Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 31.05.2010, 14:05 Punkte (9 von 10) Hits: 13614 Sprache: german
Testbericht HTC HD mini von mobile-reviews.de
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Revision: 31.05.2010
Mit dem HD mini bringen die Koreaner eine verkleinerte Variante des serh erfolgreichen HD 2 heraus. Technisch muss man kaum Abstriche machen. Dank Quad-Band ist auch das kleine Smartphone überall auf der Welt einsetzbar und die Unterstützung für HSDPA mit bis zu 7,2 Mbps im Download sowie ein WLAN-Empfänger sorgen für eine flotte Datenübertragung. Erfreulicherweise hat HTC auch beim HD mini nicht auf eine 3,5 mm Klinkenbuchse verzichtet. Das Betriebssystem Windows Mobile 6.5 findet im knapp 512 MB großen ROM Platz. Der interne Speicher von 384 MB kann über microSD-Speicherkarten auf bis zu 32 GB aufgerüstet werden. Angetrieben wird das Smartphone von einer Qualcomm® MSM7227 CPU mit 600 MHz. Dabei wird das Smartphone über einen 3,2 Zoll Touchscreen in Verbindung mit der HTC Sense Oberfläche gesteuert. Die Autofokus-Kamera löst mit 5 Megapixel auf, bietet aber keine LED. Der integrierte GPS-Empfänger unterstützt den Nutzer bei der Orientierung. Wie sich das kleine Smartphone im täglichen Alltag geschlagen hat, zeigt mein folgender Testbericht.
Design
Der HD mini misst nur 104 x 57 x 12 mm, wiegt 110 Gramm und ist somit nur unwesentlich größer, als das HTC Touch 2. Das schlanke Design steht dem HD mini ausgesprochen gut. Das neue Smartphone von HTC einen recht wertigen Eindruck. Es besteht überwiegend aus Kunststoff, der Akkudeckel auf der Rückseite ist mit einer rutschhemmenden Oberfläche beschichtet. Die extrem kleine Linse der 5-Megapixel-Kamera wurde leicht versenkt eingebaut und somit gut gegen Kratzer geschützt. Das kleine Display auf der Vorderseite reagiert wie erwartet empfindlich auf Fettfingern, kann dafür aber leicht gereinigt werden. Geschützt wird es von einer Glasscheibe, die allerdings nicht gegen Kratzer resistent ist! Direkt über dem Touchscreen befindet sich der Hörer, dlinks daneben eine zweifarbige LED. Während des Ladevorgangs leuchtet die LED orange, bei eingehenden E-Mails oder SMS/MMS blinkt sie grün. So ist man auch bei ausgeschaltetem Display immer im Bilde.
Vergleich (Apple iPhone 3G)
Technik
Unter der Haube des HD mini pulsiert Microsofts Windows Mobile® Professional in der Version 6.5. Auch die grafisch attraktive Benutzeroberfläche von HTC namens Sense samt den aufwändigen Animationen findet man auf dem HD mini wieder. Da freut sich der 600 MHZ starke Prozessor doch gleich. Der 3,2-Zoll-Touchscreen des HD mini wirkt im Vergleich zu anderen aktuellen Smartphones durchaus konkurrenzfähig. Auch die HVGA-Auflösung von 320 x 480 Pixel bei 65.536 Farben ist mehr Standard als Ausnahme. Natürlich löst das HTC Desire oder das HTC HD2 höher auf. Die 5-Megapixel-Kamera hat einen Autofokus aber kein Fotolicht anzubieten. Dank des Opera Browsers in der Version 9.5 surft man wie auf einem PC. Microsofts "Office Mobile" sorgt unterwegs für Zugriff auf Word, Excel und Powerpoint-Dateien. Kommunikationsseitig bietet der HD mini neben Bluetooth 2.1 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) noch eine Unterstützung für USB 2.0 und einen WLAN-Empfänger (802.11g).
