

Schreiben kann man auf dem Nokia N97 am besten mit Hilfe der vollwertigen QWERTZ-Variante. Bei der virtuellen Variante trifft man die Buchstaben oft nur noch, wenn man den Stift zur Hilfe nimmt.

N97

Über die große Volltastatur lassen sich Texte nahezu fehlerfrei und in akzeptabler Geschwindigkeit schreiben. Die Tasten ragen dabei einzeln aus dem Gehäuse hervor. Der Abstand zueinander ist ausreichend. Insgesamt sind die 33 Drücker, aufgeteilt in drei Reihen zu elf Tasten - groß genug, um bequem tippen zu können. Die Tastatur des N97 kommt aber nicht ganz an die Lösung des HTC Touch Pro 2 heran. Druckpunkt und Tastenhub fallen zu gering aus. Zeichen wie Punkt, Komma und Klammeraffe lassen sich nur über eine Umschalt-Taste erreichen. Auch auf eine extra Ziffernreihe wurde verzichtet. Die Leer-Taste befindet sich ungewohnterweise rechts unten, stört den Schreibfluss aber nicht wirklich. Da stört schon eher die recht flaue Tastaturbeleuchtung.

Der 4-Wege-Navkey wurde auf die linke Seite der Volltastatur verbannt und lässt sich präzise bedienen. Wer nur Telefonnummern wählen will, kommt gut mit der virtuellen Zehnertastatur klar.

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Technik

Der interne Speicher für Fotos, Klingeltöne, Video-/Musikclips, Kontaktdaten, Kalendereinträge, Aufgabenlisten und E-Mail/SMS-/MMS-Mitteilungen sowie zusätzlich installierten Programmen beträgt etwa 32 GB. . Einer weiteren Aufrüstung mit 16 GB per Micro-SDHC-Karten steht ebenfalls nichts im Wege. Der freie RAM nach dem Start beträgt knapp 50 MB, in meinen Augen etwas knapp bemessen. Angetrieben wird das N97 mit dem Betriebssystem Symbian OS Version 9.4 in der Series 60 5th Edition. Alle bisherigen Symbian-Programme müssen für eine Touchbedienung angepasst werden.

Display

Das 3,5-Zoll-Display ist eine Neuentwicklung und stellt seine Inhalte mit einer recht hohen Auflösung von 360 x 640 Pixel bei 16.7 Millionen möglichen Farben dar. Der Screen ist berührungsempfindlich, reagiert aber im Gegensatz zum LG Arena oder Apple iPhone analog-resistiv. Das hat zur Folge, dass er auf Eingaben nicht ganz so direkt reagiert wie bei den kapazitiv ausgelegten Modellen. Dafür kann man ihn auch mit Handschuhen, bzw. mit dem beigefügten Stift bedienen. Gerade im Quermodus ist es eine rechte Freude Videos zu betrachten. Insgesamt wirkt das Display recht leuchtstark und farbenfroh.

Einstellungen/Profile

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Im Einstellungsmenü kann man das vorinstallierte Thema abändern. Eigene Signal- oder Klingeltöne sind genauso einfach einstellbar, wie eigene Hintergrundbilder. Selbst die Sprache der Texteingabehilfe sowie der Menüs kann hier verändert werden. Wem das Display zu hell ist oder zu lange leuchtet, findet hier die passende Tuningschraube. Die sechs vorgefertigten Profile (Allgemein, Lautlos, Besprechung, Draußen, Pager, Offline) können individuell angepasst werden, selbst eigene Varianten lassen sich kinderleicht einrichten. Die Profile sowie ein paar zusätzliche Funktionen lassen sich leicht erreichen, indem man kurz den Ein- und Ausschalter betätigt. In den Profilen werden alle Einstellungen verwaltet, die etwas mit "Audio" zu tun haben. Also Klingel- und Benachrichtigungssignale, Vibration und Co. Beim Nokia N97 kann man die Profile nicht zeitlich begrenzen, so dass das Handy z. B. in Besprechungen nicht mehr klingelt. Die grafisch orientierten Themen lassen sich allerdings nicht an Profile koppeln. Durch den eingebauten Lagesensor wird das N97 auf Wunsch per Drehung auf die Displayseite ein Gespräch stumm geschaltet.

