LG KC910 Renoir

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 10.12.2008
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Testbericht LG KC910 Renoir von mobile-reviews.de

Hersteller:

LG

Modell:

Renoir

Bezugsmöglichkeit:

Renoir

Bilder:

Renoir

Revision: 08.01.2008

Mit dem neuen KC910 bringt auch LG ein echtes Pixelmonster auf den Markt. Der Codename „Renoir“ ist hierbei von Pierre-Auguste Renoir, dem französischen Maler des Impressionismus abgeleitet. Dieser beherrschte das perfekte Zusammenspiel von Licht und Farbe und lies somit Bilder von vollendeter Schönheit entstehen. Aber Kunst ist bekanntlich Geschmackssache. Das KC910 ist zumindest das erste 8-Megapixel-Handy mit 3-Zoll-Touchscreen von LG. Dolby Mobile soll dabei einen optimalen Musikgenuss ermöglichen, das integrierte GPS wird in erster Linie für Geotagging genutzt, erst in zweiter Linie ermöglicht es eine Art von Navigation über das vorinstallierte Google Maps. Per WLAN, GPRS und EDGE und sogar UMTS mit HSDPA ist man unterwegs online. Das LG KC910 ist der Nachfolger des LG Viewty, das sich laut LG mehrere Millionen Mal verkauft hat. Wie sich der Renoir unter den Fotohandys mit seiner von Schneider-Kreuznach zertifizierten Optik, einem Xenon-Blitz sowie einer Lichtempfindlichkeit von bis zu ISO 1600 im Praxiseinsatz gezeigt hat, soll Ihnen mein Testbericht zeigen.

Design/Haptik/Verarbeitung

Renoir
Renoir
Renoir
Renoir
Renoir
Renoir

Mit Abmessungen von nur 108 x 56 x 14 mm kann man es durchaus als kleinen Flachmann bezeichnen. Die beiden Konkurenzmodelle (Sony Ericsson C 905 und Samsung Innov8) sind da deutlich dicker geraten. Insgesamt macht das Renoir einen sehr schlanken Eindruck, Ecken und Kanten sucht man vergebens. Die Vorderseite wird fast ausschließlich vom 3-Zoll-Touchscreen dominiert, unterhalb des Screens gibt es nur noch drei quadratische Tasten zur Gesprächssteuerung. Diese wirken auf den ersten Blick, nicht zuletzt aufgrund der glänzenden Optik etwas „billig“. Das Gehäuse des KC910 besteht dabei vollständig aus glänzendem Kunststoff. Auch die Rückseite glänzt und funkelt wie poliert. Dadurch zieht sie natürlich Fingerabdrücke nahezu magisch an. Ein mechanischer Linsenschutz schützt die von Schneider-Kreuznach gelieferte Optik vor Kratzern. Die Verarbeitung des Gerätes ist wirklich gut. Die hochwertigen Materialien eines KF750 Secret findet man beim Renoir leider nicht. Das KC910 liegt trotzdem gut und vor allen Dingen leicht in der Hand, kein Wunder, wiegt es doch nur 128 g. Der Touchscreen reagiert recht zügig auf Eingaben. Obwohl LG seinem Renoir noch einen Eingabestift mit beilegt, kann man es problemlos mit den Fingern bedienen. Multitouch ist dem KC910 allerdings genauso fremd, wie ein kapazitiver Touchscreen. Dafür reagiert es auch auf Eingaben per Fingernagel. Wie bei LG üblich, werden Eingaben mit einer leichten Vibration und einem abschaltbaren Ton bestätigt. SMS und E-Mails lassen sich mit dem Renoir natürlich auch verfassen. Allerdings nicht mit der bei normalen Mobiltelefonen gewohnten Geschwindigkeit. So schnell wie eine echte Tastatur kann der Screen die Eingaben nicht umsetzen. Der virtuelle Ziffernblock erscheint in den entsprechenden Anwendungen oder Menüpunkten (Kurznachrichten, E-Mails).

