Apple iPhone 3G Test


Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 15.07.2008 15:14h
Punkte bluebluebluebluehalf  (7 von 10)
Hits: 28281
Sprache: german

Hersteller:

Apple

Modell:

iPhone 3G

Bezugsmöglichkeit:

iPhone 3G


Bilder:

iPhone 3G

Kamerabilder

Revision 1.0 vom 15.07.2008
Revision 1.1 vom 26.08.08 - Firmware 2.0.2 und UMTS

Der Hype um das neue iPhone bricht einfach nicht ab. Nachdem es auf der ausverkauften! Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco endlich vorgestellt wurde, ist die zweite Generation der vermeintlich eierlegende Wollmilchsau aus Cupertino am 11.07.2008 endlich in die Läden gekommen. Leider gab es gleich beim Verkaufsstart eine Panne, wurden doch viele Läden und Großhandelsketten nicht rechtzeitig zur Eröffnung beliefert.

Am Start ist sowohl eine 8 GB als auch eine 16 GB Version. Der Preis des Einstiegsmodells wurde in den Staaten auf 199 U$ gesenkt. Ein echtes Schnäppchen. So wird es für Steve Jobs Apple sicher ein leichtes, die anvisierten 10 Mio. iPhone an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Hier in Deutschland wird es wieder exklusiv von T-Mobile und erstmalig auch in ausgesuchten Partnershops vertrieben, zu Preisen ab 1 € mit Vertrag und Simlock. Ohne Vertrag und Simlock kann man das Gerät z. B. in Belgien oder Frankreich kaufen, dort zu einem Preis von etwa 525 € für die 8 GB und 615 € für die 16 GB Version. Ich habe die Entwicklung des Schmuckstücks über einen etwas längeren Zeitraum hin - in unregelmäßigen Abständen - begleiten dürfen. Bei der Entscheidung, ob sich ein Upgrade oder Neukauf lohnt, soll Ihnen mein kleiner Testbericht hilfreich sein.

Design

Das Design von Apple im Allgemeinen ist eher schlichter Natur. Schnörkellos und damit auch noch in einigen Jahren "hip". Auch das neue iPhone 3G ist weiterhin schlicht und ergreifend. Ecken oder Kanten findet der Betrachter keine mehr, noch weniger, als beim 2G. Die Front wird von der sehr großen Glasfläche, hinter der sich das ebenso beeindruckende 3.5" große und überwiegend kratzfeste Display verbirgt, dominiert. Die Vorderseite erscheint optisch flacher als noch beim Vorgänger. Immer noch dominieren die Farben Schwarz, Silber und Chrom. Die Rückseite ist diesmal allerdings vollständig aus einem hochglänzendem Kunststoff gefertigt, je nach Modell in weiß oder eben schwarz. Angeblich würde eine Alurückseite die Empfangseigenschaft des GPS beeinträchtigen. Abmessungen von 116 x 62 x 12.5 mm bei etwa 133 Gramm machen es im Vergleich zu seinem Vorgänger nur unwesentlich größer.

Der chromfarbenen Zierring ist leider nicht ganz so unempfindlich wie das Display. Schon nach kurzer Zeit sieht man hier feine Kratzer. Eine Eigenschaft, die es mit dem iPhone 2G teil. Neu ist hingegen die Tatsache, dass die glänzende Kunststoffoberfläche auf der Rückseite des 3G Fingerabdrücke nahezu magisch anzieht. Auch der aktuelle Haut-PH-Wert seines Trägers wird auf der großen Glasfläche umgehend und eindrucksvoll in Szene gesetzt. Ich schlage daher vor, gleich das mitgelieferte Putztüchlein (in der Box mit der Anleitung) ins Auge zu fassen. Denn auch das neue iPhone 3G macht aus einem normalen Handynutzer ruckzuck einen manischen Putzteufel. So ein Schmuckstück verträgt keine Fingerabdrücke oder andere Fettflecke von unachtsamen Patschehändchen: "Shocking!"

