LG GD910 Watchphone


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 03.03.2010 15:59h
Punkte   (7 von 10)
Testbericht LG GD910 Watchphone von mobile-reviews.de
Hersteller:

LG
Modell:

HTC
Onlineshops:

Geizhals
Kamerabilder:

LG

Revision: 03.03.2010

Mit dem Watchphone GD910 stellt LG eine mit knapp 800 Euro (Straßenpreis) nicht gerade günstige, dafür aber auch wasserfeste Handyuhr vor. Neben  Bluetooth samt A2DP kann sie mit einer Quadband-Unterstützung und dem Datenturbo UMTS glänzen. So ist sie fast weltweit einsetzbar und bietet zudem erstmalig die Möglichkeit des Videoanrufs. Der Touchscreen ist dabei 1,43 Zoll groß und löst mit 128 x 160 Pixel bei 262.00 Farben auf. Eingaben werden – ähnlich wie beim Apple iPhone – kapazitiv umgesetzt. Ein  MP3-Player sorgt unterwegs für Unterhaltung. Sofern man ein Bluetooth-Headset nutzt und die Songs vorab per Datenkabel in den internen Speicher kopiert. Die eingebaute Kamera knipst mit 1,3 Megapixel und ermöglicht Bilder in einer Auflösung von 640 x 480 Pixel. Ob das ziemlich teure Watchphone wirklich nutzbar ist oder es sich eher um ein teures Spielzeug handelt, können Sie in meinem Testbericht nachlesen.

Design

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Mehr Bilder des GD910 Watchphone gibt es hier.

Mit den Abmessungen von 39 x 60 x 14 mm handelt es sich für ein Watchphone schon um einen recht kleinen Vertreter seiner Art. Aufgrund der sehr wertigen Verarbeitung, schließlich kommt viel Metall zum Einsatz, wiegt es dafür aber auch 91 Gramm. Für zierliche Handgelenke dürfte das GD910 daher eher ungeeignet sein.

Auf der Vorderseite glänzt ein 1,43-Zoll kleiner Touchscreen. Der Bildschirm wird dabei von einem kratzfesten Glas geschützt. Rechts oben im Display versteckt befindet sich eine integrierte Kamera für Videoanrufe. Leider löst die GD910 nur mit 128 x 160 Pixel auf. Auf der rechten Seite befinden sich drei Drücker, die sowohl für die Steuerung der Anrufe verantwortlich sind, als auch für die Menüsteuerung. Ansonsten sieht die GD910 wie eine handelsübliche Uhr aus.

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Der Akkudeckel auf der Rückseite wird über das Öffnungswerkzeug, alternativ über den Daumen und Zeigefinder geöffnet. Das Lederarmband ist über die Schließe schnell und unproblematisch in der Länge verstellbar. Die Glasabdeckung des Displays ist allerdings auch ein Fettfingermagnet.

Haptik/Verarbeitung

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Das GD910 bietet verständlicherweise keine echte Tastatur, gesteuert wird sie fast vollständig über den hervorragenden Touchscreen. Die Eingaben über die virtuelle Tastatur sind allerdings recht komfortabel möglich, zumal auch T9 mit von der Partie ist. Die Verarbeitung ist ebenfalls vorbildlich, kein Vergleich mit den Billigheimern aus Fernost. Das Display reagiert ähnlich wie bei einem Apple iPhone kapazitiv auf Eingaben. Die virtuellen Tasten sind gross genug, so dass Eingaben mit den Fingern nahezu verzögerungsfrei umgesetzt werden.

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Auf der rechten Seite findet man drei Drücker. Über die grüne Hörertaste werden Gespräche entgegen genommen. Drückt man diese Taste zweimal hintereinander öffnet sich ein kontextsensitives Menü. So kann man dann beispielsweise Nachrichten löschen. Die rechte Hörertaste beendet Gespräche während die mittlere Taste einen Schritt im Menü zurück springt und bei längerem Druck die gute Sprachsteuerung aufruft. So kann man ohne einen einzigen Druck einen bestimmten Kontakt anrufen bzw. Nachrichten öffnen.

