Lasst uns mal wieder ein Gerät für Businesskunden entwickeln, sowas in der Art haben sich die Designer bei Nokia wohl damals überlegt. Mit dem Nokia E 75 stellen die Finnen endlich mal wieder ein Smartphone vor, was sich ausschliesslich auf den Kernbereich "Office und Kommunikation" konzentriert. Oder doch nicht? Nun, das E75 erfreut das Auge mit einem Aktivmatrix-QVGA-Display mit 2,4 Zoll (6,1 cm Displaydiagonale) und kann 16,7 Millionen Farben in einer Auflösung von 320 x 240 Pixel darstellen. Trotz seiner Kommunikationsfähigkeiten spendierte Nokia seinem neuen E-Serie Modell noch eine 3.2-Megapixel-Kamera mit Autofokus. Auch eine Videoaufzeichnung in VGA ist möglich. Das das E75 aber nicht nur für Businesskunden gedacht ist, zeigen unter anderem der integrierte Musicplayer sowie das FM-Radio. Da auch noch ein Nokia N-Gage Klient vorhanden ist, kann man sein E75 auch zu einer kleinen Spielkonsole umrüsten. Das E75 ist als Dualmode (UMTS/GSM) Funker mit Quadband-Unterstützung (GSM 850/900/1800/1900) samt EDGE & UMTS mit HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) nahezu auf der ganzen Welt zu Hause. Eine automatische Frequenzband-/ und Modus-Umschaltung ermöglicht den fließenden Wechsel zwischen GSM und UMTS, das lästige Neustarten des Mobiltelefon entfällt damit. Selbstverständlich kann man mit seinem Nokia E75 auch das heimische WLAN (802.11b/g ) nutzen. Softwareseitig wird es von Symbian 9.3 mit einer Optimierung für die E-Series angetrieben, unterscheidet sich aber nicht wesentlich von anderen aktuellen Modellen der Series60 3rd Edition. Wie sich das E75 im Alltag geschlagen hat, können Sie im Anschluss nachlesen.
Beim E75 wurde viel Edelstahl verbaut. Auf den zweiten Blick bemerkt man allerdings auch den immer noch hohen Anteil an Kunststoffen. Das E75 kommt als Slider daher, da es über eine seitlich ausziehbare und vollwertige QWERTZ-Tastatur verfügt. Das Zentimetermaß zeigt 112 x 50 x 14 mm, ausgezogen verbreitert sich das E75 auf 112 x 80 x 14 mm. Die Briefwaage stoppt dabei erst bei 139 g. Das verbaute Metall ist nun mal schwerer als Kunststoff. Das E75 kommt in den beiden Farbkombinationen "Silber black" und "Red" auf den Markt. Wobei "Red" wohl eher für Privatkunden gedacht ist und vielleicht eher weibliche Kunden anspricht. Der Akkudeckel des E75 wurde komplett aus Edelstahl gefertigt. Rund um das E75 verkäuft ein Chromrahmen, der die schwarze (oder rote) Vorderseite etwas weniger kompakt erscheinen lässt. Die Kameralinse der 3,2-Megapixel-Kamera auf der Rückseite bleibt dabei aber ungeschützt.
Größenvergleich (Nokia E75, Nokia N97, iPhone 3GS, LG Viewty Smart)
Technik
Der interne Speicher für Fotos, Klingeltöne, Video-/Musikclips, Kontaktdaten, Kalendereinträge, Aufgabenlisten und E-Mail/SMS-/MMS-Mitteilungen beträgt nur knapp 50 MByte. Zusätzlich installierte Programme, Themen oder Musik und Co. finden nur durch eine Speichererweiterung in Form von MicroSD-Speicherkarten Platz. Im Vergleich zum Festspeicher anderer Mobiltelefone ist eine Speicherkarte die bessere Alternative, da man flexibler auf den Speicherbedarf reagieren kann. Dabei nutzt das E75 laut Nokia einen ARM 11 Prozessor mit 369 MHz. Angetrieben wird es mit dem Betriebssystem Symbian OS Version 9.3, S60 3rd Edition, Feature Pack 2 mit Erweiterungen für die E-Serie. Alle bisherigen Programme können also fast problemlos weiter genutzt werden.