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Eine vollständige virtuelle QWERTZ-Tastatur lässt sich ebenfalls einblenden - im Gegensatz zum LG Prada - sogar im Querformat. Kommunikationsfreaks werden aber mit den virtuellen Drückern des Renoirs keine echte Freude haben, sind sie für dickere Finger doch ein wenig klein geraten. Zierliche Männer- oder Frauenhände werden damit aber keine Probleme haben. Für Gelegenheitsschreiber reicht die virtuelle Tastatur aber dennoch aus. Eingaben vervollständigt das KC910 auf Wunsch mittels der Eingabehilfe T9.

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Auf der linken Seite des Renoirs befindet sich die kombinierte Lade-/Kopfhörerbuchse sowie der Schacht für die microSD-Speicherkarte. Die rechte Seite des Gerätes wird von den beiden Lautstärkereglern sowie einem Drücker für die Tastensperre und dem Auslöser für die Kamera in Beschlag genommen. Über den vom Viewty bekannten Drehkranz (JogWheel) zum Scharfstellen oder zur Menünavigation verfügt das Renoir nicht.

Größenvergleich

Renoir

Im Vergleich zum Samsung I550 erscheint es schon fast winzig. Für seinen Leistungsumfang ist es wirklich nicht zu groß geraten.

Technik

Die Ausstattungsliste des Renoirs ist nahezu vollständig. Vom 3 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel, über die 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Digitalzoom samt Objektiv von Schneider Kreuznach bis hin zum 50 MB internen Speicher sowie einen Slot für microSD Speicherkarten ist alles vorhanden. Ein Musicplayer und FM Radio (inkl. RDS) vervollständigen den guten Ausstattungsumfang. Das Renoir ist – ähnlich wie sein Vorgänger Viewty - zudem in der Lage, ab Werk DivX Videos abzuspielen. Für diejenigen, die das KC910 auch zum Telefonieren nutzen wollen: als Triband-Gerät (GSM 900/GSM 1800/GSM 1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es fast überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit der Außenwelt nimmt es über Bluetooth 2.0, WLAN und USB auf.

Lieferumfang

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Zum Lieferumfang des knapp 549 € (UVP) teuren Gerätes gehören noch eine 4 GB microSD samt Kartenadapter, eine recht brauchbare  Display-Schutzfolie und ein Stylus. Dieser kann in einem kleinen Lederetui transportiert werden. Ein InEar Stereo-Headset, mehrere CDs mit Bedienungsanleitungen und Software sowie ein Reiseladegerät und ein USB-Datenkabel vervollständigen das Paket.

Display

Das Display entspricht dem des LG Viewty. Texte, Grafiken und Videos werden mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel bei 262.144 möglichen Farbkombinationen dargestellt. Es ist berührungsempfindlich und das ist auch gut so, denn das Renoir wird nahezu ausschließlich über den 3-Zoll großen Touchscreen gesteuert. Im Gegensatz zum LG Prada lässt sich das Renoir allerdings auch über  den mitgelieferten Stift bedienen. Dieser ist aber nahezu überflüssig, denn die Menüicons sind ausreichend groß gestaltet um das Renoir bequem mit den Finger bedienen zu können, einzig die Scrolleisten am Bildschirmrand sind etwas schmal geraten. Die Icons sind fast fotorealistisch, wobei das schwarze Theme nur schlichte weiße Icons auf schwarzem Hintergrund anbietet. Das Display ist zwar nicht ganz so hell, wie man es von aktuellen Geräten der Firma Nokia gewohnt ist (oder vom Apple iPhone). Die Helligkeit ist aber dennoch ausreichend. Im Energiesparmodus wird das Display leicht gedimmt, zur Freude des eingebauten Akkus. Dieser kann dann nämlich deutlich länger als Stromquelle sein Werk verrichten. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden.

Menü/Funktionen

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LG setzt beim Renoir eine ähnliche Oberfläche, wie z. B. Samsung bei seinem F480 ein. Hier kann man unterschiedliche Funktionen, sogenannte Widgets ablegen und wieder in den Hintergrund verschwinden lassen. Hervorzaubern lassen sich unter anderen zwei Uhren (Digital/Analog), eine Foto-Slideshow sowie der Musicplayer und das UKW Radio. Selbst die Notizen und Kontakte stehen auf Knopfdruck bereit. So kann man mit Hilfe der Widgets die wichtigsten Funktionen und Informationen direkt über das Menü aufrufen.

