LG E900 Optimus 7

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 13.12.2010
Punkte bluebluebluebluehalf  (7 von 10)


Testbericht LG E900 Optimus 7 von mobile-reviews.de
Hersteller:

LG
Modell:

LG Optimus 7
Onlineshops:

Geizhals
Kamerabilder:

LG


 


Revision: 13.12.2010

Mit dem E900 Optimus 7 hat LG das erste Smartphone mit dem neuen Microsoft Betriebssystem Windows Phone 7 auf den Markt gebracht. In Deutschland wird es exklusiv von Vodafone angeboten. Das nur knapp 125 x 60 x 12 mm große Smartphone wiegt 158 Gramm. Der Akkudeckel besteht dabei aus Metall. Die Kamera knipst Bilder mit einer Auflösung von 5 Megapixel und nimmt Videos in HD-Qualität mit 720p auf. Über eine Augmented Reality Funktion erhält man über die Kameraaufnahmen dann praktische Informationen zu Gebäuden in seiner Umgebung. Der kapazitive Touchscreen bietet eine Diagonale von 3,8 Zoll und löst mit 480 x 800 Pixel auf. Der Prozessor ist dabei mit 1 GHz getaktet und kommt aus dem Hause Qualcomm. Unterwegs ist man dank HSDPA und WLAN b/g/n über den eingebauten Internet Explorer 7.5 online und hat so auch Zugriff  auf seine sozialen Netzwerke. Wie sich die Neuentwicklung aus dem Hause LG so anfühlt, können Sie im folgenden Test nachlesen.

Design/Haptik/Verarbeitung

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Mehr Bilder vom Smartphone gibt es hier.

Das LG E900 Optimus 7 misst 125 x 60 x 12 mm bei etwa 157 Gramm. Es ist damit größer und schwerer als das HTC 7 Mozart. Das neue Gehäuse besteht überwiegend aus Metall. Der microUSB-Anschluss auf der rechten Seite wird durch eine Abdeckung gegen Staub geschützt. Auch der Akkudeckel ist aus Metall und macht eienn hochwertigenen Eindruckt, einzig die Tastenleiste unterhalb des Displays ist aus Kunststoff. Sie mutet eher billig an und gibt schon nach kurzer Zeit Knarzgeräusche von sich. Alle Kanten des Handys wurden abgerundet, das Display domniniert die Vorderseite. Das E900 Optimus 7 liegt dabei gut und schwer in der Hand. Eingaben erledigt man ausschließlich über eine virtuelle Tastatur. Die Verarbeitung des Smartphones ist - bis auf die bereits erwähnte Tastenleiste aus Kunststoff - gut. So kann man dem Gehäuse des E900 Optimus 7 auch unter höherem Druck keinerlei Knarzgeräusche entlocken. Die Verarbeitung bekommt von mir die Note "gut".

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Die Kameraoptik auf der Rückseite ist recht gut gegen Kratzer geschützt, da sie ins Gehäuse eingelassen wurde. Das E900 Optimus 7 genehmigt sich bei der täglichen Arbeit kaum Aussetzer. Das neue Betriebssystem Windows Phone 7 macht einen spritzigen Eindruck.  Die vielgerühmte "Einhand-Bedienung" gelingt auch auf dem Optimus 7 gut. Der kapazitiv reagierende Touchscreen erlaubt keine Bedienung mit dem Fingernagel oder Handschuhen, setzt dafür aber die beliebte pinch-to-zoom Geste um. Dabei werden Eingaben auf dem Touchscreen auf Wunsch von einem Ton bzw. durch ein haptisches Feedback in Form einer Vibration begleitet.

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Das LG E900 Optimus 7 bietet mehrere Tastaturmodi in unterschiedlichen Anordnungen an. Neben der üblichen Zehnertastatur im Telefonmodus gibt es auch noch ein QWERTZ-Design im Hoch- oder Querformat mit mehrfach belegten Tasten. Im Vertikalmodus sind die Tasten etwas klein geraten. Dreht man das Smartphone dann ins Querformat, wirken die Tasten deutlich größer und sind so einfacher zu treffen.

