Nokia N93 Testbericht


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 25.10.2014 07:30h
Punkte   (8 von 10)

Hersteller:
Nokia

Modell:
Nokia N93
Shop:
Nokia Onlie-ShopNokia N93
Nokia N93


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Menübilder
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Links:
Java
N93 Support

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Revisionsnummer:  1.01 vom 03.08.2006 (UPnP und neue Bilder)

Einleitung

Nokia veröffentlich mit seinem neuen Modell N93 einen echten Multimediacomputer. Schon aufgrund der Größe und des nicht gerade geringen Gewichts kann man beim N93 schon fast nicht mehr von einem Handy sprechen. Mit seinen atemberaubenden Features, wie 3.2-Megapixel-Kamera (2.048 x 1.536 Pixel) mit einer Optik von Carl Zeiss, einem 3-fach optischen Zoom sowie einem 20-fachen Digitalzoom, Autofokus und Modus für Nahaufnahmen, Videoaufnahme in VGA Auflösung mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde und Stereo-Ton verschlägt es einem glatt die Sprache. Hinzu kommen natürlich auch die gängigen Handyfeatures, wie Triband GSM und UMTS Unterstützung, EDGE und WLAN. Ein wirklich komplettes Multimediacenter für unterwegs. Ob es aber auch seine Marketingversprechen einhält, werden Sie in meinem kleinen Testbericht feststellen.


Design

Was soll man zu einem solch wuchtigen aufklappbaren Mobile sagen? Es läßt sich halt aufklappen.:-) Mit seinen stattlichen Abmessungen von 118,2 x 55,5 x 28,2 mm und einem Gewicht von 180 gr ist es zwar kleiner als eine Tafel Schokolade, dafür aber auch fast doppelt so schwer. Die beiden Farbkombinationen "Aluminium grey" und "Pearl Black" (Testgerät) treffen aber sicher jeden Geschmack. Gleichwohl "Pearl Black" deutlich edler ausschaut.

Nokia N93 Nokia N93

Nokia N93

Eigentlich kommt das N93 eher unspektakulär daher. Überwiegend in matt schwarz gehalten wird es von einem alufarbenem Ring umgeben. Die Tastatureinheit sowie die Menütasten samt Navipad sind chrom umrandet. So richtig spektakulär wird es aber spätestens dann, wenn man mit dem N93 auch Fotos oder Videos machen will. Dann muß es nämlich camcorderlike aufgeklappt und das Display zu sich hin gedreht werden. Die Carl Zeiss Optik ist durch einen abnehmbaren Verschlussdeckel geschützt. Dieser sitzt auf meinem Testgerät bombenfest.


Technik

V 10.0.025
12-07-06
RM-55
N93 (58.01)

Das N93 verfügt über einen etwa 50 MByte großer internen Speicher. Alle Fotos, Klingeltöne, Video-/Musikclips, Kontaktdaten, Kalendereinträge, Aufgabenlisten und E-Mail/SMS-/MMS-Mitteilungen sowie zusätzlich installierte Programme müssen sich diesen relativ großen Speicher teilen. Um seinen Nutzer auch größere Videos zu ermöglichen, hat Nokia gleich eine 128 MB umfassende miniSD Speicherkarte beigefügt. Das N93 selber unterstützt miniSD Karten bis 2 GB.


Lieferumfang


Nokiatypisch eröffnet sich dem solventen N93 Käufer (auch hier wird der etwas "extravagante" N-Serie Karton verwendet):

  • Nokia N93 (Pearl Black)
  • Nokia Stereo-Headset HS-23
  • Nokia Reiseladegerät AC-4
  • Nokia Ladeadapter CA-44
  • Nokia Batterie BP-6M (Li-Polymer, 1100mAh)
  • Nokia Videokabel CA-64U
  • Nokia Connectivity Kabel CA-53
  • Tragebeutel CP-83
  • Trageschlaufe CP-84
  • miniSD-Speicherkarte mit 128 MByte Speicherkapazität
  • DVD-ROM (inkl. PC Suite, Lifeblog, Adobe Photoshop Album Starter Edition, Adobe Premiere Elements 2.0, Home Media Server software)
  • Bedienungsanleitung, Kurzanleitung und Anleitung zur Nutzung von Zusatz-Anwendungen

Beim N93 wird eine 128 MB fassende miniSD gleich mitgeliefert. Hierauf passen dann etwa 6 Minuten Video!


