GSmart T600 Test


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 14.08.2008 11:55h
Punkte   (7 von 10)
Testbericht GSmart t600 von mobile-reviews.de

Hersteller:

Gigabyte

Modell:

t600

Bezugsmöglichkeit:

GSmart t600


Bilder:

GSmart t600

Kamera t600

GSmart

Revision: 15.08.2008

"Passend" zu den Olympischen Spielen 2008 kommt ein weiteres DVB-T Mobiltelefon auf den Markt. Angetrieben wird es diesmal nicht von einem proprietären Betriebssystem sondern vom etablierten Windows Mobile 6! Dann ist es sicher von HTC! Nein, eben nicht! Es ist von Gigabyte! Wer bitte ist den Gigabyte werden Sie jetzt vielleicht denken?! Ach ja, die Firma, die auch Mainboards für PCs herstellt! So unbekannt ist Gigabyte aber nicht, haben sie doch bereits für O2 den XDA Stealth hergestellt. Ich hatte bereits auf der Cebit 2007 die Chance mir das t600 von Jack Lu vom Global Sales & Marketing Division von Gigabyte präsentieren zu lassen. Dank Vodafone zeigen die Taiwaner mit dem t600 nun auch auf dem deutschen Markt, dass ein waschechter PDA keineswegs im "graue Maus" Outfit daherkommen muss. Im Gegenteil, auf den ersten Blick könnte man meinen, einen aktuellen MP3-Player vor sich zu haben.

Das GSmart t600 wird in Deutschland exklusiv von Vodafone angeboten und empfängt sowohl DVB-H und T-DMB als auch die terrestrischen Formate DVB-T und DAB Radio. Damit kann man fast überall fernsehen. Hier in Deutschland sind aber bisher nur die terrestrischen Format nutzbar. Wie sich dieses außergewöhnliche und innovative Mobiltelefon im täglichen Fernseh- und Officeeinsatz geschlagen hat, soll Ihnen mein Testbericht zeigen.

Design

Ganz in glänzend weißem Kunststoff gehüllte t600 wirkt im Gegensatz zu Produktbilder sehr wertig und trendy. Um das Gerät herum befindet sich ein aus glänzendem Kunststoff bestehender schwarzer Streifen, der neben den Audioanschlüssen auch den Micro-SD Speicherslot sowie den Laut-/Leiseregler beheimatet. Auf den ersten Blick ist nicht erkennbar, dass es sich auch um ein Model für Businessuser handeln könnte. In der Masse der PocketPCs und PDA fällt das t600 optisch allein schon durch sein auffälliges Design auf. Sind Modelle für den Businessbereich bisher doch oft in schnödem grau gekleidet, punktet das GSmart t600 durch sein edles Kleid.

Trotz des verwendeten Kunststoffs ist das GSmart t600 sehr wertig. Ein Knarzen oder Quietschen ist ihm nur bei sehr starkem Druck auf das Gehäuse zu entlocken. Das Gerät liegt mit seinen Abmessungen von 111 x 56 x 19 mm und einem Gewicht von 140 g Gewicht satt in der Hand. Im Vergleich zu einem LG KS20 oder dem HTC Diamond Touch ist es sowohl dicker, als auch schwerer. Durch sein Design spricht das GSmart T600 auch weibliche Interessenten an.

Glänzende Kunststoffoberflächen ziehen Fingerabdrücke und Kratzer natürlich magisch an. Hier macht zwar auch das t600 keine Ausnahme, den aktuellen Haut-PH-Wert von Patschehändchen wird man aufgrund der Farbwahl des t600 optisch allerdings kaum nachweisen können. Für die Kratzerempfindlichkeit gilt ähnliches.

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Bilder des GSmart t600 finden Sie hier.

