Garmin Nüvifone A50

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 01.09.2010
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Testbericht Nüvifone A50 Optimus von mobile-reviews.de
Hersteller:

Garmin
Modell:

nüvifone
Onlineshops:

Geizhals

Kamera:

Kamera

Revision: 01.09.2010

Mit dem  nüvifone A50 stellt Garmin ein Handy mit dem Betriebssystem Android 1.6 von Google vor, mit dem man sehr einfach in unbekanntem Terrain navigieren kann. Dazu hat Garmin eine spezielle Navigationssoftware in das Betriebssystem verankert und Android mit einer speziellen Bedieneroberfläche namens Breeze versehen. Diese nutzt drei große, virtuelle Buttons zur Zieleingabe und Kartenübersicht sowie für die Telefoniefunktion. Bedient wird das nüvifone über einen kapazitive reagierenden, 3,5 Zoll großen HVGA-Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel.  Die Kamera löst mit 3-Megapixel auf und nutzt einen Autofokus, einen Blitz zur Beleuchtung von Motiven haben die Designer allerdings vergessen. Eigene Kopfhörer  finden über eine 3,5-Millimeter-Buche Anschluss an das nüvifone. Unterwegs ist man sowohl über HSDPA mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde als auch über WLAN online. Der sehr gute GPS Empfänger sorgt auch in Gebäuden für Orientierung. Das A50 ist in Deutschland exklusiv nur über o2 erhältlich. Wie sich der nicht ganz günstige Navigationsspezialist unterwegs so geschlagen hat, lesen Sie im Testbericht.

Design

nüvifone A50
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nüvifone A50
nüvifone A50
nüvifone A50

Alle Bilder des nüvifone A50 Optimus.

Das nüvifone A50 ist nur knapp 115 x 62 x 13 mm groß, wiegt aber 137 Gramm, dabei besteht es zumindest äußerlich nur aus Kunststoff. Trotzdem macht das nüvifone A50 einen wertigen Eindruck und ist gut verarbeitet. Hier merkt man die Erfahrung des Hardwareherstellers, schließlich kommt es von Asus. Die kleine Linse der 3-Megapixel-Kamera wurde in das Gehäuse eingelassen und ist recht gut gegen Kratzer geschützt, Fettfingerabdrücke verirren sich so trotzdem noch auf die Plastiklinse und lassen Bilder dann unscharf wirken. Das Gerät selber ist in schwarz gehalten. Um das Gerät herum verläuft ein chromfarbener Ring. Das Display wird von einem Glas geschützt. Die gesamte Vorderseite ist hochglänzend, über dem Display thront der "nüvifone"-Schriftzug. Direkt darüber befindet sich der Hörer. Die vier unter dem Display angebrachten Tasten sind nahezu unsichtbar und leuchten erst nach dem Entsperren des Display weiß auf. Die Tasten reagieren auf sanften Druck und werden nur vom mittig angebrachten Steuerkreuz unterbrochen.

Vergleich mit Apple iPhone 4

nüvifone A50 nüvifone A50

Das nüvifone A50 wirkt unwesentlich kleiner als ein Apple iPhone 4.

Technik

Als Betriebsystem kommt das optisch und technisch leicht angstaubte Android in der Version 1.6 zum Einsatz. Garmin hat die Oberfläche aber mit dem hauseigenen "Breeze" ersetzt. Die 3-Megapixel-Kamera nutzt zwar einen Autofokus kann aber kein Fotolicht (LED) vorweisen. Dank des flotten Browsers - der wie bei fast alle neuen Browser auf WebKit basiert - surft man wie auf einem PC. Mit Adobe Flash versteht er sich nicht. Kommunikationsseitig bietet das nüvifone A50 den Kurzstreckenfunk Bluetooth 2.0 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) sowie USB 2.0. Per UMTS und WLAN b/g ist man unterwegs online. Dank seiner Quad-Band-Unterstützung ist es nahezu weltweit einsetzbar. Dabei wird der Datentransfer abseits der Funknetzwerke durch HSDPA auf maximal 7,2 Mbit/Sek. beschleunigt. Alle Eingaben erledigt man über eine recht annehmbare Bildschirmtastatur.