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Die Bedienung geht nach kurzer Eingewöhnung in etwa so fix wie auf dem Apple iPhone. Die Texterkennung liefert zuverlässige Ergebnisse. Vielschreiber werden mit der Bildschirmtastatur trotzdem nicht zufrieden sein, die haptische Rückkoppelung ist - im Vergleich zu echten Tasten - traditionell eben trotz der Vibration nicht vergleichbar. Alle Tasten sind mehrfach belegt. Für SMS oder kürzere E-Mails reicht sie vollkommen aus. Umsteiger vom iPhone benötigen zunächst wenig Übung, da man die Tasten mittig treffen muss.

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Über den durch eine Abdeckung geschützten Micro-USB-Anschluss an der rechten Seite des Mobiltelefons synchronisiert man das E900 Optimus 7 mit dem PC und versorgt es mit Strom. Leider muss man dazu eine neue Software installieren, hier kommt Microsoft Zune zum Einsatz. Die Öffnung für handelsübliche Kopfhörer mit 3,5 Millimeter Buchse sowie den Ein-/Ausschalter findet man der Oberseite des E900 Optimus 7. Die Speicherkarte kann man beim Mozart 7 und allen anderen Smartphones mit Windows Phone 7 nicht wechseln, zumindest nicht ohne Verlust der Garantie. Sie befindet sich im Gehäuse. Der Speicher lässt sich also nicht erweitern, mit seinen 16 Gigabyte ist er aber auch nicht gerade klein ausgefallen. Das "Branding" bei Vodafone stört nicht.

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Die beiden Anwendungen von Vodafone können problemlos entfernt werden. Die hinterlegten Netzbetreibereinstellungen kann man hingegen momentan nicht ändern. Der Laut-/Leiseregler befindet sich gut zugänglich auf der linken Seite, der Kameraauslöser ist auf der rechten Seite. So sind auch spontane Schnappschüsse kein Problem.

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Unterhalb des Touchscreens befinden drei - zumindest für Microsoft Phone 7 - typische Tasten. Drückt man die mit dem Windows-Symbol beschriftet Taste, so zeigt sich der Standby-Screen mit seinen zahlreichen Hubs, den kleinen Minianwendungen. Der mit einem Pfeil gekennzeichnete Drücker springt einen Menüpunkt zurück und löscht Eingaben. Das Lupensymbol fungiert als Suchen-Taste. Drückt man diese, so erscheint ein Schnellsuchfeld, dessen Begriffe direkt im Internet über die Microsoft eigene Suchmaschine "Bing" ermittelt werden. Auf die beiden Tasten zur Gesprächssteuerung hat LG verzichtet. Gespräche kann man so leider nur über die virtuelle Tastatur annehmen oder beenden.

Größenvergleich (LG E900 Optimus 7, HTC Desire HD, HTC HD2, HTC Wildfire, HTC 7 Mozart)

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Das LG E900 Optimus 7 ist kleiner als das HTC HD2.

