Nokia 6300 Testbericht


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 26.11.2014 09:29h
Punkte   (8 von 10)

Hersteller:
Nokia

Modell:
Nokia 6300

Shop:
Nokia 6300
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V3xx

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Revision 1.0 vom 03.04.2007

Einleitung

Des Kaisers neue Kleider. Ein schönes Märchen. Als ich vom neuen Nokia 6300 hörte, seinem wirklich günstigen Preis (etwa 250 €) und seinen Ausstattungsmerkmalen glaubte ich zunächst auch an ein Märchen. Es wird nämlich in einem edlen Gewand geliefert. Ganz in Edelstahl gekleidet kommt es daher. Ergänzt wird der wertige Eindruck von einer hochglanzlackierten Rückseite. Technisch liegt das Nokia 6300 zumindest teilweise auf der Höhe der Zeit. Eine 2-Megapixel-Kamera mit 8-fachem Digitalzoom, eine Videokamera-Funktion samt Video-Player und der obligatorische MP3-Player sowie ein UKW-Stereo-Radio stehen auf der Habenseite. Über eine UMTS Unterstützung verfügt das 6300 leider nicht.

Design

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Das Nokia 6300 kommt in der typischen Riegelform daher. Es erinnert leicht an das betagte Sony Ericsson T610. Seine Abmessungen von 106,4 x 43,6 x 11,7 mm bei einem Gewicht von nur 91 g liegen im üblichen Rahmen. Durch die verwendeten Materialien (Edelstahl und Hochglanzplastik) macht es optisch einen sehr wertigen Eindruck. Insgesamt wirkt das 6300 in seiner silber/schwarz Kombination wirklich edel. Man könnte es schon fast mit einem 8800 (Special Edition) auf eine Stufe stellen. Die Kratzer- und Fettfingerempfindlichkeit gerade auf der Rückseite des Gerätes ist allerdings sehr hoch, nahezu magisch. Denn kaum liegt es ungeschützt auf dem Tisch, hat man schon die ersten feinen Kratzer im hochglänzenden Kunststoff. Diese Anfälligkeit teilt es sich mit dem LG Prada.

Technik

V 04.70
24-01-07
RM-217

Etwa 8 MB Hauptspeicher, eine Speichererweiterungsmöglichkeit für bis zu 2 GByte große microSD-Speicherkarten (eine 128 MB Speicherkarte wird gleich mitgeliefert) spiegeln - neben dem sehr hellem QVGA-Farbdisplay mit 16,7 Mio. Farben, einer 2-Megapixel-Kamera mit 8-fachem Digitalzoom, der Videokamera-Funktion samt Video-Player, der obligatorische MP3-Player sowie ein UKW-Stereo-Radio - die technischen Möglichkeiten des Nokia 6300.

Lieferumfang

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In einer kleinen und schlichten Verpackung liefert Nokia einen nahezu vollständiges Ausstattungspaket:

  • >Nokia 6300 Mobiltelefon
  • Nokia Akku BL-4C
  • Nokia Ladegerät AC-3E
  • Nokia Headset HS-47
  • Bedienungsanleitung
  • CD-ROM
  • microSD-Speicherkarte MU-26 (128 MByte)

Bemerkenswert, dass bei einem so preiswerten Handy auch gleich eine Speicherkarte mitgeliefert wird. Lob und Anerkennung.

Verarbeitung/Haptik

Im Großen und Ganzen die Verarbeitung des 6300 frei von Mängel. Ein knarzen oder quietschen ist dem Edelstahlgehäuse nicht zu entlocken. Einzig der wackelnde Ein- und Ausschalter stört den guten Gesamteindruck ein wenig. Die Tasten sind dafür einwandfrei verarbeitet und liefern eine gute Rückkoppelung. Sie sind bläulich beleuchtet, stehen aber eng zusammen. Trotzdem lassen sich Nachrichten jeglicher Art gut und zügig verfassen.

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Die beiden blau gekennzeichneten Softkeys, die grüne sowie die rote Hörertaste sind durchsichtig und stehen ausreichend weit auseinander. Fehleingaben sind hier unwahrscheinlich. Sie lassen sich individuell mit Schnellzugriffen oft genutzte Funktionen (z. B. Profile, Musikplayer, Radio, Wecker) belegen. Der 5-Wege-Navikey läßt sich gut bedienen und reagiert sehr präzise auf Eingaben. Er ist mit bestimmten Funktionen vorbelegt, Navikey hoch startet die Kamera, Navikey runter aktiviert den aktiven Standby, Navikey links erstellt eine Kurznachricht und Navikey rechts öffnet den Kalender. Auch diese Shortcuts lassen sich natürlich individualisieren.