Verarbeitung/Haptik

Das in "Pearl Black" gehaltene Gerät wirkt auf den ersten Eindruck wertig und edel. Ganz im Gegensatz zum Dummy ist auch die Displayaufhängung

Nokia N93

gut gelöst. Das Display läßt sich in zwei Blickwinkel öffnen. Nach etwa 90 Grad rastet es erstmalig hörbar ein. Dann, nach etwa 170 Grad, wird seine normale "Betriebsposition" erreicht.

Nokia N93

Wie schon beim - in Deutschland nicht erhältlichen Nokia N92 - läßt sich mit dem N93 aber auch im Quermodus arbeiten. Hierzu muss das Display "überdreht" und dann zurück geklappt werden. So wird durch das Display dann ein winziger Teil der Tastatur verdeckt. Diese dreht sich zwangsläufig nicht mit. Bedingt durch die beiden - am Displayrand angebrachten - Softkeys ist aber auch in dieser Position ein komfortables Arbeiten möglich.

Nokia N93

Obwohl das Display nur an einem Punkt befestigt wurde, macht es nicht den Eindruck, als wenn es am "seidenen Faden" hängen würde. Im Camcordermodus läßt sich das Display fast unbegrenzt drehen, so dass man das N93 sowohl "über Kopf", als auch "vor dem Bauch" halten kann.

Nokia N93 Nokia N93

Nokia N93

Die Tastatur des N93 ist hingegen über jeden Zweifel erhaben. Sie ist mehr als ausreichend groß dimensioniert. Der Gelegenheitsschreiber wird hier seine rechte Freude dran haben. Der E-Mail Fanaktiker oder Viel-SMS'er ob der großen Drücker staunen.

Nokia N93 Nokia N93

Alle Tasten sind ausreichend groß, der Abstand zwischen den Menütasten und der eigentlichen Tastatur ist gross genug, um nicht versehentlich eine Fehlfunktion auszulösen. Das Keyboard ist in drei Bereiche unterteilt. Ganz oben sind die beiden Softkeys, die Gesprächsannahme- und Gesprächsbeenden-Taste sowie der 5-Wege Navikey zu finden. Darunter befinden sich die Series60 üblichen Drücker, wie Stifttaste (zum markieren und kopieren von Texten), die Menütaste, die Mediataste (z.B. zum Direktstart des MP3 Player, Radio, Internetbrowser) und die C-Taste (zum löschen von Eingaben oder Programmen). Im letzten und größten Bereich ist dann die eigentliche Tastatur zu finden. Nokiatypisch mit der mit dem Webbrowser vorbelegten 0-Taste.


Display


Das Hauptdisplay mit 2,4-Zoll-Aktivmatrix (Displaydiagonale: 6 cm) bei 262.144 Farben und einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln dürfte dem geneigten Leser in ähnlicher Form schon vom Nokia N71 bekannt sein. Im Gegensatz zum N71 kann man beim N93 - gerade bei starken Sonnenlicht sowie im Quermodus - alles noch deutlich erkennen. Das Display ist eines der besten, welches ich bisher gesehen habe.

Die höhere Auflösung des Nokia N80 und Co. vermißt man beim N93 nicht. Die Größe der Icons ist in einem ausgezeichnetem Verhältnis zur Größe des Displays. Icons und Schriftarten wirken groß und lassen sich gut ablesen. Das Display selber ist hierbei sehr hell beleuchtet. Mittels des manuell einstellbarem Lichtsensor kann die Helligkeit nochmals individuell angepaßt werden.