Der kapazitiv ausgelegte Bildschirm bietet eine Diagonale von 8,89 cm (3,5 Zoll) und löst mit den üblichen 320 x 480 Pixel auf. Der interne Speicher von 116 Megabyte lässt sich problemlos mit micro-SD-Speicherkarten um bis zu 32 Gigabyte erweitern.

Prozessor

Qualcomm MSM7227 mit 600 MHz

Betriebssystem Android OS 1.6 mit Benutzeroberfläche "Breeze"
Speicher ROM: 256 MB, RAM: 256 MB, Interner Speicher: 4 GB
Abmessungen 115 x 62 x 13 mm, 137 Gramm
Display

3m5''-TFT-LCD Touchscreen (Diagonale 8,89 cm), kapazitiv
320 x 480 Pixel Auflösung

Netz HSDPA/WCDMA und Quadband GSM/GPRS/EDGE
Konnektivität GPS, Bluetooth® 2 mit EDR und A2DP für kabellose Stereo-Headsets
Wi-Fi®: IEEE 802.11 b/g, Mini-USB™
Multimedia 3-Megapixel-Farbkamera mit Autofokus, kein Blitz/LED

Lieferumfang

In der blau-weißen Verpackung hat eine Menge Zubehör Platz gefunden.

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Das mitgelieferte Stereo-Headset ist für Musikgenuss eher untauglich und dient nur zur Kommunikation. Das nüvifone A50 wird mit zwei Ladegeräten, eines davon ist speziell für den Einsatz im PKW vorgesehen, ausgeliefert. Zudem gehören diverse Daten-/Anschlusskabel mit Mini-USB-Anschkuss zum Lieferumfang. Dank des Kopfhöreradapters mit eingebautem Mikrofon finden auch eigene Kopfhörer mit 3,5-Klinkenbuchse Anschluss an das A50. Eine MicroSD-Speicherkarte gehört nicht zum Lieferumfang, dafür aber ein USB-Stick mit Bedienungsanleitung und Hilfen im PDF. Unterwegs kann man das A50 über die mitgelieferte Kfz-Halterung an die Windschutzscheibe andocken. Der 1150 mAh Akku sorgt abseits von der Steckdose für ausreichend Power.

Verarbeitung/Haptik

Die Verarbeitung des nüvifone A50 ist gut, obwohl es nur aus Kunststoff zu bestehe scheint. Der rückseitige Akkudeckel ist recht dünn geraten und mit einer gummiartigen Beschichtung versehen, so liegt das Smartphone ausgezeichnet in der Hand.

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Die Lade-/Datenkabel/Kopfhörerbuchse im Mini-USB-Format befindet sich an der Unterseite und ist nicht gegen Staub oder Feuchtigkeit geschützt. An der linken Gehäuseseite findet man den Anschuss für das Pkw-Ladegreät und die entsprechende Halterung. Auf der rechten Gehäuseseite den Lautstärkeregler sowie einen Kameraauslöser.

Unterhalb des Displays befinden sich vier farblich nicht weiter gekennzeichnete virtuelle Drücker. Die Hörer-Taste an der linken Seite dient der Gesprächssteuerung. Der Home-Button auf der rechten Seite startet das Navigationsmenü. Direkt darüber befindet sich eine Taste, mit der man kontextsensitive Funktionen auslösen kann. Die Rückschritttaste löscht Eingaben oder springt einen Menüpunkt zurück. Alle Texteingaben erfolgen über die virtuelle QWERTZ-Tastatur, deren Zeichenumfang auf zwei Bildschirme aufgeteilt wurde.

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Die großen Zifferntasten bei der virtuellen Zehnertastatur erleichtern die Wahl von Telefonnummern. In der QWERTZ-Variante erreicht man die Umlaute nur, indem man den entsprechenden Buchstaben länger gedrückt hält. Im Querformat werden die Tasten einen Tick größer dargestellt und sind so besser erreichbar.