Der Nachfolger des iPhone 2G verfügt wie gewohnt über 4 physische Tasten. Auf der Vorderseite ein Drücker für das Startmenü (Home), an der linken Seite zwei metallische Tasten zur Lautstärkeregelung sowie ein Schalter zur Stummschaltung und an der Oberseite der Ein- und Ausschalter der in Verbindung mit der (Home)Startmenütaste auch einen Hardreset ermöglicht. Mehr Tasten benötigt man nicht zur Steuerung dieses Mobiltelefons.

iPhone3G
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Größenvergleich (iPhone 2G - iPhone 3G - GSmart T600)

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Verarbeitung/Haptik

Das iPhone liegt mit seinen knapp 134 Gramm angenehm wertig in der Hand. Im Vergleich zu seinem Vorgänger hat die Wertigkeit allerdings subjektiv abgenommen. Es ist und bleibt aber ein Handschmeichler par excellence. Keinerlei Ecken oder Kanten stören die haptischen Eindrücke, gerade aufgrund der neuen Rückseite fühlt es sich "poliert" an. Die Verarbeitung ist (immer noch) bemerkenswert gut. Keinerlei Knarzen, keine wackelnden Tasten, keine unterschiedlichen Spaltmaße trüben das Auge des Betrachters. Da iPhone wirkt wie aus einem Guss erstellt.

Die paar physisch vorhandenen Drücker sind leicht zu erreichen, reagieren prompt und ohne Widersprüche. Verzögerungen, wie sie bei Smartphones üblich sind, spürt man beim iPhone kaum. Das Bedienkonzept des iPhone ist sowohl revolutionär, als auch einfach. Funktionen werden durch simple Fingerberührungen der entsprechenden Buttons ausgelöst. Hierbei wird die Nähe zum Mac OS X deutlich. Mac-Benutzer fühlen sich sofort heimisch. Der Startmenü (Springboard genannt) zoomt in den Hintergrund und das entsprechende Programm erscheint im Vordergrund. Gescrollt wird ebenfalls durch rauf- und runterziehen des Springboards mittels eines Fingers, Apple nennt diese Bewegung "flicken". Programme werden durch längeres Drücken auf ein Icon in den "Wiggle"-Modus (die Icons wackeln dann) versetzt und lassen sich dann auf dem Springboard verschieben oder sogar löschen.

Um in ein Dokument, Bild oder Webseite hineinzuzoomen, reicht ein einfaches zusammenführen bzw. auseinanderziehen von Daumen und Zeigefinger. Tippt man den Screen doppelt an, zoomt der Inhalt auf seine Maximalgröße. Richtig cool ist die Tatsache, dass sich der Inhalt des Screens zusammen mit dem iPhone mitdreht. Durch den eingebauten Bewegungssensor erkennt das iPhone nämlich, ob es im Quer- oder im Hochformat gehalten wird. Dieses sehr nützliche Feature braucht allerdings manchmal eine "Gedenksekunde". Die eingebaute virtuelle Tastatur hat hierbei (immer noch) eine seltsame Eigenart: am besten trifft man die Buchstaben dann, wenn man leicht links daneben zielt.

Im Browsermodus liefert die Tastatur zudem mehr Informationen, sprich mehr Tasten sind direkt verfügbar. So kann man z. B. URL direkt per passender .de Domain ergänzen. Unglücklicherweise trifft dies nicht auf das Erstellen von SMS zu. Auch die mehr oder weniger treffsichere Texterkennung ist nicht immer hilfreich. Wünscht man sie doch oft "auf den Mond". Abschaltbar ist sie leider ebenfalls nicht. Auch eine Darstellung der bereits verbrauchten Buchstaben beherrscht das iPhone 3G (sowie das 2G) immer noch nicht.

Technik

Das iPhone 3G wird mit einer speziellen Mac OS X Version betrieben und verfügt über einen neuen 3.5" Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel bei 16.7 Mio Farben. Als Weltenbummler kommt es mit Quadband Unterstützung (850/900/1800/1900 MHz) daher und bietet zudem Unterstützung für UMTS samt Datenturbo HSDPA. Einen externen Speicherkartenslot sucht man allerdings vergeblich. Dafür wird das iPhone mit 8 GB bzw. 16 GB Speicher ausgeliefert.