Technik


HTC 7 Mozart LG E900 Optimus 7 HTC HD 7
Display/Auflösung 3,7 Zoll, Super-LCD,4800 x 800 Pixel 3,8 Zoll, transflective TFT, 480 x 800 Pixel 4,3 Zoll, Super-LCD, 480 x 800 Pixel
Prozessor Qualcomm Snapdragon QSD8250 mit 1 Gigahertz Taktfrequenz Qualcomm Snapdragon QSD8650 mit 1 Gigahertz Taktfrequenz Qualcomm Snapdragon QSD8250 mit 1 Gigahertz Taktfrequenz
Grafik unbekannt unbekannt unbekannt
Arbeitsspeicher 576 Megabyte 576 Megabyte 576 Megabyte
integrierter Speicher 8/16 GB 16 GB 16 GB
Speicher erweiterbar microSD-Karten microSD-Karten microSD-Karten
Funkunterstützung WLAN b,g,n / Bluetooth 2.1 EDR / GPS WLAN b,g / Bluetooth 2.1 EDR / GPS WLAN b,g,n / Bluetooth 2.1 EDR / GPS
Kamera 8 MP 5 MP 5 MP
Betriebssystem Microsoft Phone 7 Microsoft Phone 7 Microsoft Phone 7
Multimedia-Unterstützung MP4, WMV MP4, WMV MP4, WMV
Anschlüsse microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker
Maße 119 x 60 x 12 mm, 130 Gramm 125 x 60 x 12 mm, 157 Gramm 122 x 68 x 11 mm, 162 Gramm

Technisch betrachtet ist das E900 Optimus 7 gar nicht so schlecht ausgestattet. Der 3,8-Zoll-Touchscreen löst mit 480 x 800 Pixel auf und kann etwa 16 Millionen Farbkombinationen darstellen. Die Farben kommen recht angenehm und naturgetreu rüber. Der kapazitiv reagierende Bildschirm versteht sich auf pinch-to-zoom Gesten.

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Das Kameraobjektiv bringt Bilder mit knapp 5-Megapixel, auf der Rückseite ist sie mit einer kleinen LED ausgestattet. Videos nimmt die Kamera mit maximal 1280 x 780 Pixel (720p) auf. Neben einem Musikplayer ohne Equalizer bietet das E900 Optimus 7 auch einen Videoplayer und ein FM-Radio. Dank Quad-Band (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den Datendienst HSDPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit dem PC oder Mac nimmt das LG E900 Optimus 7 über Bluetooth, WLAN b/g/n und USB (2.0) auf. Beim E900 Optimus 7 verwendet LG einen Snapdragon-Prozessor von Qualcomm (QSD8650). Die 1 Gigahertz schnelle CPU kann auf 576 Megabyte Arbeitspeicher zurückgreifen.

Lieferumfang

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Zum Lieferumfang des etwa 440 € (Internet) teuren Smartphones gehören ein recht gutes Inear Stereo-Headset, diverse Kurzanleitungen und ein Reiseladegerät mit abnehmbarem USB-/Lade-Datenkabel. Mein Gerät von Vodafone hat bis auf die Voreinstellungen für SMS/MMS/Internet und zwei zusätzlichen (leicht entfernbaren) Anwendungen keinerlei Branding vorzuweisen. Den gesamten Lieferumfang hat LG umweltfreundlich in eine recht kleine Verpackung gequetscht.

Display

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Das helle und kontraststarke Display löst mit 480 x 800 Pixel auf. Alle Texte, Grafiken und Videos sind dabei gut ablesbar und können sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Dank des integrierten Lagesensors dreht sich der Bildschirminhalt nämlich mit. Bei direkter Sonneneinstrahlung büßt das ansonsten gute Display seine Ablesbarkeit aber deutlich ein.

Menü/Bedienung

Mit Windows Phone 7™ hat Microsoft sein recht altbackenes Windows Mobile hinter sich gelassen. Das eine gute Benutzeroberfläche den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Smartphone machen kann, zeigen Apple (iOS) und HTC mit Android und Sense. Die Menüoberfläche des E900 Optimus 7 nutzt die für Windows Phone 7 typischen "Hubs", die wie kleine quadratische Kacheln aussehen. Sie ermöglichen in Echtzeit Zugriff auf nahezu alle Informationen und Inhalte.

Diese Kacheln werden sogar hübsch animiert. Im Fall der Kontaktverwaltung - werden die hinterlegten Bilder der Kontakte sogar in zufälliger Reihenfolge auf der entsprechenden Kachel angezeigt, So hat man eine Übersicht über E-Mails, Bilder, Spiele, Musikstücke und dergleichen mehr. Windows Phone 7 wirkt gleich viel moderner. Microsoft gestattet derlei optische Änderungen nicht, wenn man mal von der Schriftfarbe sowie der Farbe der Kacheln absieht.

