LG KB770 "Tv to Go"

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 02.02.2009
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Testbericht LG KB770 "Tv to Go" von mobile-reviews.de

Hersteller:

LG

Modell:

KB770

Bezugsmöglichkeit:

KB770

Bilder:

KB770
Kamerabilder

Revision: 01.02.2009

Der Trend geht eindeutig weg vom "nur telefonieren können", hin zur mobilem Multimediamaschine. Soviel ist klar, wenn man sich die aktuellen Produkte von LG so ansieht. Das LG KB770 ist die Weiterentwicklung des HB620T und bietet ebenfalls mobilen Fernsehkomfort über das kostenlose, leider nicht überall verfügbare, DVB-T. Schnelle Datenverbindungen sind dank UMTS mit HSDPA kein Problem, surft man doch mit maximal 7,2 Megabit pro Sekunde. Der 3-Zoll-WQVGA Touchscreen stellt 240 x 400 Pixel dar und eignet sich so ausgezeichnet für den mobilen TV- und Videogenuss. Die 3-Megapixel-Kamera hingegen ist bestenfalls Mittelmaß. Als Betriebssystem des knapp 105 x 54 x 17 mm kleinen Mobiltelefons kommt erneut eine Eigenentwicklung zum Tragen. Die Multi-Tasking-Fähigkeit erlaubt es, mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen zu lassen. Ob sich das KB770 besser als Mini-TV eignet als sein Vorgänger und wie sich der DVB-T-Empfänger hier im etwas unterversorgten Münsterland geschlagen hat, können Sie im folgenden Testbericht nachlesen.

Design/Haptik/Verarbeitung

New Prada
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Die Abmessungen des KB770 von 108 x 54 x 13 Millimetern ist es z. B. deutlich flacher als das LG Prada 2. Kein Wunder, verfügt es ja auch nicht über die seitlich ausziehbare Tastatur. So macht das KB770 einen recht schlanken Eindruck und das Gewicht von nur 109 g macht sicht in der Hemdtasche auch nicht übermäßig bemerkbar. Ok, eine Tafel Schokolade ist zwar leichter, dafür kann man damit auch nicht Fernsehen und darf sich nach deren Genuss auch noch knapp 40 Minuten sportlich betätigen, sonst fallen die 109 g zusätzliches Gewicht des KB770 demnächst nicht mehr auf. :-)

Auf den ersten Blick hat die Gehäuseform gewisse Ähnlichkeiten mit dem LG Prada bzw. LG KS20. Ecken und Kanten sucht man auch hier vergebens. Die Vorderseite des KB770 besteht überwiegend aus schwarzen, hochglänzenden Kunststoff. Die Rückseite hingegen wurde mit einer gummiartigen Beschichtung versehen, so liegt das KB770 sehr gut in der Hand. Die Displayabdeckung des vorderseitig angebrachten, 3-Zoll großen Touchscreen ist naturgemäß aber auch ein guter Fettmagnet.

Unterhalb des Displays schmeicheln sich drei - in einer Kunstoffleiste eingearbeitete - Tasten. Zwei dienen der Gesprächssteuerung, eine fungiert als Multitaskingtaste, die beim betätigen alle offenen Anwendungen anzeigt. Das rückseitig angebrachte "Objektiv" der 3-Megapixel-Kamera wird nicht vor Kratzern geschützt. Die Verarbeitung des Gerätes ist gut. Der Touchscreen reagiert relativ zügig auf Eingaben. Man kann ihn problemlos mit den Fingern bedienen. Ohne den kapazitiven Touchscreen eines Apple iPhones reagiert er auch auf Eingaben per Fingernägel und kann mit Handschuhen bedient werden. Wie bei LG üblich, werden Eingaben mit einer leichten Vibration und einem abschaltbaren Ton bestätigt. Mangels echter Tastatur ist man auf die virtuelle Version in verschiedenen Designs angewiesen. Sogar eine Handschriftenerkennung ist mit dabei.