Neben Wireless Lan (Wifi 802.11b/g) unterstützt es Bluetooth 2.0 samt EDR. Leider bietet das iPhone aber kein A2DP. Auch diverse andere Bluetoothprofile sind beim iPhone nicht vorhanden. So lassen sich Dateien nicht per Bluetooth übertragen. Erfreulicherweise (Apple hat dem Druck der Kopfhörerhersteller nachgegeben) ist die Tatsache, dass der 3.5 mm Klinkenanschluss nunmehr bündig mit dem Gehäuse abschließt. So kann man nun handelsübliche Kopfhörer anschließen. Ein wichtiger Hinweis: Das deutsche Apple iPhone 3G funktioniert nur mit SIM-Karten von T-Mobile sowie nach Aktivierung über Apple iTunes. Käufer eines "europäischen" iPhone 3G (beispielweise aus Belgien oder Frankreich) sollten darauf achten, dass die Neuerwerbung gleich im Shop entlockt wird. Die iTunes Aktivierung kann dann zuhause durchgeführt werden. Mit einem (illegalen) Unlock ist in den nächsten Wochen nicht zu rechnen, die Sicherheitsvorkehrungen beim 3G wurden nochmals verstärkt.

Lieferumfang

iPhone3G
iPhone3G

In der kleinen schwarzen Verpackung - die im Übrigen nicht wirklich größer ist als beim iPhone 2G befinden sich:

  • Apple iPhone 3G (8 GB oder 16 GB, schwarz bzw. weiß)
  • Stereokopfhörer mit Mikrofon
  • USB-Datenkabel (ähnlich iPOD)
  • Ladegerät (ähnlich iPOD)
  • Anleitung
  • Reinigungstuch
  • SIM-Tray Öffner

Aufgrund der neuen Form des 3G kann man sein altes iPhone-Dock nicht weiter verwenden. Und als ob das nicht schon genug wäre, legt Apple dem iPhone 3G auch kein Dock mehr bei. So dass man, sofern man eines benötigt, noch einmal 25 Euro berappen muss.

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Das Universal Dock von Apple lässt sich aber weiterhin nutzen.

Display

Was kann man zur Qualität des neuen iPhone-Display sagen? Es bietet eine gestochen scharfe Darstellung bei einer Auflösung von 320 x 480 Pixel (160 DPI). Die Farbkalibrierung ist im Vergleich zum iPhone 2G deutlich wärmer ausgefallen. Kaltes blau ist dem Display des 3G fremd. Es lässt sich aus jedem beliebigen Winkel ablesen und ist selbst bei direkter Sonneneinstrahlung noch sehr gut nutzbar. Die Auflösung von 320 x 480 Pixel stellt fast alles in den Schatten, wenn man mal vom aktuellen HTC Diamond (MDA Compact IV, XDA Diamond) absieht. Die Benutzeroberfläche des iPhone 3G ist weiterhin multi-touch fähig. Eingaben sind auch mit mehreren Fingern gleichzeitig möglich.

Menü/Funktionen

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Nach einer kurzen Bootphase von etwa 20 Sekunden zeigt sich das iPhone gleich von seiner besten Seite. Auf dem Springboard genannten Startmenü findet man 15 von Mac-OS X bekannte bunte Icons auf schwarzem Hintergrund. Die Icons ermöglichen Zugriff auf die SMS Funktion, den Kalender, die Bildergalerie, Kamera, YouTube, Börsenkurse, Navigation (GPS über Google Maps) sowie den aktuellen Wetterbericht (powered by yahoo). Eine Weltzeituhr samt Wecker, ein Taschenrechner und eine Notizfunktion helfen beim täglichen Einerlei. Eine vernünftige Aufgabenverwaltung bietet auch das neue iPhone 3G nicht. Endlich kann man in seiner - oft umfangreichen - Kontaktsammlung auch nach einem Namen suchen, das iPhone listet automatisch die passenden Namen auf. Wer sein iPhone mit Microsoft Exchange abgleicht, kann sogar nach Kontakten in der GAL-Liste (Global Address List) seines Unternehmens suchen.