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Das eigentliche Hauptmenü versteckt sich hinter einem kleinen Pfeilsymbol auf der rechten Seite der Kacheln (Hubs). Berührt man es, so öffnet sich eine Listenansicht. Das Hauptmenü listet dann alle installierten Anwendungen und Spiele in alphabetischer Reihenfolge auf. Wer allerdings - wie ich - im Laufe der Zeit viele Programme installiert, dem geht durch diese Listenansicht schnell die Übersicht verloren. Will man wieder zurück zu den Hubs, so berührt man einfach den kleinen Pfeil auf der linken Seite.

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Microsoft will zukünftig direkt für die Updates sorgen. Wenn ein Update zur Verfügung steht, wird es auf ALLE Geräte, egal ob Netzbetreiber oder "freie" Version per OTA (Over The Air) auf die Smartphones gepusht. Zum aktuellen Zeitpunkt werden allerdings noch keinen OTA Updates ausgeliefert, da Microsoft nicht möchte, dass die Nutzer bei einem fehlgeschlagenen Update das Smartphone lahmlegen. Momentan werden die Updates also ausschließlich über Zune installiert. Die Netzbetreiber haben allerdings weiterhin die Möglichkeit, Updates für ihr Modell bis zum Abschluss der internen Prüfung zu verhindern. Ob das allerdings in der Praxis erfolgt, ist aufgrund des kaum vorhandenen Brandings unwahrscheinlich.

Multitasking steht bei Windows Phone 7 in der aktuellen Betriebssystemversion leider noch nicht zur Verfügung. Einige Programm, wie beispielsweise das FM-Radio oder der Musikplayer laufen zwar im Hintergrund, mit allen anderen Programmen klappt das allerdings noch nicht. Auch ein systemweites Copy & Paste gibt es momentan noch nicht. Spötter meinen, da hat Microsoft sich wohl das falsche Vorbild (Apple) genommen. Ein Update hat Microsoft aber bereits zu Anfang 2011 in Aussicht gestellt. Ebenfalls nervig - zumindest in meinen Augen - ist die direkte Bindung an die PC-Software Zune. So funktioniert weder der USB-Massenspeichermodus, noch kann man Zugriff auf das Dateisystem bekommen. Auch das kommt einem seltsam bekannt vor (Apple). Auf Wunsch kann man sein Windows Phone im Falle des Verlustes über Zune direkt auf einer Karte anzeigen, den Dieb anrufen, das Smartphone gleich sperren und sogar löschen. Wer also alle Funktionen nutzen möchte, benötigt einen Windows Live-Account, über den auch der Kauf von Spielen/Anwendungen/Musik und anderen Inhalten abgerechnet wird. Die Synchronisation mit dem Handy erfolgt dann sowohl über ein USB-Kabel, als auch über Wlan erfolgen. Die Installation größerer Dateien klappt unterwegs hingegen nur über den PC oder über ein WLAN.

Anwendungen

Die Anzahl der vorinstallierten Programme ist bei der T-Mobile Variante des E900 Optimus 7 recht hoch. So reichen die vorinstallierten Anwendungen problemlos aus, um den täglichen Bedarf abzudecken. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch einen Taschenrechner, eine Uhr mit Weckfunktion und sogar einen Twitter-Klienten.

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Natürlich kann man mit einem Produkt aus dem Hause Microsoft auch die entsprechenden Office Dokumente auf dem E900 Optimus 7 anzeigen.

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Im hauseigenen Market kann man zurzeit etwa 2000 Anwendungen und Spiele herunter laden, dazu gehört auch einen Art Taschenlampenfunktion. Leider ist die Qualität der Programme ziemlich durchwachsen, Spiele kosten im Schnitt etwa 5-6 Euro. LG selber bietet auch einen App Store, dort findet man ein paar, nur für Nutzer des Optimus 7, kostenlose Programme.