Das mickrige 1,1-Zoll Außendisplay mit einer Auflösung von 128 x 36 Pixeln bei 65.536 Farben ist hingegen völlig unspektakulär aber ausreichend. Es zeigt im Standbymode eine Uhr sowie Netzabdeckung und Batteriepower an. Hintergundbilder können angepaßt werden, ebenso, ob das N93 sich mit einem Klang öffnen und schliessen lassen soll ("Spock, beam me up"). Bei einem Anruf zeigt es dann den Namen des Anrufers, sollte man den Anruf verpaßt haben, signalisiert es mittels eines Symbols den verpaßten Anruf oder Nachricht. Ab Werk geht es nach kurzer Zeit in den Stromsparmodus, das Display schaltet sich somit komplett ab. Das Hauptdisplay informiert seinen Besitzer im Standbymodus dann mittels eines weißen Balekn auf dunkelblauem Hintergund über entgangene SMS oder Anrufe. Zudem wird die Uhrzeit samt Datum eingeblendet.

Nokia N93

Inbetriebnahme

Nach Einschalten - und der für Series60 Verhältnisse sehr kurzen Gedenkzeit von etwa 20 Sekunden - ist das N93 einsatzbereit. Ein Einstellungswizard für die Netzbetreibereinstellungen sowie eine kurze Einführung zu jedem wichtigen Punkt (mittels des neue Flash Player lite erstellt) erleichtern dem Einsteiger den Umgang mit den umfangreichen Funktionen des neuen Gerätes.

Menü/Funktionen

Nachdem man die blau bedruckte Menütaste des N93 gefunden hat, zeigt die 3rd Edition der Series60 auf der Hauptebene 12 Menüpunkten. Auch das N93 verfügt wieder über die schon von anderen S60 bekannte 3x4 Matrix. Das Menü läßt sich beliebig anpassen, Menüpunkte lassen sich in Ordner verschieben, neue Ordner können angelegt werden. Installierte Software findet man im Ordner "Persönliches". Im Quermodus zeigt das N93 dann jeweils 3 Reihen a 4 Icons an.

N93 Menü Nokia N93

Insgesamt sind die bisherigen Nokia typischen Funktionen bei der 3rd Edition leicht aufgebohrt worden. Alle von Nokia bekannten PIM Anwendungen (Organizer) sind wieder vorhanden. Sie entsprechen denen der anderen 3rd Edition Modelle (N80/N91/E60).

Es handelt sich um nur leicht erweiterte Funktionen, wie sie auch schon von den bisheriger S60 Mobiles (N70) bekannt sind. In den Kontakten lassen sich z. B. Daten für Vornamen, Nachnamen, Firma, Position, Mobiltelefon, Telefon, Videoanruf, Fax, Pager Internet-Telefon und E-Mail hinterlegen. Zudem lassen sich ergänzende Informationen, wie Titel, Namenszusatz, Aliasnamen, Push-to-Talk, SIP, Web-Adresse, Geburtstag und eine Notiz hinterlegen. Es sind auch mehrere Telefonnummern zu einem Kontakt möglich. Kontakte lassen sich nach Nachname; Vorname oder Nachname; gekürzter Vorname sowie nach Vorname; Nachname sortieren. Einem Kontakt läßt sich ein Mini-Foto zuordnen, welches dann bei einem eingehenden Anruf angezeigt wird.

Fotos oder Bilder können als Hintergrund genutzt werden. Die Profile (Allgemein, Lautlos, Besprechung, Musik, Draußen, Pager, Offline) können zwar angepaßt, aber S60 typisch immer noch nicht Zeit gesteuert werden. Auch der Aktive Standby ist wieder mit dabei.

N93 Menü

Aktuelle Aufgaben und Termine werden hier auf einen Blick dargestellt. Ebenso hat man auf auswählbare Anwendungen per Shortcut direkten Zugriff. Der ausgzeichnete MP3 Player läßt sich von hier ebenfalls steuern und zeigt den aktuellen Track an.

