Nokia N71 Testbericht


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 31.10.2014 00:35h
Punkte   (5 von 10)

Hersteller:
Nokia

Modell:
Nokia N71
Shop:
Nokia Onlie-ShopNokia N71
Nokia N71


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Java

Revisionsnummer: 1.00 vom 09.05.2006

Einleitung

Nokia ist wirklich emsig dabei. Ein weiteres Series60 Gerät erblickt das Licht der Welt. Diesmal wieder mal eine Klappversion in Form des Nokia N71. Technisch entspricht es dem Standard: Hochauflösendes QVGA-Display mit 262.144 Farben bei einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln, Integrierte 2-Megapixel-Kamera (VGA Kamera für Videotelefonie), Triband-Unterstützung für GSM 900/1800/1900-Netze sowie UMTS. Leider ist die Qualität der Kamera schlechter als beim N80. Auch das Display ist diesmal nicht "state of the art". Eine Festplatte - wie beim N91 - sucht man ebenfalls vergebens. Alles in allem, nichts überraschendes oder aufregendes. Das muß nicht langweilig oder mäßig bedeuten. Für den geneigten "Klappenfan" ist es sicher eine Überlegung wert. Mal sehen, ob das N71 die hart verdienten Taler wert ist.


Design

Was soll man zu einem aufklappbaren mobile sagen? Es läßt sich halt aufklappen. Für seinen Formfaktor ist es weder sonderlich dick, noch gross. Mit seinem Maßen von 98,6 mm x 51,2 mm x 25,8 mm bei einem Gewicht von 139 g ist es ein relativ kleiner, dafür knubeligen Begleiter. Es ist ähnlich dick, wie das N80. Es läßt sich relativ schwer mit nur einer Hand aufklappen. Der Klappmechanismus bremst hier leicht. Von klemmen kann aber keine Rede sein. Dieser Mechanismus bremst das N71 in zwei Einstellungen kurz vor erreichen des maximalen Schwenkwinkels, es rastet dann hörbar ein.


Technik

Nokia N71
V 2.0613.1.12.1
06-04-2006
RM-67
(c) Nokia

Das N71 verfügt über einen etwa 10 MByte großer interner Speicher. Fotos, Klingeltöne, Video-/Musikclips, Kontaktdaten, Kalendereinträge, Aufgabenlisten und E-Mail/SMS-/MMS-Mitteilungen müssen sich diesen relativ kleinen Speicher teilen.


Lieferumfang


Nokiatypisch - auch hier wird der etwas "extravagante" N-Serie Karton verwendet - kommt das N71 mit

  • Nokia N71 (silver black)
  • Nokia Standard-Akku BL-5C
  • Nokia Kompakt-Ladegerät AC-3E
  • Nokia Datenkabel CA-53
  • Nokia Stereo-Headset HS-23
  • Nokia Audio-Adapter AD-15
  • miniSD-Speicherkarte mit 128 MByte Speicherkapazität
  • CD-ROM (inkl. PC Suite 6.7 und Adobe Photoshop Album Starter Edition)
  • Bedienungsanleitung, Kurzanleitung und Anleitung zur Nutzung von Zusatz-Anwendungen

daher. Beim N71 wird wieder eine miniSD (diesmal mit 128MB im Lieferumfang) verwendet. Bis zu 2GB werden unterstützt. Eine nahezu unerschöpfliche Speichererweiterungsmöglichkeit (sofern die Firmware mitspielt) ist also möglich.


Verarbeitung/Haptik

Das in silver black gehaltene Gerät wirkt auf den ersten Eindruck wertig und edel. Auch hier wurde wieder ein Materialmix aus Metall und Kunststoff gewählt. Beide Materialien sind gut verarbeitet. Das Gerät knarzt nur leicht (Nokia wird es wahrscheinlich nie lernen). Man kann aber noch von einer guten Verarbeitung sprechen. Startschwierigkeiten, wie noch beim Nokia N80, sind weder vorhanden, noch zu erwarten. Die Tastatur des N71 ist ein wenig klein geraten, unterhalb der Tastaturmatte ist eigentlich noch ausreichend Platz vorhanden. Eine leicht größere Tastatur wäre daher sicher kein Problem gewesen. Vielleicht handelt es sich hierbei aber auch um eine absichtlich frei gelassene Zone für ein Providerbranding :D Navikey und Tasten lassen sich trotzdem gut bedienen. Gleichwohl die Softkeys sowie der Multimediakey ebenfalls klein geraten sind. Der Hammer ist aber der an der Oberseite angebrachte Powerknopf. Kleiner sollte er nun wirklich nicht mehr werden ...


Display


Das Hauptdisplay mit 2,4-Zoll-Aktivmatrix-Display ((Displaydiagonale: 6 cm), 262.144 Farben)) bei einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln dürfte dem geneigten Leser in ähnlicher Form schon bekannt sein. Auflösung und Größe der Icons sind in einem ausgezeichnetem Verhältnis zueinander. Das Display wirkt sehr groß, läßt sich gut ablesen und ist ausreichend hell beleuchtet. Zumal man mittels manuell einstellbarem Lichtsensor nochmals nachregeln kann.

