Der Sommer ist vorbei, zumindest in Deutschland. Zum Ausklang möchte ich Ihnen daher neben der schlicht schwarzen, auch noch die sommerliche Variante des neuen Motorola U9 vorstellen. Als Nachfolger des "Pebl" kommt auch das U9 mit glatten Formen daher. Auf den ersten Blick erinnert es an einen polierten Stein. Das U9 unterstützt zwar kein UMTS, erlaubt dank EDGE aber einen halbwegs zügigen Streifzug durch das Internet. Zumindest erfreut die Quadband-Unterstützung die Weltenbummler unter uns. Das Design des U9 steht klar im Vordergrund, technik-affine Mobiltelefonierer werden am U9 mit der übersichtlichen Featureliste, wie 2-Megapixel-Kamera ohne optischen Zoom oder Blitz und Music- und Videoplayer eher weniger Freude haben. Wie sich das U9 im eher sommerlichen Alltag bewährt hat, soll Ihnen mein kurzer Testbericht zeigen.
Das Design des U9 kann Anleihen am Vorgänger Pebl nicht verstecken. Es ist schlicht, dafür aber zeitlos elegant. Ohne jegliche Ecken und Kanten liegt das U9 mit seinen Abmessungen von 90 x 48,6 x 16,4 mm und einem Gewicht von nur 88 g sehr angenehm in der Hand. Mit seinen runden Formen ist es ein Handschmeichler erster Güte. Dafür lässt es sich durch das eher dickliche Design etwas schlechter in der Hosentasche transportieren. Da es in meinen Augen aber eh auf die weiblichen Fans abgestimmt wurde, dürfte dieser Umstand - den unergründlichen Tiefen der Damenhandtasche sein Dank - kein Problem darstellen. Für die (junge) Frau von Welt gibt es das U9 in den Farben Graphite, Rose Bloom und Purple.
Der Klappendeckel des U9 besteht aus poliertem Kunststoff, kann kleinere Angriffe aber relativ kratzerfrei widerstehen. Aufgrund der glänzenden Lackierung ist es für Fingerabdrücke hingegen sehr empfänglich. Wer also seinen aktuellen PH-Wert feststellen will, braucht sich nur kurz das aufgeklappte U9 ans Ohr zu halten bzw. das Außendisplay mit seinen Patschehändchen zu liebkosen. Fingerabdrücke lassen sich aber auch gar nicht verhindern, denn unterhalb des verspiegelten Außendisplays verbergen sich drei Sensorflächen zur Steuerung der Musikwiedergabe. Ein Microfasertuch ist daher bei Nutzung eines U9 immer griffbereit zu halten. Denn putzen wird man sein U9 wohl öfter.
Technik
Das U9 nutzt als Klapper modelltypisch zwei Displays. Das knapp 2 Zoll große interne Display (TFT) mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixel bei 262.000 Farben kann vom Kontrast und der Brillanz her schon überzeugen. Das etwas kleiner externe OLED kann hingegen nur noch 65.536 Farbkombinationen darstellen, ist trotzdem noch gut ablesbar und integriert sich nahezu unsichtbar in den Deckel. Die Besonderheit des externen Displays mit der Auflösung von 128 x 160 Pixel ist hierbei seine Berührungsempfindlichkeit. Der untere Part bietet mit seinen drei Sensortasten Zugriff auf die wichtigsten Musikfunktionen. Der Kurzstreckenfunk Bluetooth in der Version 2.0 unterstützt die Protokolle A2DP und AVRCP und ermöglicht kabellosen Stereosound über entsprechende Kopfhörer. Der micro-USB Anschluss erlaubt den problemlosen Anschluss an Computer. Als Globalplayer nutzt das U9 die Quadband-Technologie (850/900/1800/1900) und dank EDGE surft man leidlich schnell. Hobby-Paparazzo werden dem U9 aber wohl keinen zweiten Blick würdigen, hat Motorola doch nur eine 2.0 Megapixel-Kamera ohne Makromodus oder optischen Zoom in das U9 integriert. Nicht einmal ein Fotolicht kann das U9 vorweisen. Etwa 22 MB Hauptspeicher und eine Speichererweiterung mit microSD-Karten bieten Platz für Multimediadateien. Firmwareseitig liest dasU9 auch die neuen SDHC Karten.