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Da der App Store nunmehr aber voll einsatzfähig ist, kann man sich dort mit mehr oder weniger nützlichen Anwendungen versorgen. Mache sind kostenlos, viele kostenpflichtig. Das iPhone bietet zudem Unterstützung für mehrere Sprachen. Tastatur und Wörterbuch in Englisch (USA), Englisch (Großbritannien), Französisch (Frankreich), Französisch (Kanada), Deutsch, Japanisch, Niederländisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch (Portugal), Portugiesisch (Brasilien), Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Koreanisch (kein Wörterbuch), Chinesisch (vereinfacht), Chinesisch (traditionell), Russisch und Polnisch.

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Über das erweiterte Einstellungsmenü. hat man Zugriff auf alle denkbaren Optionen. Hier versteckt sich auch die Möglichkeit, UMTS abzuschalten. Gerade im Hinblick auf den sehr hohen Stromverbrauch, eine nicht zu unterschätzende Hilfe im Kampf um mehr Akkulebensdauer. Der iTunes sowie App Store sowie weitere Details können mit Hilfe der Kindersicherung abgeschaltet werden..

Am unteren Rand des Bildschirms findet man dann die vier Hauptfunktionen des iPhone: Telefon, E-Mail, Internet sowie iPOD. Die Telefonfunktion ist hierbei noch völlig unspektakulär. Eingaben erfolgen über eine virtuelle Zahlentastatur, die auch die Anwahl eines gespeicherten Kontaktes ermöglicht.

SMS werden wie einem Instant-Messenger als comicähnliche Sprechblasen angezeigt. Das virtuelle Keyboard nutzt hierbei die untere Hälfte des Screens. Die Autokorrektur korrigiert falsch eingetippte Worte von selbst, allerdings mehr schlecht als recht.

iPhone3G iPhone3G

SMS sind daher manchmal nicht ganz so einfach und schnell einzugeben, wie bei anderen Smartphones.

Navigation

Während TomTom bereits eine funktionsfähige Software in Petto hat und auf die Freigabe Seitens Apple wartet, startet das 3G noch mit einer leicht erweiterten Version von Google Maps. Die von Google angebotene Onlinelösung reicht zwar für den kurzen Überblick in einer Stadt, eine echte Navigation ist aber mangels Sprachausgaben kaum möglich. So muss der Blick des Hilfesuchenden dauernd aus dem Display ruhen. Hat man den aktuellen Standort entweder über die Celltower-Triangulation bzw. das integrierte WLAN ermittelt, so aktualisiert sich die aktuelle Position schlussendlich noch mal sehr präzise per GPS. Dies funktioniert auch während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird freilich direkt aus dem Internet übertragen. Eine Art von Fußgängernavigation in Form einer Online-Stadtkarte ist problemlos und relativ genau möglich. Wer den Satellitenfix geht recht schnell von statten. Durch Eingabe eines Start- und Zielpunktes wird eine Route berechnet und auf dem iPhone angezeigt. In einer Navigationsansicht, oder sogar per Satellitenbilder.

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Anwendungen/Unterhaltung

Nahezu alle Anwendungen des iPhone sind auf eine funktionsfähige Interverbindung angewiesen. Sei es nun über den Datenturbo HSDPA oder über das leicht schnellere integrierte WLAN. Die eingebauten PDA-Funktionen (mal abgesehen vom IMAP4 fähigen E-Mail Klienten) sind funktionell auf das wesentlich reduziert. Das iPhone 3G speichert - wie schon sein Vorgänger - Notizen und gibt sie auf einem gelben Erinnerungszettel wieder. Aufgaben lassen sich zwar erstellen, eine vernünftige Aufgabenverwaltung hat aber auch das iPhone 3G nicht zu bieten. Hier ist man auf die umfangreichen und kostenpflichtigen Angebote aus dem hauseigenen App Store angewiesen.