Active Standby

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Der "Active Standy" genannte Bildschirm wurde beim N97 in der neuen Series 60 deutlich aufgepeppt. Neben einer Kurzübersicht der aktuell anstehenden Aufgaben, Notizen und Termine in Form von sogenannten Widgets, wird auch der Titel des aktuellen Songs eingeblendet und ermöglicht so den direkten Wechsel.

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Die vier Programmshortcuts können frei belegt werden. Die 5th Edition bietet zudem die Möglichkeit, die Programmshortcuts mit seinen vier Lieblingskontakten zu ergänzen. So ist man in der Lage, sehr schnell eine bestimmte Person anzurufen bzw. eine SMS zu senden. Weitere Widgets sind ebenfalls kein Problem, so dass man den Startbildschirm fast beliebig personalisieren kann.

Menü/User Interface

Die 5th Edition der Series 60 macht die bestehenden Funktionen der 3. Edition der Series 60 Touchscreen-kompatibel. Mit dem N97 versucht Nokia den berühmten Spagat zwischen einfacher Bedienung und maximaler Flexibilität. Gleichzeitig wird die optische Anmutung sowie die Kernfunktionalität der alten 3rd Edition der Series 60 beibehalten. Wer sich bereits mit der Series 60 auskennt, wird keine großartigen Veränderungen wahrnehmen.

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Nachdem man die mittlere Menütaste betätigt hat, präsentiert das N97 auf der Hauptebene 12 Menüpunkte (4x3 Icons). Im Hauptmenü kann der Nutzer schalten und walten wie er will. Man kann Unterordner erstellen oder aber Menüpunkte in Ordner verschieben.

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Umbenennen kann man allerdings nur die selbst erstellten Ordner. Wer will, wechselt von einer Listenansicht zur Gitteranordnung. Installierte Software findet man standardmäßig im Ordner "Progr.". Warum Nokia hier die Abkürzung nutzt und nicht ausschreibt (wie beim Nokia 5800 XM) wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Alle bereits geöffneten Programme werden mit einem grünen Kreis gekennzeichnet. Die Uhrzeit oder der Status des GPS bzw. Bluetooths kann man durch berühren der oberen Menüleiste verändern. Leider ist die Navigation in den Menüs nicht einheitlich umgesetzt worden. Gerade in den Untermenüs muss man die Einträge zweimal anklicken; einmal zum Anwählen und noch mal zum Bestätigen. In den Kontextmenüs reicht hingegen bereits ein Klick. Der etwas schmale Scrollbalken am rechten Rand schreit hingegen nach einer Zuhilfenahme des Stift.

Anwendungen

Neben unzähligen Programmen aus dem Bereich "Social Networking", wie z. B. Facebook, Hi5 und Co haben auch sinnvollere Pendants, wie ein Malprogramm in das N97 Einzug gehalten. Das reicht durchaus für kurze Skizzen.

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Ein Voicerecorder speichert Aufnahmen in guter Qualität bis zu einer Dauer von einer Stunde. So kann das N97 auch als Diktiergeräte zweckentfremdet werden. Abgespeichert werden die Aufnahmen wahlweise im internen Speicher oder eben auf der Speicherkarte.

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Selbst eine Alarmfunktion, die nach Eingabe von Datum und Uhrzeit direkt startbereit ist, kann das N97 vorweisen. Dabei sind natürlich auch wiederkehrende Alarme möglich. Hier unterscheidet der Wecker allerdings nur nach Wochentagen bzw. Wochenende. Die eingebaute Uhr zeigt neben der aktuellen Uhrzeit auch eine Weltzeit. Der Taschenrechner unterstützt diejenigen unter uns, die in Kopfrechnung eher ungeübt sind. Die Series 60 stellt umfangreiche Anrufprotokolle zur Verfügung. Eingehende und ausgehende Gespräche, verpasste Anrufe werden dabei protokolliert. Die Dauer, für die diese Daten zur Verfügung gehalten werden, kann man selber einstellen. Ab Werk werden diese Daten 30 Tage gespeichert. Jeder Eintrag umfasst Informationen zum Typ (Sprachanruf oder Datenverbindung), Dauer, Datum, Uhrzeit und genutzte Telefonnummer. Hier stehen umfangreiche Filterfunktionen (z. B. nach Datenverbindungen, Eingehende Anrufe) zur Verfügung. Hinterlegt man seine Gesprächskosten, so kann das Nokia N97 diese sogar mit anzeigen. Auf Wunsch wird während eines Gespräches die Gesprächsdauer angezeigt.

