Motorola Razr2 V9 Test
Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 30.05.2008, 09:05 Punkte:   (6 von 10) Hits: 9883 Sprache: german
Testbericht Motorola Razr2 V9 von mobile-reviews.de
Revision 1.0 29.03.2007
Wie lautete doch gleich der markante Werbespruch zum MOTORAZR² V9? "Extrem scharfes & schnelles Handy" Scharf? Schneide ich mir am V9 die Finger? Nein, es sieht einfach scharf aus. Ich muss gestehen, dass ich ein großer Fan der Designreihe "Razr" bin und das schon seit dem ersten Gerät. Anmutung und das Design würde ich als gelungen bezeichnen. Das betagte Motorola Razr V3 hat immer noch einen Ehrenplatz in meiner Vitrine und ruht sich dort auf seinem Altenteil aus. Nunmehr - und kurz nach dem Schwestermodell Motorola V8 sowie der V8 Luxury Edition - bringen die Amerikaner ein weiteres Modell der Razr-Baureihe auf den deutschen Markt, das MOTORAZR² V9.
Schnell? Das V9 unterstützt UMTS samt dem bis zu 3.6 MBit/s schnellem HSDPA Datenturbo und ist somit eine ideale Ergänzung zum Notebook. Notebook und V9, statt Notebook und Datenkarte. Klingt verlockend, zumal das V9 deutlich eleganter aussieht, als jede mir bekannte Datenkarte. Erlaubt die recht übersichtliche Featureliste Rückschlüsse auf die Alltagstauglichkeit des neuen Razr2? Lohnt sich der Umstieg vom älteren Modell, dem Razr V3xx? Fragen über Fragen. Ich hoffe, dass Ihnen mein kleiner Testbericht bei Ihrer Entscheidung behilflich ist.
Design
Das Design des V9 ist natürlich an die bisherige Razr-Baureihe angelehnt. Es ist sehr schlicht, dafür eben zeitlos und irgendwie auch sexy. Die Abmessungen von 53 x 103 x 13,4 mm bei einem Gewicht von etwa 125 g sollten den Betrachter nicht zu falschen Rückschlüssen auf den Funktionsumfang des V9 verleiten. Das V9 ist in etwa so groß wie das V3xx, dafür aber knapp 1 Millimeter dünner und 15 g schwerer. Nur das Schwestermodell V8 ist noch flacher. Der Materialmix aus Kunststoff und Metall steht dem V) gut zu Gesicht und führt zu einer nahezu perfekten Anmutung. Gleichwohl eigentlich nur noch der Akkudeckel, die Scharniere sowie Teile des Rahmens aus Metall bestehen. Das V9 ist über Vodafone oder O2 bzw. auch als freie Version erhältlich. Meine Testversion ist für Vodafone gedacht. Äußerlich weisen aber keine störenden Aufkleber oder Aufdrucke auf eine Verbindung zum roten Provider hin. Lediglich ein paar vordefinierte Zugangspunkte, die nicht löschbar sind, geben Rückschluss auf seine Herkunft. Das Menü- und die Menüstrukturen wurden nicht angetastet.
Das V9 ist wunderbar flach und lässt sich so problemlos in der Hosentasche transportieren. Seine Abmessungen entsprechen in etwa denen einer Kreditkarte. Somit sind Kreditkarte und V9 eine gute Kombination, um sich im Urlaub mit allen notwendigen Sachen direkt über etwaige (Online)shops zu versorgen. Herz, was willst du mehr?!
Der Klappendeckel des V9 besteht aus Kunststoff wobei das Material des äußeren Displays kleineren Kratzern widerstehen soll. Aufgrund der glänzenden Lackierung ist es Fingerabdrücken gegenüber aber ziemlich empfänglich. Wer also seinen aktuellen PH-Wert feststellen will, braucht sich nur das aufgeklappte V9 ans Ohr zu halten bzw. das große Außendisplay mit seinen Patschehändchen zu liebkosen. Ein Microfasertuch sollte also gleich immer griffbereit liegene. Den Zwang, sein V9 putzen zu müssen, verspürt man häufiger.
Größenvergleich (Motorola V3i, V9,V3)
Rein von den Abmessungen her sind kaum Unterschiede erkennbar.
