Motorola Flipout


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 04.08.2010 13:49h
Punkte   (7 von 10)
Testbericht Motorola Flipout von mobile-reviews.de
Hersteller:

MOTOROLA
Modell:

Motorola
Onlineshops:

Geizhals

Kamera:

Kamera

Revision: 04.08.2010

Mit dem Flipout stellt Motorola ein - zumindest optisch - innovatives Smartphone vor. Dem aktuellen Trend folgend wird das Flipout mit dem Betriebssystem Android 2.1 betrieben. Der recht schnelle Prozessor sorgt in Verbindung mit der neuen Bedieneroberfläche namens Motoblur für ein flüssiges Erlebnis. Dabei macht Motoblur einen wirklich durchdachten Eindruck und kommt gut mit der Displaybreite von 2,8 Zoll bei 320 x 240 Pixel klar. Das Motorola Flipout nutzt neben dem Touchscreen auch eine vollwertige QWERTZ-Tastatur. Diese wird in einem kleinen Bogen unterhalb des Displays aufgedreht (flip out). Über das Steuerkreuz in der unteren linken Ecke der Tastatur (D-Pad) und den Touchscreens navigiert man sicher und zielstrebig durch die zahlreichen Menüebenen. Die 3,1-Megapixel-Kamera ohne LED macht nur bei Sonnenschein gute Bilder. Technisch betrachtet kann es mit HSDPA, WLAN g/b/n und einem integrierten GPS-Empfänger aufwarten. Das interessanteste ist neben den geringen Abmessungen aber sicher das ungewöhnliche Design. Es sorgte während des Tests in den Straßencafés für interessierte Blicke. Wer also auf der Suche nach einem kleinen, aber dennoch vollständig ausgestatteten Smartphone ist, und wer dem Sony Ericsson X10 mini (pro) nichts abgewinnen kann, sollte meinen folgenden Testbericht aufmerksam verfolgen.

Design/Haptik/Verarbeitung

Flipout
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Mehr Bilder vom Smartphone gibt es hier.

Das Motorola Flipout misst nur 67 x 67 x 16 mm und hat damit ähnliche Abmessungen wie das Sony Ericsson Xperia™ X10 mini (83 x 50 x 16 mm) bzw. das Sony Ericsson Xperia™ X10 mini pro (90 x 52 x 17 mm). Das gesamte Gerät besteht aus Kunststoff, überraschenderweise wiegt das Flipout trotzdem 110 Gramm. Alle Kanten des quadratischen Smartphones wurden abgerundet. So liegt das Flipout trotz seinen geringen Abmessungen sehr gut in der Hand. Ab Werk findet der geneigte Leser bereits das neue Android™ 2.1 vor. Ganz so neu ist denn doch nicht, schließlich liefert HTC sein Desire ab sofort mit der Version 2.2 (Froyo) aus. Aber das Motorola Backflip musste sogar noch mit Android 1.5 auskommen. Die Verarbeitung des Smartphones ist ohne Fehl und Tadel und das in der Preisklasse bis 290 Euro!

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Die Rückseite des Flipout besteht aus farbigen Kunststoff. Der Akkudeckel lässt sich sehr leicht entfernen und wird gleich in vier Farben mitgeliefert. Wer also sein Mobiltelefon gerne personalisiert, darf sich an vier Rückendeckel in Farbkombinationen wie Fairway-Green, Licorice, Raspberry Crush und Saffron erfreuen. Unter dem dünnen Akkudeckel befinden sich die Einschübe für SIM-Karte sowie Micro-SD-Speicherkarte. Selbst unter hohem Druck kann man dem Flipout keine Knarzgeräusche entlocken. Die Verarbeitung bekommt daher von mir die Note "sehr gut". Die Kameraoptik auf der Rückseite ist gegen Kratzer geschützt, sie wurde dazu leicht in den Akkudeckel versenkt. Staubpartikeln und Fettfingerabdrücke finden aber dennoch den Weg auf die abwaschbare Kunststofflinse der Kamera. Das Flipout genehmigt sich im Betrieb kaum Gedenksekunden und macht einen spritzigen Eindruck.  