Auch das N93 verfügt über ein echtes Radio, leider ohne RDS Funktion. Dafür gibt es aber die webbasierte und "Visual Radio" getaufte Funktion zum Abruf aktueller Informationen zum jeweiligen Radioprogramm. Diese Funktion läßt sich leider nicht über WLAN nutzen.

Menübilder des N93 finden Sie hier. Ein Video des Nokia N93 Menü habe ich hier zur Verfügung gestellt.


Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

Natürlich verfügt auch der Multimediacomputer N93 wieder über den bereits bekannten MP3 Player. Mit Klangreglern (Standard, Bass-Boost, Klassik, Jazz, Pop, Rock oder aber auch eigene) in Verbindung mit dem Nokia Stereo-Headset HS-23 kann er klanglich überzeugen. Um den guten Klang nochmals zu verfeinern, gibt es die Möglichkeit, mittels eines entsprechenden Adapters, auch handelsübliche 3.5mm Walkmankopfhörer anzuschliessen. Diese Adapter sind direkt bei Nokia zu beziehen, bzw. bei Drittanbietern. Die Abspielreihenfolge der Musiktracks kann zufällig oder per Dauerwiederholung, eines oder aller Musikstücke beeinflußt werden.

N93 Menü

Der MP3 Player ist natürlich multitaskingfähig, reagiert schnell auf Änderungswünsche und ist gerade in Verbindung mit der Steuerung über den aktiven Standby gut umgesetzt, er unterstützt zudem Abspiellisten. Als Hörbuchplayerersatz ist er allerdings nur bedingt tauglich. Wenn der Player beendet wird, merkt er sich nicht die letzte abgespielte Position. Man kann den Player hierzu aber in den Pausemodus versetzen, dann spielt er nach Wiederaufnahme ab dieser Stelle weiter. Im zugeklapptem Zustand werden die Trackinformationen auf dem kleinen Aussendisplay angezeigt, der MP3 Player läßt sich dann auch von außen steuern. Hierzu dient der, für die Kamera vorgesehene, kleine Joystick.

Der Klang des MP3 Player ist ausgewogen, dafür aber bassarm. Da hilft der Bass-Boost auch nicht mehr viel. Basslastige Kopfhörer, wie z. B. die Koss Porta Pro oder die Koss "the Plug" können dieses Manko aber leicht ausgleichen. Insgesamt ist der Klang des N93 mit dem des Nokia 6270/N80/E60 und Co. zu vergleichen.

Das N93 verfügt erstmalig über ein echtes 3D Spiel, namens "System Rush Evolution". Dieses Spiel würde einem N-GAGE auch sehr gut zu Gesicht stehen. Sehr schnell, sehr gut dargestellt zieht es den N93 Besitzer gleich in seinen Bann. Gerüchteweise soll hier der spezielle 3D Grafikchip des N93 (Imagination Technologies' PowerVR MBX 3D) genutzt werden.

N93 Menü N93 Menü N93 Menü N93 Menü

Ein kurzes Video des smarten Spiels finden Sie hier.

Natürlich wurden auch wieder die beiden Oldies Snake und Carddeck mitgeliefert. Hinzu kommen dann die "üblichen Verdächtigen", wie z. B. Dateimanager, Umrechner, Taschenrechner, Uhr und Co.

Office

Obwohl als Multimediacomputer deklariert, wurde auch beim N93 das altbekannte Quickoffice (Word, Excel, und Powerpoint Viewer) vorinstalliert. Hiermit lassen sich die genannten Dokumente allerdings nur ansehen, editieren ist nur mit der Vollversion möglich. Das klappt - gerade im Quermodus- auch sehr gut. Und damit man unterwegs auch nicht an Langeweile stirbt, gibt es zudem noch den Adobe Acrobat Reader LE (1.5) für PDF Dokumente.