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Der integrierte Kalender erlaubt eine Tages-, Wochen- und Monatsansicht. Termine werden hierbei mit einem kleinen Punkt sowie auf Wunsch auch farblich gekennzeichnet (klappt leider nicht immer richtig) und per Sofortvorschau zur Geltung gebracht. Man muss also nicht unbedingt den entsprechenden Tag aufrufen. Eine Übersicht aller bestehenden Termine ist ebenfalls möglich. Das Kalendericon im Startmenü stellt hierbei immer das tatsächliche Datum samt Wochentag dar. Die Synchronisation erfolgt über iTunes und MS Outlook.

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Der Taschenrechner beherrscht neben den verschiedenen Grundrechenarten nun auch wissenschaftliche Funktionen und wird dazu im erweiterten Quermodus genutzt werden. In die (Online) Wettervorhersage lassen sich alle mehr oder weniger größeren Städte einpflegen. Dieser Dienst wird - ebenso wie der Börsenkurs (hierbei kann man sich bestimmte Aktien anzeigen lassen) durch Yahoo zur Verfügung gestellt. Die eingebaute Weltzeituhr liefert außerdem einen Timer, eine Stoppuhr sowie einen wiederkehrenden Alarm. Leider ist die Firmware 2.0 nicht frei von Bugs. Wer sich einen kurzen Überblick schaffen will, sollte mal auf die Seite von apfeltalk.de surfen. Die Unterbrechungen bzw. verzögerten Starts von Anwendungen konnte ich allerdings nicht nachvollziehen. Nicht integriert wurde Copy & Paste. Ein in meinen Augen unverzeihlicher Fehler.

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(Da der Funktionsumfang sich hier nicht erweitert hat, nutze ich aus Platzgründen Bilder des alten iPhone 2G)

Die YouTube genannte Anwendung ermöglicht eine kleine Auswahl an Onlinevideos. Ist insgesamt nett, aber unspektakulär zumal es bessere Dienste, wie tinytube oder dailymotions.com gibt. Natürlich bietet auch das iPhone 3G einen vollständigen (Video)-iPOD. Der Musicplayer klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Headset aber relativ dünn. Setzt man qualitativ höherwertige Pendants aus dem High-End Bereich ein, wird die Klangqualität zwar angehoben, ohne aber mit besseren MP3-Player mithalten zu können. Über die mitgelieferte Kabelfernbedienung kann man sowohl die Wiedergabe steuern, als auch Anrufe entgegen nehmen. Da das iPhone 3G weder das A2DP noch AVRCP Profil unterstützt, lässt sich der Sound nicht über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer wieder geben. Laut einer inoffiziellen Auskunft soll dieses Feature aber nachgerüstet werden. Ob es stimmt? Wir werden sehen.

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Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Komponisten, Compilations, Genres, Alben). Mittels Wiedergabelisten (On-The-Go, etc.) kann man das iPhone 3G zur Musikbox umfunktionieren. Hat man aber mehr als zwei Handvoll an Alben übertragen, wird die Liste der alphabetisch sortierten Musikstücke unübersichtlich lang. So lassen sich bestimmte Musikstücke nur schwer wieder finden. Musik kann im Hintergrund weiter laufen, so dass man nebenher auch andere Aufgaben erledigen kann. Songs werden auf Wunsch in zufälliger Reihenfolge abgespielt. Auch die Wiederholung eines oder aller Songs ist vorgesehen. Das iPhone 3G taugt als Hörbuchplayer, wenn Tracks nur pausiert werden.

Da alle Songs über iTunes abgeglichen werden, kommnen auch die passenden Albumgrafiken mit auf das iPhone. Die Benutzeroberfläche im Coverflow-Stil ist an die iTunes-Optik angelehnt.

iPhone3G

Per iTunes übertragene und umgewandelte Videos (MP4, AAC) nutzen die komplette Displayauflösung und werden im Quermodus wieder gegeben. Auch hier kann das iPhone-Display seine Stärken voll ausspielen. Schärfe und Brillanz atemberaubend. Ein Kinofilm in extrem guter Qualität bei einer maximalen Auflösung von 480 x 320 Pixel verbraucht hierbei etwa 450 MB des internen Speichers. Kürzere TV-Serien weniger.

iPhone3G
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Der integrierte iTunes Store bietet hier eine riesige, überwiegend kostenpflichtige Auswahl. Sehr schön ist die eingebaute Bildergalerie. Gerade im Quermodus kann man seine Urlaubsbilder wunderbar schnell "durchflicken". Man muss es einfach in Echt gesehen haben, so was lässt sich schwer erklären.