Lieferumfang
In der üblichen E-Serie-Verpackung befindet sich wirklich alles, um mit seinem E75 vernünftig arbeiten zu können. Das Micro-USB-Datenkabel CA-101 ermöglicht den sorgenfreien Datenaustausch mit einem PC. Das Stereo-Headset HS-43 sorgt dann unterwegs für ungestörten Musik- und Radiogenuss. Der BL-4U mit 1000 mAh
liefert dabei ausreichend Energie für das Multimediatalent. Natürlich gehört auch ein Reiseladegerät auch zum normalen Lieferumfang. Komplettiert wird der Lieferumfang von der Nokia Micro-SDHC-Speicherkarte MU-41 mit 4 GByte sowie dem CP-376 Nokia Carrying Case aus einer Art Leder. Bedienungsanleitungen, Kurzanleitungen und weitere Informationen laden zum Schmökern ein. Der 5 € Musik-Gutschein für den Nokia Music Store soll wohl als Appetitanreger dienen und der N-Gage Gutschein für das Spiel „Bounce“ lädt zum spielen ein. Für Businesskunden ist da schon eher die 12-monatige Lizenz für den Dienst „Ovi Dateien“ sowie die 3-monatige Lizenz für die sprachgestützte Navigation in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) über Nokia Maps interessant. Die lebenslage Lizenz für den Nokia Messaging Dienst ist ebenfalls sehr hilfreich.
Verarbeitung/Haptik
Das E75 wird in Finnland gefertigt, aber muss das unbedingt ein für gute Qualität sein? In diesem Fall stimmt die Qualität, Unterschiedliche Spaltmaße sind bei meinem Testgerät jedenfalls kein Problem, auch auf etwas stärkeren Druck hin knarrt der Akkudeckel nicht. Kein Wunder, besteht er doch aus Edelstahl. Unerfreulicherweise übersteuert der Lautsprecher aber bei maximaler Lautstärke, und die Softkeys Knarzen leicht. Die nahezu perfekte Verarbeitung des E71 teilt das E75 leider nicht.
Die 39 verbauten Drücker der vollwertigen QWERTZ-Tastatur sind großzügig dimensioniert und weisen einen angenehmen, allerdings nahezu unhörbaren Druckpunkt auf. Die Tastatur ist in 4 Reihen zu 10 Tasten aufgeteilt. Sie wird zwischen der "T" und der "Z"-Taste durch einen chromfarbene Steg unterbrochen. Die Tasten sleber sind flach die Oberfläche ist sehr glatt. Verschiedene Zeichen (Zahlen, aber auch Sonderzeichen) kann man nur in Kombination mit der "Pfeiltaste" auslösen. Auch größere Finger werden mit den Drückern kein Problem beim Schreiben haben. Die normale Zehnertastatur ist hingegen etwas klein geraten. Die Beschriftung der Drücker ist gut ablesbar, die Tasten sind relativ homogen in weiß beleuchtet.
Das Display verfärbt sich auch unter Druck nicht, da es unter einer Displayscheibe aus Plastik steckt. Fettflecke lassen sich problemlos und rückstands- sowie kratzerfrei mit einem Mikrofasertuch entfernen. Auch der Transport des Gerätes in der Hosentasche führte nicht zu Beschädigungen am Display. Wer ganz sicher gehen will, sollte die beigefügte Transporttasche nutzen oder eine Displayschutzfolie anbringen.
Der 4-Wege-Navkey des Nokia E75 reagiert sehr präzise. Insgesamt kann man das E75 problemlos mit nur einer Hand bedienen. Die einzelnen Richtungen des Navikeys können auf Wunsch mit Funktionen belegt (z. B. Navikey hoch = Nachrichten) werden. Die beiden Tasten zur Anrufsteuerung und diverse Schnellzugriffstasten (Home, Kalender, Kontakte und E-Mail) erleichtern die tägliche Arbeit. So kann man beispielsweise durch einen Klick auf das Kalendericon den aktuellen Tagesplan im Kalender aufrufen, ein Druck auf das Umschlagsymbol führt zu den E-Mails.
Auch das E75 findet wieder Anschluss an handelsübliche Kopfhörer dank einer oberseitig angebrachten 3,5 mm Klinkenbuchse. An der linken Außenseite findet man beim E75 neben dem Micro-USB-Anschluss (wird durch einen Kunststoffverschluss zuverlässig vor Staub geschützt nur noch der Einschub für die Micro-SD-Speicherkarten. Auf der rechten Seite des E75 befinden sich die beiden Drücker zur Lautstärkeregulierung im Gespräch und während des MP3-Betriebs) sowie eine Taste zur Sprachsteuerung. Auch die Kamerataste zur Bildauslösung wurde nicht vergessen.