Technik
Technisch ist das V9 überwiegend auf dem aktuellen Stand. Das 2,2 Zoll große interne Display (TFT) mit einer Auflösung von 240x320 Pixel bei 262.000 Farben sowie das 2,0 Zoll große externe Display mit ebenfalls 240 x 320 Pixel bei 65.536 Farben schmeicheln dem Auge. Die Besonderheit des externen Displays ist hierbei die Berührungsempfindlichkeit. Der untere Part bietet mit seinen drei Sensortasten Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Der Kurzstreckenfunk Bluetooth in der Version 2.0 unterstützt die Protokolle A2DP und AVRCP zum kabellosen Stereosound über die entsprechenden Kopfhörer. Der micro-USB Anschluss erlaubt den problemlosen Anschluss an Computer. Als Globalplayer nutzt das V9 die Quad-Band-Technologie (850/900/1800/1900) sowie EDGE und UMTS mit dem Datenturbo HSDPA. Theoretisch ist also eine Datenübertragungsrate von bis zu 3.6 MBit/s möglich.
Der SAR-Wert ist mit 0,62 kg/W recht gering und erlaubt so einen etwas sorgenloseren Umgang für die Langzeittelefonierer unter uns. Hobby-Paparazzi werden das V9 wohl keines zweiten Blickes würdigen, hat Motorola doch nur eine 2.0 Megapixel-Kamera ohne Makromodus oder optischen Zoom in das V9 integriert. Nicht einmal ein Fotolicht kann das V9 bieten. So lieferte das V9 dann auch eher bescheidene Bilder. Hier sollte Motorola in weiteren Modellen dringend nachbessern.
Motorola Razr V9
Flex: USEMERALD2100VFDER263313056 (Software für Vodafone, allerdings ohne optisches Branding)
SW-Version: R263313_U_A0.01.10R31
Etwa 50 MB Hauptspeicher und ein microSD Kartenslot bieten reichlich Platz für Multimediadateien. Firmware-/ bzw. hardwareseitig unterstützt das MOTORAZR² V9 leider nur 4 GB. Die 8GB Version wird zwar erkannt, leider werden aber nur 4GB angesteuert. Eine Speicherkarte gehört - wie so oft - nicht zum Lieferumfang des V9.

(zum vergrößern bitte anklicken)
Lieferumfang

Der kleine, schwarze und mit unzähligen Punkten versehene Karton offenbart seinen Inhalt auf kleinstem Raum:
- Motorola Razr V9 Mobiltelefon
- Standard-Akku BX 50 3.7V Li-Ion
- Reise-Ladegerät
- Bedienungsanleitungen
- Micro USB Datenkabel
- Motorola Phone Tools
- Stereo-Headset S280
Auf der Rückseite der Verpackung Motorola dann direkt Werbung für ein passendes Headset aus eigenem Hause, dem Motorola S9. Einen Testbericht zum knapp 90 € teuren Stereo-Bluetooth-Headset finden Sie hier. Die noch beim Razr V3 mitgelieferte Gürteltasche sucht man beim V9 leider vergeblich. Dennoch kann man sie - sofern noch vorhanden - auch für das V8 nutzen.

Verarbeitung/Haptik
Die Verarbeitung des Gerätes kann ich guten Gewissens mit "gut" bezeichnen. Einzig das leichte Spiel der Displayklappe im geöffnetem Zustand trübt den guten Gesamteindruck. Die metallene Tastatur ist ein echter Hingucker und einwandfrei verarbeitet.
Die linke Außenseite des V9 ziert die beiden Lautstärkeregeler sowie eine Smart-Taste (kann mit unterschiedlichen Funktionen belegt werden). Nach zuklappen des V9 sperren sich die Tasten sowie der äußere Touchscreen automatisch. Die Smart-Taste ermöglicht dann durch längeres drücken eine Entsperrung. Eine Fehlbedienung des V9 in der Hosentasche wird so ausgeschlossen.

An der rechten Außenseite ist der Kamerabutton angebracht.

Die Tastatur des V9 wurde im Vergleich zum Motorola Razr V3 umgestaltet, nicht immer zum Vorteil des Nutzers. Den eigentlichen "dritten" Softkey, der beim V3 noch ins Menü führte, gibt es beim V9 nicht mehr. Typischerweise hat das V9 nur noch zwei Softkeys, diese lassen sich individuell mit Funktionen belegen.
