BlackBerry 9500 Storm


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 06.02.2009 07:51h
Punkte   (6 von 10)
Testbericht BlackBerry Storm von www.mobile-reviews.de

Hersteller:

RIM

Modell:

Storm

Bezugsmöglichkeit:

BB Storm

Bilder:

Storm
Kamerabilder

Revision 1.0 vom 06.02.2009

Im November 2008 hat RIM einen neuen BlackBerry auf den Markt gebracht, den Storm. Der Storm wird in Deutschland exklusiv über Vodafone vertrieben und als direkte Konkurrenz zum Apple iPhone positioniert, so suggeriert zumindest die Werbung. Bisher hat RIM mit seinen BlackBerrys überwiegend die Gruppe der Businessuser angesprochen, die können jetzt übrigens aufhören zu lesen, denn der Storm ist kein "BlackBerry" im eigentlichen Sinne mehr, auch wenn er auf die gleiche Technologie aufbaut. Warum? Nun, die Kanadier - als " Mutter" aller Businesshandys - haben ihrem BlackBerry Storm neben einer 3-Megapixel-Kamera auch noch einen Musik- und Videoplayer mit auf den Weg gegeben. Dabei kann der Videoplayer sogar DivX 4, (teilweise DivX 5/6), XviD, H.263, H.264 und WMV3 abspielen. So kann der Storm, wie der BlackBerry Bold auch, problemlos als mobiler Entertainer und Hosentaschenwurlitzer durchgehen. Ist doch schön? Sakrileg! Ein BlackBerry soll nicht Fotos machen und auch Videos soll er nicht abspielen, er soll funktionieren! Schlicht und ergreifend soll er sein. Ohne Multimediaschnickschnack! Mit dieser steinzeitlichen Meinung werden einige Entscheider wohl alleine dastehen. Zu allem "Übel" hat der Storm nämlich auch noch einen großen 3,2-Zoll-Touchscreen zu bieten und zwar mit echtem taktilen Feedback! Sollten sie nun auf den Geschmack gekommen sein und ein paar Argumente für ihren steinzeitlichen IT-Entscheider benötigen, so lesen Sie doch einfach weiter. Mein kleiner Testbericht wird die Vor- und Nachteile schonungslos aufdecken. Hoffen wir, dass die Vorteile überwiegen.

Design/Haptik/Verarbeitung

New Prada
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Wie bei nahezu allen BlackBerry überwiegt auch beim Storm die Farbe Schwarz. RIM verarbeitet auf der Vorderseite einen glänzenden und sehr hochwertigen Kunststoff. Der darin eingebettete 3,2-Zoll große Touchscreen ist von einer chromfarbenen Zierleiste aus Kunststoff umgeben. So hebt sich der Storm aus dem Einerlei schwarzer Smartphones wohltuend ab, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Vodafone hat sich auf der unteren Vorderseite mit ihrem Firmenschriftzug samt Logo verewigt.

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Die Rückseite besteht fast nur aus dem metallenen Akkudeckel, der auf der Innenseite auf Hochglanz poliert wurde. Warum auch inner, als Schminkspiegel ist er jedenfalls nicht zu gebrauchen. Der Akkudeckel trennt sich nämlich nur ungern vom Gehäuse, eine etwas fummelige Angelegenheit und nichts für zartere Fingernägel. Insgesamt ist das Design ein gelungener Spagat zwischen Business und Stil.

Auf den ersten Blick beeindruckt das 3,2-Zoll Display. Der Storm ist sicher kein kleines Modell, seine Abmessungen von 113 x 62 x 14 mm bei einem Gewicht von 136g lassen ihn in der gleichen Liga spielen, wie den Bold aus eigenem Hause. Apples iPhone ist dabei nur unwesentlich länger. So kann man den Storm mehr oder weniger unauffällig in der Hemdtasche tragen. Das ist ab Werk leider auch notwendig, denn die schöne und praktische Gürteltasche aus Lammleder (Pitch Black), eines BlackBerry 8800 sucht man beim Strom vergebens. Einzig ein Lederetui ohne Gürtelclip wurde ihm gegönnt.