Das Außendisplay mit einer Diagonalen von 3,45 cm bei 65.536 Farben und einer Auflösung von 96 x 68 Pixel ist völlig unspektakulär aber ausreichend. Es zeigt im Standbymode eine Uhr (weiss auf blau) sowie das Datum an. Mittels des unterhalb des Außendisplay angebrachten Knopfes kann man zusätzliche Informationen (Netzqualität, Akkuleistung, verpaßte Anrufe/SMS) abrufen.

Auch hier sind - neben der neuen Software - auch neuen Themen notwendig. Die alten S60 Themen lassen sich nicht mehr installieren.

Inbetriebnahme

Nach Einschalten und einer längeren - S60 typischen - Gedenkzeit ist das N71 einsatzbereit. Einstellungswizards sowie eine kurze Einführung zu jedem wichtigen Punkt (mittels des neue Flash Player lite erstellt, leicht schleppend) erleichtern dem Einsteiger den Umgang mit dem neuen Gerät.

Menü/Funktionen

Nachdem man die kleine Menütaste des N71 gefunden hat zeigt die 3rd Edition der Series60 auf der Hauptebene 12 Menüpunkten. Insgesamt sind die Funktionen der 3rd Edition leicht aufgebohrt worden. Alle Nokia bekannten PIM Anwendungen (Organizer) sind vorhanden. Sie entsprechen denen der anderen 3rd Edition Modelle (N80/N91/E60/3250). Grundsätzlich sind es nur leicht erweiterte Funktionen, wie sie auch schon von den bisheriger S60 Mobiles (N70) bekannt sind. In den Kontakten lassen sich Daten für Vornamen, Nachnamen, Firma, Position, Telefon. Mobiltelefon, Videoanruf, Internet-Telefon, PTT, Pager, Fax, E-Mail hinterlegen. Kontakte lassen sich nach Nachname, Vorname oder Vorname, Nachname anzeigen. Zusätzliche Informationen, wie Namenszusatz, Titel, Aliasnamen, Position, Webadresse Notizen und Geburtstag sind ebenfalls möglich.

Fotos oder Bilder können als Hintergrund oder Anruferbild genutzt werden. Die Profile (Allgemein, Lautlos, Besprechung, Musik, Draußen, Pager, Offline) können zwar angepaßt, aber S60 typisch nicht Zeit gesteuert werden.

Auch der Aktive Standby ist wieder mit dabei.

Das N71 verfügt sowohl über ein echtes Radio, als auch über die Visual Radio getaufte Funktion zum Abruf internetbasierter Informationen.

Menubilder


Office

Auch das N71 hat Quickoffice (Word, Excel, und Powerpoint Viewer) vorinstalliert. Hiermit lassen sich die genannten Dokumente allerdings nur ansehen, editieren ist nur mit der Vollversion möglich.

Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

MP3 Player

Der eingebaute MP3 Player (Menüordner Medien) mit seinen Klangprofilen bzw. Equalizer ((Standard, Acoustic, Bass-Booster, Hip Hop, Pop, R&B, Rock) auch eigene möglich) in Verbindung mit einem Koss Porta Pro schlägt sich sehr gut, kommt aber nicht an die Qualität des N91 ran. Der mitgelieferten Adapter ermöglicht den problemlosen Anschluss eigener 3.5mm Kopfhörer.

Der MP3 Player ist natürlich multitaskingfähig, reagiert schnell und ist in Verbindung mit der Steuerung über den aktiven Standby gut umgesetzt, unterstützt Abspiellisten sowie einen Equalizer.

Der Klang des MP3 Players ist ausgewogen, dafür aber bassarm. Koss Porta Pro können dieses Manko aber leicht ausgleichen.

Insgesamt ist der Klang des N71 mit dem des Nokia 6270/N80/E60 zu vergleichen.

Snake und Carddeck heissen die beiden vorinstallierten Spiele. Hinzu kommen die "üblichen Verdächtigen", Dateimanager, Umrechner, Taschenrechner, Uhr und Co. Neu ist die Tatsache, dass sich ein Anti-Virusprogramm direkt über das Menü herunter laden läßt.


Klang

Die Wiedergabequalitäten im Gespräch können nicht mit der eines Nokia 6230i(i) oder Nokia E60 mithalten. Aus welchen Gründen auch immer, der Gesprächspartner wird dumpfer wieder gegeben, als bei den beiden Geräten. Die Empfangs- und Sendeleistungen sind auf typischem Smartphoneniveau. Auch hier ist das E60 bzw. Nokia 6230(i) besser. Das 6230i(i) übertrifft hier allerdings fast alle neueren Nokia-Modelle.