Einfach das Icon mit der gewünschten Anwendung per drag & drop auf den Bildschirm ziehen, berühren und schwups geht es los. Dabei kann man fast beliebig viele Icons auf das Display ziehen und an jeder beliebigen Stelle ablegen. Auch können mehrere Icons übereinander gestapelt werden mit dem zweifelhaftem Erfolg einen hoffnungslos überfüllten Startbildschirm sein Eigen nennen zu dürfen. Ergo sollte man nur etwa drei Widgets gleichzeitig auf den Bildschirm ziehen. Mehrere Bildschirme neben einander, wie beim Apple iPhone - nutzt das Renoir nämlich nicht.

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Das "normale" Handymenü mit den üblichen Menüpunkten kommt erst zum Vorschein, wenn man das Icon mit den vier weißen Punkten an der unteren rechten Ecke nutzt. Durch eine Art von Reiter (ähnlich wie bei einem Filofax) wird das Menü in 4 verschiedene Bereiche (Telefon, Medien, Office, Einstellungen) unterteilt. Durch simples drücken eines Menüpunktes oder eines Reiters wechselt das LG Renoir zielsicher zum gewünschten Punkt. Diese Icons sind sehr groß und selbsterklärend. So erhält man Zugriff auf Funktionen, wie Anruferverwaltung, Telefonbuch, Musicplayer, Kamera, UKW Radio, Mediengalerie und so manches mehr.

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Ein Taschenrechner bietet Unterstützung für kopfrechnenschwache, ein Konverter rechnet diverse Maße, Größen und Gewichte in die entsprechenden Pendants um. Sogar an eine Stoppuhr und eine Weltuhr wurde gedacht. Für Hobbysportler gibt es eine Art von Trainingscomputer. Über das integrierte GPS kann man sich so seine zurückgelegte Strecke und Zeit anzeigen lassen. Über die marktüblichen Funktionen, wie Aufgabenverwaltung, Notizen, Kalender, SMS, E-Mail, Nachrichten und Co verfügt auch das stylische LG Renoir.

Es gibt vier veränderbare Profile. Auch drei eigene sind möglich. Das KC910 signalisiert Anrufe dabei sowohl nur durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber nur durch Klingeln. Jede denkbare Kombination ist möglich. Die Systemsounds (Benachrichtigungstöne, Wecker und Co.) sind änderbar. Sie lassen sich sogar per Zeit steuern, so dass das Renoir innerhalb von Besprechungen nicht klingelt. Uhrzeit und Tag sind frei wählbar.

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Neben der kompletten Palette an Anwendungen von Google (Google Mail, Google Maps, Google Suche, Blogger und YouTube) verfügt das Renoir auch über einen eingebaute Wecker (wiederkehrende Ereignisse sind möglich) nicht fehlen.

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Die Kontaktdatenbank kann nunmehr maximal 1000 Einträge aufnehmen. Neben den üblichen Informationen, wie Name und Vornahme, können auch Notizen zu einem Kontakt hinterlegt werden. A auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als Vollbild angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben suchen. Es besteht zudem die Wahl zwischen SIM-Kontakten und denen im Telefon. Die vorhandenen Kontakte können dann in Gruppen eingeteilt werden. Dieser Gruppe lässt sich ein individueller Klingelton zuweisen. Bei den Kontaktfeldern sind zahlreiche zusätzliche Informationsdetails möglich (Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, Anruferbild, Rufton, Internet-, Firmen- und Privatadresse und Firmenname, etc.) Selbst Felder für Geburtstage und Jahrestage sind nun vorhanden. Auf Wunsch wird dieser besondere Tag dann auch in den Kalender übernommen. Eine wirklich sinnvolle und hilfreiche Ergänzung!