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Die Verarbeitung ist gut bis sehr gut. Der MicroUSB-Anschluss auf der linken Gehäuseseite und der 3,5 mm Kopfhöreranschluss auf der rechten Seite des Storm liegen offen und sind so Schmutz und Staub schutzlos ausgesetzt. Braucht ein Touchscreengerät eigentlich überhaupt noch echte Drücker? Auf jeden Fall, daher haben die Designer dem Display auf der Vorderseite auch 4 Helfer an die Seite gestellt.

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Eine "grüne sowie eine rote Hörertaste" zur Gesprächssteuerung, die "Zurück"-Taste zum löschen von Eingaben und die unvermeidliche "Menütaste" mit den charakteristischen 7 Kästchen, die den Schriftzug von BlackBerry darstellen. Einen Trackball oder dergleichen braucht der Storm natürlich nicht.

Auf der Oberseite des Storm versteckt sich je ein Drücker zur Stummschaltung sowie zur Sperre des Touchscreens. Nutzer anderer Gerätehersteller werden an dieser Stelle wahrscheinlich den Ein-/Ausschalter vermuten. Der BlackBerry Storm wird aber mit der roten Hörertaste (dient auch zum Beenden von Gesprächen) ins Leben gerufen. Auf der rechten Gehäuseseite befinden sich die beiden Lautstärketasten sowie ein mehrfach belegbarer Drücker, der ab Werk die 3-Megapixel-Kamera startet. Die linke Seite bietet auch so eine Taste, damit startete man die Sprachsteuerung. Alle Tasten sind leichtgängig und liefern eine gute Rückkopplung. Über dem Display signalisiert eine (dann rot blinkende) LED eingehende Nachrichten bzw. die andauernde Bluetoothaktivität des Storm. Im Standby-Modus hat der Nutzer (durch die dann blinkende grüne LED) so zudem die Gewissheit, dass sein Storm überhaupt noch "lebt". Das mitunter nervige Blinken lässt sich selbstverständlich auch abschalten. Man(n) will in einem Meeting ja nicht unnötig auffallen, oder?

Größenvergleich (BlackBerry Storm - Apple iPhone 3G- Samsung Pixon)

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Technik

Storm

Technisch brilliert der BlackBerry Storm mit UMTS samt Unterstützung für HSDPA. Davon profitieren in erster Linie Internetinhalte über den eingebauten Browser. Hier sei aber angemerkt, dass BlackBerrys ihre Inhalte immer über Server der Firma RIM beziehen. Anfragen werden dort zunächst speziell für den BlackBerry aufbereitet und dann an diesen weiter geleitet. Bei HSDPA Übertragungen sind die BlackBerrys etwas langsamer, als "normale" Mobiltelefone. Der über MicroSD™-Karten erweiterbare interne Speicher beträgt 1 Gigabyte. Der Quadband-Funker ist über GSM praktisch auf der ganzen Welt zu Hause. WLAN 802.11a/b/g haben die Kanadier unverständlicherweise (ok, wenn man sich die Akkulaufzeit ansieht schon) aber nicht integriert. Über eine USB 2.0 Schnittstelle lässt er sich sowohl mit Energie, als auch mit Daten füttern. Die 3,5 mm-Stereo-Kopfhörer-Anschlussbuchse ermöglicht den Anschluss eigener Kopfhörer und die virtuelle QWERTZ-Tastatur (im Quermodus) bzw. SureType® und Multi-Tap (im Hochformat) hilft bei der täglichen Kommunikation. Das integrierte GPS sorgt in Zusammenarbeit mit BlackBerry® Maps bzw. Google Maps für die Orientierung auf unbekanntem Terrain. Die 3-Megapixel-Kamera mit LED taugt für Schnappschüsse. Das BlackBerry Betriebssystem in der Version 4.7 erlaubt dank des Prozessors im 528 Megahertz Takt relativ flottes Arbeiten.