KB770

So kann man beim beim KB770 alle Eingaben aber auch bequem Querformat tätigen. Bei Kommunikationsfreaks kommt trotzdem keine rechte Freude auf. Die virtuellen Tasten sind zwar ausreichend groß und für Gelegenheitsschreiber ausreichend, können aber eine echte QWERTZ-Tastatur nicht ersetzen. Eingaben vervollständigt das KB770 auf Wunsch mit der Hilfe von T9.

KB770

Kommen wir zu den Bedienelementen. Alle notwendigen Schalter und Knöpfe wurden diesmal auf die rechte Seite des KB770 verbannt.

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Dort findet man zwei Lautstärkereglern in trauter Einigkeit mit dem Drücker zur Tastensperre sowie dem Kameraauslöser. An der Oberseite, unter einer eher störrischen Abdeckung, findet man die kombinierte Lade-/Kopfhörerbuchse mit LGs eigenem Standard. Der Schacht für die microSD-Speicherkarte befindet sich unter dem Akku.

Größenvergleich (KB770 - LG KB770)

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Technik

Die anderen Features des KB770 wirken - abgesehen vom DVB-T Empfänger - recht spartanisch. Ein 3-Zoll großer Touchscreen mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel, eine 3-Megapixel-Kamera mit Autofokus und Digitalzoom, knapp 50 MB internen Speicher und ein Slot für microSD Speicherkarten sind schon alles. Ein Musicplayer darf natürlich auch nicht fehlen, Radio gibt es hingegen nur über DVB-T. KB770 ist nicht in der Lage, DivX Videos abzuspielen. Als Triband-Gerät (GSM 900/GSM 1800/GSM 1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es fast überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit anderen Mobiltelefonen oder PC nimmt es über Bluetooth 2.0 und USB 2.0 auf.

Lieferumfang

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In der vom Vorgänger bekannten Verpackung des mit 399 € (UVP) ausgezeichneten Mini-TV, findet man ein mässiges Stereo-Headset ohne Adapter für 3.5 mm Kopfhörer, eine CD mit Software, eine Bedienungsanleitung, ein Reiseladegerät und ein USB-Datenkabel. Eine Speicherkarte suicht man vergebens. Ich frage mich langsam, ob die Hersteller von Mobiltelefonen eine Aversie dagegen entwickelt haben. Eine 2 GB microSD kostet dorch nun wirklich nicht die Welt.

Display

Das 3-Zoll-Display ist kein Unbekannter, wird es doch auch in anderen Modellen eingesetzt. Grafiken und Videos werden mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel bei 262.144 möglichen Farbkombinationen dargestellt. Der Screen ist berührungsempfindlich und das ist auch gut so, denn das KB770 wird ausschließlich über den 3-Zoll großen Touchscreen gesteuert. Die Menüicons sind ausreichend groß gestaltet, um das KB770 bequem mit einem Finger bedienen zu können und fast fotorealistisch gestaltet. Das Display ist zwar nicht ganz so hell, wie man es von aktuellen Geräten der Firma Nokia gewohnt ist (oder vom Apple iPhone). Die Helligkeit ist aber dennoch ausreichend. Im Energiesparmodus wird das Display leicht gedimmt, zur Freude des eingebauten Akkus. Dieser kann dann nämlich deutlich länger sein Werk als Stromquelle verrichten. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden.

Menü/Funktionen

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LG setzt auch beim KB770 seine "Standardoberfläche" sein. Hat man erst einmal das Icon mit den vier Punkten entdeckt und berührt, erscheint das normale Menü mit seinen 32 Menüpunkten. Die hat LG der Übersichtlichkeit halber in vier Reitern (ähnlich wie bei einem Filofax) angeordnet. Vier verschiedene Bereiche (Telefon, Medien, Office, Einstellungen) markieren die Arbeitsbereiche. Durch simples drücken eines Menüpunktes oder eines Reiters wechselt das LG KB770 zielsicher zum gewünschten Punkt. Diese Icons sind sehr groß und selbsterklärend. So erhält man Zugriff auf Funktionen, wie Anruferverwaltung, Telefonbuch, Musicplayer, Kamera, Mediengalerie und so manches mehr.