Android™ wird für eine "Einhand-Bedienung" ausgelegt und das klappt auch beim kleinen Flipout sehr gut. Der resistiv funktionierende Touchscreen erlaubt eine Bedienung mit dem Fingernagel oder einem Stylus und unterstützt Pinch-to-Zoom. Multi-Touch Eingaben setzt es hingegen nicht um. Der Touchscreen reagiert auf Berührung mit einem wählbaren Ton bzw. durch ein haptisches Feedback in Form einer Vibration.

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Das Motorola Flipout bietet im geschlossenen Zustand und beim wählen von Telefonnummern auch eine virtuelle Tastatur an. Neben der üblichen Zehnertastatur im Telefonmodus gibt es auch noch ein QWERTZ-Design mit mehrfach belegten Tasten. Die Tasten sind aufgrund des recht kleinen Bildschirms aber etwas klein geraten. Vielschreiber werden mit der Bildschirmtastatur im geschlossenen trotzdem nicht glücklich werden, fehlt es doch an der haptischen Rückkoppelung echter Tasten. Nutzt man hingegen die vollwertige QWERTZ-Tastatur gehen alle Eingaben nach kurzer Eingewöhnung recht gut von der Hand.

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Die Tastatur ist mittig unterbrochen und bietet 45 mehr fach belegte Drücker in fünf Reihen an. Das Steuerkreuz in der unteren linken Ecke vereinfacht das Navigieren durch das mitunter tief verschachtelte Menü. Die Texterkennung T9 liefert zuverlässiger Ergebnisse. Für SMS oder E-Mails reicht sie vollkommen aus.

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Auch das Motorola Flipout nutzt den zum Standard erhobenen Micro-USB-Anschluss, diesmal wurde er direkt an der Unterseite des Mobiltelefons platziert. Hierüber wird das Flipout aber nur mit dem PC synchronisiert bzw. geladen. Auf der Gehäuseoberseite befindet sich ein 3,5mm-Klinkenanschluss, so kann man sein Flipout gleichzeitig laden, während man im Hintergrund das FM-Radio bzw. den MP3-Player dudeln lässt. Will man die Speicherkarte wechseln - das Flipout versteht sich auch mit den neuen 32 GB Micro-SDHC-Karten – so muss man leider erst den Akkudeckel entfernen. Der Laut-/Leiseregler befindet sich auf der linken Gehäuseseite. Einen Kameraauslöser sucht man beim Flipout wieder vergebens. So sind Schnappschüsse also kaum möglich.

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Unterhalb des Touchscreens haben die Designer von Motorola drei - für Android-Smartphones typische - eingebaut. Drückt man die mit einem Häuschen gekennzeichnete Taste, so erscheint der Standby-Screen. Der mit einem gebogenen Pfeil gekennzeichnete Drücker löscht Eingaben, bzw. springt eine Menüebene zurück. Mittig findet man die mit einem Haus gekennzeichnet Taste zum Start des Homescreens. Die Tasten mit den vier Quadraten bietet auf Druck kontextbezogene Programmfunktionen an. Anrufe kann nur entgegen nehmen und tätigen, wenn man sein Flipout aufdreht.

Größenvergleich (HTC Legend, iPhone 4)

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Das Motorola Flipout wirkt optisch deutlich kleiner als das HTC Legend oder Apple iPhone 4.

Technik

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Technisch ist das Flipout gutes Mittelmass. Gegen die Super-Droiden wie HTC Desire bzw. Samsung Galaxy S kann es natürlich nicht anstinken. zu teilen. Der 2,8-Zoll-Bildschirm löst nur mit 320 x 240 Pixel (QVGA) auf. Auch das Sony Ericsson X10 mini ist da aber nicht besser ausgestattet. Leider hat man bei Motorola bei der Anpassung der zahlreichen Anwendungen an die kleine Displayauflösung gespart. Mit seinen knapp 65.00 möglichen Farbkombinationen gehört das Display zudem nicht zu den farbenprächtigsten Vertretern seiner Art.