Display
Das Display mit 2,4-Zoll-Aktivmatrix (Displaydiagonale: 6,1 cm) mit Umgebungslichtsensor und 16,7 Mio. Farben nutzt eine Auflösung von 320 x 240 Pixel. Selbst bei starkem Sonnenlicht kann man die Informationen noch recht gut ablesen. Subjektiv etwas schlechter als beim E71. Die Größe der Icons steht in einem guten Verhältnis zur Größe des Displays. Icons und Schriftarten wirken noch gut ablesbar, zumal die Schriftgröße in drei Schritten variiert werden kann. Das Display selber ist hierbei sehr hell. Die Helligkeit wird auf Wunsch mittels eines Lichtsensors automatisch angepasst, lässt sich aber auch manuell anpassen. Auch das E75 verfügt über einen sogenannten Schlafmodus. Das Display schaltet sich dabei komplett ab. Ein Energiesparmodus reduziert die maximale Helligkeit und verlängert somit die Akkulaufzeit. Über eine in die Nav-Taste integrierte Leuchtanzeige informiert das Display des E75 über entgangene SMS oder Anrufe.
Inbetriebnahme
Nach Einschalten - und der für Serie 60 Verhältnisse sehr kurzen Gedenkzeit von etwa 15 Sekunden - ist das E75 einsatzbereit. Ein Einrichtungsassistent für die Netzbetreibereinstellungen sowie eine kurze Hilfe zu jedem wichtigen Punkt erleichtern Einsteigern den Umgang mit den umfangreichen Funktionen des neuen Gerätes.
Einstellungen/Profile
Im Einstellungsmenü kann man die vorinstallierten Themen abändern. Eigene Signal- oder Klingeltöne sind ebenso möglich, wie Hintergrundbilder. Die Sprache der Texteingabe sowie des Menüs kann hier verändert werden. Auch die Belegung der Softkeys wird hier geändert. Wem das Display zu hell ist oder zu lange leuchtet, findet hier die passenden Einstellungsmöglichkeiten. Die Funktion Laufwerk ermöglicht über WLAN, EDGE oder UMTS den Fernzugriff auf Daten ihres PC. Die Profile (Allgemein, Lautlos, Besprechung, Draußen, Pager. Offline) können individuell angepasst werden. Die Profile sowie ein paar zusätzliche Funktionen lassen sich leicht erreichen, indem man kurz den Ein- und Ausschalter betätigt. In den Profilen werden alle Einstellungen verwaltet, die etwas mit "Audio" zu tun haben. Klingel- und Benachrichtigungssignale, Vibration, etc. Die grafischen Themen lassen sich allerdings nicht an Profile koppeln. Unverständlicherweise kann man die Profile nicht zeitlich einschränken.
Active Standby
Der Active Standy genannte Bildschirm ermöglicht in der E-Serie zwei getrennt konfigurierbare Versionen. Hier werden neben den aktuell anstehenden Aufgaben, Notizen und Termine auch andere Informationen, wie der Titel des aktuellen Songs eingeblendet. Die sechs Schnellzugriffe auf unterschiedliche Programme können frei belegt werden. Auf Wunsch werden eingehende E-Mails sogar mit einem kleinen Anriss des Inhaltes im Form eines PopUps dargestellt.
Menü
Nachdem man die Menütaste oder den linken Softkey betätigt hat, präsentiert sich das Menü mit 12 Einträgen, aufgeteilt in 4 x 3 Icons. Das Menü kann der Nutzer relativ individuell gestalten. Man kann Unterordner erstellen und umbenennen und Menüpunkte in Ordner verschieben. Die Darstellung wird auf Wunsch in einer Listen- und Gitteranordnung möglich. Die installierten Programme findet man beim E75 im Unterordner "Programme". Geöffnete Programme werden mit einem grünen kreisförmigen Pfeil gekennzeichnet.
Öffnet man die Tastatur bzw. aktiviert man den Lagesensor, so kann man das Menü auch im Querformat betrachten.