Lieferumfang
Der kleine und mit einer flammenartigen Grafik versehene Karton bietet einen nahezu vollständigen Lieferumfang. Neben dem LiIon-Akku BX40 mit 770 mA, einem USB-Verbindungskabel, einem Adapter für ein Zubehör-Headset und dem Netzladeteil hat Motorola dem Gerät auch noch ein Stereo-Headset und eine 1 Gigabyte microSD-Speicherkarte beigelegt. Eine ausführliche Bedienungsanleitung, ein Quickstart-Guide und eine Daten-CD mit den Motorola Phone Tools 5.0 sowie Musik-Manager runden den Lieferumfang ab. Auf der Rückseite der Verpackung macht Motorola dann Werbung für ein passendes Headset aus eigenem Hause, dem Motorola S9. Einen Testbericht zum knapp 90 € teuren Stereo-Bluetooth-Headset finden Sie hier.
Verarbeitung/Haptik
Die Verarbeitung des Gerätes kann ich ohne Probleme mit "gut" bezeichnen. Einzig das leichte Spiel der Displayklappe im geöffneten Zustand trübt den guten Gesamteindruck. Die flache Tastatur ist ein echter Hingucker und einwandfrei verarbeitet.
Rechts außen sitzt eine Smarttaste (lässt sich mit unterschiedlichen Funktionen belegen, z. B. zur Aktivierung der Sprachbefehl-Funktion). Auf der linken Seite befindet sich die kombinierte Kamerataste/Tastensperre für die Außentasten und die beiden Wippen zur Lautstärkeregelung und zum Aufruf der Profile im geschlossenen Zustand. Die Buchse für das Headset und Netzteil findet man auf der Unterseite, sie ist mit einem kleinen Plastikdeckel geschützt.
Die Tastatur des U9 wurde im Vergleich zum Motorola V3 umgestaltet, leider nicht immer nur zum Vorteil des Nutzers. Den eigentlichen "dritten" Softkey, der beim V3 noch ins Menü führte, gibt es beim U9 nicht mehr.
Typischerweise hat das U9 nur noch zwei Softkeys, diese lassen sich individuell mit Funktionen belegen. Links neben dem 5-Wege Navikey befindet sich eine Anrufmenütaste, sie führt direkt zum Anrufprotokoll. Rechts neben dem Navikey gibt es die Lösch- bzw. Rückschritttaste. Ein Druck und die letzte Eingabe wird gelöscht. Aus Untermenüs reicht ebenfalls ein Druck aus um in den Standby-Screen zurück zu kehren. Direkt unter dem Navikey befindet sich der Button für den Zugang zum Internet (hier mittels Operabrowser). Ein Druck führt direkt ins Internet, es erfolgt keinerlei Sicherheitsabfrage mehr! Wer keine Datenflatrate sein eigen nennt, kann unter Umständen also in eine Kostenfalle rennen.
Die grüne Hörertaste zur Gesprächsannahme sowie die rote Hörertaste zum Beenden eines Gespräches flankieren das 5-Wege Navipad. Die rote Hörertaste fungiert bei Motorola gleichzeitig als Ein- und Ausschalter. Direkt darunter beginnt die üblichen Zahlen-/Buchstaben Klaviatur, die virtuose SMS Künstler so lieben. Der Druckpunkt ist angenehm, Druck auf die Tasten wird auf Wunsch durch einen Ton bestätigt. Die Drücker selber sind ausreichend groß, ja man kann sie sogar als großzügig dimensioniert bezeichnen. So erlauben sie zügiges SMS'en. Die motorola typische - iTAP getaufte - Texthilfe ergänzt unbekannte Worte zwar durch entsprechende Vorschläge, leider gibt es aber nicht mehr die listenartige Form von Wortvorschlägen, wie sie noch das V3 lieferte. Motorola täte gut daran, sich am bestehenden Standard "T9" zu orientieren. Erfahrungsgemäß brauchen ungeübte Motorola-Jünger für das Verfassen einer SMS oder E-Mail deutlich länger als z. B. Nutzer von Nokia und Co. An die weibliche Leserschaft: Es besteht keine Gefahr sich die Fingernägel zu brechen :-)
Wie eingangs erwähnt stellt der untere Bereich des Außendisplays drei Sensortasten dar. Diese virtuellen Tasten erlauben die Steuerung des Musicplayers. Im zugeklappten Zustand informiert das Außendisplay über entgangene Nachrichten oder Anrufe.