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Der Startbildschirm des KB770 ist wieder mit sogenannten Widgets aufrüstbar. Hervorzaubern lassen sich unter anderen zwei Uhren (Weltzeit/Analog), eine Notizfunktion sowie der Kalender. Mit Hilfe der Widgets hat man die wichtigsten Funktionen und Informationen direkt im Griff.

Einfach das Icon mit der gewünschten Anwendung per drag & drop auf den Bildschirm ziehen, berühren und schwups geht es los. Dabei kann man mehrere Widgets auf den Screen ziehen und an jeder beliebigen Stelle ablegen. Das wird dann aber schnell unübersichtlich. Mehrere Bildschirme neben einander, wie beim Apple iPhone - nutzt das KB770 nämlich nicht.

Legt man eine SIM-Karte von T-Mobile ein, wird das Gerät automatisch gebrandet. Das bedeutet, dass das Menü mit magentafarbenen Icons und Zusatzfunktionen verziert wird. Auch das Hintergrundbild ändert sich. Auch bei einer O2-Sim wird man mit einem geänderten Hintergrundbild begrüßt.

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PIM

Auch das LG KB770 bietet einen rudimentären Personal Information Manager, kurz PIM. Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen verwaltet man so halbwegs komfortabel. Taschenrechner, Umrechner, Weltzeituhr, Stoppuhr und eine Sprachaufzeichnung ergänzen die Ausstattung.

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Es gibt vier veränderbare Profile, zudem kann man sich auch drei eigene erstellen. Das KB770 signalisiert Anrufe dabei sowohl nur durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber nur durch Klingeln. Jede denkbare Kombination ist möglich. Die Systemsounds (Benachrichtigungstöne, Wecker und Co.) sind änderbar. Zeitlich kann man seine Profile allerdings nicht eingrenzen, so klingelt das KB770 auch innerhalb von Besprechungen fröhlich vor sich hin, sofern man es vorher nicht manuell zum Schweigen gebracht hat.

Der integrierte Wecker unterstützt wiederkehrende Ereignisse und kann sogar eine Notiz abspeichern. Warum wollte ich nochmal um 4:00 Uhr geweckt werden?

Die Kontaktdatenbank kann maximal 1000 Einträge aufnehmen. Neben den üblichen Informationen, wie Name und Vornahme, können auch Notizen zu einem Kontakt hinterlegt werden. Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als Vollbild angezeigt.

Alle Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben durchsuchen. Hier kann man zwischen SIM-Kontakten und Telefon-Kontakten wählen. Die vorhandenen Einträge können dann in Gruppen eingeteilt werden, gerade bei vielen Kontakten erhält man so einen besseren Überblick. Kontaktfeldern kann man mit zahlreichen Informationsdetails füllen (unterschiedliche Rufnummer, E-Mail, Anruferbild, Rufton, diverse Adressen, etc.). Ein Feld für Geburtstage ist allerdings nicht vorhanden. Hier hilft nur der Umweg über das Notizfeld. Diese wird dann allerdings nicht in den Kalender übernommen.

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Der integrierte Kalender speichert bis zu 500 Ereignisse und bietet neben einer Tages- auch noch eine Wochen- und Monatsansicht. Auf anstehende Ereignisse informiert der Kalender des KB770 auf einen Blick. Hierzu wird am unteren Bildschirmrand ein kleines Feld eingeblendet. Selbst wiederkehrende Termine mit einer kleinen Notiz sind möglich. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe aber nicht angemahnt. Hier nimmt einem das KB770 nicht die Planungshoheit ab. In der Wochenübersicht werden die Termine durch einen grünen Balken visualisiert. Einzelne Tage lassen sich als Feiertage kennzeichnen und werden dann entsprechend in rot gekennzeichnet. Natürlich kann auch das KB770 Aufgaben verwalten. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt.

