Nokia E66 Test


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 11.08.2008 14:04h
Punkte   (8 von 10)
Testbericht Nokia E66 von mobile-reviews.de

Revision 1.0 vom 11.08.2008

E66

Neben dem E71 stellte Nokia im Juni 2008 in London auch den Nachfolger des Nokia E65 vor. Technisch gesehen handelt es sich beim E66 um einen Zwilling des E71. Ebenfalls auf Office und Kommunikation optimiert, ist auch das Nokia E66 auf die Zielgruppe der Business- oder Poweruser ausgerichtet. Das E66 ist als Dualmode (UMTS/GSM) Funker mit Quadband-Unterstützung (GSM 850/900/1800/1900) samt EDGE & UMTS mit HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) nahezu auf der ganzen Welt zu Hause. Eine automatische Frequenzband-/ und Modus-Umschaltung ermöglicht den fließenden Wechsel zwischen GSM und UMTS, das lästige Neustarten des Mobiltelefon entfällt damit. Softwareseitig wird es von Symbian 9.2 mit einer Optimierung für die E-Series angetrieben, unterscheidet sich aber nicht wesentlich von anderen aktuellen Modellen der Series60 3rd Edition. Wie sich das E66 im Alltag geschlagen hat und ob es gegebenenfalls auch für "normale" Nutzer in Betracht kommt, können Sie im Anschluss nachlesen.

Das E66 erfreut das Auge mit einem Aktivmatrix-QVGA-Display mit 2,4 Zoll (6,1 cm Displaydiagonale) und kann 16,7 Millionen Farben in einer Auflösung von 320 x 240 Pixel darstellen. Trotz der Ausrichtung auf Businessuser spendierte Nokia seinem neuen E-Serie Modell eine 3.2-Megapixel-Kamera mit Autofokus. Im Gegensatz zum N95 (8GB) kann das E66 Videoaufnahmen aber nicht in DVD-ähnlicher Qualität aufnehmen, hier ist bereits bei etwa 15 Frames/s Schluss. Das integrierte (A)-GPS-Modul dient in Kooperation mit der passende Navigationssoftware "Nokia Maps 2.0" zur Positionsbestimmung und Navigation. Selbstverständlich bietet auch das Nokia E66 WLAN 802.11b/g (WEP, 802.1X, WPA, WPA2) sowie die leicht antiquierte Infrarot-Schnittstelle.

Für Fans umfangreicher Musik- oder Videosammlungen hat Nokia dem E66 eine Erweiterungsmöglichkeit mittels MicroSD-Speicherkarten mit auf den Weg gegeben.

Design

E66
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Mehr Bilder gibt es hier.

Edelstahl soweit das Auge reicht. So ist der erste Eindruck den das E66 hinterlässt. Auch auf den zweiten Blick ändert sich da nichts. Das E66 kommt als Slider auf den Markt und zeigt am Zentimetermaß Abmessungen von 107,5 x 49,5 x 13,6 mm. Die Briefwaage schlägt dabei nur mit 121 g an. Das N73 aus eigenem Hause nimmt 110 x 49 x 19 mm ein und wiegt 116 Gramm. Das ältere E65 mißt 105 x 49 x 15,5 mm bei 115 Gramm. Metall ist nunmal schwerer als Kunststoff. Das E66 kommt ebenfalls in den zwei Farbkombinationen "Grey Steel" und "White Steel" auf den Markt.

Die Rückseite (Akkudeckel) des E66 wurde ebenfalls fast komplett in Edelstahl gehüllt. Die Kameralinse ist allerdings ungeschützt.

Größenvergleich (Nokia E66 - Nokia E71)

E66
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Technik

Der interne Speicher für Fotos, Klingeltöne, Video-/Musikclips, Kontaktdaten, Kalendereinträge, Aufgabenlisten und E-Mail/SMS-/MMS-Mitteilungen beträgt etwa 110 MByte. Zusätzlich installierte Programmen, Themen oder Musik und Co. finden nur durch die genutzte Speichererweiterung in Form von microSD-Speicherkarten ihre Begrenzung. Im Vergleich zum Festspeicher anderer Mobiltelefone ist eine Speicherkarte die bessere Alternative, da man flexibler auf den Speicherbedarf reagieren kann. Erfreulicherweise ist das freie RAM sehr großzügig dimensioniert, nervige Fehlermeldungen ala "Speicher voll" sind damit nicht zu erwarten.