Klang

Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Der Song von Mos Def hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet.

Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)

OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)

The Corrs
(Talk on Corners)
iGrado
iGrado
iGrado
iGrado

Erfreulicherweise wurden die beiden Lautsprecher sowie die allgemeine Klangeigenschaft - im Vergleich zum Vorgänger - optimiert. So ist nun auch ein halbwegs angenehmer Musikgenuss ohne Kopfhörer oder externe Lautsprecher möglich. Die Gesprächsqualität ist befriedigend, entspricht in etwa den aktuellen Smartphones von Nokia. Die Gesprächslautstärke könnte nicht besser sein. Der Klang des eingebauten iPOD ist nahezu linear und lässt sich mit verschiedenen Equalizereinstellungen noch anpassen. Von Acoustic über Rock, Pop, R&N bis zu Weniger Höhen oder Bässe ist alles vertreten. Um einen optimalen Klang erreichen zu können, ist der Einsatz höherwertiger Kopfhörer angesagt. Die mitgelieferten Exemplare sind sowohl in der Gesamtlautstärke, als auch im Frequenzband wenig überzeugend. Meine iGrado von Grado liefern da ein deutlich besseres Klangbild. Insgesamt sollte man etwas basslastigere Exemplare wählen, denn der Grundbass des iPhone ist eher schwach ausgeprägt. Telefonieren ist mit dieser Kombination dann allerdings mangels Mikrofon nicht mehr möglich. Für den Soundfreak empfiehlt sich vielleicht einmal der Blick auf die Bose Quietcomfort 3 oder die Shure SE 210. Shure bietet gegen Aufpreis auch ein Mikrofonersatz.

Connectivity/Internet/E-Mail

Das iPhone 3G wird ausschließlich über iTunes synchronisiert. Hierbei werden auf einem PC/Mac die gespeicherten Kontakte (Adressen, Telefonnummern) auf Wunsch automatisch auf das iPhone übertragen. Ebenso anstehende Termine, Browser-Bookmarks sowie Songs, Fotos und Videos. Gerade mit dem iPhone 3G mit seiner HSDPA Unterstützung kann man sehr schnell und gut im Internet surfen. Hier zeigt der eingebaute Safari-Browser was er kann. Um die Geschwindigkeit mit dem iPhone 2G vergleichen zu können, habe ich mehrfach unter Löschung des integrierten Cache drei Webseiten aufgerufen und daraus einem Mittelwert gebildet:

Webseite EDGE UMTS WLAN
mobile-reviews.de 20 Sekunden 11 Sekunden 9 Sekunden
spiegel.de 43 Sekunden 24 Sekunden 20 Sekunden
telefon-treff.de 20 Sekunden 12 Sekunden 9 Sekunden

Das neue iPhone 3G ist damit also etwa doppelt so schnell wie EDGE und von der Geschwindigkeit in einem WLAN nicht mehr weit entfernt. Die "UMTS Empfangsleistung/-epfindlichkeit" (in Gebäuden und schlechter versorgten Gebieten) des iPhone hinkt subjektiv allerdings deutlich hinter Modellen anderer Hersteller her. Ich habe in meinem Büro mit der Firmware 2.0 maximal 2 Balken, während Samsung, Nokia und Co. Vollausschlag aufweisen:

iPhone 3G

Dies mag kein allgemein gültiger Hinweis auf die Qualität sein, ein schwedisches Messlabor hat die UMTS Leistung zwar positiv getestet, trotzdem ist sie nach meinen Erfahrungen nicht mit Modellen der Konkurrenz zu vergleichen. Mein 3G schaltet an meinem Wohnort dauernd zwischen 3G und EDGE her, so entlädt es sich dann über Nacht auch komplett. Selbst in Münster City ist dieser ärgerliche Umstand (in geschlossenen Räumen) noch erkennbar. Gleichzeitig im Einsatz befindliche Mobiltelefone der Konkurrenz haben damit keine Schwierigkeiten. Ein Einzelfall? Eher nicht, denn dieses Verhalten haben ich bereits bei einigen 3G beobachten können.

