LG BL40 newchocolate


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 12.11.2009 11:26h
Punkte   (8 von 10)
Testbericht LG BL40 newchocolate von mobile-reviews.de
Hersteller:

LG
Bezugsmöglichkeit:

BL 40 newchocolate

Revision: 12.11.2009

Mit dem LG BL40 newchocolate bietet ein Mobiltelefon im recht ungewöhnlichen Design an. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass es ein 4-Zoll großes Display im 21:9 Format. Das löst mit 345 x 800 Pixel auf und kann 16 Mio. Farben darstellen. Das das BL40 newchocolate sogar DivX-Videos abspielen kann, ist es optimal für den mobilen Filmgenuss geeignet und kann durch das Breitbildformat auch Webseiten übersichtlicher darstellen. . Als Benutzeroberfläche kommt wieder die vom LG Arena bekannte S-Class (das S steht dabei für Superior) zum Einsatz. Diese ermöglicht eine relativ problemlose und intuitive Bedienung. Mit seiner 5-Megapixel-Kamera macht das neue LG recht gute Bilder. Eine LED sorgt dabei auch im Dunkeln für Erleuchtung. Über den integrierten TV-Ausgang kann man sich seine Fotos und Videos dann auf dem heimischen Fernseher ansehen, sofern man das passende Videokabel erwirbt. Der Musicplayer sowie das FM-Radio mit RDS bieten einen tollen Sound und ergänzen so Multimediafähigkeiten. Dank UMTS mit HSDPA surft man mit maximal 7,2 Megabit pro Sekunde. Wer keine Datenflat sein Eigen nennt, wird sich über das integrierte WLAN freuen. Wie sich das BL40 newchocolate im Alltag geschlagen hat, können Sie in meinem Testbericht nachlesen.

Design

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Mehr Bilder des BL40 gibt es hier.

Mit seinen Abmessungen von 128 x 51 x 11 mm Millimetern ist es zwar sehr schlank, aber auch unglaublich lang. Optisch macht es zunächst den Eindruck einer hochwertigen Fernbedienung. So kann man es nur schlecht in der Hemdtasche transportieren, zumal es auch knapp 123 Gramm wiegt. Da man sich für ein Display im 21:9 Format entschieden hat, waren andere Proportionen aber auch gar nicht möglich.

Im Gegensatz zum LG Arena besteht das gesamte Gerät vollständig aus Kunststoff. Das ganze Gerät glänzt in schwarzem Kunststoff, der wie Klavierlack aussieht. Das ist natürlich beabsichtigt, schließlich stammt das BL40 aus der Black Label Serie. Die gesamte Vorderseite wird vom 4-Zoll großen Touchscreen mit seiner spiegelnden Oberfläche eingenommen während die Rückseite nur aus dem Akkudeckel besteht. Aufgrund des verwendeten Materials ist das BL40 leider ein Fettfingermagnet erster Güte. Man ertappt sich dauernd dabei, sein Schmuckstück putzen zu wollen.

Haptik/Verarbeitung

Echte Tasten sucht man auf der Vorderseite vergebens. Diese wurden kurzerhand "virtualisiert". Gespräche kann man folglich nur über einen Druck auf den entsprechenden Button auf dem Touchscreen annehmen. Offene Anwendungen kann werden durch Druck auf ein Symbol mit zwei übereinanderliegenden Fenstern zum Vorschein gebracht. Während der Druck auf ein würfelartiges Symbol zum Start der S-Class Oberfläche führt. Eine würfelartige Animation gibt dann den Blick auf die vier Seiten des Würfels frei. Das rückseitig angebrachte Objektiv der 5-Megapixel-Kamera ist relativ gut vor Kratzern geschützt. Die Verarbeitung des BL40 newchocolate ist hervorragend. Der Touchscreen reagiert zwar nicht immer zügig auf Eingaben, kann aber problemlos mit den Fingern bedient werden und zwar am liebsten im Querformat. Wie bei LG üblich, werden Eingaben mit einer leichten Vibration und einem abschaltbaren Ton bestätigt. Mangels echter Tastatur ist man auf das virtuelle Pendant mit T9-Texterkennung angewiesen.

