LG KF900 Prada 2


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 29.01.2009 10:52h
Punkte   (8 von 10)
Testbericht LG KF900 Prada 2 von mobile-reviews.de

Hersteller:

LG

Modell:

New Prada

Bezugsmöglichkeit:

KF900 New Prada

Bilder:

New Prada
Kamerabilder

Revision: 28.01.2008

Prada! Allein der Name sorgt bei einem Grossteil des weiblichen Geschlechts für Entzückung und glasige Augen. Ist die Haute Couture des Designerlabels doch absolut angesagt, leider aber eben auch eine ziemliche Belastung für den Bekleidungsetat. 2007 stellten Prada und LG die erste Version der "vorgezogene Antwort” auf Apples iPhone vor. Das sehr hübsche (aber auch genauso schnell zerkratzte) Mobiltelefon durfte ich bereits auf der Cebit 2007 intensiv testen. Knapp 1 1/2 Jahre danach, bringt die erfolgreiche Kooperation den Nachfolger ins Spiel. Optisch sieht das Prada 2 (KF900) dem knapp 1 Million mal verkauften Vorgänger sehr ähnlich. Diesmal gilt aber nicht der Grundsatz “mehr Schein als Sein”, bietet der Nachfolger doch neben einer seitlich ausziehbare Volltastatur mit großen Tasten auch UMTS mit HSDPA sowie WLAN. So surft man auf dem neuen Prada mit 7,2 Megabit pro Sekunde oder schneller. Der 3 Zoll WQVGA Touchscreen stellt allerdings nur 240 x 400 Pixel dar und kommt damit nicht gegen die Topmodelle von HTC oder Sony Ericsson an. Die 5-Megapixel-Kamera mit einer Optik von Schneider-Kreuznach hingegen kann da gut mithalten. Als Betriebssystem des knapp 105 x 54 x 17 mm kleinen Mobiltelefons kommt erneut eine Eigenentwicklung zum Tragen. Die Multi-Tasking-Fähigkeit erlaubt es, bis zu 7 Anwendungen gleichzeitig laufen zu lassen. Dabei wird das New Prada durch einen eingebauten Sensor für Auto-Rotation sowie einem G-Sensor unterstützt. Wie sich das stylische Mobiltelefon im tristen Redaktionsalltag bewährt hat, lesen Sie im Anschluss.

Design/Haptik/Verarbeitung

New Prada
New Prada
New Prada
New Prada
New Prada

Die Abmessungen des Prada 2 von 105 x 54 x 17 mm sind ein Tribut an die seitlich ausziehbare Tastatur. So macht das New Prada keinen sehr schlanken Eindruck mehr. Das Gewicht von 130 Gramm macht sich in der Handtasche ordentlich bemerkbar. Im direkten Vergleich zum Prada fühlt sich die neue Version nämlich auch schwerer an. Ecken und Kanten sucht man trotzdem vergebens. Das Gehäuse des KF900 besteht dabei überwiegend aus schwarzen, hochglänzenden Kunststoff. Auch die Rückseite glänzt und funkelt wie poliert. So ist das New Prada ein "Fingerabdruckscanner" par excellence. Auch das aufgetragene Make-up der überwiegend weiblichen Zielgruppe dürfte ungefiltert den Weg auf die Displayabdeckung des vorderseitig angebrachten, 3-Zoll großen Touchscreen finden. Gott sei Dank haben die Designer daran gedacht und ein kleines Putztüchlein mit beigefügt.

Unterhalb des Screens schmeicheln sich drei - in einer Metallleiste eingearbeitete - Tasten zur Gesprächssteuerung sowie zum löschen von Eingaben. Das rückseitig angebrachte Objektiv von Schneider-Kreuznach wird leider nicht vor Kratzern geschützt. Die Verarbeitung des Gerätes ist absolut überzeugend. Die hochwertigen Materialien eines KF750 Secret sucht man beim New Prada zwar vergebens, das KF900 sieht trotzdem sehr wertig und edel aus. Die ausziehbare Tastatur gleitet wie auf Schienen. Der Touchscreen reagiert noch relativ zügig auf Eingaben, das New Prada genehmigt sich aber trotzdem die eine oder andere Gedenksekunde. Man kann ihn problemlos mit den Fingern bedienen. Sogar eine Art Multitouch (wird beim zoomen im Webbrowser und in der Galerie genutzt) hat den Weg ins KF900 gefunden. Wir werden sehen, ob das mit dem neuen Patent von Apple kollidiert. Ohne den kapazitiven Touchscreen eines Apple iPhones reagiert es auch auf Eingaben per Fingernägel und kann mit Handschuhen bedient werden. Wie bei LG üblich, werden Eingaben mit einer leichten Vibration und einem abschaltbaren Ton bestätigt.