Links neben dem 5-Wege Navikey befindet sich eine Anrufmenütaste, sie führt direkt zum Anrufprotokoll. Rechts neben dem Navikey gibt es die Lösch- bzw. Rückschritttaste. Ein Druck und die letzte Eingabe wird gelöscht. Aus Untermenüs reicht ebenfalls ein Druck aus um in den Standby-Screen zurück zu kehren. Direkt unter dem Navikey befindet sich der Button für den Zugang zum Internet (hier mittels Operabrowser in der Version 8.60). Ein Druck führt direkt ins Internet, es erfolgt keinerlei Sicherheitsabfrage mehr! Wer keine Datenflatrate sein eigen nennt, kann unter Umständen also in eine Kostenfalle rennen.
Die grüne Hörertaste zur Gesprächsannahme sowie die rote Hörertaste zum Beenden eines Gespräches flankieren das 5-Wege Navipad. Die rote Hörertaste fungiert bei Motorola gleichzeitig als Ein- und Ausschalter. Direkt darunter beginnt die üblichen Zahlen-/Buchstaben Klaviatur, die virtuose SMS Künstler so lieben. Der Druckpunkt ist angenehm, Druck auf die Tasten wird auf Wunsch durch einen Ton bestätigt. Die Drücker selber sind ausreichend groß, ja man kann sie sogar als großzügig dimensioniert bezeichnen. So erlauben sie zügiges SMS'en. Die motorola typische - iTAP getaufte - Texthilfe ergänzt unbekannte Worte zwar durch entsprechende Vorschläge, leider gibt es aber nicht mehr die listenartige Form von Wortvorschläge, wie sie noch das Razr V3 lieferte. Motorola täte gut daran, sich am bestehenden Standard "T9" zu orientieren. Erfahrungsgemäß brauchen ungeübte Motorola-Jünger für das Verfassen einer SMS oder E-Mail deutlich länger als z. B. Nutzer von Nokia und Co. An die weibliche Leserschaft: Es besteht keine Gefahr sich die Fingernägel zu brechen :-)
Wie eingangs erwähnt stellt der untere Bereich des Außendisplays drei Sensortasten dar. Diese virtuellen Tasten dargestellt. Eine Blume symbolisiert dabei das Bildermenü, eine Note den MP3-Player und eine Videokamera - man glaubt es nicht - erlaubt den Zugang zur eingebauten Videofunktion. Im zugeklappten Zustand informiert das Außendisplay ebenfalls über entgangene Nachrichten bzw. Anrufe.
Display

Die Helligkeit des sehr hellen Displays ist in 6 Stufen einstellbar und bietet eine Auflösung von 240 x 320 Pixel. Es ist gut ausgeleuchtet, stellt die 262.000 Farben brillant dar und kann auch bei Sonneneinstrahlung noch überzeugen. Das Außendisplay bietet ebenfalls eine Auflösung von 240x320 Pixeln kann allerdings nur 65.000 Farben darstellen. Insgesamt ist die Qualität des Displays nicht anders, als beim V3xx.
Einen eingehenden Anruf quittiert das Außendisplay mit einem kleinen Anruferbild (sofern eingestellt). Eine Leuchtdiode, die Auskunft über den Zustand des Gerätes gibt, hat das Motorola V9 nicht mehr. Diese Funktion wird von den entsprechenden Symbolen (Bluetooth, Batterie) im Außendisplay übernommen. Durch einen wählbaren Energiesparmodus schaltet sich das Display auf Wunsch auch komplett ab. Diese Option erhöht die knapp bemessene Akkuleistung beträchtlich. Über entgangene NAchrichten bzw. Anrufe informiert das V9 seinen Nutzer/in dann durch ein akustisches Signal, ähnlich dem "Ping" eines U-Bootes.
Inbetriebnahme
Starten läßt sich das V9 mit der roten Hörertaste. Nach wenigen Sekunden fordert es dann zur Eingabe des PIN auf, zeigt eine kurze Animation und ist einsatzbereit. Über eine Einstellungswizards verfügt es nicht. So müssen Zeit/Datum manuell eingegeben werden. Als Vodafoneversion hat es natürlich die passenden Providereinstellungen für MMS und Co., Mobile-TV und Internet wenig überraschend vorkonfiguriert. Andere Einstellungen kann man von Motorolas Webseite direkt per SMS anfordern. Die bestehenden Zugangspunkte lassen sich aber nicht löschen.
