Smartphones mit vollwertiger Tastatur sind zwar immer noch ein Nischenprodukt, aber im Aufwärtstrend. Nirgendwo sonst kann man doch so schön mit seiner/seinem Liebsten Nachrichten austauschen. Das HTC S740 bietet - ähnlich wie das unlängst vorgestellte Nokia E75 - eine vollwertige, seitlich ausziehbare QWERTZ-Tastatur. Manche behaupten, dass S740 sei "der Touch Pro des armen Mannes". Technisch unterscheiden sich diese beiden Geräte jedenfalls kaum voneinander. Allerdings kommt beim S740 Windows Mobile® 6.1 Standard zum Einsatz, denn der knapp 2,4 Zoll große Screen reagiert nicht auf Druck, zumindest nicht sinnvoll. Seine Inhalte stellt er aber in QVGA-Auflösung mit 320 x 240 Pixel bei 65.536 Farben ganz ordentlich dar, solange die Sonne nicht zu stark scheint. Neben GSM-Quadband und EDGE surft es sich dank des UMTS Datenturbos HSDPA mit einer theoretischen Übertragungsrate von 7,2 Mbit/s. Schnell Uploads sind dank HSUPA (mit bis zu 1,45 MBit/s) ebenfalls möglich. Die 3.2-Megapixel-Kamera taugt für Schnappschüsse in mittlerer Qualität. Das integrierte GPS sorgt dann unterwegs für die richtige Richtung. Wie sich der "kleine Bruder" des HTC Touch Pro im Alltag geschlagen hat, soll Ihnen in mein Testbericht zeigen.
Design
Auch das HTC S740 wurde in Anthrazit eingekleidet. Optisch hat es sich zu seinen Vorgängern, wie dem S710 bzw S730 schon deutlich verändert. Es wirkt nun eher wie ein zu schmal geratener Touch Pro, aufgrund der ausziehbaren Tastatur ist es allerdings ähnlich dick geraten. In der Masse der Businessgeräte fällt das HTC S740 optisch höchstens durch seine verspiegelte Frontseite und das diamantähnliche Design der Kunststoffrückseite auf. Da sie mit einer gummiartigen Beschichtung versehen wurde, liegt das S740 optimal in der Hand. Die Vorderseite besteht aus hochglänzendem Plastik. Trotz des verwendeten Materials wirkt das HTC S740 dabei sehr wertig. Ein Knarzen oder Quietschen ist ihm nicht zu entlocken. Das Gerät liegt mit seinen Abmessungen von 116 x 44 x 17 mm optimal in der Hand, mit 140 g ist es aber überdurchschnittlich schwer. Durch das eher "dickliche" Design spricht es weibliche Interessenten daher wohl kaum an. Sollte sich dennoch eine Vertreterin des weiblichen Geschlechts mit den Abmessungen des S740 anfreunden können, so sei ihr gesagt, dass das S740 aufgrund der großen Kunststoffoberfläche ruckzuck mit Fingerabdrücken übersäht ist. Der aktuelle Haut-PH-Wert seines Trägers wird also umgehend und eindrucksvoll in Szene gesetzt. Ein passendes Putztüchlein sollte man daher sofort ins Auge fassen.
Angetrieben wird das HTC S740 mit Microsofts Windows Mobile® 6.1 in der Standard Variante. Der 2,4" Screen des HTC S740 wirkt auf den ersten Blick etwas kleine, erfreut das verwöhnte Auge des Betrachters aber mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixel (QVGA) bei 65.536 Farben. Die Bilddiagonale umfasst immerhin 62 mm. Die 3.2 MP Digitalkamera ohne Autofokus und Fotolicht taugt nur für Schnappschüsse in mittlerer Qualität. Durch den vorinstallierten Internet Browser Mobile kann man - wie vom PC gewohnt - im Internet surfen. Microsoft Office Mobile sorgt unterwegs für den Zugriff auf Office Dateien. Kommunikationsseitig nutzt das HTC S740 Bluetooth 2.0 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) und Wireless LAN (802.11g). Durch seine Quadband-Unterstützung ist es zudem fast weltweit einsetzbar. Dabei wird der Datentransfer durch UMTS mit HSDPA beschleunigt, wobei auf Wunsch auch HSUPA für einen schnelleren Upload möglich ist. Eingaben erfolgen über die handelsübliche Zehnertastatur mit T9 Texterkennung oder eben über die seitlich ausziehbare QWERTZ-Variante. Programme und Daten werden im 256 MB umfassenden RAM bzw. 256 MB ROM abgelegt. Der Speicher lässt sich problemlos durch microSD-Speicherkarten (mit bis zu 8 GB) erweitern. Damit das Ganze auch in Schwung kommt, wird der HTC S740 durch eine QUALCOMM™ (MSM7201A) CPU mit 528 MHz angetrieben. So ist er auch schnell genug für Anwendungen wie z. B. Skype.
