Apple iPad (3G)


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 27.05.2010 17:07h
Punkte   (8 von 10)
Testbericht Apple iPad 16 GB von mobile-reviews.de
Hersteller:

HTC
Modell:

HTC
Onlineshops:

Geizhals
 

 

Revision: 23.05.10

Apple hat marketingtechnisch wieder mal den Bogen raus. Kaum eine Firma ist in der Lage, so einen Hype um neue Produkte zu erzeugen wie Apple. Da wurden (absichtlich?) unzählige Gerüchte zum neuen iPad ins Internet gestreut, dann präsentiert Steve Jobs ein äußerlich eher unspektakuläres, dafür aber stark kastriertes Netbook und die ganze Welt jubelt. Das neue iPad bietet dabei aber - im Vergleich zu den üblichen Netbooks - eine sehr lange Akkulaufzeit und einen komplett neu entwickelten Prozessor mit 1GHz sowie einen Grafik-Prozessor, der durchaus das Potential hat, das iPad in eine mobile Spielkonsole zu verwandeln. Das neue Produkt aus Cupertino steht mit 16 GB, 32 GB oder 64 GB in den Startlöchern und zwar auf Wunsch und gegen Aufpreis sogar mit integriertem UMTS-Modul. In Deutschland ist es seit dem 10.05.2010 vorbestellbar und wird ab dem 27.05.2010 ausgeliefert. Für die UMTS-Variante gibt es von allen namhaften Providern spezielle Datentarife. Ob sich das iPad wirklich produktiv einsetzen lässt, oder ob es nur eine Surf Station für Couchtiger ist, soll Ihnen mein Testbericht zeigen.

Design

Testbericht Diamond2 Testbericht Diamond2
Apple iPad (Wifi)
Apple iPad (3G + WiFi)
(c) Apple

Die Designer von Apple sind keine Fans des extravaganten Designs. Da macht auch das iPad keine Ausnahme, in diesem Fall eine gute Idee. Optisch wirkt es auf den ersten Blick nämlich wie ein zu groß geratenes iPhone. Ecken oder Kanten sucht man also vergebens. Die Front wird von der sehr großen, schwarz hinterlegten Glasfläche hinter der sich das beeindruckend scharfe 9,7" IPS-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung (24,63 cm Diagonale), dem hervorragenden Blickwinkel von 178 Grad und einer Leuchtstärke von etwa 260 Candela pro Quadratmeter verbirgt. Die Glasoberfläche des kapazitiv reagierenden Touchscreens ist kratzerunempfindlich. Optisch kommt der knapp 680 Gramm leichte (UMTS 730 Gramm) und etwa 243 x 190 x 13 mm dünne Flachmann in einem alufarbenen Unibody-Gehäuse daher. Beim 3G-Modell wurde an der Oberseite ein Streifen aus Kunststoff integriert. dahinter verbirgt sich die Antenne.

Das komplette Gehäuse besteht dabei aus Aluminium und sorgt so für eine passive Kühlung des mit 1 Ghz getakteten Apple A4. Das Apple-Logo auf der Rückseite scheint diesmal aus einem Aufkleber zu bestehen und wurde leicht in der Gehäuse versenkt.

Testbericht Diamond2
Testbericht Diamond2
Testbericht Diamond2
Testbericht Diamond2
Testbericht Diamond2
Testbericht Diamond2

Mehr Bilder vom Apple iPad.

Die glänzende Glasoberfläche des iPad ist genau wie beim iPhone 3GS unempfindlicher gegenüber Fett und Wasser geworden. Diese Beschichtung sorgt dafür, dass der aktuelle Haut-PH-Wert des iPad-Nutzers nicht mehr ganz so eindrucksvoll in Szene gesetzt wird. Das funktioniert aber nicht wirklich. Zudem spiegelt das Display auch ein wenig mehr. Ein Putztüchlein wird also trotzdem noch oft zum Einsatz kommen. So ein Schmuckstück sollte eben nicht durch Fingerabdrücke oder andere Fettflecke - und seien sie noch so fein - verunstaltet werden, Beschichtung hin oder her.

