Neonode N2 Testbericht


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 23.10.2007 14:43h
Punkte   (7 von 10)
Testbericht Neonode N2 von www.mobile-reviews.de
Hersteller:
Neonode
Modell:
Neonode N2
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Revision 1.0 vom 23.10.2007

N2

Im Februar des Jahres stellte der schwedische Mobilfunkhersteller Neonode auf der 3GSM Messe in Barcelona sein neustes Mobiltelefon vor, dass Neonode N2. Schon damals war klar, dass es über eine iPhone-ähnliche Bedienung verfügen würde. Als Nachfolger des Neonode N1m misst es gerade einmal 47 x 77 x 14,7 Millimeter. Trotzdem verfügt es über ein 2 Zoll großen Touchscreen bei einer Auflösung von 176 x 220 Pixel und 65.000 Farben, eine 2-Megapixel-Kamera und kann einen MP3- und Videoplayer vorweisen. Betrieben wird es von einem windowsähnlichen, offenen Betriebssystem. Die Installation nützlicher Drittanwendersoftware ist also durchaus möglich. Ob das N2 trotz (oder gerade wegen) seiner winzigen Außenmaße noch alltagstauglich ist, soll Ihnen mein kleiner Testbericht zeigen.

Design

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Mehr Bilder des Neonode N2

Das kleine Neonode N2 präsentiert sich mit einem sehr eigenwilligen Design. Das Mobiltelefon würde hervorragend in einen Science-Fiction Film ala "Matrix" passen. Es stellt seine winzigen Abmessungen von nur noch 47 x 77 x 14,7 mm komplett in schwarzem Kunststoff gekleidet zur Schau. Sein Gewicht von 70 Gramm ist kaum noch spürbar, denn schon eine Tafel Schokolade wiegt deutlich mehr (mal ganz abgesehen von der Anzahl an Kalorien) :-)

Das Gehäuse des Neonode N2 ist nahezu rechteckig, wobei die Ecken leicht abgerundet sind, sodass es einen gefälligen Eindruck macht. Sofern es denn aufgrund seiner kleinen Abmessungen überhaupt jemandem auffällt. An der unteren Seite des Neonode N2 wurden zwei Aussparungen in das Gehäuse geschnitten, deren tieferer Sinn mir allerdings verborgen bleibt.

N2

Kleiner und leichter sollte ein Mobiltelefon nun wirklich nicht mehr sein. Ich hätte nicht gedacht, jemals zur einer solchen Aussage fähig zu sein, aber noch geringere Abmessungen würden die Bedienung nur noch unnötig erschweren.

Technik

Als Betriebsystem kommt Windows Mobile zum Einsatz. Allerdings komplett mit eigener Benutzeroberfläche. Der N2 Nutzer kann die Windows Mobile Plattform so nicht erkennen. Über einen Mini-SD-Kartensteckplatz im Inneren des Gerätes lässt sich die Speicherkapazität erweitern. Hierbei stellen auch die neuen SDHC Speicherkarten kein Hindernis dar.

Optisch setzt sich das Neonode N2 mit einem 2-Zoll-Display in Szene, dessen Auflösung von 176 x 220 Pixel gerade noch ausreicht, um Texte jeglicher Art einigermaßen lesbar darzustellen. Physikalisch und auch qualitativ ist das Display in etwa mit dem HP iPAQ 514 Voice Messenger vergleichbar. Mit der Außenwelt kommuniziert das Neonode N2 über Bluetooth und Mini-USB. Als Quadband GSM-Funker ist es auf der ganzen Welt zuhause. Daten sendet und empfängt das Neonode N2 über GPRS. UMTS und EDGE unterstützt es nicht. Die 2-Megapixel Kamera ermöglicht durchschnittliche gute Bilder in Schnappschussqualität. Der MP3 Player erlaubt auch den mobilen Musikgenuss.