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Alle Eingaben können natürlich auch bequemer im Querformat erledigt werden. Dann erfreut eine virtuelle Tastatur im QWERT-Design das Auge. Bei Kommunikationsfreaks kommt trotzdem keine rechte Freude auf. Die virtuellen Tasten sind zwar recht groß und für Gelegenheitsschreiber noch ausreichend, können aber eine echte QWERTZ-Tastatur nicht ersetzen. Das liegt in erster Linie daran, dass die Buchstaben nicht so schnell eingeloggt werden, wie man schreiben kann. Zudem "verliert" das BL40 ab und an einen Buchstaben, darüber kann auch die Texterkennungshilfe T9 nicht hinwegtrösten. Sonderzeichen wurden dankenswerterweise in eine zweite Ebene gelegt, die man über die Taste "123" erreichen kann. Umlaute sind über eigene Tasten erreichbar.

BL40

So braucht man sich nur selten darüber Gedanken machen, wie man ein Zeichen über eine Mehrfachtaste erreichen kann. Beschäftigen wir uns nun kurz mit den Bedienelementen. Da das BL40 newchocolate über den Touchscreen bedient wird, hat LG alle zusätzlichen Schalter und Knöpfe auf die beiden Seiten des Gerätes verbannt.

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Auf der rechten Seite findet man die zwei Lautstärkereglern und den Kameraauslöser. Auf der linken Seite haben die Designer einen speziellen Drücker zum Start des Musicplayers vorgesehen.

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An der Oberseite befindet sich der kleine Ein-/Ausschalter, der auch den Touchscreen des BL40 entsperrt. Auf die hauseigene Lade-/Daten-/Kopfhörerbuchse haben die Techniker beim BL40 erfreulicherweise verzichtet. So kann man an der Oberseite auch Kopfhörer mit der handelsüblichen, 3.5 mm Klinkenbuchse anschließen. Die mitgelieferten Kopfhörer mit integriertem Mikrofon sind klangseitig nicht unbedingt eine Offenbarung. Auf der linken Gehäuseseite befindet sich eine "normale" microUSB-Buchse zum Anschluss des Ladegerätes bzw. Datenkabels. Der besagte Anschluss wurde auf die obere, rechte Seite des BL40 newchocolate verbannt. Er wird durch einen praktischen Klappverschluss gegen Staub und Schmutz geschützt. Der Einschub für die microSD-Speicherkarte befindet sich leider unterm Akkudeckel.

Größenvergleich (BlackBerry 8520, LG GM750, iPhone 3GS)

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Im Vergleich zu den o.a. Geräten wirkt das BL40 schon sehr lang.

Technik

Die Ausstattungsliste des BL40 newchocolate ist ziemlich beeindruckend. Der 4-Zoll große, kapazitive Touchscreen mit einer Auflösung von 345 x 800 Pixel wird durch eine Scheibe aus Echtglas geschützt löst extrem fein auf. Die 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus, Digitalzoom kann ebenfalls überzeugen, schwächelt aber bei Innenaufnahmen. Der Einschub für microSD-Speicherkarten sorgt für fast unbegrenzten Speicherplatz. Neben dem obligatorischen Musicplayer hat auch ein FM-Radio mit RDS-Funktion Platz gefunden. Der Videoplayer ist in der Lage auch DivX/XViD Videos abzuspielen. Als Quadband-Gerät (GSM 850/900/GSM 1800/GSM 1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit anderen Mobiltelefonen oder PC nimmt es über Bluetooth 2.1 und USB 2.0 auf.

Die Firmwareversion meines Testgerätes lautete V10a.

Lieferumfang

In der recht zweckmäßigen, sehr kleinen Verpackung findet man ein mittelmäßiges Stereo-Headset samt Adapter mit eingebautem Mikrofon. Eine CD mit der LG Suite, Bedienungsanleitungen, ein Reiseladegerät und ein USB-Datenkabel vervollständigen den Lieferumfang. Eine Speicherkarte gehört hingegen nicht dazu. Der Lieferumfang entspricht somit eher dem heutigen Standard und kann nur als "befriedigend" bezeichnet werden. Ein Videokabel wurde auch nicht beigefügt, obwohl das BL40 newchocolate über einen TV-Ausgang verfügt.

