Bose Quietcomfort 3 Kopfhörer Test


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 15.05.2008 11:57h
Punkte   (9 von 10)
Testbericht Bose QuietComfort 3 von mobile-reviews.de

Hersteller:

Bose

Modell:

Bose QuietComfort 3

Preis:

398 €

Revision 1.0 vom 14.05.2008

Bose

Die Firma Bose, bekannt für ihre schon fast legendären Lautsprecher, liefert die zweite Generation der Acoustic Noise Canceling Kopfhörer in Form der Bose QuietComfort 3 aus. Diese fast einzigartige Art und Weise Umweltgeräusche abzuschirmen hat mich zu einem kleinen Test bewogen. Ich habe ihn mir daher fix bestellt und an meinem Apple iPhone sowie anderen Audioquellen betrieben. Wie sich das 400 € teure Modell im Test geschlagen hat werden Sie gleich erfahren.

Design/Verarbeitung

Bose

Der Bose QuietComfort 3 wird über ein durchschnittlich dickes Kabel, welches sich problemlos entfernen lässt, da es auf beiden Seiten über einen genormten 3.5 mm Klinkenadapter verfügt, an die Audioquelle angeschlossen. So treten im täglichen Einsatz keinerlei Kabelgeräusche auf. Sämtliche Steckverbindungen sind ohne Fehl und Tadel. Natürlich ist der 3.5 mm Anschluss vergoldet. Der Bügel des Bose QuietComfort 3 besteht aus Metall und ist zusätzlich gepolstert. Einklappbar, wie z. B. der Koss Porta Pro oder Modelle der Firma AKG ist er nicht, daher liefert Bose auch eine entsprechendes Transportetui mit. Hierin lässt sich dann auch der Ersatzakku des Kopfhörers zusammen mit seinem Ladegerät verstauen. Ein platzsparender Transport ist so etwas schwieriger.

Die Verarbeitungsqualität des Bose QuietComfort 3 ist überragend. Auch nach mehrwöchigen, intensiven Einsatz hat der Bügel nichts von seiner Spannkraft verloren.

Die beiden Schallwandler sind sehr markant. Träger eines Bose QuietComfort 3 erkennt man so schon vom weiten. Hier wird vom Träger ein gerüttelt Maß an Selbstbewusstsein erwartet. So hatte ich während meines Tests öfter den Eindruck, mit "Mork vom Ork" verwechselt zu werden. Zumindest wenn ich die Blicke der Passanten richtig gedeutet habe ("Nanu Nanu"). Im Zeitalter der in-ear Generation ist ein Bose QuietComfort 3 wohl doch ein seltener Anblick.

Warum benötigt ein Kopfhörer eigentlich Akkus, werden Sie sich beim lesen meines letzten Absatzes sicher gefragt haben. Nun ganz einfach, die Bose QuietComfort 3 verfügen über ein so genanntes "Acoustic Noise Cancelling" System. Hierbei nehmen zwei Mikrofone die Außengeräusche auf und erzeugen ein ähnlich strukturiertes Schallsignal. Da Schallwellen sich bekanntlich gegenseitig aufheben können (einmal vereinfacht dargestellt) wird so eine nahezu perfekte Geräuschdämmung erreicht. Setzt man den Bose einmal auf und schaltet ihn an, so verschwinden die meist gleichförmig (monoton) wirkenden Umgebungsgeräusche im Nichts. Gerade in den öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Bus und Bahn, aber auch im Flugzeug kommt man so in den ungestörten Genuss seiner Lieblingsmusik ohne den Gehörgang des Sitznachbar übermäßig mit Nebengeräuschen strapazieren zu müssen.

Klang

Der Bose QuietComfort 3 liefert ein fast überzeugendes Klangbild mit klaren Höhen, stimmigen Mitten und gerade im Bassbereich extreme Reserven. Seine Stärke ist sicher nicht eine neutrale und präzise Wiedergabe, sondern seine Bassbetonung, die gerade beim Einsatz mit bassschwachen Audioquellen wie dem Apple iPhone hervorragend rüber kommt. An meiner Stereoanlage angeschlossen musste der Bose QuietComfort 3 dann gegen meinen Sennheiser HD600 antreten. Dieser konnte aber aufgrund seines wärmeren und präziseren Klanges den Sieg dann aber für sich entscheiden. Leider, leider verkleinert der Bose die "Bühne" der Musik aber sehr stark. So werden Livekonzerte akustisch eher zu einem Clubauftritt. Die Wiedergabe zentriert sich so sehr stark "in der Mitte des Kopfes", Instrumente lassen sich gehörtechnisch nicht mehr eindeutig positionieren und so klingt der Bose leicht "komprimiert".