Auch das iPad (3G) verfügt über sehr wenig echte Tasten. Auf der Vorderseite ein kreisförmiger Drücker für das Startmenü (Home-Taste), an der rechten Seite befinden sich die beiden Regler für die Lautstärke sowie ein Schalter zur Sperre der Displayausrichtung. Sehr gut, wenn man im Liegen surfen will, denn dann dreht sich der Displayinhalt nichtunvorhergesehen mit. An der Oberseite befindet sich der Ein- und Ausschalter. Das Mikrofon sowie den Lautsprecher findet man neben dem Apple-typischen Zubehör-Anschluss an der Unterseite des iPad.

Größenvergleich (iPhone 3G - iPad)

Testbericht Diamond2 Testbericht Diamond2

Zugegeben, ein schlechter Vergleich. Aber das iPhone wirkt da schon ziemlich winzig :D

Verarbeitung/Haptik/Bedienung

Das iPad liegt mit seinen knapp 680 Gramm angenehm schwer in der Hand. Hält man das iPad allerdings mir nur einer Hand, so schneidet der Metallrand etwas unangenehm in die Hand. Keinerlei Ecken oder Kanten stören die haptischen Eindrücke, alles wirkt stimmig und wertig. Die Verarbeitung ist bemerkenswert gut. Keinerlei Knarzen, keine wackelnden Tasten, keine unterschiedlichen Spaltmaße trüben das Auge des Betrachters. Das iPad wirkt wie aus einem Guss gefertigt.

Die runde Home-Taste, die Displaysperre sowie die beiden Lautstärkeregler sind leicht erreichbar, reagieren dabei präzise und ohne Widersprüche. Das Bedienkonzept des iPad ist so einfach wie revolutionär, allerdings nicht immer intuitiv. Funktionen löst man durch leichte Berührung der entsprechenden Icons mit dem Finger aus. Der Touchscreen reagiert kapazitiv. Eine Bedienung mit Handschuhen oder den Fingernägeln ist damit ausgeschlossen. Das Startmenü, man nennt es im Fachjargon auch "Springboard" zeiht sich über mehrere Bildschirme. Startet man eine Anwendung , so zoomt es in einer kleinen Animation in den Hintergrund. Gescrollt wird lediglich horizontal und zwar durch eine kleine Geste mit dem Finger, das sogenante "Flicken". Die Anordnung der Programme kann man durch längeren Druck auf ein Icon verändern. Im sogenannten "Wiggle"-Modus (die Icons wackeln dann) kann man sie auf den unterschiedlichen Startbildschirmen bequem hin- und her schieben, berührt man das kleine "X" kann man sie einfach entfernen.

Um in ein Dokument, ein Bild oder ein Webseite hineinzuzoomen, reicht das Zusammenführen bzw. Auseinanderziehen von Daumen und Zeigefinger. Tippt man doppelt auf den Bildschirm, zoomt der Inhalt auf seine Maximalgröße. Durch den eingebauten Bewegungssensor erkennt das iPad, ob es im Quer- oder im Hochformat gehalten wird und dreht den Bildschirminhalt entsprechend mit. Die eingebaute virtuelle Tastatur lässt sich sehr gut bedienen, nicht zuletzt durch die Tatsache, dass der Screen bis zu 11 gleichzeitige Eingaben verarbeiten kann. So kommen auch geübte Schreiberlinge voll auf ihre Kosten.

iPad

Der Inhalt der virtuellen Tastatur passt sich den Gegebenheiten an. Im Browsermodus bietet die Tastatur zum Beispiel zusätzliche Tasten, wie Domainendungen. So kann man seine URLs direkt mir der passenden Domainendung ergänzen. Mit der Firmware 3.2 kann man natürlich auch im Quermodus arbeiten.

iPadiPad

Die Texterkennung ist dabei allerdings nicht immer hilfreich bzw. treffsicher. Leider kann man die mitunter nervigen Textvorschläge auch nicht abschalten. Immerhin kann man das iPad auch über eine Sprachsteuerung zur Mitarbeit bewegen, momentan ist dieses Feature aber noch abgeschaltet und kann nur durch einen Jailbreak samt Eingriff in das Dateisystem ans Tageslicht gebracht werden.

