LG GW620 (Etna)


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 10.02.2010 10:52h
Punkte   (7 von 10)
Testbericht LG GW620 (Etna) von mobile-reviews.de
Hersteller:

LG
Modell:

HTC
Onlineshops:

Geizhals
Kamerabilder:

HTC

Revision: 10.02.2010

Mit dem GW620 stellt LG sein erstes Smartphone auf der Basis von Android™ vor. Technich betrachtet handelt es sich um den "üblichen" Android-Standard. Der Touchscreen ist 3-Zoll groß und löst mit 320×480 Pixel auf. Das gesamte Smartphone besteht aus Kunststoff, kann aber mit einer vollwertigen, seitlich ausziehbaren QWERT-Tastatur aufwarten. Dank UMTS mit HSDPA sowie einem WLAN-Empfänger ist man auch unterwegs auf Wunsch immer online. Per Bluetooth und USB verbindet es sich mit einem Rechner. Den eher orientierungslosen Nutzer unter uns weist ein GPS-Empfänger mit Google Maps den richtigen Weg. Eine recht annehmbare 5-Megapixel-Kamera macht dabei die passenden Bilder bei manchmal unfreiwilligen Sightseeing-Tour. Musikliebhaber wird die 3,5-Millimeter-Buchse für Standardkopfhörer erfreuen. Wie sich das in Deutschland über Vodafone beziehbare GW620 so geschlagen hat, will ich Ihnen in meinem Testbericht zeigen.

Design/Haptik/Verarbeitung

GW620
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Mehr Bilder vom GW620 gibt es hier.

Mit seinen Abmessungen von knapp 109 x 55 x 16 mm ist es leicht größer und dicker als zum Beispiel das HTC Tattoo, dafür etwas kürzer als das HTC Magic. Im Gegensatz zu den beiden vorgenannten Smartphones kommt beim LG GW620 aber auch eine vollwertige QWERTZ-Tastatur zu Einsatz. Das Betriebssystem Android™ verrichtet noch in der mittlerweile veralteten Version 1.5 seinen Dienst. Die Kombination aus schwarz-glänzendem Kunststoff sowie eloxiertem Metall mach auf der Vorderseite des Gehäuses einen sehr wertigen Eindruck. Die Verarbeitung gibt keinen Anlass zur Klage. Der Slider bewegt sich wie auf Schienen und weist nahezu kein Spiel auf. Das Gehäuse ist stabil und auch unter höherem Druck kann man ihm kein Knarzen entlocken. Mit seinen 142 Gramm Gewicht ist es aber kein Leichtgewicht. Hier macht sich die zusätzlichen Volltastatur doch deutlich bemerkbar. Die Kanten wurden beim GW620 abgerundet.

GW620

Die Rückseite des GW620 besteht überwiegend aus einem dünnen Akkudeckel, der bei meinem Testgerät einwandfrei zu öffnen und schließen war. Die Verarbeitung bekommt daher ein "gut"

Die Kameraoptik auf der Rückseite ist nur mäßig gegen Kratzer geschützt und Staubpartikeln recht schutzlos ausgeliefert. Der resistive Touchscreen setzt alle Berührungen sehr zügig in um. Auch beim GW620 wurde das Android™ wieder für eine "Einhand-Bedienung" ausgelegt und das klappt auch ganz gut. Der resistiv funktionierende Touchscreen erlaubt dabei sogar eine Bedienung mit dem Fingernagel oder Stylus. Der GW620 nutzt leider kein "Multi-Touch". Alle Eingaben auf dem Touchscreen werden auf Wunsch durch einen abschaltbaren Ton bzw. durch Vibration bestätigt.

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Wer die vollwertige Tastatur aus welchen Gründen auch immer nicht mag, dem steht auch eine virtuelle Variante zur Verfügung. Ähnlich wie eine normale Handytastatur sind dioe virtuellen Drücker hier mehrfach mit Buchstaben und Sonderzeichen belegt. Die Bedienung geht damit aber nicht annähernd so schnell, wie mit der ausziehbaren QWERTZ-Tastatur.

