Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 10.01.2011, 14:01 Punkte (7 von 10) Hits: 12437 Sprache: german
Testbericht BASE Lutea von mobile-reviews.de
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Revision: 10.01.2011
Im Auftrag von BASE fertigt der chinesische Hersteller ZTE ein günstiges Einsteigerhandy auf der Basis von Android 2.1. Die technischen Ausstattungsmerkmale des Lutea (Name basiert auf einer Rosenzüchtung) sind dabei gar nicht mal so schlecht und ähneln dem ZTE Blade. Der 3,5 Zoll große Touchscreen stellt bis zu 65.000 Farben dar und löst mit 480 x 800 Pixel auf und unterstützt Multitouch. Die Digitalkamera löst mit fünf Megapixel auf, ein LED-Blitz fehlt allerdings. Der Prozessor wird mit 600 MHz betrieben. Als Tri-Band Gerät ist es leider nicht weltweit nutzbar. Natürlich fehlt weder ein MP3-Player noch ein FM-Radio. Alle Inhalte werden auf Wunsch auf microSD-Karten mit bis zu 32 Gigabyte abgelegt. Eine 2 GB micro SD™-Karte ist bereits im Lieferumfang enthalten. Wie sich das günstige Smartphone im Test geschlagen hat, lesen Sie am besten selbst.
Das BASE Lutea ist nur 114 x 56 x 12 mm klein, dafür aber etwa 130 Gramm schwer. Dabei besteht das Gehäuse komplett aus Kunststoff, ohne dabei "billig" zu wirken.
Auch beim Lutea haben die Designer keine eckigen Kanten übrig gelassen. Das Display dominiert die Vorderseite, direkt darüber befindet sich das BASE Logo. Als waschechtes Android-Smartphone kommt natürlich nur eine virtuelle Tastatur zum Einsatz. Wer also eher zu den Vielschreibern unter uns gehört, sollte lieber einen Blick auf ein Smartphone mit echter Tastatur, wie dem HTC Desire Z werfen. Die Verarbeitung des Smartphones geht für den Preis voll in Ordnung. Da ausschließlich Kunststoff zum Einsatz kommt, fühlt es sich nicht ganz so wertig an, die beispielsweise ein Desire. Die "Glossy Piano Black" gennaten Farbe ist wirklich hochglänzend und verzeiht keinerlei Fettfinger, so wirkt das Lutea schon nach kurzer zeit leicht "schmuddelig". Das Display ist sauber in das Gehäuse eingelassen, keine scharfen Kanten oder Grate sind spürbar. Nur unter hohem Druck auf den Akkudeckel kann man dem Lutea kleine Knarzgeräusche entlocken. Die Verarbeitung bekommt von mir trotzdem noch die Note "gut".
Die Kameraoptik auf der Rückseite ist recht gut gegen Kratzer geschützt, sticht allerdings auch deutlich aus dem Gehäuse hervor. Die Linsenabdeckung besteht aus Kunststoff und verschmutzt schnell. Die üblichen Fettfingerabdrücke auf der Linsenabdeckung können durchaus zu unansehnlichen Bildern führen. Das Lutea genehmigt sich bei der täglichen Arbeit diverse Gedenksekunden, da merkt man doch, dass es nur von einem 600 MHz schnellen Prozessor angetrieben wird. Das merkt man schon dann, wenn man die sogenannten "Live" Hintergrundbilder aktiviert. BASE bzw. ZTE hat dem Lutea auch nur die Version 2.1 von Android™ installiert. Eine spezielle Benutzeroberfläche, wie zum Beispiel das HTC Sense hat man ihn nicht mit auf den Weg gegeben. Der kapazitiv reagierende Touchscreen erlaubt keine Bedienung mit Fingernägeln oder normalen Handschuhen, versteht sich dafür aber auf Multi-Touch und pinch-to-zoom Gesten. Dabei werden Eingaben auf dem Touchscreen auf Wunsch von einem Ton bzw. durch ein haptisches Feedback begleitet.