N93 Menü N93 Menü


Klang

Die Wiedergabequalitäten im Gespräch können auch beim Nokia N93 nicht mit einem Nokia 6230i(i) oder Nokia E60 mithalten. Aus welchen Gründen auch immer, der Gesprächspartner wird etwas dumpfer und "blechener" wieder gegeben. Die Empfangs- und Sendeleistungen sind auf typischem Smartphoneniveau. Auch hier ist das E60 bzw. Nokia 6230(i) besser. Das 6230i(i) übertrifft hier allerdings fast alle neueren Modelle der N-Serie.

Die Klangeigenschaften des eingebauten Lautsprecher sind im Radiomodus bzw. als MP3 Playerersatz völlig ausreichend. Bei höheren Tönen neigt er aber leichter zum übersteueren (eine Art von "Klieren").


Konnektivität


Das N93 bietet das obligatorische Datenkabel mit USB 2.0-Schnittstelle für USB-Verbindungen (max. 12 MBit/s) über den Pop-Port™-Anschluss; das mobile Gerät lässt sich dann auch als Speicherstick nutzen und unterstützt Drag & Drop.

Stöpselt man das N93 also an das Datenkabel und an den PC hat man die Optionen "Media Player, PC Suite, Datentransfer und Fotodrucker". Im Datentransfer/Media Player Modus geht das N93 allerdings Offline und man kann telefonisch nicht weiter erreicht werden.

Über die Option Fotodrucker können die Aufnahmen des N93 dann direkt ausgedruckt werden. Auch ein Upload an den Bilderdienst "Flickr" ist an dieser Stelle möglich. Über das Datenkabel kann das N93 nicht geladen werden. Eine eigene Dockingstation hat es auch nicht. Auch das N93 unterstützt wieder "nur" Bluetooth Funkverbindungen nach  Spezifikation 1.2. A2DP fehlt also auch hier. Sowohl BT fähige Drucker, als auch eine BT fähige externe Tastatur werden aber unterstützt. Auch SIM-Access ist wieder mit dabei (externer SIM-Modus genannt). Mittels der neuen PC-Suite klappt nun auch eine Syncronisation über BT. Die O² Homezone wird einwandfrei angezeigt.


UPnP

Das Nokia N93 unterstützt den UPnP Standard. Mittels eines WLAN-Access-Points können Sie somit ein Heimnetz erstellen und Ihre UPnP kompatiblen Geräte mit WLAN-Unterstützung einbinden. Hiermit ist es dann möglich, die Inhalte des N93 auf einem anderen UPnP fähigen Gerät wieder zu geben, z.B. die selbst gedrehten Videos oder geschossenen Bilder auf einem PC oder Fernseher .

N93 Menü N93 Menü N93 Menü N93 Menü N93 Menü          N93 Menü

Zudem lassen sich dann Dateien beliebig von einem Gerät zum anderen kopieren, anzeigen oder abspielen.

Zum Einrichten eines Heimnetzes innerhalb des WLANs ist es erforderlich, einen Internetzugangspunkt zu erstellen und zu konfigurieren. Anschließend müssen die anderen UPnP Geräte entsprechend konfiguriert werden. Auf dem Nokia N93 werden die Einstellungen (Datei Freigaben) unter dem Menüpunkt "Privates Netz" vorgenommen. Wenn Sie einen kompatiblen PC an das Heimnetz anschließen möchten, muss dort die Nokia Media Server-Software von der N93 DVD-ROM installiert  werden. Nachdem alle Geräte, die an das Netz angeschlossen sind, konfiguriert wurden, können Sie Ihre Mediendateien für das Privates Netz freigeben.

N93 Menü N93 Menü N93 Menü N93 Menü

Wenn Sie die Dateifreigabe nutzen, können andere UPnP kompatible Geräte im Heimnetz die frei gegebenen  Dateien anzeigen und kopieren. Ebenso ist es möglich, andere frei gegebene Dateien auf dem N93 abzuspielen. So sollen sich auch auf dem PC gespeicherte MP3 bzw. Videos direkt auf dem N93 wieder geben lassen. Leider war mir dies in meinem Test nicht möglich.