Mit der Anwendung ZIP können Archive entpackt werden. Ein Konverter hilft bei der Umrechnung zwischen diversen Formaten, wie Währungen, Maßeinheiten. Im Menüpunkt Download! findet man dann mehr oder weniger nützliche, teils kostenlose, teils kostenpflichtige Anwendungen.

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Die Galeriefunktion fasst neben Bildern auch Songs und Videos zusammen. Die Bilder können sowohl nach Datum, als auch nach Titel und Größe gefiltert werden. Das Videocenter ist in der Lage sowohl Videos, als auch Videostreams oder Podcasts - z. B. von YouTube - abzuspielen. Ab Werk werden die Videos vom RealPlayer abgespielt. Der RealPlayer unterstützt dabei Playlisten (mp3/mp4) im M3U Format. Videos und Audio in den Formaten WMA, RealAudio Voice, RealAudio7, RealAudio8, MP3, AAC, Real Audio, WAV, Nokia Ring Tones, AMR, AMR-WB, AMR-NB, AU, MIDI, H.263, JPEG, JPEG2000, EXIF 2.2, GIF 87/89, PNG, BMP (W-BMP), MBM, MPEG-4, eAAC+ können abgespielt werden.

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Das QuickOffice wird leider nicht in der Vollversion angeboten. Officedateien lassen sich so nicht editieren, sondern nur anzeigen. Wer mehr will, muss sich die passende Vollversion kaufen. Das nunmehr kostenpflichtige Adobe PDF zeigt als gesonderte Anwendung dann die PDF an. Alle Anwendungen kann man auch über die integrierte Sprachsteuerung starten, ein spezielles Training ist dafür nicht notwendig. Ein Dateimanager erlaubt einfaches Kopieren, Verschieben und Löschen von Dateien. Mittels der Anwendung "Datentransfer" kann man seine persönlichen Informationen auf ein anderes Nokia übertragen. Ein kleines Einführungsprogramm unterstützt den Neuling bei seinen ersten Schritten.

Kontakte/PIM

In den Kontakten lassen sich nahezu unbegrenzt viele Informationen hinterlegen. Es stehen Felder für Vornamen, Nachnamen, Firma, Position, Mobiltelefon, Telefon, Videoanruf, Fax, Pager Internet-Telefon und E-Mail hinterlegen. Zudem lassen sich ergänzende Informationen, wie Titel, Namenszusatz, Aliasnamen, Push-to-Talk, SIP, Web-Adresse, Geburtstag und eine Notiz hinterlegen. Es sind auch mehrere Telefonnummern zu einem Kontakt möglich. Kontakte lassen sich nach Nachname; Vorname oder Nachname; gekürzter Vorname sowie nach Vorname; Nachname sortieren.

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Einem Kontakt lässt sich beim N97 auch ein fast bildschirmfüllendes Foto zuordnen, welches dann bei einem eingehenden Anruf angezeigt wird. Vorbei ist die Zeit der schlecht erkennbaren Miniaturbilder. Sollte man mit den Bezeichnungen der Felder nicht klar kommen, so kann man sie auch umbenennen. Zu jedem Kontakt ist zudem eine kurze Textnotiz möglich.

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Auf Wunsch können bestimmte Kontakte einer oder mehreren Gruppen zugeordnet werden. An diese kann man dann z. B. SMS senden. Sollte man mehr als eine Telefonnummer oder E-Mail zu einem Kontakt haben, so kann man eine davon als Standardrufnummer festlegen. Diese Nummer wird dann automatisch genutzt, sobald man den Kontakt auswählt. Zur besseren Übersicht wird das hinterlegte Bild - sofern vorhanden - als Miniportrait neben dem Kontakt angezeigt. Auch eine eigene Rufmelodie pro Kontakt oder Gruppe ist kein Problem.