Android bietet auch auf dem BASE Lutea mehrere Tastaturlayouts in unterschiedlichen Anordnungen an. Neben der üblichen Zehnertastatur im Telefonmodus gibt es auch noch ein QWERTZ-Design im Hoch- und Querformat mit mehrfach belegten Tasten. Im Vertikalmodus sind die Tasten zwar etwas klein geraten, dreht man das Smartphone dann ins Querformat, wirken die Tasten wieder deutlich größer und sind auch einfacher zu treffen.
Die Bedienung geht dann etwa genauso flott von der Hand wie auf einem Apple iPhone. Die Texterkennung liefert aber zuverlässigere Ergebnisse. Vielschreiber werden mit der Bildschirmtastatur nicht ganz so gut klar kommen, wie mit echten Drückern. Die haptische Rückkoppelung ist traditionell nicht vergleichbar. Alle Tasten sind mehrfach belegt, das Layout ist leider nicht kontextsensitiv. Für SMS oder kürzere E-Mails reicht sie vollkommen aus.
Über den Micro-USB-Anschluss an der linken oberen Seite des Handys synchronisiert man das Lutea mit dem PC und versorgt es mit Strom. Die Öffnung für den Kopfhörer hat einen Durchmesser von 3,5 Millimeter und befindet sich neben dem Ein-/Ausschalter auf der Oberseite des Luteas. So kann man während man das UKW-Radio bzw. den MP3-Player laufen lässt, sein Smartphone auch gleich laden. Bei dem recht hohen Stromverbrauch der beteiligten Komponenten ist das aus Sicht des recht schlappen Akkus auch nötig. Will man die Speicherkarte wechseln - das Lutea versteht sich auch mit 32GB microSD-Karten – muss man nur den Akkudeckel entfernen. Der Sicherungshebel für die Speicherkarte macht allerdings einen ziemlich wackeligen Eindruck, oft würde ich die Karte daher nicht wechseln. Der Laut-/Leiseregler wurde in das Gehäuse eingelassen und befindet sich auf der rechten Gehäuseseite. Den Kameraauslöser kann man beim Lutea lange suchen, es gibt nämlich keinen. So sind spontane Party-Schnappschüsse oder Aufnahmen der lieben Kleinen kaum möglich.
Unterhalb des Touchscreens befinden sich drei echte Tasten, eingelassen in eine kleine Kunststoffleiste. Die mit einem Häuschen beschriftet Taste bringt den Standby-Screen zum Vorschein. Der mittig angebrachte Drücker "MENU" löst kontextsensitive Funktionen aus. Die mit einem Pfeil gekennzeichnete Taste springt einen Menüpunkt zurück und löscht Eingaben. Auf die Tasten zur Gesprächssteuerung hat BASE beim Lutea leider verzichtet. In schöner Tradition kann man sie nur über die virtuelle Tastatur annehmen oder beenden. Die drei Tasten sind sehr klein geraten nicht beleuchtet, so dass sie bei schlechten Lichtverhältnissen kaum noch zu erkennen sind.
Größenvergleich (iPhone 4, HTC HD7, iPad)
Das BASE Lutea ist optisch betrachtet kaum kleiner als das Apple iPhone 4. Das HTC HD7 ist deutlich grösser und das iPad ist ein schlechter Vergleich :D
Technik
Technisch stellt das BASE Lutea bestenfalls den Standard dar, ist dafür aber sehr günstig. Der kapazitive 3,5-Zoll-Touchscreen löst mit 480 x 800 Pixel auf und kann etwa 65.00 Farbkombinationen darstellen. Das erscheint nicht viel, trotzdem kommen die Farben recht gut rüber, ohne mit dem AMOLED des ZTE Blade mithalten zu können. Dort leuchten die Farben meiner Meinung nach intensiver. Der Touchscreen (TFT) versteht pinch-to-zoom Gesten und unterstützt Multitouch. Die Kamera löst mit knapp 5-Megapixel auf und ist damit besser als beim ZTE Blade. Ein Autofokus unterstützt beim scharfstellen, leider ohne LED. Videos nimmt die Kamera mit CIF/QVGA/QCIF-Auflösung auf. Neben einem Musikplayer bietet das Lutea auch einen Videoplayer ohne XViD oder DivX Unterstützung und auch ein FM-Radio kann es vorweisen. Da es nur Tri-Band (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den Datendienst HSDPA bietet, ist es nicht überall auf der Welt einsetzbar. Eine LED, die Auskunft über eingehende SMS, Nachrichten und verpasste Anrufe gibt, hat das Lutea ebenfalls nicht zu bieten.