Abmessungen:  67 x 67 x 16 Millimeter  
Gewicht:  110 Gramm  
Netze:  Quadband GSM/GPRS, EDGE + UMTS mit HSPA  
Speicher:  512 MByte intern mit 2 GByte-Speicherkarte (mitgeliefert), auf 32 GByte erweiterbar  
Betriebssystem:  Android 2.1 (Eclair) mit MOTOBLUR  
Display:  2,8 Zoll Touchscreen (QVGA, TFT), 320 x 240 Pixel  
Schnittstellen:  USB 2.0, Bluetooth 2.1 + EDR, WLAN, MicroSD, 3,5-mm-Klinke  
Kamera:  3,1 Megapixel mit Videoaufnahme  
Multimedia: MP3-Player, FM-Radio, Shoutcast-Radio, Videoplayer
GPS:  Ja, mit aGPS und eKompass  
Akku:  1.170 mAh für bis zu 6 Stunden Sprechzeit und 365 Stunden Stand-By  

Das verbaute Kameraobjektiv bringt also nur 3-Megapixel auf den Chip. Die Kamera nutzt weder einen Autofokus noch eine leuchtstarke LED. Videos nimmt sie zudem nur in CIF-Auflösung auf. Neben einem MP3-Player bietet das Flipout natürlich auch einen Videoplayer und sogar ein FM-Radio bzw. Shoutcast-Radio. Dank Quad-Band (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit der Außenwelt nimmt das Motorola Flipout sowohl über Bluetooth (2.0) samt A2DP als auch über WLAN (N) und USB (2.0) auf.

Auch das Flipout wird "traditionell" in seinen Rechten beschnitten, sprich ohne sogenannte "Root"-Rechte ausgeliefert. Das hat zur Folge, dass manche Programme nicht auf alle Funktionen und Dateimanager nicht auf das komplette Dateiverzeichnis zugreifen können. Da geht es den Benutzer von Android-basierten Smartphones ähnlich, wie den Apple iPhone-Jüngern ohne Jailbreak.

Lieferumfang

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Zum Lieferumfang des mit knapp 290 € (Internet) teuren Smartphones gehören neben einer 2 GB großen microSD-Speicherkarte auch ein wenig überzeugendes Stereo-Headset, eine Bedienungsanleitung, ein Reiseladegerät mit abnehmbaren Steckdosen-Adapter und ein USB-Datenkabel.

Display

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Das helle und recht kontraststarke Display löst nur mit 320 x 2400 Pixel auf. Fotos und Videos muten auf dem Bildschirm etwas winzig an. Die Schriften weisen zudem den "8-Bit" Charm der vergangenen Computerära auf, der C64 lässt schön grüßen. Insgesamt wirkt das Schriftbild ein wenig gestaucht. Das fällt besonders beim browsen im Internet auf. Bei direkter Sonneneinstrahlung büßt das Display seine gute Ablesbarkeit deutlich ein. Die drei Tasten unter dem Display bklinekn bei eingegangenen SMS, E-Mails und Anrufen.

Menü/Bedienung/"Motoblur"

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Eine gute Benutzeroberfläche macht Sinn, soviel ist klar. Gute Beispiele findet man nicht zuletzt bei Apple, LG und Samsung. Die Menüoberfläche des Flipout nennt sich "Motoblur" und will alle kontaktbezogenen Informationen auf einen Blick bereitstellen. Die Schaltzentrale von Motorblur bilden - neben dem Entsperr-Bildschirm - sieben unterschiedlich konfigurierbare Bildschirme. Sowas nennt man neudeutsch "Home-Screens".

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Wer mag, kann sie mit vielen nützlichen "Widgets" aufrüsten. Bei den Widgets handelt es sich sowohl um kleine Helfer in Form eines Kalenders und Co, als auch um simple Verknüpfungen zu vorinstallierten Programmen. Neben einer Wettervorhersage stehen mehrere Zeitmesser zum Beispiel in Form einer Analoguhr bzw. Digitaluhr zur Auswahl.

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Das Musicplayer-Widget zeigt zum Beispiel neben dem passenden Cover-Art auch den Titel an, über entsprechenden virtuelle Tasten kann man die Songs auch steuern. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Widgets ist recht groß und kann im Android™-Market noch erweitert werden.

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Neben den aktiven Widgets kann man sich auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, zum Browser oder den installierten Programmen erstellen. Wie das funktioniert? Einfach das entsprechende Icon oder Widget per drag & drop auf einen beliebigen Startbildschirm ziehen, loslassen und fertig. Auch Verknüpfungen zu Playlisten und Lesezeichen kann man sich so einrichten.