Natürlich bietet auch das N97 eine sprecherunabhängige Sprachwahl. Sollten Namen in englischer Sprache vorliegen, so erkennt dies die Software automatisch. Unbekannt Namen oder Begriffe können dem Mobiltelefon beigebracht werden. Eine Sicherheitskopie der Kontaktliste ist sowohl auf Speicherkarte als auch (gefährlicherweise) im internen Speicher des Mobiltelefons möglich. Um seine Daten aber möglichst sicher abzulegen, sollte man sein Mobiltelefon mit der PC Suite synchronisieren. Dann klappt auch die Kommunikation mit Microsoft Outlook oder anderen Anwendungen. Kontakte lassen sich aber auch durchaus zwischen zwei Mobiltelefonen austauschen, hierzu nutzt man dann das integrierte Bluetooth. Die Einstellungs- und Verwaltungsfunktionen des eingebauten Kalenders sind sehr umfangreich. Zudem bietet er die Wahl zwischen Tages-, Monats- und Wochenansicht. Am besten kann man den Kalender im Quermodus nutzen.

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Ereignisse werden in der Monatsansicht über ein kleines weißen Dreieck in der unteren rechten Ecke des jeweiligen Tages signalisiert. Gleitet man mit dem Cursor über so ein Ereignis, zeigt er das aktuelle Tagesgeschehen auf einen Blick mittels eines kleinen Popup-Fensters an. Einträge können als Besprechungen, Aufgaben, Geburtstage und Notizen kategorisiert werden. Jedes Ereignis kann mit einem Erinnerungston versehen werden. Kennzeichnet man ein Ereignis als "Privat" so wird es nicht mit dem PC synchronisiert. Am einfachsten verwaltet man seine Termine und Aufgaben zu Hause am PC und synchronisiert diese dann mit seinem Mobiltelefon.

Mitteilungen

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In nur einem Menüpunkt werden sowohl die üblichen SMS als auch MMS als auch E-Mail erstellt. Ein kontextsensitives Menü unterstützt den User dabei. Die maximale Schriftgröße, mit der Nachrichten angezeigt werden, kann hier zwischen den drei Stufen Klein, Normal, Groß gewählt werden. Nutzt man E-Mails, so wird neben POP3 auch IMAP4 unterstützt.

Die Felder “Betreff”, “Cc”, “Bcc” können auf Wunsch auch ausgeblendet werden. Zusätzlich bietet der E-Mail-Klient des N97 nun auch die Möglichkeit, Anhänge (selbst solche, die von Symbian eigentlich nicht geöffnet werden können) zu versenden. Bis zu zwei Eingangsboxen kann das System selber automatisch auf eingehende E-Mails überprüfen. Manuelle Einstellungen durch den User sind ebenfalls möglich. Dabei kann man die maximale Größe der darzustellenden Dateianhänge vorgeben. Auf Wunsch kann man auch nur die Kopfzeilen herunter laden. Push Mail wird vom N97 allerdings nur per IMAP IDLE unterstützt. Vielschreiber können sich Vorlagen erstellen. Nokia liefert für den Bereich SMS zehn mehr oder weniger sinnvolle Textbausteine mit. Der Eingangsordner stellt auch Nachrichten dar, die vom Mobiltelefon empfangen wurden, wie z. B. per Bluetooth übersandte Dokumente oder Dateien. E-Mail Konten einzurichten ist aufgrund der virtuellen QWERTZ-Tastatur überhaupt kein Problem. So dauert die Einrichtung eines neues Postfachs nur ein bis zwei Minuten. Unterstützt wird der Nutzer hierbei durch einen eingebauten E-Mail-Wizard, der die Einstellungen der gängigen Freemail-Anbieter kennt und der Nutzer die Angaben für SMTP und POP3 oder IMAP nicht mehr eintippen muss. Über die Funktion "Downloads!" kann man sich aber auch kostenlos einen waschechten Microsoft Exchange-Klienten herunter laden, dann mutiert das Nokia N97 endgültig zu einem Businessgerät.

Music/Unterhaltung/Spiele

Ab Werk hat das Nokia N97 zwei recht schöne Spiele installiert. Neben "Spore Origins" von EA-Mobile hat auch "Guitar Rock Tour" von Gameloft den Weg ins N97 gefunden. Beide Spielen werden im Quermodus vollständig über den Touchscreen bedient, machen aber leider keinen Gebrauch vom Lagesensor. Unsinnigerweise wurde "Spore Origins" in den "Progr."-Ordner verbannt, während "Guitar Rock Tour" richtigerweise im "Spiele"-Ordner Einzug gefunden hat.