Dabei nutzt das E66 laut Nokia einen Prozessor mit 369 MHz. Angetrieben wird es mit dem Betriebssystem Symbian OS Version 9.2, S60 3rd Edition, Feature Pack 1 mit Erweiterungen für die E-Serie. Alle bisherigen Programme aus dieser Edition können also fast problemlos weiter genutzt werden. Das E66 verfügt über einen integrierten Bewegungssensor, dreht man es z. B. mit dem Display auf den Schreibtsich, werden eingehende Anrufe automatisch stumm geschaltet. Dreht man das E66 um 45 Grad nach Links oder rechts, so dreht sich der Bildschirminhalt ebenfalls mit.

Lieferumfang

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Mit dem üblichem Zubehör und in der E-Serie typischen Verpackung präsentiert sich das E66 mit folgendem Inhalt:

  • Nokia E66 "Grey Steel"
  • Nokia Akku BL-4U
  • Nokia Ladegerät AC-5E
  • Nokia Micro-USB-Datenkabel CA-101
  • Nokia Headset HS-47
  • Nokia Eseries Trageriemen (Lanyard)
  • Nokia Eseries Tasche
  • Bedienungsanleitung, Kurzanleitung und weitere Informationen
  • microSD-Speicherkarte (2 GByte)

Verarbeitung/Haptik

Das E66 wird in Finnland hergestellt. Ein Zeichen für Qualität? Leider nicht wirklich. Unterschiedliche Spaltmaße sind bei meinem E66 zwar nicht sichtbar, auf etwas stärkeren Druck hin knarrt die Displayabdeckung aber. Dem wertigen Gehäuse des E66 sind solcherlei Geräusche dennoch nicht zu entlocken. Auch übersteuert der Lautsprecher nicht, dafür klappert der rechte Softkey etwas. Die wirklich gute Verarbeitung des E71 ist der E66-Serie wohl leider nicht zu eigen.

Die verbauten Drücker der Handytastatur sind großzügig dimensioniert und weisen einen angenehme kanckigen Druckpunkt auf. Auch größere Finger werden kein Problem beim Erstellen von SMS oder E-Mails haben. Bei Frauenhände mit längeren Fingernägel wird aber auch hier - wie so oft - keine rechte Freude aufkommen. Insgesamt sind sämtliche Tasten gut bedienbar. Bei meinem Testgerät hört man beim Druck auf die Schnellstarttasten und Softkeys die darunter liegende Tastenfolie. Insgesamt kein Vergleich zur fast optimalen Verarbeitung des E71. Die Beschriftung der Drücker ist gut ablesbar, die Tasten sind relativ homogen in weiß beleuchtet.

Das Display verfärbt sich auch unter Druck nicht, da es unter einer Displayscheibe aus Plastik steckt. Fettflecke lassen sich problemlos und rückstand- sowie kratzerfrei mit einem Mikrofasertuch entfernen. Auch der Transport des Gerätes in der Hosentasche führte nicht zu Beschädigungen am Display. Wobei ich aus Gründen der Sicherheit sowie des Werterhalts immer zu einer Displayschutzfolie raten würde.

E66

Der Navikey des Nokia E66 ist sehr präzise. Das E66 lässt sich problemlos mit nur einer Hand bedienen. Die einzelnen Richtungen des Navikeys können auf Wunsch mit Funktionen belegt (z. B. Navikey hoch = Nachrichten) werden. Die beiden Tasten zur Anrufsteuerung und diverse Schnellzugriffstasten (Home, Kalender, Kontakte und E-Mail) erleichtern den täglichen Umgang mit dem E66. So kann man beispielsweise durch einen Klick den aktuellen Tagesplan im Kalender aufrufen oder seine E-Mails abrufen. Die entsprechenden Funktionen könen wahlweise auich völlig neu definiert werden, so kann der Druck auf das Kalendersymbol auch den Musicplayer starten. Selbst zwei Programme oder Funktionen pro Taste sind möglich. je nachdem, wie lange man die Taste nieder drückt.

