Mit dem Samsung i7500 Galaxy hat auch o2 ein Smartphone auf der Basis von Android™ in das Programm aufgenommen. Auch Samsung nutzt beim Galaxy einen 3,2-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel, mehr wird vom aktuellen Android-Release auch noch gar nicht unterstützt. Aufgrund der Lizenzsituation verzichten die Koreaner auf das vom Apple iPhone (und anderen Smartphones) bekannte Multi-Touch. Dafür soll eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED für gute Fotos sorgen. Die Kraftzelle wurde von 1440 mAh aufgebohrt und setzt sich damit an die Spitze. Das macht sich durchaus positiv bemerkbar. Der integrierte GPS-Empfänger samt Digitalkompass kann sowohl für Geotagging genutzt werden als auch zur Navigation. Man kann das Galaxy über den eingebauten Magnetsensor sogar zum Metalldetektor zweckentfremden. Dank UMTS und HSDPA/HSUPA ist man auf dem Galaxy recht schnell im Internet unterwegs. Das ist aber auch wenig überraschend, denn die Webbrowsertechnologie wird auch vom iPhone genutzt. Beim Samsung Galaxy kommt man auch ohne Google-Mail Konto aus. Wie sich das schlanke Smartphone im täglichen Einsatz geschlagen hat, können Sie meinem folgenden Testbericht nachlesen.
Design/Haptik/Verarbeitung
Mit Abmessungen von 115 x 56 x 12 mm und einem Gewicht von 110 Gramm ist es nur unwesentlich größer als das HTC Magic (113 x 55 x 14 mm). Auch beim Samsung Galaxy kommt eine virtuelle Tastatur zum Einsatz, Android™ 1.5 sei Dank. Der hochglänzende, schwarze Kunststoff des Gehäuses macht einen sehr wertigen Eindruck, ist auf der Rückseite aber Kratzern gegenüber sicher "recht aufgeschlossen". Der von anderen "Androiden" bekannte Knick im unteren Teil fehlt beim Galaxy (dankenswerterweise) komplett. Ecken und Kanten sind ihm völlig fremd. Die Rückseite des Galaxy besteht quasi nur aus dem hochglänzendem Kunststoff-Akkudeckel. Den Grip verbessert das zwar nicht gerade, es verschafft dem Galaxy aber einen exklusiven Auftritt. Der Deckel selber sitzt recht stramm und macht einen hervorragend verarbeiteten Eindruck. Ein Knarzen kann man ihm selbst unter größerem Druck nicht entlocken, Vorbildlich! Da spuckt das HTC G1 ganz andere Töne aus.
Die Vorderseite wird - für ein Touchscreen-basiertes Smartphone typisch - vollständig vom 3,2-Zoll-Touchscreen dominiert.
Die Kameraoptik auf der Rückseite wirkt recht gut gegen Kratzer geschützt. Sie wurde leicht erhöht und bekommt so keinen direkten Kontakt mit der Auflagefläche. Der Touchscreen setzt Eingaben wirklich zügig um. Da kann das Betriebssystem des Galaxy manchmal gar nicht mithalten und genehmigt sich eine kleine "Auszeit". Android™ ist für eine Einhand-Bedienung ausgelegt und das klappt auch ganz gut. Der kapazitive Touchscreen erlaubt keine Bedienung mit dem Fingernagel oder Stylus. Handgeschriebene Notizen oder Skizzen - wie auf Modellen mit Windows Mobile - sind daher nur schlecht möglich. Grundsätzlich wäre Android™ in der Lage auch Multi-Touch zu nutzen. Aus lizenzrechtlichen Gründen hat Samsung aber darauf verzichtet. Alle Eingaben auf dem Touchscreen werden auf Wunsch durch einen Ton bzw. durch Vibration bestätigt. Wer das nicht mag, der kann das mitunter etwas nervige Feedback auch abschalten.
Mangels vollwertiger Tastatur ist man auf das - auch im Quermodus verfügbare - virtuelle Pendant mit seiner guten T9-Texterkennung angewiesen. Die Bedienung geht dann ähnlich flott von der Hand, wie auf dem Apple iPhone oder dem LG Arena. Nur echte Vielschreiber werden mit der Bildschirmtastatur keine rechte Freude haben. Für ein paar SMS oder E-Mails reicht sie vollkommen aus. Es erfordert anfangs ein wenig Übung, ohne direktes taktiles Feedback auszukommen. Aufgrund des fehlenden Multi-Touch kann man auch nicht zwei Buchstaben gleichzeitig drücken, so schreibt man auf dem Galaxy etwas langsamer, als auf dem HTC Magic!