GW620

Vielschreiber werden eher die echten Drückern bevorzugen. Die Tasten sind leicht bläulich beleuchtet, das haptische Feedback ist nicht ganz so direkt wie beim einem Nokia E90, reicht für nicht allzu lange SMS oder E-Mails aber vollkommen aus. Auch hier hat LG die Tasten mehrfach belegt. So erreicht man beispielsweise die orangefarbenen Sonderzeichen indem man die entsprechende Taste auf der linken Siete vorher gedrückt hält. Spezielle Tasten für Umlaute hat LG leider nicht vorgesehen, hier ist man auf die Mehrfachbelegung angewiesen.

Der LG-typische Anschluss befindet sich beim GW620 an der linken oberen Seite. Dort findet das kombinierte Daten-/ und Ladekabel Anschluss. Auf der Gehäuseoberseite befindet sich erfreulicherweise ein 3,5 mm Klinkenanschluss, so kann man sein GW620 gleichzeitig laden während im Hintergrund das FM-Radio bzw. der MP3-Player tönt. Auch eigene Kopfhörer sind also möglich.

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Will man die Speicherkarte wechseln, das GW620 versteht sich dabei auch mit den neuen 32 GB Micro-SDHC-Karten – so muss man nur den rechtsseitig angebrachten Steckplatz öffnen. Den Akkudeckel braucht man dazu nicht zu entfernen. Der Laut-/Leiseregler steht leicht aus dem Gehäuse hervor und befindet sich auf der linken Seite. Einen Auslöser für die Kamera sowie eine spezielle Taste zum Start des MP3-Players haben die Designer mit auf die rechte Gehäuseseite verbannt.

Unterhalb des Touchscreens befinden sich beim GW620 nur noch zwei sensitive Tasten und eine 4-Wege Navigationssteuerung mit Enter-Taste in Kreisform. Drückt man die mit einem Häuschen gekennzeichnete Taste, so erscheint der Standby-Screen. Hier hat man die Qual der Wahl zwischen der von anderen Android-basierten Smartphones bekannten Version und einer von LG entwickelten Variante, die dem LG Arena recht ähnlich ist. Der mit einem Pfeil gekennzeichnete Drücker löscht Eingaben, bzw. springt einen Menüeintrag zurück. Die von anderen "Androiden" bekannte Suchen-Taste sowie die beiden Hörertasten zur Gesprächssteuerung sucht man vergebens. Gespräche werden einzig über den Touchscreen abgewickelt. In meinen Augen keine ganz glückliche Lösung.

Größenvergleich (Nokia N97, iPhone 3G, LG Touch2, Samsung i550)

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Technik

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Technisch ist das GW620 durchaus auf der Höhe der Seite ohne mit überragenden Eigenschaften punkten zu können. Der 3-Zoll große resistive Touchscreen löst mit den üblichen 320 x 480 Pixel auf und kann 262.000 Farbkombinationen darstellen. Er gehört damit schon zu den farbenprächtigeren Vertretern seiner Art. Zudem reagiert er sehr zügig auf Eingaben und kann auch mit Handschuhen bedient werden. Bei den aktuellen Außentemperaturen ist das keine schlechte Eigenschaft.

Die verbaute Kamera löst mit 5-Megapixel auf und bietet neben einem 4-fachen Digitalzoom auch eine Autofokus sowie eine Beleuchtungsmöglichkeit in Form einer LED. Die Kamera ist in der Lage Videos mit einer maximalen Auflösung von 320 x 240 Pixel aufzunehmen. Neben einem MP3-Player bietet der GW620 natürlich auch einen Videoplayer, der neben MP4 auch AVI-Dateien im DivX-Format abspielen kann. Dank Quadband (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit der Außenwelt nimmt das LG GW620 sowohl über Bluetooth 2.0 samt A2DP als auch über WLAN und USB 2.0 auf.

Auch das GW620 wurde "in seinen Rechten" beschnitten, sprich ohne sogenannte "Root"-Rechte ausgeliefert. Das hat zur Folge, dass manche Programme nicht auf alle Funktionen und Dateimanager nicht auf das komplette Dateiverzeichnis zugreifen können. Da geht es den Benutzer von Android-basierten Smartphones ähnlich, wie den Apple iPhone-Jüngern ohne Jailbreak. Durch einen recht simplen Trick kann man diesen Umstand aber ändern, hierzu einfach mal bei AndroidNetwork vorbeischauen.

Lieferumfang

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Zum Lieferumfang des recht günstigen Smartphones (knapp 280 € (Internet)) gehören neben einer 1 GB großen microSD-Speicherkarte auch ein recht überzeugend klingendes Stereo-Headset, ein 1500 mAh Akku, eine Bedienungsanleitung und ein Reiseladegerät mit abnehmbaren USB-Datenkabel.