HTC Wildfire
BASE Lutea
Samsung Galaxy 3
Display/Auflösung
3 Zoll, LCD, 240 x 320 Pixel
3,5 Zoll, LCD, 480 x 800 Pixel
3,2 Zoll, LCD, 240 x 400 Pixel
Prozessor
Qualcomm MSM7225, 527 Megahertz
Qualcomm MSM7227, 600 Megahertz
Samsung S5P6422, 667 Megahertz
Grafik
Arbeitsspeicher
384 Megabyte
512 Megabyte
256 Megabyte
integrierter Speicher
./.
./.
./.
Speicher erweiterbar
microSD-Karten
microSD-Karten
microSD-Karten
Funkunterstützung
WLAN b,g / Bluetooth 2.1 EDR / GPS
WLAN b,g / Bluetooth 2.0 EDR / GPS
WLAN b,g,n / Bluetooth 201 EDR / GPS
Kamera
5 MP
5 MP
3,2 MP
Betriebssystem
Google Android 2.1 (Eclair)
Google Android 2.1 (Eclair)
Google Android 2.1 (Eclair)
Multimedia-Unterstützung
HTML
HTML
HTML
Anschlüsse
microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker
microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker
microUSB / 3,5-Millimeter-Klinkenstecker
Maße
107 x 60 x 12 mm, 118 Gramm
114 x 56 x 12 mm, 130 Gramm
114 x 55 x 12,9 mm, 109 Gramm
Wer unbedingt will kann sowohl über Bluetooth (2.0) als auch über WLAN b/g und USB mit seinem PC oder Mac Kontakt aufnehmen. Ab Werk wird das BASE Lutea mit Android™ 2.1 ausgeliefert. Eigentlich sollte auch das Lutea wieder "in seinen Rechten" beschnitten sein, sprich ohne sogenannte "Root"-Rechte ausgeliefert. Das hat zur Folge, dass manche Programme nicht auf alle Funktionen und Dateimanager nicht auf das komplette Dateiverzeichnis zugreifen können. Da geht es den Benutzer von Android-basierten Smartphones ähnlich, wie den iPhone-Jüngern ohne Jailbreak. Mein Testgerät war aber mit Root-Rechten ausgestattet. Wer unbedingt solche Rechte braucht, sollte sich einfach Universal Androot auf sein Lutea laden und installieren.
Lieferumfang
Zum Lieferumfang des etwa 200 € (Internet) günstigen Smartphones gehören neben dem Akku mit 1250 mAh löblicherweise eine 2 GB große MicroSD-Speicherkarte, ein wenig überzeugendes Stereo-Headset, eine Kurzanleitung in Form des Luteas, ein Sicherheitshinweis und ein Reiseladegerät mit abnehmbaren USB-Datenkabel. Das Gerät von BASE hat sowohl ein optisches als auch ein softwareseitiges (Voreinstellungen für SMS/MMS sowie den Internetzugang) Branding vorzuweisen. Es ist offiziell nur bei BASE mit einem Laufzeitvertrag zu haben. Im Internet wird es trotzdem von einigen Onlineshops ohne Vertrag angeboten.