Der Anschluss für das micro-USB Lade- und Datenkabe befindet sich auf der Oberseite, direkt daneben hat Samsung einen 3,5 mm Klinkenanschluss angebracht, die Musikliebhaber unter uns wird es freuen. Will man seine Speicherkarte wechseln - das Galaxy kann aktuell maximal 16 GB micro-SDHC-Karten verarbeiten – so muss man zunächst den Akkudeckel entfernen. Das ist aber fast unnötig, denn dem Galaxy wurde 8 GB Festspeicher mit auf den Weg gegeben, das sollte für die meisten unter uns reichen. An der linken oberen Seite befindet sich der Laut-/Leiseregler. Den Auslöser für die Kamera findet man beim Galaxy auf der rechten Seite, direkt darüber befindet sich die der Drücker für die Tastensperre, die in der aktuellen Firmware IG8 noch etwas träge reagiert. Unterhalb des Displays haben die Designer nicht weniger als sechs Tasten sowie ein 5-Wege-Steuerkreuz untergebracht. Auf einen Trackball hat Samsung bewusst verzichtet.
Der mit einem Symbol für einen "Ablagekorb" beschriftete Drücker entspricht der Menü-Taste. Die mit einem Pfeil gekennzeichnete Taste löscht Eingaben, bzw. springt einen Menüeintrag zurück. Zwischen "Gespräch beenden" und Pfeil-Taste hat Samsung den sogenannte "Home-Key" eingefügt. Er führt den Nutzer in das Hauptmenü mit seinen zahlreichen Icons. Unterhalb des 5-Wege-Steuerkreuzes findet man dann die beiden Hörertasten zur Gesprächssteuerung.
Größenvergleich (T-Mobile G1, Apple iPhone 3G)
Technik/Branding
Technisch betrachtet punktet das Galaxy mit einer guten Ausstattungsliste. Der exzellente 3,2-Zoll-Touchscreen in AMOLED-Technologie mit einer Auflösung von 320 x 480 Pixel kann 65.00 Farbkombinationen darstellen und gehört somit sicher nicht zu den farbenprächtigsten Vertretern seiner Art, ist dafür aber recht genügsam im Umgang mit Strom. Neben einem Musicplayer bietet das Galaxy auch einen Videoplayer. Die Kamera löst zwar mit 5-Megapixel auf und kann sogar Videos aufzunehmen, kommt aber qualitativ dennoch nicht über ein gesundes Mittelmaß hinaus. Über den Android™-Market kann man sein Galaxy mit weiteren, teils deutlich besseren Videoplayer oder sogar einem Internetradio aufrüsten. Mein Dank an alle ambitionierten Programmierer. Als Quad-Band-Gerät (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA und HSUPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar und ermöglicht auch einen schnellen Upload. Kontakt mit der Außenwelt nimmt das Samsung Galaxy über Bluetooth samt A2DP sowie USB 2.0 und WLAN auf. Branding gibt es beim (o2) Galaxy nicht! Es hat keinen SIM-Lock und kann damit mit allen verfügbaren SIM-Karten genutzt werden. Die Providereinstellungen müssen dann allerdings händisch eingegeben werden. Man sollte sich nur vorher über einen passenden Datentarif Gedanken machen.
Natürlich wurde auch das Galaxy wieder "in seinen Rechten" beschnitten, sprich ohne sogenannte "Root"-Rechte ausgeliefert. Das hat zur Folge, dass manche Programme nicht auf alle Funktionen und Dateimanager nicht auf das komplette Dateiverzeichnis zugreifen können. Da geht es den Benutzer von Android-basierten Smartphones ähnlich, wie den Apple iPhone-Jüngern ohne Jailbreak. Dank einiger findiger Freaks wurde dieses Problem aber bereits gelöst.
Wer dazu mehr lesen will, sollte dieses Forum besuchen.