Lieferumfang

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Zum Lieferumfang der knapp 400 € (Straßenpreis) teuren Schönheit gehören ein neutral klingendes Stereo-Headset, eine CD mit der Blackberry-Desktopsoftware, ein Reinigungstüchlein, Anleitungen sowie ein Reiseladegerät und ein USB-Datenkabel. Die Zubehörteile wurden dabei auf zwei Kartons verteilt und mit schwarzen Karton umhüllt. Hier muss ein Meister der Origami-Kunst am Werk gewesen sein. Eine microSD-Speicherkarte gehört "traditionell" nicht mit zum Lieferumfang. Neben der fehlenden Gürteltasche scheint das hauseigene Controlling auch an dieser Stelle den Rotstift angesetzt zu haben. Zukünftige Besitzer sollten den Kauf einer passenden Speicherkarte gleich mit in Erwägung ziehen. Dabei kann man auch problemlos auf die 16 GB microSDHC-Versionen zurückgreifen.

Display

Ein mit 480x360 Pixel auflösendes TFT-Display mit einer 3,2 Zoll umfassenden Displaydiagonalen erfreut das Betrachterauge. Auch wenn das Display des Apple iPhone mit 3,5 Zoll größer ist, das Ergebnis der Ingenieurskunst im Hause RIM ist knackscharf und brillant. So macht das Betrachten von Multimediainhalten Spaß. Mein Lob! Dieser Screenshot in voller Displayauflösung soll Lust auf mehr machen.

Storm

Der Touchscreen dient beim Storm natürlich gleichzeitig als Texteingabemöglichkeit. Hierzu wird eine virtuelle QWERTZ-Tastatur eingeblendet.

Storm

Beim Blackberry Storm reagiert der Touchscreen auf Berührung, soweit so gut. Damit wird aber lediglich ein Menüpunkt markiert bzw. in Listen und auf Webseiten gescrollt. Für die Bestätigung der virtuellen Drücker verlangt der Storm nach einem kräftigen Druck auf das federgelagerte Display. So wird die gesamte Displayplatte in das Gehäuse gedrückt. Der Vorgang fühlt sich an, als würde man eine echte Taste drücken. Unbeabsichtige Engaben werden so natürlich hervorragend vermieden. Leider erschwert die ungenaue Abfrage des Fingers auf dem Display die Eingaben unnötig. So springt man während des Drucks auf die Display-Federung öfters ungewollt auf den falschen Buchstaben. Wer längere E-Mails schreiben will, sollte sich auf gewissen Verzögerungen einstellen. der "Tastenhub" ist nämlich etwas groß ausgefallen. Telefonnummern und kurze Nachrichten kann man auch Wunsch auch mit einer virtuellen Zifferntastatur eingeben, auf Wunsch sogar mit einer Art Texterkennung namens ShureType.

Storm

Menü/Funktionen

Storm Storm

Wer erstmalig einen BlackBerry sein eigen nennt - und mit dem Storm wird die Gruppe der Verdächtigen deutlich erweitert - wird ob der Vielzahl an Menüpunkten erschlagen. Nicht weniger als 25 Menüsymbole nennt der Storm im Hauptmenü sein eigen. Der Standby-Screen hat immerhin noch acht zur Auswahl. Die neuen Piktogramme sind schon vom BlackBerry Bold bekannt und wesentlich gefälliger selbsterklärender gestaltet, als noch beim Curve. Neben einem Nachrichten-Icon für E-Mail gibt es noch eins zweites für SMS und MMS. Je eingerichteten E-Mail Konto erscheint dann noch ein weiteres Icon. Die PIM-Funktionen mit Adressen, Kalender, Aufgaben und Notizen nehmen ebenfalls je ein Icon in Beschlag. Musik, Videos, Klingeltöne, Bilder und Sprachnotizen fasst RIM unter einem Icon zusammen, während der Musicplayer zusätzlich mit einem eigenen Icon gesegnet wurde. Vodafone ergänzt das Angebot mit einem Icon für das Live-Portal. Sollte einem die Iconflut überrennen, so kann man die eher überflüssigen kann man im Menü aber auf Wunsch auch ausblenden, so verschwindet das dezente Vodafonebranding in der Software wie durch Zauberhand.