iPad

Sofern Ihnen die richtigen Kommandos bekannt sind! Auf Wunsch wählt das iPad dann einen Kontakt aus dem Adressbuch auf. Die Spracherkennung funktioniert mehr schlecht als recht. Übersteigen die Hintergrundgeräusche einen gewissen Pegel, versteht das iPad in der Regel nur noch Bahnhof. Eine ebenso hilfreiche wie verzichtbare Unterstützung. Ich zumindest spreche recht ungern mit toten Gegenständen :-) Für Läufer mag die Tatsache interessant sein, dass man über die Sprachsteuerung auch den iPOD fernsteuern kann. Die passenden Befehle lauten z. B. "Halt", "wiedergeben", "Pause", "Spiel". Eine recht vollständige Liste der Befehle findet man hier ((c) Bojan Rauch)).

Technik

Das iPad wird mit dem gleichen - auf einem Unix basierenden Betriebssystem - wie auf dem Apple iPhone betrieben. Hier allerdings in der Version 3.2. Das Auge des Betrachters fällt nach dem Auspacken direkt auf den 9.7" großen Touchscreen mit seiner Auflösung von 1024 x 768 Pixel bei 16.7 Mio Farben. Die 3G-Variante unterstützt dabei HSDPA mit bis zu 7,2 mbps. Einen externen Speicherkarteneinschub sucht man allerdings vergeblich. Das iPad wird mit 16 GB, 32 GB oder 64 GB Speicher ausgeliefert. Dabei wird es von einem 1 Ghz starken Apple A4 Prozessor betrieben, dem neben einer speziellen Grafik-Engine (PowerVR SGX) - mit Unterstützung für den Open GL ES 2.0 Standard zur Darstellung von 3D-Grafiken - auch noch 256 MB RAM zur Seite stehen.

Typ Tablet-PC
Bedienung Touchdisplay
Prozessor Apple A4 (1 GHz Single-Core und GPU)
Arbeitsspeicher 256 MByte
Betriebssystem iPhone OS
Akku Lithium-Polymer-Batterie (25 Wattstunden)
Speicherplatz 16 GByte Flash-Laufwerk (Samsung)
Größe 243 x 190 x 13,5 (L x B x H in mm)
Gewicht 700 Gramm
Display 9,7 Zoll, IPS-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung (1024 x 768 Pixeln bei 132 ppi), Multitouch
Sensoren Beschleunigungs- und Umgebungslichtsensor
Anschlüsse 30-poliger Dock-Anschluss, Stereo-Kopfhöreranschluss (3,5 mm), Integrierter Lautsprecher, Mikrofon
Kommunikation WLAN (802.11 a/b/g/n), Bluetooth 2.1 EDR & A2DP
Audio-Codecs HE-AAC (V1), AAC (16 bis 320 KBit/Sek.), Protected AAC (aus dem iTunes Store), MP3 (16 bis 320 KBit/Sek.), MP3 VBR, Audible (Formate 2, 3 und 4), Apple Lossless, AIFF und WAV
Video-Codecs H.264/MPEG-4 (720p)

Davon sind knapp 150 MB für den User verfügbar. Der neue Prozessor macht das iPad im Vergleich zum iPhone 3GS um etwa 30% schneller. So werden nicht nur Auch Internetseiten werden noch etwas schneller gerendert, das liegt in erster Linie an der schnelleren HSDPA-Anbindung.

Neben Wireless Lan (Wifi 802.11b/g) unterstützt das neue iPad Bluetooth 2.0 samt EDR und A2DP. Andere Bluetooth-Profile sind beim iPad aber nicht vorhanden. So lassen sich Dateien nicht per Bluetooth übertragen. Der 3.5 mm Klinkenanschluss für Kopfhörer schließt bündig mit dem Gehäuse ab. So kann man problemlos handelsübliche Kopfhörer anschließen. Ein wichtiger Hinweis: Das Apple iPad funktioniert nur mit speziellen Micro-SIM-Karten und Aktivierung über Apple iTunes.

Lieferumfang

Testbericht Diamond2
Testbericht Diamond2
Testbericht Diamond2
Testbericht Diamond2

In der weißen Verpackung findet man neben dem Apple iPad (16 /32/64 GB) diesmal keinen Stereokopfhörer. Das unbedingt erforderliche Datenkabel samt Ladegerät mit nunmehr 10 Watt wurde aber nicht eingespart.. Mehrere gedruckte Beilagen sowie eine Kurzanleitung und zwei Aufkleber vervollständigen den Lieferumfang. Eine Andockmöglichkeit sucht man vergebens. Apple selber bietet aber umfangreiches Zubehör an. Unter anderem ein iPad Dock mit angeschlossener Tastatur.