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Der Kalender bietet neben der Tages- auch noch eine Wochen- und Monatsansicht und informiert auf den ersten Blick über anstehende Termine. Wiederkehrende Termine sind genauso möglich, wie die Tatsache das man nun jedem Termin auch eine Notiz hinzufügen kann. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe aber nicht angemahnt. Hier vertraut das Renoir voll der Übersicht seines menschlichen Herrn und Meisters. Die Wochenübersicht stellt die Termine durch einen roten Balken dar. Über eine Sprachwahl oder gar Sprachsteuerung verfügt das KC910 nicht. Also auch hier kein Fortschritt zum LG Prada. Einzelne Tage lassen sich als Feiertage kennzeichnen und werden dann rot hinterlegt. Natürlich kann auch das Renoir Aufgaben verwalten. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt.

Music/Unterhaltung/Spiele

Ab Werk ist das LG Renoir zwar kein Unterhaltungsmuffel. Dennoch hat LG seinem Expressionisten nur zwei Glücksspiele aus der M-Toys Reihe mit auf den Weg gegeben. Das Roulette sowie das Würfelspiel machen ausgiebig Gebrauch vom integrierten Bewegungssensor.

Der Musicplayer gibt optisch nicht viel her. In der Mitte wird ein Coverart dargestellt, darüber befinden sich Buttons für die Repeat- und Shufflefunktion, zusätzlich kann die Lautstärke über den Touchscreen geregelt werden. Der Player klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset wirklich gut. Über den 3.5 mm Klinkenadapter mit eingebautem Mikrofon kann man auf Wunsch auch höherwertige Pendants aus dem High-End Bereich einsetzen. Dabei wird die Klangqualität deutlich angehoben und kann so durchaus mit MP3-Playern der 80 €-Klasse mithalten. Die Funktion "Dolby Mobile" dient dabei als eine Art Klangverbesserer, der sich aber in erster Linie über das Headset bemerkbar macht. So erzeugt das Renoir ein deutlich volleres Klangbild. Wie soll das denn gehen? Frequenztechnisch u.a. durch einfaches Anheben der Bassfrequenzen. Einen Equalizer mit unterschiedlichen Presets sucht man hingegen vergebens. Weitere Anpassungen des Klangs an den individuellen Hörgeschmack sind so also nicht möglich.

Um die maximale Soundqualität des Renoirs testen zu können, habe ich neben meinem iGrado von Grado, einen Koss Porta Pro, Sennheiser CX300 sowie Creative Labs EP 630 eingesetzt. Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal, die maximale Lautstärke des Renoirs reicht kaum aus, um die großen Wandler des iGrado in Schwingungen zu versetzen. Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem KC910 hingegen recht gut zusammen. Der Sennheiser CX300 leistet sich leichte Schwächen im eh schon unterbesetzten Bassbereich und klingt nicht wirklich besser als die mitgelieferten Exemplare. Der Creative Labs EP 630 kann in Verbindung mit dem Renoir überzeugen. Die Bässe des KC910 werden so nochmals auf ein anderes Niveau befördert. Die Höhen werden allerdings leicht abgeschwächt und Mitten ziemlich in die Breite gezogen. Für einen Kopfhörer, der bei Amazon aktuell etwa 18 € kostet bietet der Creative Labs EP 630 aber ein unglaubliches Preis- Leistungsverhältnis und stellt einen recht sinnvollen Ersatz für das mitgelieferte InEar Stereo-Headset dar. Grundsätzlich unterstützt das Renoir auch A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben. Über die mitgelieferte Kabelfernbedienung kann man sowohl die Lautstärke anpassen, als auch Anrufe entgegennehmen.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Der Song von Mos Def hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Seine Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Interpreten, Alben, Genres). Über Wiedergabelisten kann man das Renoir zu einem recht passablen Hosentaschenwurlitzer umfunktionieren. So kann man seine Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreich mag, kann seine Songs auch in zufälliger Reihenfolge abspielen. Selbst die Wiederholung eines oder aller Songs ist möglich. Das Renoir taugt sogar als Hörbuchplayer, abgebrochene Stücke werden nämlich auf Wunsch an gleicher Stelle fortgesetzt.