Selbst an eine Symbolbeschriftung, wie bei vielen Herstellern üblich, wurde beim neuen BlackBerry Betriebsystem 4.7 gedacht.

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Natürlich kann die Reihenfolge der Menüeinträge nach eigenem Gusto verändert werden, durch den eingebauten Lagesensor kann der Storm auch im Querformat genutzt werden. Und leider, leider, leider tut man dies viel zu oft. Dreht sich doch der Bildschirminhalt je nach Lust und Laune des Storm. Die Justierung des Lagesensors ist gelinde gesagt "unter aller Sau". So gestaltet sich das drehen zu einem Glücksspiel.

Die Einstellungsmöglichkeiten des Storm sind sowohl zahlreich, als für den Laien auch unverständlich. Lassen sich Display und Browser noch recht einfach und verständlich konfigurieren, so hört dies bei den Sicherheitsoptionen wie beispielsweise WTLS, Firewall und Zertifikatsspeicher gleich auf. Hier sollte nur der Fachmann Einstellungen vornehmen. Ein Hoch auf die IT-Abteilung ihres Hauses. Die Leistungsfähigkeit eines BlackBerry erfordert eben auch eine gewisse Einarbeitung. Eine gute Anlaufstelle bei Problemen sind die beiden Foren "Blackberry-forum.de" sowie "crackberry.com".

Das Thema Sicherheit wird bei RIM sehr groß geschrieben. Lassen sich doch sämtliche Daten im Storm sowie auf der Speicherkarte verschlüsseln. Ebenso kann das Gerät durch ein Gerätekennwort geschützt werden. Dessen mehrmalige Falscheingabe auf Wunsch zur Löschung sämtlicher Daten führen kann. Bei der Integration mit BlackBerry® Enterprise Server wird sogar die AES bzw. Triple DES Verschlüsselung unterstützt. Der Storm ist zudem FIPS 140-2 geprüft und verfügt über das FIPS-Prüfsiegel. Die Unterstützung von S/MIME ist dabei optional möglich.

Aktive Standby

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Auch ein BlackBerry verfügt über eine Art von aktiven Standby. Der Storm von Vodafone bietet ein Theme zur Auswahl an. Die Installation eigener Skins ist aber auch möglich. Hierzu bieten einige Webseiten eine kleine (kostenpflichtige) Auswahl an. Im Standbyscreen lassen sich bis zu drei Reihen Icons anzeigen.

Anwendungen

Der Storm bietet eine vollständige, umfangreiche und überzeugende Aufgaben und Terminverwaltung. Der integrierte Kalender bietet alle erdenklichen Möglichkeiten. Da kann sich so manches Smartphone eine Scheibe von abschneiden.

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Die gestresste Führungskraft (oder Student) kann sich dabei vom Storm die anstehenden Meetings in einer Tages-, Wochen- oder Monatsansicht anzeigen lassen. Ebenso bietet der Storm eine bequeme Tagesplanungsansicht. Termine werden durch kleine Punkte bzw. Balken markiert und sind auch in Serie und als ganztägige Ereignisse festlegbar. In der Tagesplanungsansicht werden dabei alle anfallenden Termine in chronologischer Reihenfolge darstellt. Aufgaben werden auf Wunsch im Kalender zwar angezeigt, neue Aufgaben können von dort aber nicht erstellt werden. Dafür können Aufgaben als Serie wiederholt werden. In den Kontakten hinterlegte Geburtstage werden automatisch in den Kalender übernommen. Wer an den PIM-Funktionen des BlackBerry Storm etwas auszusetzen hat, dem ist wohl nur noch mit einem Netbook zu helfen.