Größenvergleich (GSmart t600 - Nokia E66 - Nokia E71 - Apple iPhone 3G/2G)

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    • GSmart t600: 111 x 56 x 19 mm, 140 g
    • HTC Touch Diamond: 102 x 51 x 11.3 mm, 110 g
    • Apple iPhone:115 x 61 x 11.6 mm, 135 g

Technik

Für ein Windows Mobile Mobiltelefon bietet der GSmart t600 eine nahezu vollständige Ausstattungsliste. Angetrieben wird es von Microsofts Windows Mobile® 6 in der Professional Variante. Der GSmart t600 erfreut das verwöhnte Auge des Betrachters mit einem 2,6 Zoll umfassenden Touchscreen und einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln (VGA) bei 260k Farben. Die Bilddiagonale umfasst 66 mm, das Display selber nutzt eine Fläche von etwa 53 x 40 mm. Die eher mäßige 2.0 MP Digitalkamera mit Autofokus und sehr heller Foto-LED taugt für Schnappschüsse in ausreichender Qualität. Der neue Opera Mobile 9.5 Browser fehlt beim t600 aber, hier muss man mit dem Internet Explorer Mobile vorlieb nehmen. Das vorinstallierte Microsoft Office Mobile kann Office Dateien öffnen und solange es keine PDF oder Powerpointdateien sind, auch bearbeiten.

Kommunikationsseitig nutzt der GSmart t600 Bluetooth 2.0 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) und Wireless LAN (802.11g). Durch seine Quadband GSM/GPRS/EDGE Unterstützung ist er zudem nahezu weltweit einsetzbar. Dabei wird der Datentransfer allerdings nicht durch UMTS/ HSDPA beschleunigt.

Eingaben erfolgen über eine virtuelle Tastatur ohne T9 Texterkennung. Programme und Daten werden im 64 MB umfassenden RAM bzw. 256 MB ROM oder auf der micro-SD (auch die SDHC Versionen sind möglich) abgelegt. Für den Nutzer bleibt vom RAM allerdings nur etwa 20 MB übrig. Damit der TV-Genuss auch in Schwung kommt, wird der GSmart t600 durch eine PXA270-CPU mit 520 MHz angetrieben. Schnell genug für die bekannten Anwendungen (inklusive Skype).

Lieferumfang

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In einem stylischen, grün/schwarzen Karton kommt der GSmart t600 daher. Der nahezu vollständige Lieferumfang umfaßt:

  • GSmart t600
  • Akku Li-Ion Polymer 1300 mAh
  • Stereo-Headset
  • Netzladegerät mit Adaptern für andere Länder
  • USB-Datenkabel
  • Ersatz-Stylus
  • Kurzanleitung
  • Bedienungsanleitung
  • CD-ROM mit Zusatzsoftware

Verarbeitung/Haptik

Er fühlt sich gut an und liegt nahezu perfekt in der Hand. Vom ersten Augenblick an vermittelt der kompakte PDA Wertigkeit. Die Verarbeitung des GSmart t600 ist dabei überzeugend. Ein Knarzen oder Quietschen ist dem Gehäuse des GSmart t600 nur bei sehr starkem Druck auf die Front zu entlocken. Dreh- und Angelpunkt der Windows Mobile Geräte ist auch hier der Homescreen. Spielereien, wie eine TouchFlo Oberfläche sind dem t600 dabei fremd. Er reagiert meist zügig auf Eingaben, gleichwohl man manchmal auch eine "gefühlte Ewigkeit" warten muss. Die Eingabefelder und Buttons sind überwiegend für die Bedienung mit dem Stylus ausgelegt. Überall erblickt man die "altbekannte" Windows Mobile Struktur. Stichwort Stylus, das GSmart t600 lässt sich sowohl über die ausziehbare DVB-T Antenne, als auch über den zusätzlich mitgelieferten Stylus bedienen. Dieser findet übrigens keinen Platz im Gehäuse des t600, es heißt entweder DVB-T Antenne oder Stylus. Kein wirklich überzeugender Umstand, ist die DVB-T Antenne doch etwas "dicklich" geraten..

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Die zuschaltbare virtuelle Tastatur ist sehr klein, die Tasten lassen sich nur noch mit dem Stylus zuverlässig treffen, eine T9-Texterkennung fehlt gänzlich. Auch eine Eingabe über Gesten bzw. Handschrift ist nicht möglich. Für wahre Kommunikationsfreaks (SMS und E-Mail) ist ein Mobiltelefon mit echter Tastatur sicher die bessere Alternative. Passende Exemplare, wie der HTC Touch Pro (Codename Raphael) oder MDA Vario IV befinden sich ja schon in Lauerstellung.