Navigation/GPS

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Das E900 Optimus 7 ist mit einem internen (A)GPS-Empfänger ausgestattet. In Verbindung mit dem vorinstallierten Kartendienst von Bing lässt sich mit dem E900 Optimus 7 auch navigieren. Bing ermittelt den aktuellen Standort über den GPS-Empfänger. Danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird dabei direkt über das Internet auf das E900 Optimus 7 übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Navigation ohne Sprachausgabe ist problemlos und relativ einfach möglich. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. Der erste Satfix geht sehr schnell, klappt aber nicht in Gebäuden.

PIM

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In der Kontaktverwaltung werden die Einträge alphabetisch sortiert. Jedem Kontakt kann man ein individuelles Bild zuordnen. Kontaktdetails, wie Festnetz und Mobilnummer, E-Mail und mehr können zu jedem Kontakt hinterlegt werden. Im Telefonbuch findet man das Telefonprotokoll, in dem eingehende und ausgehende Anrufe verzeichnet werden. Spezielle Felder für Geburtstage und Jahrestage sind zwar vorgesehen, werden aber nicht im Kalender angezeigt.

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Der Kalender wurde von Microsoft optisch sehr schlicht gehalten und bietet neben der üblichen Tagesagenda auch eine Monatsansicht. So behält man auf einen Blick die Übersicht über seine Termine. Im Querformat wirkt diese Übersicht noch besser. Eine Wochenansicht sucht man aber vergebens. Insgesamt wirkt der Kalender noch ein wenig rudimentär, kein Vergleich zu einem BlackBerry.

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Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, der wird die Wiederholungsfunktion zu schätzen wissen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe nicht berücksichtigt. In der Monatsübersicht wird die Dauer eines Termins durch einen entsprechend langen Balken dargestellt. Wer seinen Kalender online über Google pflegt, kann auf dem LG E900 Optimus 7 leider nur einen verwalten.

Multimedia

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Der MP3-Player des E900 Optimus 7 ist optisch schlicht, dafür aber gut bedienbar. Zunächst bekommt der Windows Phone 7 Nutzer erst einmal eine Gesamtübersicht zu Gesicht. Dort kann man seine Wunschfunktion auswählen. Zur Auswahl steht dabei nicht nur der Musikplayer, sondern auch der Marketplace zum Kauf von Alben, das FM-Radio, Videos und Podcasts.

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Der Player selber stellt neben dem "Album Art" stellt der Player natürlich auch noch den Tracknamen sowie den Interpret und die nächsten Songs im Album dar. Drei virtuelle Tasten steuern den Player. Im Querformat kann man dank einer CoverFlow-Ansicht durch die Alben blättern. Durch die nahtlose Verknüpfung mit weiteren Onlinediensten kann man sich auch das passende Youtube-Video zum aktuellen Lied anzeigen lassen oder es gleich bei Amazon online erwerben.

Um die bestmögliche Soundqualität des E900 Optimus 7 testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke reicht beim E900 Optimus 7 in meinen Ohren zwar aus, das Ausgangssignal fällt ohne jegliche Klangoptimierung aber gerade im Bassbereich sehr früh ab. Zudem beschneidet der Musikplayer des Optimus 7 auch die Höhen, so ist der iGrado gänzlich unterfordert.

Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem E900 Optimus 7 besser zusammen, kappt zugunsten der Bassbetonung die Höhen aber ebenfalls früh. Die beiden InEars Sennheiser CX300 und Creative Labs EP 630 sind eine gute Alternative zum mitgelieferten Kopfhörer von LG, wobei dieser eigentlich gar nicht so schlecht ist. Grundsätzlich könnte man seine Musik auch über A2DP und AVRCP abspielen. Ein guter Stereo-Bluetooth-Kopfhörer (Motorola S9) würde daher zwar Sinn machen, leider geht das aber stark zu Lasten der Akkulaufzeit. Insgesamt klingt das E900 Optimus 7 ist nicht ansatzweise so gut und bassstark wie ein Nokia 5800 XM oder BeatDJ. Daher würde ich dem Klang nur die Note "ausreichend" erteilen.

Aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - folgende Alben während des Test zu Einsatz:.

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

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iGrado
iGrado
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Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden. Zur Sortierung der Songs dienen Reiter für Interpreten, Alben, Komponisten oder Genres. Durch die begrenzte Multitasking-Unterstützung kann man zumindest den MP3-Player und das FM-Radio auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.

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Das E900 Optimus 7 bietet ein UKW-Radio, angeblich mit RDS. So stehen bei ausreichend Empfang zahlreiche Sender zur Verfügung, die man auch abspeichern kann. Zum Betrieb muss aber zwingend das Headset angeschlossen werden. Das Radio wirkt sehr puristisch. Es stellt eigentlich nur das Frequenzband dar. Den passenden Sender wählt man dann manuell aus, indem man mit dem Finger den Punkt auf dem Band verschiebt. Ein automatischer Sendersuchlauf fehlt nämlich. RDS-Informationen wurden im Test gar nicht eingeblendet.

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Videos und Bilder spielt das E900 Optimus 7 im Querformat ab. Das macht auf dem recht großen Display schon Spaß, sofern einem nicht gerade die Sonne ins Display leuchtet. Videos sollte man aber besser mit dem Kopfhörer genießen. Das schont nicht nur die Nerven des Sitznachbarn, sondern sorgt dank Dolby Mobile auch für guten Sound.

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Leider müssen alle Videos zunächst über Zune auf das Mozart übertragen werden. zudem versteht der Videoplayer sich nur Videos im MP4- und WMV-Kontainer.

Klang

Das E900 Optimus 7 bietet einen recht ordentlich klingenden Lautsprecher. Trotzdem ist der Klang kaum ausreichend, um seinen Arbeitsplatz vernünftig mit Musik zu versorgen, zumindest nicht ohne externen Lautsprecher. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch kein Problem. Während eines Gesprächs werden die Stimmen etwas blechern wieder gegeben, das wurde von mir aber nicht als störend empfunden. Ein Hintergrundrauschen war nicht wahrnehmbar.

Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)

Der E900 Optimus 7 wird mit Quad-Band (GSM 850/900/1800/1900-Netze) und Unterstützung für UMTS samt HSDPA, HSUPA und WLAN ausgeliefert. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt. Flash-Animation und Videos im HTML5-Format werden nicht abgespielt.

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Von der Geschwindigkeit her kann der Browser des E900 Optimus 7 in etwa mit dem iPhone mithalten. Da auch Multi-Touch zum Einsatz kommt, kann man die Webseiten mit Hilfe der bekannten Spreiz-Gesten vergrößern oder eben verkleinern. Im Querformat macht das etwas mehr Laune.

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Surft man auf die mobile Version von YouTube - hierzu gibt es eine eigene Anwendung - so kann man sich auch an den zahllosen Online-Videos erfreuen. Natürlich dreht sich der Browserinhalt automatisch mit dem E900 Optimus 7 mit.

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Wer einen Microsoft Exchange Server nutzt kann die teils kostenlosen Dienste auch auf seinem E900 Optimus 7 weiter in Anspruch nehmen. Wer mag kann seine E-Mails sowohl manuell als auch automatisch in fest vorgegeben Zeiträumen über IMAP oder POP einsammeln.

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Anhänger von Microsoft Outlook werden nur dann Anschluss finden, wenn sie den entsprechenden Web-Dienst nutzen. Ein manueller Abgleich mit Outlook auf dem heimischen PC ist nicht vorgesehen. Microsoft setzt den Einsatz sogenannter Cloud-Dienste, wie Google, Microsoft Live oder dergleichen mehr voraus. Der Sync mit Google klappt dann sehr gut.