Lieferumfang
Zum Lieferumfang des 400 € teuren Schmuckstücks gehört keine microSD-Speicherkarte. Warum auch, schließlich bietet das Galaxy bereits 8GB internen Speicher. Dafür wurde ein In-Ear Stereo-Headset mit akzeptabler Klangqualität sowie eine Transporttasche ohne Gürtelschlaufe mit in den kleinen, unscheinbaren Karton gequetscht. Diverse Bedienungsanleitungen, ein Reiseladegerät sowie ein USB-Datenkabel dürfen natürlich auch nicht fehlen.
Display
Das sehr helle Display stellt Texte, Grafiken und Videos in einer Auflösung von 320 x 480 Pixel bei 65.000 möglichen Farbkombinationen dar. Die etwas langweilig wirkenden dafür aber nahezu selbsterklärenden Menüicons sind ausreichend groß. So kann man das Galaxy bequem mit nur einer Hand (bevorzugt dem Daumen) bedienen. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Dreht man sein Galaxy in bestimmten Anwendungen (z. B. Webbrowser) den Quermodus, so dreht es den Bildschirminhalt gleich mit. Ein Hoch auf den integrierten Lagesensor.
Menü/Bedienung
Mit Android™ will die Open Handset Alliance einen anderen - angeblich intuitiveren - Weg beschreiten, um sein Mobiltelefon zu bedienen. Die Menüoberfläche macht auf den ersten Eindruck, als wenn man das SpringBoard des Apple iPhone und das TouchFlo von HTC gekreuzt hätte. Beim Galaxy bilden drei unterschiedlich konfigurierbare Bildschirme die Schaltzentrale. Diese Startbildschirme kann man mit sogenannten "Widgets" aufrüsten. An Widgets stehen bisher neben der Analoguhr, noch eine Foto-Slideshow sowie ein Kalender und Musicplayer zur Auswahl. Das Player-Widget zeigt bei Nutzung immer den aktuellen Titel an und erlaubt das Starten und Stoppen der Songs. Widgets kann man auch über den Android™-Market installieren. Dort findet man zum Beispiel das recht hilfreiche Battery-Widget. So hat man die verbleibende Kapazität des Akkus prozentgenau im Blick.
Neben den eher aktiven Widgets kann man sich auf den Startbildschirmen auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, Webseiten, (Google) Kalender legen. Wie erstellt man sich so eine Verknüpfung? Einfach das Icon mit der gewünschten Anwendung per drag & drop auf den Bildschirm ziehen, loslassen und fertig. Ein Widget oder Ordner erstellt man, indem man den Homescreen etwas länger gedrückt hält, dann bietet das Galaxy die Auswahl zwischen "Verknüpfung", "Widgets", "Ordner" und "Hintergrund". Verknüpfungen zu häufig genutzten Kontakten, Playlisten, Lesezeichen und sogar zu einzelnen Ordnern seines Google-Mail Kontos sind ebenso kein Problem, wie zu allen installierten Anwendungen und Spielen. Die Verknüpfungen kann man der Übersicht halber auch in Ordner sortieren.
Das eigentliche Hauptmenü macht sich an der Unterseite des Screens klein und gerät so fast in Vergessenheit. Wer es dennoch braucht, kann es von unten nach oben „aufziehen“. Das Hauptmenü listet dabei alle installierten Anwendungen und Spiele hintereinander und in alphabetischer Reihenfolge auf. Wer - wie ich - im Laufe der Zeit viele Programme installiert hat, verliert durch diese Listenansicht schnell die Übersicht. Ähnliche Erfahrung machen aber auch die Nutzer eines Apple iPhone mit den zahlreichen Startbildschirmen (SpringBoards). So sind die drei Homescreens beim Galaxy eine gute Alternative zum Menü.
Anwendungen
Bevor wir uns den vorinstallierten Programmen beim Samsung Galaxy widmen, sollte man sich einmal wieder die System-Philosophie, wenn man sie so nennen mag, von Android™ zu Gemüte führen. Die da lautet "wir liefern das Grundgerüst, das schmückende Beiwerk (die Programme) liefern die freien Programmier". Die Zahl der mitgelieferten Anwendungen ist deshlab wohl eher überwsichtlich. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es nur noch einen Taschenrechner sowie eine Uhr mit Weckfunktion.
Andererseits hat man dem Galaxy das volle Programm von Google mit auf den Weg gegeben. Neben YouTube, Google-Mail & Google-Maps (mit Latitude) hat auch noch Google Talk den Weg ins Galaxy gefunden.