Display
Ein Helligkeitssensor sorgt beim Lutea dafür, dass sich die Display-Beleuchtung automatisch an die Umgebungs-Lichtverhältnisse anpasst. Das recht stark spiegelnde Display löst mit 480 x 800 Pixel auf, in dieser Preisklasse sicher nicht üblich. So werden Texte, Grafiken und Videos gut abgebildet. Im direkten Vergleich zum HTC Desire sieht man aber einen Unterschied was die Darstellung der Farben betrifft. Das Display des HTC Wildfire wirkt dagegen ziemlich matschig und blass :D
Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden, dem integrierten Lagesensor sei dank. Bei direkter Sonneneinstrahlung büßt das Display seine Ablesbarkeit nochmals heftig ein. Hier wäre eine entspiegelte Folie angebracht
Menü/Bedienung
Beim BASE Lutea bilden insgesamt fünf unterschiedlich konfigurierbare Bildschirme die Schaltzentrale. Wer mag, kann sie mit vielen nützlichen "Widgets" aufrüsten. Hierbei handelt es sich sowohl um kleine Helfer in Form von Kalendern und Playern, als auch um simple Verknüpfungen zu vorinstallierten Programmen, Kontakten und Ordnern.
So stehen
mehrere Zeitmesser (Analoguhr bzw. Digitaluhr) zur Auswahl. Hinzu kommen Kalenderübersichten oder ein Musicplayer. Das Musicplayer-Widget zeigt dabei immer den aktuellen Titel an und erlaubt die Steuerung der Songs. Die Zahl der zur Verfügung stehenden Widgets ist recht groß und kann über den Android™-Market noch erweitert werden.
Neben den aktiven Widgets kann man sich auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, zum Browser oder den installierten Programmen erstellen. Wie das funktioniert? Einfach das entsprechende Icon oder Widget per drag & drop auf einen beliebigen Startbildschirm ziehen, loslassen und fertig. Auch Verknüpfungen zu Playlisten und Lesezeichen kann man sich so einrichten.
Das eigentliche Hauptmenü versteckt sich hinter einem - mit vielen Quadraten gekennzeichneten - Icon an der unteren Bildschirmseitee. Das Hauptmenü listet dann alle installierten Anwendungen und Spiele in alphabetischer Reihenfolge auf. Beim scrollen kommt eine Art "Rolleffekt" zum Einsatz, die Icons verschwinden dann an der Oberseite in den Hintergrund. Wer allerdings - wie ich - im Laufe der Zeit viele Programme installiert, dem geht durch diese Listenansicht schneller die Übersicht verloren als bei den Homescreens des iPhones.
Seit Android 2.1 gibt es auch Live-Hintergrundbilder. Das sind Hintergründe, die in Echtzeit animiert werden. So kann man sich eine kleine Galaxie auf sein Lutea holen, oder aber einen Gartenteich. Wer mag auch giftgrünen Nebel. Leider ist der Prozessor damit ein klein wenig überfordert. Nutzt man ein Live-Hintergrundbild scrollt es sich deutlich langsamer durch das Menü.
Anwendungen
Die Anzahl vorinstallierter Programme ist bei den "Androiden" (Handys mit Android-OS) eigentlich recht übersichtlich. Das Lutea macht da eine kleine Ausnahme. Die vorinstallierten Anwendungen reichen aus, um den täglichen Bedarf abzudecken. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch einen Taschenrechner, eine Uhr mit Weckfunktion und sogar eine Notizverwaltung.
Selbst Microsoft Office Dokumente kann man sich auf dem Lutea anzeigen lassen. Dazu nutzt man das vorinstallierte "Documents to go". Will man sie allerdings auch editieren, so muss man die Vollversion von erwerben.
Weitere Programme kann man sich im Market herunter laden. Mittlerweile gibt es auch Alternativen zum offiziellen Android™-Market, erwähnenswert ist da zum Beispiel das App Center.