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Der Musicplayer gibt optisch zwar nicht ganz so viel her, lässt sich dafür aber sehr schnell und einfach bedienen. Je nach Ausrichtung befinden sich Buttons für die Player-Steuerung sowie Repeat- und Shufflefunktion unterhalb oder neben dem Coverart. Der Klang in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset kann zwar nicht wirklich überzeugen, da das N97 aber über eine 3.5 mm Klinkenbuchse verfügt, kann man ja problemlos eigene Kopfhörer anschließen. Sollten diese über kein eingebautes Mikrofon verfügen, kann man dank des Adapters trotzdem telefonieren. Mit etwas höherwertigen Pendants wird die Klangqualität deutlich angehoben. Damit setzt sich das N97 aber nicht ganz an die Spitze. Das 5800 XM sowie das Samsung Beat DJ klingen besser.

Um die optimale Soundqualität des N97 testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt. Die von Nokia entwickelten Kopfhörer sind eher für Gespräche geeignet und bieten kaum Bass.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Erfreulicherweise reicht die maximale Lautstärke des N97 problemlos aus, um auch die großen Wandler des iGrado in Schwingungen zu versetzen. Der Klang ist auf dem iGrado ein echter Genuss, der Bassbereich kommt aber etwas schwach rüber.

Auch der faltbare Koss Porta Pro spielt mit dem N97 gut zusammen. Während er den Bassbereich gut zur Geltung kommen lässt, kappt er die Höhen recht früh. Der Sennheiser CX300 ist für einen InEar eine gute Alternative, aber auch hier wird der Bassbereich in meinen Ohren noch nicht ausreichend hervorgehoben. Wenig überraschend kann hier der Creative Labs EP 630 überzeugen. Zwar werden die Höhen etwas zu wenig betont und die Mitten etwas in die Breite gezogen, aber dank der guten Equalizerpresets kann man das problemlos ausgleichen. Für einen Kopfhörer, der bei Amazon knapp 18 € kostet, bietet der Creative Labs EP 630 ein unglaubliches Preis- Leistungsverhältnis und stellt damit in meinen Ohren die optimalen Alternative für das mitgelieferte Stereo-Headset dar. Grundsätzlich unterstützt das N97 zwar auch A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben werden, da geht aber recht stark zu Lasten der Akkulaufzeit.

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Die Equalizer-Presets dürften zwar nicht für jeden Geschmack geeignet sein. Dafür kann man aber auch sehr einfach eigene Varianten erstellen. Insgesamt ist der Klang beim N97 recht direkt und klar.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Interpreten, Alben, Genres).

Über normale M3u-Wiedergabelisten funktioniert man das N97 so zu einem gut klingenden Hosentaschenwurlitzer um. Durch die Multitaskingunterstützung kann man seine Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, kann seine Songs in zufälliger Reihenfolge abspielen. Selbst die Wiederholung eines oder aller Songs ist möglich. Sollte man längere MP3 im Einsatz haben (z. B. Hörbücher) wird man die Vorspulfunktion des N97 lieben. Sie ist sehr schnell und einfach zu bedienen. Die entsprechende Scrollleiste ist dafür optimal geeignet. Die Wiederaufnahme einer zuvor unterbrochenen Radioaufzeichnung oder eines Hörbuches ist damit nur eine Sache von ein paar Sekunden. Beim Beenden des Players vergisst er leider die zuletzt abgespielte Position, daher sollte man ihn auch nur pausieren.

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Beim UKW-Radio wandert der Sendername, der zuvor manuell vergeben wurde, durch mehrere Laufbänder über das Display. Das integrierte Radio speichert zwanzig Radiosender. Wer mag, kann es im Hintergrund weiter dudeln lassen. Der Klang des Radios geht voll in Ordnung, auch die maximale Lautstärke gibt keinen Anlass zur Klage. Trotz RDS-Unterstützung kann man keine Senderinformationen abrufen. Das Kopfhörerkabel dient dabei immer als Antenne, ohne Kabel kein Radioempfang.