Kamera/Video

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Die Kamera des LG E900 Optimus 7 macht Bilder mit einer Auflösung von 5-Megapixel. Eine Fotoleuchte sorgt dafür, dass Motive bis zu einem Abstand von etwa einem Meter ausgeleuchtet werden. Im Vergleich zu anderen Smartphones bietet die Kamerasoftware einige Einstellungsmöglichkeiten sowie eine Automatik.

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Ein nettes Feature ist die Panorama-Funktion. Landschaftsaufnahmen mit bis zu fünf Einzelbildern sind so kein Problem. Dazu macht man ein Bild und bewegt dann die Kamera in Pfeilrichtung. Ein grüner Rahmen signalisiert, ob der gewählte Ausschnitt für die nächste Panoramaaufnahme passt. Dann löst die Kamera automatisch aus. Nach der fünften Aufnahme dauert es einige Sekunden und die Bilder werden zusammengesetzt. Verschiedene Einstellungsmöglichkeiten für Kontrast, Schärfe und Helligkeit geben dem Anwender ein paar Werkzeuge zur Optimierung an die Hand. Die Bildqualität ist ausreichend für schnelle Schnappschüsse oder soziale Netzwerken.

Die Kamera liefert insgesamt befriedigende Ergebnisse, wenn die Beleuchtung stimmt. Weiße Flächen, wie Wolken haben einen deutlichen Rotstich. Die Bilddynamik lässt ebenfalls zu wünschen übrig, Farben werden in der Grundeinstellung aber gut abgebildet. Videos nimmt das E900 Optimus 7 mit 720p (1280x720 Pixel) auf. Die Bildwiederholungsrate ist mit 24 Bildern pro Sekunde in Ordnung, ein Ruckeln ist nicht zu bemerken. Die Fotoqualität fällt bei schlechtem Wetter oder bei Innenaufnahmen ab, dann lässt auch die Bildschärfe zu wünschen übrig. Bei Nacht ist sie noch schlechter. Nahaufnahmen wirken dank des fehlenden Makromodus unscharf.

Akkulaufzeit

Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, eine handvoll Push-Mails, 90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku mit seinen 1500 mAh knapp zwei Arbeitstage durch. Nutz man sein Smartphone als Radio oder Hosentaschenwurlitzer macht der Akku bei abgeschaltetem Display nach knapp 9 Stunden schlapp. Intensivnutzer mit ausgeprägter Telefonitis werden ihr Schmuckstück täglich Tag laden müssen.

Videotest

Fazit

Autor
Microsoft bestimmt die technischen Mindestvorgaben für Smartphones (1 Ghz Prozessor, 8 GB Speicher) mit Windows Phone 7. Der Hersteller kann also nur noch das Feintuning übernehmen. Mit dem Optimus 7 stellen LG und Microsoft zwar ein ziemlich ausgereiftes Handy vor, es hakt aber noch an ein paar Ecken (Übersetzung, fehlendes Copy & Paste, Multitasking). Die Tastenleiste aus Kunststoff kann nicht überzeugen. Die Bedienung ist dank Windows Phone 7 einfach, die Eingewöhnung daher recht kurz. Das Softwareangebot ist noch ziemlich übersichtlich, aber aller Anfang ist bekanntlich schwer. Leider versteht sich der Videoplayer - trotz Angabe auf der Webseite des Herstellers - nicht mit DivX und XviD, lediglich MP4 und WMV sind ihm geläufig. Der Musikplayers klingt mäßig und ist nicht mit dem HTC 7 Mozart vergleichbar. Wer Interesse am Optimus 7 hat, sollte es vorher auf jeden Fall in die Hand nehmen, ich persönlich tendiere eher zu Android. Trotzdem hat Microsoft Phone 7 noch Potential.

 

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