Navigation/GPS
Das Lutea ist mit einem internen (A)GPS-Empfänger ausgestattet. In Verbindung mit einem passenden Navigationsprogramm kann man das Handy auch als Navigationshilfe nutzen.
Google Maps ermittelt den aktuellen Standort im ersten Schritt über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger. Danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird dabei direkt über das Internet auf das Lutea übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Navigation ohne Sprachausgabe ist mit der neuen Version von Google Maps (online im Market verfügbar) problemlos und relativ einfach möglich. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. Google Maps warnt nicht ausdrücklich vor Staus. Die zusätzlich verfügbare Ebene "Verkehr" zeigt aber die aktuelle Verkehrslage. Google Maps bietet zudem keine automatischen Alternativrouten an. Diese kann man aber manuell anfordern. Die Neuberechnung kann dann aber länger dauern. Natürlich hat man dem Lutea auch das volle Softwareangebot von Google mit auf den Weg gegeben. Neben Google-Mail & Google-Maps (mit Latitude) hat auch noch Google Talk Einzug gehalten. Google Navigation nutzt dabei zum Beispiel das Kartenmaterial von Navteq. Der Locations-Dienst zeigt ihnen interessante Angebote in ihrer näheren Umgebung an.
Im Market werden Anwendungen vorab grundsätzlich nicht durch Google übergeprüft, dies bleibt dann dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist.
Die Einträge in der Kontaktverwaltung werden alphabetisch sortiert. Jedem Kontakt kann man ein individuelles Bild zuordnen welches dann bei einem Anruf angezeigt wird. Man kann verschiedene Kontakte auch in Gruppen zusammenfassen. Seine Lieblingskontakte kann man als Favorit kennzeichnen. Zu den Kontakten kann man zahlreiche Informationsdetails wie Festnetz und Mobilnummer, E-Mail und mehr hinterlegen. Im Telefonbuch findet man auch das Telefonprotokoll, in dem eingehende und ausgehende Anrufe verzeichnet werden. Spezielle Felder für Geburtstage und Jahrestage sind zwar vorgesehen, werden dann aber nicht im Kalender angezeigt.
Der Kalender entspricht dem Android-Standard. Somit zeigt er neben einer Tagesagenda auch eine Monats- und Tagesansicht an. So erhält man eine einfache Übersicht über seine Termine.
Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, der wird die Wiederholungsfunktion zu schätzen wissen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe nicht berücksichtigt. In der Monatsübersicht wird die Dauer eines Termins durch einen entsprechend langen grünen Balken dargestellt.
Das Lutea ist in der Lage mehrere Kalender mit Google zu synchronisieren. Über eine Sprachwahl oder Sprachsteuerung verfügt das Smartphone nicht, immerhin stehen eine Suchfunktion und die Navigation über Spracheingaben zur Verfügung. Auch mit Java kann es ab Werk nichts anfangen, im Android™-Market gibt es aber einen passenden Interpreter namens JAVA/J2ME Runner.
Musik
Der
MP3-Player des Lutea ist optisch sehr schlicht, läasst sich aber gut bedienen. Neben dem "Album Art" stellt der Player natürlich auch noch den Tracknamen sowie den Interpret und die weiteren Titel des ausgewählten Albums dar. Mit den drei virtuellen Tasten an der rechten Seite des Bildschirms steuert man den Player. Um die bestmögliche Soundqualität des Lutea
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado (C) Grado
Koss Porta Pro (C) Koss
Sennheiser CX300 (C) Sennheiser
Creative Labs EP630 (C) Creative Labs
Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke reicht beim Lutea keinesfalls aus, schlimmer ist dabei aber, dass die Qualität des Ausgangssignals aufgrund der komplett fehlenden Klangoptimierung gerade im Bassbereich sehr früh abfällt, zudem ist das Lutea kaum in der Lage, die Höhen abzubilden. Damit disqualifiziert sich das Lutea für den Einsatz hochwertiger Kopfhörer, wie dem iGrado.
Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem Lutea deutlich besser zusammen, da er aber tendenziell eher die Bässe betont, werden die Höhen aber früh gekappt. Der Sennheiser CX300
und der Creative
Labs EP 630 sind als InEars eine gute Alternative zum 08/15-Kopfhörer des BASE Lutea. Aber auch hier gibt es bestenfalls einen befriedigenden Klang.
Grundsätzlich könnte man seine Musik auch über
A2DP und AVRCP genießen. Ein guter Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel das Motorola S9, macht dann zwar Sinn, gleichzeitig geht das aber stark zu Lasten der Akkulaufzeit und die ist eh schon nicht berauschend. Insgesamt betrachtet klingt das Lutea nicht annähernd so gut und bassstark wie ein Nokia 5800 XM oder BeatDJ. Auch das HTC Wildfire kann da in meinen Ohren mehr punkten.
Aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - folgende Alben während des Test
zu Einsatz:.
Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Zur Sortierung der Songs stehen im MP3-Player Reiter für Interpreten, Alben, Titel oder Playlists zur Auswahl. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag,
spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die
Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.
Das Lutea bietet ein UKW-Radio ohne RDS-Funktion. Bei ausreichend Empfang stehen so zahlreiche Sender zur Verfügung, die man auch abspeichern kann. Zum Betrieb muss aber zwingend ein Headset oder ein externer Lautsprecher angeschlossen werden.
Videos und Bilder spielt das Lutea auf Wunsch im Querformat ab. Das macht auf dem 3,5-Zoll-Display schon Laune. Ein HTC Desire HD ist dem Lutea aber natürlich um Längen überlegen :D Sofern einem nicht gerade die Sonne ins Display leuchtet ist der Player unterwegs durchaus für einen Kurzfilm zu gebrauchen. Leider verarbeitet er keine AVI- (DivX, XviD) oder WMV-Filme und für das iPhone 4 kodierte MP4s spielt er nicht ab.
Klang
Das Lutea liefert - wie bereits erwähnt - einen mäßig klingenden Lautsprecher. So ist der Klang keinesfalls ausreichend, um seinen Arbeitsplatz vernünftig mit Musik zu versorgen, zumindest nicht ohne externen Lautsprecher. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung werden akustisch von leichten Hallgeräuschen begleitet. Während eines Gesprächs werden die Stimmen zudem blechern wieder gegeben, ist in meinen Ohren aber nicht störend. Ein leichtes Hintergrundrauschen ist zwar wahrnehmbar, beeinflusst die Qualität der Gesprächsübertragung aber eher wenig. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind eher dezent. Wer sie nicht mag, kann zumindest die werksseitigen Klingeltöne durch eigene MP3 ersetzen, wenn er sie in bestimmte Ordner auf die microSD kopiert.
Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)
Der Lutea wird mit Tri-Band und Unterstützung für UMTS samt HSDPA, HSUPA und WLAN ausgeliefert. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt. Flash-Animationen werden nicht abgespielt.
Von der Geschwindigkeit her kann der Browser des Lutea höchstens mit dem iPhone 3G bzw. dem HTC Wildfire mithalten. Da das Lutea sich sowohl mit Multi-Touch als auch mit den bekannten Spreiz-Gesten versteht, ist die Navigation in Webseiten kein Problem.
Besucht man YouTube - hierzu gibt es eine eigene Anwendung - so kann man sich auch an den zahllosen Online-Videos erfreuen. Natürlich dreht sich der Browserinhalt automatisch mit dem Lutea mit.
Wer einen Microsoft Exchange Server nutzt kann die teils kostenlosen Dienste auch auf seinem Lutea weiter in Anspruch nehmen. Dazu nutzt man lediglich das bereits vorinstallierte RoadSync. Wer mag kann seine E-Mails sowohl manuell als auch automatisch in fest vorgegeben Zeiträumen (mindestens alle 5 Minuten) über IMAP oder POP einsammeln. Anhänger von Microsoft Outlook werden nur mit zusätzlicher Syncsoftware auf dem PC bzw. Mac Anschluss an die heimische Kontaktdatenbank bzw. den Kalender finden. Der Online-Sync mit Google klappt sehr gut. Freunde "ungepflegter" Kommunikation nutzen "Google Talk" als Instant Messenger. Durch die Bildschirmtastatur ist der Lutea aber nicht unbedingt für eine umfangreiche Kommunikation geignet.