Verarbeitung/Haptik

Die Verarbeitung des Gerätes ist tadellos. Ein Knarzen, Klappern oder Quietschen kann man dem kleinen Gehäuse nicht entlocken. Trotz seines geringen Gewichts macht der verwendete Kunststoff einen stabilen und wertigen Eindruck. Da das Neonode N2 komplett über den Touchscreen bedient wird, gibt es auch kaum Tasten zu sehen. Neben dem Ein-/Ausschalter sowie die Wippe zur Lautstärkeregelung auf der linken Gehäuseseite, befindet sich auf der Oberseite nur noch ein Schalter zur Sicherung des Akku-Deckels. Der auf Vorderseite angebrachten Joystick, erlaubt die "manuelle" Bedienung innerhalb der Menüs. Grundsätzlich wird das N2 aber komplett über sogenannte Gesten (sweeps) gesteuert, ähnlich Apples iPhone. Die Bedienung gestaltet sich zwar ähnlich intuitiv, ohne Blick in die - nur als PDF verfügbare - Anleitung, erschließen sich einem die Funktionen des N2 aber nicht auf Anhieb.

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(c) Neonode

Der unterhalb des Display angebrachte Joystick reagierte bei meinem Testgerät zudem eher widerwillig und unpräzise auf Steuerungsbefehle. Der Touchscreen mit seiner Gesten-Steuerung besticht jedoch durch präzise, manchmal aber noch leicht verzögerte Reaktionen. Hier ist allzu fester Druck eher schädlich.

Die in mehreren Zonen eingeteilte Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, geht dann aber flott von der Hand. Streicht man im untersten Bereich des Displays von links nach rechts, so werden Änderungswünsche und Eingaben bestätigt. Ein sanfter Strich in die Gegenrichtung lehnt diese dann ab. Programme werden auf den N2 beendet, indem man von rechts oben nach links unten streicht. Um innerhalb der Karteireiter navigieren zu können, streicht man an der Oberkante des Display einfach von links nach rechts, oder rechts nach links. So "blättert" das Neonode N2 durch die Karteireiter. Insgesamt eine logische Umsetzung, die deutlich weiter geht, als beim iPhone.

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Eingaben auf der virtuellen Zahlentastatur quittiert das Neonode N2 mit einem leichten vibrieren. Eine sehr netter und angenehmer Effekt.

Details der Steuerung kann man diesem Video von Neonode entnehmen.

Lieferumfang

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Dicht an dicht drängen sich eine Vielzahl von Einzelteilen in der ebenso kleinen, wie nützlichen Verpackung aus Kunststoff. Ähnlich einer Doppel-CD Hülle sind die Einzelteile auf zwei Ebenen untergebracht. In seinem Eifer sollte man(n) die Verpackung vorsichtig öffnen, sonst besteht die Gefahr, dass einem das N2 entgegen "gesprungen" kommt und dabei unsanften Kontakt mit dem Boden aufnimmt. Neonode ist es gelungen einen nahezu vollständigen Lieferumfang in die Kunststoffhülle zu quetschen:

  • Neonode N2 (black), EU Version
  • Li-Ion Akku (820 mAh)
  • MiniSD Karte (1 GB)
  • in ear Stereokopfhörer (3.5 mm Klinkenstecker)
  • Kopfhöreradapter mit eingebautem Mikrofon, Lautstärkeregler und Anschluss für das Headset
  • USB Kabel
  • Ladegerät
  • Kurzanleitung
  • Stofftasche

Display

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Auf einer Bildschirmdiagonale von 2 Zoll bietet das Neonode N2 die eher geringe Auflösung von 176 x 220 Pixeln. Das Display ist somit kleiner und weniger hoch auflösend, als vergleichbare Windows-Mobile-Smartphones oder andere Mobiltelefone. Die geringe Auflösung wirkt im Betrieb zwar nicht störend. Augenschonendes surfen oder das Lesen von längeren E-Mails ist aber aufgrund der geringen Auflösung und des kleinen Displays sicher keine Freude. Zumal Fotos auf dem Display des N2 eher grobkörnig dargestellt werden. Videos hingegen sehen ordentlich aus. Trotz allem erscheinen die Farben weniger brillant, als bei anderen Mobiltelefonen. Das mag aber auch an der eher in dunklen Tönen gehaltenen Benutzeroberfläche liegen.