TV

Das Kernstück des LG KB770 ist seine DVB-T Fähigkeit. In meinen Augen fast die einzige Motivation, sich dieses Mobiltelefon anzuschaffen. Um die TV-Funktion optimal nutzen zu können verfügt das KB770 in der unteren Menüleiste über eine spezielle TV-Taste. Durch einen kurzen Druck aktiviert man den Empfangsteil. Das 3-Zoll-Display bietet schon fast HDTV-ähnliches Fernseherlebnis, die Qualität der Fernsehbilder ist beeindruckend. Die großen TV-Bilder werden auf dem KB770 in Echtzeit verkleinert und optimiert. Hiervon merkt das Auge des Betrachters erst einmal nichts. Keinerlei Ruckler beeinträchtigen das Bild. Ganz im Gegensatz zur "Mobile TV" genannten Funktion von T-Mobile und Co. Denn dort werden mehr oder weniger gut vorberechnete Inhalte über HSDPA gestreamt.

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Nach erfolgter Kanalsuche, zeigt das KB770 alle verfügbaren TV- und Radiosender an. In Münster sind das aktuell (30.01.2009) nur etwa 10 öffentlich-rechtliche Kanäle. Zur Freude meiner Kinder zählt auch der KiKa dazu. Erstaunlicherweise kann man im Bereich der Hörster Straße in Münster City ab und an auch Privatsender, wie RTL, Pro Sieben & Co empfangen. In Berlin ist die Versorgung deutlich besser, dort sind sogar Radiosender über DVB-T empfangbar.

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Im TV-Modus dreht das KB770 das Bild um 90 Grad. Um in diesem Modus einen bequemeren TV-Genuss zu ermöglichen hat LG einen spezielles, aufsteckbares Cover entwickelt.

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Zieht man den rückseitig angebrachten "Stift" auf dem Cover, so bleibt das KB770 in einem typischen TV-Empfänger-Modus auf dem Tisch stehen. Leider wird dadurch das gute Aussehen des Gerätes zerstört. Diese "TV-Stütze" hätte man besser in den Akkudeckel integrieren sollen.

Die Bedienung des DVB-T Empfängers ist komfortabel. In der oberen Icon-Leiste werden weiterhin die üblichen Telefon-Informationen, wie Akkustand, Uhrzeit und Netzstärke angezeigt. Schaut man sich das Fernsehprogramm im Vollbildmodus an, so wird aber eben diese Zeile ausgeblendet. So vergisst man schnell den aktuellen Ladestand seines Mini-TV. Drückt man den Touchscreen, so wird ein halb-transparentes Menü eingeblendet. Nun kann man den Kanal auswählen, den elektronischen Programmführer sowie Informationen zur gerade laufenden Sendung einblenden. Sogar ein Screenshot des aktuellen Fernsehprogramms kann man speichern, eine Aufzeichnung der Sendung ist hingegen leider nicht möglich.

KB770

In Gebäuden liefert das KB770 nur mit ausgefahrener Antenne guten Empfang. Auf offener Straße empfangen Sie einige Sender sogar ohne die recht flexible und knicksichere Antenne. Die Empfangsleistung des internen TV-Tuners ist gut, fällt aber hinter seinem Vorgänger, dem HB620T zurück.

Mitten im spannenden Film eine Unterbrechung durch einen belanglosen Anruf? Das muß nicht sein. Kommt ein Anruf dazwischen, so schaltet sich die TV-Funktion erst dann ab, wenn der Anruf entgegen genommen wurde. Oder eben auch nicht, denn wer lässt sich schon gerne bei einem Bundesligaspiel stören. Auf dem 3-Zoll-Display war es kein Problem, auch schnelleren Spielzügen zu folgen. Die Flugbahn des Balles verwischte dabei nicht. Ein "Kometenschweif", wie ihn manche noch von ihrem ersten Flachbildschirm her kennen, weist das Display nicht auf. Interessanterweise wurde das DVB-T Signal "langsamer" übertragen, als bei meinem digitalen Satelliten. Die Torbilder per Satellitenübertragung waren bereits da, da konnte man auf dem Display des LG den Torschützen noch in Aktion erleben. Vor dem Kauf sollte man sich allerdings über die aktuelle "DVB-T Versorgungssituation" informieren.