Anwendungen
Bei den mitgelieferten Anwendungen handelt es sich um alte Bekannte, die auch bei anderen Mobiltelefonen der Finnen Verwendung finden. Ein Umrechner für Einheiten (Fläche, Energie, Länge, Masse, Leistung, Druck, Temperatur), eine Weltuhr, eine Notizfunktion und eine Rekorderfunktion für Sprachnotizen sowie eine Sprachsteuerung helfen bei der täglichen Aufgabenbewältigung. Selbst eine Funktion zum Vorlesen von SMS oder E-Mails (Text-to-Speech) hat Nokia nicht vergessen. Während ein Programm zum Übertragen von Organizer-Daten zwischen dem Nokia E75 und anderen kompatiblen Nokias den Umstieg erleichtert. Im neuen "Ovi-Store" findet man zahlreiche Programme, teils kostenlos, teils kostenpflichtig.
Der Menüpunkt Galerie fasst neben Bildern auch Videos und Songs und Präsentationen zusammen.
Der Realplayer ist in der Lage sowohl die Videos als auch Videostreams anzuzeigen. Er unterstützt dabei Playlisten (mp3/mp4) im M3U Format. Videos und Audio in den Formaten WMA, RealAudio Voice, RealAudio7, RealAudio8, MP3, AAC, Real Audio, WAV, Nokia Ring Tones, AMR, AMR-WB, AMR-NB, AU, MIDI, H.263, JPEG, JPEG2000, EXIF 2.2, GIF 87/89, PNG, BMP (W-BMP), MBM, MPEG-4, eAAC+ können abgespielt werden.
Das QuickOffice wird in der Vollversion angeboten. Officedateien lassen sich so also editieren und anzeigen. Adobe PDF zeigt dann die PDF an. Mit der Anwendung ZIP können Archive entpackt werden. Ein Konverter hilft bei der Umrechnung zwischen diversen Formaten, wie Währungen, Maßeinheiten. Im Menüpunkt Download! findet man dann mehr oder weniger nützliche Anwendungen. Eine Kurwahlfunktion ermöglicht über die Zifferntastatur eine Schnellwahl bestimmter Kontakte. Anwendungen kann man dann auch über die integrierte Sprachsteuerung starten, ein spezielles Training ist dafür nicht notwendig. Ein Dateimanager erlaubt einfaches kopieren, verschieben und löschen von Dateien. Ein Gerätemanager übernimmt die SyncML Synchronisation.
Das Feature Pack 2 des E75 bietet einen Alarm, der nach Eingabe von Datum und Uhrzeit direkt startbereit ist. Auch wiederkehrende Alarme sind möglich. Hierbei kann man allerdings nur nach Wochentagen bzw. Wochenende unterscheiden. Die eingebaute Uhr zeigt neben der aktuellen Uhrzeit auch eine Weltzeit. Ein Taschenrechner sorgt für richtige Ergebnisse in den Mathematikaufgaben und Kalkulationen.
Die Series 60 stellt umfangreiche Anrufprotokolle zur Verfügung. Eingehende und ausgehende Gespräche, verpasste Anrufe werden dabei protokolliert. Die Dauer, für die diese Daten zur Verfügung gehalten werden, kann man selber einstellen. Ab Werk werden diese Daten 30 Tage gespeichert. Jeder Eintrag umfasst Informationen zum Typ (Sprachanruf oder Datenverbindung), Dauer, Datum, Uhrzeit und genutzte Telefonnummer. Hier stehen umfangreiche Filterfunktionen (z. B. nach Datenverbindungen, Eingehende Anrufe) zur Verfügung. Hinterlegt man seine Gesprächskosten, so kann das Nokia E75 diese sogar mit anzeigen. Auf Wunsch wird während eines Gespräches die Gesprächsdauer angezeigt.
Kontakte/PIM
In den Kontakten lassen sich nahezu unbegrenzt viele Informationen hinterlegen. Es stehen Felder für Vornamen, Nachnamen, Firma, Position, Mobiltelefon, Telefon, Videoanruf, Fax, Pager Internet-Telefon und E-Mail hinterlegen. Zudem lassen sich ergänzende Informationen, wie Titel, Namenszusatz, Aliasnamen, Push-to-Talk, SIP, Web-Adresse, Geburtstag und eine Notiz hinterlegen. Es sind auch mehrere Telefonnummern zu einem Kontakt möglich. Kontakte lassen sich nach Nachname; Vorname oder Nachname; gekürzter Vorname sowie nach Vorname; Nachname sortieren. Einem Kontakt lässt sich im Feature Pack 2 des E75 nun auch ein bildschirmfüllendes Foto zuordnen, welches dann bei einem eingehenden Anruf angezeigt wird. Vorbei ist die Zeit der schlecht erkennbaren Miniaturbilder. Sollte man mit den Bezeichnungen der Felder nicht klar kommen, so kann man sie auch umbenennen. Zu jedem Kontakt ist zudem eine kurze Textnotiz möglich. Auf Wunsch können bestimmte Kontakte einer oder mehreren Gruppen zugeordnet werden. An diese kann man dann z. B. SMS senden.