Menü/Funktionen
Das Motorola Razr V9 Menü hat sich im Laufe der Jahre eigentlich kaum verändert. Im Gegensatz zum V8 mit seinem auf Linux basierendem Betriebssystem, kommt im V9 noch die Motorola-eigene Plattform zum Einsatz. Die Hauptebene besteht aus 4x3 Menüpunkten. Alle bekannten n Funktionen sind dabei vorhanden. Auch die von Motorola gewohnten PIM Anwendungen (Kalender, Rechner, Wecker, WAP, Anrufdienste) sind noch fast unverändert da. Selbst eine Möglichkeit zum Onlineupdate (über eine kostenpflichtige Datenverbindung) wurde nicht vergessen.

Als Bildschirmschoner dienen Fotos, Grafiken sowie Java Screen Saver. Hintergründe kann man durch eigene Bilder personalisieren. Über Profile im eigentlichem Sinne verfügt das V) nicht. Dennoch kann man Klineg- und Alarmtöne nach eigenem Gusto personalisieren. Auch die Menüoptik lässt sich abändern, hier kann z.B. die Reihenfolge der Icons nach den Wünschen seines Nutzers angepasst werden. Die Icons selber sind offiziell nicht abänderbar, auch nicht durch die sogenannten Themen bzw. Skins. Ab Werk führt der Druck des Navikey nach unten ins Telefonbuch, nach links ins Nachrichtenmenü, nach rechts zu den Spielen und nach oben zu den Klingeltönen. Diese Shortcuts können individuell angepasst werden. Auch das V9 kann eine Flugzeugmodus vorweisen, damit schaltet sich der komplette GSM-Teil ab. MP3-Player und Co sind dann weiterhin nutzbar. Das hört auf Befehle seines Nutzers - es verfügt nämlich über eine Sprachsteuerung und Sprachwahl, die allerdings nutzerabhängig ist.
PIM/Office
Im Telefonbuch ist Platz für etwa 1000 Kontakte. Der Sync mit Outlook samt angehängter Notizen verlief völlig problemlos. Die aktuellen Modelle von Motorola zeigen nicht mehr für jede Nummer einen Kontakt an, sondern sammeln diese unter einem Namen. Wer mag kann Informationen zum Vorname, Nachname, Spitzname, Nummer (Mobil, Privat, Büro, Fax, Pager, Sonstiges) sowie eine Videonummer, E-Mail (Persönlich, Büro, Sonstiges), URL, Adresse (Heim, Büro, Sonstiges), Speicherplatz (SIM oder Telefon), Kurzwahl, Profil (Allgemein, Freunde, Familie, Geschäftlich) - hier ist nicht das vermeintliche Telefonprofil, sondern der "Status" des Kontaktes gemeint. Den Kontakten können persönliche Klingeltöne sowie Anruferbilder (klein) hinzu gefügt werden. Die Information zum Geburtstag wird nicht in den Kalender mit übernommen, auch die Notizen sind nur für das Telefonbuch gedacht. Die Java-Anwendung Motorola „TEXT“ ermöglicht die Sicherung der bisher erstellten SMS über eine Internetverbindung.
Um noch den Überblick über seine Kontakte zu halten können bei der Suchfunktion auch mehrere Buchstaben eingegeben werden, also z. B. dir statt nur d. Kontakte lassen sich nach Vor- oder Nachnamen sortieren, als Liste oder mit Bild anzeigen. Alle Kontakte lassen sich online synchronisieren und zurück spielen.

Der Kalender liefert zwar alle notwendigen Funktionen, kann einen Businessuser aber sicher nicht zufrieden stellen. Aber mal ehrlich, ein Buesinessuser ist auch nicht Zielgruppe der Razr-Baureihe. Von der Tages- und Wochenansicht bis hin zur Eingabe von Aufgaben und Terminen (auch wiederkehrende Ereignisse sind möglich) wird alles mit rudimentärer Funktionalität angeboten.

Termine und Aufgaben werden in der Tages- und Wochenansicht sofort mittels einen Symbol (kleine Ecke) dargestellt. Für ganz misstrauische Zeitgenossen lässt sich der Kalender zudem auf Papier ausdrucken.
Unterhaltung/Spiele/Anwendungen
Das Motorola V9 hat natürlich auch einen MP3-Player spendiert bekommen. Der Funktionsumfang ist ganz ordentlich. Tracks können so z. B. nach Künstlern, Genres, Alben oder Komponisten sortiert werden. Der MP3-Player kann in den Hintergrund verbannt werden, so dass man problemlos weitere Arbeiten am V9 erledigen kann, ohne dass der Player stoppt. Als Hörbuchplayer taugt das V9 nur begrenzt, denn abgebrochene Soundausgaben werden nicht wieder an gleicher Stelle fortgesetzt. Der Player kann auch ganz hervorragend im zugeklappten Zustand des V9 bedient werden, Songinformationen werden dann auf dem externen Display ausgegeben.