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Display

Das Display weist eine Diagonale von 3,5-Zoll (8,89 cm) auf und reagiert kapazitiv auf Eingabe, In geschlossenen Räumen oder bei mittlerem Lichteinfall ist es gut ablesbar, ohne die Qualität des Displays eines iPhone 3GS zu erreichen. Zudem wirkt die Schrift aufgrund der relativ geringeren Auflösung von 320 x 480 Pixel nicht so scharf wie bei neueren Smartphones, vom Schlage eines HTC Desire, Samsung Galaxy S oder iPhone 4. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Display deutlich schlechter ablesbar. Im Auto stellt das aber kaum ein Problem dar. Im Energiesparmodus schaltet sich das Display komplett ab. Aufgrund seiner kapazitiven Technologie reagiert der Touchscreen auf elektrische Spannungen und unterstützt so neben Multitouch auch Pinch-to-zoom.

Inbetriebnahme

nüvifone A50

Der Einbau des 1150 mAh Akkus, der SIM-Karte sowie der microSD-Speicherkarte gestaltet sich recht einfach. Zum Wechseln der Speicherkarte muss man nur den Akkudeckel entfernen. Das nüvifone A50 wird durch leichten Druck auf den Ein-/Ausschalter auf der Oberseite gestartet. Wenn man alles richtig gemacht hat, vibriert es kurz. Android genehmigt sich dann eine kurze Startphase. Nach der erstmaligen Einrichtung macht das Gerät zwar einen recht flinken Eindruck kann aber nicht mit Smartphones mit 1 GHz Prozessoren mithalten.

Android 1.6

Garmin hat das Android-Betriebssystem unter einer hübschen Benutzeroberfläche namens "Breeze" versteckt.

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Auf den ersten Blick erkennt man den Dreh- und Angelpunkt des nüvifone A50. Drei große Icons weisen auf die beiden zentralen Funktionen: Telefonieren und Navigieren (inklusive Kartendarstellung) hin.

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Wer mag, kann zusätzlich auf zahlreiche Widgets, wie man sie auch von anderen Handys mit Android her kennt zurück greifen. So stehen unterschiedliche Uhrdesigns (Digital/Analog), eine Kalenderübersicht, der MP3-Player und dergleichen mehr zur Auswahl. Dazu gibt es im Menü einen eigenen Eintrag namens "Widgets". Ein Widget installiert man, indem man den Bildschirm etwa länger berührt, es auswählt und dann per drag & drop auf den Bildschirm zieht.

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Die für Android s otypische Programmübersicht mit ihren alphabetisch sortierten Programmsymbolen kommt nicht zum Vorschein. Garmin lieferte stattdessen eine buchartige Übersicht mit nicht weniger als fünfundzwanzig Icons. Dazu "klappt" man das Buch auf, indem man von rechts nach links über den Bildschirm wischt. Die Icons werden dann horizontal angeordnet, jeweils zwei davon nebeneinander. Die eingängig gezeichneten und beschrifteten Programmsymbole geben so Zugriff auf zahlreiche Funktionen.

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Ein Taschenrechner hilft beim Ausrechnen diverser Aufgabenstellungen. Die Applikation "Flugstatus" zeigt ankommende und abgehende Flüge an einem Flughafen seiner Wahl an. Eine Stoppuhr, ein Timer, ein Wecker und eine Weltuhr sorgen für das richtige Zeitgefühl. Der Wecker funktioniert allerdings nur dann, solange das nüvifone A50 eingeschaltet ist.

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Fans des runden Leders werden sich über eine Applikation namens "ran" freuen. Bekommen sie so doch schnell und unkompliziert Auskunft über aktuelle Spielergebnisse, allerdings nur online. Bis auf den Datenverkehr der dadurch entsteht, ist die Auskunft aber kostenlos. Ein Umrechner rechnet verschiedene Maßeinheiten um und hilft den Weltenbummlern unter uns. Die Wettervorhersage unterstützt bei der Planung außerhäuslicher Aktivitäten. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich bei meinem aktuellen Marathontraining bisher zu 80% im Regen gelaufen bin? Nein? Egal.