Im täglichen Einsatz mit iPhone, iPod und Co. muss man gerade im Bassbereich mit dem Bose QuietComfort 3 keinerlei Abstriche machen. Auf diesem Gebiet machten bisher alle von mir getesteten Kopfhörer oder in-ear Modelle schlapp. Das iPhone erzeugt leider einen sehr schwachen Bass. Diese Schwäche teilen aktuelle N-Serie Modelle wie das N81 8GB von Nokia nicht. Kopfhörer wie der Bose decken schlechtes Ausgangsmaterial gnadenlos auf. Fehlcodierte Stellen (Artefakte) in einer Musikdatei ( MP3, AAC und Co.) lassen sich sofort heraushören. Wer also in den vollen Genuss der Leistungsfähigkeit seines Bose QuietComfort 3 kommen will, sollte seine MP3 mit mindestens 256 kbit/s konvertieren und KEIN iPhone nutzen. Der Bose QuietComfort 3 ist geradezu dafür prädestiniert zu zeigen (hören), wie "armselig" der Klang bzw. Equalizer des iPhone wirklich ist. iPOD und iPhone sind in meinen Ohren klanglich sicher keine Referenz, da verlasse ich mich lieber auf meinen eSTAR Laboratories Monolith MX-7010.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden zum Test genutzt. Der Song von Mos Def hat einen extremem Bass und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Um die Audioqualität besser testen zu können, kamen neben dem Nokia N81 8GB noch folgende Klangquellen (mit Adapter)zum Einsatz:

Nokia 5610
Apple iPhone
Nokia N95
Creative
Zen Touch
Monolith MX 7010
iGrado iGrado iGrado
iGrado
iGrado

Gerade bei ruhigen Songs von Sara Brightman oder den Corrs kann der Bose QuietComfort 3 seine Spielfreude voll zur Geltung bringen. Aber auch im Bereich Industrial kommt er aufgrund des starken Bass gut rüber.

Selbst wenn man die Lautstärke auf ein hohes Maß erhöht, können sich die Sitznachbar in geschlossenen Räumen kaum beklagen. Der Einsatz in Bussen und Bahnen braucht daher nicht lang überlegt sein.

Lieferumfang Bose

N81

In der üblichen Blisterverpackung befindet sich der Bose QuietComfort 3 samt Zuleitungskabel mit 3.5 mm Klinkenstecker, zahlreiche Stromadapter für nahezu alle möglichen Stromquellen, ein Adapter auf unterschiedliche Klinkensteckerabmessungen, ein zusätzlicher Akku sowie das passende Ladegerät. In Verbindung mit einem passenden Mikrofonadapter (z. B. den MPA von Shure) kann man mit der Kombination Bose QuietComfort 3/iPhone auch wunderbar mit anderen Mobiltelefonen telefonieren. Das Anschlusskabel des Bose QuietComfort 3 ist dabei ausreichend lang. An N-Serie Modelle findet der Bose z. B. über das Nokia Musik-Headset HS-45 (mit Fernbedienung AD-54) Anschluss.

Tragekomfort Bose

Der Bose QuietComfort 3 liegt sehr eng am Kopf, sprich an den Ohren an. Löblicherweise verhindert der Bügel hierbei kein Anlehnen des Kopfes an Kopfstützen oder ähnliches. Beim Sport (Langlauf, Radfahren) stört der Bose QuietComfort 3 - trotz den festen Sitzes - nicht. Es sind keinerlei Kabelgeräusche zu hören und die Außenwelt wird wunderbar abgeschirmt, ein ermüdungsfreies Hören über mehrere Stunden ist bei sportlicher Betätigung aber aufgrund des doch hohen Gewichts von 159 g nicht möglich. In Bus & Bahn sowie im Flugzeug kann man aber problemlos mehrere Stunden überbrücken, zumal ein Akkusatz etwa 20 Stunden durchhält.

Fazit

Autor
Die beiden Schallwandler sind sehr markant. Träger eines Bose QuietComfort 3 erkennt man so schon vom weiten. Hier wird vom Träger ein gerüttelt Maß an Selbstbewusstsein erwartet. Im täglichen Einsatz mit iPhone, iPod und Co. muss man gerade im Bassbereich mit dem Bose QuietComfort 3 keinerlei Abstriche machen. Auf diesem Gebiet machten bisher alle von mir getesteten Kopfhörer oder in-ear Modelle schlapp. Leider verkleinert der Bose die "Bühne" der Musik aber sehr stark. So werden Livekonzerte akustisch eher zu einem Clubauftritt. Die Wiedergabe zentriert sich so sehr stark "in der Mitte des Kopfes", Instrumente lassen sich gehörtechnisch nicht mehr eindeutig positionieren und so klingt der Bose leicht "komprimiert". Wer also einen Kopfhörer mit Geräuschabschirmung sucht und berit ist dafür knapp 400 € auszugeben, sollte den Bose unbedingt probehören. Das Preis- Leistungsverhältnis ist in meinen Augen bzw. Ohren allerdings weit fernab von gut und böse. Gerade im Bassbereich gibt es Kopfhörer, die deutlich günstiger zu haben sind.




  

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