Das Klangbild des MP3-Players ist allerdings eher als mau zu bezeichnen. Das mitgelieferten Stereoheadset (Micro USB) macht auf meine Ohren (ich finde des Klang eines iPOD auch wenig überzeugend) einen durschnittlichen Eindruck. Dieser eher durchschnittliche Klang wird auch durch den Einsatz der "3D Klangbreite" genannten Funktion (in 7 Stufen anpassbar bzw. komplett abschaltbar) bzw. des Bass Verstärker (abschaltbar oder aber in 7 Stufen aktivierbar) eher noch verschlimmbessert. Echter Bass wird da nicht erzeugt, softwaretechnisch werden dann einfach die Höhen gekappt und die tieferen Frequenzen in den Vordergrund gedrängt. Für den gelegentlichen Einsatz als MP3-Player (z. B. beim joggen) sicherlich noch ausreichend, als dauerhafter Ersatz taugt das V9 wie seine Vorgänger definitiv nicht. Das ist sehr schade, liefert das als Zubehör erhältliche Stereo-Bluetooth-Headset Motorola S9 doch insgesamt einen sehr guten Klang.
Der Player erlaubt das Abspielen von WMA v9 und v10, WAV, AMR NB, XMF, MP3, AAC, AAC+, AAC Enhanced sowie MIDI Dateien. Tracks lassen sich in zufälliger Reihenfolge oder per Playliste wieder geben. Ordner spielt das V9 nicht ab.
Für die Spielkinder unter uns sind mehrere Demoversionen von aktuellen Spielen vorinstalliert. Das V9 verfügt leider über kein UKW-Stereo-Radio.

Klang
Der Klang des Gerätes ist hervorragend, der rückseitig verbaute Lautsprecher ist gut und dabei SEHR laut. Des gleichen gilt für die allgemeine Klangqualität sowie Lautstärke des Gerätes an sich. Anrufer klingen sehr natürlich. Zudem ist das Handy auch in lauteren Umgebungen noch nutzbar. Die Sende- und Empfangsqualität erwies sich ebenfalls als gut. Die vorinstallierten Klingeltöne klingen sehr trancelastig. Frequenzen im Bassbereich werden bauartbedingt kaum bis gar nicht wieder gegeben.
Konnektivität
Das V9 bietet Bluetooth 2.0 sowie die USB to go Funktionalität (bei eingesetzter Speicherkarte wird das V) als Speichermedium erkannt, allerdings nur von Windows XP bzw. Windows Vista). Das Gerät hat gute bis sehr gute Empfangs- und Sendeleistungen im D1/O² Netz. Da gibt es nichts zu meckern. Die Bluetoothverbindung funktioniert zwar einwandfrei, ist allerdings etwas langsam. So brauchte ich für eine 2 Megabyte große Datei knapp 40 Sekunden. Über das beigelegte USB Kabel und der passenden Einstellung im V9 (Datenverbindung, Speicherkarte, Media Sync und USB Drucken) nimmt das V9 Kontakt mit einem PC auf. Die Verbindung mit der Moto Suite war über Bluetooth oder Datenkabel kein Problem. Das Kopieren von MP3 über das Datenkabel auf das V9 geht zügig von statten. Im HSDPA Modus und bei guter UMTS Netzabdeckung sind Übertragungsraten von etwa 90 kb pro Sekunde kein Problem. Kein schlechter Wert.
Der neue Operabrowser kann überzeugen, stellt Webseiten allerdings nicht 1:1 dar. Dafür lassen sich größere Seiten aber problemlos zoomen, WAP Seiten stellen kein Problem für den internen Browser dar. Insgesamt erfolgt der Seitenaufbau schnell, aber auch nicht schneller als bei meinem iPhone. Des Weitern unterstützt der Browser WAP 2.0 (WSP/HTTP 1.1, WTCP/IP, xHTML Mobile Profile, WCSS, Cookies, WTLS Class 2, TLS 1.0/SSL 3.0 sowie POP3, SMTP, IMAP2. MMS (Bilder / Fotos + Text und Sound).