Ein elektronischer Kalender, SMS sowie E-Mail-Funktionalität sind heutzutage eine Selbstverständlichkeit. So was bietet natürlich auch das nüvifone A50. Das Handy signalisiert Anrufe durch Vibration, durch Klingeln und Vibration oder eben nur durch einen Rufton. Eine Notizfunktion sucht man hingegen vergebens.

PIM/Office

Das nüvifone A50 ist softwareseitig zwar nicht unbedingt üppig ausgestattet, eine spezielle YouTube-Anwendung durfte aber auch hier nicht fehlen. Wen wunderst, schließlich wurde YouTube auch von Google übernommen.

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Das Handys kommt mit den beliebten Office-Dateien (Excel, PDF, PowerPoint, Word) zurecht. Hierzu nutzt man den Dokumenten Viewer. Damit kann man solcherlei Werk aber nur anzeigen und nicht bearbeiten. Der Speicher für Kontakte wird bei aktuellen Smartphones immer dynamisch zugewiesen. So kann man fast beliebig viele Kontakte und Informationsdetails abspeichern.

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Neben dem Namen, finden auch die Mobiltelefonnummer, der Nickname, die Website, die E-Mail-Adresse, eine normale Adresse sowie eine Menge anderer persönlicher Daten Einzug in die Datenbank. Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert bzw. aus den Google-Kontakten übernommen und bei einem Anruf als "Vollbild" angezeigt. Wer da bisweilen den Überblick verliert, kann die eingebaute Suchfunktion nutzen. Hier reicht schon die Eingabe weniger Buchstaben. Besonders wichtige Personen finden in den Favoriten ausreichend Würdigung.

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Der Kalender stellt Aufgaben und Termine sehr übersichtlich in einer Monatsansicht dar. Zu jedem Termin lässt sich natürlich auch eine Notiz hinterlegen. Auch wiederkehrende Termine stellen den Kalender des nüvifone A50 nicht vor Probleme. Auf anstehende Einträge wird im Kalender durch entsprechende Informationen hingewiesen, der aktuelle Tag ist rot umkreist. In der Tages- und Wochenübersicht repräsentieren grüne Balken die jeweilige Dauer eines Termins. Optisch betrachtet gehört der Kalender des nüvifone zu den schönsten Vertretern seiner Art.

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Natürlich zeigt die oben bebilderte SMS-Anwendung auch die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen an. Vielschreiber können auch mehrere davon verketten. Auch wem eine korrekte Rechtschreibung nicht so wichtig erscheint, schlägt die Software passende Wörter vor.

Unterhaltung/Spiele

Spiele gehören nicht zum Repertoire des Garmin nüvifone A50. Da ist man auf die Angebote im Android Market angewiesen.

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Anwendungen im Android Market werden bei Veröffentlichung zunächst wohl nicht durch Google übergeprüft. Eine spezielle Meldefunktion weist Google später aber auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist. Auch die Kontrolle bei Apple versagt da aber bisweilen. Im Market gibt es neben echten Perlen (ein Programm um zeitgesteuerte Profile zu ermöglichen oder sogar ein C64-Emulator (Frodo)), auch eine Menge weniger nutzbringendere Applikationen. Der hochgelobte AppStore von Apple liefert aber auch nicht immer die bessere Qualität.

Navigation/GPS

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Das nüvifone A50 ist mit einer internen GPS-Antenne sowie einem hervorragenden GPS-Chipsatz ausgerüstet. In Verbindung mit dem mitgelieferten Navigationsprogramm von Garmin kann man es daher auch zur Navigation nutzen. Das macht mit dem 3,5-Zoll-Display und der speziellen Pkw-Halterung eine Menge Spaß und funktioniert in der Praxis teilweise sogar noch in Gebäuden. Auf der Straße verliert man bei direkter Sonneneinstrahlung auf dem Display aber trotzdem noch die Orientierung :D Wer die hervorragende Navigationslösung von Garmin aus welchen Gründen auch immer nicht mag, kann auf Google Maps zurückgreifen.