Lieferumfang
In der kleinen, schwarzen Verpackung kommt neben dem HTC S740 noch ein recht umfangreicher Lieferumfang zum Vorschein. Ein Li-Ion Polymer 1000 mAh mAh soll für genügend Ausdauer sorgen, während das mitgelieferte Stereo-Headset in erster Linie der Kommunikation dient. Das zerlegbare Netzladegerät mutiert in Verbindung mit dem USB-Datenkabel zur Ladestation. Mehrere Kurzanleitung, Garantiekarten und CD-ROMs mit Bedienungsanleitung und Zusatzsoftware vervollständigen das Paket.
Eine Speicherkarte gehört beim HTC S740 nicht mit zum Lieferumfang.
Verarbeitung/Haptik
Das neue S740 fühlt sich gut an und liegt nahezu perfekt in der Hand. Vom ersten Augenblick an vermittelt der S740 ein wertiges Gefühl. Die Verarbeitung ist dabei überzeugend, da wird Nokia mit seinem E75 erst noch dran kratzen müssen. Ein Knarzen oder Quietschen ist dem Gehäuse des HTC S740 selbst bei hohem Druck auf den Akkudeckel nicht zu entlocken. Dreh- und Angelpunkt des Gerätes ist die vollwertige, seitlich ausziehbare QWERTZ-Tastatur.
Für wahre Kommunikationsfreaks (SMS und E-Mail) ist die physikalische Tastatur die einzig wahre Alternative. Ich kann mich noch gut an mein Sendo X mit zusätzlicher Tastatur erinnern, da ist das S740 doch die deutlich leichtere und kompaktere Alternative:
HTC S740
HTC Touch Pro
Sendo X
Beim S740 sind die Drücker der QWERTZ-Volltastatur relativ breit und leicht gewölbt bestaltet. Längere Texte ermüden trotzdem die Daumen. Das tippt es sich auf einem Nokia E90 komfortabler. Die Tasten des S740 drängen sich allerdings nicht so dicht aneinander, wie noch beim Nokia E71 oder Blackberry Bold. Die Tastatur wurde nicht direkt vom Touch pro übernommen, sondern speziell für das S740 neu entworfen. Neben einer Tab-Taste bietet die vollwertige Tastatur noch eine Caps- sowie eine Shift-Taste. Die Druckpunkte sind weich, wirken leicht schwammig. Im dunklen werden die Drücker zur besseren Ablesbarkeit weiß beleuchtet.
Der HTC S740 präsentiert sich auf der Oberseite mit einem 5-Wege-Navikey, dessen ringförmige Beleuchtung je nach Zustand wechselt. So rotiert sie bei Ladung und leuchtet dauerhaft, wenn genug Strom aufgenommen wurde. Wird man angerufen, fängt die Beleuchtung an zu pulsieren. Auf entgangene Anrufe oder SMS wird im Standy-Modus (bei abgeschaltetem Display) durch eine rotierende Beleuchtung aufmerksam gemacht. Neben der gut zu bedienenden Navieinheit findet der Nutzer daneben noch die etwas klein geratenen Tasten zur Gesprächsannahme sowie zum Beenden eines Gesprächs. Beiden Tasten sind beim S740 nicht farblich gekennzeichnet.