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Mit Motoblur bieten die Amerikaner auf dem Flipout eine kontaktbezogene Informationsaufbereitung. Damit muss der User nicht mehr zwischen Messaging und Telefon hin und her wechseln. Alles ist nur einen Fingertip entfernt. So werden Nachrichten, Adressen, Twitter-Updates und Fotos automatisch auf dem Startbildschirm angezeigt und online synchronisiert. Die Daten verloren gegangener Geräte lassen sich über einen Fernzugriff löschen, ähnlich wie beim Apple iPhone und den BlackBerrys. Nach der Eingabe des Nutzernamens und des Passworts lassen sich die zuvor online gesicherten Daten wie Kontakte, Nachrichten und die E-Mail-Zugänge auf jedem neuen Motorblur-Smartphone wiederherstellen.

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Informationen und Statusmeldungen der Freunde bei Twitter, Facebook™ und MySpace erfolgen auf Wunsch automatisch. Das funktioniert auch mit herkömmlichen E-Mails und RSS-News. Dabei werden alle Kontakte zusammen in einem Telefonbuch verwaltet. Also nicht nur die Telefonkontakte, sondern auch Kontakte von Facebook, MySpace und Twitter. Synchronisiert wird über den PC oder IOnline über den hauseigene Dienst Motoblur zw. Google.

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Wer mag kann sein Flipout über Hintergrundbilder optisch aufhübschen. Dank Android 2.1 stehen hierbei sogar animierte Bilder zur Verfügung, die dann allerdings bei aktiviertem Display zusätzlich am Akku nagen. Hierzu im Homescreen einfach die Tasten mit den vier Quadraten berühren.

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Das eigentliche Hauptmenü versteckt sich hinter einem Kreissymbol auf der rechten Seite (zwischen Telefon- und Kontaktsymbol). Dort werden alle installierten Anwendungen und Spiele in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Wer allerdings - wie ich - im Laufe der Zeit viele Programme installiert, dem geht durch diese Listenansicht schnell die Übersicht verloren. Ähnliche Erfahrung macht man aber auch mit den zahlreichen Bildschirmen auf dem Apple iPhone. Die sieben Homescreens gefallen deutlich besser, als die von Google präferierte Listenansicht.

Anwendungen

Die Anzahl vorinstallierter Programme ist bei Smartphones mit dem Betriebssystem Android von Haus aus eher übersichtlich. Sie reichen aber aus um den täglichen Bedarf abzudecken. Neben E-Mail-Klient, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch einen Taschenrechner und eine Uhr mit Weckfunktion. Selbst Microsoft Office Dokumente kann man über das QuickOffice auf dem Flipout anzeigen lassen. Leider aber keine PDF.

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Soziale Netzwerke wie Flickr, Twitter und Facebook werden einen sogenannten "Friend-Stream" integriert. Es gibt aber auch für jedes Netzwerk eine gesonderte Anwendung. Die Systemsounds sind zwar änderbar, allerdings nicht wirklich intuitiv. Man muss hierzu auf der Speicherkarte nämlich vorher bestimmte Verzeichnisse anlegen.

Navigation/GPS

Das Flipout ist mit einer internen GPS-Antenne ausgestattet. In Verbindung mit einem passenden Navigationsprogramm (z. B. dem Telmap Navigator) kann man es somit auch zur Navigation nutzen. Das macht mit dem 2,8-Zoll-Display aber kaum wirklichen Spaß. Trotz des Navigationsprogramms verliert man bei direkter Sonneneinstrahlung nämlich aufgrund der schwachen Ablesbarkeit des Displays auch hier die Orientierung :D

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Google Maps ermittelt den aktuellen Standort zunächst über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger, danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird direkt aus dem Internet auf das Flipout übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Navigation mit Sprachausgabe ist mit der neuen Version von Goole Maps (online im Market verfügbar) problemlos und relativ genau möglich. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. Auch die Positionsbestimmung über die Satelliten dauert nur ein paar Sekunden und klappt teilweise sogar in Gebäuden. Natürlich hat man dem Flipout auch das volle Softwareangebot von Google mit auf den Weg gegeben. Neben YouTube, Google-Mail & Google-Maps (mit Latitude) hat auch noch Google Talk den Weg ins Flipout gefunden.