Die Klangeigenschaften des eingebauten Lautsprecher sind im Radiomodus bzw. als MP3 Playerersatz völlig ausreichend. Bei höheren Tönen neigt er aber leichter zum übersteueren (eine Art von "Klieren").

Konnectivität

Das N71 bietet das obligatorische Datenkabel mit USB 2.0-Schnittstelle für USB-Verbindungen (max. 12 MBit/s) über den Pop-Port™-Anschluss; das mobile Gerät lässt sich auch als Speicherstick nutzen und unterstützt dann Drag & Drop. Stöpselt man das N71 also an das Datenkabel und an den PC hat man die Optionen "Media Player, PC Suite und Datentransfer". Im Datentransfer/Media Player Modus geht das N71 allerdings Off-line und man kann telefonisch nicht weiter erreicht werden. Über das Datenkabel kann das N71 nicht geladen werden. Eine eigene Dockingstation hat es auch nicht. Auch das N71 unterstützt wieder "nur" Bluetooth Funkverbindungen nach  Spezifikation 1.2. A2DP fehlt also auch hier. Sowohl BT fähige Drucker, als auch eine BT fähige externe Tastatur werden aber unterstützt. Auch SIM-Access ist wieder mit dabei (externer SIM-Modus genannt). Mittels der neuen PC-Suite 6.8 klappt nun auch eine Syncronisation über BT. Die O² Homezone wird einwandfrei angezeigt.

Internet

Die neue S60 Browser basiert auf Safari's WebCore und wird auch auf dem N71 genutzt. Die 'minimap' getaufte Funktion erlaubt es, eine volle Seite auf einen Blick zu sehen und mittels Zomm in einzelne Bereiche einzutauchen. Unterstützung für RSS wird ebenfalls angeboten ist aber noch ausbaufähig.

Im Gebrauch zeigt sich, dass der neue Browser viel schneller ist als Nokias vorhergehende Bemühungen, kommt somit viel näher an die Browser von Opera und Netfront heran. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass die E60 Lösung nochmals deutlich schneller ist.


Kamera/Video


Das N71 verfügt über eine integrierte 2-Megapixel Kamera mit bis zu 20-fachem Digitalzoom sowie Blitzlicht. Qualitativ liegt sie auf dem üblichen Niveau, kann sich aber keinesfalls mit der Kameraqualität von Sony Ericssons K750i/D750/W800/W810i und Co messen. Die Kamera selber bietet drei Qualitätstufen bei einer maximalen Auflösung von 1.600 x 1.200 Pixel (Druck), verfügt über keinerlei auto- oder manuellem Focus. Auch das N71 bietet wieder eine Vielzahl von Aufnahmemodi sowie Einstellungsmöglichkeiten. Diesmal bleiben diese Einstellungsmöglichkeiten dauerhaft im Sucher eingeblendet. Dadurch wirkt dieser natürlich kleiner. Die einzelnen Optionen sind dafür aber auch schneller erreichbar.

Die auf der Vorderseite angebrachte Kamera mit VGA-Auflösung bietet einen 2-fachem Digitalzoom in mäßiger, aber für Videotelefonie ausreichender Qualität.

Es werden Videos bis zu einer Auflösung von 352 x 288 Pixeln (CIF), 176 x 144 Pixeln (QCIF) oder 128 x 96 Pixeln (SubQCIF) bei 15 Frames pro Sekunde aufgezeichnet und im Vollbildmodus wieder gegeben.

Themen

Das N71 verfügt über drei themenbezogene Motive für die Benutzeroberfläche (Thema 1, Glass, Metall). Es lassen sich zudem alle 3rd Edition kompatbile Themen aufspielen. im Internet findet man davon mittlerweile genug.

Themen für S60


Kompatible Software

Hier mal ein paar Websites/Programme, die bereits auf die 3rd Edition und Symbian 9.1 umgestellte Software anbieten.

Mobile2day mobilreview Symbian9 my-symbian


Akkulaufzeit


Da beim N71 wieder der BL-5C verwendet wird, sind die Akkulaufzeiten wirklich gut. Deutlich besser, als noch beim N80/N91. Sie liegen mithin auf E60 Niveau. Da das N71 über kein WLAN verfügt, kann der Akku auch nicht wirklich schnell in die Knie gezwungen werden. Dauertelefonieren mal ausgenommen. Momentan kann man bei intensiver Nutzung der Funktionen auf jeden Fall einen Arbeitstag überbrücken. Nutzt man nur den MP3 Player, kommt man auf eine respektable Nutzungszeit von etwa 16 Stunden. Bei moderater Nutzung verschafft man sich etwa 2-3 Tage Ruhe vor der Steckdose und im Standby bei guter Netzabdeckung geht es auch mal 4-5 Tage. Die o.a. Zahlen gelten ausschliesslich im GSM Modus. IM UMTS Modus reduzieren sich die Akkulaufzeiten nochmals.

Sie sind der der CounterBesucher.




  

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