Dank seiner Quad-Band-Unterstützung ist er weltweit nutzbar. Dabei wird der Datentransfer durch HSDPA auf maximal 7,2 Mbit/s beschleunigt. Alle Eingaben erfolgen über die eher übersichtlich große Bildschirmtastatur, dafür auf Wunsch aber mit der hauseigenen Textergänzungssoftware namens XT9. Programme und Daten legt der HD mini im 384 MB großen RAM bzw. im 512 MB umfassenden ROM ab. Der interne Speicher lässt sich dabei problemlos mit Micro-SDHC-Speicherkarten erweitern. Für ausreichend Geschwindigkeit sorgt eine CPU con Qualcomm mit 600 Mhz.
Prozessor
Qualcomm® MSM7227™, 600 MHz
Betriebssystem
Windows Mobile® 6.5 Professional
Speicher
ROM: 512 MB,
RAM: 384 MB
Abmessungen
104 x 58 x 12 mm, 110 g
Display
3,2''-TFT-LCD Touchscreen (Diagonale 8,1 cm), 320 x 480 Pixel HVGA-Auflösung
Netz
HSDPA/WCDMA und Quadband GSM/GPRS/EDGE
Konnektivität
GPS, Bluetooth® 2.1 mit EDR und A2DP für kabellose Stereo-Headsets
Wi-Fi®: IEEE 802.11 b/g,
Micro-USB™
Multimedia
5-Megapixel-Farbkamera mit Autofokus
Lieferumfang
Im kleinen, man könnte schon sagen HTC-typischen Karton - immerhin wird er auch beim HTC HD2 und beim Desire genutzt - kommt ein recht übersichtlicher Lieferumfang zum Vorschein. Das mitgelieferte Stereo-Headset dient in erster Linie für die Kommunikation und erfreut weniger die Klangfetischsten unter uns. Natürlich liefert HTC ein Netzladegerät mit aufsteckbarem USB-Datenkabel mit. Eine MicroSD-Speicherkarte gehört bei HTC mal wieder nicht mit zum Lieferumfang.
Verarbeitung/Haptik
Die Verarbeitung des neuen HD mini ist für diese Preisklasse erstaunlich gut. Das kleine Smartphone besteht dabei überwiegend aus Kunststoff. Die Anschlüsse sind passgenau, leider aber auch Staub und Feuchtigkeit schutzlos ausgeliefert. Echte Tasten haben die Designer dem HD mini aber kaum mit auf den Weg gegeben. Auf der linken Seite findet man die Lautstärkeregelung. An der Oberseite den Ein-/Ausschalter und das war es dann auch schon. Die Unterseite ziert eine Lade-/Datenkabebuchse im Micro-USB-Format. Handelsübliche Stereo-Kopfhörer finden dank der 3,5 mm Buchse an der Oberseite Anschluss. So kann man das Smartphone problemlos als Radio-Ersatz nutzen. Das integrierte FM-Radio kann man im Betrieb laden, das Headset dient als Antenne. Unterhalb des Displays befinden sich noch fünf Sensor-Tasten. Neben den beiden - farblich nicht weiter gekennzeichneten - Hörertasten zur Gesprächssteuerung findet man auch die obligatorische Home-Taste (für den Startbildschirm) sowie einen, mit einem "Windows" gekennzeichneten Drücker für das Windows Mobile Startmenü. Die kleine Pfeil-Taste löscht die letzte Eingabe. Alle Texteingaben erledigt man über eine recht kleine virtuelle QWERTZ-Tastatur, deren Zeichenumfang auf zwei Bildschirme verteilt wurde.
Wirklich sinnvoll schreiben kann man eigentlich nur im Querformat, dann wirken die Tassten deutlich größer.
Display
Das 3,2-Zoll große Display ist in geschlossenen Räumen oder bei mittlerem Lichteinfall in Mutter Natur ausreichend hell, leider wurde beim HD mini die etwas geringe Displayauflösung von nur 320 x 480 Pixel genutzt. Die Schrift wirkt dabei manchmal etwas verwaschen. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display des HD mini - wie bei fast allen Smartphones von HTC und Co. - schlecht ablesbar. Die maximal mögliche Displayhelligkeit muss sich dann dem wesentlich stärkeren Sonnenlicht geschlagen geben. Im Energiesparmodus schaltet sich das Display komplett ab. Aufgrund seiner kapazitiven Technologie reagiert der Touchscreen sehr flott und direkt.