Natürlich fehlen auch der obligatorische Homekey (für den Startbildschirm) sowie eine "Zurück" Taste, mit Pfeilsymbol nicht. Auf der linken oberen Gehäuseseite befinden sich die beiden Tasten zur Regelung der Lautstärke. Eine extra Kamerataste hat HTC dem S740 auf der rechten Gehäuseseite mit auf den Weg gegeben. So gelingen auch echte Schnappschüsse "aus der Hüfte" heraus.
Auf der Oberseite befindet sich der Ein- und Ausschalter, der den HTC S740 auch aus seinem Schlafmodus wecken kann Die hauseigene micro-USB Lade-/Kopfhörerbuchse ohne Abdeckung befindet sich an der Unterseite des Mobiltelefons. Wer gleichzeitig Musikhören und sein S740 laden will ist aufgeschmissen. Das ist nämlich nicht möglich. Eine dauerhafte Berieselung aus dem Äther ist damit ausgeschlossen, die maximale Ausgabedauer wird somit vom Akku vordiktiert. Auch beim S740 hat HTC auf einen 3.5 mm Klinkenanschluss verzichtet. Abhilfe verspricht da nur der hauseigene und kostenpflichtig HTC YC-A300 Adapter.
Display
Das Display wirkt in geschlossenen Räumen bzw. bei geringem Lichteinfall absolut überzeugend. Grafiken und Texte werden mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixel bei 65.536 möglichen Farbkombinationen knackscharf dargestellt. Bei starker Sonneneinstrahlung lässt sich das spiegelnde Display allerdings kaum noch vernünftig ablesen. Die maximale Helligkeit ist im normalen Betrieb aber ausreichend. Im Energiesparmodus schaltet sich das Display komplett ab, sehr zur Freude des eingebauten 1000 mAh Akkus. Dieser kann so nämlich deutlich länger seine Arbeit als Stromquelle verrichten. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Öffnet man die Tastatur des S740, so dreht sich der Bildschirminhalt in den Quermodus.
Inbetriebnahme
Der Einbau des Akkus gestaltet sich einfach. Das Einlegen der SIM sowie Speicherkarte ist hingegen eine extrem fummelige Angelegenheit. Wohl dem, der eine Multi-SIM sein Eigen nennt. Der kombinierte SIM-Karten-Einschub mit darunterliegendem Steckplatz für microSD-Karten befindet sich auf der Rückseite des S740 und kommt erst nach dem Aufschieben der Tastatur zum Vorschein. Das HTC S740 wird dann durch leichten Druck auf den Ein-/Ausschalters gestartet. Nun legt der Windows Mobile 6.1 User erst einmal eine kleine Zwangspause ein. Wie sein großer Bruder Windows XP dauert der Bootvorgang etwas länger. Hier unterscheiden sich Symbian und Windows Mobile nicht wirklich.
Homescreen
Das HTC S740 muss ohne die stylische Benutzeroberfläche TouchFLO 3D auskommen. Immerhin bekommt man so sehr schnell einen schnörkellosen Überblick über die wichtigsten Funktionen.
Kontakt- und Wetterdaten werden optisch eindrucksvoll in Szene gesetzt. So werden sowohl Sonnenschein als auch Unwetter durch schöne Animationen dargestellt. Die notwendigen Klimadaten erhält das HTC S740 aus dem Internet. Des Weiteren erhält man im Homescreen noch Zugriff auf den Audioplayer, SMS/MMS und E-Mails sowie Kalenderdaten. Wem die Reihenfolge und Plugins nicht zusagen, der kann eine Software namens "CHome Configurator" nutzen, damit lassen sich die Einstellungen anpassen.
Wer mag, kann sich aber auch einen anderen Homescreen installieren, auf Wunsch sogar eine Kopie des iPhones. Hierzu stehen kostenpflichtige Programm, wie SBH Facade, Fizz Traveler und andere zur Verfügung. Theoretisch soll sich sogar die T-Mobile@home Anzeige einblenden lassen. Dazu gibt man einfach die Tastenkombination *130*99# ein, mangels entsprechender Option konnte ich dies aber nicht testen.