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Im Market werden Anwendungen vorab grundsätzlich nicht durch Google übergeprüft, dies bleibt dann dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist. Hier gibt es neben echten Perlen, wie zum Beispiel einem kostenlosen Programm für zeitgesteuerte Profile, auch eine Menge weniger nutzbringender Applikationen. Der hochgelobte AppStore von Apple bietet aber auch nicht unbedingt bessere Anwendungen.

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Die Kontaktverwaltung wurde zar auch in die Motoblur-Oberfläche integriert, steht aber auch als Anwendung zur Verfügung. Die Einträge werden dabei alphabetisch sortiert. Jedem Kontakt kann man ein individuelles Bild zuordnen oder sie in Gruppen zusammen fassen. Kontaktdetails kann der User nachträglich hinzufügen. Dazu gehören auch Verknüpfungen zu Sozialen Netzwerken, wie Facebook, Twitter und Co. Zusätzlich findet dort Informationsdetails wie Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, ein Anruferbild und mehr Platz. Im Telefonbuch findet man das Telefonprotokoll, in dem eingehende und ausgehende Anrufe verzeichnet werden. Spezielle Felder für Geburtstage und Jahrestage sind zwar vorgesehen, werden aber nicht im Kalender angezeigt. Kontakte sucht man durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben. Die Suche kann auch auf die SIM-Kontakte begrenzt werden.

Der Kalender bietet neben der üblichen Tagesagenda auch eine Wochen- und Monatsansicht und informiert so auf einen Blick über anstehende Termine. Selbst eine Übersicht aller Termine wird angeboten.

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Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, der kann die Wiederholungsfunktion nutzen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe nicht bemängelt.

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In der Wochen- und Monatsübersicht wird die Dauer eines Termins durch einen grünen Balken abgebildet. Wer einen Online-Kalender bei Google pflegt, kann auf dem Flipout auch mehrere davon gleichzeitig verwalten. Auch eine halbwegs brauchbare Sprachsteuerung kann das quadratische Smartphone vorweisen. Mit mit Java kann es ab Werk nichts anfangen, im Android™-Market gibt es aber einen passenden Interpreter namens JAVA/J2ME Runner.

Musik

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Der MP3-Player des Flipout ist optisch zwar recht schlicht ausgefallen. Kann dafür aber ohne große Vorkenntnisse bedient werden. Neben dem Album Cover - sollte es nicht im MP3-Tag hinterlegt sein so lädt der Musicplayer es automatisch über die Internetverbindung herunter - (Tune Wiki) zeigt er natürlich auch noch den Tracknamen sowie den Interpreten an. Über drei virtuelle Tasten steuert man den Player. Um die bestmögliche Soundqualität beim Flipout testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert sowohl ein hohes als auch ein qualitativ gutes Eingangssignal um in Wallung kommen zu können. Die maximale Lautstärke reicht beim Flipout aus und die Ausgabequalität wird durch den iGrado deutlich verbessert. Ausreichend Bass erzielt man aber nur mit den passenden Equalizer Einstellungen. Diese findet man - etwas versteckt - im Einstellungsmenü unter Sound und Display - Audioeffekte für Medien.

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Ohne die passende Bassunterstützung fällt das Ausgangssignal gerade im Bassbereich zu früh ab. Der Player des Flipout beschneidet dabei die Höhen.

Der kleine Koss Porta Pro ist weniger anspruchsvoll und spielt mit dem Flipout besser zusammen, kappt zugunsten der Bassbetonung die Höhen aber ebenfalls recht früh. Sennheiser CX300 und Creative Labs EP 630 sind für InEars gute Alternativen zum mäßigen Stereo-Kopfhörer aus dem Hause Motorola. So liefert sogar das Flipout ausreichend Bass auch wenn das leicht zu Lasten der Höhen geht.

Grundsätzlich kann man seine Music auch über A2DP und AVRCP abspielen. Ein guter Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel der Motorola S9, sorgt dann für ausreichend Klangqualität. Leider geht das stark zu Lasten der mobilen Stromquelle. Insgesamt betrachtet klingt das Flipout fast annähernd so klar und bassstark wie ein Nokia 5800 XM, Samsung Wave oder BeatDJ. Mehr als die Note "gute" sitzt aber trotzdem nicht drin. Für ein Smartphone aus der Basis von Android ist das aber trotzdem wie eine Offenbarung zu werten.

Aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - folgende Alben während des Test zu Einsatz:

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.

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Zur Sortierung der Songs dienen Reiter für Interpreten, Alben, Komponisten oder Genres. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.

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Das Flipout bietet ein FM-Radio. Bei ausreichend Empfang stehen so zahlreiche Sender zur Verfügung, die man auch abspeichern kann. Das Radio zeigt dabei auch den aktuellen Sendernamen an. Zum Betrieb muss aber zwingend das Headset angeschlossen werden. Wer mag kann auch das WLAN-Radio nutzen. Hierbei stehen dann mehrere hundert Radiostationen zur Verfügung. Allerdings werden die Daten dabei über das Internet übertragen und verursachen ein recht hohes Datenvolumen.

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Videos und Bilder stellt das Flipout auch im Querformat dar. Dann sogar in einer "Cover-Flow"-ähnlichen Optik. Das macht auf dem 2,8-Zoll-Display aber kaum Spaß. Leider kann das Flipout nichts mit Filmen im MP4-Kontainer anfangen, die mit mehr als 320 x 240 Pixel kodiert wurden.

Klang

Das Flipout bietet auf der Rückseite einen recht ansprechend klingenden Lautsprecher, dessen Sound man auch über zahlreiche Equalizer-Presets aufpeppen kann. So ist die maximale Lautstärke ausreichend, um seinen Arbeitsplatz vernünftig mit Musik zu versorgen. Dauerhaft sollte man aber trotzdem einen externen Lautsprecher anschließen. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch kein Problem. Über den Hörer sind Gesprächs ebenfalls einwandfrei möglich. Die Stimmen werden sehr klar wieder gegeben. Typisch für Geräte von Motorla, denn hier kommt wieder die CrystalTalk™ PLUS genannte Funktion zur Unterdrückung von Hintergrundrauschen zum Einsatz, die Qualität der Gesprächsübertragung ist damit "gut". Telefonieren kann man mit dem Flipout aber erst, nachdem man es aufgedreht hat.

Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)

Der Flipout wird mit Quad-Band (GSM 850/900/1800/1900-Netze) und Unterstützung für UMTS samt HSDPA, HSUPA und WLAN ausgeliefert. An der Empfangsqualität gibt es beim Motorola Flipout nichts zu rütteln. Auch in weniger gut versorgten Regionen zeigt die Anzeige fast immer vollen Empfang an. Nicht nur das, man kann es auch hören. Ein Antennagate - wie beim iPhone 4 - wird man beim Flipout nicht erleben.

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Der integrierte Browser unterstützt gängige Standards wie HTML und XHTML und kann Webseiten so darstellen, wie wir es auf dem Desktop-PC gewöhnt sind. Die Freude darüber wird aber vom kleinen Display und grob wirkenden Schriftbild beeinträchtigt. Es werden nur Flash (lite)-Animation wieder gegeben. Web-TV Fans werden mit dem Flipout nicht glücklich werden.Von der Geschwindigkeit her ist der Browser nicht so langsam, kommt doch auch hier WebKit zum Einsatz. Da auch hier Pinch-to-zoom zum Einsatz kommt, kann man Webseiten mit Hilfe der bekannten Spreiz-Gesten vergrößern oder verkleinern. Surft man auf die Desktop-Version von YouTube - hierzu gibt es eine eigene Anwendung - so kann man sich auch an den zahllosen Online-Videos erfreuen.

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Wer Microsoft Exchange nutzt kann die teilweise kostenlosen Server-Dienste auch auf seinem Flipout weiter in Anspruch nehmen. Wer mag kann seine E-Mails sowohl manuell, als auch automatisch in fest vorgegeben Zeiträumen über IMAP oder POP einsammeln. Anhänger von Microsoft Outlook werden dank der hauseigene Sync-Software auf dem PC Anschluss an die heimische Kontaktdatenbank bzw. den Kalender finden. Der Sync mit Google klappt sehr gut. Freunde "ungepflegter" Kommunikation nutzen "Google Talk", Microsoft Messenger oder den AIM als Instant Messenger. Durch die vollwertige Tastatur ist das Flipout nämlich wirklich gut für die schnelle Kommunikation gerüstet. Wer keine Datenflatrate sein Eigen nennt, wird sich über den eingebauten Datenmanager freuen. Dieser zeigt das übertragene Datenvolumen an und ermöglicht neben der kompletten Sperre auch eine Begrenzung der Synchronisierung auf WLANs.