Weitere sinnvolle Programme muss man sich dann im Android™-Market zusammen suchen. Hier gibt es neben echten Perlen, wie zum Beispiel einem kostenlosen Programm für zeitgesteuerte Profile, auch eine Menge unnützer Software. Aber Apples AppStore macht es da auch nicht besser. Im Market werden Anwendungen vorab grundsätzlich nicht übergeprüft, dies bleibt dem Nutzer überlassen. Eine spezielle Meldefunktion weist Google dann auf sogenannte "Malware" hin. Das hat den Vorteil, dass eine Anwendung innerhalb von 6-8 Stunden im Market verfügbar ist. Apple braucht hierfür 6-8 Wochen!
Aber zurück zum Samsung Galaxy. Auf Anrufe reagiert es sowohl durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber eben nur mit dem Klingelton. Die Systemsounds sind zwar änderbar, allerdings nicht wirklich intuitiv.
Auf Wunsch wird ein Bild dem Kontakte zugeordnet und bei einem Anruf angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe des entsprechenden Buchstabens suchen. Der Übersichtlichkeit halber unterteilt man seine vorhandenen Kontakte dann gleich in Gruppen. Bei den Kontaktfeldern sind zahlreiche zusätzliche Informationsdetails möglich (Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, Anruferbild, etc.) Zusätzliche Felder kann man beim Galaxy manuell hinzufügen. So sind zum Beispiel auch Notizen zu einem Kontakt möglich. Im Telefonbuch findet man auch das Telefonprotokoll, in dem eingehende und ausgehende Anrufe verzeichnet werden. Ein spezielles Feld für Geburtstage ist nicht vorgesehen. Diese kann man lediglich in den Notizen vermerken, dann aber ohne Synchronisationsmöglichkeit mit dem Kalender.
Der Kalender zeigt die Termine sowohl in einer Wochen- und Monatsansicht als auch in einer Tagesagenda an und informiert so auf einen Blick über anstehende Termine. Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, für den hat er auch eine Wiederholungsfunktion vorgesehen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe aber nicht angemahnt. Hier übergibt das Samsung Galaxy die Planungsherrschaft seinem Herrn und Meister. In der Wochen- und Monatsübersicht wird die Termindauer durch entsprechend lange grüne Balken dargestellt. Über eine Sprachwahl oder gar Sprachsteuerung verfügt das Galaxy nicht. Auch mit Java kann das Galaxy ab Werk nichts anfangen.
Unterhaltung
Der
Musicplayer des Galaxy folgt optisch dem aktuellen Trend. In der linken oberen Ecke wird dabei - sofern vorhanden - das Coverart dargestellt, rechts daneben befinden sich die drei Tasten für die Shufflefunktion. Die drei virtuellen Buttons zur Player-Steuerung befinden sich in der unteren Hälfte. Der Sound klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset leicht dumpf, der hintere Lautsprecher gibt den Klang völlig verzehrungsfrei und in nahezu ohrenbetäubender Lautstärke wieder! Dank der 3,5 mm
Klinkenbuchse kann man aber problemlos höherwertige
Kopfhörer anschließen. So wird die
Klangqualität deutlich verbessert und kann auch mit MP3-Playern
aus dem Mittelklassesegment mithalten.
Um die maximale Soundqualität des Galaxy
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt. Die von Samsung entwickelten In-Ear-Kopfhörer sehen trendy aus, sind gut für Gespräche geeignet, ermöglichen aber noch nicht den optimalen Soundgenuss: "Da geht noch was".
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke des Samsung Galaxy reicht problemlos auch, um auch die großen Wandler des iGrado in Schwingungen zu versetzen. Da das Ausgangssignal des Galaxy aber gerade im Bassbereich sehr früh abfällt, ist der iGrado nicht der richtige Partner.
Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem Galaxy deutlich besser zusammen und bringt den Klang recht gut rüber. er Sennheiser CX300
ist für einen In-Ear ebenfalls eine gute Alternative, verstärkt den Bassbereich in meinen Ohren aber noch nicht ausreichend. Da kommt dann der Creative
Labs EP 630 ins Spiel. So liefert das Galaxy den Ohren hörbare Bässe. Leider geht das dann leicht zu Lasten der Höhen, die Mitten werden etwas in die Breite gezogen. Für einen Kopfhörer, der bei
Amazon knapp 18 € kostet, bietet der Creative
Labs EP 630 aber dennoch ein unglaubliches Preis- Leistungsverhältnis und
stellt damit in meinen Ohren die optimale Alternative zum mitgelieferten Stereo-Headset dar.