E66 E66

Die beiden Lautsprecher tönen recht unscheinbar links und rechts unten aus dem Gerät. Auch beim E66 heißt es "nieder mit dem Pop-Port™". Freiheit für seine handelsüblichen Lieblingskopfhörer gibt es aber trotzdem nicht. An der linken Außenseite findet man beim E66 neben dem Micro-USB-Anschluss (wird durch einen Kunststoffverschluss zuverlässig vor Staub geschützt (hatte das E66 drei Wochen am Strand im Einsatz) nur noch den 2,5-mm-AV-Anschluss. Einen passenden Adapter auf das handelsübliche Maß von 3.5 mm liefert Nokia nicht mit. Auch beim E66 hat Nokia nicht den handelsüblichen Mini-USB Stecker verbaut, sondern eine spezielle Micro-USB Version. Ohne Spezialkabel findet das E66 also keinen Anschluss an den PC oder Mac. Freundlicherweise liefert Nokia das passende Anschlusskabel aber gleich mit. Auf der rechtne Seite des E66 befinden sich die beiden Drücker zur Lautstärkeregulierung im Gespräch und während des MP3-Betriebs) sowie eine Taste zur Sprachsteuerung. Eine spezielle Wiedergabetaste für den direkten Zugriff auf die Bilder und Videos der Galeriefunktion - wie vom N95 8GB bekannt - gibt es beim E66 nicht. Dafür nutzt das E66 aber eine spzielle Kamerataste zur Bildauslösung. Der Slider ermöglicht weitere Funktionen, so kann man z.B. durch aufsliden ein Gespräch entgegen nehmen und durch zusliden beenden.

Display

Das Display mit 2,4-Zoll-Aktivmatrix (Displaydiagonale: 6,1 cm) mit Umgebungslichtsensor und 16,7 Mio. Farben verfügt über eine Auflösung von 320x240 Pixel. Im Vergleich zum Display des N95 8GB ist es in der Diagonalen etwa 1 cm kleiner. Die Auflösung wirkt allerdings schärfer, das Display scheint zudem heller als beim Nokia N95.Selbst bei starkem Sonnenlicht kann man die Informationen noch recht gut ablesen, subjektiv aber schlechter, als noch beim E71.

Die höhere Auflösung des Nokia N80 und Co. vermisst man beim E66 nicht. Die Größe der Icons steht in einem guten Verhältnis zur Größe des Displays. Icons und Schriftarten wirken noch gut ablesbar, zumal die SChriftgröße in drei Schritten variiert werden kann. Das Display selber ist hierbei sehr hell beleuchtet. Die Helligkeit wird auf Wunsch mittels eines Lichtsensors automatisch angepasst, lässt sich aber auch manuell anpassen. Auch das E66 verfügt über einen sogenannten Schlafmodus. Das Display schaltet sich dabei komplett ab. Über eine in der Navi-Taste integrierte Leuchtanzeige informiert das Display des E66 über entgangene SMS oder Anrufe .

Inbetriebnahme

Nach Einschalten - und der für Serie 60 Verhältnisse sehr kurzen Gedenkzeit von etwa 15 Sekunden - ist das E66 einsatzbereit. Ein Einstellungswizard für die Netzbetreibereinstellungen sowie eine kurze Hilfe zu jedem wichtigen Punkt (mittels des Flash Player lite erstellt) erleichtern Einsteigern den Umgang mit den umfangreichen Funktionen des neuen Gerätes.

Menü/Funktionen

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(durch Anklicken starten Sie die Animation)

Nachdem man die Menütaste des E66 betätigt hat, präsentiert sich die 3rd Edition der Series 60 im Feature Pack 1 auf der Hauptebene mit 12 Menüpunkten (4 x 3 Icons). Hier kann der Nutzer dann schalten und walten, wie er will. Nach eigenem Gusto kann man Unterordner erstellen, Menüpunkte in Ordner verschoben und umbenannt werden. Man kann zwischen einer Listen- und Gitteranordnung wechseln. Installierte Software findet man im Ordner "Programme". Geöffnete Programme werden mit einem kleinen Kreis gekennzeichnet.

Bei den mitgelieferten Anwendungen handelt es sich fast ausschließlich um alte Bekannte mit nur leicht erweiterten Funktionen, wie sie auch schon von den älteren S60 Mobiltelefonen bekannt sind. Ein Umrechner für Einheiten (Fläche, Energie, Länge, Masse, Leistung, Druck, Temperatur), eine Weltuhr, eine Notizfunktion und eine Rekorderfunktion für Sprachnotizen sowie eine Sprachsteuerung helfen bei der täglichen Aufgabenbewältigung. Auch die neue Nokia Mobile Search (lokale Suche & Internet-Suche) genannte Suchfunktion ist beim E66 wieder mit an Board. Hiermit lassen sich die Inhalte des E66 sowie direkt im Internet durchsuchen. Selbst eine Funktion zum Vorlesen von SMS oder E-Mails (Text-to-Speech) hat Nokia nicht vergessen. Auch ein Programm zum Übertragen von Organizer-Daten zwischen dem Nokia E66 und anderen kompatiblen Nokia Geräten wurde nicht vergessen. Ein Wörterbuch für verschiedenen Sprachpaare ist ebenfalls nutzbar. Gerade hier ist der Blick in den Laden! genannten Menüpunkt nützlich, dort findet man zahlreiche Programme, teils kostenlos, teils kostenpflichtig. Leider fehlt bis zum heutigen Tage ein BlackBerry Klient für das E66i, in meinen Augen völlig unverständlich!