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Der GSmart t600 präsentiert sich auf der Oberseite mit einer großen 5-Wege-Navieinheit, deren leuchtend blaue Beleuchtung sofort ins Auge fällt. Optisch macht sie den Eindruck eines Touchwheels, dennoch kann man nur die Neben der gut zu bedienenden Navieinheit findet der Nutzer noch die übliche "grüne" Hörertaste zur Gesprächsannahme und die rote Hörertaste zum Beenden eines Gesprächs. Beiden Tasten sind beim t600 allerdings ohne Hörersymbol. Natürlich dürfen auch die obligatorische OK-Taste (zur Eingabebestätigung bzw. bei längerem Druck zum Start der TV-Funktion), eine "Windows" Taste, die auf kurzem Druck das Startmenü ausklappt und auf längerem Druck hin ein kleines Hilfsmenü namens EasyTouch.

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Hier kann man dann zwischen verschiedenen Audioprofile wechseln, alle Programme gleichzeitig schließen lassen, den Bildschirm ausschalten oder die Helligkeit regeln. Zwei Softkeys unterhalb des Displays erhöhen die Anzahl der Drücker dann auf stattliche sechs.

Die linken Gehäuseseite ziert ein Schieber zur Lautstärkeregelung. Rechtsseitig hat Gigabyte eine extra Kamerataste zur Bildauslösung angebracht. Direkt darüber befindet sich der micro-SD Speicherkartenschacht und der Anschluss für die Stereo-Kopfhörer. Unglücklicherweise nutzt GSmart hierbei ein eigenes Format. An der Unterseite gibt es den multifunktionellen miniUSB-Anschluss für das Lade- und Datenkabel. Auf der Oberseite befindet sich neben dem Ein- und Ausschalter, der das GSmart t600 auch aus seinem Schlafmodus wecken kann noch eine Anzahl von Leuchtdioden. Wird das t600 geladen leuchtet die LED rot, während blau auf eine aktive Bluetooth-/WLAN-Verbindung hindeutet. Blinkt die LED hingegen rot, so hat man einen Anruf in Abwesenheit bzw. eine SMS erhalten. Grünes blinken signalisiert hingegen den Standy-Modus.

Display

Das Display wirkt in geschlossenen Räumen bzw. bei geringem Lichteinfall absolut überzeugend. Grafiken und Texte werden mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel bei 260.000 möglichen Farbkombinationen scharf und knackig dargestellt. Das Display ist berührungsempfindlich und ermöglicht in Verbindung mit einem Stylus eine recht problemlosen Steuerung. Selbst bei stärkerer Sonneneinstrahlung lässt sich das minimal spiegelnde Display immer noch gut ablesen, mein Kompliment an Gigabyte. Die Helligkeit ist dabei völlig ausreichend. Im Energiesparmodus schaltet das Display komplett ab, sehr zur Freude des eingebauten 1300 mAh Akkus. Dieser kann so nämlich deutlich länger als Stromquelle sein Werk verrichten, denn das eingeschaltete Display ist sehr stromhungrig. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Der Bildschirminhalt wird auf Tastendruck hin um 90 Grad gedreht. Im Gegensatz zum betagten MDA Pro hat GSmart beim t600 die Darstellung direkt für VGA optimiert. So sind auf dem Homescreen deutlich mehr Informationen auf demselben Raum darstellbar, als bei anderen Windows Mobile Geräten mit QVGA-Auflösung.

Inbetriebnahme

Nach Einbau des Akkus und einlegen der SIM-Karte wird der GSmart t600 durch Druck des Ein-/Ausschalters gestartet. Nun muss der geneigte Windows Mobile 6 User erst einmal eine kleine Zwangspause einlegen. Wie sein großer Bruder Windows XP dauert der Bootvorgang etwas länger. Hier unterscheidet sich die neuere Generation von Symbian oder Windows Mobile betriebenen Geräte aber nicht wirklich. Nach einer kurzen Einführung zur grundlegenden Bedienung des GSmart t600 wird man zur Kalibrierung geleitet. Ist diese mittels entsprechenden Berührungen der jeweiligen Ecken des Bildschirms erledigt, erfolgt die softwareseitige Endinstallation aus dem sog. Extended ROM, einem - im Normalfall - nicht beschreibbaren Teil des Hauptspeichers. Dort sind die providerspezifischen Informationen (MMS Einstellungen, Zusatzprogramme) aber auch das - praktisch nicht vorhandene - Branding von Vodafone hinterlegt. Kein Schriftzug verrät den roten Riesen, lediglich die notwendigen MMS/SMS/E-Mail Einstellungen von Vodafone werden eingerichtet. Mein Kompliment an Vodafone, wirklich beispielhaft!