New Prada

Durch die vollwertige, seitlich ausziehbare QWERTZ-Tastatur ist es für ellenlange SMS und E-Mails quasi prädestiniert. Auf Wunsch kann man sich aber auch mit einer virtuellen Tastatur in verschiedenen Designs rumquälen, muss man aber nicht.

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Im Gegensatz zum ersten Prada kann man das New Prada auch bequem im Querformat nutzen. Bei Kommunikationsfreaks kommt so echte Freude auf. Die Tasten sind auch für dickere Finger noch ausreichend groß, stehen weit auseinander und vermitteln einen guten Druckpunkt. Für Gelegenheitsschreiber reicht die virtuelle Tastatur aber dennoch aus. Eingaben vervollständigt das KF900 auf Wunsch mit Hilfe von T9.

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Kommen wir zu den Bedienelementen. Auf der linken Seite des New Prada befindet sich nur die beiden Lautstärkereglern. An der Oberseite, unter einer eher störrischen Abdeckung, findet man die kombinierte Lade-/Kopfhörerbuchse mit LGs eigenem Standard. Der Schacht für die microSD-Speicherkarte ist auf die rechte Seite gerutscht. Zusammen mit einem eigenen Drücker zur Tastensperre, dem Auslöser für die Kamera und einer Multitaskingtaste, die beim betätigen alle offenen Anwendungen sowie ein Favoritenmenü anzeigt.

Größenvergleich (New Prada - LG KB770)

New Prada
New Prada
New Prada
 

Technik

Die Ausstattungsliste des New Prada ist nahezu vollständig. Vom 3-Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel, über die 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Digitalzoom samt Objektiv von Schneider Kreuznach bis hin zu 50 MB internen Speicher und einem Slot für microSD Speicherkarten ist alles vorhanden. Ein Musicplayer und FM Radio (inkl. RDS) vervollständigen den guten Ausstattungsumfang. Das New Prada ist zudem in der Lage, ab Werk DivX Videos abzuspielen. Für diejenigen, die das stylische KF900 auch zum Telefonieren nutzen wollen: als Triband-Gerät (GSM 900/GSM 1800/GSM 1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es fast überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit anderen Gadgets nimmt es über Bluetooth 2.0, WLAN und USB auf.

Lieferumfang

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Zum Lieferumfang der mit 599 € (UVP) bepreisten Schönheit gehören eine lächerlich kleine 1 GB microSD samt Kartenadapter, ein Lederetui von Prada, ein gutes InEar Stereo-Headset samt Adapter für 3.5 mm Kopfhörer, mehrere CDs mit Bedienungsanleitungen, ein Reinigungstüchlein, Software sowie ein Reiseladegerät und ein USB-Datenkabel. Jedes Zubehörteil wurde dabei in einzelne Kartons verpackt. Überhaupt spiegelt die schwarze Verpackung in allen Details das edle Design von Prada wieder. Hier muss ein Meister der Origami-Kunst am Werk gewesen sein.

Display

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Das 3-Zoll-Display entspricht dem LG Renoir. Texte, Grafiken und Videos werden mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel bei 262.144 möglichen Farbkombinationen dargestellt. Das merkt man nicht auf Anhieb, den die beiden vorinstallierten Themes sind entweder komplett weiß, oder eben schwarz gestaltet. Es ist berührungsempfindlich und das ist auch gut so, denn das New Prada wird nahezu ausschließlich über den 3-Zoll großen Touchscreen gesteuert. Die Tastatur dient in erster Linie der Eingabe von Daten. Die Menüicons sind ausreichend groß gestaltet, um das New Prada bequem mit einem Finger bedienen zu können. Die Icons sind schlicht und wenig ergreifend gestaltet. Das Display ist zwar nicht ganz so hell, wie man es von aktuellen Geräten der Firma Nokia gewohnt ist (oder vom Apple iPhone). Die Helligkeit ist aber dennoch ausreichend. Im Energiesparmodus wird das Display leicht gedimmt, zur Freude des eingebauten Akkus. Dieser kann dann nämlich deutlich länger sein Werk als Stromquelle verrichten. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden.