In der Galeriefunktion des E66 lassen sich Bilder, Töne und Videos anzeigen. Im Gegensatz zum E71 etwas übersichtlicher. Eine umfangreiche Bildersammlung lässt sich so trotzdem nur sehr schlecht verwalten. Da kann die N-Serie besser punkten.

PIM/Office

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(durch Anklicken starten Sie die Animation)

In den Kontakten lassen sich nahezu alle Daten, wie z. B. Vornamen, Nachnamen, Firma, Position, Mobiltelefon, Telefon, Videoanruf, Fax, Pager Internet-Telefon und E-Mail hinterlegen. Zudem lassen sich ergänzende Informationen, wie Titel, Namenszusatz, Aliasnamen, Push-to-Talk, SIP, Web-Adresse, Geburtstag und eine Notiz hinterlegen. Es sind auch mehrere Telefonnummern zu einem Kontakt möglich. Kontakte lassen sich zudem sortieren. Einem Kontakt kann ein Mini-Foto zugeordnet werden, welches dann bei einem eingehenden Anruf angezeigt wird.

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Die Einstellungs- und Verwaltungsfunktionen des neuen Kalenders sind sehr umfangreich. Er zeigt das aktuelle Tagesgeschehen auf der rechten Seite an. Zudem bietet er die Wahl zwischen Monats- und Wochenansicht. Eine Notizfunktion sowie eine Aufgabenverwaltung haben ebenfalls Platz im Nokia E66 gefunden. Auch das altbekannte Quickoffice (Word, Excel, und Powerpoint Viewer) 4.1.35.0 wurde vorinstalliert. Hiermit lassen sich die genannten Dokumente allerdings nur ansehen, editieren ist nur gegen Aufpreis, sprich Neuerwerb von QuickOffice möglich. Ein Tribut an die fehlende QWERTZ-Tastatur? Nokia hat es zudem versäumt, gleich die neue Version 5 zu installieren. Den diese ermöglicht u. a. den Umgang mit Office 2007, was bei der installierten Version nicht der Fall ist. Eine "Aktive Notizen" genannte Funktion ermöglicht die Verknüpfung von Notizen mit Kontakten. Sobald der entsprechende Kontakt anruft beziehungsweise angerufen wird, poppt die erstellte Notiz auf. Pro Kontakt kann eine Notiz gespeichert werden, eine Notiz lässt sich beliebig vielen Kontakten zuweisen. Sehr praktisch, wenn man sein Team informieren will.

Damit man unterwegs nicht an Langeweile stirbt, gibt es zudem noch den Adobe Acrobat Reader LE für PDF Dokumente. Flash (lite) 3.0 Animationen kann das E66 ebenfalls anzeigen. Ab Werk lassen sich Videos von YouTube also anzeigen.

Fotos oder Bilder können als Hintergrund genutzt werden. Die Profile (Allgemein, Lautlos, Besprechung, Draußen, Pager. Offline) können zwar angepasst, aber S60 typisch immer noch nicht Zeit gesteuert werden. Auch eigene Profile sind möglich. Die Profile sowie ein paar zusätzliche Funktionen lassen sich leicht erreichen, indem man kurz den Ein- und Ausschalter an der Oberseite des E66 betätigt.

Aktive Standby

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Er zeigt eine Kurzübersicht der aktuell anstehenden Aufgaben, Notizen und Termine. Eine Terminübersicht aller Termine zeigt er allerdings nicht. Auch die Termine des nächsten Tages verschweigt er. Läuft der MP3 Player im Hintergrund, wird der Titel des aktuelle Songs eingeblendet und ermöglicht so den direkten Wechsel zum Musicplayer. Die sechs Shortcuts können frei belegt werden. Hinzugekommen ist eine Suchfunktion. Dazu passend gibt es einen entsprechenden Eintrag im Aktive Standby. Durch die Eingabe bestimmter Begriffe kann man dann im Internet, aber auch auf dem E66 nach Bildern, Musik, etc. suchen. Der aktive Standby lässt sich natürlich auch ganz abschalten. Wirklich neu ist die Tatsache, dass man beim E66 zwischen zwei unterschiedlichen Start-Screens hin- und herschalten kann. Hierzu dient die sogenannte "Modi"-Funktion. In den jeweiligen Bildschirmen kann man dann völlig unterschiedliche Plugins und Themen nutzen. So kann der Nutzer beispielsweise auf seinem Geschäftsbildschirm häufig genutzte Funktionen wie Terminkalender, E-Mails, Browser und Notizen legen, während auf dem privaten Bildschirm z. B. der Browser, die Bildergalerie oder der Musikplayer sichtbar ist. Bei Kalendereinträgen wird allerdings auf nur einen Kalender zurückgegriffen. Umgeschaltet wird über die Funktion "Modi": Etwa 3 Sekunden vergehen, bis der neue Bildschirm aktiviert ist, je nach gewähltem Thema.