Display

Das 4-Zoll-LCD stellt Grafiken und Videos in der recht hohen Auflösung von 345 x 800 Pixel bei 16 Mio. Farben dar, bevorzugt im Quermodus. Der Screen ist berührungsempfindlich und reagiert kapazitiv auf Eingaben. Trotz der sehr hohen Bildschirmauflösung sind die Menüicons ausreichend groß ausgefallen.

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Dreht man das BL40 newchocolate in den Quermodus, so dreht sich der Bildschirminhalt in einer würfelartigen Animation mit. Dann bekommt man alle 32 Icons auf einen Blick zu Gesicht. Der Schlag mag den einen oder anderen dann wörtlich treffen, denn die Icons fallen im Quermodus kleiner aus. Beim BL 40 hat man sie aber kategorisiert und in entsprechende Pakete aufgeteilt. So findet man die vier Hauptgruppen "Kommunikation", "Unterhaltung", "Zubehör", "Einstellungen". Das schafft zwar mehr Überblick, ist aber dennoch recht gewöhnungsbedürftig. Das Display ist sehr hell, sofern man die automatische Regelung abschaltet. Im Energiesparmodus wird das Display leicht gedimmt, zur Freude des eingebauten Akkus. Sämtliche Icons sind in zwei Versionen verfügbar, bunt und eckig oder eher auf sachlich getrimmt.

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S-Class Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche hat sich im Vergleich zum LG Arena nicht wirklich verändert. Auf den ersten Blick wird man bei den Animationen der S-Class Benutzeroberfläche wohl unweigerlich an das erste "TouchFlo" der Windows Mobile Smartphones von HTC denken. Sämtliche Übergänge werden mit würfelartigen Animationen begleitet. Uhrzeiten und Zahlen werden hingegen ähnlich wie beim iPhone in die richtige Position gerollt. LG hat sich neben den "Anleihen" aber auch eigene Gedanken zu einer intuitiveren Bedienung gemacht und orientiert sich da an der Realität, sprich den jeweiligen Gebrauchsgegenständen. So stellt man den Wecker, indem man einfach an den Zeigern dreht. Kameraoptionen werden über ein virtuelles Drehrad ausgewählt. Kontakte und Multimediainhalte kann man auf dem Bildschirm in einer Art Filmrolle platzieren. Wem das nicht gefällt, der kann sie aber auch in einer rasterartigen Ansicht umordnen lassen. Von den acht Icons je Reihe kann man im Vertikalmodus leider nur drei gleichzeitig sehen. Die anderen erreicht man durch horizontales scrollen. Alle Icons sind ausreichend groß und meist selbsterklärend. So erhält man schnell Zugriff auf Funktionen, wie Anruferverwaltung, Telefonbuch, Musicplayer, Kamera, Mediengalerie und Co.

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Das BL40 newchocolate bietet vier unterschiedliche Homescreen, die sich sowohl inhaltlich, als auch farblich unterscheiden lassen. Der erste Bildschirm bietet den Zugriff auf die für den Nutzer wichtigsten Funktionen und Programme durch die von vielen geliebten Widgets. Wer ein Widget installieren will, muss hierzu nur das Icon mit der gewünschten Anwendung per "drag & drop" auf den Bildschirm ziehen. Man startet es durch simples berühren. Dabei kann man auch mehrere Widgets gleichzeitig auf den Screen ablegen. Wer mehr als eine handvoll solcher Hilfprogramme installiert, wird aber mit Unübersichtlichkeit abgestraft. Neben einer Kalenderübersicht mit Termindetails, steht zum Beispiel noch eine Fernsteuerung für das integrierte Radio bzw. MP3-Player oder eine Übersicht der aktuellen Nachrichten sowie eine Notizfunktion, ein Wecker, eine Uhr und dergleichen mehr zur Auswahl. Die Widgets bieten dabei aber nicht den vollen Funktionsumfang. So kann ich über das Kalender-Widget nur sehen das ich einen Termin habe, aber nicht welcher Art. Erst der Start der Hauptanwendung bringt dann die nötige Klarheit. Das geht dann aber direkt über das Widget.