Inbetriebnahme
Der Einbau des Akkus, der SIM-Karte sowie der MicroSD-Speicherkarte gestaltet sich ganz einfach. Zum Wechsel der Speicherkarte muss man aber leider erst den Akkudeckel entfernen. Das HD mini wird durch leichten Druck auf den Ein-/Ausschalter an der Oberseite gestartet. Windows Mobile 6.5 genehmigt sich dann - wie seine Vorgänger - eine kleine Pause, manchem auch als(Kaffee)-Bootvorgang bekannt. Nach der erstmaligen Einrichtung ist das Gerät aber flott wieder einsatzfähig.
HTC Sense
Die neue Version 2.5.20131825.0 der "HTC Sense" genannten Benutzeroberfläche von HTC präsentiert sich grafisch wieder sehr aufwändig mit einem eigenen Startmenü.
Auch das HTC Sense nutz wieder die kontaktbezogene Informationsaufbereitung. Damit muss der User nicht mehr zwischen Messaging und Telefon hin und her wechseln. Die entsprechende Kontaktkarte wurde um ein multifunktionales Register erweitert. So kann man direkt aus den Kontakten heraus Nachrichten senden. Andersherum werden empfangene Nachrichten wie in einem Chat dem entsprechenden Kontakt zugeordnet.
HTC Sense bietet alle Informationen auf einen Blick. Dabei präsentiert es die Kalendereinträge, Aufgaben und Nachrichten sowohl übersichtlich als auch grafisch sehr ansprechend. Über die verschiedenen Register, die je nach Bedarf auch ausgeblendet werden können, wechselt man durch einfache Finger-Slides zwischen Mail, Musikplayer, Wetter oder Kalendereinträgen. Die bereits vorinstallierten Plug-ins erlauben den Zugriff auf nahezu alle Funktionen und Programme des Mobiltelefons. Kleine Icons auf den Reitern symbolisieren dabei die jeweiligen Anwendungsbereiche. Durch Druck auf das "+"-Symbol kann man noch weitere Verknüpfungen hinzufügen. Will man ein Icon löschen, so erscheint ein "x"-Symbol. Wer es dann mal individueller mag, kann über den letzten Reiter seinen Homescreen auch ein wenig personalisieren.
Wetterdaten setzt das neue HTC Sense optisch sehr eindrucksvoll mit einer aufwändigen Animation in Szene. So werden sowohl Sonnenschein als auch Regenwolken durch schöne Animationen dargestellt. Die notwendigen Klimadaten der zahlreichen Städte erhält das HD mini dabei aus dem Internet. Dank der RAM-Erweiterung auf 384 MB und des 600 MHz Prozessors kann man auch bei einer Vielzahl an geöffneten Applikationen noch zügig durch die Menüs hüpfen. Man kann das HD mini zwar auch in den Quermodus drehen - dem Lagesensor sei Dank - das HTC Sense dreht sich aber nicht mit.
Menü/Funktionen
Da beim HD mini Windows Mobile 6.5 zum Einsatz kommt, muss man auch mit dem eher unübersichtlichen Startmenü Vorlieb nehmen.
Nach kurzem Druck auf die "Windows-Taste" bzw. durch den Klick auf das Windows-Icon in der Startleite kommt ein Menü mit mehr als 40 - in Worten vierzig - Icons zum Vorschein.
Diese sind zwar grafisch ansprechend und ausreichend groß ausgefallen, die Listenansicht wirkt in meinen Augen aber eher unübersichtlich. Erfreulicherweise hat Microsoft einige Programme, wie zum Beispiel das Officepaket, in Ordner verschoben. Zusätzlich installierte Programme werden immer an das Ende der Liste verschoben.