Display

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Das helle Display löst mit 320 x 480 Pixel auf und stellt Texte, Grafiken und Videos in guter Qualität dar. Die gelungenen und nahezu selbsterklärenden Icons sind in beiden Menüversionen (sprich Android-Standard und LG) ausreichend groß, so kann man das GW620 bequem mit einer Hand bedienen. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Dank des integrierten Lagesensors dreht sich der Bildschirminhalt nämlich mit dem GW620. Bei direkter Sonneneinstrahlung büßt das Display seine ansonsten gute Ablesbarkeit leicht ein.

Menü/Bedienung

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Mit Android™ will die Open Handset Alliance - hier federführend Google - einen angeblich intuitiveren Weg gefunden haben, wie man ein Smartphone bedienen kann. Das eine gute Benutzeroberfläche viel Sinn macht, zeigt nicht zuletzt Apple und LG.

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Die Menüoberfläche des GW620 wird in zwei Versionen zur Verfügung gestellt und der Nutzer kann wählen, wie es ihm beliebt. Die Schaltzentrale bilden dabei drei unterschiedlich konfigurierbare Bildschirme. Mann nennt sie auch gerne "Homescreens". Wer mag, kann sie mit vielen nützlichen "Widgets" aufrüsten. Hierbei handelt es sich sowohl um kleine Helfer in Form eines Kalenders und Co, als auch um simple Verknüpfungen zu vorinstallierten Programmen. Im Android-Market steht beispielsweise eine kostenpflichtige, dafür aber hübsch animierte Wettervorhersage mit Uhr zur Verfügung, wie man sie vom HTC Hero her kennt. Ab Werk stehen mehrere Zeitmesser zum Beispiel in Form einer Analoguhr bzw. Digitaluhr zur Auswahl. Hinzu kommen der Kalender sowie der MP3-Player. Das MP3-Player-Widget zeigt dabei immer den aktuellen Titel an. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Widgets ist recht groß und kann im Android™-Market noch erweitert werden. Dort findet man zum Beispiel das recht hilfreiche Battery-Widget, das einem die verbleibende Akkulaufzeit in Prozent anzeigt.

Neben den aktiven Widgets kann man sich auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, zum Browser oder den installierten Programmen erstellen. Wie das funktioniert? Einfach das entsprechende Icon oder Widget per drag & drop auf einen beliebigen Startbildschirm ziehen, loslassen und fertig. Auch Verknüpfungen zu Playlisten und Lesezeichen kann man sich so einrichten. LG bietet beim GW620 ein Menü sowie den Homescreen des LG Arena an.

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Das eigentliche Hauptmenü versteckt sich hinter dem kleinen Pfeilsymbol auf der unteren linken Seite. Man kann es durch einen simplen Fingerstreich von unten nach oben „aufziehen“.

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Das Hauptmenü listet dann alle installierten Anwendungen und Spiele in alphabetischer Reihenfolge auf. Wer allerdings - wie ich - im Laufe der Zeit viele Programme installiert, dem geht durch diese Listenansicht schnell die Übersicht verloren. Ähnliche Erfahrung macht man aber auch mit den zahlreichen Bildschirmen auf dem Apple iPhone. Die von LG entwickelte Menü ist da schon deutlich übersichtlicher

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Die Icons im Hauptmenü sind in vier verschiedene Bereiche (Kommunikation, Multimedia, Google, Downloads) aufgeteilt. Durch Drücken eines Icons wechselt das LG Arena zum gewünschten Programm. Die vier Icons je Reihe sind ausreichend groß und meist selbsterklärend. So erhält man schnell Zugriff auf Funktionen, wie Anruferverwaltung, Telefonbuch, MP3-Player, Kamera, Mediengalerie und Co. Zieht man die Tastatur seitlich raus, so wird das Menü auch im Querformat angzeiegt.

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Anwendungen

Die Anzahl der Programme ist auch beim GW620 übersichtlich, das liegt in erster Linie aber an der "System-Philosophie" von Android, wenn man sie so nennen mag. Frei nach dem Motto: "Wir liefern das Grundgerüst, das schmückende Beiwerk (die Programme) liefern dann freie Programmier". Die vorinstallierten Anwendungen reichen trotzdem aus, um den täglichen Bedarf abzudecken. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es eine breite Palette von Anwendungen aus dem Hause Google (Google Maps, Google Talk, Google Mail). Aber auch nützliche Anwendungen wie eine Uhr mit Weckfunktion und sogar ein Programm zur Anzeige von Microsoft-Office Dokumenten namens Quickoffice hat den Weg ins GW620 gefunden.