Der zweite Bildschirm übernimmt die Verwaltung der Lieblingskontakte. Hier kann man sich seine oft genutzten Ansprechpartner übersichtlich in der bereits erwähnten Filmrolle (Reels) anordnen und mit Bildern versehen. Der dritte Bildschirm ermöglicht die Ablage seiner Lieblings-Webseiten. Der vierte und letzte Homescreen ergänzt diese Funktion um oft genutzte Programme. Die S-Class Oberfläche stellt damit einen Schritt in die richtige Richtung dar. Gut kopiert ist halt oft besser als schlecht selbst entwickelt. Ein wenig mehr "Details" wären allerdings nicht schlecht. Warum muss ich über die Widgets erst das entsprechende Programm starten? Welches Nutzen bringt mir das dann?! Optisch ist die S-Class jedenfalls eine würdige "S-Klasse". Meine Note lautet daher "gut".

PIM

Natürlich bietet auch das BL40 newchocolate einen Personal Information Manager, kurz PIM. So lassen sich Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen recht passabel verwalten. Ergänzt wird dieser durch einen Taschenrechner, Umrechner, Weltzeituhr, Stoppuhr und eine nur vom Speicherplatz limitierte Sprachaufzeichnungsfunktion.

Das BL40 newchocolate bietet vier veränderbare Profile (Normal, Lautlos, Outdoor, Flugmodus). Zudem kann man sich auch eigene Varianten erstellen. Das BL40 signalisiert Anrufe auf Wunsch sowohl durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber eben nur durch einen frei wählbaren Klingelton. Die Systemsounds (Benachrichtigungstöne, Wecker und Co.) sind ebenfalls änderbar. Die Profile sind sogar zeitlich eingrenzbar. Auf Wunsch signalisisert das BL40 newchocolate während wichtiger Besprechungen Anrufe und Co nur durch Vibration oder eben ohne jegliches Geräusch.

Der integrierte Wecker kann verschiedene bzw. wiederkehrende Ereignisse samt Notiz speichern. Der Wecker sieht optisch dabei ziemlich eindrucksvoll an.

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Die Kontaktdatenbank kann maximal 1000 Einträge aufnehmen. Neben den üblichen Informationen, wie Name und Vorname, können zu einem Kontakt auch Notizen hinterlegt werden. Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als Grossbild angezeigt.

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Alle Kontakte lassen sich durch Eingabe von Buchstaben durchsuchen. Das BL40 newchocolate unterscheidet zwischen SIM-Kontakten und Telefon-Kontakten. Die vorhandenen Einträge können dann in Gruppen eingeteilt werden, so erhält man gerade bei vielen Kontakten einen besseren Überblick. Die vorhandenen Kontaktfeldern kann man mit zahlreichen Informationsdetails füllen (unterschiedliche Rufnummer, E-Mail, Anruferbild, Rufton, diverse Adressen, etc.). Selbst an zwei Felder für Geburtstage und Jahrestage wurde gedacht. Diese werden dann sogar auf Wunsch im Kalender angezeigt! Natürlich kann ich meinen Lieblingskontakten auch spezielle Klingeltöne zuweisen.

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Der integrierte Kalender speichert bis zu 500 Termine und bietet neben einer Tages- auch noch eine Wochen- und Monatsansicht. Die gerade aktuellen Termine, Jahrestage und Geburtstage hat man auf einem Blick im Auge. Hierzu wird am unteren Bildschirmrand ein kleines Feld eingeblendet.

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Selbst wiederkehrende Termine mit einer kleinen Notiz sind möglich. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe aber nicht angemahnt. Hier nimmt einem auch das BL40 newchocolate nicht die Arbeit ab. In der Wochenübersicht werden die Termine durch einen grünen Balken visualisiert. Einzelne Tage lassen sich als Feiertage kennzeichnen und werden dann entsprechend farblich markiert. Natürlich kann man mit dem BL40 auch Aufgaben verwalten. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt. Zudem kann das BL40 newchocolate nicht mehr als 150 Aufgaben sowie 100 Notizen verwalten. Aufgrund des großen Displays macht die Queransicht einen sehr guten Eindruck, so werden die Informationen noch übersichtlicher dargestellt.