Grundsätzlich kann man auf dem Galaxy den Sound auch über
Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9, ausgeben. Aufgrund des damit einhergehenden erhöhten Stromverbrauchs ist das aber nicht wirklich ratsam. Unterschiedliche Equalizer-Presets bietet der Musicplayer beim Galaxy leider nicht an. So klingt das Galaxy zwar recht passabel, kann aber nicht ansatzweise mit dem Nokia 5800 XM oder Samsung BeatDJ mithalten.
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 wurden über iTunes beschafft bzw eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" kodiert.
Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
The Corrs
(Talk on Corners)
OST Elizabethtown
Einen großen Funktionsumfang kann der Musikplayer im Galaxy nicht vorweisen. Immerhin kann man seine Songs nach
verschiedenen Kriterien, wie z. B. Interpreten, Alben, Titel sortieren.
Wer es abwechslungsreicher mag,
kann seine Songs in zufälliger Reihenfolge abspielen (Party-Shuffle) oder aber eben in einer Schleife vor sich hindudeln lassen. Über
Wiedergabelisten verwandelt
man das Galaxy zu einer recht passablen Musikbox. Dann sollte man aber den Touchscreen sperren. Durch die Multitaskingunterstützung kann man seine
Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Ein Radio liefert das Samsung Galaxy leider nicht. Im Android™-Market gibt es in Form der Internetradio-Programme (z. B. DroidLive) aber passenden Ersatz, zumindest wenn man über eine Datenflatrate verfügt.
Videos machen auf dem 3,2-Zoll-Display richtig Spaß, werden aber ab einer Größe von mehr als 480 x 360 Pixel nur noch ruckelnd abgespielt. Für Spielernaturen liefert der Market eine Vielzahl von Spielen, teilweise als Test- oder Lite-Versionen.
Klang
Obwohl das Galaxy nur über einen rückseitig verbauten Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke des Musicplayers mehr als ausreichend, um am Arbeitsplatz problemlos als MP3-Player herzuhalten. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch unproblematisch. Während eines normalen Gesprächs werden die Stimmen klar und deutlich übertragen. Ein Hintergrundrauschen ist nicht wahrnehmbar. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind eher dezent. Wer sie nicht mag, kann zumindest die werksseitigen Klingeltöne durch eigene MP3 ersetzen. Die Signaltöne lassen sich ab Werk nicht sonderlich weit personalisieren, dazu muss man wieder mal auf dem Market zurückgreifen, frei nach dem Motto "Gibt es da nix von Ratio....".
Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)
Das Samsung Galaxy wird von Samsung mit Quad-Band (GSM 850/900/1800/1900-Netze) und einer Unterstützung für UMTS samt HSDPA, HSUPA und WLAN ins Rennen geworfen. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt.
Von der Geschwindigkeit her steht der Browser dem iPhone 3G kaum nach. Das ist allerdings auch kein echtes Wunder, beide basieren auf dem gleichen Grundgerüst namens Webkit. Gegen das 3GS kommt er aber nicht an. Da sich das Galaxy aus lizenzrechtlichen Gründen nicht über Multi-Touch steuern lässt, hat Samsung zum Vergrößern eine Bildschirmlupe (über "+" und "-" Symbole ) vorgesehen. Der Browserinhalt dreht sich beim aktuellen Release von Android™ automatisch mit dem Galaxy mit. Standards, wie eine Lesezeichenverwaltung beherrscht auch der Browser des Galaxy.
Das Samsung Galaxy liefert nur dann Pushmails aus, wenn man alle seine E-Mails über Google Mail empfängt und dann auch nur über das Protokoll "IMAP Idle". Alle eingehenden E-Mails werden in der oberen Benachrichtigungsleiste angezeigt. Wer die E-Mail-Dienste anderer Anbietern nutzen muss, dem bleibt nur das manuelle Einsammeln über IMAP oder POP. Immerhin kann man das Intervall auf 5 Minuten reduzieren. Eine Anbindung an Exchange-Server ist ab Werk nicht vorgesehen, die Lösungen von Drittanbietern sind kostspielig. Eine Anbindung über ActiveSync ist bisher nur dem HTC Hero vergönnt. Noch eine Anmerkung am Rande: Microsoft Outlook wird nicht zum synchronisieren von Kontaktdaten unterstützt!