Zur besseren Übersicht wird das hinterlegte Bild - sofern vorhanden - als Miniportrait neben dem Kontakt angezeigt. Auch eine eigene Rufmelodie pro Kontakt oder Gruppe ist kein Problem.
Neu hinzugekommen ist eine sprecherunabhängige Sprachwahl. Sollten Namen in englischer Sprache vorliegen, so erkennt dies die Software automatisch. Unbekannt Namen oder Begriffe können dem Mobiltelefon beigebracht werden. Eine Sicherheitskopie der Kontaktliste ist sowohl auf Speicherkarte als auch (gefährlicherweise) im internen Speicher des Mobiltelefons möglich. Um seine Daten aber möglichst sicher abzulegen, sollte man sein Mobiltelefon mit der PC Suite synchronisieren. Dann klappt auch die Kommunikation mit
Microsoft Outlook oder anderen Anwendungen. Kontakte lassen sich aber auch durchaus zwischen zwei Mobiltelefonen austauschen, hierzu nutzt man dann das integrierte Bluetooth. Die Einstellungs- und Verwaltungsfunktionen des eingebauten Kalenders sind sehr umfangreich. Zudem bietet er die Wahl zwischen Tages-, Monats- und Wochenansicht.
In der Monatsansicht stellt er Ereignisse über ein kleines Dreieck in der unteren rechten Ecke des Tages dar. Gleitet man mit dem Cursor über so ein Ereignis, zeigt er das aktuelle Tagesgeschehen auf einen Blick mittels eines kleinen Popup-Fensters an.
Das Feature Pack 2 des E75 bietet bestimmte Kategorien an. Besprechungen, Aufgaben, Geburtstage und Notizen. Jedes Ereignis kann mit einem Erinnerungston versehen werden. kennzeichnet man ein Ereignis als "Privat" so wird es nicht mit dem PC synchronisiert. Am einfachsten verwaltet man seiner Termine und Aufgaben zu Hause am PC und synchronisiert diese dann mit seinem Mobiltelefon.
Mitteilungen/E-Mail
Im Menüpunkt "Mitteilungen" werden sowohl die SMS und MMS als auch die verschiedenen E-Mail-Konten erstellt. Ein kontextsensitives Menü unterstützt den User dabei. Die maximale Schriftgröße, mit der Nachrichten angezeigt werden, kann hier zwischen den drei Stufen Klein, Normal, Groß gewählt werden. Nutzt man E-Mails, so wird neben POP3 auch IMAP4 sowie Push E-Mails unterstützt. Zum Einsatz kommt eine komplett neue E-Mail-Anwendung.
Die Felder “Betreff”, “Cc”, “Bcc” können auf Wunsch auch ausgeblendet werden. Zusätzlich bietet der E-Mail-Klient im Feature Pack 2 des E75 nun auch die Möglichkeit, Anhänge (selbst solche, die von Symbian eigentlich nicht geöffnet werden können) zu versenden. Sogar mehrere Eingangsboxen gleichzeitig kann das System automatisch auf eingehende E-Mails überprüfen. Manuelle Einstellungen durch den User sind ebenfalls möglich. Dabei kann man die maximale Größe der darzustellenden Dateianhänge vorgeben. Anhänge über 10 MB bringt das E-Mail Programm ohne Fehlermeldung zum Absturz. Mehrere kleine Anhänge mit einer Gesamtgröße von über 10 MB machen hingegen keine Probleme.