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Verbrauchte Zeichen einer SMS zeigt das BL40 newchocolate nur dann an, wenn man kurz vor der 160-Zeichen-Grenze angekommen ist, das mag für den ein oder anderen zunächst irritierend sein.

Spiele

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Ab Werk hat das BL40 mehrere recht nett animierte Spiele anzubieten. Vom Autorennen, über ein Angelspiel, einigen Geschicklichkeitssspielen bis hin zu einem rudimentären Digitalpiano und Schlagzeug ist alles vertreten. Vorinstalliert findet man die Spiele Racing Time 2, Dual Mathc, Music World, Hidden Catch Wide, Real Motion Fishing, Bubble Breeze und Musical Instruments.

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Music/Unterhaltung

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Der Musicplayer macht optisch einen guten Eindruck. Je nach Ausrichtung werden die Albengrafiken an einer anderen Position dargestellt. Die virtuellen Tasten für die Player-Steuerung sowie Repeat- und Shufflefunktion befinden sich meist am unteren Bildschirmrand.

BL40

Der Player klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset schon überzeugend. Mit einem höherwertigen Kopfhörer kann man den Klang dann durchaus auf ein gutes Niveau bringen. Da dem Headset des BL40 newchocolate mit seinem 3.5 mm Klinkenbuchsenadapter auch ein eingebautes Mikrofon zur Verfügung steht, kann man auch gleichzeitig telefonieren. Wer das recht ausgewogene Headset nicht mag (so wie ich), der kann auch höherwertige Pendants aus dem High-End Bereich anschließen.

Um die maximale Soundqualität des BL40 testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke des BL40 newchocolate reicht zwar aus, das Ausgangssignal des BL40 newchocolate fällt aber gerade im Bassbereich recht früh ab, die Höhen sind zudem recht beschnitten, sodass der iGrado besser zuhause bleibt

Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem BL40 schon deutlich besser zusammen, kappt die Höhen aber noch früher. Der Sennheiser CX300 ist für einen InEar eine gute Alternative, betont aber den Bassbereich in meinen Ohren noch nicht ausreichend genug. Hier kann wieder einmal den Creative Labs EP 630 punkten. So liefert auch das BL40 newchocolate genügend Bass. Leider auch hier zu Lasten der Höhen, die Mitten werden in die Breite gezogen. Durch das passende Equalizer-Preset kann man dieses Manko aber gut ausgleichen. Die Auswahl ist schliesslich riesig. Bei Einstellungen, wie Acoustic, Bass Boost, Classic, Klar, Comfort, Dance, Tief, Electronic, Hip-Hop, Jazz, Latin, Live, Klavier, Pop, Bypass, R&B, Rock, Höhen, Xtra Bass, Vocal dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Grundsätzlich unterstützt das BL40 newchocolate auch A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben. Insgesamt tönt das BL40 newchocolate nicht so klar und bassstark wie z. B. beim Nokia 5800 XM oder Samsung BeatDJ.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Interpreten, Alben, Genres).

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Durch die Multitasking-Unterstützung kann man seine Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die Wiederfunktion in einer Endlosschleife genießen. Da der Player beim Beenden die zuletzt abgespielte Position vergisst, sollte man den Player nur pausieren.

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Das integrierte Radio wartet mit einem virtuellen Tuningrad auf und speichert zahlreiche Radiosender. Wer mag, kann es im Hintergrund weiter dudeln lassen. Der Klang des Radios geht jedenfalls voll in Ordnung, auch die maximale Lautstärke gibt keinen Anlass zur Klage. Durch die RDS-Unterstützung kann man sogar Senderinformationen, wie Interpret und Songtitel abrufen. Das Kopfhörerkabel dient dabei immer als Antenne, ohne Kabel kein Radio.

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Der Media Player ist optisch und technisch guter Standard. Dabei werden die abgespeicherten Videos auch im Vollbildmodus dargestellt, auf Wunsch sogar im Querformat. Das macht auf dem 4-Zoll-Display wirklich richtig Spaß. Das BL40 newchocolate kann Videos mit einer Größe von 345 x 800 Pixel abspielen, sofern man sie vorher ins MP4-Format konvertiert hat. Aber selbst Videos im DivX/XViD-Format spielt der Player fast ohne Murren ab. Über den integrierten TV-Ausgang kann man die Videos sogar auf dem heimischen Fernseher betrachten, das dafür notwenige Videokabel gehört allerdings nicht zum Lieferumfang.