Kamera/Video
Hobby-Paparazzi werden dem V9 wohl keinen zweiten Blick würdigen, hat Motorola doch nur eine 2.0 Megapixel-Kamera ohne Makromodus oder optischen Zoom in das V9 integriert. Nicht einmal ein Fotolicht kann das V9 bieten. So lieferte das V9 dann auch eher bescheidene Bilder. Hier sollte Motorola in weiteren Modellen dringend nachbessern. So liefert die Kamera des V9 in ihrer Leistungsklasse keine standesgemäßen Bilder ab. Der Fotograf hat die Wahl zwischen den Auflösungen Hoch (2.0 MP), Mittel (1.3 MP), Gering (480x640 Pixel) sowie Klein (240x320 Pixel) und den Qualitätsstufen Beste, Besser, Gut. Der Verschlusston lässt sich komplett abschalten, oder man kann so seltsamen Geräusche wie "Schimpanse", "Quak", "Flix", "Boing" oder "Klick" auswählen. Auch eine spiegelverkehrte Aufnahme uist möglich. Videos kann das V9 in den Qualitätsstufen Gut, Besser und Beste mit einer Auflösung von 176 x 144 Pixel (QCIF) aufnehmen. Die Aufnahmedauer wird hierbei einzig durch die verwendete Speicherkarte begrenzt. Diverse Einstellungsmöglichkeiten bei den Lichtverhältnisse (Automatisch, Sonnig, Bewölkt, Innenraum (Heim), Innenraum (Büro), Dunkelheit), des Stil (Farbe, Schwarz/Weiß, Bläulich, Antik, Rötlich, Grünlich, Negative) bis hin zur Belichtung (-2 bis +2)) runden das Bild ab. Alles in allem liefert die Kamera bei guter Beleuchtung mittelprächtige, etwas zu dunkle und wenig detailreiche Bilder. Rote Objekte kommen sehr leuchtend - rüber. In Innenräumen werden die Aufnahme dann sehr schnell schwammig. Mangels Autofocus und Makromode sind näherliegende Objekte kaum abbildbar. Die Auslösezeit geht dafür in Ordnung, für Schnappschüsse ist die Kamera daher noch geeignet. Mit den 2 MP-Kameras der Konkurrenz kann sie in meinen Augen aber nicht mithalten.
Kamerabilder
Kameravideo
Themen/Skins
Das V9 verfügt über 3 vorinstallierte Motive (Vodafone, Alkali, Plush) sowie den passenden Skins. Die werksseitigen Icons werden allerdings hierbei nicht verändert.
Akkulaufzeit
Die Leistungsdauer des knapp 770 mAh starken BX50 ist keinesfalls über jeden Zweifel erhaben. Die vom Hersteller angegebene GSM Gesprächszeit von bis zu 470 Minuten kann selbst bei guter Netzabdeckung nicht erreicht werden. So hielt die kleine Kraftzelle nur knapp 3 Stunden durch. Normalnutzer (10 Minuten Telefonie, ein paar SMS, einge Minuten Internet, etwa 1 Stunde MP3 am Tag) werden daher etwa alle 2-3 Tage mit ihrem V9 an die Steckdose müssen. Quasselstrippen schaffen nicht einmal einen kompletten Arbeitstag ohne Boxenstop an der (Akku) Tankstelle. Eine eher bescheidene Leistung.
Fazit
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Lohnt sich der Umstieg vom Razr V3xx zum Razr V9? Eine nicht ganz leicht zu beantwortende Frage. Das Display des V3xx ist nicht wirklich schlechter. Die Auflösung der Kamera des V9 ist zwar höher, die Qualität der Bilder aber immer noch eher bescheiden.
Käufer, die bisher noch kein Motorola ihr eigen nannten sei ans Herz gelegt, dass die Bedienung doch ein gerüttelt Maß an Geduld und Eingewöhnung erfordert. Viel SMS'er oder E-Mailer werden am iTAP des V9 keinen rechten Spaß haben. Hier sollte man sich durchaus mal die Produkte der Konkurrenz ansehen. In dieser Preisklasse (knapp über 200 €) gibt es Mobiltelefone, die etwas mehr bieten. Eine Alternative wäre da das LG KF600.
Das Design und die Anmutung des V9 sind aber eine Klasse für sich. Ich persönlich würde allerdings nicht vom V3 zum V9 wechseln. Warum? Weil ich ein V3 nur als Zweithandy nutze, die eingebauten PIM/Officefunktionen sind traditionell nämlich eher schwach. Ich glaube einfach, die Zeit eines Razr ist vorbei. Meine Frau ist da (ebenfalls traditionell) anderer Auffassung ...
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