Kontakte lassen sich nach Vor-, Nach- oder Firmennamen sortieren und in mehrere Kategorien, wie z. B. "Privat" oder "geschäftlich" einteilen. Ein Eintrag kann hierbei eine Unmenge an Informationen, mehrere Telefonnummern, Post-, Email- und Webadressen enthalten. Selbst persönliche Anruferbilder und Klingeltöne lassen sich zuweisen. Natürlich darf auch der BlackBerry Messenger, mit dem sich Textnachrichten mit anderen Nutzern des Dienstes austauschen lassen, nicht fehlen. Ein Taschenrechner, der die Grundrechenarten samt Prozentrechnung beherrscht, eine Notizfunktion und ein Wecker runden den Funktionsumfang des Storm ab.

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Unter „Anwendungen“ finden sich Programme zum Betrachten und Bearbeiten von Word- sowie Excel-Dokumenten und zum reinen Betrachten von Powerpoint-Präsentationen wieder. PDFs können hingegen nur aus E-Mails heraus geöffnet werden.

Unterhaltung

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Der Musicplayer gibt optisch nicht viel her. In der Mitte wird aber ein wirklich großes Coverart dargestellt, darunter befinden sich Buttons für die Playersteuerung. Der Sound klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset leicht blechern bzw. hohl. Erfreulicherweise kann man dank der 3,5 mm Klinkenbuchse höherwertige Pendants aus dem High-End Bereich anschließen. So wird die Klangqualität zwar angehoben, kann aber trotzdem nicht ganz mit besseren MP3-Playern mithalten.

Um die maximale Soundqualität des Storm testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, einem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt. Die von RIM entwickelten Kopfhörer des Storm sehen weder sonderlich gut aus, noch liefern sie einen vernünftigen Sound. Für reine Gespräche sind sie aber gut geeignet, guter Sound klingt anders.

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke des Storm reicht überraschenderweise völlig aus, um die großen Wandler des iGrado in Schwingungen zu versetzen. Der Bassbereich wird mit den iGrado aber - trotz der entsprechenden Einstellung im Equalizer - kaum abgedeckt. Zudem geht der Sound zu Lasten der Umwelt, muss so doch jeder Mitreisende den Soundgeschmack des iGrado-Trägers unfreiwillig teilen.

Der Sennheiser CX300 ist für einen InEar eine gute Alternative, dessen Bassbereich aber noch nicht optimal ist. Da kann der Creative Labs EP 630 schon eher überzeugen. Leider werden hier die Höhen auch recht früh abgeschnitten. Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem Storm harmonischer zusammen. Auch hier geht das leicht zu Lasten der Höhen, die Mitten werden dafür etwas in die Breite gezogen. Grundsätzlich unterstützt das Storm auch A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben. Für einen BlackBerry klingt der Storm wirklich gut.

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Interpreten, Alben, Genres). Über Wiedergabelisten kann man das Storm so zwar zu einer recht passablen Musikbox umfunktionieren. Dabei sollte man aber den Touchscreen sperren. Durch die Multitaskingunterstützung kann man seine Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, kann seine Songs in zufälliger Reihenfolge abspielen. Selbst die Wiederholung eines oder aller Songs ist möglich. Will man innerhalb eines Liedes spulen, einfach das Coverart berühren. Schon blendet sich das passende Panel ein. Durch Druck nach rechts auf den Fortschrittsbalken wird gespult.