PIM/Office
Das HD mini eröffnet dem Nutzer als waschechtes Windows Mobile Smartphone eine Vielzahl an hilfreichen Programmen. Neben eher allgemeinen Programmen, wie einem Wecker, Rechner und Dateiexplorer gehören auch spezielle Anwendungen, wie eine Aufgaben-, Kontakt- und Notizenverwaltung sowie ein Kalender Ab Werk zum Funktionsumfang. Auch eine spezielle YouTube-Anwendung ist vorhanden. Selbst an eine Navigationslösung, in Form einer Testversion von CoPilot Live bzw. Google Maps wurde gedacht.
Das sehr nützliche "OneNoteMobile" ermöglicht Notizen mit Grafiken und Audiokommentaren, so wird aus dem schnöden Einkaufszettel schnell ein multimediales Kunstwerk. Sogar an eine Übersicht der aktuellen Aktienkurse wurde gedacht.
Natürlich werden Businessgeräte, wie das HD mini auch mit den passenden Office-Anwendungen (Excel Mobile, Word Mobile, Powerpoint Mobile) ausgestattet. Excel- und Word-Dateien können sowohl angezeigt, als auch verändert werden. Powerpoint- sowie PDF-Dateien kann man dagegen nur lesen.
Die Änderungen in der mit Windows Mobile 6.4 ausgelieferten Version von Mobile Word bzw. Excel sind klein aber fein. So beherrschen Word und Excel nun auch Hervorhebungen wie beispielsweise Fettschrift oder Kursivschrift. Insgesamt wurden die Funktionen des mobilen Officepaketes in Windows Mobile 6.5 optisch an Vista angelehnt.
Der Speicher für die Kontaktdatenbank wird dynamisch zugewiesen und kann daher eine Vielzahl von Einträgen und Informationsdetails aufnehmen. So kann man nahezu alle möglichen Informationsdetails eintragen (z. B. Name, Mobiltelefon, Privatnummer, Büronummer, Fax, E-Mail, Rufton sowie eine persönliche Notiz). Im Vergleich zu anderen Windows Mobile Smartphones von HTC wurde das Aussehen der Kontaktanwendung jetzt aber nicht wesentlich geändert. Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert bzw. aus den Google-Kontakten übernommen und bei einem Anruf als "Vollbild" angezeigt. Kontakte werden durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben durchsucht und können nach einer Vielzahl von Kriterien sortiert und gefiltert werden.
Der neu gestaltete Kalender stellt Termine übersichtlich in einer Wochen- und Tagesansicht dar. Man sieht auf dem Startbildschirm auf Wunsch auch die Tagesagenda anzeigen und zwar mit Wettervorhersage. Der jeweils anstehende Termin wird zudem auf dem Entsperr-Bildschirm angezeigt. Zu jedem Termin lässt sich eine Notiz eingeben. Auch wiederkehrende Termine stellen das HD mini nicht vor Probleme.
Auf anstehende Einträge wird durch ein kleines Symbol im Form eines Dreiecks hingewiesen. Zu jedem Termin kann eine Notiz hinterlegt werden. Auch wiederkehrende Termine stellen den Kalender des HD mini nicht vor Probleme. In der Wochen- und Tagesübersicht werden Termine durch einen Balken dargestellt. Auch Aufgaben kann man in bestimmten Intervallen wiederholen lassen und mit Notizen ergänzen. Im Gegensatz zu den Terminen werden sie aber nicht im Kalender angezeigt. Natürlich zeigt die SMS-Anwendung die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen an. Vielschreiber können auch mehrere davon verketten.
Mit "Marketplace" greift man auf einen Online-Service zu, mit dessen Hilfe man Applikationen direkt am HD mini kaufen und installieren kann. In dieser Hinsicht bringt Windows Mobile 6.5 also eine deutliche Verbesserung mit sich, auch wenn das Angebot mit bis dato knapp 400 Anwendung noch recht übersichtlich ausfällt. Über den "My Phone" genannten Dienst bietet Microsoft die Möglichkeit an, die Inhalte seines Smartphones, wie Telefonbucheinträge und Co. direkt über das Mobilfunknetz auf dem aktuellen Stand zu halten.