Menü/Funktionen
Natürlich bietet der HTC S740 als Vertreter der Windows Mobile Liga die üblichen Verdächtigen wie Wecker, Rechner, Aufgaben- und Notizenverwaltung. Im Unterpunkt "Zubehör" versteckt sich eine Sprachaufzeichnung. Ein sehr nützliches Programm namens "OneNoteMobile" ermöglicht Notizen mit Grafiken als auch Audio. Ein vollwertiger E-Mail Klient mit Unterstützung für POP und IMAP4 unterstützt E-Mails inklusive Dateianhang. E-Mail Push lässt sich mittels eines speziellen Serverdienstes (auf MS Exchange Basis) verwirklichen, zieht dann aber ordentlich an den Reserven des Akkus. Hierzu bieten sowohl Provider, als auch Drittanbieter entsprechende Lösungen an. Neben einem vollwertigen Webbrowser (Internet Browser Mobile) bietet der S740 auch einen Wecker sowie Taschenrechner.
PIM/Office
Natürlich werden Business Smartphones, wie das HTC S740 auch mit den passenden Office-Anwendungen (Excel Mobile, Word Mobile, Powerpoint Mobile) ausgestattet. Excel- und Word-Dateien können sowohl angezeigt, als auch verändert werden. Powerpoint- sowie PDF-Dateien dagegen nur angezeigt werden. Allzu umfangreiche und aufwendig animierte Präsentationen sollte man allerdings vermeiden. Mobile Word bzw. Excel beherrschen nun auch Hervorhebungen wie beispielsweise Fettschrift oder Kursivschrift. Insgesamt wurden die Funktionen des mobilen Officepaketes optisch an Vista angelehnt.
Der Speicher für die Kontaktdatenbank wird dynamisch verwaltet und kann daher eine Vielzahl von Einträgen aufnehmen. Hierbei wird auf Wunsch auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als Vollbild angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstabens suchen und nach einer Vielzahl von Kriterien sortieren und filtern. In den einzelnen Kontakten kann man nahezu alle möglichen Informationsdetails eintragen (Name, Mobiltelefon, Privatnummer, Büronummer, Fax, E-Mail, Rufton sowie eine persönliche Notiz). Ein Feld für Geburtstage ist aber nicht vorgesehen. Per ActiveSync (Windows XP) oder dem Windows Mobile Center (Windows Vista) werden die Daten dann mit einem PC synchronisieren. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte mein HTC S740 per USB in etwa 2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang nur unwesentlich länger.
Der Kalender bietet eine Jahres-, Wochen-, Monats- sowie Tagesansicht. Anstehende Einträge werden nur durch ein kleines Symbol dargestellt. Eine Kurzübersicht in Form eines kleinen Popup gibt es nicht. Zu jedem Termin lässt sich eine Notiz eingeben. Auch wiederkehrende Termine stellen das S740 nicht vor Probleme. In der Wochen- und Tagesübersicht werden Termine durch einen Balken dargestellt. Und natürlich kann das S740 auch Aufgaben verwalten, auch hier sind pro Aufgabe Notizen möglich. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt. Auch die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen in einer SMS werden angezeigt, die Vielschreiber unter uns können auch mehrere davon verketten.
Unterhaltung/Spiele
Der Bereich Unterhaltung und Spiele ist serienmäßig eher ein wenig unterbesetzt. Neben einem eher langweiligen „Bubble Breaker“ genannten Geschicklichkeitsspiel gibt es noch das von Windows bekannte Kartenspiel "Solitair". Erwähnenswert ist die Tatsache, dass der HTC S740 auch Java-Anwendungen und Spiele unterstützt. Auf dem freien Markt gibt es aber eine riesige Menge an Spielen und Programmen, sowohl als Free- und Shareware, als auch als Vollpreisvariante. Gute Anlaufstellen für derartige Software sind z. B. die Seiten von pocketland.de oder handango.de.