MP3/Musik

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Das E66 verfügt über den bekannten Musicplayer mit 5-Band-Equalizer. Der Klang kann in Verbindung mit einem hochwertigen Headset überzeugen. Die Lautstärke ist dabei hoch. Schaltet man Loudness und Stereo-Raumklang hinzu, kann man das Klangbild nochmals beeinflussen. Selbst die Balance zwischen rechten und linken Kanal kann eingestellt werden. Durch vorgefertigte Voreinstellungen (Standard, Bass-Booster, Klassik, Jazz, Pop, Rock oder aber auch Eigene) kann der Nutzer Einfluss auf das Klangbild nehmen. Durch den 2.5-mm-Anschluss können ab Werk handelsübliche Walkmankopfhörer nicht genutzt werden. Die Abspielreihenfolge der Musiktracks kann zufällig oder per Dauerwiederholung, eines oder aller Musikstücke beeinflusst werden. Auch das Abspielen von Wiedergabelisten ist möglich. Das E66 spielt keine kopiergeschützten WMA-Dateien ab. Zudem dauert die erstmalige Initialisierung (es sucht dann nach neuen Musikstücken) etwa lange.

Für ein E-Serie gerät unüblich bietet auch das Nokia E66 die Option, Sounds und Klingeltöne in 3D wieder zu geben.

Der Musicplayer ist multitaskingfähig, reagiert schnell auf Änderungswünsche und ist gerade in Verbindung mit der Steuerung über den aktiven Standby gut nutzbar. Als Hörbuchplayer-Ersatz ist er allerdings nur bedingt tauglich. Wenn der Player beendet wird, merkt er sich die letzte abgespielte Position nicht. Man kann den Player hierzu aber in den Pausemodus versetzen, dann spielt er nach Wiederaufnahme ab dieser Stelle weiter. Zudem gibt es nunmehr von Nokia ein spezielles Programm zum Hören von sog. Audiobooks.

Der Klang des Musicplayers ist soweit ausgewogen. In meinen Ohren ist das E66 sowohl klanglich, als auch technisch ein vollwertiger Musicplayer Ersatz.

E66 E66

Das E66 verfügt über ein echtes Radio, im Gegensatz zur Angabe auf Nokias Webseite allerdings ohne RDS Funktion. Dafür gibt es aber die webbasierte, "Visual Radio" getaufte Funktion zum Abruf aktueller Informationen zum jeweiligen Radioprogramm. Sie lässt sich leider nur über GPRS/UMTS nutzen.

Klang des Gerätes

Die Wiedergabequalität im Gespräch liegt auf sehr gutem Niveau. Sie kann meiner Meinung nach durchaus mit alten Geräten, wie dem Nokia 6230i(i) mithalten. Die Sprachqualität des Mobiltelefons überzeugt dabei. So klingen die Stimmen klar und natürlich, in bestimmten Situationen ist jedoch ein leichtes Rauschen in der Leitung zu vernehmen. Die Lautstärke ist dabei kräftig genug, so dass die Kommunikation auch in lauteren Umgebungen (Baustellen, Disco) klappt. Über die interne Freisprechfunktion klingen Gespräche in meinen Ohren weniger natürlich..

Die Klangeigenschaften des Lautsprecher ist im Radiomodus bzw. als Musicplayer-Ersatz gut. Der Klang ist zwar sehr höhenbetont, die maximale Lautstärke dafür aber erfreulich hoch. Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden zum Test genutzt. Der Song von Mos Def hat einen extremem Bass und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Connectivity

Als Quadband-Mobiltelefon für GSM 850/900/1800/1900-Netze mit UMTS Unterstützung leistet es sich keine Schwächen. Auch Internet-Telefonie (Voice-over-IP) ist mit dem E66 möglich.