Unterhaltung/Spiele
Der Bereich Unterhaltung und Spiele ist traditionsgemäß eher unterbesetzt. Lediglich die beiden recht angestaubten Spiele "Solitär" und "Teeter" haben Einzug ins HD mini gehalten. Java-Anwendungen und Spiele kann es aber auch verarbeiten. Auf dem freien Markt gibt es aber eine riesige Menge an Spielen und Programmen, sowohl als Free- und Shareware, als auch als Vollpreisvariante. Gute Anlaufstellen für derartige Software sind z. B. die Seiten von pocketland.de oder handango.de. Dann kann man sogar einen waschechten C64 wieder zum Leben erwecken, ein C64-Emulator macht es möglich.
Navigation/GPS
Das HD mini ist mit einer internen GPS-Antenne ausgestattet. In Verbindung mit einem passenden Programm kann es daher auch zur Navigation genutzt werden.
Google Maps ermittelt den aktuellen Standort über die Celltower-Triangulation bzw. das integrierte GPS, danach aktualisiert sich die Position während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird freilich direkt aus dem Internet auf den HD mini übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Art von Fußgängernavigation in Form einer Online-Stadtkarte ist somit problemlos und relativ genau möglich. Alternativ kann man die Satellitenbahnen vorab über die "Quick-GPS" genannte Anwendung auf seinen HD mini runter laden. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. So dauert der Satfix nur ein paar Sekunden.
Musik
Der
Musicplayer des HD mini ist optisch nicht ganz so schlicht ausgefallen und gut bedienbar. Auf dem Display werden neben dem "Album Art" auch der Trackname sowie der Interpret angezeigt. Um die mögliche Soundqualität des HD mini
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke reicht leider nicht aus und auch das Ausgangssignal fällt gerade im Bassbereich zu früh ab. Dabei beschneidet die Software des HD mini die Höhen,, so dass der iGrado mit dem Ausgangssignal unterfordert ist.
Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem HD mini deutlich besser zusammen, kappt die Höhen aber etwas früh. Der Sennheiser CX300
ist genauso so wie der Creative
Labs EP 630 für einen InEar eine gute Alternative. So liefert das HD mini amtliche Bass. Leider auch hier zu Lasten der Höhen. Durch das passende Equalizer-Preset des Audio-Verstärkers kann man dieses Manko aber ausgleichen, da dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Ab Werk gibt es Voreinstellungen, wie Normal, Bass-Verstärkung, Bass-Reduzierung, Blues, Klassisch, Land, Tanz, Heavy Metal und dergleichen mehr. Grundsätzlich kann man mit dem HTC HD mini seine Muisk auch über
A2DP und AVRCP übertragen. Über einen Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9, klingt das zwar nicht so klar und bassstark wie z. B. beim Nokia 5800 XM oder HTC BeatDJ, für ein Smartphone auf Basis von Windows Mobile 6.5 ist der Klang und die Gesamtlautstärke aber wirklich gut!
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)
The Corrs
(Talk on Corners)
Songs kann man nach
einer Vielzahl an Kriterien sortieren. Neben einer Sortierung nach Interpreten, kann man sich auch nur die Alben oder Genres anzeigen lassen.
Durch die Multitasking-Unterstützung kann man seine
Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag,
spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die
Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.
Das HD mini bietet ein FM-Radio, so stehen zahlreiche Senderspeicher zur Verfügung. Dank RDS wird auch der aktuelle Sendernamen angezeigt. Zum Betrieb muss zwingend ein Headset angeschlossen werden, obwohl man den Sound dann auch über den internen Lautsprecher ausgeben lassen kann. Selbst an eine Einschlafhilfe in Form einer Zeitschaltuhr wurde gedacht.
Der Media Player ist schon seit Jahren nahezu unverändert und technisch eher Standard. Die
abgespeicherten Videos werden im Vollbildmodus dargestellt, auf Wunsch sogar im Querformat. Das HD mini kann Videos in voller Displayauflösung abspielen, sofern man sie vorher ins MP4-Format konvertiert hat. Videos im DivX/XViD-Format spielt der Player nicht ab, hierzu muss man sich des kostenpflichtigen CorePlayer bedienen.