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Das integrierte Radio speichert zwölf Radiosender und kann ebenfalls im Hintergrund weiter dudeln. Hier geht der Klang ebenfalls in Ordnung, RDS bietet es angeblich auch an, leider konnte ich im Test keine Senderinformationen abrufen. Das Klinkenstecker-Kopfhörerkabel dient dabei immer als Antenne, ohne Kabel kein Radio.

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Der Media Player dürfte nicht unbekannt sein. So kann man den Funktionsumfang getrost als "guten Standard" bezeichnen. Dabei werden die abgespeicherten Videos auch im Vollbildmodus wiedergegeben. Selbst DivX und XViD (AVI) Dateien sind für das Renoir kein Problem. Diese werde bis zu einer Auflösung von etwa 640 x 480 Pixel - im Gegensatz zu anderen Mobiltelefonen - absolut ruckelfrei wieder gegeben. Über den integrierten TV-Ausgang kann man die Videos sogar auf dem heimischen Fernseher betrachten. Vorausgesetzt man verfügt über ein passendes TV-Kabel! Durch sein 3-Zoll Display ist es eine wahre Freude, seine heimischen DivX/XViD-Filme oder TV-Serien auf dem Display des Renoir zu betrachten. Im Gegensatz zum iPhone muss der Nutzer also eigentlich keine langwierigen Umkonvertierungsprozess in Kauf nehmen.

Klang

Obwohl das Renoir nur über einen Lautsprecher verfügt, ist der Klang des Musicplayers ausreichend um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht auf einer Baustelle liegt) als MP3-Player-Ersatz herzuhalten. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch zwar kein Problem. Die Verständigung zwischen den Gesprächspartner wird allerdings als "dumpf" wahrgenommen. Die vorinstallierten Klingeltöne sind nicht wirklich überzeugend. Insgesamt würde ich den Klang des Gerätes eher als "befriedigend" bezeichnen.

Connectivity

Das Renoir verfügt zwar über einen vollwertigen Webbrowser. Theoretisch sollte man dank UMTS mit HSDPA in angenehmer Geschwindigkeit surfen können. So werden Webseiten auch nahezu 1:1 wieder gegeben. Soweit die Theorie. Trotz HSDPA bauen sich Internetseiten unerträglich langsam auf. Auch wenn man über WLAN unterwegs ist, wird das Renoir nicht viel schneller. Es macht den Eindruck als wenn es einfrieren würde. Trotz des großen Bildschirms taugt das Mobiltelefon also nicht zum Surfen. In eine Webseite kann man zommen, indem man den Finger länger auf eine Stelle gedrückt hält, oder auf das Lupensymbol und den anschließend eingeblendeten Schieberegler tippt. Der Bildinhalt schwenkt bei einer Drehung des Handys dank des Lagesensors schnell mit.

Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. Für eine große Anzahl an E-Mails bzw. Anhänge (nicht mehr als 1 MB) ist das Renoir nicht geeignet. In den selbst erstellbaren und anpassbaren Ordnern für die einzelnen Postfächer werden immer nur vier E-Mails mit Absender und Eingangsdatum versehen dargestellt. Eine Hilfe beim Einrichten von Postfächern erhält man nicht, die Zugangsdaten muss man " von Hand" eingeben. HTML-Mails stellt das Renoir nicht dar.

Kamera/Video

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In letzter Zeit wird bei Mobiles oft mit Markennamen geworben. Nokia mit der Carl Zeiss Technologie, Sony mit Cybershot Funktionalität. Die hohen Erwartungen, die dann an die Qualität der Bilder geknüpft werden, können aber meist nicht erfüllt werden. Bedenkt man die Tatsache, dass die Linsen der Mobiles oft nur ein paar Millimeter groß sind, ist dies allerdings auch kein Wunder. Das LG KC910 ist aber durchaus in der Lage einer Mittelklasse-Digicam die Butter vom Brot zu nehmen. Die Kamera bietet eine Auflösung von 8-Megapixel, doch die Anzahl der Megapixel ist bei Digicams nicht immer ausschlaggebend. Bekomme ich doch heutzutage eine 8-Megapixel-Kamera in jedem Discounter für etwa 80 € nachgeworfen. Viel wichtiger ist die zum Einsatz kommende Optik. Im Falle des Renoirs kommt diese von Schneider-Kreuznach.