Display
Die Helligkeit des sehr hellen Displays ist in 6 Stufen einstellbar und bietet eine Auflösung von 240 x 320 Pixel. Es ist gut ausgeleuchtet, stellt die 262.000 Farben brillant dar und kann auch bei Sonneneinstrahlung noch überzeugen. Das Außendisplay bietet ebenfalls eine Auflösung von 240x320 Pixeln kann allerdings nur 65.000 Farben darstellen.
Einen eingehenden Anruf quittiert das Außendisplay mit einem kleinen Anruferbild (sofern eingestellt). Eine Leuchtdiode, die Auskunft über den Zustand des Gerätes gibt, hat das Motorola U9 nicht mehr. Diese Funktion wird von den entsprechenden Symbolen (Bluetooth, Batterie) im Außendisplay übernommen. Durch einen wählbaren Energiesparmodus schaltet sich das Display auf Wunsch auch komplett ab. Diese Option erhöht die knapp bemessene Akkuleistung beträchtlich. Über entgangene Nachrichten bzw. Anrufe informiert das U9 seinen Nutzer/in dann durch ein akustisches Signal, ähnlich dem "Ping" eines U-Bootes.
Inbetriebnahme
Starten läßt sich das U9 mit der roten Hörertaste. Nach wenigen Sekunden fordert es dann zur Eingabe des PIN auf, zeigt eine kurze Animation und ist einsatzbereit. Über ein Einstellungswizards verfügt es nicht. So müssen Zeit/Datum manuell eingegeben werden.
Menü/Funktionen
Mit der Menügestaltung beim U9 läutet Motorola eine nicht gänzlich neue Ära ein, ist sie doch schon vom Rokr Z6 her bekannt. Zum Einsatz kommt ein Linux-Java Betriebsystem. Im Vergleich zu älteren Modellen ist sie allerdings ein ganzes Stück weit intuitiver und optisch ansprechender. Los geht es mit einem Klick auf den „OK“-Button in der Mitte der Navigation, dieser führt prompt ins optisch veränderte Hauptmenü führt, wo lediglich neun Icons warten.
Dabei wurden alle handytypischen Funktionen, wie Kalender, Rechner, Wecker, Internet fast unverändert übernommen. Das U9 verfügt über mehrere teils animierte Themen. Die werksseitigen Icons werden allerdings hierbei nicht verändert. Ähnlich wie bei Nokias S60 lassen sich auch auf dem Motorola sämtliche Ordner und Funktionen beliebig verschieben oder die Reihenfolge in der Listenansicht ändern. Als Bildschirmschoner kommen dabei Fotos und Grafiken zu Einsatz. Über Profile im eigentlichen Sinne, wie bei anderen Herstellern, verfügt das U9 nicht. Jedem Profil können unterschiedliche Signaltöne
oder Vibrationsalarme für eingehende Anrufe
und andere Ereignisse zugeordnet werden. Das
Signalprofil-Symbol wird dabei oben auf dem
Standby-Display angezeigt.