Navigation/GPS
Hier vertraut HTC auf das vorinstallierte und kostenlose Google Maps. Hat man den aktuellen Standort über die Celltower-Triangulation bzw. das integrierte GPS ermittelt, so aktualisiert sich die Position während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird dabei direkt aus dem Internet auf den S740 übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt, sollte daher aufpassen. Eine Art von Fußgängernavigation in Form einer Online-Stadtkarte ist somit problemlos und relativ genau möglich. Wer den Satellitenfix beschleunigen will, sollte die aktuellen Satellitendaten über die Anwendung Quick-GPS herunter laden. Ebenso hilfreich ist ein Eintrag in die Registry, mit dem man das "A-GPS" hinzuschalten kann.
Musik
Der
Musicplayer des S740 entspricht anderen HTC-Modellen und macht grafisch nicht sonderlich viel her, unterstützt aber die Darstellung von Album Arts. Auf dem Display werden neben Album Art noch der Trackname sowie der Interpret angezeigt. Um die maximale Soundqualität des Smartphones
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke des S740 reicht dabei nicht aus, um die ziemlich großen Wandler des iGrado in ausreichende Schwingungen zu versetzen. Das Ausgangssignal ist dabei sowieso nicht gut genug, um den Einsatz der recht klobigen iGrado zu rechtfertigen.
Der Sennheiser CX300
ist für einen InEar ebenfalls eine gute Alternative, dessen Bassbereich nochmal deutlich stärker rüber kommt. Der Bassbereich wird beim S740 dann aber komprimiert und die Höhen zu früh gekappt, so dass man die CX300 schnell wieder in die Schublade legt. Da kann der Creative
Labs EP 630 zwar schon eher überzeugen. Aber auch hier werden die Höhen etwas zu früh abgeschnitten. Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem HTC deutlich harmonischer zusammen. Grundsätzlich unterstützt das S740 auch A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound über
Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben. Die Soundqualität des mitgelieferten Headsets ist mal wieder nicht der Rede wert.
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt.
Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)
The Corrs
(Talk on Corners)
Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Ein Mehrband-Equalizer (Audioverbesserung) mit zahlreichen Presets soll über Kopfhörer für guten Klang sorgen. Ohne Kopfhörer funktioniert er nicht. Nutzt man die Einstellung "Klassik" so klappt das auch ganz gut. Die Voreinstellungen sind zudem anpassbar und Geschmackssache. Die maximale Lautstärke ist dabei nicht sonderlich hoch. Durch den fehlenden 3.5-mm-Anschluss können ab Werk keine handelsüblichen Walkmankopfhörer genutzt werden.
Die Abspielreihenfolge der Tracks kann zufällig oder per Dauerwiederholung, eines oder aller Musikstücke beeinflusst werden. Auch das Abspielen von Wiedergabelisten ist möglich. Die erstmalige Initialisierung (die Erstellung der Musikbibliothek) dauert etwa länger. Als Hörbuchplayer-Ersatz ist der Musicplayer allerdings nur bedingt tauglich. Beendet man die Wiedergabe, merkt er sich die letzte abgespielte Position nicht. Man kann den Player hierzu aber in den Pausemodus versetzen, dann spielt er nach Wiederaufnahme ab dieser Stelle weiter. Nutzt man zur Synchronisation den Windows Media Player 11 so lassen sich auch geschützte DRM übertragen.
Ein echtes Radio beamt Musik aus dem Äther auf das HTC S740. RDS steht allerdings nicht zur Verfügung. Natürlich kann man seine Lieblings-Radiostationen auch abspeichern. Neben einer automatische Sendersuche ist auch eine manuelle Eingabe vorgesehen. Ohne Kopfhörer/Headset gibt das Radio allerdings keinen Laut von sich. Der Klang kann dann aber auch über den eingebauten Lautsprecher ausgegeben werden. Der Windows Media Player dürfte PC-Nutzern nicht unbekannt sein. So kann man den Funktionsumfang getrost als "guten Standard" bezeichnen. Dabei werden die abgespeicherten Videos auch im Vollbildmodus wiedergegeben. Primär spielt er allerdings nur Videos im WMV bzw. MP4 Format ab. Drittanbietersoftware, wie der Coreplayer oder Smartmovie ermöglichen dann auch die Nutzung von DivX (AVI) Dateien. Obwohl das HTC S740 nur über einen Lautsprecher auf der Rückseite verfügt, ist die maximale Lautstärke des Musicplayers ausreichend, um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht auf einer Baustelle liegt) als Beschallungsmöglichkeit zu dienen. Es klingt dann allerdings ziemlich dünn. Die maximale Lautstärke des Radios über den Kopfhörerausgang ist etwas zu niedrig. Zudem lässt sie sich nur sehr ungenau regeln.
