Version
1.00 vom 17.01.2007
Einleitung
Endlich liefert auch Motorola ein - nach eigenen Angaben - sporttaugliches Bluetooth Stereoheadset für A2DP unterstützende Mobiles aus. Das Motorola S9 (MOTOACTV) überzeugt durch sein Gewicht von nur 35 Gramm und seinem bestechenden Klang. Schon auf der cebit 2007 hat es mich in seinen Bann geschlagen. Ob dies auch beim finalen Gerät der Fall ist, wird sich in meinem Testbericht zeigen.
Design

Das S9 sieht ansprechend aus. Das dezentes Design, seine robusten Bügel und das spritzwassergeschützte Gehäuse hinterlässt sofort einen wertigen Eindruck. Auf der Rückseite des Headset
befindet sich das silberne Motorola Logo. Unter diesem Wulst befindet sich die komplette Technik samt Lithium-Ion Akku. Die beiden Bügel sind ergonomisch geformt. Seine Form soll den Träger bei Ausübung unterschiedlicher Sportarten nicht behindern und den festen Halt sicherstellen. Hierbei wird es von seinem geringen Gewicht von etwa 35 Gramm unterstützt. Insgesamt ein gleichermaßen funktionelles, wie unaufdringliches Design.
Technik
Technisch hat das Motorola S9 viel zu bieten. Neben einer vom Hersteller angegebenen Musik-Abspielzeit von etwa 6 Stunden lässt es sich mittels eines einzigen Tastendrucks zwischen Musik und Anrufen umschalten. Der 180 mAh Lithium-Ion Akku ist in das Headset
eingebaut und lässt sich nicht auswechseln. Die Kommunikation zwischen S9 und Mobile stellt die Bluetooth 2.0 Wireless Technologie sicher. Das Motorola unterstützt hierbei die beiden Bluetooth Profile Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) und Audio Video Remote Control Profile (AVRCP). Es funktioniert also nur dann zufriedenstellend, wenn auch die Gegenseite (sprich das Mobile) diese beiden Profile anbietet. Sein wirklich geringes Gewicht von nur 35 Gramm bei Abmessungen von 126 x 130 x 48 mm setzen den Kopf seines Trägers keine allzu großen Belastungen aus.

Als Sportheadset verfügt es natürlich über ein
Wasser- sowie schweißabweisendes Gehäuse. Alle Anschlüsse sind durch entsprechende Gummilippen vor Feuchtigkeit geschützt.
Lieferumfang

In der schon vom MOTOKRZR bekannten Schiebeverpackung befinden sich
- Motorola Motoactv S9 Headset
(schwarz)
- Bedienungsanleitung
- Tragebeutel
- Ersatz-Ohrstöpsel in verschiedenen Größen
- Ladegerät mit miniUBB-Anschluss samt Adapter
- Software-CD
Verarbeitung/Haptik
Die Verarbeitung des Headset
ist über jeden Zweifel erhaben. Sie beiden Bügel sind aus einem gummiähnlichen Kunststoff und geben den auftretenden Verformungsattacken seines Testers gut nach. Ein Bruch der Bügel ist nicht zu befürchten. Sie lassen sich allerdings auch nicht dauerhaft verbiegen. Die Trageposition ist somit nicht veränderbar. Ein individuelles Anpassen der Ohrhörer unmöglich. Das Material liegt gut in der Hand und ist angenehm griffig.
Inbetriebnahme
Wie bei Bluetooth-Headsets üblich ist zunächst ein pairing (Koppelung) notwendig. Hierzu wird das Headset
durch längeren Druck des Einschalters in den entsprechenden Modus versetzt (die Status-LED blinkt dann blau). Nachdem das S9 erkannt wurde, fordert das Mobile zur Eingabe der PIN auf. Und schon ist es auch einsatzbereit. Seine Einsatzbereitschaft signalisiert des durch ein konstant blaues leuchten der LED. Nachdem dieser Vorgang einmal durchgeführt wurde, verbindet es sich automatisch. Erst wenn das Bluetooth des Mobile zwischenzeitlich ausgeschaltet wurde, ist die PIN erneut einzugeben.
Funktionen