Das E66 hat gut bis sehr gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1 und O² Netz. Das eingebaute WLAN 802.11b/g unterstützt WEP und WPA/WPA2 im Infrastruktur sowie Adhoc Modus. Die Empfangsqualität und -empfindlichkeit ist ebenfalls sehr gut.

Das neue E66 verbindet sich wieder mittels Datenkabel (Micro-USB) zur PC USB 2.0-Schnittstelle. Nokia nutzt also nicht mehr den alten Pop-Port™-Anschluss. Es lässt sich dann auch als Speicherstick nutzen und unterstützt Drag & Drop. Im Datentransfer/Media Player Modus geht das E66 auch nicht mehr offline, so kann man telefonisch weiter erreicht werden. Eine 5-MB-Datei war nach knapp 15 Sekunden vom PC auf die Speicherkarte des E66 transferiert. Ein durchschnittliches MP3-Album (12 Tracks, 60 MB) brauchte 2 Minuten für den Transfer.

Über das USB-Datenkabel kann das E66 allerdings nicht geladen werden. Bluetooth Funkverbindungen nach Spezifikation 2.0 sowie A2DP wird unterstützt. Sowohl BT fähige Drucker, als auch eine BT fähige externe Tastatur lassen sich anschließen. Auch SIM-Access ist wieder mit dabei (externer SIM-Modus genannt). Mittels der neuen PC-Suite klappt auch eine Synchronisation über BT. Die O² Homezone wird einwandfrei angezeigt. Die Synchronisation von etwa 500 Kontakten dauert 1:35 Minuten. Hierbei werden auch Termine und Aufgaben bzw. Notizen mit abgeglichen. Nutzt man Bluetooth als Übertragungsweg, verlängert sich die Übertragungszeit um etwa 1 Minute. Die 2.5-mm-Klinkenbuchse dient zum Anschluss eines Headsets. Der SAR-Wert beträgt allerdings hohe 1,37 W/kg.

Internet/E-Mail´

E66

E66 E66

Der S60 Browser basiert auf Safaris Webcore und wird auch auf anderen N-Serie Geräten genutzt. Die 'minimap' getaufte Funktion erlaubt es, eine volle Seite auf einen Blick zu sehen und mittels Zoom in einzelne Bereiche einzutauchen. Unterstützung für RSS wird ebenfalls angeboten ist aber noch ausbaufähig.

Im Gebrauch zeigt sich, dass der Browser sehr schnell ist. Natürlich ist der E66 Browser in der Lage, Frames sowie PHP anzuzeigen. Auch Popups sind kein Problem. Insgesamt ist er ein vollwertiger Browserersatz. Immer unter der Voraussetzung, dass der User auch über eine Datenflatrate und ein wenig Zeit verfügt. Denn Eingaben von längeren URL über die normale Tastatur sind halt nicht immer flott zu erledigen. Die Schriftgröße und damit die Übersichtlichkeit lässt sich beim E66 Browser wie gewohnt mittels * und # Taste stufenweise ändern (50% bis 150%).

Ein Popup-Fenster bietet die am meisten gebräuchlichen Funktionen an. Aufgrund des großen Speichers des E66 lässt es sich nunmehr wirklich problemlos und absturzfrei surfen.

E-Mail Konten einzurichten ist aufgrund der fehlenden QWERTZ-Tastatur keine echte Freude. So dauert die Einrichtung eines neues Postfachs mehrere Minuten. Unterstützt wird der Nutzer hierbei durch einen eingebauten E-Mail-Wizard, der die Einstellungen der gängigen Freemail-Anbieter kennt und der Nutzer die Angaben für SMTP und POP3 oder IMAP nicht mehr eintippen muss. Firmen-E-Mails werden verschlüsselt via VPN übertragen, auf Wunsch endlich auch per Cisco-VPN. Dabei lassen sich E-Mails auch im Push-Verfahren aufs Handy übertragen. Ein fester Zugangspunkt (Mobilfunkproviders bzw. WLAN) ist dafür allerdings Voraussetzung.

Zum Thema Sicherheit hat Nokia beim E66 nachgebessert. Ganz so gut, wie bei einem BlackBerry ist dieses heikle Thema allerdings nicht umgesetzt worden. Informationen werden auf Wunsch auf dem E66 und/oder der Micro-SD-Karte verschlüsselt. Das geht ganz einfach unter dem Menüpunkt System/Verschlüsselung. Ein geringer Akkuladestand kann zu Problemen beim Zugriff auf die Daten führen.