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Der Nutzer des A50 hat zunächst die Möglichkeit, die beiden mitgelieferten Stimmen der Sprachausgabe gegen seine eigene auszutauschen. Dazu muss er nur rund 70 Sprachkommandos eingeben, bzw. nachsprechen.

Drückt man im Startmenü das Icon mit der Beschriftung "Zieleingabe" und hat die Adresse eingegeben, geht es auch schon "Los". Hier hat man die Wahl zwischen Auto und Fußgänger. Befindet sich das nüvifone in der Pkw-Halterung, wird automatische die Routenführung für Autos berechnet. Die Navigation wird in einer Art "Pseudo-3D" dargestellt. So findet man alle relevanten Informationen auf einem Blick. Selbst an eine Stauwarnung hat Garmin gedacht. Staus werden dabei in grau (keine aktuellen Informationen), grün (keine Staus bekannt), gelb (stockender Verkehr) und rot (schwere Verkehrsbehinderung) abgebildet. Klickt man auf das Stausymbol, so wird eine Infokarte bzw. eine Liste angezeigt.

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In der oberen rechten Ecke findet man zwei Buttons zum ein- und auszoomen, die aktuell gefahrene Geschwindigkeit und eventuell bestehende Tempolimits zeigt die Software in der unteren rechten Ecke an. Leider hinken gerade die Tempolimits immer etwa 3 Sekunden nach. In der linken unteren Ecke des Bildschirms zeigt das Garmin die zu fahrenden Kilometer und die voraussichtliche Ankunftszeit an, außerdem die Entfernung zum nächsten Abbiegepunkt.

Verzögerungen durch Staus werden direkt mit einkalkuliert und angezeigt. Staus sollte man bekanntlich besser umfahren, dazu liefert das Garmin eine Alternativroute. Die Informationen auf Basis von TMC stehen immer zur Verfügung und sind kostenlos. Wer hingegen Verkehrsinformationen von NAVTEQ haben möchte (TMCpro-Daten), muss sich hierfür registrieren und dann auch bezahlen. Zum Test steht ein 30-tägiges Probeabo zur Verfügung, danach kostet dieser Dienst 49,95 Euro pro Jahr. Diese Informationen gibt es natürlich auch für Radarüberprüfungen :D Ach ja, die Daten werden selbstverständlich über eine Internetverbindung übertragen, also Vorsicht.

Ein Spurwechselassistent sorgt an Kreuzungen und Abfahrten für die notwendige Orientierung. Straßennamen werden auf der Karte aktualisiert, genauso wie die Route selbst, sollte man einmal falsch abgebogen sein. Die Navigationssoftware von Garmin ist in meinen Augen ein guter Ersatz für Stand Alone-Navigationsgeräte. Mit dem nüvifone A50 kann ich sogar noch telefonieren :D

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Google Maps ermittelt den aktuellen Standort im ersten Schritt über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger. Danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird dabei direkt über das Internet auf das nüvifone A50 übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Navigation ohne Sprachausgabe ist mit der neuen Version von Google Maps (online im Market verfügbar) problemlos und relativ einfach möglich. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. Der erste Satfix geht sehr schnell und klappt auch in Gebäuden. Autos mit Wärmeschutzverglasung dämpfen aber den Empfang erheblich. Google Maps warnt nicht ausdrücklich vor Staus. Die zusätzlich verfügbare Ebene "Verkehr" zeigt aber die aktuelle Verkehrslage. Google Maps bietet zudem keine automatischen Alternativrouten an. Diese kann man aber manuell anfordern. Die Neuberechnung kann dann aber länger dauern. Natürlich hat man dem nüvifone A50 auch das volle Softwareangebot von Google mit auf den Weg gegeben. Neben Google-Mail & Google-Maps (mit Latitude) hat auch noch Google Talk Einzug gehalten.

