Samsungs Design- und Entwicklungsabteilung hat gut zu tun, soviel ist sicher. Auf der cebit 2008 noch als halbfertiger Prototyp zu bewundern, ist es seit einigen Wochen nun käuflich zu erwerben, das neue Mobiltelefon aus der Ultra Edition, genannt Samsung SGH-U900 "Soul". Unser aller "Ballack" macht ja auch schon kräftig Werbung für das dezente Mobiltelefon. Soul? Mit "Soul" meinen die Koreaner eigentlich "The Spirit Of ULtra". Eine Anspielung auf die bestehende "Ultra Edition" von Samsung, dessen Abstammung das U900 mit seiner Dicke von nur 12.9 mm nicht verleugnen kann. Hat das U900 eine Seele? Tief im Inneren des elegant gestylten U900 werkelt eine 5,0 Megapixel-Kamera samt LED-Licht und 4-fachem Digitalzoom sowie Autofokus. Optisch setzt es sich mit einem 2.2 Zoll großen QVGA-Display mit einer Auflösung von 240x320 Pixel bei 16.7 Mio. Farben in Szene. Kommunikationsseitig bietet das U900 dem Weltenbummler neben Dualmode (UMTS/GSM) auch Tri Band-GSM (900/1800/1900) samt Unterstützung für EDGE & UMTS mit HSDPA (High Speed Downlink Packet Access ermöglicht eine Downloadrate von bis zu 7,2 Mbps). Wie sich das neue Samsung im Alltag bewährt und ob es wirklich eine Seele hat, soll mein kleiner Testbericht zeigen.
Das Design des U900 ist einfach schick und sehr edel. Der Flachmann mit seinem Abmessungen von 105,9 x 49,5 x 12,9 mm bei einem Gewicht von etwa 112 g ist zwar weder klein noch sonderlich leicht, liegt dafür aber selbst im geöffneten Zustand gut in der Hand. Große Teile des Gewand sind mit grauem Edelstahl verkleidet. Wenig überraschend wird auch das U900 in Korea hergestellt. Die Verarbeitungsqualität? Mobiltelefone von Samsung zeichneten sich eigentlich schon immer durch eine gute Verarbeitung aus. Knarzen, Quietschen oder ähnliche Geräusche sind dem U900 fremd. Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass sich der aus Edelstahl bestehende Akkudeckel zeitweise nur sehr schwer vom Gehäuse trennen wollte.
Die Steuereinheit des U900 besteht aus einem zentralen Multifunktions-Touchpanel, den beiden Softkeys (links und rechts unterhalb des Displays) sowie den beiden Drückern zur Gesprächssteuerung. Das Touchpanel ist dabei - im Vergleich zum Display - leicht erhöht eingebaut.
Diese Kombination zwischen physikalischen Tasten (Softkeys + Tasten zur Gesprächssteuerung) sowie dem Touchpanel wirkt wie aus einem Guss. Alle Funktionen, die auf dem Touchpanel angezeigt werden, passen sich situationsbedingt an. Ein Druck wird auf Wunsch durch ein akustisches Signal, aber auch durch Vibration in verschiedenen Stärken bestätigt. Gleichwohl ist dieser Mix auch Touchscreen und Tasten immer etwas gewöhnungsbedürftig. In meinen Augen aber besser umgesetzt, als noch beim LG KF600.
Als waschechtes Slidermodell bekommt man nur dann Zugriff auf die fünfzehn Drücker, wenn man mit der üblichen "Daumen schiebt Display auf"-Methode den Blick auf die geräumige, ja großzügig dimensionierten Tasten frei gibt. Hierzu befindet sich an der unteren Seite des U900 eine kleine "Lippe" mit deren Hilfe man das Mobiltelefon auch mit nur einer Hand aufschieben kann. Dabei wird die Tastatur des U900 in weiß beleuchtet, die flachen Tasten bieten einen knackigen, gut hörbaren Druckpunkt. Die 5 Tastenreihen sind durch silberfarbene Leisten voneinander abgetrennt. Die mittlere "5" wurde zudem durch zwei kleine Leisten gekennzeichnet. So kann man das U900 im Notfall auch blind bedienen. Direkt unterhalb des Slideroberteil befinden sich die drei Sondertasten.
Ein spezieller Drücker für Videotelefonate, eine Löschtaste (C) sowie eine Menütaste, mit dessen Hilfe sich oft genutzte Funktionen auswählen lassen. Der Slider ist samsungtypisch einwandfrei und gleitet mit einem lauten Klacken in seine beiden Positionen. Kein Spiel, keine Spaltmaße trüben das Auge des Betrachters. Von dieser Verarbeitungsqualität kann sich Nokia noch die ein oder andere Scheibe von abschneiden.