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Im Galeriemodus werden die Bilder im Querformat in der vom iPhone bekannten Coverflow-Oktik dargestellt. Die neusten Bilder liegen dann immer über den anderen. Durch flicken nach links und rechts kann ich ein Bild auswählen und dann durch spreizen von Daumen und Zeigefinger vergrößern.

Klang/Gesprächsqualität/Empfangsleistung

Obwohl das BL40 newchocolate nur über einen Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke des Musicplayers voll ausreichend, um den Arbeitsplatz (sofern dieser nicht gerade auf einer Baustelle liegt) mit Musik zu beschallen. Auch die Klangqualität spricht dafür. In Verbindung mit einem kleinen externen Lautsprecher kann man sein BL40 so in einen kleinen Musik- und Radioplayer umfunktionieren. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind kein Problem. Die Verständigung zwischen den Gesprächspartner wird als nahezu "glasklar" empfunden, deutlich besser als beim Nokia 5800 XM. Sie reicht schon fast an die Qualität der Modelle von Motorola heran. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind Geschmackssache. Insgesamt bewerte ich den Gesprächsklang des Gerätes mit "gut".

Connectivity

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Das BL40 newchocolate verfügt zwar über einen vollwertigen Webbrowser und theoretisch kann man dank UMTS / HSDPA auch in angenehmer Geschwindigkeit surfen. Leider werden Webseiten aber deutlich langsamer aufgebaut als beim Klassenprimus iPhone. Während des Nachladens bestimmter Teile einer Webseite sieht man allzu oft ein Karomuster als Platzhalter.

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Immerhin stellt der Browser des BL40 newchocolate die Webseite auch wie wie auf dem PC gewohnt dar. Einen Textlink zu treffen, ist aufgrund der Gesamtansicht auf dem recht großen Bildschirm kein Problem. .Der Browser des BL40 newchocolate ist in der Lage, Webseiten mit Flash(lite)-Elementen darzustellen. Wer es nicht glaubt, sollte mit seinem BL40 newchocolate mal diese Webseite ansurfen. Die normale YouTube-Seite bleibt dem LG aber verwehrt, so weit reicht die Flash-Unterstützung dann doch nicht.

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Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. Für eine große Anzahl an E-Mails bzw. Anhänge (nicht mehr als 2 MB) ist das BL40 aber nicht geeignet. Eine Hilfe beim Einrichten von Postfächern erhält man nicht, die Zugangsdaten muss man "von Hand" eingeben. HTML-Mails oder Anhänge, wie PDF und Co. stellt das E-Mail-Programm dar. Realisiert wird das dann über den integrierten Picsel-Viewer, der auch für die Wiedergabe von Office-Dokumenten zuständig ist. HTML-Links kann man dann allerdings - warum auch immer - nicht folgen. Zum Surfen und E-Mailen ist das BL40 newchocolate somit nur bedingt nutzbar. Mit eingelegter Speicherkarte wird das BL40 newchocolate als Massenspeichergerät erkannt. Drei Megabyte Daten wandern in knapp 3 Sekunden vom PC zum BL40. Wer mag, kann seine Kontakte, Musiken, Grafiken und Dateien auch über die LG Suite synchronisieren.

Kamera/Video

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LG greift beim BL40 newchocolate nicht auf ein Objektiv der Firma "Schneider Kreuznach" zurück. Allzu hohe Erwartungen an die Qualität der Bilder von Handy-Kameras sollte man aber sowieso nicht stellen. Gerade bei Innenaufnahmen fehlt den Objektiven oft die nötige Lichtstärke größere Objektive. Die Kamera des BL40 newchocolate erreicht mit ihren 5-Megapixel aber durchaus die Qualität entsprechender Konkurrenzmodelle. Zwischen Video- und Kameramodus wechselt man nun über einen kleinen Schieber, ähnlich wie beim iPhone 3GS. Beim BL40 newchocolate nutzt man das komplette 4-Zoll-Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus gehalten. Die Kamera bietet keine Motivprogramme, dafür kann man die Bildauflösung zwischen 2560 x 1920 (5 Megapixel), 2048 x 1536 Pixel (3 MP), 1600 x 1200 Pixel (2 MP), 1280 x 960 Pixel (1 MP), 640 x 480 Pixel, 320 x 240 Pixel, MMS und einer Größe für Kontaktbilder variieren.