Viele Funktionen hat das Headset
nicht. über eine zwei Schalter an der linken Seiten lässt sich die Lautstärke regeln, auf der rechten Seite befindet sich der Drücker für die Rufannahme / Rufablehnung. Dieser fungiert gleichzeitig auch als Stopp und Playtaste. Darunter und darüber befinden sich die Tasten zur Steuerung des MP3-Player (Lied vor, Lied zurück). Innerhalb eines Liedes kann allerdings weder vor- noch zurück gespult werden. Die Tasten sind drucksensitiv und reagieren bereits durch leichtes antippen. Sieht manchmal etwas komisch aus, denn das Headset
ist für Betrachter nahezu unsichtbar und ein Tipp an die Schläfe könnte da schon missverstanden werden. Diese Art der Steuerung erfordert - mangels Sichtkontakt zu den Tasten - eine kurze Eingewöhnung funktioniert dann aber schnell und zuverlässig.
Klang
Der Klang des Motorola S9 ist hervorragend. Insgesamt ist es sehr laut und kräftig in den Bässen (vielleicht sogar schon zu kräftig). Der Klang des Headsets übertrifft nahezu alle 08/15 Kabelheadsets und auch manch gute Walkmankopfhörer. Ich würde den Klang auf eine Stufe mit Kopfhöreren ala Koss Porta Pro bwz. AKG 24P setzen. Die Höhen sind aber nicht ganz so fein vertreten. Der Klang ist in meinen Ohren auch besser, als beim Sony Ericsson HBH-DS970. Auf höchste Lautstärkestufe gestellt, ist die Lautstärke schon fast gehörschädigend.
Um den Sitz derr In-Ear-Stöpsel zu verbessern, liefert Motorola unterschiedliche Größen mit.
Der Klang während eines Gespräches ist ebenfalls sehr gut. Der Gesprächspartner wird dann allerdings nicht mehr in Stereo, sondern nur noch in Mono (auf dem linken Ohr) wieder gegeben. Die Sprachqualität des unsichtbaren Mikrofons wurde von allen Gesprächspartnern im Test als sehr gut bezeichnet.
In Zusammenarbeit mit meinem Nokia N95 kommt es gelegentlich zu Aussetzern bei der Musikübertragung. Diese treten sowohl sporadisch, als auch zufällig auf. Allerdings scheint ein konkreter Zusammenhang mit WLAN Übertragungen zu bestehen. Immer dann, wenn eine WLAN Übertragung statt findet, treten auch vermehrt Störungen auf.
Tragekomfort
Der Tragekomfort des sporttauglichen S9 hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Trägt es beim joggen kaum auf, so kann es beim Radfahren schon unangenehm werden. Speziell dann, wenn man eine Windjacke mit eingebauter Kapuze trägt.
Der Bügel des Headset
kollidiert dann nämlich mit dem Kragen der Jacke und drückt das Headset
so nach vorne. Dies gilt auch beim entspannten Reisen mit der Bahn. Das Design (mit seiner Elektronik im Nackenwulst) macht ein Anlehnen des Kopfes unangenehm bis unmöglich.
Der Transport des Headsets ist eigentlich nur im mitgelieferten Stoffbeutel halbwegs sicher. Da es sich nicht zusammen klappen lässt, braucht es schon eine gewisse Menge an Stauraum. Beim ungeschützten Transport im Rucksack (oder einer Tasche) kann es dann vorkommen, dass die Gummiohrstöpsel abrutschen.

Brillenträger sollten vorher eine Anprobe machen, denn das Motorola kommt bauartbedingt nur mit Brillen klar, die über einen flachen und dünnen Bügel verfügen. Sonnenbrillen mit dicken Bügeln lassen sich auf komfortable Art und Weise nämlich nicht gleichzeitig mit dem S9 nutzen. Die Brille liegt dann immer auf den Bügel des Headsets auf. Das sieht bei manchen Brillen eher komisch aus und fühlt sich oft unangenehm an. Gleichwohl es funktioniert.
Akkulaufzeit
Nach mehrmaligem Aufladen des Akkus hält das Headset
ca. 5 Stunden durch. Da es über einen miniUSB Anschluss verfügt, können Nutzer eines aktuellen Mobile von Motorola auch das Ladegerät des Mobile nutzen. Alternativ ist sogar das aufladen über den USB Port des Laptops/PC möglich. Hierzu ist dann allerdings ein geeignetes Kabel erforderlich.
Fazit
Motorola hat mit dem S9 ein fast durchweg überzeugendes Headset
abgeliefert. Es ist momentan die in meinen Augen beste Lösung um mit seinen A2DP-fähigen Geräten unterwegs Musik zu hören. Der Tragekomfort ist mehr als ausreichend um in allen nahezu allen Sportarten (Joggen, Walken, etc.) überzeugen zu können. Der Klang des S9 übertrifft alle mir bekannten A2DP Headsets. Da kann auch das Sony Ericsson HBH-DS970 nicht mithalten. Für die aktiveren Leute unter und (sofern sie keine Brillenträger sind) kann ich das S9 uneingeschränkt empfehlen. Brillenträger sollten vorher eine Anprobe machen, denn das Motorola kommt bauartbedingt nur mit Brillen klar, die über einen flachen und dünnen Bügel verfügen. Sonnenbrillen als Ray-Ban und Co. lassen sich nicht gleichzeitig mit dem S9 tragen. Der Preis von etwa 90 € ist in meinen Augen gerechtfertigt und das Geld ist gut angelegt.
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