 

Internet

Die neue S60 Browser basiert auf Safari's WebCore und wird auch auf dem N93 genutzt. Die 'minimap' getaufte Funktion erlaubt es, eine volle Seite auf einen Blick zu sehen und mittels Zomm in einzelne Bereiche einzutauchen. Unterstützung für RSS wird ebenfalls angeboten ist aber noch ausbaufähig.

Im Gebrauch zeigt sich, dass der neue Browser viel schneller ist als Nokias vorhergehende Bemühungen, kommt somit viel näher an die Browser von Opera und Netfront heran. An dieser Stelle sei erwähnt, dass das N93 - bedingt durch den stärkeren Prozessor (TI OMAP2420 ARM11, 330 MHz) - nochmals deutlich schneller ist. Um nochmals mehr Speed zu erreichen, ist auch Operas Webbrowser in der "Mobile" Version anzuraten. Insgesamt werden sowohl Java, als auch PHP unterstütze Seiten fast fehlerfrei angezeigt. Leider nicht immer im vom PC gewohnten Design.

Nokia N93 Nokia N93 Nokia N93 Nokia N93

Nokia N93 Nokia N93 Nokia N93 Nokia N93


Kamera/Video

Ganz klar, der Schwerpunkt des neuen Nokia N93 ist seine Kamera. Nicht kleckern, sonder klotzen ist hier bei Nokia die Devise. Die schon vom Nokia N90 bekannte Marketingmaschine wurde auch beim Nachfolger N93 in Gang gesetzt. Ein Objektiv von "Carl Zeiss", ein 3x optischer Zoom, 3.2 Megapixel sind hier die Schlagwörter. Im Bereich Videoaufnahmen ermöglicht das N93 erstmalig Videos mit echter VGA Auflösung (640x480 Pixel) bei 30 Bildern pro Sekunde und damit ultraflüssig aufzunehmen. So hat der Aushilfs-Spielberg seine Videokamera direkt am Mann. Leider ist der optische Zomm auf Videoaufnahmen auch deutlich zu hören. bedingt durch das Camcorderdesign befinden sich die beiden Stereomikrofone direkt neben der Optik. Da sie zudem sehr empfindlich sind, ist das surren des Zooms auf jeder Aufnahme vernehmbar. Aufnahmen können allerdings auch ohne Ton gefertigt werden.

Nokia N93 Nokia N93 Nokia N93

Das N93 ermöglicht dem geneigten Hobbyfotografen Einstellungsmöglichkeiten zur Bildqualität (von 0.3 Megapixel für MMS bis hin zur maximalen Qualität von 3 MP für Ausdrucke). Es läßt dem Fotografen die Wahl, ob die Bilder gleich in ein Album eingefügt werden sollen oder ggf. gleich nach dem Schuss angezeigt werden. Zusätzlich zum optischen Zoom, kann dann auch noch der digitale Zoom dauerhaft hinzugeschaltet werden. Abschliessend gibt es dann noch eine Flimmerreduzierung sowie die Wahl zwischen 4 Kameratönen (nicht komplett abschaltbar).

Gebt dem Kind (Bild) dann noch einen Namen (Datum oder Text) und zeigt dem N93, wo es seine Bilder speichern soll (interner Spiecher oder Speicherkarte) und es kann los gehen.

Die Kamera an sich wird in "Camcorderhaltung" bedient. Hierzu dienen dann die beiden Softkeys am Display sowie der kleine Joystick samt den beiden darunter liegenden Drückern für den Wechsel zwischen Video- und Bildaufnahme sowie zur Auswahl des Blitzmodus. Dieser Blitz (LED) kann auch per Schalter als Taschenlampe genutzt werden.

Nokia N93

Der Fotograf kann Einfluß auf die Qualität der Bilder nehmen, indem er vorgefertigte Programme auswählt. Zur Wahl stehen (Automatisch, Benutzerdefiniert, Nahaufnahmen, Landschaft, Nacht und Portrait bei Nacht.