Der MicroSD-Speicherkartenschacht, der auch die neuen 8GB großen SDHC Versionen aufnimmt, befindet sich an der rechten unteren Seite des U900. Direkt darüber haben die Designer von Samsung den Kameraauslöser positioniert. Vertikal gespiegelt, also auf der linke unteren Seite befinden sich der kombinierte Headset/Datenkabel-/Netzteilport sowie die beiden Wippen zur Lautstärkeregelung. Beide Anschlüsse sind dicht nebeneinander angebracht, so dass man bei angeschlossenem Headset die Lautstärke nur sehr schlecht regeln kann. Das Headset stört dann etwas.
Größenvergleich U900 (Samsung F110, Motorola V9, Apple iPhone)
Technisch brilliert das Samsung U900 mit einer 5,0 Megapixel-Kamera mit umfangreichen Fotofunktionen, LED-Licht sowie Autofokus. Eine "Face Detection" genannte Technologie erkennt automatisch Gesichter auf einem Bild und wählt die optimalen Einstellungen für Schärfe und Belichtung. Ein Bildstabilisator sorgt für wackelfreie Bilder. Auch der Multimediapart kann sich mit MP3-Player, UKW-Radio und Mobile Blogging sehen lassen. Damit die Bilder und Multimediadateien auch ausreichend Platz finden, spendete Samsung dem U900 120 MB internen Speicher. Dieser lässt sich über MicroSD-Speicherkarten (SDHC) problemlos erweitern. Das U900 erkennt auch die neuen 8GB Versionen. 500 SMS haben auf dem Gerät Platz, Speicherplatz für E-Mails teilt sich das U900 dynamisch mit dem restlichen Gerätespeicher. Als Firmware kam bei meinem freien Gerät die U900BHHC4 zum Einsatz.
Lieferumfang
In der edlen Verpackung kommt das Samsung SGH-U900, ein Akku (Li-Ion 880mAh), das USB Kabel (dient auch zum Laden), das
kabelgebundene Stereo-Headset mit Mikrofon, ein Reiseladegerät, einige Bedienungsanleitungen sowie die PC Suite zum Datenabgleich mit einem PC zum Vorschein. Eine Speicherkarte gehört leider nicht zum Lieferumfang,
Display
Das Display mit 2,2-Zoll-Aktivmatrix kann 16.7 Mio. Farben darstellen und verfügt über eine Auflösung von 240x320 Pixel. Die Darstellung ist scharf und farbenfroh. In meinen Augen hat Samsung aber schon immer die besten Displays geliefert. Die Farbe der Icons variiert mit dem eingestellten Thema. Icons und Schriftarten wirken gut ablesbar. Das Display selber ist hierbei sehr hell beleuchtet, wobei sich die Helligkeit auch individuell anpassen lässt.
Menü/Funktionen
Anrufliste
Telefonbuch
Multimedia
Internet
Nachrichten
Eigene Dateien
Organizer
Kamera
Unterhaltung
Anwendungen
Alarm
Einstellungen
Nachdem man den linken Softkey (Menü) des U900 betätigt hat, präsentieren sich einem, die bei der U-/G-Serie üblichen, 12 Menüpunkte (4x3 Icons). Sie sind selbsterklärend und lassen sich durch simples klicken mittels der "OK"-Taste auf dem Touchpanel auswählen. Alternativ lässt sich das Menü auch in Listenansicht darstellen, dann braucht man nur noch von Punkt 1 bis Punkt 12 nach oben oder unten scrollen. In beiden Ansichten kann man durch drücken der entsprechenden Anfangsziffer auch direkt zum Menüpunkt springen. Der Aufbau ist logisch durchdacht. So kommt man bei den wichtigsten Menüfunktionen auch ohne Hilfe der Anleitung aus. Im Standby-Screen sind die Funktionen des Touchpanel schon vorbelegt. So kann man zum Beispiel schnell die Profile erreichen indem man das virtuelle Steuerkreuz nach oben drückt. Diese Funktionen lassen sich frei belegen. Samsungtypisch aktiviert man über die Raute (#)-Taste das Profil "Stumm". Die sechs verfügbaren Profile (Normal, Stumm, PKW, Besprechung, Im Freien Offline) lassen sich zwar anpassen, eigene Profile sind aber nicht möglich. Das Profil "Offline" stellt in diesem Fall den "Flugzeugmodus" dar.