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Wer unterwegs Langeweile verspürt, kann über den Video-Editor sogar mit Musik untermalte Slideshows seiner Fotos erstellen.

Weitere Programme, wie eine vernünftige Aufgaben- oder Notizverwaltung kann man sich im Android™-Market herunter laden. Hier gibt es neben echten Perlen, wie zum Beispiel einem kostenlosen Programm für zeitgesteuerte Profile, auch eine Menge weniger hilfreicher Software. Aber der AppStore von Apple macht es auch nicht viel besser, ist allerdings in meinen Augen mit besseren Programmen ausgestattet.

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Im Market werden Anwendungen vorab grundsätzlich nicht durch Google übergeprüft, dies bleibt dann dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist.

Anrufe signalisiert das GW620 sowohl durch Vibration, als auch durch einen zusätzlichen Klingelton oder aber eben nur mit dem Klingelton. Die Systemsounds sind zwar änderbar, allerdings nicht wirklich intuitiv. Man muss sie hierzu in bestimmte Verzeichnisse auf der Speicherkarte kopieren.

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Die Kontakte werden alphabetisch sortiert angezeigt. Wer den Kontakten Bilder zugewiesne hat, kan sich über ein persönlich wirkendes Telefonbuch freuen.. Über eine Leiste am oberen Bildschirmrand kann man bestimmte Kontakte favorisieren bzw. in Anrufergruppen zusammenfassen. Die notwendigen Kontaktdetails wie Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, Anruferbild und mehr kann der User dann nachträglich hinzufügen. Im Telefonbuch findet man auch das Telefonprotokoll, in dem eingehende und ausgehende Anrufe verzeichnet werden. Spezielle Felder für Geburtstage und Jahrestage sind zwar vorgesehen, werden dann aber nicht im Kalender angezeigt. Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben durchsuchen. Die Suche kann auch auf die SIM-Kontakte begrenzt werden.

Der Kalender bietet neben der üblichen Tagesagenda auch eine Wochen- und Monatsansicht und informiert so auf einen Blick über anstehende Termine. Selbst eine Übersicht aller Termine wird angeboten.

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Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, für den hat das GW620 auch eine Wiederholungsfunktion vorgesehen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe aber nicht angemahnt. In der Wochen- und Monatsübersicht wird die Dauer eines Termins durch einen entsprechend langen Balken dargestellt. Wer seinen Kalender bei Google pflegt, kann auf dem GW620 auch mehrere davon verwalten. Über eine Sprachwahl oder gar Sprachsteuerung verfügt das Smartphone aber nicht. Auch mit Java kann es ab Werk nichts anfangen, im Android™-Market gibt es aber einen passenden Interpreter namens JAVA/J2ME Runner.

Navigation/GPS

Das GW620 ist mit einem internen GPS-Empfänger ausgestattet. In Verbindung mit einem passenden Navigationsprogramm kann man es also auch zur Navigation genutzt werden. Das macht auf dem 3-Zoll-Display zwar nicht ganz so viel Spaß, wie auf einem HTC HD2 für eine gelegentliche Hilfe reicht es aber durchaus aus.

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Google Maps ermittelt den aktuellen Standort zunächst über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger, danach aktualisiert sich die Position während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird dann direkt aus dem Internet auf den GW620 übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Art von Fußgängernavigation in Form einer Online-Stadtkarte ist somit problemlos und relativ genau möglich. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. Auch der Satfix dauert nur ein paar Sekunden und klappt teilweise sogar in Gebäuden.

Musik

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Der MP3-Player des GW620 ist optisch recht schlicht ausgefallen und entspricht dem üblichen, bei Android eingesetzten Standard. Auf dem Display stellt der Player in der Mitte ein recht großes "Album Art" dar.

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Der Trackname sowie der Interpret werden dann direkt darunter angezeigt. Die drei Tasten zur Player-Steuerung befinden sich am unteren Bildschirmrand. Um die mögliche Soundqualität des GW620 testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke ist beim GW620 nicht das Problem. das Ausgangssignal des MP3-Players fällt aber im Bassbereich zu schwach aus. Das ist eine schlechte Ausgangslage für den iGrado.

Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem GW620 deutlich besser zusammen, kappt zugunsten der Bassbetonung die Höhen aber etwas früh. Der Sennheiser CX300 ist genauso so wie der Creative Labs EP 630 für einen InEar eine gute Alternative. Wobei das mitgelieferte InEar durchaus gut klingt. Mit dem EP630 liefert das GW620 aber noch mehr Bass, auch wenn das noch leicht zu Lasten der Höhen geht. Mangels eines Equalizers kann man dieses Manko nicht ausgleichen.

Grundsätzlich könnte man über das LG GW620 seine Music auch über A2DP und AVRCP anhören. Ein guter Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 macht das schon guten Sound, killt aber den Akku in wenigen Stunden. Insgesamt betrachtet klingt das GW620 nicht annähernd so überzeugend wie eins Nokia 5800 XM oder BeatDJ. Mehr als ein "befriedigend" ist da nicht drin.

Aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - folgende Alben während des Test zu Einsatz:.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.

Der Player bietet zur Sortierung der Songs eine Vielzahl an Kriterien. So kann man seine MP3-Sammlung u.a. nach Interpreten, Alben, Komponisten oder Genres sortieren.

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Durch die Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.

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Das GW620 bietet auch ein FM-Radio an. Bei ausreichend Empfang stehen so zahlreiche Sender zur Verfügung, die man auch abspeichern kann. Zum Betrieb muss zwingend ein Headset angeschlossen werden.

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Videos machen im Quermodus auf dem 3-Zoll-Display zwar keinen enormen Spaß, werden aber flüssig wieder gegeben und zwar auch dann, wenn sie mit einer höheren Auflösung als 320 x 240 Pixel aufgenommen wurden. Das GW620 kann dabei nicht nur MP4-Files abspielen, sondern auch AVI-Dateien im DivX-Format.

Ein echtes Highlight ist die Multimediagalerie. Diese stellt Videos, Bilder und Co übersichtlich und hübsch animiert sowohl im Vertikal- als auch im Horizontalmodus dar.

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Im Querformat treten die Medien dann in den Hintergrund, das sieht sehr plastisch aus und macht Spaß. Bilder kann man zudem nach dem Tag der Aufnahme vorsortieren lassen.

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Klang

Trotz der Tatsache, dass das GW620 nur über einen Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke des MP3-Players ausreichend, um seinen Arbeitsplatz (sofern dieser nicht gerade auf einer Baustelle liegt) mit Musik zu versorgen. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch kein Problem. Während eines Gesprächs werden die Stimmen klar und deutlich wieder gegeben.. Ein Hintergrundrauschen ist nicht wahrnehmbar. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind eher dezent. Wer sie nicht mag, kann zumindest die werksseitigen Klingeltöne durch eigene MP3 ersetzen.

Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)

Der GW620 wird mit Quadband (GSM 850/900/1800/1900-Netze) und Unterstützung für UMTS samt HSDPA, HSUPA und WLAN ausgeliefert. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt.

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Von der Geschwindigkeit her kann der Browser des GW620 dem iPhone aber nicht ganz das Wasser reichen. Obwohl die Technologie dahinter ähnlich ist, rendert das iPhone die Webseiten einfach schneller. Da kein MultiTouch zum Einsatz kommt, kann man Webseiten auch nur mit Hilfe einer virtuellen Lupe vergrößern oder eben verkleinern. Im Querformat sieht die Darstellung deutlich übersichtlicher aus.

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Surft man auf die Desktop-Version von YouTube - hierzu gibt es eine eigene Anwendung - so kann man sich auch an den zahllosen Online-Videos erfreuen. Natürlich dreht sich der Browserinhalt automatisch mit dem GW620 mit.

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Wer keinen Microsoft Exchange Server sein Eigen nennt, wird aufatmen. Wer die teils kostenlosen Dienste der anderen Anbietern nutzt, der kann seine E-Mails manuell oder automatisch in fest vorgegeben Zeiträumen über IMAP oder POP einsammeln. Anhänger von Microsoft Outlook werden dank der LG Suite auf dem PC nun Anschluss an die heimische Kontaktdatenbank bzw. den Kalender finden. Wer hingegen auf die Anbindung an einen Microsoft Exchange Server angewiesen ist, für den hat LG eine Software namens Moxier vorinstalliert. Zudem findet man Social-Networking-Apps für Facebook und Twitter, die sogar in das Adressbuch integriert wurden. Wer mehrere Postfächer im Einsatz hat, für den gibt es die Punkt "my e-mail", dort kann man mehrere Postfächer gleichzeitig abfragen lassen.