Homescreen

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Der Windows Mobile 6 basierte GSmart t600 präsentiert sich mit dem üblichen Startmenü. Bereits vorinstallierte Plug-ins erlauben den Zugriff auf eine Vielzahl von Funktionen des Mobiltelefons. Kleine Icons in der unteren Leiste symbolisieren dabei die jeweiligen Anwendungen. Ein Klick auf das Symbol mit dem Mikrofon startet z. B. eine WiseTalk genannte Funktion.

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Hiermit lassen sich Telefongespräche mit Hintergrundgeräuschen ala Flugplatz ("Schatz, mein Flieger kommt gleich") oder Konzert ("Sorry muss auflegen, ich soll jetzt mit auf die Bühne") hinterlegen. Während eines Gesprächs kann man auf Wunsch sogar das Display abschalten. Eine sehr hilfreiche Funktion, sie spart Energie und verhindert Fehleingaben. Das kleine blaue, mit H/V gekennzeichnete, Symbol dient übrigens zur Ausrichtung des Bildschirminhaltes (Horizontal/Vertikal). Ein echtet Anrufbeantworter, der Gespräche direkt auf dem Gerät aufzeichnet, ist ebenfalls ab Werk dabei. Eine persönlichen Begrüßung ist dabei ebenso selbstverständlich, wie unterschiedliche Zeitintervalle, bis der Anrufbeantworter anspringt. Selbst individuelle Ansagen je Kontakt sind möglich. Neue AB-Nachrichten, signalisiert das t600 wie andere Nachrichten auch. Über den Windows Mediaplayer werden diese dann abgespielt.

Selbst das datenschutzrechtlich bedenkliche mitschneiden von Telefonaten ist möglich. Zum Starten der Aufnahme einfach kurz die Kamerataste drücken, schon startet ein Zähler. Durch erneutes Drücken wird die Aufnahme beendet und kann im Mediaplayer abgespielt werden. Die Aufzeichnung beinhaltet dabei das vollständige Gespräch beider Teilnehmer.

Menü/Funktionen

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Natürlich bietet der GSmart t600 als Vertreter der Windows Mobile Liga eine Aufgaben- und Notizenverwaltung. Selbst eine Sprachaufzeichnung ist vorhanden. Wie andere Microsoft Windows basierte Mobiltelefone, verfügt auch der GSmart t600 über einen vollwertigen E-Mail Client mit Unterstützung sowohl für POP als auch für IMAP4. Senden und Empfangen von E-Mails inklusive Dateianhang ist also kein Problem. E-Mail Push lässt sich mittels eines speziellen Serverdienstes (auf MS Exchange Basis) verwirklichen. Hierzu bieten sowohl Provider, als auch Drittanbieter entsprechende Lösungen an. Natürlich kann das t600 auch SMS und MMS darstellen.

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Neben einem vollwertigen Webbrowser (Internet Explorer Mobile) bietet der GSmart t600 auch einen Wecker sowie Taschenrechner. Um den Klang des integrierten Musicplayers unterwegs aufzubessern, hat GSmart dem t600 einen zuschaltbaren Audiomixer verpaßt.

PIM/Office

Natürlich sind Windows basierte Mobiltelefone wie der GSmart t600 auch mit den passenden Anwendungen aus dem Officebereich (Excel Mobile, Word Mobile, Powerpoint Mobile) ausgestattet. Excel und Word Dateien können sowohl angezeigt als auch verändert werden. Powerpointdateien sowie PDF können dagegen nur angezeigt werden. Allzu umfangreiche und aufwendig animierte Präsentationen sollte man allerdings vermeiden.