Musik

nüvifone_A50 Snüvifone_A50 S

Der Musicplayer des nüvifone A50 ist optisch sehr schlicht ausgefallen. Hat man den Play-Button gedrückt, zeigt der Player neben der Album-Grafik noch den Tracknamen sowie der Interpret und das Album an. Um die maximal mögliche Soundqualität des nüvifone A50 testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen älteren Sennheiser CX300 sowie meinen Creative Labs EP 630 eingesetzt.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado benötigt ein sehr hohes Eingangssignal um seine Stärken ausspielen zu können. Die maximale Lautstärke des A50 reicht nicht aus, das Ausgangssignal ist zu schlapp, insgesamt unterfordert es den iGrado deutlich. Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem nüvifone A50 gut zusammen. Die Höhen werden zwar etwas früh beschnitten, dafür wir der Bass betont. Sennheiser CX300 und Creative Labs EP 630 sind als InEars eine gute Alternative. So liefert das nüvifone A50 zumindest ansatzweise Bässe. Leider auch hier zu Lasten der Höhen.

nüvifone_A50 S

Den Sound kann man leider nicht über Equalizer-Presets verändert werden. Grundsätzlich kann man mit dem nüvifone A50 seine Musik auch über A2DP und AVRCP übertragen. Über einen Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9, geht das auch recht gut. Leider wird der Klang dadurch nicht besser.

Im Test kamen Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop - neben vielen anderen - zum Einsatz. Gerade "Trance" und Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps ist bestens für den Test geeignet. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der eine sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Songs kann man nach unterschiedlichen Kriterien sortieren. Neben einer Sortierung nach Interpreten, kann man sich auch nur die Alben oder Genres anzeigen lassen. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man seine Musik auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen. Das nüvifone A50 bietet leider kein ein FM-Radio.

Der Video-Player spielt Videos im Vollbildmodus und auch im Querformat ab. Videos dürfen dabei eine maximale Auflösung von 640 x 480 Pixel nicht überschreiten. Sie werden aber selbstverständlich nur auf Bildschirmauflösung skaliert. Als Format muss zwingend MPEG4-Videos mit H.264-Codec und Windows Media zum Einsatz kommen.

Klang

Die Gesprächspartner klangen im Test gut verständlich aus dem Hörer. Die Kommunikationsleistung des nüvifone A50 würde ich durchaus mit "gut" bezeichnen. Nutzt man die Freisprechfunktion, kommen wie üblich geringe Hall- und ab und an auch Kratzgeräusche hinzu. Obwohl das nüvifone A50 nur über einen einzigen Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke noch ausreichend, um am Arbeitsplatz als mobile Jukebox zu fungieren. Die maximale Lautstärke am Kopfhörerausgang ist noch ausreichend.

Connectivity

Die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) klappt über die Garmin eigene PC-Sync-Software. Mit einem geeigneten Bluetooth-Headset (z. B. dem Motorola S9) steht dank A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einem kabelfreien Musikgenuss nichts im Wege. Der GSM/UMTS Empfang des Quadband-Gerätes ist gut und braucht sich nicht hinter anderen Smartphones zu verstecken. Die Empfangsqualität des WLAN-Empfängers ist ebenfalls gut. Der A-GPS Modul ist eines der besten auf dem Markt, der Satfix geht sehr schnell und ist teilweise auch in Gebäuden noch möglich.

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Das nüvifone A50 nutzt einen WebKit-Browser für die Darstellung von Webseiten. Dank HSDPA surft man in angenehmer Geschwindigkeit. Webseiten werden dabei genauso wieder gegeben, wie man es vom PC her kennt. Mit Flash kann der Browser hingegen nichts anfangen. Das Surfen macht auf dem 3,5-Zoll-Display samt Multitouch und Pinch-to-zoom durchaus Spaß. Eine Webseite wird dabei zunächst immer in der Gesamtübersicht geladen.

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Im Querformat nutzt der Browser die gesamte Displaybreite aus, die Seitenabbildung wirkt dadurch übersichtlicher. Flash unterstützt der Browser dabei aber leider nicht.