Ab der zweiten Menüebene leidet die Übersichtlichkeit aber. Ab hier werden statt Icons mit kurzen Bezeichnungen nur noch lange Beschreibungen, die erst ins Bild scrollen müssen, eingeblendet.
Bei den mitgelieferten Anwendungen handelt es sich um alte Bekannte. Sprachaufzeichnung, RSS-Reader, Wecker, Taschenrechner, Umrechner, Timer und Stoppuhr wurden dem U900 mit sauf den Weg gegeben, ja sogar eine kleine Video- und Bildbearbeitung fehlt nicht.
PIM/Office
Das U900 kann 1000 Kontakte speichern. Neben den normalen Informationen, wie Vorname, Nachnamen, Telefon gibt es noch eine Vielzahl anderer Felder, die mit sinnvollen oder weniger sinnvollen Daten (Spitzname, Geburtstag, Firma, Position, zwei Adressen, Fax, Videoanruf, E-Mail-geschäftlich,
E-Mail-privat, zwei URL, Nachrichtensignal, Notiz, etc.)
gefüllt werden können. Jedem Kontakt oder einer Gruppe (drei Gruppen sind vorinstalliert) kann man einen individuellen Klingelton zuweisen. Synchronisiert wird das Ganze dann über die Samsung eigene PC-Suite und Microsoft Outlook. Telefonbuch und verschiedene Verzeichnisse bzw. Menüpunkte lassen sich mit einem Sicherheitscode versehen. Gerade bei vertraulichen Daten eine nützliche Sache. Ohne den passenden Sicherheitscode geht dann nichts mehr.
Die Einstellungs- und Verwaltungsfunktionen des eingebauten Kalender sowie der Terminverwaltung sind umfangreich. Die aktuell anstehenden Termine, Jahrestage, Urlaube, Aufgaben und ähnliches kennzeichnet der Kalender mit Hilfe eines mehrfarbigen Rahmens. Auf Wunsch in Monats-, Wochen- oder Tagesansicht. Die maximale Zahl der möglichen Termin-Einträge ist auf 100 beschränkt. Hinzu kommen noch je 50 Speicherplätze für Jahrestage und Urlaub sowie 20 für Wichtig und Privat. Summa summarum hat das U900 somit Platz für etwa 240 Ereignisse. Für den normalen Nutzer sollte das reichen.
Über den eingebauten Dokumenten Viewer bekommt der Businessuser Einblick in PDF, Excel, Flash und Word-Dokumente.
MP3/Radio
Das Samsung U900 wird mit einem MP3-Player sowie UKW-Radio samt RDS ausgeliefert. Sortierung und Anzeige nach Alben, Künstlern, Genre oder zuletzt gespielte Tracks sind auch dem U900 nicht fremd. Die Oberfläche ist völlig schnörkellos und erfüllt ihren Zweck. Albengrafiken, die man vorher in MP3's integriert hat, werden auch vom U900 angezeigt. Den aktuell im Hintergrund spielende Song stellt es auf dem Standby-Screen per Laufschrift dar. Laut Aussagen von Samsung wird der Klang durch einen Verstärker der Firma Bang & Olufsen in Szene gesetzt. Leider verhindert aber der proprietäre Kopfhörerausgang den Anschluss vernünftiger Kopfhörer. Das mitgelieferte Headset kann nicht so richtig überzeugen. Die maximale Lautstärke des U900 ist hierbei eher gering (in meinen Ohren und bei höheren Außengeräuschen zu gering), die Wiedergabequalität ist aber klar und deutlich. Über vordefiniert Soundeffekte, wie z. B. Rock, Dance, Klassik, Jazz, Weit, Dynamisch, Surround, Normal kann der Klang leicht beeinflusst werden. Leider nicht immer zum Vorteil. Eigene Soundeffekte sind nicht möglich. Auch ein Equalizer wird nicht angeboten.
Auch das U900 verfügt über ein echtes UKW-Radio. Alle Sendername werden durch das integrierte RDS direkt im Display angezeigt. Sogar die RDS typischen Zusatzinformationen, wie Name des aktuellen Songs, Name der Show oder der Name des Moderators, etc. werden in der unteren Leiste per Scrollbalken dargestellt. Ein automatischer Sendersuchlauf erstellt eine (nicht sehr zuverlässige) Liste der örtlich verfügbaren Sender. Die dann nach Lust und Laune editiert werden kann. Damit das Radio allerdings funktionieren kann, ist zwingend der Anschluss des mitgelieferten Headsets notwendig, selbst wenn man den Sound per A2DP genießen will. Danach kann der Klang aber auch über den integrierten Lautsprecher ausgegeben werden. Natürlich sind MP3-Player, als auch UKW-Radio multitaskingfähig. nebenher kann man also problemlos SMS schreiben, oder im Internet surfen.