Die Qualität der Bilder lässt sich auf Superfein, Fein und Normal einstellen. Immerhin ist die LED in der Lage, Objekte bis etwa 2 Meter Entfernung aus dem Dunkeln zu holen. Bei Aufnahmen mit schlechtem Umgebungslicht löst sich das Motiv hingegen schnell in Artefakte auf. Bilder wirken "körnig" und verwaschen. Natürlich hat die Kamera des BL40 newchocolate auch einen Selbstauslöser (3/5/10 Sekunden Verzögerung). Der Autofokus reagiert sehr schnell. Für schnelle Schnappschüsse taugt die Kamera nicht, denn der Start dauert gut und gerne 2 Sekunden. An Aufnahmemodi steht neben einem Nachtmodus noch eine Serienaufnahme zur Auswahl. Farbeffekte, wie Schwarzweiß, Negativ und Sepia peppen langweilige Bilder auf und unterschiedliche Programme für den Weißabgleich helfen überwiegend bei Aufnahmen in Innenräumen.

Die Bilder weisen eine relativ hohe Farbtreue auf. Die Belichtung des Fotos wird - wie bei fast allen Kameras - von der Ausleuchtung in der Suchermitte abhängig gemacht. Sehr helle Bereich, wie z.B. der Himmel werden dann zu stark belichtet. Bei grauem Himmel gibt es einen leichten Rotstich. Insgesamt kann die Qualität der Bilder der 5-Megapixel-Kamera bei Außenaufnahmen aber nicht ganz überzeugen. Videos nimmt das BL40 newchocolate mit einer maximalen Auflösung von 640 x 480 Pixel auf. Insgesamt würde ich die Kameraleistung durchaus mit einem "befriedigend+" bewerten.

Akkulaufzeit

Die Akkuleistung des BL40 newchocolate geht unter Berücksichtigung des sehr leuchtstarken und recht großen Displays in Ordnung. Der mitgelieferte 1000 mAh Akku ist zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, kann bei normaler Nutzung (10 Minuten telefonieren, ein paar SMS und E-Mails, 90 Minuten MP3 am Tag, ein paar Fotos und Videos) aber knapp 2 Tagen durchhalten. Bei Quasselstrippen hält der Akku des BL40 knapp 5 Stunden im GSM-Netz und etwa 4 Stunden im UMTS-Netz. Intensivnutzer werden den Akku ihres Schmuckstücks also täglich betanken müssen.

Videotestbericht

Fazit

Autor

Beim BL40 newchocolate legt LG den Focus ganz klar auf die Funktion als mobiles Kino. Das 4-Zoll Display macht dabei einen guten Eindruck, gleichwohl die Bedienung im Vertikalmodus etwas unter der geringen Breite leidet. Die S-Class kann dadurch ihre Stärken nicht ganz ausspielen. Leider kann man das Betriebssystem nur schlecht mit Programmen von Drittanbietern zu erweitern. Die Bedienung über den kapazitiven 4-Zoll-Touchscreen geht zwar flott von der Hand und die Animationen sind schön anzusehen, leider bremst das BL40 immer wieder ab und macht so einen etwas trägen Eindruck. Der klanglich überzeugende Musicplayer mit seiner etwas umständlichen Bedienung und gerade der Videoplayer entschädigen aber wieder. Die PIM-Funktionen des BL40 newchocolate sind ausreichend, aber sicher keine erwähnenswerte Stärke des BL40. Beim Internetbrowser bekleckert sich das newchocolate trotz der HSDPA und WLAN-Unterstützung ebenfalls nicht mit Ruhm, es reagiert dafür einfach zu träge. Für Fans des mobilen Kinofeelings ist das BL40 sicher eine Überlegung wert, als Alltagshandy taugt es kaum.

Renoir





  

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