Der Media Player des Storm sucht dagegen seinesgleichen. Abgespeicherte Videos werden auch im Vollbildmodus dargestellt, auf Wunsch auch im Querformat. Das macht auf dem 3,2-Zoll-Display richtig Spaß. Selbst Videos mit einer Größe von mehr als 480x360 Pixel werden fließend wieder gegeben. Das Blackberry Storm bietet einen YouTube-Client, mit dem man auf das vielfältige Programmangebot zugreifen kann. Für die Spielernatur unter uns ist neben der obligatorischen Partie "BrickBreaker" (Breakout) auch noch Word Mole vorgesehen. Praktischerweise lässt sich der BlackBerry mit (überwiegend kostenpflichtiger) Drittanbietersoftware erweitern.

Storm

Klang

Obwohl das Storm nur über einen Lautsprecher verfügt, wäre die maximale Lautstärke des Musicplayers ausreichend, um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht gerade auf einer Baustelle liegt) als MP3-Player-Ersatz herzuhalten. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch überhaupt kein Problem.. Die Verständigung zwischen den Gesprächspartner ist einwandfrei. Während eines normalen Gesprächs werden die Stimmen klar und deutlich wieder gegeben. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind sehr dezent. Insgesamt würde ich den Gesprächsklang des Gerätes als "gut" bezeichnen.

Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)

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Der BlackBerry Storm bietet von Hause aus Quadband (GSM 850/900/1800/1900-Netze) sowie eine Unterstützung für UMTS samt HSDPA. WLAN wird vom Storm nicht angeboten. Sollte UMTS nicht zur Verfügung stehen, so reicht aber selbst selbst eine GPRS/EDGE Verbindung für annähernd schnelles surfen aus. Warum ist der BlackBerry in diesem Fall besser als andere Geräte? Nun ganz einfach, die Firma RIM nutzt eine spezielle Art der Komprimierung auf allen BlackBerrys. Daten werden also vor Auslieferung direkt in das passende Format konvertiert, ähnlich wie bei Operas Mini Browser. So reicht selbst eine eher langsame GPRS Verbindung noch aus. Surft man per HSDPA sieht das schon anders aus, dann dauert es leicht länger, als wenn man auf einem "normalen" Handy surft. Wer kein JavaScript benötigt, sollte dies abschalten. So surft es sich deutlich schneller.

Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP), HTML Seiten werden auf Wunsch so angezeigt, wie man sie vom Desktop her kennt. Aufgerufene Seiten speichert der Browser in einer Verlaufsübersicht. Webseiten lassen sich nach bestimmten Begriffen durchsuchen und der Browser bietet zudem eine Miniübersicht der jeweiligen Webseite. Ähnlich, wie es der Browser von Nokias neuen Smartphones auch kann. Selbst RSS-Feeds sind kein Problem. So bekommt man schnell und einfach eine Übersicht der aktuellen Neuerungen. Die jeweilige Aktualisierungsintervall kann der Storm Nutzer selbst bestimmen. Webseiten mit Darstellungsproblemen kann man zur Zusammenarbeit überzeugen, indem man den integrierten Browseragenten auf "Internet Explorer" bzw. "Firefox" abändert.

Im Vergleich zum iPhone gewinnt der eingebaute Browser zwar keinen Blumentopf, kann aber durchaus mit Modellen der Konkurrenz mithalten. Wer mit ihm gar nicht klar kommt, kann problemlos den Opera Mini Browser aufspielen. Stichwort "E-Mails". Dafür waren BlackBerrys schon immer bekannt. E-Mails werden grundsätzlich in Echtzeit (per Push) empfangen. Zu diesem Zweck erstellt man (zumindest bei meinem Testgerät) über eine spezielle Webseite ein Konto und ist dann bereit zum Echtzeit-Empfang von E-Mails.