Klang
Die Wiedergabequalität der Gespräche liegt auf hohem Niveau. Sie kann meiner Meinung nach problemlos mit Modellen von Nokia oder Sony Ericsson mithalten. Der zur Verfügung stehende Lautstärke ist allerdings nicht hoch genug, um auch in etwas lauteren Umgebungen noch eine Kommunikation zu ermöglichen. Die Klangeigenschaften des Lautsprecher sind im Radiomodus bzw. als MP3-Player-Ersatz ist eher bescheiden. Der Klang ist sehr höhenbetont, die maximale Lautstärke in geschlossenen Räumen auch nicht mehr wirklich ausreichend. Insgesamt ist das U900 in Umgebungen mit höheren Lautstärke kaum nutzbar. Über den samsungüblichen Serviccode *#0523##### 8221 lassen sich noch ein paar Prozent mehr Lautstärke herausholen, für den Normalnutzer ist dieser Umstand aber sicher keine echte Erleichterung. Im Freisprechmodus klingt der eingebaute Lautsprecher blechern und scheppert sehr schnell. Bei aktiviertem Vibraalarm hat man fast das Gefühl, dass das U900 gleich auseinander fliegt. Was nützt einem ein Verstärker von Firma Bang & Olufsen, wenn der Lautsprecher eher Baumarktqualität hat.
Connectivity
Das Tri Band-Mobiltelefon (GSM 900/1800/1900-Netze) mit UMTS Unterstützung leistet sich da keine nennenswerten Schwächen. Das U900 hat gute bis sehr gute Empfangs- und Sendeleistungen im D-Netz. Im E-Netz ist die Qualität einen Tick schlechter. Bei den Verbindungen über UMTS - und schlechterer Netzqualität - konnte ich Schwankungen in der Lautstärke beobachten. Die UMTS Verbindung wechselte dann sehr schnell auf den EDGE-Modus. Die O² Homezone wurde nicht angezeigt. Das U900 verbindet sich mittels Datenkabel mit der PC USB 2.0-Schnittstelle und ermöglicht so den Datentransfer bzw. Datenabgleich. Das Kopieren von 2 MB Daten vom U900 zum PC über USB dauerte etwa 2 Minuten. Bluetooth Funkverbindungen werden in der Spezifikation 2.0 unterstützt. Neben A2DP und AVCRP unterstützt das U900 auch die Profile Headset, Handsfree, Serial Port, Dial Up Networking, File Transfer, Object Push, Basic Printing sowie den Remote-SIM Modus.
Internet
Das U900 bietet einen relativ schnellen Web-Browser von Access Netfront. Der Anwender hat hierbei die Wahl zwischen der Desktop Ansicht und einer Smart-Fit genannten Variante. Hierbei wird der Inhalt dann auf 240x320 Pixel angepasst. Der Browser unterstützt JavaScript. Für einfache Webseiten noch akzeptabel, stößt er bei komplexere Webseiten schnell an seine Grenzen. Auch mit HSDPA hat das U900 so keine Chance gegen den Referenzbrowser vom Apple iPhone.
Kamera/Video
Das Öffnen des Sliders bringt das Objektiv samt Blitz ans Tageslicht. Das U900 wird dann im Quermodus genutzt.
Über ein kameratypisches Menü in Verbindung mit dem kontextsensitiven Touchpanel hat man direkt Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. So kann man beispielsweise den Blitz, Makro-Modus, Timer und die Gesichtserkennung ein- oder ausschalten.
Stichwort Gesichtserkennung. Die Face-Detection-Technology samt schnellem Autofokus kann bei Bildern das Gesicht erkennen und entsprechend fokussieren.. Bei erfolgter Aktivierung wird das Gesicht der Person dann optimal ausgeleuchtet und scharf gestellt, eine hilfreiche Angelegenheit. Für Leute mit nicht ganz so ruhiger Hand, gibt es zudem einen Bildstabilisator. Der macht sich in der Praxis aber kaum bemerkbar. So wirken Aufnahmen bei aktiviertem Stabilisator öfter unscharf. Der Autofokus benötigt etwa 2 Sekunden um das Motiv scharf zu stellen und das Bild einzufangen. Als Auslöser dient dann der entsprechende Hardkey oder die zentrale Steuerkreuztaste des Touchpanels.