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Freunde "ungepflegter" Kommunikation nutzen "Google Talk" als Instant Messager. Durch die Bildschirmtastatur ist der GW620 aber nicht unbedingt für die schnelle Kommunikation gerüstet.

Kamera/Video

Bisher war LG unter anderem dafür bekannt, in seinen Modellen recht gute Kameras einzusetzen. Die Kamera des GW620 bietet daher auch eine Auflösung von 5-Megapixel. Die Kamerasoftware selber sieht dem LG Arena recht ähnlich und bietet umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten für den Weißabgleich, Effekte und vieles mehr.

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Qualitativ kann die Kamera nur bedingt überzeugen. Die maximale Auflösung kann man in mehreren Schritten reduzieren. Videos kann man mit dem GW620 nur in maximaler Auflösung von 320 x 240 Pixel aufnehmen.

(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)

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Die Fotoqualität fällt bei gutem Wetter deutlich besser aus, als zu dieser kalten, grauen Jahreszeit möglich. Die Bildschärfe lässt - wohl aufgrund des recht unzuverlässigen Autofokus - allerdings an den Rändern zu wünschen übrig, die Bilder wirkten dort leicht "milchig". Insgesamt hat die Kamerasoftware wohl Probleme mit der korrekten Belichtung, die Fotos wirken etwas zu dunkel, so dass manche Details im Schatten verschwinden. Die LED der Kamera taugt zur Beleuchtung von Motiven in einem Abstand von 1 Meter.

Dank des integrierten GPS-Empfängers werden die Bilder auf Wunsch mit den passenden Längen- und Breitengraden versehen, ein Hoch auf das "Geotagging". Die Kamera selber ist nach knapp 3 Sekunden einsatzbereit. Da ein Autofokus zum Einsatz kommt, ist die Aufnahme erst in knapp 2 Sekunden im Kasten. Das ist definitiv zu langsam.

Akkulaufzeit

Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, eine handvoll Push-Mails, 90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku mit seinen 1500 mAh knapp 2 Tage. Schaltet man das UMTS ab, verlängert sich die Akkulaufzeit bei selber Nutzung auf etwa 2 1/2 Tage. Ein dauerhaft aktiviertes GPS/WLAN hat auf die Akkulaufzeit keinen Einfluss, zumindest dann nicht, wenn sich das GW620 im Standby-Modus aufhält.

Nutz man sein GW620 als Radio macht der Akku bei abgeschaltetem Display nach knapp 9 Stunden schlapp. Wer gerne mit seinem GW620 durch das Internet braust, der wird den Stromerzeuger nach etwa 6 Stunden (per WLAN) nachladen müssen. Intensivnutzer mit ausgeprägter Telefonitis werden ihr Schmuckstück mindest einmal am Tag laden müssen. Normalnutzer begleitet das GW620 etwa zwei Arbeitstage, bevor ihm der Saft ausgeht. Das ist nicht wirklich viel, aber deutlich besser als noch zu Zeiten des T-Mobile G1.

Videotest

Fazit

Autor
Die LG eigene Variante der Benutzeroberfläche ermöglicht eine sichere und flotte Bedienung und gefällt mir besser, als die Android-Standard-Variante. Die seitlich ausziehbare QWERTZ-Tastatur ist selbst für Vielschreiber völlig ausreichend. Dank des Android™ Market hat man Zugriff auf eine nahezu unerschöpfliche Zahl an Spielen und Programmen. Das eingebaute GPS kann neben Geotagging auch als Navigationshilfe eingesetzt werden. Die Qualität der 5-Megapixel-Kamera ist allerdings durchwachsen. Das 3-Zoll-Display ist zwar durchaus konkurrenzfähig, reagiert aber nur resistiv. Da das Smartphone nur 270 Euro kostet, könnte es gerade für Einsteiger, die auf der Suche nach einem Smartphone mit Tastatur und Terminverwaltung sind, eine Alternative zu BlackBerry oder der E-Serie von Nokia sein.

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