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Natürlich lassen sich auch bestehende Postfächer anderer Anbieter mit einbinden. Für Geschäftskunden kann hierzu der BlackBerry Enterprise Server genutzt werden. E-Mails aus anderen Postfächern werden hier gesammelt und dann ich Echtzeit an den BlackBerry übertragen. Der Eingang von Nachrichten wird dann durch rotes Blinken der LED über dem Display signalisiert. Technisch gesehen handelt es sich beim E-Mail Klienten des BlackBerry um eine IMAP Lösung. Der E-Mail Server wird sozusagen nur ferngesteuert. Eine bessere und schnellere Lösung gibt es in meinen Augen nicht. Neuerdings werden E-Mails auch im HTML Format dargestellt. Normale POP oder IMAP Konten unterstützt der Storm aber nicht. Ohne zugebuchte BlackBerry-Option bleibt also nur noch der Webmailer.

Für einen reibungslosen Austausch mit der Außenwelt hat RIM seiner neusten Schöpfung wieder Bluetooth samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) und AVRCP (Audio Video Remote Control) mit auf den Weg gegeben. Der Storm ist das erste Modell, was das nicht unwichtige Bluetooth SAP unterstützt. So kann die Brombeere über die Kfz-Freisprechanlage auf die SIM-Kontakte des Telefons zugreifen. Leider fordert der Storm nach Beendigung der Verbindung immer zur PIN-Eingabe auf. Die Synchronisation der Kontakt- sowie Kalenderdaten, Aufgaben und Notizen mittels der BlackBerry Desktop Software klapp reibungslos. Nahezu alle gängigen Programme (Lotus, MS Outlook (Express), Novell GroupWise) werden unterstützt. Die USB-Verbindung erfolgt in Highspeed und ist rasend schnell. Es besteht also keinen Grund dafür, seine Speicherkarte über einen externen Kartenschreiber zu füllen.

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Das integrierte Google Maps bzw. der BlackBerry-Pendant versorgt sich online mit Kartendaten. Eine Art von Fußgängernavigation ist zwar möglich, eine echte Navigationslösung stellen diese beiden Produkte aber nicht dar. Seine Position sucht das integrierte GPS mit Hilfe von A-GPS. Die Lokalisierung klappt erstaunlich gut und schnell. Aktuelle Positionsdaten kann man auf Wunsch in die EXIF der geschossenen Bilder übertragen lassen, das nennt sich Geotagging.

Kamera

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Beim Storm nutzt man das komplette 3-Zoll-Display im Hoch- oder Querformat als Sucher. Die Kameraoptionen bietet minimalen Komfort, die Bildauflösung kann zwischen 2048 x 1536 Pixel (3 MP), 1024 x 768 Pixel (1 MP) und 640 x 480 Pixel variiert werden. Die Lichtempfindlichkeit der Kamera kann man getrost als bescheiden bezeichnen. Kein Wunder, die zusätzliche Beleuchtungsmöglichkeit ist nämlich recht leuchtschwach. Gerade bei Aufnahmen mit schlechtem Umgebungslicht verschwindet das Motiv schnell im Dunkeln. Farbeffekte, wie Schwarz-Weiß, Sepia und Whiteboard "peppen" langweilige Bilder auf und unterschiedliche Programme für den Weißabgleich helfen überwiegend bei Aufnahmen in Innenräumen. Immerhin kann man seine Bilder mit Geodaten versehen, dem eingebutaen GPS sei dank.

In der Bildmitte weisen weiße Flächen einen feinen Rotstich auf. Farben werden etwas flau wieder gegeben. Die Belichtung des Fotos wird - wie bei fast allen Kameras - von der Ausleuchtung in der Suchermitte abhängig gemacht. Sehr helle Bereich, wie z.B. der Himmel werden dann zu stark belichtet. Während die anderen Teile des Bildes dann zu dunkel abgebildet werden. Die Qualität der 3-Megapixel-Kamera kann nicht so ganz überzeugen, die Frage ist, ob ein BlackBerry überhaupt eine Kamera braucht. Gegen die Super-Megapixler aus dem Hause Sony Ericsson oder an das LG Renoir kommt sie wenig überraschend nicht heran. Aber selbst die Kamerabilder des betagten Nokia N73 wirken besser. Videos nimmt das Storm nur mit 320x240 Pixel auf.