Geht das Gerät verloren, kann der Nutzer eine spezielle SMS an die eigene Telefonnummer senden. Damit wird das Mobiltelefon gesperrt. Sollte der Dieb die SIM-Karte vorher entfernt haben, so schaut sein Beseitzer allerdings in die Röhre, denn dann funktioniert diese Fernwartung nicht mehr.

GPS (Karten)

Über das integrierte GPS lässt sich das E66 als Onboard Navigationslösung nutzen. Neue Karten werden dann über Nokia Maps 2.0 online (also per WLAN oder UMTS) heruntergeladen. Günstiger und schneller lädt man die Straßenkarten aber über die Software Map-Loader (gratis unter www.nokia.de). Die Navigation steht sowohl in 2D, als auch im 3D Modus zur Verfügung.

E66
(durch Anklicken starten Sie die Animation)

Der erste Satfix ohne A-GPS dauert etwas länger. Wird das GPS-Modul in KFZ mit Wärmeschutzverglasung eingesetzt, reduziert sich der Empfang praktisch auf 0. Ein Umstand, der aber auch für viele andere Navigationssysteme gilt. Bei Normalverglasung gibt es hier keine Probleme. Lange Tunnel sind wenig überraschend ebenfalls oft ein KO-Kriterium für das eingebaute GPS. Die Navigation und Orientierung in "freier Wildbahn" hingegen funktioniert gerade mit A-GPS sehr schnell und zuverlässig.

Die gewählte Route kann zunächst auch im Simulationsmodus "abgefahren" werden. Es sind verschiedene Eingaben möglich (schnellste Route, etc.) sowie die Art des Fortbewegungsmittel (z. B. Auto oder auch Gehen). Für denjenigen unter Ihnen, der eher gelegentlich eine Navigationshilfe in Anspruch zu nehmen pflegt, ist der eingebaute Routenplaner in meinen Augen ausreichend. So dass der Einsatz von etablierten Programmen, wie Route66 sicher nicht unbedingt notwendig ist.

Die Nokia Maps Software des E66 lässt sich durch den Download von kostenpflichtigen Städteführern auch als eine Art von Fremdenführer nutzen. Auf Wunsch führt es einen zu allerlei verschiedenen Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und Transportmöglichkeiten (Bahnhöfe, Flughäfen, oder z. B. Hotels).

Die Routenplanung selber ist nach Ablauf der 3-monatigen Testphase kostenpflichtig, hierzu hat Nokia entsprechende Angebote (täglich, monatlich, jährlich) entwickelt. Eine kostenlose - 3 Tage gültige - Testlizenz ermöglicht schon mal eine Schnuppernavigation. Die 7 Tage-Lizenz wird für 6,49 Euro, die 30-Tage-Lizenz für 7,99 Euro angeboten. Eine Jahreslizenz gibt’s für 59,99 Euro und wer sich richtig lange an Nokia binden will, kann eine 3-Jahres-Lizenz für 69,99 Euro erwerben.

Kamera/Video

E66
(durch Anklicken starten Sie die Animation)

Die Kamera des Nokia E66 ist guter Durchschnitt. Der CMOS-Sensor bietet neben einer Auflösung von 3,2 Megapixeln (2.048 x 1.536 Pixel) einen Digitalzoom sowie einen Autofokus samt Makrofunktion. Das eingebaute LED-Blitzlicht kann automatisch hinzugeschaltet werden und bietet die Option zur Reduzierung des Rote-Augen-Effekts. Objekte werden dabei bis zu einer Entfernung von etwa 1 Meter ausgeleuchtet, in dunklen Umgebungen führt dies allerdings trotzdem zu Bildrauschen. Aufnahmen bei Tageslicht können über den Weißabgleich mit Einstellungsmöglichkeiten, wie Automatisch, Sonnig, Lampenlicht und Fluoreszierend optimiert werden. Bei starker Sonneneinstrahlung lässt sich über die Belichtungskorrektur der Blendenwert von +2 bis -2 verstellen. Für Urlaubsbilder steht eine Serienaufnahmefunktion und ein Selbstauslöser zur Verfügung. Eine Programmautomatik hilft bei Nahaufnahmen, Porträts, Nachtaufnahmen und Nacht-Porträts. Der Farbton des Bildes kann über die entsprechende Einstellung Normal, Sepia, Schwarzweiß oder Negativ verändert werden. Das Sucherbild wird in voller Displaygröße und auf Wunsch mit mit Raster dargestellt. Die dann erstellen Bilder können z. B. via Share on Ovi anderen Personen zur Verfügung gestellt werden. Geotagging funktioniert nur mit zusätzlicher Software (Locr und Co). Die Kamerataste löst den Autofokus und die Speicherung des Bildes aus. Dieser Vorgang dauert etwa 1 Sekunde.