Inbetriebnahme

Nach Einbau des Akku, einlegen der SIM-Karte sowie der mitgelieferten 1 GB Mini-SD Speicherkarte und Start mittels des Powerknopfes muss der Neonode N2 User erst einmal eine kleine Zwangspause einlegen. Der N2 Nutzer wird hierbei über jeden Schritt seines kleinen Begleiters unterrichtet. Die Dauer des Bootvorganges wurde von mir zwar nicht als störend empfunden, trotzdem sollte man sein N2 nur dann ausschalten, wenn es unbedingt notwendig ist.

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Die Speicherkarte lässt sich nicht im laufenden Betrieb wechseln, da sie unterhalb des Akku eingesetzt wird.

Menü/Funktionen

Sas Neonode N2 verfügt über einen Wecker, Rechner, Alarm. Eine Aufgaben- und Notizenverwaltung gehören ebenso zum Lieferumfang, wie ein Internetbrowser.

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Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

Office

Die von anderen Windows Mobile basierten Smartphones bekannten Anwendungen aus dem Officebereich (Excel Mobile, Word Mobile, Powerpoint Mobile) fehlen beim Neonode N2 komplett. Excel und Word Dateien können also weder angezeigt noch verändert werden. Aufgrund des kleinen Displays ist das allerdings auch kein echter Verlust. Im Bereich Unterhaltung kann das Neonode N2 zumindest einen Tetrisklone vorweisen.

Der Neonode N2 ist mit einem vollständigen Terminkalender ausgestattet. Eine akustische Erinnerung für Termine und Aufgaben ist ebenso möglich, wie die Eingabe von wiederkehrenden Terminen. Der Kalender bietet sowohl eine Tages- und Wochenansicht, als auch eine Monatsansicht. Termine werden per Balkenansicht mit Beginn und Ende dargestellt.

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Weitere Programme können aufgrund des offenen Betriebsystem nachinstalliert werden. Hier gibt es sogar einen brauchbaren Videoplayer namens TCMP. Teilweise laufen die Anwendungen des Vorgängermodel N1m auch auf dem N2. Im Internet finden sich divere Fanseiten rund um Neonode. Eine gute Anlaufstelle ist das Redneo Forum.

Klang

Der Klang des (Mono)-Lautsprechers geht voll in Ordnung. Die Gesprächsqualität des Gerätes ist soweit gut Auch in etwas lauteren Umgebungen kann man seinen Gesprächspartner noch gut verstehen. Gespräche werden sauber wieder gegeben und die Gegenseite empfindet dies genauso.

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Der eingebaute MP3 Player bietet die üblichen Funktionen, wie Playlisten, Wiederholung von Titeln und die zufällige Wiedergabe. Der Klang - gerade über die mitgelieferten in ear Stereokopfhörer - ist wirklich gut. Er taugt also durchaus als MP3 Player, bei sportlichen Aktivitäten fällt das geringe Gewicht angenehm auf.

Konnektivität

Das Gerät kann beim Anschluss an einen Computer über USB Kabel in zwei verschiedene Modi betrieben werden. Entweder als Mobiltelefon, oder als USB Festplatte. Wenn Sie das Gerät im Telefonmodus an den Computer anschließen, können Sie es mittels ActiveSync (Microsoft) synchronisieren: Hierbei wird sowohl der Kalender, als auch das Adressbuch mit Outlook abgeglichen. Wenn Sie das Gerät als USB Festplatte nutzen, so taucht es auf dem Computer als Removable Disk auf. So übertragen Sie schnell und einfach Dateien sowie Updates des Betriebssystems (diese können von der Webseite herunter geladen werden). Die PC Anbindung funktioniert auch über Bluetooth.