Klang
Die Akustik zwischen Gesprächspartner ist leicht dumpf aber deutlich. Die vorinstallierten Klingeltöne sind langweilig. Auch in etwas lauten Umgebungen ist noch eine problemlose Kommunikation möglich.
Connectivity
Wenig überraschend, schließlich handelt es sich um ein Windows 6.1 Mobiltelefon, klappt die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) einwandfrei. Die knapp 1.000 Testkontakte synchronisierte mein HTC S740 über USB in knapp 2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang nur unwesentlich länger. Der Datenabgleich mit einem Microsoft Exchange-Server klappt zuverlässig und dank HSDPA auch zügig.
Der HTC S740 unterstützt das Headset Profile, HFP (Hands-Free), GAP (Generic Access), DUN (Dial-Up Networking), SPP (Serial Port), GOEP (Generic Access Exchange), OPP (Object Push) und SAP (SIM Access Profile). Auf einem geeigneten Bluetoothheadset (z. B. dem Motorola S9) steht durch A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einem kabelfreien Musikgenuss also nichts mehr im Wege. Der GSM/UMTS Empfang des Quadband-Gerätes ist gut bis sehr gut. Hier braucht sich der HTC S740 nicht hinter anderen Mobiltelefonen zu verstecken. Stichwort WLAN: Die Empfangsqualität ist selbst im Altbau noch sehr gut.
Das HTC S740 nutzt den Internet Explorer Mobile, der Opera Mobile Browser 9.5 kommt leider nicht zum Einsatz. Dank HSDPA (sofern vom Netanbieter angeboten) kann man auch in sehr angenehmer Geschwindigkeit surfen. Webseiten werden dabei 1:1 wieder gegeben. Richtig Spaß macht mir das Surfen auf einem 2,4-Zoll Display aber nicht. Offensichtlich bin ich von Geräten wie dem Apple iPhone zu sehr verwöhnt. Gleichwohl bietet der Browser verschiedene Zoomstufen sowie eine Übersichtskarte der besuchten Webseite. Ein CommCenter bietet dabei Zugriff auf alle möglichen Verbindungsarten.
Öffnet man die Tastatur, so dreht sich der Bildschirminhalt in den Quermodus. Der S740 fungiert auf Wunsch als Wechselspeicher, den entsprechenden Eintrag bietet er im Unterpunkt "Verbindungen". Dateien werden per USB sehr schnell übertragen. Natürlich kann man auch den Kurzstreckenfunk Bluetooth nutzen, sogar mit A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile).
Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. E-Mails werden unterschiedlichen Intervallen, von 5 Minuten bis einmal täglich automatisch abgeholt. Push-E-Mail wird ebenfalls unterstützt. Der SAR-Wert ("Spezifische Absorptionsrate") beträgt 0,95 W/kg und ist damit zwar sehr hoch, unterschreitet aber den von der Europäischen Union festgelegte Grenzwert für Handys von 2 Watt pro Kilogramm (2 W/kg) deutlich. Der SAR-Wert gibt dabei an, wie viel Sendeleistung der Körper in Watt pro Kilogramm beim mobilen Telefonieren aufnimmt.
Kamera/Video
Bei den Kameras von Mobiltelefonen wird leider oft mit Markennamen bekannter Objektivhersteller geworben. Nokia hat seine Carl-Zeiss Objektive, Sony wirbt mit " Cybershot" und LG mit Schneider-Kreuznach. Die hohen Erwartungen, die dann an die Qualität der Bilder geknüpft werden, können aber oft nicht erfüllt werden. Bedenkt man die Tatsache, dass die Linsen der Mobiles oft nur ein paar Millimeter groß sind, ist dies allerdings auch kein Wunder. HTC hat bei seinem S740 kein namhaftes Objektiv verbaut, auch eine LED sowie ein Autofokus wurde vergessen.