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Der Speicher für die Kontaktdatenbank wird dynamisch verwaltet und kann daher eine Vielzahl an Einträgen aufnehmen. Hierbei wird auf Wunsch auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf im Kleinformat angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben suchen und nach einer Vielzahl an Kriterien sortieren und filtern. Bei den Kontaktfeldern sind nahezu alle möglichen Informationsdetails möglich (Name, Mobiltelefon, Privatnummer, Büronummer, Fax, E-Mail, Rufton sowie eine persönliche Notiz). Ein Feld für Geburtstage ist aber nicht vorgesehen. Per ActiveSync (Windows XP) oder dem Windows Mobile Center (Windows Vista) werden die Daten dann mit einem PC synchronisieren. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte mein GSmart t600 per USB in etwa 2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang nur unwesentlich länger.

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Der Kalender bietet eine Jahres-, Wochen-, Monats- sowie Tagesansicht. Anstehende Einträge werden nur durch ein kleines Symbol dargestellt. Eine Kurzübersicht in Form eines kleinen Popup gibt es nicht. Auch wiederkehrende Termine sind möglich. In der Wochen- und Tagesübersicht werden Termine durch einen Balken dargestellt. Zu jedem Termin lässt sich eine Notiz eingeben. Und natürlich kann das GSmart t600 auch Aufgaben verwalten, auch hier ist pro Aufgabe eine Notiz möglich. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt. Selbstverständlich zeigt das GSmart t600 auch die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen in einer SMS an und kann für die Vielschreiber unter uns auch mehrere davon verketten. Aber auch hier Vorsicht, ab Werk steht der SMS-Versand auf Unicode, damit werden deutlich mehr Zeichen verbraten, als notwendig. So kann eine etwas längere SMS schon mal in zwei aufgeteilt werden.

Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

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Der Bereich Unterhaltung und Spiele ist serienmäßig eher ein wenig unterbesetzt. Nur das eher langweilige Geschicklichkeitsspiel „Bubble Breaker“ und das von Windows bekannten Kartenspiel Solitair sind vorinstalliert. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass der GSmart t600 auch Java-Anwendungen und Spiele unterstützt.

Auf dem freien Markt gibt es eine riesige Menge an Spielen und Programmen, sowohl im Free- und Shareware, als auch im Vollpreissektor. Gute Anlaufstellen für derartige Software sind z. B. die Seiten von pocketland.de oder handango.de. Als Ablenkung vom Ernst des Lebens würde ich die kostenpflichtigen Spiele Skyforce und Skyforce Reloaded (beide aus dem Aktiongenre) sowie Age of Empires Gold für Fans von Strategiespielen empfehlen. Schnelle Actionspiele lassen sich mangels eingebautem Joystick aber nicht wirklich komfortabel steuern.

Der Bereich Anwendungen ist beim GSmart t600 im Vergleich zu anderen Windows Mobile Geräten erfreulich gut ausgestattet. So kann das t600 z. B. bereits ab Werk eine Backupfunktion names SpbBackup sowie eine Taschenlampenfunktion vorweisen. Unerwünschte Anrufer blockiert eine zuschaltbare Blacklist.

Music

Speicher

Der Windows Media Player klingt in Verbindung mit dem mitgelieferte Headset dünn, ohne Bassfundament. Unglücklichweise gibt es keinen passenden Kopfhöreradapter für handelsübliche 3.5 mm Klinkenbuchs, so ist man nicht in der Lage qualitativ höherwertige Pendants aus dem High-End Bereich einzusetzen. Ergebnis: Das t600 kann klanglich keinesfalls mit MP3-Playern anderer Hersteller mithalten. Über die mitgelieferte Kabelfernbedienung kann man die Lautstärke anpassen und Anrufe entgegen nehmen. Da das A2DP und AVRCP Profil unterstützt wird, lässt sich der Sound zwar auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie dem Motorola S9 wieder geben. Besser wird der Klang dadurch aber nicht. Eine Softwareoption names "Audiomixer" nimmt minimalen Einfluss auf die Klangeigenschaften des t600, wobei sich die Auswirkung dieser Software akustisch eher in Grenzen hält.

Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Künstlern oder Alben). Mittels Wiedergabelisten (zuletzt gespielt, Genres, alle Titel, Zufällig) kann man das GSmart t600 zur Musikbox umfunktionieren. Hat man aber mehr als zwei Handvoll an Songs auf der Speicherkarte, wird die Liste der nicht alphabetisch sortierbaren Musikstücke unübersichtlich lang. So lassen sich bestimmte Musikstücke nur schwer wieder finden. Musik kann im Hintergrund weiter laufen, so dass man nebenher auch andere Aufgaben mit dem GSmart t600 erledigen kann. Songs werden auf Wunsch in zufälliger Reihenfolge abgespielt. Auch die Wiederholung eines oder aller Songs ist vorgesehen.

Der Windows Media Player ist PC-Nutzern nicht unbekannt. Der Funktionsumfang kann getrost als "guter Standard" bezeichnet werden. Videos kann er im Vollbildmodus anzeigen. Primär spielt er allerdings nur Videos im WMV Format ab, auf Wunsch auch im Vollbildmodus. Drittanbietersoftware wie Coreplayer oder Smartmovie ermöglichen auch die Nutzung von AVI Dateien.

Klang

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Der Song von Mos Def hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Der Klang des Gerätes ist insgesamt gut. Obwohl das GSmart t600 nur über einen Lautsprecher auf der Rückseite verfügt, ist die maximale Lautstärke noch ausreichend, um im Büro (sofern dieses nicht neben einer Baustelle liegt) als Musicplayer zu dienen. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind kein Problem, selbst bei höchster Lautstärke scheppert der integrierte Lautsprecher nicht. Die Akustik zwischen den Gesprächspartner ist klar und deutlich. Die vorinstallierten Klingeltöne sind allerdings langweilig. Auch in etwas lauten Umgebungen ist noch eine problemlose Kommunikation möglich. Die maximale Lautstärke des Musicplayers über den Kopfhörerausgang erscheint mit etwas niedrig.

TV

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Das Kernstück des GSmart t600 ist auf jeden Fall die DVB-T Fähigkeit. In meinen Augen die Hauptmotivation, sich dieses Mobiltelefon anzuschaffen. Um die TV-Funktion optimal nutzen zu können verfügt das GSmart t600 über eine Software von Cyberlink. Hält man die "OK"-Taste etwas länger gedrückt, so aktiviert sich der DVB-T Empfangsteil. Zur Erinnerung, das Display von LGs TV-Handy misst 2,6 Zoll. Mein erster Gedanke war auch hier: was will man auf einer Bildschirmdiagonalen von knapp 7 Zentimeter noch erkennen? Nun, das sehr gute hochauflösende Display des t600 überzeugt auf Anhieb und lässt keine Zweifel an seiner TV-Tauglichkeit aufkommen Das Display bietet schon fast HDTV-ähnliches Fernseherlebnis, die Qualität der Fernsehbilder ist beeindruckend. Selbst Laufschriften lassen sich noch ablesen. Bei gutem Empfang beeinträchtigen keinerlei Ruckler das Bild. Ganz im Gegensatz zur "Mobile TV" genannten Funktion von T-Mobile und Co. Denn da werden mehr oder weniger gut vorberechnete Inhalte gestreamt. Vor dem Kauf sollte man sich allerdings über die aktuelle "DVB-T Versorgungssituation" informieren.

Nach erfolgter Kanalsuche, zeigt das GSmart t600 - genau wie das LG HB620T - alle über UHF verfügbaren TV- und Radiosender an. An bestimmten Orten in Münster sind das aktuell (14.08.2008) etwa 20 Kanäle. Erstaunlicherweise kann man im Bereich der Hörster Straße in Münster City auch Privatsender, wie RTL, Pro Sieben, VIVA & Co empfangen. In Berlin sind es nochmals deutlich mehr, dort sind sogar auch Radiosender empfangbar. In Münster lassen sich meist aber nur ca 10 öffentlich-rechtliche Programme empfangen. Zur Freude meiner Kinder zählt auch der KiKa dazu. Diese Tatsache ermöglichte uns auf dem letzten Weinfest auch ein paar mehr oder weniger unbeschwerte Minuten.