Für die Freunde "ungepflegter" Kommunikation übernimmt "Google Talk" die Rolle des Instant Messager. Durch die Bildschirmtastatur ist das Galaxy aber nicht unbedingt für die schnelle, aktive Kommunikation geeignet. Ohne den passenden Datentarif kann es zudem teuer werden.
Kamera/Video
Um es vorweg zu nehmen, selbst Umsteiger vom Apple iPhone werden mit der Kamera des Galaxy keine echte Freude haben. Sie bietet zwar eine Auflsöung von 5 Megapixel, verzichtet aber auf umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten.
Die bei anderen Modellen von Samsung zum Einsatz kommende umfangreiche Kamerasoftware wurde dem Galaxy verwehrt. Was bleibt? Nun, man kann ein Foto machen, oder eben nicht. Da wird man doch gleich wieder an die neue Kunstform, den "Minimalismus aus Cupertino" erinnert. Immerhin nutzt die Kamera des Galaxy das große Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus gehalten. Aufnahmen bei schlechter Beleuchtung oder in völliger Dunkelheit kann auch die LED nicht mehr retten. Zwar reicht der "Blitz" etwa 1 1/2 Meter weit,, allerdings weisen die Bilder dann einen Farbverfälschungen und Artefakte auf.
Wie sieht es mit der Qualität der Optik der eingebauten Kamera aus? Sagen wir es mal so: Gutes Licht = gute Bilder! Grundsätzlich ist zwar immer der Fotograf für die Qualität der Bilder verantwortlich. Die eingebaute Automatik macht für ihre 5-Megapixel aber eben nur leidlich überzeugende Aufnahmen. Dank des integrierten GPS-Empfängers werden die Bilder auf Wunsch aber mit den passenden Längen- und Breitengraden versehen, Geotagging nennt man das heutzutage. Geknipste Bilder kann man auch als MMS oder E-Mail verschicken. Der Start der Kamera nimmt knapp 4 Sekunden in Anspruch, nach 1 Sekunde ist das Bild dafür schon im Kasten. Videos (maximale Auflösung von 352 x 288 Pixel) kann man direkt aus der Galerie zu YouTube hochladen.
Akkulaufzeit
Der Akku leistet laut Datenblatt 1440 mAh, in der Reihe der Androiden setzt sich das Galaxy damit an die Spitze. Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, 20 Push-Mails,
90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku immerhin etwas mehr als 10 Stunden! Schaltet man das UMTS ab, verlängert sich die Akkulaufzeit auf knapp 16 Stunden. Ein dauerhaft eingeschaltetes GPS/WLAN hat auf die Akkulaufzeit keinen Einfluss, zumindest dann nicht, wenn das Galaxy sich im Standby-Modus befindet. Als Internetradio (im Market verfügbar) macht das Galaxy bei konstanter 3G-Verbindung und abgeschaltetem Display nach knapp 6 Stunden schlapp. Surft man per WLAN, so reicht es für immerhin 5 1/2 Stunden Onlinevergnügen. Intensivnutzer mit Telefonitis werden ihr Schmuckstück täglich laden müssen. Normalnutzer wird das Galaxy mit der aktuellen Firmware etwa 1 1/2 Arbeitstage begleiten, bevor die Kraftzelle dann wieder nach Strom aus der Steckdose giert. Das ist für ein Smartphone auf der Basis von Android schon wirklich viel.
Videotestbericht
Fazit
Der kapazitive AMOLED-Touchscreen ermöglicht eine flotte Bedienung. Die virtuelle QWERTZ-Tastatur wird Vielschreiber zwar nicht umwerfen, für gelegentliche SMS oder E-Mails ist sie aber völlig ausreichend. Dank des Android™ Market hat man Zugriff auf eine nahezu unerschöpfliche Zahl von sinnvollen aber auch sinnfreien Spielen und Programmen. Das eingebaute GPS kann neben Geotagging auch als Navigationshilfe eingesetzt werden. Die Qualität der 5-Megapixel-Kamera reicht für gute Schnappschüsse aus, Urlausbilder würde ich ihr aber nicht anvertrauen. Die Akkulaufzeit sowie der 3,5-Millimeter-Anschluss für Kopfhörer machen aus dem Galaxy das bessere Magic.