Das HTC S740 nutzt das komplette Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus (240 x 320 Pixel) gehalten. Die Kameraoptionen enthalten verschiedene, mal mehr mal weniger nützliche Einstellungsmöglichkeiten. Unterschiedlichen Weißabgleiche (Auto, Tageslicht, Neonlicht, Glühbirne, Nacht) sowie drei Effekte, wie Graustufen, Sepia und Negativ nehmen auf Wunsch Einfluss auf die Qualität sowie das Aussehen der Bilder.
Die Bildauflösung kann zwischen 3 Megapixel (2048 x 1536 Pixel) und QVGA (320 x 240 Pixel) variiert werden. Die Qualität der Bilder lässt sich zwischen Einfach, Normal, Fein und Superfein regeln. Mangels Autofokus dauert die Speicherung eines Bildes nur knapp 1 Sekunde.
Der Start der Kamera nimmt knapp eine Sekunde in Anspruch. Insgesamt ist die Qualität der Bilder nur Mittelmaß. Bei ungünstiger Beleuchtung tendieren weiße Flächen zu einem Rotstich, dunklere Bereichen schnell zur Artefaktbildung. Viel schlimmer ist hingegen die Tatsache, dass alle Bilder einen milchigen Schleier aufweisen, so als ob die Plastiklinse trübe wäre. Dem ist aber nicht so. Farben werden zudem völlig überstrahlt wieder gegeben, insgesamt wirken die Bilder nicht zuletzt aufgrund des fehlenden Makromodus unscharf.
Die Qualität der Bilder ist somit nicht mit anderen 3-Megapixel-Kameras vergleichbar. Da ist man von der Konkurrenz (LG, Samsung, Nokia) deutlich besseres gewohnt.
Videos nimmt das HTC S740 nur mit 15 Bildern pro Sekunde bei maximal 352 x 288 Pixel auf.
Auch hier stehen alle Effekte und Möglichkeiten der Fotokamera zur Verfügung. 1 Minute Video nimmt dabei knapp 3 MB in Beschlag!
Akkulaufzeit
Der mitgelieferte 1000 mAh Akku ist recht ausdauernd. Bei normaler täglicher Nutzung (kurz telefonieren, 90 Minuten Radio und Musik, ein paar Fotos und Videos) schreit er erst nach etwa 3-4 Tagen nach seinem Ladegerät. Nach knapp 2 1/2 Stunden Dauertelefonat im UMTS-Netz bzw. 3 Stunden im GSM-Netz gehen ihm dann die Lichter aus. Bei dauerhafter Nutzung von A2DP hält er knapp 5 Stunden. Intensivnutzer mit aktiviertem E-Mail-Push, Bluetooth und mittlerer Telefonitis werden ihr S740 nach etwa 10 Stunden laden müssen. Im normalen Standby (GSM) Modus und ohne daran rumzuspielen kommt man auf eine Laufzeit von etwa 9 Tagen.
Fazit
Als schnelles, schmales Smartphone soll es wohl die wenigen Business-Nutzer ansprechen, die noch keinen BlackBerry ihr Eigen nennen. Auf einen Touchscreen verzichten viele Nutzer gern, weil man damit nicht so schnell und präzise navigieren kann, wie mit einem Navkey und der Tastatur. So tippt man auch beim S740 fast nie daneben. Die schmalen Abmessungen lassen es unauffällig im Jackett verschwinden, auch wenn es ein wenig zu schwer ist. Die 3-Megapixel-Kamera des S740 kann man getrost vergessen, zur Dokumentation von Unfällen oder dergleichen reicht sie aber aus. Nutzt man einen leistungsfähigeren Kalender und Homescreen, mutiert das HTC S740 zu einem fast perfekten Gerät für den Business Alltag. Da kann man für knapp 350 Euro (Straßenpreis) eigentlich nichts falsch machen.
Als Alternative kommen z. B. E71 bzw. E63 von Nokia in Betracht.