Auf Wunsch kann man auch nur die Kopfzeilen herunter laden. Push Mail wird vom Feature Pack 2 des E75 sowohl per IMAP IDLE (dazu nutzt man das vorinstallierte Nokia Messaging) als auch über Microsoft Exchange unterstützt. Ein spezieller Klient ist hierzu nicht mehr notwendig, er ist bereits im E-Mail-Programm eingebaut. Wer seine Google-Kontakte synchronisieren will, muss hierzu allerdings zunächst eine sinnlose E-Mail ala "d@d.com" angeben, damit er überhaupt die Auswahlmöglichkeit bekommt. Ansonsten wird ihm der E-Mail-Wizard nämlich ein Google E-Mail-Konto einrichten. Für SMS-Fans liefert Nokia zehn mehr oder weniger sinnvolle Textbausteine mit. Der Eingangsordner stellt auch Nachrichten dar, die vom Mobiltelefon empfangen wurden, wie z. B. per Bluetooth übersandte Dokumente oder Dateien. E-Mail Konten einzurichten ist aufgrund der QWERTZ-Tastatur und des intelligenten Assistenten recht einfach. So dauert die Einrichtung eines neues Google Mail-Postfachs nur ein paar Sekunden. Unterstützt wird der Nutzer hierbei durch einen eingebauten E-Mail-Wizard, der die Einstellungen der gängigen Freemail-Anbieter kennt. So muss der Nutzer die Angaben für SMTP und POP3 oder IMAP nicht mehr eintippen.
In der Galeriefunktion des E75 lassen sich Bilder, Töne und Videos anzeigen. Eine umfangreiche Bildersammlung lässt sich trotzdem nur sehr schlecht verwalten. Das kann die N-Serie besser.
Musik
Der
Musicplayer des E75 entspricht dem üblichen Standard der N-Serie. Grafisch macht der Player zwar nicht ganz so viel her, er unterstützt aber die Darstellung von Album Arts. Auf dem Display werden neben Album Art noch der Trackname sowie der Interpret angezeigt. Um die maximale Soundqualität des Smartphones
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Die maximale Lautstärke des E75 reicht nicht ganz aus, um die ziemlich großen Wandler des iGrado in ausreichende Schwingungen zu versetzen. Der "Marsmännchen-Look der iGrado" bleibt einem also erspart.
Der Sennheiser CX300
ist für einen InEar ebenfalls eine gute Alternative, bei dem der Bassbereich des E75 deutlich stärker rüber kommt. Der Klang wird beim E75 dann aber stärker komprimiert während die Höhen zu früh gekappt werden. So dass man den CX300 wohl wieder in die Schublade legt. Da kann der Creative
Labs EP 630 ein wenig mehr überzeugen. Aber auch hier werden beim E75 die Höhen etwas zu früh abgeschnitten. Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem Nokia deutlich harmonischer zusammen. Die Mitten werden dann aber stärker betont. Über die unterschiedlichen Equalizer-Presets kann man den Klang aber noch mal nachregulieren. Die Voreinstellungen (Standard, Bass-Booster, Klassik, Jazz, Pop, Rock oder aber auch Eigene) sind Geschmackssache. Grundsätzlich unterstützt das Nokia-Handy auch A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound über
Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben. Das mitgelieferte Headset ist mal wieder nicht der Rede wert, taugt eher für Gespräche.
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)
The Corrs
(Talk on Corners)
Die Lautstärke des Musicplayers ist recht hoch. Durch den 3.5-mm-Anschluss können ab Werk handelsüblichen Walkmankopfhörer genutzt werden.
Die Abspielreihenfolge der Tracks kann zufällig oder per Dauerwiederholung, eines oder aller Musikstücke beeinflusst werden. Auch das Abspielen von Wiedergabelisten ist möglich. Die erstmalige Initialisierung (es sucht dann nach neuen Musikstücken) dauert etwa länger. Als Hörbuchplayer-Ersatz ist der Musicplayer allerdings nur bedingt tauglich. Beendet man die Wiedergabe, merkt er sich die letzte abgespielte Position nicht. Man kann den Player hierzu aber in den Pausemodus versetzen, dann spielt er nach Wiederaufnahme ab dieser Stelle weiter. Zudem gibt es nunmehr von Nokia ein spezielles Programm zum Hören von sog. Audiobooks. Technisch ist der Musicplayer in der Lage die Formate AAC, AAC+, eAAC, eAAC+, MP3, MP4, M4A, WMA, Mobile XMF, SP-MIDI, AMR (NB-AMR), MIDI (Poly 64), RealAudio 7,8,10, True tones (WB-AMR), WAV, MP3 auch mit variabler Bitrate bis 320 kb/s abzuspielen. Nutzt man zur Synchronisation den Windows Media Player 11 so lassen sich auch geschützte DRM übertragen.