Klang
Der Gesprächspartner tönt während der Verbindung klar und deutlich aus dem Hörer, die Kommunikationsfähigkeit des HD mini ist "gut". Nutzt man die Freisprechfunktion, kommen minimale Hallgeräusche und leichtes Krächzen hinzu. Obwohl das HD mini nur über einen einzigen Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke mehr als ausreichend, um am Arbeitsplatz als mobile Jukebox zu fungieren. Dann übersteuert er allerdings auch recht schnell. Die vorinstallierten Klingeltöne sind eher zweckmäßig statt aufregend. Die maximale Lautstärke über den Kopfhörerausgang ist wirklich ausreichend hoch.
Connectivity
Wenig überraschend, schließlich handelt es sich um ein Windows Mobile Smartphone, klappt die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) einwandfrei. Ebenfalls wenig überraschend dauert sie bei einer Vielzahl an Kontakten auch etwas länger. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte das HD mini über USB in etwa 2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang unwesentlich länger. Neben dem Headset Profil, bietet es auch noch HFP (Hands-Free) und SAP (SIM Access Profile).
Mit einem geeigneten Bluetooth-Headset (z. B. dem Motorola S9) steht durch A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einem kabelfreien Musikgenuss nichts mehr im Wege. Der GSM/UMTS Empfang des Quadband-Gerätes ist gut. Hier braucht er sich nicht hinter anderen Smartphones zu verstecken. Die Empfangsqualität des WLAN-Empfänger ist sehr gut.
Das neue HD mini nutzt den Opera Mobile Browser in der Version 9.5. Dank HSDPA kann man auch in sehr angenehmer Geschwindigkeit surfen. Webseiten werden dabei 1:1 wieder gegeben. Surfen macht auf dem 3,2-Zoll-Display dank Multi-Touch durchaus Spaß. Eine Webseite wird zunächst immer in der Gesamtübersicht geladen. Über das CommCenter hat man dabei Zugriff auf alle möglichen Verbindungsarten.
Das HD mini kann auch ohne Treiber als Wechselspeicher genutzt werden, den entsprechenden Eintrag bietet er beim Anschluss an den PC an. Die Übertragungsgeschwindigkeit per USB ist sehr schnell. Natürlich kann man dazu auch den Kurzstreckenfunk Bluetooth nutzen.
Der eingebaute E-Mail Klient unterstützt POP und IMAP und ist auch in der Lage Postfächer mit Microsoft Exchange-Diensten zu synchronisieren.. Wer über keinen Push-Dienst verfügt kann seine E-Mails in unterschiedlichen Intervallen, von 5 Minuten bis einmal täglich, automatisch abholen lassen. E-Mail Push lässt sich über einen speziellen Serverdienst auf MS Exchange Basis realisieren, zieht dann aber auch an den Reserven des Akkus. Der HD mini kann auch ohne Treiber als Wechselspeicher genutzt werden, den entsprechenden Eintrag bietet er beim Anschluss an den PC an. Die Übertragungsgeschwindigkeit per USB empfinde ich als ausreichend schnell. Natürlich kann man dazu auch den Kurzstreckenfunk Bluetooth nutzen.
Kamera/Video
Auch wenn die Kameraqualität bei HTC eher der buddhistisch angehauchten Philosophie desr Enthaltsamkeit folgt, ist sie gar nicht so schlecht. Wunder sollte man vom knapp 5 mm kleinen Objektiv der Kamera beim HD mini aber trotzdem nicht erwarten. Dafür ist dann doch eher die Kirche da. Bilder in völliger Dunkelheit geraten beim HD mini ebenfalls zu einer Glaubensfrage: man kann nicht glauben, dass sie einfach schlecht ist. Das verwundert aber auch nicht, denn die Designer haben mal wieder auf ein gesondertes Foto-Licht verzichtet.