Kamera/Video
Die Kamera des BASE Lutea knipst Bilder mit einer Auflösung von 5-Megapixel, beim ZTE Blade sind es nur 3 Megapixel.
Ein LED-Blitz fehlt dem Lutea aber. Die Kamerasoftware bietet dafür einige Einstellungsmöglichkeiten. Der Autofokus sorgt für die notwendige Schärfe, leider hat das auf die Qualität der Bilder kaum Einfluss, zudem ist er etwas unzuverlässig. Auslösemechanismus und Speichervorgang sind etwas lahm, so dass Bilder oft verwackeln. Daher bitte das Motiv noch eine extra Sekunde im Sucher behalten.
Der Auslösevorgang reagiert mit ziemlicher Verzögerung, so werden die Bilder oft verwackelt. Verschiedene Einstellungsmöglichkeiten für den Weißabgleich und die ISO sorgen für den notwendigen Durchblick während man mit einer handvoll Farbeffekte die Bilder etwas aufpeppen kann. Geotagging ist dank des GPS-Empfängers kein Problem.
Die Qualität der Kamera liefert befriedigende Ergebnisse, Der Weißabgleich liefert oft rotstichige Bilder und bei schlechter Beleuchtung werden die Bilder zu dunkel. So kann die Kamera natürlich keinesfalls gegen ein Samsung Pixon oder Nokia N8 anstinken, aber kann das in dieser Preisklasse schon erwarten? Die Bilddynamik lässt insgesamt etwas zu wünschen übrig. Für gelegentliche Schnappschüsse oder Veröffentlichungen im Internet reicht die Kameraqualität jedenfalls aus.
Videos nimmt das Lutea nur mit 320 x 240 Pixel auf.
Akkulaufzeit
Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, eine handvoll Push-Mails,
90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku mit seinen 1250 mAh leider höchstens einen Arbeitstag. Schaltet man den UMTS-Empfang ab, verlängert sich die Akkulaufzeit bei selber Nutzung auf etwa 1 1/2 Tage. Der dauerhaft aktivierte WLAN-Empfänger hat auf die Akkulaufzeit keinen Einfluss, solange sich das Lutea im Standby-Modus befindet und das Netzwerk so nicht genutzt wird. Nutzt man sein Smartphone als Radio oder Hosentaschenwurlitzer macht der Akku bei abgeschaltetem Display nach knapp 6 Stunden schlapp. Intensivnutzer oder Handy-Jünger mit ausgeprägter Telefonitis werden ihr Schmuckstück mindestens einmal am Tag mit neuem Strom versorgen müssen.
Videotest
Fazit
Das Lutea ist ein solides und günstiges Smartphone mit Android. So hat man Zugriff auf eine riesige Anzahl an Spielen und Programmen. Für knapp 200 Euro bekommt man eine mittelmässige 5 MP-Kamera, aber gerade das Display mit seinen 480 x 800 Pixel ist in dieser Preisklasse nicht üblich. Verarbeitung und Haptik geben keinen Grund zur Klage. Dank des eingebauten GPS-Empfängers kann man das Lutea als Navigationshilfe nutzen. Multimediaseitig gibt es nur Hausmannskost: der Musikplayer klingt so lala, Unterstützung für DivX, XviD und MP4 fehlen ganz. Wer ein günstiges Smartphone mit einem guten Betriebssystem sucht, kann durchaus zum BASE Lutea greifen. Alternativ kommt das HTC Wildfire und Samsung Galaxy 3 in Betracht.