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Die Bedienung ist dabei noch komfortabel, die Bedienung des LG HB620T ist allerdings intuitiver. Die untere Leiste stellt die TV-Empfangsstärke, GSM-Signalstärke sowie Lautstärkedar. Kanalnummer und Titel der laufenden Sendung werden in das Bild eingeblendet.

Mit einem Druck auf die obere bzw. untere Richtungstaste der Navieinheit wechselt man den Kanal, mittels links/rechts die Lautstärke. Das nachfolgende Fernsehprogramm im aktuell laufenden Sender kann man dem EPG entnehmen. Kommt ein Anruf dazwischen, so wird die TV-Funktion sofort unterbrochen. Weist man den Anrufer ab, wird die Übertragung fortgesetzt. Wer lässt sich schon gerne bei der Olympiaübertragung stören!?

Connectivity

Wenig überraschend, schließlich handelt es sich um ein Windows 6 Mobiltelefon, klappt die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) einwandfrei. Ebenfalls wenig überraschend dauert dies bei einer Vielzahl an Kontakten auch sehr lang. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte das GSmart t600 per USB in knapp 2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang nur unwesentlich länger.

Der GSmart t600 unterstützt das Headset Profile, HFP (Hands-Free), GAP (Generic Access), DUN (Dial-Up Networking), SPP (Serial Port), GOEP (Generic Access Exchange), OPP (Object Push) und SAP (SIM Access Profile). Auf einem geeigneten Bluetoothheadset (z. B. dem Motorola S9) steht durch A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einem kabelfreien Musikgenuss also nichts mehr im Wege.

Der GSM/UMTS Empfang des Quadband-Gerätes ist gut bis sehr gut. Die Empfangsqualität des integrierten WLAN-Empfängers ist selbst in meinem Altbau noch sehr gut.

Das GSmart t600 verfügt über einen vollwertigen Webbrowser, dem Internet Explorer Mobile. Da aber nur EDGE (sofern vom Netanbieter unterstützt) angeboten wird, surft man eher gemählich durchs Internet. Die Webseiten werden dabei auch nicht wirklich 1:1 wieder gegeben, trotz Desktopansicht. Richtig Spaß macht das Surfen auf einem 2,6-Zoll Display aber sowieso nicht. Ein Verbindungsmanager bietet dabei Zugriff auf alle möglichen Verbindungsarten.

Das GSmart t600 ermöglicht direkt und ohne Treiber Zugriff auf die eingelegte micro-SD, den entsprechenden Eintrag findet man im Einstellungsmenü unter Verbindung - USB. Die Übertragung von Dateien per USB ist dabei sehr schnell. Natürlich nutzt das GSmart t600 auch den Kurzstreckenfunk Bluetooth und unterstützt sogar A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile).

Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. Das GSmart t600 kann dabei E-Mails in unzähligen Intervallen, von 5 Minuten bis einmal täglich automatisch abholen. Push-E-Mail wird ebenfalls unterstützt. Der SAR-Wert ("Spezifische Absorptionsrate") beträgt 0,49 W/kg ist damit erträglich und unterschreitet den von der Europäischen Union festgelegte Grenzwert für Handys von 2 Watt pro Kilogramm (2 W/kg) deutlich. Der SAR-Wert gibt dabei an, wie viel Sendeleistung der Körper in Watt pro Kilogramm beim mobilen Telefonieren aufnimmt.

Kamera/Video

In letzter Zeit wird bei den Kameras der Mobiltelefone oft mit Markennamen um sich geworfen. Nokia hat seine Carl Zeiss Reihe, Sony wirbt mit der Cybershot Funktionalität und LG eben mit Schneider-Kreuznach. Die hohen Erwartungen, die dann an die Qualität der Bilder geknüpft werden, können aber meist nicht erfüllt werden. Bedenkt man die Tatsache, dass die Linsen der Mobiles oft nur ein paar Millimeter groß sind, ist dies allerdings auch kein Wunder. Gigabyte hat bei seinem GSmart t600 kein namhaftes Objektiv verbaut, und lediglich eine 2.0 Megapixel-Kamera integriert. Eine LED zur Beleuchtung nahestehender Objekte wurde aber nicht vergessen.