Ein echtes FM-Radio beamt Musik aus dem Äther auf das Nokia E75. RDS steht allerdings nicht zur Verfügung. Dafür gibt es die webbasierte, "Visual Radio" getaufte Funktion zum Abruf aktueller Informationen bzw. Sendernamen. Sie lässt sich leider nur über GPRS/UMTS nutzen. Eine automatische Sendersuche ist selbstverständlich auch möglich. Wer die Frequenz seines Lieblingssenders im Kopf hat, kann diese auch manuell eingeben. Ohne Kopfhörer/Headset gibt das Radio allerdings keinen Laut von sich. Der Klang kann dann aber auch über den eingebauten Lautsprecher ausgegeben werden.
Neben einem echten Radio steht auch ein Internet Radio, wahlweise über WLAN oder UMTS zur Verfügung. Ein Katalog hilft hierbei bei der Suche nach der passenden Radiostation. Die Klangqualität ist je nach Verbindung und gewählter Station sehr gut, verursacht aber auch eine enorme Datenmenge. Bei 128 kb/s und täglich 8-stündiger Nutzung kommen so am Monatsende schnell 7 Gigabyte zusammen. Mit dem E75 kann man Internetradio auch über die integrierten Lautsprecher hören.
Klang
Die Wiedergabequalität im Gespräch liegt auf hohem Smartphone-Niveau. Sie kann meiner Meinung nach durchaus mit den älteren Geräten, wie dem Nokia 6230i mithalten. Subjektiv wird der Gesprächspartner klar und deutlich wahrgenommen. Störgeräusche oder Rauschen im Hintergrund sind dem E75 fremd. Über die beiden seitlichen Tasten kann man bei Bedarf die Lautstärke während des Gespräches reguliern. Die maximale Lautstärke ist durchaus ausreichend, so dass der Gesprächspartner auch an lauteren Örtlichkeiten gut verständlich bleibt. Die Empfangs- und Sendeleistungen gehen beim E75 voll in Ordnung. Die Klangeigenschaften des eingebauten Lautsprechers sind im Radiomodus bzw. als MP3-Player-Ersatz völlig ausreichend, bei maximaler Lautstärke übersteuert er aber.
Kamera/Video
Die Kamera des Nokia E75 ist guter Durchschnitt. Der CMOS-Sensor bietet neben einer Auflösung von 3,2 Megapixeln (2.048 x 1.536 Pixel) einen Digitalzoom sowie einen Autofokus samt Makrofunktion. Das eingebaute LED-Blitzlicht kann automatisch hinzugeschaltet werden und bietet die Option zur Reduzierung des Rote-Augen-Effekts. Objekte werden dabei bis zu einer Entfernung von etwa 1 Meter ausgeleuchtet, in dunklen Umgebungen führt dies allerdings trotzdem zu Bildrauschen.
Aufnahmen bei Tageslicht können über den Weißabgleich mit Einstellungsmöglichkeiten, wie Automatisch, Sonnig, Wolkig, Weißlicht und Neonlicht beeinflußt werden. Der Farbton wird durch die Optionen Normal, Sepia, Schwarzweiß, Kräftig und Negativ verändert.
Für Urlaubsbilder stehen eine Serienaufnahmefunktion und ein Selbstauslöser zur Verfügung. Eine Programmautomatik hilft bei Nahaufnahmen, Porträts, Nachtaufnahmen und Nacht-Porträts. Das Sucherbild wird in voller Displaygröße und auf Wunsch mit Raster dargestellt. Geotagging funktioniert direkt ab Werk. Die Kamerataste löst den Autofokus und die Speicherung des Bildes aus. Dieser Vorgang dauert etwa 1 Sekunde.
Im Bereich Videoaufnahmen ermöglicht das E75 Filme in VGA Auflösung bei knapp 30 Bildern pro Sekunde. Die Videoqualität kann in mehreren Stufen verändert werden. Den Ton kannman ein- oder ausschalten. Eine Minute Video im VGA-Modus verbät knapp 21 MB. Abgespeichert werden die Filme dann im MP4-Format. Ein Bearbeiten der abgespeicherten Videos oder der geschossenen JPG-Bilder auf dem Mobiltelefon ist nicht möglich.