Der RealPlayer dürfte vielen nicht unbekannt sein und ist "guter Standard". Dabei werden die abgespeicherten Videos auch im Vollbildmodus dargestellt, auf Wunsch sogar im Querformat. Das macht auf dem 3,5 -Zoll-Display eine Menge Spaß. Das N97 kann Videos mit einer Größe von 360 x 640 Pixel abspielen, sofern man sie vorher ins MP4-Format konvertiert hat, kleiner Videos werden auf Wunsch gezoomt. Die Wiedergabe von DivX-Videos erfordert eine zusätzliche Software, denn mit dem weit verbreiteten Standard "XViD/DivX" kann da N97 ab Werk nix anfangen.

Dank des "UKW-Senders" (FM-Transmitter) lässt sich Musik und sogar die Sprachausgabe bei den Navigationsprogrammen wie, z. B. Nokia Maps drahtlos an die Stereo-Anlage oder das Autoradio übertragen. Hier stehen die Frequenzen von 88.10 bis 107.90 MHz zur Verfügung. Die Qualität der Übertragung geht dabei noch in Ordnung. Die maximale Reichweite die man mit dem Transmitter erzielen kann liegt bei etwa 1-2 Metern.

Klang/Gesprächsqualität/Empfangsleistung

Da das N97 über zwei Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke des Musicplayers ausreichend, um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht gerade auf einer Baustelle liegt) als MP3-Player-Ersatz herzuhalten. Auch die Klangqualität spricht nicht dagegen. In Verbindung mit einem kleinen externen Lautsprecher kann man sich sogar eine kleine Musikstation mit Radiofunktion basteln.

Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch kein Problem. Die Wiedergabequalität im Gespräch liegt auf typischem Nokia Smartphone-Niveau. Sie kann meiner Meinung nach nicht mit älteren Geräten wie dem Nokia 6230i mithalten. Subjektiv wird der Gesprächspartner dumpf und "blechern" wahrgenommen gegeben. Die Empfangs- und Sendeleistungen gehen beim N97 aber in Ordnung.

Kamera/Video

N97

Immer wieder werben die Hersteller bei Ihren Kamerahandys mit klangvollen Markennamen. Sony nutzt dazu seine "Cybershot Technologie", LG strapaziert "Schneider Kreuznach" und Nokia greift beim N97 eben wieder auf ein Objektiv der Firma "Carl Zeiss" zurück. Allzu hohe Erwartungen an die Qualität der Bilder sollte man aber nicht haben, denn gerade bei Innenaufnahmen fehlt die Lichtstärke größerer Objektive. Die Kamera macht mit 5-Megapixel ordentliche Aufnahmen. Die Einstellungsmöglichkeiten sind vielseitig und haben Einfluss auf die Qualität der Bilder

Insgesamt tendieren Ränder zur Unschärfe. Die Belichtung des Fotos wird - wie bei fast allen Kameras - von der Ausleuchtung in der Suchermitte abhängig gemacht. Sehr helle Bereich, wie z.B. der Himmel werden dann stärker belichtet, schattige Bereiche verschwinden im Dunkeln. Die Doppel-LED des N97 kann Objekte in dunklen Räumen lediglich bis zu einer Entfernung von knapp 1,5 Metern ausleuchten.

Die Bildschärfe lässt ebenfalls kaum Wünsche offen, in Räumen wirken die Bilder aber leicht körnig. Ingesamt sind die Farben schön anzusehen.

Pixon

Bilder Kamera (22 MB)

Die Qualität der 5-Megapixel-Kamera kann bei Außenaufnahmen überzeugen. An die Super-Megapixler aus dem Hause Sony Ericsson oder an das LG Renoir kommt sie allerdings nicht ganz heran. Insgesamt würde ich die Kameraleistung als "gut" bezeichnen. Aufnahmen können mit "Geo-Daten" (Geotagging)versehen werden. Videos nimmt das N97 in VGA Auflösung mit maximal 640 x 480 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Auch hier steht eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Der Ton während der Aufnahme kann abgeschaltet werden, zudem lässt sich die Qualität variieren.