Der Navikey iust mit unterschiedlichen Funktionen vorbelegt. Ab Werk führt der Druck des Navikey nach unten ins Telefonbuch, nach links ins Nachrichtenmenü, nach rechts zu den Spielen und nach oben zu den Klingeltönen. Diese Shortcuts können individuell angepasst werden. Wer das Menü partout nicht mag, hat die Wahl zwischen drei Darstellungsmöglichkeiten "Raster", "Liste" und "Karussell". Ein Flugzeugmodus ist ebenso präsent, damit schaltet sich der komplette GSM-Teil ab. Musicplayer und Co sind dann weiterhin nutzbar. Das U9 hört auf Befehle seines Nutzers - es verfügt nämlich über eine Sprachsteuerung und Sprachwahl, die allerdings nutzerabhängig ist. Wer mag, kann die Firmware direkt über das U9 auf den neusten Stand bringen. Hierbei entstehen allerdings Datenverbindungskosten.
PIM/Office
Im Telefonbuch ist Platz für knapp 1000 Kontakte, die sich problemlos samt Notizen mit Outlook synchronisieren lassen. Die neueren Modelle von Motorola zeigen nicht mehr für jede Nummer einen Kontakt an, sondern sammeln diese nun unter einem Namen. Wer mag kann also Informationen zum Vorname, Nachname, Spitzname, Nummer (Mobil, Privat, Büro, Fax, Pager, Sonstiges) sowie eine Videonummer, E-Mail (Persönlich, Büro, Sonstiges), URL, Adresse (Heim, Büro, Sonstiges), Speicherplatz (SIM oder Telefon), Kurzwahl, Profil (Allgemein, Freunde, Familie, Geschäftlich) hinterlegen. Den Kontakten können persönliche Klingeltöne sowie Anruferbilder (klein) hinzugefügt werden. Die Information zum Geburtstag wird nicht in den Kalender mit übernommen, auch die Notizen sind nur für das Telefonbuch gedacht. Die Java-Anwendung Motorola „TEXT“ sichert bisher erstellet SMS über eine Internetverbindung.
Bei der Suchfunktion innerhalb der Kontakte können nun auch mehrere Buchstaben eingegeben werden, also z. B. "Dir" statt nur "D". Kontakte lassen sich nach Vor- oder Nachnamen sortieren, als Liste oder mit Bild anzeigen. Alle Kontakte lassen sich online synchronisieren und zurück spielen.
Der Kalender liefert zwar alle notwendigen Funktionen, kann einen Businessuser aber sicher nicht zufrieden stellen. Aber mal ehrlich, ein Businessuser ist auch nicht Zielgruppe der U-Baureihe. Von der Tages- und Wochenansicht bis hin zur Eingabe von Aufgaben und Terminen (auch wiederkehrende Ereignisse sind möglich) wird alles in rudimentärer Funktionalität angeboten.
Termine und Aufgaben werden in der Tages- und Wochenansicht sofort mittels einen Symbol (kleine Ecke) dargestellt. Für ganz misstrauische Zeitgenossen lässt sich der Kalender zudem auf Papier ausdrucken. Natürlich können sie über das Internet Ihre
Kontaktliste, Kalendereinträge und E-Mails
auf Ihrem Telefon mit einem E-Mail-Konto auf
einem Microsoft® Exchange 2003 Server
synchronisieren.
Unterhaltung
Das Motorola U9 hat natürlich auch einen Musicplayer spendiert bekommen. Der Funktionsumfang ist ganz ordentlich. Tracks können so z. B. nach Künstlern, Genres, Alben oder Komponisten sortiert werden. Der Musicplayer kann in den Hintergrund verbannt werden, so dass man problemlos weitere Arbeiten am U9 erledigen kann, ohne dass der Player stoppt. Als Hörbuchplayer taugt das U9 nur begrenzt, denn abgebrochene Soundausgaben werden nicht wieder an gleicher Stelle fortgesetzt. Der Player kann auch ganz hervorragend im zugeklappten Zustand des U9 bedient werden, Songinformationen werden dann auf dem externen Display ausgegeben.