Display

Was soll man zur Qualität des neuen iPad-Display sagen? Die Darstellung bei einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel wirkt sehr scharf. Die Pixeldichte fällt mit 132 Pixeln pro Inch aber kleiner aus als beim iPhone (160 DPI). Der Inhalt des Displays lässt sich aus nahezu jedem beliebigen Winkel ablesen, bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt es allerdings ziemlich stark. Die Benutzeroberfläche mit Multi-Touch ermöglicht Eingaben per Gesten mit mehreren Fingern gleichzeitig. Für einen Tablet-PC ist das Display außerordentlich gut, fällt aber im Vergleich zu anderen Netbooks, wie zum Beispiel dem Samsung NC10 (10,2") etwas kleiner aus.

Menü/Anwendungen

iPadiPad

Nach einer sehr kurzen Bootphase, deutlich kürzer als beim 3GS, zeigt sich das neue iPad gleich von seiner Schokoladenseite. Im Startmenü findet man zahlreiche bunte und für Nutzer eines iPhones auch eingängige Icons auf einem variablen Hintergrund. Wer mag, kann sein iPad auch wunderbar im Querformat nutzen, das Menü dreht sich dann mit.

iPad

Die Icons ermöglichen Zugriff auf den Kalender, die Bildergalerie samt Videos, YouTube, Karten (GPS-Navigation über Google Maps nur mit dem iPad 3G). Der Zugriff auf den iTunes-Store sowie App-Store sowie die bereits bekannte Notizfunktion vervollständigen den - im Lieferzustand - recht eingeschränkten Funktionsumfang.

iPadiPad

iPadiPad

Am unteren Rand des Menüs findet man neben den Einstellungsmöglichkeiten auch vier Icons für die Hauptfunktionen des iPads: E-Mail, Internet, iPOD, Fotos. Im Querformat kann man dort insgesamt sechs Icons unterbringen. Eine Aufgabenverwaltung bietet das neue iPad hingegen nicht. In der Kontaktsammlung kann man auch nach Namen suchen. Wer mag, kann seine Einträge nach Vor- oder Nachnamen sortieren und mit Google oder eben einem Exchange-Server abgleichen.

iPad

Gleicht man das iPad mit Microsoft Exchange ab, kann dann sogar nach Kontakten in der GAL-Liste (Global Address List) seines Unternehmens suchen. Danke Copy & Paste kann man nun anwendungsübergreifend Informationen ausschneiden oder kopieren. Die entsprechende Funktion wird durch Doppeltipp auf den Eintrag ausgelöst und ist sehr flexibel.

iPad

Wer mit dem recht beschränkten Funktionsumfang seines iPad nicht zufrieden ist, findet im AppStore mehr oder weniger nützlichen Anwendungen. Aufgrund der höheren Displayauflösung müssen die Entwickler speziell an das iPad angepasste Versionen entwickeln. Die bisherigen iPhone-Anwendungen funktionieren zwar in einer Art "Kompatibilitätsmodus" und können auf das Zweifache der üblichen Auflösung des iPhone aufgeblasen werden, sie sehen dann aber recht unscharf aus.

Hier ein paar kostenpflichtige Beispiel für den Businesseinsatz:

iPad iPad
Apple Keynote (Präsentation)
Goodreader (PDF, Office-Viewer)

Bisher gibt es kaum kostenlose iPad-Anwendungen. Einmal gekaufte Anwendungen und Spiele sind immer wieder kostenlos installierbar. Natürlich kann man seine Neuerwerbungen dann auch wieder vom iPad entfernen. Die Anwendungen und Spiele sind etwas teurer als für das iPhone.