Die eingebaute LED eignet sich für nahegelegene Motive. Auch die Anpassung des ISO Wertes (Automatisch, 50, 100, 200, 400) ändert daran nicht viel. Wunder sollte man also nicht erwarten. Unterschiedliche Modi wie Panorama, Serienaufnahme, Effekte (Grau, Sepia, Negativ, Antique, Wasserfarben) verschiedene Belichtungs-Szenarien und unterschiedlichen Auflösungsstufen bis hin zu fünf Megapixel (2560x1920 Pixel) sollen den Fotografen bei seiner täglichen Arbeit unterstützen
Die Fotoqualität des U900 ist insgesamt gut, die Farben auf den Fotos sind kräftig und leuchtend. Die Kamera des U900 erfordert kaum Kenntnisse in Fotografie. Zur Nachbearbeitung der Fotos wurde auch gleich eine passende Bildbearbeitung integriert. Unterwegs Fotos zuschneiden, mit Effekten versehen und Texte einfügen ist daher kein Problem. Selbst Helligkeit, Kontrast und Farbe der Bilder können noch nachträglich justiert werden.
Videos nimmt das U900 in QVGA (320x240 Pixel) mit 15 Bildern pro Sekunde auf. Da lieferte das G600 noch VGA. Auch hier stehen dem Fotografen umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Auf Wunsch speichert das G800 die Filme dann in MP4 bzw. 3GP unter Verwendung des MPEG4/ H.263 Codec. Entsprechend kodierte Videos mit einer maximalen Auflösung von 240x320 Pixel kann das U900 dann auch abspielen. Gespeichert werden die Bilder entweder im internen Speicher von 120 MB, aber auch auf MicroSD-Speicherkarten. Effekte und diverse Einstellungen kann man auch über die verschiedene Zifferntasten bzw. das kontextsensitiven Touchpanels erreichen.
Die Themen sind schlicht und ergreifend. Für die Puristen unter uns ist auch eine komplett in Schwarz gehaltene Version vertreten. Eigene Themen lassen sich direkt auf dem U900 erstellen. Sogar die Farbe des Touchpanels kann dort geändert werden. Die eingebaute Software ist sehr mächtig und steht dem Themedesigner von Nokia kaum nach.
Akkulaufzeit
Mit dem 880mAh starken Akku lässt sich ein eintätiger Messeeinsatz/Arbeitstag mit vielen Telefonaten überbrücken. Nutzt man nur den MP3-Player (Display möglichst wenig an), kommt man auf eine respektable Nutzungszeit von etwa 10 Stunden (bei Nutzung von A2DP ist aber schon nach etwa 5 Stunden Feierabend). Bei moderater Nutzung (2 Stunden MP3 sowie etwa 30 Minuten Telefonate am Tag) verschafft man sich so knapp 3 Tage Ruhe vor der Steckdose. Im (in meinen Augen sinnlosen) Stand-by Modus und bei guter Netzabdeckung kommt das U900 mehrere Wochen ohne Aufladung aus. Kein Wunder, schaltet sich das Display des U900 doch komplett ab. Rund bis zu 3,6 Std. Stunden Sprechzeit im GSM-Modus und bis zu 400 Std. im Stand-by gibt Samsung als Vorgabe für das U900. Diese Werte sind in der Praxis durchaus nachvollziehbar.
Videotestbericht
Fazit
Die Seele des U900 ist sicher die Verarbeitung und das gute Design. Wer also ein solide verarbeitetes und hochwertiges Design-Sliderhandy sucht, das mit guter 5.0 Megapixel-Kamera und vollwertiger Ausstattung aufwartet, der wird am Ballack-Handy seine Freude haben. Der MP3-Player und das UKW-Radio sind zwei nette Multimediafeatures.
Bis auf die unübersichtlichen Untermenüs würde ich die Bedienung als intuitiv bezeichnen. Dazu trägt auch der Touchscreen seinen Teil bei. Die Handyfunktionen sind gut umgesetzt, das U900 kann hier mit guten Empfangs- und Klangeigenschaften punkten. Die maximale Gesprächslautstärke hingegen ist zu gering, der verbaute Lautsprecher übersteuert sehr schnell und scheppert dann. Für etwa 310 € bekommt man mit dem Samsung U900 ein edles Kamera-Handy, die "direkte" Konkurrenz (LG KF600) verfügt über eine schlechtere Kamera, ist dafür aber günstiger zu haben.
Gute Kamerahandys - sogar mit WLAN und GPS gibt es allerdings auch aus dem Hause Nokia (Stichwort N78). Wer darauf keinen Wert legt, dem bleibt z. B. die aktuelle K8XX-Serie von Sony Ericsson. Die entsprechenden Tests der Geräte finden Sie hier auf meiner Seite.