Das Klangbild des Musicplayers ist allerdings eher als mau zu bezeichnen. Das mitgelieferte Stereoheadset (Micro USB) macht auf meine Ohren einen durchschnittlichen Eindruck (ich empfinde den Klang eines iPOD allerdings auch wenig überzeugend). Der eher durchschnittliche Klang wird auch durch den Einsatz der "3D Klangbreite" genannten Funktion (in 7 Stufen anpassbar bzw. komplett abschaltbar) bzw. des Bass Verstärker (abschaltbar oder aber in 7 Stufen aktivierbar) eher noch verschlimmbessert. Echter Bass wird da nicht erzeugt, softwaretechnisch werden dann einfach die Höhen gekappt und die tieferen Frequenzen in den Vordergrund gedrängt. Für den gelegentlichen Einsatz als Musicplayer (z. B. beim joggen) sicherlich noch ausreichend, als dauerhafter Ersatz taugt das U9 wie seine Vorgänger definitiv nicht. Das ist sehr schade, liefert das als Zubehör erhältliche Stereo-Bluetooth-Headset Motorola S9 doch insgesamt einen sehr guten Klang.
Der Player erlaubt das Abspielen von MIDI, MP3, AAC, AAC+, Enhanced AAC+, AMR, WMA und iMelody Dateien. Tracks lassen sich in zufälliger Reihenfolge oder per Playliste wieder geben. Ordner spielt das U9 nicht ab. Auf Wunsch kann die Musiksammlung mit dem Windows Media Player 11 synchronisert werden. iTunes AAC Dateien spielt das U9 hingegen nicht ab. Um iTunes-AAC-Standarddateien in
MP3-Dateien umzuwandeln, die mit dem
Media Player 11 kompatibel sind, verwenden Sie einfach die iTunes-Desktopanwendung.
Um die Klangqualität testen zu können, kamen folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Einsatz. Der Song von Mos Def wurde mit starker Bassbetonung abgemischt und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Die MP3 sind mit mindestens 192 kbit/s kodiert.
Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)
The Corrs
(Talk on Corners)
Klang
Der Klang des Gerätes an sich ist wirklich gut, der rückseitig verbaute Lautsprecher tönt dabei sehr laut. Auch die allgemeine Klangqualität sowie Lautstärke des Gerätes an sich kann überzeugen. Anrufer klingen sehr natürlich. Zudem ist das Handy auch in lauteren Umgebungen noch nutzbar. Die Sende- und Empfangsqualität erwies sich ebenfalls als gut. Die vorinstallierten Klingeltöne klingen sehr trancelastig. Frequenzen im Bassbereich werden bauartbedingt kaum bis gar nicht wieder gegeben.
Connectivity
Das U9 bietet Bluetooth 2.0 sowie die USB to go Funktionalität (bei eingesetzter Speicherkarte wird das U9 als Speichermedium erkannt, allerdings nur von Windows XP bzw. Windows Vista. Das Gerät hat gute bis sehr gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1/O² Netz. Die Bluetooth-Verbindung funktioniert zwar einwandfrei, ist allerdings etwas langsam. So brauchte ich für eine 2 Megabyte große Datei knapp 40 Sekunden. Über das beigelegte USB Kabel und der passenden Einstellung im U9 (Datenverbindung, Speicherkarte, Media Sync und USB Drucken) nimmt das U9 Kontakt mit einem PC auf. Die Verbindung mit der Moto Suite war über Bluetooth oder Datenkabel kein Problem. Das Kopieren von MP3 über das Datenkabel auf das U9 ging zügig. Der Browser kann in größere Seiten problemlos zoomen, auch WAP Seiten stellen kein Problem für den internen Browser dar.
Der SAR-Wert ("Spezifische Absorptionsrate") beträgt 1,02 W/kg ist damit im oberen Mittelfeld, unterschreitet den von der Europäischen Union festgelegte Grenzwert für Handys von 2 Watt pro Kilogramm (2 W/kg) aber deutlich. Der SAR-Wert gibt dabei an, wie viel Sendeleistung der Körper in Watt pro Kilogramm beim mobilen Telefonieren aufnimmt.