Menü/Funktionen

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LG setzt auch beim New Prada seine "Standardoberfläche" sein. Hat man erst einmal das Icon mit den vier Punkten gedrückt, erscheint das normale Menü mit seinen 32 Menüpunkten. Die hat LG der Übersichtlichkeit halber in vier Reitern (ähnlich wie bei einem Filofax) angeordnet. Vier verschiedene Bereiche (Telefon, Medien, Office, Einstellungen) markieren die Arbeitsbereiche. Durch simples drücken eines Menüpunktes oder eines Reiters wechselt das LG New Prada zielsicher zum gewünschten Punkt. Diese Icons sind sehr groß und selbsterklärend. So erhält man Zugriff auf Funktionen, wie Anruferverwaltung, Telefonbuch, Musicplayer, Kamera, UKW Radio, Mediengalerie und so manches mehr. Wer die das nicht mag, kann auch eine "Tafel" getaufte Ansicht nutzen.

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Dann werden alle Menüeinträge auf vier Screens aufgeteilt, ähnlich der Multi-Monitordarstellung auf einem PC. Verschiebt man den Screen nach links, rechts, oben und unten, so erscheinen die verschiedenen Tafeln. Zusätzlich bietet das neue Prada aber auch eine Art TouchFlo - ähnlich wie bei Geräten der Firma HTC. Hier hat man Zugriff auf die wichtigsten Funktionen und kann man unterschiedliche Programme, sogenannte Widgets, ablegen und wieder in den Hintergrund verschwinden lassen.

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Hervorzaubern lassen sich unter anderen zwei Uhren (Weltzeit/Analog), eine Foto-Slideshow, der Musicplayer und das UKW Radio. Selbst die Notizen und Kalender stehen auf Knopfdruck bereit. Mit Hilfe der Widgets kann man die wichtigsten Funktionen und Informationen direkt aufrufen.

Einfach das Icon mit der gewünschten Anwendung per drag & drop auf den Bildschirm ziehen, berühren und schwups geht es los. Dabei kann man mehrere Widgets auf den Screen ziehen und an jeder beliebigen Stelle ablegen. Das wird dann aber schnell unübersichtlich. Ergo sollte man nur etwa drei Widgets gleichzeitig auf den Bildschirm ziehen. Mehrere Bildschirme neben einander, wie beim Apple iPhone - nutzt das New Prada nämlich nicht.

PIM

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Auch das LG Prada 2 bietet natürlich einen Personal Information Manager, kurz PIM. Schliesslich braucht auch ein vielbeschäftigtes Model Software, die Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen verwaltet. Daneben haben LG und Prada einen Taschenrechner sowie einen Konverter zur Umrechnung diverser Maße, Größen und Gewichte beigepackt. Ein Umrechner für Kleidergrößen ist aber nicht dabei. Sogar an eine Stoppuhr und eine Sprachaufzeichnung wurde gedacht.

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Es gibt vier veränderbare Profile, zudem kann man sich auch drei eigene erstellen. Das KF900 signalisiert Anrufe dabei sowohl nur durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber nur durch Klingeln. Jede denkbare Kombination ist möglich. Die Systemsounds (Benachrichtigungstöne, Wecker und Co.) sind änderbar. Zeitlich kann man seine Profile allerdings nicht eingrenzen, so klingelt das New Prada auch innerhalb von Besprechungen fröhlich vor sich hin, sofern man es vorher nicht manuell zum Schweigen gebracht hat.

Der integrierte Wecker unterstützt wiederkehrende Ereignisse und Notizen, so dass auch das gestresste Model rechtzeitig wach wird.