Akkulaufzeit

BlackBerrys waren bisher für ihre lange Ausdauer bekannt. Macht der Storm aufgrund seiner erweiterten Multimediafähigkeiten da eine Ausnahme? Ja! Der 1400 mAh Akku ist selbst bei normaler Nutzung (90 Minuten MP3, 15 Minuten Telefonate im UMTS-Netz, ein paar (Push)-E-Mails) nach einem Arbeitstag am Ende seiner Kräfte. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass das Display selbst bei aktivierter Tastensperre kurz aufleuchtet, sobald man es leicht drückt. Im UMTS-Netz sollte man nach knapp drei Stunden Gesprächszeit eine passende Stromversorgung in der Nähe haben. Der Hersteller gibt die Akkulaufzeit mit 15 Tagen im Standby-Modus sowie mit 5,5 Stunden Gesprächszeit an. Ein absolut praxisferner Wert. Für einen BlackBerry ist die Akkuleistung beschämend.

Bugs

Der BlackBerry Storm ist das erste Gerät, welches die Qualitätsansprüche, die man hinsichtlich der Stabilität der Software bei Produkten der Firma RIM hat, nicht erfüllt. Für den Blackberry-Chef Jim Balsillie ist das aber wohl ganz normal. Zumindest hat er in einem Interview die verbugte Firmware als "neue Realität" bezeichnet. Die Herstellung von hochkomplexen Smartphones in großer Stückzahl führe zwangsläufig zu defekter Software, meint der Chef des Blackberry-Herstellers Research in Motion (RIM), die erst nachträglich mit Updates verbessert werden muss. Nun gut, so kann man sich natürlich auch ganz schnell den guten Ruf zerstören, dafür muss man gar nicht erst ein Werk in Deutschland schließen. Fakt ist, dass der Storm an vielen Ecken nervt. Vorneweg der viel zu empfindliche Lagesensor, der den Bildschirminhalt nach eigenem Gutdünken dreht. Man findet sich so nur sehr schlecht zurecht. gefolgt von der ungenauen Positionsabfrage des Fingers auf der QWERTZ-Tastatur. Fehleingaben waren bei mir - auch nach längerer Übung - an der Tagesordnung. Der Storm neigt zudem dazu, sich gelegentlich neu zu starten (das Laden des OS dauert ziemlich lange). Diese Problem hat auch die aktuelle Firmware .78 nicht behoben. Ein weiteres "Übel": der Storm zeigt nicht an, wenn er vollständig geladen ist. Ich bin schon ganz gespannt, wie sich die neuste Version .100 da verhält, diese wurde aber noch nicht von Vodafone frei gegeben.

Fazit

Autor

Der BlackBerry Storm ist in jedem Fall der schlechteste BlackBerry, der mir je unter die Augen gekommen ist, da lobe ich mir doch meinen Bold. Zwar wurde das Blackberry OS touchfähig gemacht, der klickbare Touchscreen wirkt aber unausgereift. Für Eingaben muss man zu tief drücken, so dass Nachrichten nur sehr langsam geschrieben werden können, zudem gibt es oft Fehleingaben. Die etwas überfrachtete Menüoberfläche mit ihren zahlreichen Icons und die teils kryptischen Einstellungsoptionen überfordern anfangs so manchen. Das neue Betriebssystem ist trotz des schnellen Prozessor manchmal etwas behäbig. Kaufmännisch betrachtet ist der Storm unterm Strich zwar recht günstig und für die knapp 400 € wird einiges an Kommunikationstalent und Sicherheit geboten, aber die Nachteile bei der Bedienung und die zahlreichen Bugs überwiegen.

Renoir

Der Versuch, ein "iPhone" mit den Tugenden eines BlackBerrys zu kombinieren ist nicht wirklich gelungen.

 





  

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