Der GSM Empfang des Quadband-Gerätes ist gut. Ich habe auf unserem Dorf zwar keinen Vollempfang mehr, aber für eine stabile Telefonverbindung reicht dies dennoch aus. Hier kann das Neonode N2 aber nicht mit Geräten, wie Nokias 6230/6230i gleichziehen.

Auf eine Eigenheit des N2 möchte ich an dieser Stelle noch hinweisen. Es wird nicht in üblicher Art und Weise an das Ohr gehalten (also mit dem Display), sondern mit der Rückseite! Dort befindet sich der Lautsprecher und Ohrhörer..

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Kamera/Video

Trotz der geringen Abmessungen verfügt das Neonode N2 noch über eine rückseitig angebrachte Digitalkamera. Damit sind Fotos mit einer Auflösung von 2-Megapixeln (1600 x 1200, 768 x 576, 352 x 288,320 x 240, 176 x 220 Pixel) möglich. Ein Blitzlicht sowie einen Spiegel für Selbstporträts sucht man allerdings vergeblich. Helligkeit und Weißabgleich können an die vorhandenen Lichtverhältnisse angepasst werden.

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Die Qualität der Bilder ist gut bis befriedigend. Makroaufnahmen sind aufgrund des passenden Modus nicht möglich. Tendenziell stellen Außenaufnahmen bei guten Lichtverhältnissen für die Kamera des N2 kein Problem dar. Wohingegen Innenaufnahmen eine Unschärfe des Bildes nach sich ziehen. Leider kann die Kamera des Neonode N2 keine Videos aufzeichnen.

Kamerabilder gibt es hier.

Akkulaufzeit

Nach erfolgreichem Akkutraining erreicht das N2 bei normaler Nutzung eine Akkulaufzeit von etwa 2-3 Tagen. Bei eher seltener Nutzung übersteht der Neonode N2 eine ganze Arbeitswoche ohne einmal an die Steckdose zu müssen. Die Standbyzeit beträgt etwa 7 Tage.

Fazit

Die Multimediaqualitäten des Neonode N2 sind gut, auch die problemlose Verbindung mit dem PC über ActiveSync und seine Erweiterbarkeit mit Programmen von Drittanbietern fallen positiv auf. Die Akkulaufzeiten ist für einen so kleinen Akku (820 mAh) schlicht überragend. Hierzu mag auch das kleine Display beitragen.

Ich kann das Neonode N2 empfehlen, wenn man auf der Suche nach einem sehr kleinen Mobiltelefon mit guten Multimediafunktionen ist. Allerdings - und das sollte nicht unerwähnt bleiben - nur für Leute mit guten Augen. Die Qualität des Displays ist nämlich bestenfalls durchschnittlich (gerade im Kameramodus erscheinen die Bilder grobkörnig). Hierbei lädt das kleine Display nicht gerade zum längeren verweilen ein ...

Der Preis von zurzeit 439 € ist - im Verhältnis zu seiner Leistung - eher unangemessen. Muss es sich in dieser Preisklasse doch mit deutlich besser ausgestatteten Geräten von SonyEricsson und Nokia messen lassen. Im Hinblick auf die Tatsache, dass das N2 nur über eine englischsprachige Benutzeroberfläche verfügt, wird der Käuferkreis unnötigerweise noch zusätzlich eingeschränkt. Glücklicherweise ist die T9 - Texterkennung bei SMS der deutschen Sprache mächtig und auch lernfähig.

Ein kleines, feines Mobile mit leichten Schwächen im Bereich Display und akzeptabler Kamera. Der MP3 Player sowie die guten Stereokopfhörer können überzeugen.

Testberichtvideos

 





  

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