Nokia Maps 2.0

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Über das integrierte GPS lässt sich das Nokia N97 auch als Onboard Navigationslösung nutzen. Neue Karten werden dann über Nokia Maps 2.0 online (also per WLAN oder UMTS) heruntergeladen. Günstiger und schneller lädt man die Straßenkarten aber über die Software Map-Loader (gratis unter www.nokia.de). Die Navigation steht sowohl in 2D, als auch im 3D Modus zur Verfügung.

Der erste Satfix ohne A-GPS dauert etwas länger. Wird das GPS-Modul in KFZ mit Wärmeschutzverglasung eingesetzt, reduziert sich der Empfang praktisch auf 0. Ein Umstand, der aber auch für viele andere Navigationssysteme gilt. Bei Normalverglasung gibt es hier keine Probleme. Lange Tunnel sind wenig überraschend ebenfalls oft ein KO-Kriterium für das eingebaute GPS. Die Navigation und Orientierung in "freier Wildbahn" hingegen funktioniert gerade mit A-GPS sehr schnell und zuverlässig. Die gewählte Route kann zunächst auch im Simulationsmodus "abgefahren" werden. Es sind verschiedene Eingaben möglich (schnellste Route, etc.) sowie die Art des Fortbewegungsmittel (z. B. Auto oder auch Gehen). Für denjenigen unter Ihnen, der eher gelegentlich eine Navigationshilfe in Anspruch zu nehmen pflegt, ist der eingebaute Routenplaner in meinen Augen ausreichend. So dass der Einsatz von etablierten Programmen, wie Route 66 sicher nicht unbedingt notwendig ist.

Die Nokia Maps Software lässt sich durch den Download von kostenpflichtigen Städteführern auch als eine Art von Fremdenführer nutzen. Auf Wunsch führt es einen zu allerlei verschiedenen Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Transportmöglichkeiten (Bahnhöfe, Flughäfen, oder z. B. Hotels).

Die Routenplanung selber ist nach Ablauf der 3-monatigen Testphase kostenpflichtig, hierzu hat Nokia entsprechende Angebote (täglich, monatlich, jährlich) entwickelt. Eine kostenlose - 3 Tage gültige - Testlizenz ermöglicht schon mal eine Schnuppernavigation. Die 7 Tage-Lizenz wird für 6,49 Euro, die 30-Tage-Lizenz für 7,99 Euro angeboten. Eine Jahreslizenz gibt’s für 59,99 Euro und wer sich richtig lange an Nokia binden will, kann eine 3-Jahres-Lizenz für 69,99 Euro erwerben.

Internet

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Der S60 Browser basiert auf Safaris Webcore und wird auch auf anderen Geräten von Nokia genutzt. Die 'minimap' getaufte Funktion erlaubt es, eine volle Seite auf einen Blick zu sehen und mittels Zoom in einzelne Bereiche einzutauchen. Gerade beim Browser macht sich die Touchbedienung bezahlt. Insgesamt kann man den S60 Browser auf dem N97 deutlich besser und schneller Bedienen, als bei seinen Vorgängern. Natürlich unterstützt das N97 auch RSS. Im Gebrauch zeigt sich, dass der Browser zwar recht schnell ist auch die Darstellung von Frames und Popups kein Problem darstellt. Selbst Adobe® Flash® Lite™ kann der Browser abspielen. Mit Flash 8/9 hat er aber Probleme.

N97

So hat man keinen Zugriff auf die normalen Inhalte von YouTube und Co, lediglich auf die spezielle Handyversion. Insgesamt kommt der Browser nicht gegen Opera Mobile 9.5 an. Dem Browser des Apple iPhone 3G ist er hoffnungslos unterlegen. Surfen im Internet ist auf dem N97 nur dann sinnvoll, wenn man über eine Datenflatrate verfügt. Die Eingabe von längeren URL ist über die QWERTZ-Tastatur sehr schnell möglich. Die Schriftgröße und damit die Übersichtlichkeit kann man beim Browser über die virtuelle Lupe stufenweise ändern (50% bis 125%).

Connectivity

Als Quadband-Mobiltelefon für GSM 850/900/1800/1900-Netze mit UMTS/HSDPA Unterstützung leistet es sich kaum Schwächen. Das N97 verzeichnet gute bis sehr gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1 und O² Netz. Das Display wird bei Annäherung an das Gesicht komplett abgeschaltet, so werden Fehleingaben vermieden.