Da die N93 Kamera bei starkem Sonnenlicht schnell zum übersteuern neigt, läßt sich die Helligkeit durch Auswahl des Belichtungswertes (-2,0 bis +2,0) beeinflußen. Auch ein Weißabgleich steht dem Hobbypaparazzi zur Verfügung. Die Qual der Wahl hat er dann zwischen den Optionen Automatisch, Sonnig, Wolkig, Weißlicht und Neonlicht. Auch hiermit läßt sich der - manchmal nicht wirklich guten Automatik - unter die Arme greifen. Abschliesend noch den Farbton des Bildes gewählt: Normal, Sepia, Schwarzweiß, Negativ und fertig ist der 1000 € Schnappschuss in guter Qualität.

Einen Nachweis über die im Moment ziemlich durchwachsene Qualität der Bilder finden Sie hier.

Ich habe mehr als 50 Bilder mit dem N93 gemacht. Richtig gut sind die Aufnahmen - im Vergleich zum K800i nicht immer. Gerade der Autofocus hat seine liebe Not bei Nahaufnahmen. Wenn man das entsprechende Programm auswählt, schaltet dieser sich sogar komplett ab. Insgesamt sind die Aufnahmen bei optimalen Lichtverhältnissen beeindruckend, wenn man die Automatik abschaltet und manuelle Einstellungen vornimmt, kann man sogar noch mehr aus der N93 Kamera heraus holen.

Der Bereich Video ist beim N93 allerdings unerreicht gut. Es lassen sich Videos in voller VGA Auflösung (640x480) mit oder ohne Stereoton (das N93 hat zwei eingebaute Mikrofone) aufnehmen und natürlich auch in Vollbild wieder gegeben. Und das Ganze bei 30 Bildern pro Sekunde!

Videos werden mit einer Bitrate von 2892 kbps aufgenommen. Das bedeutet, dass pro Minute Video etwa 20 Megabyte Speicher verbraten werden. So ist die mitgelieferte 128 MB Speicherkarte in wenigen Minuten gefüllt. Der engagierte und videobegeisterte Nutzer wird um den Kauf einer 2 GB Karte wohl nicht herum kommen. Im Videomodus steht ebenfalls der optische Zoom zur Verfügung, ebenso wie ein Bildstabilisator.

Hier mal eine Auswahl an Beispielvideos, die mit der N93 Kamera aufgenommen wurden:

Nokia N93 Kameravideo 1
Nokia N93 Kameravideo 2 (1 Minute = 23 MB)
Nokia N93 Kameravideo 3 (1 Minute = 23 MB)
Nokia N93 Kameravideo 4 (1 Minute = 23 MB)
Nokia N93 Kameravideo 5 (1 Minute = 23 MB)
Nokia N93 Kameravideo 6 (1 Minute = 23 MB)

Die Videos lassen sich am PC dann mittels der Adobe Software noch nweachbearbeiten.

Als krönenden Abschluss hat Nokia seinem neuen Flaggschiff einen TV-Ausgang gegönnt. Hiermit lassen sich alle Funktionen auch am heimischen Fernseher darstellen. Das Ganze in PAL oder NTSC im Verhältniss 4:3 oder sogar 16:9. Menüs, Videos, Fotos, Spiele, einfach alles kann mittels des beigefügten TV-Kabels über einen standarisierten Composite (Rot/Geld/Weiß) Ausgang auf den Fernseher gebracht werden. Sehr eindrucksvoll, so kann man bei Kunden ggf. schnell mal Powerpoint oder ähnliche Dokumente präsentieren, oder auch mal im Web surfen. Mittels einer externen Bluetoothtastatur, dem N93, einer WLAN Verbindung über einen Router und einem Fernseher hat man fast eine kleine Surfstation. Durch UPnP können alle Dateien auch im heimischen Netz an die dafür vorgesehene Geräte gesendet werden.