Größenvergleich (OI THE ONE Binär Uhr KT102B1, Seiko, Swatch Irony, Citizen Promaster SEA)

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Im Vergleich zur sehr eleganten Seiko wirkt das GD910 geradezu monströs. Das relativiert sich spätestens dann, wenn man das Watchphone mit meiner ebenfalls 14 mm dicken Citizen Promaster Taucheruhr bzw. der OI THE ONE Binär Uhr vergleicht.

Technik

Die Ausstattungsliste des GD910 Watchphone ist trotz den hohen Preises sehr kurz. Das 1,43-Zoll große Display löst mit 128 x 160 Pixel auf, wird aber von einer Glasscheibe geschützt. Die VGA-Kamera ohne jegliche Spielereien wie Autofokus oder Digitalzoom taugt bestenfalls für Kontaktbilder und während der Videoanrufe. Einen Einschub für MicroSD-Speicherkarten sucht man vergebens, daher ist man auf den knapp 85 MB kleinen internen Speicher angewiesen. Das ist recht unverständlich, denn das Watchphone bietet einen ansprechenden Musicplayer. Ein UKW-Radio wurde aber nicht mit eingebaut, wohl deswegen, weil sowas ohne ein Kabelheadset nur sehr schlecht funktioniert. Im Gegensatz zu früheren Gerüchten kann das GD910 keine Videos aufnehmen oder abspielen. Als Quadband-Gerät (GSM 850/900/GSM 1800/GSM 1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es überall auf der Welt einsetzbar. HSDPA kann aber nur für den Videoanruf genutzt werden. Einen Webbrowser oder einen E-Mail Client sucht man nämlich ebenfalls vergebens. Kontakt mit einem Headset nimmt es nur über Bluetooth auf. Eine Synchronisation mit dem PC war mir mit der eingesetzten Firmware (V09b) sowohl über Bluetooth als auch über USB möglich.

Lieferumfang

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Im kleinen schwarzen Karton - der sehr der LG Prada Verpackung ähnelt - findet man das GD910 Watchphone samt spezieller Lade-/Datenhalterung, zwei Werkzeuge zum Öffnen des Akkudeckels, eine CD mit der LG PC Suite Software, eine Bedienungsanleitung, das USB Daten/-Ladekabel sowie ein Ladegerät. Selbst an ein Bluetooth-Headset wurde gedacht. LG liefert das HBM-900 mit. Ebenfalls nicht gerade ein zierlicher Vertreter seiner Art. Mein Motorola S9 ist da deutlich besser und liefert zudem Stereo.

Display

Das 1,43-Zoll stellt Grafiken in einer Auflösung von nur 128 x 160 Pixel dar. Das klingt zwar nicht viel, trotzdem wirkt der Screen in meinen Augen sehr scharf. Die vier Menüicons fallen ausreichend groß aus. Das Display ist recht hell und kann auch im Sonnenlicht - sofern man dies in dieser Jahreszeit überhaupt zu Gesicht bekommt - noch gut abgelesen werden. Im Energiesparmodus wird das Display gedimmt, zur Freude des eingebauten Akkus.

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Dann wird wahlweise eine analoge oder digitale Uhr angezeigt, aber eben ohne Displaybeleuchtung. Die vier Icons sind in zwei Versionen verfügbar, bunt oder in schlichtem schwarz-weiß. Aktiviert man das Display - zum Beispiel durch Druck auf die grüne Hörertaste - so kommt eine wesentlich hübschere Uhr zum Vorschein.

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Hier hat man die Qual der Wahl zwischen mehreren analogen Varianten bis hin zu einer mit Bällchen animierten Uhr. Insgesamt kann man aus acht verschiedenen Designs wählen.