Music/Unterhaltung/Spiele

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Ab Werk hat das KB770 zwei nette Spiele installiert. Neben dem unvermeidlichen Sudoku hat auch noch eine Art von Spiele-Sammlung namens "Thomsons und Touch" den Weg ins Mobiltelefon gefunden.

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Der Musicplayer gibt optisch nicht viel her. In der Mitte wird ein Coverart dargestellt, darunter befinden sich Buttons für die Repeat- und Shufflefunktion, sowie zur Bewertung des Songs. Der Player klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset eher mäßig. Da dem KB770 ein 3.5 mm Klinkenadapter mit eingebautem Mikrofon fehlt, bleibt einem der Anschluss höherwertiger Pendants aus dem High-End Bereich verwehrt. Testweise habe ich daher einen entsprechenden Adapter (der des LG Prada funktioniert ausgezeichnet) eingesetzt. Nutzt man bessere Kopfhörer, so wird die Klangqualität deutlich angehoben. Kann aber trotzdem nur mit MP3-Playern der Einstiegsklasse mithalten.

Um die maximale Soundqualität des KB770 testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, einem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt. Die von LG entwickelten Kopfhörer des KB770 sehen weder gut aus, noch liefern sie ein vernünftiges Klangbild. Auch wenn sie noch für Gespräche geeignet erscheinen, für einen optimalen Soundgenuss gibt es bessere Exemplare.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Wie nicht anders zu erwarten reicht die maximale Lautstärke des KB770 kaum aus, um die großen Wandler des iGrado in Schwingungen zu versetzen.

Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem KB770 deutlich besser zusammen, kappt aber auch die Höhen sehr früh. Der Sennheiser CX300 ist für einen InEar eine gute Alternative, dessen Bassbereich aber noch nicht optimal ist. Da kann der Creative Labs EP 630 schon eher überzeugen. Endlich liefert auch das KB770 Bässe. Auch hier geht das zu Lasten der Höhen, die Mitten dafür etwas verbreitert. Für einen Kopfhörer, der bei Amazon knapp 18 € kostet, bietet der Creative Labs EP 630 aber ein unglaubliches Preis- Leistungsverhältnis und stellt einen fast optimalen Ersatz für das mitgelieferte Stereo-Headset dar. Grundsätzlich unterstützt das KB770 auch A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
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Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Interpreten, Alben, Genres). Über Wiedergabelisten kann man das KB770 zwar zu einem recht passablen Hosentaschenwurlitzer umfunktionieren, klanglich will man das aber gar nicht. Dabei sollte man aber den Touchscreen sperren. Durch die Multitaskingunterstützung kann man seine Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, kann seine Songs in zufälliger Reihenfolge abspielen. Selbst die Wiederholung eines oder aller Songs ist möglich. Sollte man längere MP3 im Einsatz haben (z. B. Hörbücher) wird man mit der Vorspulfunktion des KB770 graue Haare bekommen. Sie eist einfach zu langsam, da der Player beim beenden auch die letzte Position vergisst, sollte man nur kurze Songs anhören.

Der Media Player dürfte LG-Fans nicht unbekannt sein, halt "guter Standard". Dabei werden die abgespeicherten Videos auch im Vollbildmodus dargestellt, auf Wunsch auch im Querformat. Das macht auf dem 3-Zoll-Display schon Spaß. Leider werden Videos mit einer Größe von mehr als 240 x 320 Pixel nicht wieder gegeben und auch DivX-Videos sind dem Videoplayer fremd.