Für Leute, die in mehreren Sprachen korrespondieren, bietet das iPad Unterstützung für mehrere Sprachen. Tastatur und Wörterbuch sowie Texterkennung werden in Englisch (USA), Englisch (Großbritannien), Französisch (Frankreich), Französisch (Kanada), Deutsch, Japanisch, Niederländisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch (Portugal), Portugiesisch (Brasilien), Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Koreanisch (kein Wörterbuch), Chinesisch (vereinfacht), Chinesisch (traditionell), Russisch und Polnisch angeboten. Das iPad bietet zudem Hilfen, um Menschen mit Seh- und Hörbeeinträchtigung den Umgang mit ihrem neuen Schmuckstück zu erleichtern. Hierzu zählt die VoiceOver Sprachausgabe, eine Zoomfunktion, eine "Weiß-auf-Schwarz" Darstellungsmöglichkeit und einige mehr.

iPad

Über das Einstellungsmenü hat man Zugriff auf alle denkbaren Systemoptionen. Eine umfangreiche Kindersicherung erlaubt die Sperrung des iTunes-Stores und AppStores und weiterer zentraler Funktionen des Betriebssystems. So kann man es auch mal unbesorgt aus der Hand geben, denn die Schlanger der Bewunderer in den Cafes wächst täglich :D

SMS kann man beim 3G bisher nicht versenden, das geht nur, wenn man sein iPad per Jailbreak befreit hat und eine entsprechende Anwendung von der AppStore-ähnlichen Platform namens "Cydia" herunter lädt. Einige Anwendungen des iPad (so z. B. YouTube oder die Google Maps) sind auf eine funktionsfähige Interverbindung angewiesen. Sei es nun über den Datenturbo HSDPA des 3G oder über das schnellere WLAN. Die eingebauten PIM-Funktionen wurden funktionell deutlich aufgepeppt und an das größere Display angepasst.

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Das iPad speichert Notizen auf einem gelben Erinnerungszettel und synchronisiert sie auf Wunsch über iTunes mit dem PC bzw. Mac. Eine vernünftige Aufgabenverwaltung hat aber auch das iPad nicht zu bieten. Hier ist man auf die umfangreichen und kostenpflichtigen Angebote aus dem hauseigenen AppStore angewiesen.

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Der integrierte Kalender stellt Einträge sowohl im Vertikal als auch im Horizontalmodus in einer Tages-, Wochen- und Monatsansicht dar. Alle Termine werden hierbei mit einem Punkt auf Wunsch auch farblich gekennzeichnet und per Sofortvorschau zur Ansicht gebracht.

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Eine Übersicht aller bestehenden Termine ist ebenfalls möglich. Das Kalender-Icon im Startmenü stellt hierbei immer das aktuelle Tagesdatum samt Wochentag dar. Die Synchronisation erfolgt über iTunes und MS Outlook bzw. Google oder dem hauseigene Dienst "MobileMe". Natürlich kann das iPad auch mehrere Kalender verwalten.

iPadiPad

Die YouTube-Anwendung ermöglicht allen Video-Community-Enthusiasten den Zugriff auf die gelegentlich recht obskuren Onlinevideos.

Spiele

Auch mit dem iPad nimmt Apple Nintendo und Sony ins Visier. Durch den 3G-Grafikchip taugt es nämlich problemlos als Spielkonsole. Allerdings sind für das iPad optimierte Spiele oft teurer als die iPhone-Versionen. Im Vergleich zu den Preisen für die Versionen des Nintendo DSi oder der Sony PSP ist das aber immer noch ein Schnäppchen. Während sich Netbooks kaum für Spiele eignen, gelingt es Apple mit dem iPad sehr gut, auch die Spielernaturen unter uns vor dem Touch-Display zu fesseln. Natürlich kann das Gerät mit einem Desktop-PC nicht mithalten, dafür benötigt das Gerät aber auch keine aktive Kühlung und eine Auflösung von 1.024 x 768 Pixel ist für eine mobile Spielkonsole beachtlich. Anisotrope Filterung und Anti-Aliasing dürfen Sie auf dem iPad nicht erwarten. Hier ein paar kostenpflichtige Perlen:

iPad iPad
Racing HD
Dungeon Hunter
iPad iPad
C&C Red Alert
Dragon Warrior

Navigation

iPad

Während es im AppStore diverse Navigationsprogramme für das iPhone gibt, sucht man angepaßte iPad-Versionen leider noch vergbelich, gleichwohl das iPad 3G über einen GPS-Chipsatz verfügt. Die von Google angebotene Onlinelösung Google Maps reicht für eine simple Fußgängernavigation in einer unbekannten Stadt, eine echte Navigation ist aber mangels Sprachausgabe kaum möglich. So muss der Blick des Hilfesuchenden dauernd auf dem Display ruhen. Hat das iPad 3G den aktuellen Standort über die Celltower-Triangulation bzw. das integrierte WLAN ermittelt, so aktualisiert sich die aktuelle Position schlussendlich noch mal per GPS. Dies funktioniert auch in der Bewegung. Das Kartenmaterial wird dabei direkt aus dem Internet übertragen. Der Satellitenfix ist recht schnell erledigt. Durch Eingabe eines Start- und Zielpunktes wird eine Route berechnet und auf dem iPad in der Navigationsansicht oder sogar per Satellitenbilder angezeigt.

Musik

iPadiPad

Natürlich bietet auch das iPad einen integrierten (Video/Musikplayer, kurz "iPOD" genannt. Der iPOD-Part klingt in Verbindung mit einem vernünftigen Headset ziemlich linear. Auf dem Display werden neben dem "Album Art" auch der Trackname sowie der Interpret angezeigt. Im Quermodus muss man seine Alben bzw. Songs allerdings ohne das berühmt berüchtigte Coverflow auswählen.

Um die bestmögliche Soundqualität testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.

 

CX300 CX300 CX300 CX300

iGrado von Grado
(C) Grado

Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs

Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke reicht beim iPad in meinen Ohren leider nicht aus, das Ausgangssignal ist etwas zu schwach.

Der kleine Koss Porta Pro spielt mit dem iPad deutlich besser zusammen, kappt zugunsten der Bassbetonung die Höhen aber ebenfalls früh. Der Sennheiser CX300 ist genauso so wie der Creative Labs EP 630 für einen InEar eine gute Alternative. So liefert sogar das iPad genügend Bass, auch wenn das noch leicht zu Lasten der Höhen geht. Das kann aber problemlos durch mehrere Equalizer-Presets ausgleichen.

Grundsätzlich könnte man über das Apple iPad seine Musik auch über A2DP und AVRCP anhören. Ein guter Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel der Motorola S9, erhöht die Soundqualität maßgeblich. Aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - folgende Alben während des Test zu Einsatz:.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden. Zur Sortierung der Songs dienen Reiter für Interpreten, Alben, Komponisten oder Genres. Durch die eingeschränkte Multitasking-Unterstützung kann man zumindest auch den MP3-Player im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag, spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.

Mit der Firmware 3.2 kann das iPad Audio-Streams auch im Hintergrund abspielen, hierzu öffnet sich eine Art iPod. Passende Radio Streams findet man um Beispiel auf tuned.mobi oder noch besser auf iPadtuner.de. Sobald der Stream geladen ist, kann man ihn durch Drücken des Home-Taste in den Hintergrund verbannen und somit auch andere Anwendungen ausführen, ohne dass die Musik stoppt. Gleichzeitg surfen kann man dann freilich nicht mehr, es sei denn man nutzt einen Browser aus dem AppStore. Hier kann ich jedem nur den iCab an Herz legen!

Connectivity/Internet/E-Mail

Das iPad wird ausschließlich über iTunes synchronisiert. Hierbei werden die auf einem PC/Mac gespeicherten Kontakte (Adressen, Telefonnummern) auf Wunsch automatisch auf das iPad übertragen. Ebenso anstehende Termine, Browser-Bookmarks sowie Songs, Fotos, Anwendungen und Videos. Gerade mit dem iPad mit HSDPA Unterstützung (nunmehr maximal 7.2 Mbps) ist man unterwegs recht unabhängig und schnell im Internet unterwegs. Da zeigt der eingebaute Safari-Browser was er wirklich zu Leisten vermag, wobei ich die iCab genannte Alternative aus dem AppStore bevorzuge. Das iPad 3G ist dank des schnelleren Prozessors sowie der guten HSDPA-Anbindung in der Praxis etwa 10% schneller als das 3GS.