Erstaunlicherweise weist das 3G nun mit Firmware 2.0.2 an gleicher Stelle 4 Balken Empfang auf.Ist das nun Wunschdenken von Apple oder Wahrheit. Nach meinen Tests immer noch Wunschdenken, die "hin und her" Springerei zwischen EDGE und UMTS hat sich nicht gebessert.

Webseiten werden dabei 1:1 im Desktopformat (Quermodus möglich) dargestellt und zwar in atemberaubender Geschwindigkeit.

iPhone3G

Da kann auch ein Nokia N95 nicht mithalten. Verbindungen zu einmal erkannten Netzwerken werden auf Wunsch automatisch aufgebaut. So kann man problemlos einen T-Mobile Hotspot nutzen und während einer Tasse Kaffee im Starbucks seine E-Mails sichten. Ein weiteres einzigartiges Feature des iPhone (3G) ist das sogenannte Voicemail. Sprachnachrichten werden dann beim iPhone genauso wie E-Mails in einer Inbox angezeigt. Einmal angetippt und schon hört man die Nachricht seiner Wahl. Noch mal antippen und man kann zurückrufen.

Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. Das iPhone 3G kann dabei E-Mails in unterschiedlichen Intervallen automatisch abholen. Das iPhone 3G und auch das iPhone 2G in der Firmware 2.0 bietet nun auch die Unterstützung für Microsoft Exchange (Push-E-Mail) und der VPN Verbindung auch über Cisco IPSec und WPA2 Enterprise. Hardware. Über den MobileMe genanten und kostenpflichtigen Dienst ist das iPhone in der Lage, E-Mails, Kalenderdaten und Kontakte immer und überall auf dem aktuellen Stand zu halten. Änderungen auf der einen Seite (im Internet) werden dann auf das iPhone gespusht und vice versa. Dieser Dienst steht auch Nutzern der iPhone Firmware 2.0 auf dem 2G zur Verfügung.

iPhone3G

Neben seinem eigenen Provider kann das iPhone auch Webmailer, wie z. B. Yahoo, Gmail oder AOL abfragen. Hierbei werden E-Mails mit Überschrift, Absender und kurzem Anriss präsentiert. Sollte eine E-Mail dann von belang sein, einfach antippen, lesen und beantworten. Schneller und besser geht es kaum. Neuerdings müssen E-Mails auch nicht mehr einzeln gelöscht werden. Einfach die betreffenden (Spam)mails markieren und dann in einem Rutsch in den virtuellen Orkus befördern. E-Mails werden in HTML-Ansicht inklusive Fotos und Anhänge angezeigt. Anlagen (Office, iWork- und Microsoft PowerPoint-Dateien) öffnen sich ebenso ratzfatz, können aber nicht verändert werden. Im Menü werden eingehende bzw. entgangene Anrufe, E-Mails und SMS mit einer roten Zahl neben dem Symbol dargestellt. (Un)glücklicherweise kann auch das iPhone 3G keine MMS versenden. der Empfang (per SMS mit Weblink) ist allerdings möglich. Das SIM-Access-Profile wird ebenfalls nicht unterstützt.