Klang

Obwohl das KB770 nur über einen Lautsprecher verfügt, wäre die maximale Lautstärke des Musicplayers ausreichend, um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht gerade auf einer Baustelle liegt) als MP3-Player-Ersatz herzuhalten. Die eher mäßige Klangqualität vereitelt das aber wieder. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch zwar kein Problem, rechte Freude kommt so aber nicht auf, den Stimmen dröhnen sehr schnell. Die Verständigung zwischen den Gesprächspartner wird etwas "dumpfer" wahrgenommen. Während eines normalen Gesprächs werden die Stimmen zwar etwas zu dumpf, dennoch klar und verständlich wieder gegeben. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind Geschmackssache. Insgesamt würde ich den Gesprächsklang des Gerätes als "befriedigend" bezeichnen.

Connectivity

Das KB770 verfügt zwar über einen vollwertigen Webbrowser und theoretisch sollte man dank UMTS mit HSDPA in angenehmer Geschwindigkeit surfen können. Webseiten werden auch nahezu 1:1 wieder gegeben. Soweit die Theorie. Trotz HSDPA bauen sich Internetseiten aber eher langsam auf. Einen Textlink zu treffebn, ist aufgrund der viel zu kleinen Ansicht selbst auf dem großen Bildschirm reine Glückssache. Auch wenn man in eine Seite zoomt, wird das nicht einfacher.

Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. Für eine große Anzahl an E-Mails bzw. Anhänge (nicht mehr als 1 MB) ist das KB770 nicht geeignet. In den selbst erstellbaren und anpassbaren Ordnern für die einzelnen Postfächer werden immer nur vier E-Mails mit Absender und Eingangsdatum versehen dargestellt. Eine Hilfe beim Einrichten von Postfächern erhält man nicht, die Zugangsdaten muss man " von Hand" eingeben. HTML-Mails stellt das KB770 nicht dar. Zum Surfen und E-Mailen ist das KB770 nur sehr bedingt nutzbar. Der Speicher des Mobiltelefons lässt sich - entgegen den Anmerkungen auf der Webseite von LG - problemlos per microSD-Karten auf maximal 8 GByte erweitern. Mit eingelegter Speicherkarte wird das KB770 problemlos als Massenspeichergerät erkannt. Drei Megabyte Daten benötigten vom PC zum KB770 knapp 3 Sekunden.

Kamera/Video

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In letzter Zeit wird bei Mobiles oft mit Markennamen geworben. Nokia wirbt mit "Carl Zeiss", Sony mit seiner "Cybershot Technologie". LG verzichtet beim KB770 aber auf ein Objektiv von "Schneider Kreuznach". Hohe Erwartungen an die Qualität der Bilder sind also Fehl am Platz. Die Kamera des LG KB770 erreicht mit ihren 3-Megapixel nicht einmal die Qualität einer aktuellen Mittelklasse-Digicam.

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Beim KB770 nutzt man das komplette 3-Zoll-Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus gehalten. Die Kameraoptionen bietet verschiedene Motivprogramme (Portrait, Landschaft, Nacht, Strand, Sport) und die Bildauflösung kann zwischen 2048 x 1536 Pixel (3 MP), 1600 x 1200 Pixel (2 MP), 1280 x 960 Pixel (1 MP), 640 x 480 Pixel, 320 x 240 Pixel und einer Größe für Kontaktbilder variiert werden. Die Qualität der Bilder lässt sich auf Superfein, Fein und Normal einstellen. Die Lichtempfindlichkeit der Kamera kann man getrost als bescheiden bezeichnen. Kein Wunder, eine zusätzliche Beleuchtungsmöglichkeit sucht man nämlich vergebens. Gerade bei Aufnahmen mit schlechtem Umgebungslicht verschwindet das Motiv schnell im Dunkeln, da nutzt auch der Nachtmodus oder der ISO-Wert 400 nicht mehr viel. Natürlich hat die Kamera des KB770 auch einen Selbstauslöser (3/5/10 Sekunden Verzögerung). Der Autofokus reagiert sehr schnell, aber teilweise ungenau, abschaltbar ist er nicht. Für schnelle Schnappschüsse taugt die Kamera nicht, denn der Start dauert gut und gerne 2 Sekunden.