Das Renoir nutzt das große Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus gehalten. Die Kameraoptionen bietet verschiedene Motivprogramme (Portrait, Landschaft, Nacht, Strand, Sport) und die Bildauflösung kann zwischen 3264 x 2448 (8 MP) Pixel, 2592 x 1944 Pixel (5 MP), 2048 x 1536 Pixel (3 MP), 1600x 1200 Pixel (2 MP), 1280 x 960 Pixel (1 MP), 640 x 480 Pixel, 320 x 240 Pixel sowie Kontaktbilder variiert werden. Die Qualität der Bilder lässt sich hingegen zwischen Normal, Fein und Superfein wählen.

Die Lichtempfindlichkeit der Kamera kann auf bis zu 1600 ISO eingestellt werden. Gerade bei Aufnahmen mit schlechtem Umgebungslicht ist diese Option sehr hilfreich. Zusätzlich gibt es in Innenräumen eine Lichtoptimierung per Software. Wobei dann allerdings auch das Rauschen in den Bildern deutlich zunimmt. Hierbei kann der eingebaute und leuchtstarke XENON-Blitz aber behilflich sein.

Xenon   Xenon  

Bei Aufnahmen bis etwa 3,5 Meter Entfernung reicht diese Beleuchtung aus, um auch dunkle Gegenstände noch ausreichend ins rechte Licht rücken zu können. Danach verschwindet das Motiv im Dunkeln. Natürlich hat die Kamera des Renoirs auch einen Selbstauslöser (3/5/10 Sekunden Verzögerung) und bietet dem Hobbyfotografen zudem noch zwei Messmethoden für den Autofokus. Der Autofokus reagiert etwas langsam (etwa 3 Sekunden bis zur endgültigen Speicherung auf micro-SD), lässt sich auf Wunsch aber auch abschalten. An Aufnahmemodi steht neben einer Panoramafunktion (drei nebeneinander liegende, zusammengeschnittene Bilder mit insgesamt 8 Megapixel) noch eine Serienaufnahme (sieben Bilder in schneller Folge geschossenen), eine Rahmenfunktion sowie der diverse Kunstmodi zur Verfügung. Die Software erkennt dabei z. B. Gesichter von Personen. Lächelt eine Person, so löst die Kamera auf Wunsch automatisch aus. Eine Blinzelerkennung verhindert Fotos, bei denen man die Augen geschlossen hat. Der sogenannte "Beauty Shot" gleicht dann per Software Hautunebenheiten aus. Wer also Gesichter mit puppenhaftem Aussehen mag ....

Um die Auswahl zu vereinfachen, sind alle Menüs transparent gestaltet. Der Digitalzoom (in meinen Augen eine nutzlose Sache) kann bis auf das 16-fache erhöht werden. Alternativ steht dem Fotografen ein Makromodus zur Seite. Der Kameraton ist nicht abschaltbar, dafür stehen mehrere Variationen zur Auswahl.

Mehr Optionen in einer Handykamera sind also kaum möglich. Aber was nutzt das, wenn dann doch nur mäßige Ergebnisse bei rauskommen? Nun, die die eingebaute Automatik keine wirklich überzeugenden Aufnahmen. Insgesamt wirken diese leicht verwaschen, gerade weiße Flächen weisen einen leichten Rotstich auf. Auch bei Rottönen wird keine hundertprozentige Farbtreue erreicht. Die Belichtung des Fotos wird - wie bei fast allen Kameras - von der Ausleuchtung in der Suchermitte abhängig gemacht. Sehr helle Bereich, wie z.B. der Himmel werden dann zu stark belichtet. Während die anderen Teile des Bildes dann zu dunkel abgebildet werden. Der Makromodus ist gut. Ohne zugeschalteten Autofokus sind auch schnelle Schnappschüsse kein Problem. Wer eine nicht ganz so ruhige Hand sein eigen nennt, kann einen Bildstabilisator zuschalten. Hierzu im Kameramodus einfach die Tastensperre aktivieren. Im Menü erscheint dann ein Symbol mit einer Hand.