E66
Kameravideo Außen

Im Bereich Videoaufnahmen ermöglicht das E66 Filme in QVGA Auflösung (320x240 Pixel) bei knapp 15 Bildern pro Sekunde bis zu einer maximalen Gesamtdauer von 60 Minuten. Hierbei steht neben MPEG-4 noch 3GPP in den beiden Codecs H.263 und H.264 zur Auswahl. 45 Sekunden Film verbraten daie knapp 2.5 MB auf der Speicherkarte.

Die Qualität der Bilder ist in meinen Augen bei ausreichender Beleuchtung noch gut, kann aber sicher nicht mit den Topgeräten von Sony Ericsson, Samsung, LG und Co. aber auch aus eigenem Hause mithalten. Für gute Schnappschüsse ist sie allerdings mehr als ausreichend. Bei schlechter Beleuchtung neigt die Kemar zu einem Rotstich.

Akkulaufzeit

Mit dem 1000 mAh starken Akku lässt sich auch ein eintätiger Messeeinsatz mit vielen Telefonaten problemlos überbrücken. Im Bereitschaftsmodus hält der Akku etwa acht Tage durch. Bei nicht ganz so intensiver Nutzung hält der Stromspeicher etwa 4 Arbeitstage (täglich 30 Minuten MP3, 10 Minuten Telefonate, unregelmäßig E-Mails). Bei Dauernavigation (eingeschaltetem Display und Sprachausgabe) oder dem Einsatz des WLAN bettelt der Akku allerdings bereits nach etwa 4 Stunden um Nachschub aus der Steckdose. Nutzt man hingegen nur den Musicplayer (Display möglichst wenig an), kommt man auf eine respektable Nutzungszeit von etwa 11 Stunden (bei Nutzung von A2DP ist aber schon nach etwa 5 Stunden Feierabend). Rund fünf Stunden Sprechzeit im GSM-Netz und etwa 3 Stunden im UMTS-Netz sind durchaus möglich.

Fazit

Autor
Die bereits hinreichend bekannten 3rd Edition Funktionen wurden beim E66 im Feature Pack 1 nahezu unverändert übernommen. Die Displaygröße im Verhältnis zur Displayauflösung ist in meinen Augen gut. Auch bei näherem Hinsehen lassen sich einzelne Pixel nicht erkennen. Die Leuchtstärke des E66 Displays ist ebenso wie die Ablesbarkeit exzellent. Die Qualität der Bilder der Kamera ist für ein Businessphone ebenfalls gut. Der Bereich PIM/Office des E66 ist aufgrund der fehlenden QWERTZ-Tastatur nur eingeschränkt nutzbar, Office Dokumente (sofern sie nicht mit der Version 2007) erstellt wurden, können ab Werk nur angezeigt, nicht aber bearbeitet werden. Die neuen Sicherheitsmaßnahmen und die eingesetze Verschlüsselung der Daten sind ein guter Anfang, können aber nicht wirklich mit den BlackBerrys (BB) mithalten. Die Abwesenheit eines BB-Klient ist allerdings sehr schmerzhaft. Darüber kann auch nicht die Unterstützung für Cisco-VPN hinweg trösten. Das E66 wird den Ansprüchen von Businessusern (sofern sie keine BB-Funktionalität benötigen) nur dann gerecht, wenn sie Informationen überwiegend nur konsumieren müssen. Selber Dokumente erstellen scheitert im ersten Schritt an der vorinstallierten Software und im zweiten Schritt an der fehlenden QWERTZ-Tastatur. Privatanwendern kann das E66 ein zuverlässiger Begleiter sein. Die Verarbeitungsqualität des E66 scheint leider durchwachsen und kommt meiner Meinung nach nicht an das E71 ran.
Wer ein Mobiltelefon mit vollständiger Tastatur - mit schmalen Abmessungen - sucht und eine Kamera einsetzen darf, für den ist das E71 die bessere Wahl. Alle anderen Business- oder Poweruser sollten ruhig einen Blick auf das E66 werfen. Das eingebaute GPS und WLAN und die überragende Erweiterungsmöglichkeit von Symbian macht es zu einem dauerhaften Begleiter. Alternativen findet man mit den BlackBerrys von RIM bzw. Geräten aus dem Windows Mobile Sektor. Hier sollte man durchaus einen Blick auf den HTC Touch Diamond werfen.




  

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