An Aufnahmemodi steht neben einem Nachtmodus noch eine Serienaufnahme zur Auswahl. Farbeffekte, wie Schwarzweiß, Negativ und Sepia peppen langweilige Bilder auf und unterschiedliche Programme für den Weißabgleich helfen überwiegend bei Aufnahmen in Innenräumen. Wer mag, kann seine Bilder mit einigen witzigen Rahmen aufhübschen.

Um die Auswahl zu vereinfachen, sind alle Menüs transparent gestaltet. Der Digitalzoom (in meinen Augen eine nutzlose Sache) kann bis auf das 8-fache erhöht werden. Der Kameraton ist nicht abschaltbar, dafür stehen mehrere Variationen zur Auswahl.

Insgesamt weisen weiße Flächen einen leichten Rotstich auf. Auch bei Rottönen wird keine hundertprozentige Farbtreue erreicht. Die Belichtung des Fotos wird - wie bei fast allen Kameras - von der Ausleuchtung in der Suchermitte abhängig gemacht. Sehr helle Bereich, wie z.B. der Himmel werden dann zu stark belichtet. Während die anderen Teile des Bildes dann zu dunkel abgebildet werden. Insgesamt kann die Qualität der Bilder der 3-Megapixel-Kamera nicht überzeugen. An die Super-Megapixler aus dem Hause Sony Ericsson oder an das Renoir aus eigenem Hause kommt sie selbstverständlich nicht heran. Selbst Bilder des betagten Nokia N73 wirken besser. Videos nimmt das KB770 nur mit 320 x 240 Pixel auf. Abgespielt werden können alle Videos in den Formaten 3GP, H263, H264 und MP4 in maximaler Auflösung von 240 x 320 Pixel.

Akkulaufzeit

Die Akkuleistung des KB770 geht in Ordnung. Der mitgelieferte 1000 mAh Akku gibt im TV-Modus nach knapp 3 Stunden seinen Geist auf, ein Fußballspiel samt Verlängerung oder der aktuellen Serienwahn in den Privaten ist also kein Problem für das Mini-TV. Bei normaler Nutzung (10 Minuten telefonieren, ein paar SMS und E-Mails, 90 Minuten MP3 am Tag, ein paar Fotos Videos) wird man nach knapp 2 Tagen aufladen müssen. Quasselstrippen werden dem Akku des KB770s nach knapp 3 1/2 Stunden Dauertelefonat im GSM-Netz und etwa 4 Stunden im UMTS-Netz die Lichter ausblasen. Intensivnutzer mit Hang zum Masochismus (Stichwort Internetnutzung auf dem KB770) werden den Akku ihres Schmuckstücks auch täglich betanken müssen.

Videotestbericht

Fazit

Autor

Der Fokus des KB770 liegt beim mobilem Fernsehen, Die PIM-Funktionen des KB770 sind ausreichend, aber sicher kein Aushängeschild. Die Bedienung über den 3-Zoll-Touchscreen geht überwiegend flott von der Hand. Mobiles Internet ist trotz der HSDPA-Unterstützung keine Stärke des KB770, der integrierte Browser reagiert dafür einfach zu lahm. Der klanglich wenig überzeugende Musicplayer macht auch keine rechte Freude. Was bleibt ist die Tatsache, dass bewegte Bilder kristallklar wieder gegeben werden. Die Empfangsleistung des internen TV-Tuners ist zwar gut, fällt aber hinter dem HB620T zurück. Wer ein Mobiltelefon mit TV-Funktionalität sucht, kommt um das LG KB770 mangels Alternativen kaum herum. Nur das deutlich teurere und mit Windows Mobile betriebene GSmart G600 kommt da noch in die engere Auswahl. Ohne DVB-T Empfang bleibt das neue LG aber ein schnödes, nicht wirklich gut ausgestattetes Handy. Potentielle Käufer, die sich nicht im Einzugsbiet von DVB-T aufhalten, können sich den Kauf daher verkneifen.

Renoir





  

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