Menü

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Die vier Icons der Benutzeroberfläche sind selbsterklärend, wirken vom Design her aber etwas "rustikal". Andererseits erhält man so schnell Zugriff auf die Kontakte, die Nachrichten, die Einstellungsoptionen sowie den Punkt Zubehör hinter dem sich zahlreiche anderen Anwendungen, wie zum Beispiel der Taschenrechner verstecken. Die Einstellungsmöglichkeiten sind vielfältig, so kann man die Stromsparfunktion nur auf die Nächte begrenzen.

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PIM

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Auch das Watchphone nennt einen rudimentären Personal Information Manager, kurz PIM genannt sein Eigen. Wer mag, kann seine Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen so auch über das kleine Display verwalten. Sinnvollerweise erledigt man das aber direkt am PC über die LG PC Suite. Eine Synchronisation per SyncML mit Google ist leider nicht möglich. Mangels E-Mail-Klient kann man zudem seine Microsoft Exchange Postfächer getrost vergessen. Immerhin verbindet sich das Watchphone auch mit Microsoft Outlook (2010), leider nicht immer problemlos.

Die Kontaktveraltung wird durch einen Taschenrechner, Umrechner, Wecker, Weltzeit, Stoppuhr und eine nur vom Speicherplatz limitierte Sprachaufzeichnungsfunktion namens Sprachmemo ergänzt.

Das GD910 Watchphone bietet drei veränderbare Profile (Normal, Lautlos, Outdoor) sowie einen Flugzeugmodus bei dem der GSM-Teil vollständig abgeschaltet wird. Das GD910 signalisiert Anrufe per Vibration, oder durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber eben nur durch einen frei wählbaren Klingelton. Die Systemsounds (Benachrichtigungstöne, Wecker und Co.) können auch verändert werden. Der integrierte Wecker speichert bis zu fünf unterschiedliche Weckzeiten.

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Die Kontaktdatenbank fasst maximal 1000 Einträge. Neben Name, Vorname und der Telefonnummer kann man auf Wunsch auch ein Bild des Kontaktes abspeichern. Das bekommt man dann bei einem Anruf als Bild angezeigt. Wer mag, kann seine Kontakte auch in Gruppen einteilen oder einen eigenen Rufton zuweisen. Die eher vergesslichen Naturen unter uns können auch eine E-Mail-Kontaktadresse und sogar den Geburtstag des Kontaktes hinzufügen. Dieser wird dann im Kalender angezeigt und auf Wunsch mit einer Notiz versehen. Für ein Watchphone ein überdurchschnittlich komfortable Kontaktverwaltung

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Der integrierte Kalender speichert bis zu 500 Termine und 500 Aufgaben und bietet neben einer Tages- auch noch eine Wochen- und Monatsansicht. Die gerade aktuellen Termine, Jahrestage und Geburtstage hat man auf einem Blick im Auge. Hierzu wird am unteren Bildschirmrand ein kleines Feld eingeblendet.

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Natürlich kann man mit dem GD910 auch Aufgaben verwalten. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt. Die verbrauchte Zeichen einer SMS zeigt das GD910 Watchphone natürlich auch direkt an.

Musik

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Der MP3-Player des GD910 ist optisch gar nicht so schlicht ausgefallen und wirkt trotzdem nicht überladen. In der Mitte des MP3-Players wird eine Equalizer-Animation abgespielt. Der Trackname sowie der Interpret werden am oberen Rand angezeigt. Die drei Tasten zur Player-Steuerung befinden sich hingegen am unteren Bildschirmrand. Um die mögliche Soundqualität des GD910 testen zu können, habe ich meinen A2DP und AVRCP-fähigen Stereo-Bluetooth-Kopfhörer Motorola S9 genutzt. So klingt das GD910 wirklich gut, killt den Akku aber in wenigen Stunden. Bei nur knapp 80 MB freien internen Speicher kann man auch nicht all zu viele MP3 speichern.

Aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - folgende Alben während des Test zu Einsatz:

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
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Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.