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Auf der linken Gehäuseseite findet man die beiden Regler zur Änderung der Gesprächslautstärke bzw. der Lautstärke des MP3-Players. Mehr braucht es nicht, um das Nokia 6300 zu bedienen. Auf eine gesonderte Kamerataste wurde hierbei verzichtet. Der Akkudeckel besteht ebenfalls aus Edelstahl und läss sich leicht entfernen. Seitlich unter dem Akkudeckel befinden sich zwei blaue LEDs zur Signalisierung von bestimmten Ereignissen.

Die Anschlüsse für Ladekabel sowie 2,5 mm Audioausgang befinden sich an der unteren Seite des 6300. Rechts daneben ist dann auch der durch eine Plastikkappe abgedeckte miniUSB-Anschluß zu finden.

Display

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Das sehr helle und 2 Zoll große QVGA-Farbdisplay (240 x 320 Pixel) kann 16,7 Mio. Farben darstellen. Die animierten Icons sowie Schriften der Series 40-Benutzeroberfläche werden klar und deutlich angezeigt. Die Größe der Schriften bei Mitteilungen, im Adressbuch sowie im Internet Browser läßt sich variieren. Eine hilfreiche und nützliche Funktion. Die Displayhelligkeit hingegen läßt sich nicht verändern. Trotzdem läßt es sich auch bei Sonnenschein noch gut ablesen.

Inbetriebnahme

Da das Nokia 6300 mit der Series 40-Benutzeroberfläche betrieben wird, ist es nach dem Einschalten praktisch sofort einsatzbereit. Einstellungswizards hat es dafür auch nicht, Zeit/Datum, etc. müssen manuell eingestellt werden. Ebenso die Providereinstellungen für MMS und Co. Diese lassen sich von der Nokia Webseite herunter laden.

Menü/Funktionen

Die neue Benutzeroberfläche des 6300 (3rd Edition der Serie 40) ist vom Aufbau her der Serie 60 Variante angepaßt worden. Auf der Hauptebene befinden sich 11 Menüpunkte (Mitteilungen, Adressbuch, Protokoll, Einstellungen, Galerie, Medien, Push-to-talk, Organizer, Programme, Internet, Special). Insgesamt sind die Funktionen leicht aufgebohrt worden. Alle Nokia bekannten PIM Anwendungen (Organizer und Co) sind vorhanden. Die Anordnung der Menüicons kann wahlweise auf Gitteransicht ohne Beschriftung, Gitteransicht mit Beschriftung, Listenansicht oder Karteireiter umgestellt werden. In der neuen Registerkartenansicht werden im obersten Reiter dann 5 Menüoberpunkte. Die Anordnung der Menüicons kann nach eigenem Wunsch abgeändert werden.

Videos können Kontakten zugeordnet und so bei einem Anruf abgespielt werden. Sie können ebenfalls als Bildschirmschoner dienen. Fotos können als Displayhintergrund genutzt werden. Die vorhandenen Profile (Allgemein, Lautlos, Besprechung, Draußen) können ausgewählt und verändert werden. Zudem lassen sich zwei eigene Profile kreieren und benennen. Im Flugzeug kann das 6300 in einen speziellen Flugmodus versetzt werden. Hierbei werden der GSM-Teil sowie Bluetooth abgeschaltet, alle anderen Funktionen stehen dann auch weiterhin zur Verfügung. In der neuen Benutzeroberfläche werden Änderungen nur noch nach vorheriger Speicherung übernommen. Anrufern können individuelle Klingeltöne zugewiesen werden, ebenso Anruferbilder im "nahezu" Vollbildmodus. Jedem Kontakt wird automatisch ein sprecherunabhängiges Sprachsteuerungskommando zugeteilt. Der Ruf "Büro" wählt also sogleich den entsprechenden Eintrag im Telefonbuch.