Die Kontaktdatenbank kann maximal 1000 Einträge aufnehmen. Neben den üblichen Informationen, wie Name und Vornahme, können auch Notizen zu einem Kontakt hinterlegt werden. Auf auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als Vollbild angezeigt.

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Alle Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben durchsuchen. Hier kann man zwischen SIM-Kontakten und Telefon-Kontakten wählen. Die vorhandenen Einträge können dann in Gruppen eingeteilt werden, so hat man auf einen Blick Zugriff auf die Castingagenturen, Fotografen oder eben Model-Kolleginnen. Dann schnell der Gruppe noch ein individueller Klingelton zugewiesen (bei den Kolleginnen bevorzugt ein Song aus "Kill Bill") und fertig ist der audio-visuelle Hinweis.

Kontaktfeldern kann man mit zahlreichen Informationsdetails füllen (unterschiedliche Rufnummer, E-Mail, Anruferbild, Rufton, diverse Adressen, etc.) Selbst Felder für Geburtstage und Jahrestage sind vorhanden. Dieser besondere Tag wird dann allerdings nicht in den Kalender übernommen. Wer ganz sicher gehen will, kann seine Kontaktsammlung direkt auf eine Speicherkarte exportieren.

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Der integrierte Kalender speichert bis zu 500 Ereignisse und bietet neben einer Tages- auch noch eine Wochen- und Monatsansicht. Auf anstehende Ereignisse informiert der Kalender des Prada 2 auf einen Blick. Hierzu wird am unteren Bildschirmrand ein kleines Feld eingeblendet. Termine verwaltet das neue Prada zuverlässig. Selbst wiederkehrende Termine mit einer kleinen Notiz sind möglich. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe aber nicht angemahnt. Hier nimmt einem das New Prada nicht die Planungshoheit ab. In der Wochenübersicht werden die Termine durch einen grauen Balken visualisiert. Einzelne Tage lassen sich als Feiertage kennzeichnen und werden dann entsprechend gekennzeichnet. Natürlich kann auch das New Prada Aufgaben verwalten. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt.

Music/Unterhaltung/Spiele

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Ab Werk ist das LG New Prada sicher kein Unterhaltungsmuffel. Zwei Glücksspiele und ein Golfspiel haben den Weg in das neue Prada gefunden. Das Roulette sowie das Würfelspiel machen dabei ausgiebig Gebrauch vom integrierten Bewegungssensor.

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Der Musicplayer gibt optisch nicht viel her. In der Mitte wird ein Coverart dargestellt, darunter befinden sich Buttons für die Repeat- und Shufflefunktion, sowie zur Bewertung des Songs. Der Player klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset schon ziemlich gut. Über den 3.5 mm Klinkenadapter mit eingebautem Mikrofon kann man auf Wunsch auch höherwertige Pendants aus dem High-End Bereich einsetzen. Dabei wird die Klangqualität deutlich angehoben und kann so durchaus mit MP3-Playern der Mittelklasse mithalten. Durch die zahlreichen Equalizer-Presets erzeugt das New Prada oftmals ein besseres Klangbild, da sollte für jeden Geschmack etwas mit dabei sein.

Um die maximale Soundqualität des New Prada testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, einem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt. Die von LG entwickelten Kopfhörer des New Prada sehen zwar gut aus, liefern aber ein eher höhenbetontes, "neutrales" Klangbild. Selbst der Equalizer kann ihnen kein echtes Bassfeeling entlocken. Für Gespräche gut geeignet, für einen optimalen Soundgenuss gibt es bessere Exemplare.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Wie nicht anders zu erwarten reicht die maximale Lautstärke des New Prada kaum aus, um die großen Wandler des iGrado in Schwingungen zu versetzen.

Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem KF900 hingegen recht gut zusammen, kappt aber die Höhen sehr früh. Der Sennheiser CX300 leistet sich noch leichte Schwächen im Bassbereich. Der Creative Labs EP 630 kann in Verbindung mit dem New Prada überzeugen. Die Bässe des KF900 werden so auf ein völlig neues Niveau katapultiert. Die Höhen werden allerdings auch beim EP630 leicht abgeschwächt und die Mitten etwas in die Breite gezogen. Für einen Kopfhörer, der bei Amazon etwa 18 € kostet bietet der Creative Labs EP 630 aber ein unglaubliches Preis- Leistungsverhältnis und stellt einen recht sinnvollen Ersatz für das mitgelieferte InEar Stereo-Headset dar. Grundsätzlich unterstützt das New Prada auch A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben. Über die mitgelieferte Kabelfernbedienung kann man sowohl die Lautstärke anpassen, als auch Anrufe entgegennehmen.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Interpreten, Alben, Genres). Über Wiedergabelisten kann man das New Prada zu einem recht passablen Hosentaschenwurlitzer umfunktionieren. Dabei sollte man aber den Touchscreen sperren. Durch die Multitaskingunterstützung kann man seine Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, kann seine Songs in zufälliger Reihenfolge abspielen. Selbst die Wiederholung eines oder aller Songs ist möglich. Das New Prada taugt sogar als Hörbuchplayer, abgebrochene Stücke werden nämlich auf Wunsch an gleicher Stelle fortgesetzt.

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Das integrierte Radio wartet mit einem virtuellen Tuningrad auf und speichert fünfzig Radiosender. Wer es mag, kann es im Hintergrund weiter dudeln lassen. Der Klang des Radios geht jedenfalls voll in Ordnung, auch die maximale Lautstärke gibt keinen Anlass zur Klage. Durch die RDS-Unterstützung kann man sogar Senderinformationen abrufen. Das Klinkenstecker-Kopfhörerkabel dient dabei immer als Antenne, ohne Kabel kein Radio.

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Der Media Player dürfte LG-Fans nicht unbekannt sein. So kann man den Funktionsumfang getrost als "guten Standard" bezeichnen. Dabei werden die abgespeicherten Videos auch im Vollbildmodus wiedergegeben. Selbst DivX (AVI) Dateien sind für das New Prada kein Problem. Diese werde bis zu einer Auflösung von etwa 640 x 480 Pixel - im Gegensatz zu anderen Mobiltelefonen - absolut ruckelfrei wieder gegeben. Über den integrierten TV-Ausgang kann man die Videos sogar auf dem heimischen Fernseher betrachten. Vorausgesetzt man verfügt über ein passendes TV-Kabel! Durch sein 3-Zoll Display ist es aber auch so schon eine wahre Freude, DivX-Filme oder TV-Serien auf dem Display des Prada 2 zu betrachten. Im Gegensatz zum iPhone muss der Nutzer nämlich nur in seltenen Fällen einen langwierigen Konvertierungsprozess in Kauf nehmen.

Klang

Obwohl das New Prada nur über einen Lautsprecher verfügt, ist der Klang des Musicplayers ausreichend um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht gerade auf einer Baustelle liegt) als MP3-Player-Ersatz herzuhalten. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch zwar kein Problem. Die Verständigung zwischen den Gesprächspartner wird allerdings "dumpfer" wahrgenommen. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind sehr "elitär" und sicher Geschmackssache. Insgesamt würde ich den Klang des Gerätes als "befriedigend", in Gesprächen etwas zu leise bezeichnen.

Connectivity

Das New Prada verfügt zwar über einen vollwertigen Webbrowser und theoretisch sollte man dank UMTS mit HSDPA in angenehmer Geschwindigkeit surfen können. Webseiten werden auch nahezu 1:1 wieder gegeben. Soweit die Theorie. Trotz HSDPA bauen sich Internetseiten unerträglich langsam auf. Auch wenn man über WLAN unterwegs ist, wird das New Prada nicht viel schneller. Es macht den Eindruck als wenn es einfrieren würde. Trotz des großen Bildschirms taugt das Mobiltelefon also nicht zum Surfen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Mobiltelefonen zoomt man beim Prada 2, indem man zwei Finger auseinander oder wieder zusammenzieht. Ähnlich wie beim Apple iPhone. Der Bildinhalt schwenkt bei einer Drehung des Handys dank des Lagesensors schnell mit.

Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. Für eine große Anzahl an E-Mails bzw. Anhänge (nicht mehr als 1 MB) ist das New Prada nicht geeignet. In den selbst erstellbaren und anpassbaren Ordnern für die einzelnen Postfächer werden immer nur vier E-Mails mit Absender und Eingangsdatum versehen dargestellt. Eine Hilfe beim Einrichten von Postfächern erhält man nicht, die Zugangsdaten muss man " von Hand" eingeben. HTML-Mails stellt das New Prada nicht dar. Bei meinen Tests stürzte das neue Prada im Verlauf der Synchronisierung mit meinem IMAP-Postfach reproduzierbar ab!

Kamera/Video

New Prada

In letzter Zeit wird bei Mobiles oft mit Markennamen geworben. Nokia wirbt mit "Carl Zeiss", Sony mit seiner "Cybershot Technologie" und LG eben mit "Schneider Kreuznach". Die hohen Erwartungen, die dann an die Qualität der Bilder geknüpft werden, können aber meist nicht erfüllt werden. Bedenkt man die Tatsache, dass die Linsen der Mobiles oft nur ein paar Millimeter groß sind, ist dies allerdings auch kein Wunder. Das LG KF900 ist aber durchaus in der Lage einer Mittelklasse-Digicam die Butter vom Brot zu nehmen. Die Kamera bietet eine Auflösung von 5-Megapixel, doch die Anzahl der Megapixel ist bei Digicams nicht immer ausschlaggebend. Bekomme ich doch heutzutage schon eine 8-Megapixel-Kamera in jedem Discounter für etwa 80 € nachgeworfen. Viel wichtiger ist die zum Einsatz kommende Optik. Im Falle des New Prada kommt diese eben von Schneider-Kreuznach.

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Beim New Prada nutzt man das komplette 3-Zoll-Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus gehalten. Die Kameraoptionen bietet verschiedene Motivprogramme (Portrait, Landschaft, Nacht, Strand, Sport) und die Bildauflösung kann zwischen 2592 x 1920 Pixel (5 MP), 2048 x 1536 Pixel (3 MP), 1600 x 1200 Pixel (2 MP), 1280 x 960 Pixel (1 MP), 640 x 480 Pixel, 320 x 240 Pixel variiert werden. Die Qualität der Bilder lässt sich hingegen auf Superfein, Fein und Normal einstellen.

Die Lichtempfindlichkeit der Kamera kann auf maximal 800 ISO eingestellt werden. Gerade bei Aufnahmen mit schlechtem Umgebungslicht ist diese Option sehr hilfreich, per manuelle Lichtoptimierung kann man nochmals bessere Ergebnisse erzielen. in dunklen Räumen nimmt das Rauschen in den Bildern deutlich zu.

Prada2

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Bei Aufnahmen bis etwa 1,5 Meter Entfernung reicht die LED als zusätzliche Beleuchtung aus, um auch dunkle Gegenstände noch ausreichend ins rechte Licht rücken zu können. Danach verschwindet das Motiv im Dunkeln. Natürlich hat die Kamera des New Prada auch einen Selbstauslöser (3/5/10 Sekunden Verzögerung). Der Autofokus reagiert etwas langsam (etwa 3 Sekunden bis zur endgültigen Speicherung auf micro-SD), lässt sich auf Wunsch aber auch abschalten. Für echte Schnappschüsse taugt die Kamera aber sowieso nicht, denn der Start dauert gut und gerne 2 Sekunden.

Panorama

Panorama

An Aufnahmemodi steht neben einer Panoramafunktion (drei nebeneinander liegende, zusammengeschnittene Bilder mit maximal 1536 x 400 Pixel noch eine Serienaufnahme, die drei, sechs oder neun Bilder in schneller Folge schießt, zur Auswahl. Einige Farbeffekte peppen langweilige Bilder auf und unterschiedliche Programme für den Weißabgleich helfen bei Aufnahmen in Innenräumen.

Um die Auswahl zu vereinfachen, sind alle Menüs transparent gestaltet. Der Digitalzoom (in meinen Augen eine nutzlose Sache) kann bis auf das 4-fache erhöht werden. Alternativ steht dem Fotografen ein Makromodus sowie ein Bildstabilisator zur Seite. Der Kameraton ist nicht abschaltbar, dafür stehen mehrere Variationen zur Auswahl.