Das N97 verbindet sich über ein Datenkabel (Micro-USB) mit der PC USB 2.0-Schnittstelle. Es lässt sich dann auch als Speichermedium nutzen und unterstützt Drag & Drop. Im Datentransfer/Media Player Modus geht das N97 auch nicht mehr offline, so kann man telefonisch weiter erreichbar ist. Eine 5-MB-Datei war nach knapp 5 Sekunden vom PC auf die Speicherkarte transferiert. Ein durchschnittliches MP3-Album (12 Tracks, 80 MB) brauchte knapp 1 1/2 Minuten für den Transfer. Über das USB-Datenkabel wird das N97 auch geladen. Bluetooth Funkverbindungen werden nach Spezifikation 2.0 unterstützt. Hierbei stehen neben A2DP und AVRCP noch die die Profile BIP-ImagePush, DUN-GW, FT-Server, HandsFree-AG (1.0), Headset-AG, OBEX, OPP-Client und OPP-Server zur Verfügung. Sowohl BT fähige Drucker, als auch eine BT fähige externe Tastatur lassen sich anschließen. Auch SIM-Access ist wieder mit dabei (externer SIM-Modus genannt). Mittels der neuen PC-Suite klappt auch eine Synchronisation über BT. Die Synchronisation von etwa 500 Kontakten dauert 1:35 Minuten. Hierbei werden auch Termine und Aufgaben bzw. Notizen mit abgeglichen. Nutzt man Bluetooth als Übertragungsweg, verlängert sich die Übertragungszeit um etwa 1 Minute, die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt hier etwa 100 KB/s.

Akkulaufzeit

Im Gegensatz zum N96 und Co kommt beim N97 ein 1500 mAh starker Akku zum Einsatz. Der schwache BL-5F Akku des N95 mit 950 mAh hat sich in der Praxis nie wirklich bewährt. So kann man mit dem Nokia N97 einen arbeitsreichen Messe- bzw. Bürotag problemlos überbrücken ohne zwischenzeitlich nach einer Steckdose suchen zu müssen. Wer sein N97 allerdings intensiver nutzt (sprich WLAN, GPS, E-Mail-Push) wird es täglich laden müssen. Nutzt man hingegen nur den Musicplayer (Display möglichst wenig an), kommt man auf eine respektable Nutzungszeit von etwa 14 Stunden (bei Nutzung von A2DP ist aber schon nach etwa 8 Stunden Feierabend). Bei sehr moderater Nutzung verschafft man dem Akku knapp 3 Tage Ruhe vor der Steckdose. Nokia gibt für das N97 eine Standby-Zeit von bis zu 18 Tagen an. Ein in meinen Augen praxisferner Wert.

Videotest

Fazit

Autor

Die Bedienung hakt noch an ein paar Ecken und ist immer noch etwas unlogisch, die Programme wirken ein wenig über das Menü "verstreut". Während das Display sowie die vollwertige QWERTZ-Tastatur durchaus als Highlights des N97 bezeichnet werden können, ist derWebbrowser etwas lahm geraten und kommt keinesfalls gegen das Apple iPhone an. Im Gegensatz zur restriktive Lösungen des iPhones ( iTunes und AppStore) fährt man mit dem OVI-Store und der Möglichkeit, den Musicplayer über einen PC/Mac betanken zu können, deutlich ungezwungener. Trotz des recht hohen Straßenpreises von über 500 € wurde beim N97 nicht am Plastik gespart. Das geht dann auch prompt zu Lasten der Wertigkeit. Die Verarbeitung ist insgesamt betrachtet dennoch recht gut gelungen. Die Qualität der 5-Megapixelkamera kann durchaus überzeugen. Wer ein Businesstelefon mit sehr guten Multimediaeigenschaften abseits von Windows Mobile sucht und auf eine vollwertige Tastatur schwört, der hat mit dem Nokia N97 das richtige Gerät gefunden. Alle anderen sollten zum HTC Touch Pro 2 greifen. Wer auf einen Touchscreen verzichten kann, sollte sich einmal das Nokia E75 ansehen, der Test folgt.

N97

 





  

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