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Das nüvifone A50 kann auch ohne Treiber als Wechselspeicher genutzt werden, den entsprechenden Eintrag bietet das Handy beim Anschluss an den PC an. Die Übertragungsgeschwindigkeit per USB und Bluetooth ist ausreichend.

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Der eingebaute E-Mail Klient unterstützt POP und IMAP. Auch Microsoft Exchange Server stellen das nüvifone nicht vor Probleme. Wer über keinen Push-Dienst verfügt kann seine E-Mails automatisch in unterschiedlichen Intervallen abholen lassen. E-Mail Push lässt sich über einen speziellen Serverdienst auf MS Exchange Basis realisieren, zieht dann aber auch an den Reserven des Akkus.

Kamera/Video

nüvifone A50

Bilder bei völliger Dunkelheit sind beim nüvifone A50 schlicht nicht möglich, dafür fehlt nämlich die LED zur Beleuchtung der Motive. Das nüvifone A50 nutzt im Kameramodus das komplette Display als Sucher. Es wird also wie bei einer echten Digicam im Quermodus gehalten. Die Kameraautomatik bietet neben einer Beleuchtungsautomatik auch eine manuelle Auswahl für Tag, Nacht, Büro, Bewölkt. Daneben kann man die Bildauflösung zwischen 2048 x 1536, 1600 x 1200, 1024 x 768, 640 x 480, 320 x 240 Pixel variieren. Das Auslösergeräusch sowie die Bildvorschau sind abschaltbar. Mehr Möglichkeiten hat man nicht. Der Start der Kamerasoftware nimmt kanpp eine Sekunde in Anspruch, das Motiv ist dann nach einer weiteren Sekunde im Kasten. So sind spontane Schnappschüsse kein Problem, geraten aber oft unscharf

     

(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)
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Bei Sonnenschein wirken die Bilder ansprechend, die Schärfe geht allerdings manchmal daneben. Leider stimmen die Belichtungswerte nicht ganz und auch der Weißabgleich verursacht so seine Probleme. Bilder werden zu hell belichtet und wirken dadurch unnatürlich. Innenaufnahmen gelingen in der Regel weniger gut als Außenaufnahmen. Die Qualität der Bilder liegt aber durchaus auf dem Niveau anderer 3-Megapixel-Kameras. Videos nimmt das nüvifone A50 in VGA-Auflösung mit 30 Bildern pro Sekunde auf.

Akkulaufzeit

Der mitgelieferte 1150 mAh Akku ist nicht der schlechteste. Unter normalen Bedingungen (15 Minuten am Tag telefonieren, 45 Minuten Musik, ein paar Fotos und Videos, deaktiviertem E-Mail-Push) hält er knapp 1 1/2 Arbeitstage durch. Intensivnutzer mit ausgeprägtem Mitteilungsbedürfnis werden ihr nüvifone A50 jeden Tag aufladen müssen. Nutzt man das Smartphone als Navigationshilfe, sollte man das mitgelieferte Auto-Ladekabel nutzen, sonst ist es schnell aus mit der Navigation. Das GPS saugt nämlich ordentlich an der Akkuausdauer.

Videotest

Fazit

Autor

Die Bedienung des Handys erlernt man dank der Benutzeroberfläche "Breeze" sehr schnell. Wer auf der Suche nach einem guten Navigationssystem mit Telefoniefunktion ist, kann zum nüvifone A50 greifen. Das geht mit anderen Smartphone und einer passenden Navigationssoftware aber auch. Dann muss man allerdings auch das entsprechende Zubehör (Pkw-Halterung und Ladekabel) kaufen und diese Lösungen wirken nicht so gut verzahnt, wie beim nüvifone. Allerdings, knapp 470 Euro sind für solche ein mittelprächtig ausgestattetes Smartphone ein ganz schöner Batzen Geld. Das Garmin bietet über den "Android Market" eine gute Erweiterungsmöglichkeit und kann auch zum Spielen genutzt werden. Momentan ist es in meinen Augen aber einfach zu teuer.

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