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Das 6300 verfügt auch über den von der Serie 60 bekannten "Aktive Standby". Dieser zeigt eine Kurzübersicht der aktuell anstehenden Aufgaben, Notizen, Geburtstage und Termine. Eine Terminübersicht zeigt er allerdings nicht. Wenn der MP3 Player im Hintergrund betrieben wird, zeigt er zudem den aktuellen Song an und ermöglicht den direkten Sprung zum Player. Die jeweiligen Shortcuts können frei belegt werden. Der aktive Standby läßt sich natürlich auch ganz abschalten.

Nokia typisch gibt es noch ein paar nützliche Zusatzanwendungen, wie einen Taschenrechner, Countdown, Stoppuhr, einen Wecker (der auch im ausgeschaltete Zustand weckt), einen Umrechner für gängige Einheiten (Temperatur, Gewicht, Fläche, Volumen, Währung, Länge etc.) sowie eine Weltzeituhr. Zudem gibt es auf der Speicherkarte noch ein paar Zusatzanwendungen, wie z. B. den Opera Mini, den Presenter sowie das Sensor.

Der Kalender bietet umfangreiche Eingabemöglichkeiten und Ansichten. Er reicht selbst für den Businessuser aus.

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Eine Menge Menübilder des Nokia 6300 finden Sie hier.

Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

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Der eingebaute Musik Player (MP3 Player) mit seinen Medien-Klangregler (Normal, Pop, Rock, Jazz, Klassik, auch eigene möglich) in Verbindung mit einem Adapter (2.5 mm Klinke auf 3.5mm Klinke) und guten Kopfhörern kann mit den handelsüblichen 08/15 MP3 Playern ala iBEAT gleich ziehen. Der Klang ist allerdings selbst mit guten Kopfhörern noch bassarm.

Er ist multitaskingfähig, reagiert schnell und ist in Verbindung mit der Steuerung über den aktiven Standby einfach super zu handhaben. Der Musik Player des Nokia 6300 unterstützt Abspiellisten und bietet Stereo über Bluetooth A2DP. Tracks können zufällig oder sich wiederholend (Alle Musiktitel, momentaner Musiktitel) abgespielt werden. Als Musikquelle können zudem bestimmte Ordner angebeben werden. Der Musik Player unterstützt neuerdings auch Musik Downloads. Es werden polyphone (64-stimmige), MIDI-, MP3-, und AAC/eAAC+ Klingeltöne sowie AMR-Audioclips und Video-Klingeltöne unterstützt. Track können vorgespult und übersprungen werden. Abgebrochene Wiedergaben setzt er an genau dieser Stelle wieder fort. Eine schöne Möglichkeit, um auch Hörbücher genießen zu können.



Der Media-Player spielt Videos auf Wunsch im Vollbildmodus ab. Kann aber auch die MIDI's und Co. abspielen. Hierbei sind gestreamte Inhalte ebenso abspielbar wie Medien-Downloads möglich.

Das 6300 verfügt über ein echtes UKW-Stereo-Radio, sowie über die Visual Radio getaufte Funktion (bei der Infos zu aktuell laufenden Songs über eins Internetverbindung übertragen werden). Leider hat das Radio kein RDS.

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Nokia liefert sein 6300 mit drei vorinstallierten 3D JAVA Spielen (Snake III, Soccer 3D und Soduko) aus.

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Klang

Der Klang des Gerätes ist sehr gut. Es verfügt über einen rückseitig angebrachten Lautsprecher und bietet Unterstützung für 3D-Sound-Effekte. Klanglich versteht man den Gegenüber klar und deutlich, allerdings in lautem Umgebungen etwas leise. Die eingebauten und vorinstallierten Klingeltöne sind erstklassig und klingen ebenfalls hervorragend, wenn auch sehr höhenbetont. Die Laustärke des Lautsprechers reicht als MP3-Playerersatz allemal aus und ist sehr laut. Er übersteuert allerdings bei maximaler Lautstärke leicht.

Konnektivität

Das 6300 bietet dem Nutzer u.a. das A2DP Bluetoothprofil aber keine Infrarot-Schnittstelle. Kabelverbindungen zum PC erfolgen über den miniUSB Anschluss. Netztechnisch bietet das 6300 GSM Funktionalität in bewährter Nokiaqualität! Das Gerät hat gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1/O² Netz. Da gibt es nichts zu meckern.