 

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Bilder Kamera (1. Teil)
Bilder Kamera (2. Teil)

Insgesamt kann die Qualität der Bilder überzeugen ohne aber das C 905 von Sony Ericsson übertreffen zu können. Videos nimmt das Renoir mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde in guter Qualität auf. Dann allerdings nur mit 320 x 240 Pixel. Die hohe Bildwiederholungsrate ermöglicht Zeitlupenaufnahmen, die bei sich schnell bewegenden Motiven gut aussehen. Videos in einer Auflösung von 640 x 480 Pixel (oder eben in 16:9 mit 640 x 384 Pixel) lassen sich mit etwa 30 fps aufnehmen. Das KC910 Renoir spielt Videos in den Formaten 3GP, AVI, DivX, H263, H264 und MP4 in voller Auflösung und mit etwa 30 fps ab. Etwa 30 MB für anderthalb Minuten Film muss der Hobbyfilmer einplanen. Eine große Speicherkarte ist da Pflicht. Die Videos können direkt im Telefon nachbearbeitet werden.

Akkulaufzeit

Leider ist die Akkuleistung des Renoirs keine Disziplin, in der es sich mit Ruhm bekleckert. Der mitgelieferte 1000 mAh Akku gibt bei normaler Nutzung (10 Minuten telefonieren, ein paar E-Mails, 60 Minuten MP3 am Tag, ein paar Fotos mit Blitz und 30 Minuten Videos) nach knapp 2 Tagen auf. Bei einer Fotosession mit 60 Bildern (knapp 10 davon mit Blitz) war der Akku bereits mehr als halb leer. Quasselstrippen werden dem Akku des Renoirs nach knapp drei Stunden Dauertelefonat im GSM-Netz und etwa 3 1/2 Stunden im UMTS-Netz die Lichter ausblasen. Intensivnutzer mit Hang zum Masochismus (Stichwort Internetnutzung auf dem Renoir) und Telefonitis werden ihr Schmuckstück daher spätestens nach 12 Stunden an den Stromtropf hängen müssen. Im normalen Standby Modus und ohne daran rumzuspielen kommt man auf eine - praxisferne - Laufzeit von etwa 6 Tagen. Nutzt man für den Musikgenuss das A2DP, so gehen dem Innov8 schon nach knapp 4 Stunden die Lichter aus.

Videotestbericht

Fazit

Autor

Die Gesprächqualität des Renoirs ist etwas dumpf. Dafür geht die Sende-/Empfangsleistung voll in Ordnung. Die PIM-Funktionen des Renoirs - wenn man sie mal so nennen mag - sind auch aufgrund des großen Displays mehr als ausreichend. Die Bedienung über den 3" Touchscreen geht überwiegend flott von der Hand, wenngleich das Renoir manchmal auch etwas hakt. Für kurzweilige Unterhaltung sorgen der klanglich überzeugende Musicplayer, der DivX/XViD Videoplayer sowie das FM-Radio. Die 8-Megapixel-Kamera ist mit Sicherheit eine der besten Vertreterinnen ihrer Art, sie wird nur noch vom Sony Ericsson C 905 übertrumpft. Der Webbrowser taugt allerdings kaum zum surfen, die Webseiten werden einfach viel zu langsam aufgebaut. Daran ändert auch das integrierte WLAN nichts. Der GPS-Empfänger taugt nur bedingt zur Navigation, da er nur von Google Maps genutzt werden kann. Zumindest das Geotagging funktioniert einwandfrei. Preislich muss der Käufer in etwa 330 € einplanen. Für den Leistungsumfang ist der Preis angemessen. Design und Wertigkeit können überzeugen.

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Fazit: Als Kamerahandy und mobiler Videoplayer empfehlenswert, mein Kompliment an LG.





  

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