Kamera/Video

Flipout

Die Kamera des Motorola Flipout knipst Bilder in einer Auflösung von 3-Megapixel. Im Vergleich zu anderen Smartphones bietet sie aber keine Einstellungsmöglichkeiten oder Effekte, einzig eine Panoramahilfe kommt zum Einsatz.

FlipoutFlipout

Kein Autofokus, keine LED. Nichts, absolute Leere. Die Bilder wirken daher oft unscharf und milchig. Immerhin kann man seine Kreationen mit Tags versehen und so nach Stichworten durchsuchen. Aber wer will das schon, bei der Kameraqualität? Die Qualität der Bilder geht nur bei guter Ausleuchtung, sprich Sonnenschein in Ordnung. Als Beispiel habe ich ein Modell der Stadt Münster mit dem Apple iPhone 4 und dem Motorola Flipout abgelichtet.

IPhone4 Flipout
Apple iPhone 4
Flipout

Dann werden Motive farbtreu abgelichtet. Bei schlechtem Licht haben die Bilder einen Rotstich und wirken unscharf.

 

(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)

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Für echte Schnappschüsse eignet sich das Flipout nur bedingt, denn eine eigene Taste für den Kameraauslöser fehlt. Mann kann die Funktion aber auf die Home-Taste legen. Die Kamera selber ist nach knapp 2 Sekunden einsatzbereit. Videos nimmt das Flipout nur in CIF-Aufösung bei 30 Bildern pro Sekunde auf.

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Akkulaufzeit

Im normalen Betrieb (20 Minuten telefonieren, eine handvoll Push-Mails, 90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku mit seinen 1170 mAh knapp zwei Tage. Schaltet man das UMTS ab, verlängert sich die Akkulaufzeit bei selber Nutzung auf etwa 2 1/2 Tage. Ein dauerhaft aktivierter WLAN-Empfänger hat auf die Akkulaufzeit keinen Einfluss, solange sich das Flipout im Standby-Modus aufhält. Nutzt man das Flipout als Radio, dann ist der Akku bei abgeschaltetem Display nach knapp 6 Stunden am Ende. Intensivnutzer mit ausgeprägter Telefonitis werden ihr Flipout auf jeden Fall täglich laden müssen. Der Ladevorgang wird durch eine sehr helle grüne LED am Micro-USB-Anschluss signalisiert. Eine Software namens Akku-Manager soll mit unterschiedlichen Einstellungen für die Verlängerung der Akkulaufzeit sorgen.

Videotest

Fazit

Autor
Über die Benutzeroberfläche "Motoblur" kann man nach kurzer Eingewöhnung das Flipout zielsicher steuern. Alle personen bezogenen Daten werden so auf einen Blick zusammen geführt. Die gute QWERTZ-Tastatur wird Vielschreiber erfreuen. Dank des gut gefüllten Android™ Market hat man Zugriff auf Spiele und Applikationen. Über den GPS-Empfänger und eine passend Software kann man das Flipout sogar als auch als Navigationslösung nutzen. Der sehr kleine Bildschirm und die für Android-Smartphone ungewöhnliche Bildschirmauflösung von 320 x 240 Pixel sind ein Wermutstropfen. Über die Qualität der 3-Megapixel-Kamera breiten wir lieber den mantel des Vergessens aus. Das Display ist recht kontraststark und farbtreu, hat aber Probleme bei direkter Sonneneinstrahlung. Bedenkt man den günstigen Preis von 290 € stellt es eine gute Alternative zur Konkurrenz (Sony Ericsson Xperia™ X10 mini und Sony Ericsson Xperia™ X10 mini pro) dar. Wer also ein kleines, gut ausgestattetes Smartphone sucht, kann zum Motorola Flipout greifen.

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