Der HD mini nutzt im Kameramodus das komplette Display mit einer 81, cm Diagonalen als Sucher. Es wird also wie bei einer echten Digicam im Quermodus gehalten. Die Kameraoptionen bieten mal megr, mal weniger nützliche Einstellungsmöglichkeiten. Da wären zunächst die Unterschiedlichen Weißabgleichsmöglichkeiten, wie Auto, Tageslicht, Nacht, Neonlicht, Glühbirne und ein paar Effekte, wie Graustufen, Sepia, Kalt und Negativ.
Die Bildauflösung kann in verschiedenen Stufen, von 5 Megapixel im Breitwandformat bis hin zu übersichtlichen 320 x 240 Pixel für MMS variiert werden. Die Qualität der Bilder kann man auf Einfach, Normal, Fein und Superfein einstellen. Der Start der Kamerasoftware nimmt mehr als zwei Sekunden in Anspruch, aufgrund des selektiven Aufgrund dauert die Speicherung und das Scharfstellen des Motivs dann nochmals etwa die gleiche Zeit. Das ist für spontane Schnappschüsse deutlich zu lang.
(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)
Bei guten Lichtverhältnissen wirken die Bilder recht ansprechend und auch die Schärfe ist überzeugend. Leider stimmen die Belichtungswerte nicht immer und auch der Weißabgleich verursacht so seine Probleme. So haben die Bilder oft einen Rotstich. Bei schlechteren Lichtverhältnissen werden die Bilder eher trist und bei abnehmender Helligkeit werden die Motive mit Artefakte durchzogen und wirken matschig. Nahaufnahmen gelingen aufgrund des fehlenden Makromodus recht gut, zu nah sollte man allerdings nicht ans Motiv. Die Qualität der Bilder ist durchaus mit anderen 5-Megapixel-Kameras vergleichbar. Gerade von den Konkurrenzprodukten aus dem Hause Sony Ericsson ist man trotzdem mehr gewohnt.
Videos nimmt der HD mini mit maximal 640 x 480 Pixel auf. Dabei kommt sowohl der MP4 als auch der 3GP-Kontainer zum Einsatz. Eine Minute Video verbät dabei fast 10 Megabyte Speicherplatz. Die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten der Kamera stehen auch in diesem Modus zur Verfügung. Das beliebte Geo-Tagging wird trotz des integrierten GPS-Empfängers leider nicht unterstützt.
Akkulaufzeit
Der mitgelieferte 1200 mAh Akku ist schon fast ein Ausdauerwunder, erledigt er seine Aufgabe unter normalen Bedingungen (15 Minuten am Tag telefonieren, 45 Minuten Musik, ein paar Fotos und Videos sowie bei deaktiviertem E-Mail-Push) etwa 3 Tage lang. Selbst die Intensivnutzer unter uns mit zwanghaftem Mitteilungsbedürfnis werden einen Arbeitstag von knapp 8-10 Stunden mit ihrem HD überstehen. Nutzt man das kleine Smartphone nur als Navigationshilfe, sollte man sich aber trotzdem ein Auto-Ladekabel beschaffen, das eingeschaltet GPS in Verbindung mit dem Bildschirm saugt dem Akku recht schnell sein Lebensexlixier aus. Die maximale Gesprächszeit im UMTS-Netz beträgt knapp 6 Stunden, im GSM-Netz fast 7 Stunden.
Videotest
Fazit
Auch beim HTC mini wurde die "Sense" genannte Benutzeroberfläche von HTC nochmals angepasst. Die recht verschachtelten Menüs von Windows Mobile kommen so kaum noch ans Tageslicht. Das kleinere Display des HD mini macht die Bedienung im Vergleich zum HD2 zwar nicht einfacher, insgesamt ist der Kompromiss zwischen Leistungsfähigkeit, Größe und Gewicht beim HD mini aber sehr gelungen.
Die problemlose Synchronisation mit Firmennetzwerken und die umfangreiche Kontakt- und Aufgabenverwaltung ist bei Smartphones mit Windows Mobile immer noch unerreicht. Da kann nur ein BlackBerry mithalten. Wer die Ausstattung eines HD2 sucht, aber sich mit der entsprechenden Größe nicht anfreuden dafür aber mit einem kleineren Bildschirm leben kann, für den ist das HTC HD mini sicher die Alternative.