Der Player bietet zur Sortierung der Songs eine Vielzahl an Kriterien. So kann man seine MP3-Sammlung u.a. nach Interpreten, Alben oder Genres sortieren. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die Wiederholfunktion in einer Endlosschleife vor sich hindudeln lassen. Rein vom Klang des MP3-Players her bewerte ich das Watchphone noch mit befriedigend.

Klang/Gesprächsqualität/Empfangsleistung

Die maximale Lautstärke des MP3-Players über die Freisprecheinrichtung ist nicht ganz ausreichend, um ein Zimmer ausreichend mit Sound zu füllen. Über das Bluetooth-Headset sieht das schon anders aus, da ist der MP3-Player laut genug. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind kein Problem. Die Verständigung zwischen den Gesprächspartner wird als nahezu "glasklar" empfunden, man merkt gar nicht, dass man nicht mit einem Headset spricht. Leider kann dann aber auch jeder mithören. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind Geschmackssache, können aber auf den individuellen Geschmack angepasst werden. Insgesamt bewerte ich die Gesprächqualität des Gerätes mit "gut".

Connectivity

Das GD910 Watchphone bietet zwar UMTS / HSDPA, leider aber nur für die Videotelefonie. Einen Webbrowser oder ein E-Mail Programm findet man hingegen nicht. Die Synchronisierung seiner Kontakte, Musiken, Grafiken und Dateien erledigt man über die LG PC Suite und Microsoft Outlook. Dateien kann das GD910 Watchphone aber auch über Bluetooth empfangen. Drei Megabyte Daten wandern in knapp 20 Sekunden vom PC zum GD910. Das ist nicht wirklich schnell.

Kamera/Video

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Machen wir uns nix vor. Die Kamera dient nur zur Videotelefonie und vielleicht für das ein oder andere Selbstportrait. Die maximale Auflösung von 640 x 480 Pixel lässt da überhaupt keinen Zweifel an der Bildqualität zu.

(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)

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Die Bilder weisen aber eine überraschend hohe Farbtreue auf. Die Belichtung des Fotos wird - wie bei fast allen Kameras - von der Ausleuchtung in der Suchermitte abhängig gemacht. Sehr helle Bereich, wie z.B. die Wolken am Himmel werden dann zu stark belichtet. Bei grauem Himmel gibt es einen leichten Rotstich.

Akkulaufzeit

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Die Akkuleistung des GD910 Watchphone gibt eigentlich keinen Anlass für Kritik. Der eingebaute Akku reicht aus, um bei normaler Nutzung (10 Minuten telefonieren, ein paar SMS und E-Mails, 90 Minuten MP3 am Tag) etwa zwei Tage durchzuhalten. Das Aufladen geht über eine spezielle Halterung, in der man das Watchphone einsetzt. Wer allerdings mehrere Stunden am Tag telefoniert oder Musik über ein Bluetooth-Headset hört, wird das GD910 auch täglich aufladen müssen.

Videotestbericht

Fazit

Autor
Die LG Benutzeroberfläche ermöglicht eine sichere und flotte Bedienung. Die Telefonfunktion über den Lautsprecher klappt zwar recht gut, ist allerdings nur dann ratsam, wenn man keinen Wert auf seine Privatsphäre legt. In diesem Fall sollte man das im Lieferumfang enthaltene Bluetooth-Headset nutzen. Dank des MP3-Players kann man das GD910 auch unterwegs zur Beschallung einsetzen, vorausgesetzt, man nutzt ein Stereo-Bluetooth-Headset, wie das Motorola S9. Dank der VGA-Kamera und UMTS kann man zwar auch Videogespräche führen, in Deutschland ist das aber eher nebensächlich. Wünschenswerter wären da sowohl ein Webbrowser, als auch ein E-Mail Klient gewesen. Die Reaktionen auf das Watchphone waren zudem eher gemischter Natur, dafür ist es einfach noch zu teuer. Und mal ehrlich: Wer spricht schon gerne durch eine Uhr mit seinen Liebsten ...

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