Das GSmart t600 nutzt das komplette Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus (480 x 640 Pixel) gehalten. Die Kameraoptionen bietet verschiedene, mal mehr mal weniger nützliche Einstellungen.

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Die Bildauflösung kann bis auf 1600 x 1200 Pixel erhöht werden. Die Qualität der Bilder lässt sich zwischen Grob, Normal und Fein regeln. Der Autofokus reagiert relativ zügig (etwa 2 Sekunden bis zur Speicherung). Der Start der Kamera nimmt ebenfalls zwei Sekunden in Anspruch. Spontane Schnappschüsse sind so kaum möglich.

 

t600

Unterschiedlichen Weißabgleiche sowie Effekte nehmen auf Wunsch Einfluss auf die Qualität sowie das Aussehen der Bilder. Insgesamt ist die Qualität der Bilder noch recht ordentlich. Bei ungünstiger Beleuchtung tendiert sie allerdings zu einem Rotstich und in dunkleren Bereichen schnell zur Artefaktbildung. Die Belichtungsautomatik neigt mitunter zur Überbelichtung, Kontrastschwächen sind dann das Ergebnis. Ein Tribut an das recht kleine Objektiv. Die Qualität der Bilder ist mit anderen Handykameras aus dem 2 Megapixelsegment vergleichbar. Videos nimmt das GSmart t600 in 3GPP, MPEG4 oder WMV mit 15 Bildern pro Sekunde bei 320 x 240 Pixel auf.

Akkulaufzeit

Der mitgelieferte 1300 mAh Akku pfeift bei normaler Nutzung (kurz telefonieren, 60 Minuten MP3 am Tag, ein paar Fotos und Videos, ein paar kurze DVB-T Übertragungen) schon nach 1 Tag aus dem letzten Loch. Nach knapp 2 1/2 Stunden Dauertelefonat gehen beim t600 ebenfalls die Lichter aus. Während des TV-Empfangs kann man praktisch zusehen, wie die Akkuleistung abnimmt. Eine komplettes Fußballspiel schafft man dennoch, bei Verlängerung und anschließendem Elfmeterschiessen kann es aber eng werden! Das Gerät schaltet sich dann ohne weitere Warnung ab. Intensivnutzer ohne Telefonitis werden ihren t600 daher jeden Tag laden müssen. Im normalen Standby (GSM) Modus und ohne daran rumzuspielen kommt man auf eine praxisferne - Laufzeit von etwa 3-4 Tagen. Bei dauerhafter Nutzung von A2DP ist dafür bereits nach knapp 3 Stunden Schluss mit Musik.

Fazit

Autor

Die Telefonfunktionalität des GSmart t600 ist zwar ohne Fehl und Tadel und auch die PDA Funktionalität geht in Ordnung, die zeitweise etwas langsame Verarbeitungsgeschwindigkeit ist allerdings auf Dauer etwas nervig. Das Display mit seiner Auflösung von 640 x 480 Pixel in Verbindung mit dem guten DVB-T Fähigkeiten ist eine echte Wucht. Das macht die Entscheidung schwer. Preislich muss der Käufer ohne Vertrag etwa 480 € einplanen. Für den gebotenen Leistungsumfang ist der Preis gerade noch angemessen. Das Design und die vermittelte Wertigkeit sind wirklich überzeugend. Leider ist die Akkuleistung noch stark verbesserungswürdig und die Firmware könnte noch ein Quäntchen mehr Esprit vertragen, dann wäre der GSmart t600 eine klare Kaufempfehlung. So muss jeder für sich entscheiden, ob er damit klar kommt. Bessere Windows-Mobile Smartphones gibt es viele – alle ohne TV-Empfänger. DVB-T bietet derzeit nur das LG HB620T, allerdings mit deutlich kleinerem Display. Wer mit seinem Handy überwiegend telefoniert, wird mit dem HB620T trotzdem glücklicher werden, der Akku hält deutlich länger und UMTS beschleunigt den Datentransfer. Wer aber eine recht gute Kombination aus TV- und PDA-Funktionalitäten sucht, der kann zum GSmart t600 greifen.





  

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