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Bei ungünstigen Lichtverhältnissen kann die eingebaute Automatik keine wirklich überzeugenden Aufnahmen liefern, hier sollte man manuell nachbessern.

Insgesamt weisen weiße Flächen einen leichten Rotstich auf. Auch bei Rottönen wird keine hundertprozentige Farbtreue erreicht. Die Belichtung des Fotos wird - wie bei fast allen Kameras - von der Ausleuchtung in der Suchermitte abhängig gemacht. Sehr helle Bereich, wie z.B. der Himmel werden dann zu stark belichtet. Während die anderen Teile des Bildes dann zu dunkel abgebildet werden. Der Makromodus ist gut. Aber auch ohne zugeschalteten Autofokus sind kaum schnelle Schnappschüsse möglich, dafür startet die Kamera zu langsam.

Insgesamt kann die Qualität der Bilder der 5-Megapixel-Kamera überzeugen. An ein C 905 von Sony Ericsson oder das Renoir aus eigenem Hause kommt sie aber nicht heran. Videos nimmt das New Prada mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde in guter Qualität auf. Dann allerdings nur mit 320 x 240 Pixel. Die hohe Bildwiederholungsrate ermöglicht Zeitlupenaufnahmen, die bei sich schnell bewegenden Motiven gut aussehen. Videos sind in einer Auflösung von bis zu 720 x 480 Pixel möglich. Ein bisher unerreichtes Ergebnis. Das KF900 New Prada spielt Videos in den Formaten 3GP, AVI, DivX, H263, H264 und MP4 in voller Auflösung und mit etwa 30 fps ab. Etwa 10 MB für anderthalb Minuten Film muss der Hobbyfilmer einplanen. Eine große Speicherkarte ist da Pflicht. Die Videos können über den Muvee-Director direkt im Telefon nachbearbeitet werden.

Akkulaufzeit

Leider ist die Akkuleistung des New Prada keine Disziplin, in der es sich auf dem Catwalk mit Ruhm bekleckern würde. Der mitgelieferte 950 mAh Akku gibt bei normaler Nutzung (10 Minuten telefonieren, ein paar SMS und E-Mails, 90 Minuten MP3 am Tag, ein paar Fotos mit Blitz und 30 Minuten Videos) nach knapp 1 1/2 Tagen auf. Bei einer Fotosession mit 60 Bildern (knapp 10 davon mit Blitz) war der Akku bereits mehr zu knapp 2/3 entleert. Quasselstrippen werden dem Akku des New Pradas nach knapp 2 1/2 Stunden Dauertelefonat im GSM-Netz und etwa 3 Stunden im UMTS-Netz die Lichter ausblasen. Intensivnutzer mit Hang zum Masochismus (Stichwort Internetnutzung auf dem New Prada) werden ihr Schmuckstück täglich an eine Stromtankstelle fahren müssen. Hoffentlich ruft dann nicht gerade der Agent an.

Videotestbericht

Fazit

Autor

Gespräche klingen etwas leise und leicht dumpf. Dafür geht die Sende-/Empfangsleistung voll in Ordnung. Die PIM-Funktionen des New Prada sind mehr als ausreichend. Die Bedienung über den 3" Touchscreen geht überwiegend flott von der Hand, wenngleich das New Prada manchmal auch etwas hakt. Gerade in diesem Bereich könnte die Firmware noch ein Quäntchen mehr Esprit vertragen. Internetnomaden werden mit dem neuen Prada - trotzt Multitouch - keine rechte Freude haben, zu langsam reagiert der eingebaute Browser. Der klanglich überzeugende Musicplayer, ein DivX/XViD Videoplayer sowie das FM-Radio sorgen auf langen Reisen und zwischen den Castings für gute Unterhaltung. Die 5-Megapixel-Kamera gehört zu den besseren Vertreterinnen ihrer Art. Preislich muss der Käufer in etwa 480 € einplanen. Für den Leistungsumfang ist der Preis nicht ganz angemessen. Aber die Produkte von Prada sind eben nicht für günstige Preise berühmt, sondern für ihr Design und Wertigkeit. Und die kann voll überzeugen.

Renoir





  

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