iPad

Webseiten werden im Browser wie vom Desktop bekannt entweder vertikal oder horizontal angezeigt und zwar in atemberaubender Geschwindigkeit. Leider unterstützt auch das iPad kein Flash. Verbindungen zu einmal erkannten Netzwerken werden auf Wunsch automatisch aufgebaut. So kann man problemlos einen HotSpot nutzen und während einer Tasse Kaffee bei Starbucks (oder einem anderen Cafe mit WLNA) seine E-Mails sichten.

iPadiPad

Der E-Mail Klient unterstützt POP und IMAP sowie Push-Emails. Das iPad kann dabei E-Mails in unterschiedlichen Intervallen automatisch abholen. Eine VPN Verbindung ist über Cisco IPSec und WPA2 Enterprise möglich. Über den MobileMe genannten, kostenpflichtigen Dienst von Apple ist das iPad in der Lage, E-Mails, Kalenderdaten und Kontakte immer und überall auf dem aktuellen Stand zu halten. Änderungen werden dann auf beiden Seiten syncron gehalten. Dieser Dienst steht in ähnlicher Form auch Nutzern von Google zur Verfügung.

Neben seinem eigenen Provider kann das iPad auch Webmailer, wie z. B. Yahoo, Gmail oder AOL abfragen. Hierbei werden E-Mails mit Überschrift, Absender und kurzem Anriss präsentiert. Sollte eine E-Mail dann von Belang sein, einfach antippen, lesen und beantworten. Schneller und besser geht es kaum. Neuerdings müssen E-Mails auch nicht mehr einzeln gelöscht werden. Einfach die betreffenden (Spam)Mails markieren und dann in einem Rutsch in den virtuellen Orkus befördern. Wer darauf angewiesen ist, kann seine E-Mails auch in einer HTML-Ansicht inklusive Anhänge betrachten. Anlagen (Office, iWork- und Microsoft PowerPoint-Dateien) öffnen sich schnell, können aber nicht verändert werden. Größere Anlagen über 10 MB brauchen hingegen mehr Zeit, können aber dann auch in anderen Anwendungen importiert werden.

Die fehlenden USB-Anschlüsse habe ich bei meinem Test nicht vermisst, das hängt aber natürlich auch stark vom Einsatzgebiet des Geräts ab. Interessant ist dabei die Tatsache, dass man mit dem iPad Camera Connection Kit auch USB-Tastaturen sowie Speichermedien nutzen kann, allerdings nur, wenn man sein iPad vorher per Jailbreak von den Fesseln befreit hat.

Mit der neuen Firmware 4,0 im Herbst wird auch Multi-Tasking möglich sein.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des iPad kann absolut überzeugen. Surft man über ein WLAN, so hält der Akku tatsächlich die vom Hersteller angegeben 10 Stunden durch. Bei UMTS-Nutzung mit dem iPad 3G immerhon noch knapp 8 1/2 Stunden. Zu den Standby-Zeiten macht Apple zwar keine Angaben, der Stromverbrauch bei Inaktivität ist allerdings kaum messbar. So hält es mit einer Ladung problemlos eine Woche durch. Der Akku ist beim iPad wieder fest eingebaut, im Gegensatz zu den üblichen Notebooks ist es also nicht möglich, unterwegs einen Ersatzakku einzustecken.  Bei der langen laufzeit ist das aber auch kein Problem.

Videotest

Fazit

Autor
Die Frage, die sich alle stellen ist: Braucht man wirklich ein iPad? Diese Frage muss sich jeder Wer auf der Coluch mal eben mit dem iPad im Internet surfen, oder seine E-Mails abfragen will, kann das zwar auch mit einem Netbook machen, aber eben nicht so stillvoll und vor allen Dinge lange. Die Ausdauer des iPad ist einfach super. Hinzu kommt die einfache udn intuitive Bedienung sowie der fast verzögerungsfreie Start. Richtig produktiv wird man mit dem iPad aber kaum, da kann es ein vollwertiges Notebook nicht ersetzen. Alle notwendigen Anwednungen muss man über den AppStore hinzu kaufen. Mit dem passenden Zubehör kann man unterwegs dann auch seine Präsentationen mit einem Beamer in Szene setzen. Dank der viele Apps und Spiele wird es einem mit dem iPad zumindest nie langweilig, mit einem Jailbreak ist man zudem in der Lage, das volle Potential des iPad zu nutzen.

 

 

 

 



  

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