Themen


Das N93 verfügt über sieben themenbezogene Motive für die Benutzeroberfläche (Thema 1, Glass, Lights, Metall, Motion, Stave, Waveform). Es lassen sich zudem alle 3rd Edition kompatiblen Themen aufspielen. Im Internet findet man davon mittlerweile genug (www.zedge.no, www.symbianthemes.com und Co.).

Themen für S60


Kompatible Software

Hier mal ein paar Websites/Programme, die bereits auf die 3rd Edition und Symbian 9.1 umgestellte Software anbieten. Leider sind ein paar 3rd Edition Programme nicht mit dem N93 kompatibel (z.B. E60-WorldMate, SkyForce Vollversion).

Mobile2day mobilreview Symbian9 my-symbian


Akkulaufzeit


Da beim N93 ein großer BP-6M (Li-Ion, 1100mAh) verwendet wird, sind die Akkulaufzeiten im Verhältnis zu seinen Fähigkeiten gut. Sie liegen auf dem üblichen Niveau. Da das N93 über WLAN verfügt, kann der Akku aber auch schnell in die Knie gezwungen werden. Dauertelefonieren oder Dauersurfen ist halt ein Akkukiller deluxe. Momentan kann man bei intensiver Nutzung der Funktionen auf jeden Fall einen Arbeitstag überbrücken. Nutzt man nur den MP3 Player, kommt man auf eine respektable Nutzungszeit von etwa 12-14 Stunden. Bei moderater Nutzung verschafft man sich etwa 2-3 Tage Ruhe vor der Steckdose und im Standby bei guter Netzabdeckung geht es auch mal 4-5 Tage. Die o.a. Zahlen gelten ausschliesslich im GSM Modus. IM UMTS Modus reduzieren sich die Akkulaufzeiten nochmals.


Zubehör

Nokia Zubehör


Fazit

Die üblichen 3rd Edition Funktionen wurden beim N93 eins zu eins übernommen. Die Displaygröße im Verhältnis zur Displayauflösung ist in meinen Augen optimal gewählt. Die Icons sowie Texte sind schön groß und insgesamt ist das Display wirlich optimal ablesbar. Bedingt durch den Quermodus lassen sich Dokumente und Tabellen auf dem N93 natürlich noch besser betrachten und - geeignete Software vorausgesetzt - auch bearbeiten.

Im Bereich Multimedia und Video hingegen hat das N93 wirklich neue und aufregende Features zu bieten. Die Qualität der Videoaufnahmen ist für den Mobilesektor wirklich gelungen. Videos mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde schafft kaum ein anderes Gerät. Die Konkurrenz aus eigenem Hause, das Nokia 6233 hat hier nur 15 fps zu bieten. Die Videos lassen sich auch gleich am Gerät nachbearbeiten, voraussgesetzt, man hat genügend Zeit dafür eingeplant. Die Nachbearbeitung der Videos ist im Gerät eher schleppend und in meinen Augen an der Grenze zu unzumutbar. Gerade der Videobereich ist also wirklich überzeugend, totz der noch vorhandenen Artefaktbildung. Das man alle Funktionen des N93 auch über den heimischen Fernseher präsentieren kann, ist ein nützliches aber auch nicht unbekanntes Feature. Smsung hat diese Funktion schon länger in seinem Programm.

Im Kamerabereich kommt der Autofocus im Moment aber nicht an die Qualität des Sony Ericsson K800i heran. Dafür hat das Nokia N93 - neben der Carl Zeiss Optik - auch einen echten optischen Zoom. Den findet man nicht oft. Wer also einen digitalen Camcorderersatz in Handygröße sucht, kein professioneller Fotograf ist und auf die überragende Erweiterungsmöglichkeit von Symbian angewiesen ist, kann bedenkenlos zum N93 greifen. Die Qualität der Kamera kann durch zukünftige Softwareupdates sicher noch weiter optimiert werden.





  

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