Kamera/Video
Hobby-Paparazzo werden das U9 wohl keines zweiten Blickes würdigen, hat Motorola doch nur eine 2.0 Megapixel-Kamera ohne Makromodus oder optischen Zoom in das U9 integriert. Nicht einmal ein Fotolicht kann das U9 bieten. So lieferte das U9 dann auch eher bescheidene Bilder. Der Fotograf hat die Wahl zwischen den Auflösungen Groß (1200 x 1600 Pixel), Mittel (960 x 1280 Pixel), Klein (480 x 640 Pixel) sowie Thumbnail (240x320 Pixel) und den Qualitätsstufen Gut, Besser, Am besten. Der Verschlusston lässt sich nicht komplett abschalten, man kann nur zwischen so seltsamen Geräuschen wie "Chimp", "Quack", "Flix", "Boing", "Aufnahme" oder "Klick" wählen. Videos nimmt das U9 mit einer maximalen Auflösung von 176 x 144 Pixel (QCIF) in unterschiedlichen Qualitätsstufen auf. Die Aufnahmedauer ist auf 2 Stunden begrenzt. Einige Einstellungsmöglichkeiten bieten minimalen Einfluss auf die recht bescheide Bildqualität. So kann man über den Style die Farbe verändern, zur Auswahl stehen
Schwarzweiß, Antik, Negativ, Rötlich,
Grünlich oder Bläulich. Alles in allem liefert die Kamera bei guter Beleuchtung ansehnliche und farbenfrohe, aber wenig detailreiche Bilder. In Innenräumen wird die Aufnahme dann sehr schnell pixelig und verrauscht. Da hilft auch keine manuelle Anpassung der Lichtverhältnisse, trotz der Einstellungsmöglichkeiten Sonnig,
Bewölkt, Innen (Zuhause) und
Innen (Büro). Mangels Autofocus und Makromode sind näherliegende Objekte kaum abbildbar. Die Auslösezeit ist dafür sehr kurz, für einfache Schnappschüsse ist die Kamera aber geeignet. Mit den Megapixel-Boliden der Konkurrenz aber nicht mithalten.
Kamerabilder
Akkulaufzeit
Die Standby-Zeiten gibt der Hersteller mit 350 Stunden an, die Sprechzeit mit 430 Minuten. Im Test waren diese Zeiten nicht zu erreichen. Mit dem 770 mAh starken Akku lässt sich ein eintätiger Messeeinsatz oder Arbeitstag mit vielen Telefonaten und E-Mails bequem überbrücken. Nutzt man nur den Musicplayer (Display möglichst wenig an), kommt man auf eine respektable Nutzungszeit von etwa 8 Stunden (bei Nutzung von A2DP ist aber schon nach etwa 3 Stunden Feierabend). Bei moderater Nutzung (2 Stunden MP3 am Tag sowie etwa 30 Minuten Telefonate) verschafft man sich knapp 3 Tage Ruhe vor der Steckdose.
Fazit
Lohnt sich der Kauf des günstigen U9? Eine nicht ganz leicht zu beantwortende Frage. Das nahezu unsichtbar integrierte OLED Außendisplay mit den Sensortasten ist wirklich gut. Auch das 2 Zoll kleine Innendisplay kann technisch überzeugen. Die 2-Megapixel-Kamera des U9 lockt mittlerweile aber keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor, die Qualität der Bilder ist dafür zu bescheiden. Käufer, die bisher noch kein Motorola ihr eigen nennen sei ans Herz gelegt, dass die Bedienung immer noch ein gerüttelt Maß an Geduld und Eingewöhnung erfordert. Trotz des neuen Userinterface sind Modelle der Konkurrenz einfacher bedienbar. Poeten und solche, die sich dafür halten werden am iTAP des U9 keinen rechten Spaß haben. In dieser Preisklasse (knapp über 200 €) gibt es Mobiltelefone, die etwas mehr bieten. Eine Alternative wäre da das LG KF600.
Das Design und die Anmutung des U9 sind eine Klasse für sich. Die eingebauten PIM/Officefunktionen sind traditionell eher schwach vertreten. Ich glaube einfach, Motorola hat die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt. Meine Frau ist da aber (ebenfalls traditionell) anderer Auffassung...