Die Bluetooth Verbindungen funktionieren einwandfrei und schnell. Mittels des eines normalen miniUSB - USB Kabels kann das 6300 als Wechselspeicher genutzt werden. Der eingebaute E-Mail-Client biete eine Unterstützung für gängige Anhänge, wie JPG, 3GP, MP3, PPT, PDF DOC und XLS. Es handelt sich hierbei um eine Java™-Anwendung. Auch das bekannte Push-to-talk (Netzdienst) fehlt beim Nokia 6300 nicht. Der PoC-Dienst (Push to talk over Cellular) ermöglicht — ähnlich wie bei einem Walkie-talkie — direkte Sprechverbindungen mit Einzelpersonen oder Gruppen. Dabei wird die Person oder die Gruppe ausgewählt. Datentechnisch unterstützt es EGPRS/GPRS (EDGE) der Klasse 10. Allerdings kein UMTS.


Kamera/Video

Die integrierte 2-Megapixel-Kamera mit 8-fachem Digitalzoom ermöglich eine maximale Bildauflösung von 1600 x 1200 Pixel. Ein Autofokus wird nicht angeboten. Die Qualität der Bilder ist allerdings durchwachsen. Sie leistet sich leicht Farbschwächen sowie eine gewisse Tendenz zur Randunschärfe. Insgesamt sind die Bilder der Nokia 6300 Kamera eher zu dunkel. Mangels zusätzlicher Kamerataste wird die Kamera nur über einen Eintrag im aktiven Standby bzw. über den entsprechenden Menüpunkt gestartet. Eine etwas zeitraubende Angelegenheit. Schnappschüsse ala "Klick and shoot" Bider sind so eher unwahrscheinlich. Ingesamt bietet die Kamera des 6300 dem Hobbypaparazzi 5 verschiedene Effekte (Falschfarben, Graustufen, Sepia, Negative, Solarize). Weiterhin kann man zwischen 4 verschiedenen Möglichkeiten im Weißabgleich wählen (Automatisch, Tageslicht, Kunstlicht, Neonlicht). Die Qualität des Bildes kann auf Gut, Normal oder Einfach eingestellt werden. Die Kamera bietet Bildauflösungen zwischen 1600 x 1200, 1280 x 960, 800 x 600, 640 x 480, 320 x 240 und 160 x 120 Pixel an. Videos werden in maximaler Auflösung von 176 x 144 Pixel aufgenommen. Wahlweise mit Ton und in unbegrenzter Länge. Auch hier stehen die Einstellungsmöglichkeiten und Effekte der Kamera zur Verfügung.

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Kamerabilder gibt es hier.


Themen/Skins

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Nokia liefert sein jüngstes Kind mit zwei vorinstallierten Themen aus (Nokia und Nior). Gerade die "Noir" getaufte Variante gefällt. Die Serie 40-Benutzeroberfläche läßt sich durch Themen anpassen. Eigene Hintergrundbilder (GIF oder Flash-Animationen) , Menüsymbole, Farbpaletten und verschiedene Klingeltöne im MP3 oder AAC Format sind kein Problem. Auch eigene Bildschirmschoner (GIF, Flash-Animationen, Videos) können beim 6300 genutzt werden.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des 6300 ist soweit in Ordnung. Aufgrund des sehr hellen, leuchtstarken und hochauflösenden Displays in Verbindung mit den weiteren Funktionen hält der Akku bei Intensivnutzung etwa 1 Tag, bei moderater Nutzung (etwa 1 - 1.5 Stunden Gespräche pro Tag, 30 Minuten MP3) ca. zwei Tage. Nokia selbst gibt für das 6300 eine Sprechzeit von 3,5 Stunden an. Sowie eine Standby-Zeit von 14,5 Tagen. Diese Werte lassen sich mit dem 6300 nach meinen Erfahrungen nicht erreichen.

Fazit

Das Nokia 6300 bietet viel Leistung fürs Geld. Zudem ist es ein wirklich edler Hingucker und Handschmeichler. Die Verarbeitung des Gerätes ist überwiegend gut, einzig der Ein- und Ausschalter ist wackelig. Die Bilder der Kamera sind für Schnappschüsse ausreichend, die ausgefeilten Multimediafunktionen vervollständigen das gute Bild. Für den Preis von etwa 250 € kann der Käufer eigentlich nichts falsch machen. Sofern er ohne UMTS Unterstützung auskommt und damit leben kann, dass sein Liebling schon nach kurzer Zeit von Kratzern heimgesucht wird. Die Betriebszeiten des 6300 sind allerdings etwas kurz.



  

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