Die Qualität der Bilder und Videos ist durchweg gut, kann aber nicht mit den Topgeräten von Sony Ericsson, Samsung, LG und Co. aber auch aus eigenem Hause mithalten. Für gute Schnappschüsse ist sie allerdings mehr als ausreichend. Bei schlechter Beleuchtung neigt die Kamera am Rand zu einem Rotstich. Insgesamt wirken die Aufnahme etwas "milchig".
Als Quadband-Mobiltelefon für GSM 850/900/1800/1900-Netze mit UMTS/HSDPA Unterstützung leistet es sich keine Schwächen. Das E75 verzeichnet gute bis sehr gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1 und O² Netz. Per Datenkabel (Micro-USB) spricht man die PC USB-Schnittstelle an. Es lässt sich dann auch als Speichermedium nutzen und unterstützt Drag & Drop. Im Datentransfer/Media Player Modus geht das E75 auch nicht mehr offline, so kann man telefonisch weiter erreichbar ist. Eine 5-MB-Datei war nach knapp 5 Sekunden vom PC auf die Speicherkarte transferiert. Ein durchschnittliches MP3-Album (12 Tracks, 80 MB) brauchte etwa 2 Minuten für den Transfer. Bluetooth Funkverbindungen werden nach Spezifikation 2.0 unterstützt. Hierbei stehen neben A2DP und AVRCP noch die die Profile BIP-ImagePush, DUN, FTP, GAP, GAVDP, GOEP, HFP, HID, HSP, OPP, PBAP, SDP, SPP zur Verfügung. Sowohl BT fähige Drucker, als auch eine BT fähige externe Tastatur lassen sich anschließen. Auch SIM-Access ist wieder mit dabei (externer SIM-Modus genannt). Mittels der neuen PC-Suite klappt auch eine Synchronisation über BT. Die Synchronisation von etwa 500 Kontakten dauert knapp 1:30 Minuten. Hierbei werden auch Termine und Aufgaben bzw. Notizen mit abgeglichen. Nutzt man Bluetooth als Übertragungsweg, verlängert sich die Übertragungszeit um etwa 1 Minute, die durchschnittliche Geschwindigkeit beträgt hier etwa 100 KB/s.
Akkulaufzeit
Während der Hersteller im GSM-Netz noch eine Gesprächsdauer von bis zu 560 Minuten verspricht, reduziert sich dieses Versprechen im UMTS-Netz auf 260 Minuten. In der Realität sind diese Werte nicht zu erreichen. Im Standby gehört das E75 aber zur Kategorie Ausdauersportler. Knapp elf Tage hält das E75 bei Nichtnutzung durch. Musikfans sollen laut Hersteller 25 Stunden am Stück laut.
In der Realität kann man mit dem 1000 mAh starken Akku einen Arbeitstag mit vielen Telefonaten problemlos überbrücken. Bei nicht ganz so intensiver Nutzung hält der Stromspeicher etwa 4 Arbeitstage (täglich 30 Minuten MP3, 10 Minuten Telefonate, ein paar E-Mails). Bei Dauernavigation (eingeschaltetem Display und Sprachausgabe) oder dem Einsatz des WLAN bettelt der Akku allerdings bereits nach etwa 4 Stunden um Nachschub aus der Steckdose. Nutzt man hingegen nur den Musicplayer (Display möglichst wenig an), kommt man auf eine respektable Nutzungszeit von etwa 11 Stunden (bei Nutzung von A2DP ist aber schon nach etwa 5 Stunden Feierabend). Wer das Radio die ganze Zeit im Hintergrund dudeln lässt, wird den Akku nach 5 Stunden nachladen müssen.
Videotest
Fazit
Mit dem E75 ist Nokia ein guter Kompromiss zwischen Businesshandy und Multimediahandy gelungen. Die recht gute Bedienung, der hervorragende Organzier in Verbindung mit einer wirklich überzeugende multimedialen Funktionsvielfalt kann voll überzeugen. Im geschlossenen Zustand ist es ein normales Handy, ausgeklappt verwandelt die vollwertige QWERTZ-Tastatur das E75 in ein Kommunikationstalent. Beim Test des E75 habe ich meinen BlackBerry Bold nur gelegentlich vermisst. Das Display des E75 ist nämlich ein wenig klein. Die Verarbeitung ist durchaus wertig, ein paar Kleinigkeiten mögen den ein oder anderen noch stören. Für knapp 300 € bekommt man aber ein gutes Produkt. Wer lieber Windows Mobile mag, der sollte einen Blick auf das ähnlich gute HTC S740 werfen.