Kamera/Video

Die integrierte 2-Megapixel-Kamera mit ihrem Digitalzoom ermöglicht eine maximale Bildauflösung von 1600 x 1200 Pixel. Ein Autofokus wird nicht angeboten. Ebenso wenig ein Blitz. Die Qualität der Bilder ist leicht durchwachsen. Sie leistet sich leichte Farbschwächen sowie eine gewisse Tendenz zur Randunschärfe. Videos kann das iPhone nicht aufnehmen. Auch bei der Kamera kommt der eingebaute Bewegungssensors zum tragen. So erkennt das iPhone nämlich, ob es im Quer- oder im Hochformat gehalten wird. Entsprechend werden die gemachten Bilder als Hoch- oder Querformat abgespeichert. Aufgenommene Bilder können sodann direkt per E-Mail versandt werden. Einstellungsmöglichkeiten bietet die Kamera des iPhone keine. Motiv anwählen, Auslöser drücken und fertig. Hinzugekommen ist immerhin die automatische Verknüpfung von Fotos mit GPS-Daten, neudeutsch "Geotagging" genannt. Diese werden in den Exif-Daten der Bilder gespeichert. In der aktuellen Firmware 5a347 allerdings im falschen Format.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des iPhone 3G ist gerade im UMTS Modus nicht wirklich überzeugend. Steve Jobs hat damals nicht gelogen, als er bei Vorstellung des ersten iPhones mitteilte, dass zugunsten einer längeren Akkulaufzeit erst einmal auf UMTS verzichtet wird. Jetzt, knapp 6 Monaten später, ist mit dem 3G nämlich immer noch keine vernünftige Akkulaufzeit im Telefon- bzw. Surfeinsatz zu erreichen. Wer sich dauerhaft mit Musik berieseln lassen will, kann dies knapp 14 Stunden lang tun. Videos spielt das 3G immerhin noch etwa 7 Stunden lang ab. Ein wirklich respektabler Wert. Der Respekt schrumpft aber sobald man UMTS im Echtbetrieb nutzt. Dann ist mit einer Akkuladung eine Gesamtgesprächsdauer von knapp 3 Stunden möglich. Der dauerhafte Einsatz des Displays samt WLAN hat meinen Akku ebenfalls nach knapp 3 Stunden den Garaus gemacht. Surfen per UMTS ermöglicht eine steckdosenfreie Zeit von etwa 240 Minuten. Gott sei Dank kann man die UMTS Funktion abschalten und so die wertvolle Lebensdauer verlängern. Wie war noch mal gleich der Stand von "Wireless Energy"? Gravis reagiert auf diesen unrühmlichen Zustand mit einem Ersatzakku. Wer einmal einen Blick auf die Innereien eines iPhone 3G werfen will, sollte ifixit besuchen. Apple hat übrigens dazu gelernt, der neue Akku ist nicht mehr mit dem Board verlötet!

Fazit

Autor

Was kann es denn, das neue Highlight aus Cupertino? Kaum etwas, was das iPhone der ersten Generation mit der neuen Firmware 2.0 nicht auch kann! Dank des eingebauten UMTS mit HSDPA (High-Speed Downlink Packet Access) bringt das 3G Webseiten deutlich schneller (etwa 2x) auf das immer noch 3.5 Zoll große - und leicht veränderte - Display. GPS wird aktuell ausschließlich von der Anwendung Maps bzw. Kamera genutzt und ermöglicht so eine noch genauere Positionsbestimmung. iPhones der ersten Generation müssen da mit der Triangulation durch Funkzellen bzw. WLAN auskommen.

Lohnt sich für “Bestandskunden” ein Upgrade/Update auf das neue Modell? In meinen Augen kaum, den fast alle neuen Features sind auch auf den alten iPhones verfügbar. Der Firmware 2.0 sei Dank. MMS, A2DP und Copy & Paste fehlen auch beim neuen iPhone 3G. Die eingebauten Lautsprecher wurden zwar verbessert, der Klang über Kopfhörer ist aber immer noch derselbe. Ich persönlich würde nicht auf die zweite Generation umsteigen, der reine Zeitgewinn durch UMTS wird durch den schnelleren Verbrauch des (Daten)Inklusivkontigents erkauft. Wer noch kein iPhone sein eigen nennt, hat die Qual der Wahl. Entweder ein gebrauchtes iPhone 2G (oder eines aus dem Ausverkauf) oder ein iPhone 3G. Wer sich mit dem neuen Design anfreunden kann, sollte dann auf das 3G Modell setzen.





  

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