Mit dem LG Viewty Smart (GC900) erweitert LG sein Portfolio um ein 8-Megapixel Mobiltelefon. Damit legt der Nachfolger des Viewtys die Messlatte wieder ein Stück höher. Als Benutzeroberfläche kommt wieder die vom LG Arena bekannte S-Class (das S steht dabei für Superior) zum Einsatz. Diese ermöglicht eine relativ problemlose und intuitive Bedienung. Bei der S-Class wurde besonderen Wert auf bunte Icons sowie die wunderschöne, würfelartige Animation gelegt. Mit seiner guten Kamera tritt das neue LG in die Fußstapfen seines Vorgängers. Deie starke LED sorgt auch im Dunkeln für die nötige Erleuchtung. Eine intelligente Gesichtserkennungssoftware löst Bilder aus, sobald ihr Motiv lächelt. Der Intelligent Shot Modus übernimmt automatisch die richtigen Kameraeinstellungen. Über den integrierten TV-Ausgang kann man seine Fotos und Videos dann auf dem heimischen Fernseher ansehen, sofern man das passende Videokabel erwirbt. Das Viewty Smart kann über den 3-Zoll großen WVGA Touchscreen mit seinen 480 x 800 Pixel sogar DivX-Videos und zwar auf Wunsch in Dolby Mobile abspielen. Der Musicplayer sowie das FM-Radio mit RDS bieten einen erstklassigen Sound und erweitern die Multimediafähigkeiten. Dank UMTS mit HSDPA, surft man mit maximal 7,2 Megabit pro Sekunde. Wer keine Datenflatrate sein Eigen nennt, wird sich über das integrierte WLAN freuen. Als Betriebssystem des knapp 109 x 56 x 13 mm flachen Kamerahandy kommt eine Eigenentwicklung zum Einsatz. Dank Multi-Tasking-Fähigkeit kann man mehrere Anwendungen gleichzeitig nutzen. Wie sich das Viewty Smart in den knapp 10 Tagen täglichen Einsatzes geschlagen hat, lesen Sie in meinem Testbericht nach.
Mit seinen Abmessungen von 109 x 56 x 13 Millimetern ist es etwas dicker als das Arena aus eigenem Hause. Im Gegensatz zu Geräten wie dem Nokia 5800 XM macht es aber einen schlanken Eindruck und das Gewicht von nur 90 g macht sich auch in der Hemdtasche nicht übermäßig bemerkbar. Ich habe das GC900 bei meinem täglichen Lauftraining oft in der Rückentasche getragen, diese "Tortur" mit der leicht erhöhten Luftfeuchtigkeit hat es anstandslos überstanden. Das integrierte Radio ist empfangstechnisch allerdings keine Offenbarung. Daher wechselt es schnell von Stereo zu Mono.
Im Gegensatz zum LG Arena besteht das gesamte Gerät nahezu vollständig aus Kunststoff. Während die Vorderseite noch schwarz glänzt und vom 3-Zoll großen Touchscreen mit seiner spiegelnden Oberfläche dominiert wird, besteht die Rückseite samt Akkudeckel aus einem silberfarbenen Kunststoff in Metalloptik. Aufgrund der spiegelnden Vorderseite taugt das Viewty Smart durchaus als Schminkspiegelersatz. Allerdings geht diese Tatsache bei direkter Sonneneinstrahlung zu Lasten der ansonsten recht guten Ablesbarkeit.
Haptik/Verarbeitung
Die stumpfe Rückseite des GC900 kann einen unsanften Kontakt mit dem Bodenbelag zwar nicht vollständig verhindern, sorgt aber für einen guten Grip. Besitzer eines iPhone 3G machen da durchaus gegenteilige Erfahrungen :-). Unterhalb des Displays befindet sich nur noch eine silber-glänzende Home-Taste die sich allerdings über die gesamte Breite des Displays zieht. Die Tasten zur Gesprächsannahme mussten zugunsten ihrer virtuellen Pendants weichen. Ein Druck blendet einen frei wählbaren Homescreen ein. Offene Anwendungen kann man nun durch Druck der linksseitig angebrachten Programmtaste zum Vorschein bringen. Dieser dient auch der der Auswahl der S-Class Oberfläche. Eine würfelartige Animation gibt dann den Blick auf die entsprechenden Seiten frei. Leider ist das rückseitig angebrachte "Objektiv" der 8-Megapixel-Kamera nicht vor Kratzern geschützt, dafür scheint es in Metall eingefasst worden zu sein. Die Verarbeitung des Viewty Smart ist hervorragend. Der Touchscreen reagiert recht zügig auf Eingaben und kann problemlos mit den Fingern bedient werden. Wie bei LG üblich, werden Eingaben mit einer leichten Vibration und einem abschaltbaren Ton bestätigt. Mangels echter Tastatur ist man auf das virtuelle Pendant mit T9-Texterkennung oder aber im Quermodus mit QWERT-Design angewiesen.
Alle Eingaben können auch bequem im Querformat erledigt werden. Bei Kommunikationsfreaks kommt trotzdem keine rechte Freude auf. Die virtuellen Tasten sind zwar recht groß und für Gelegenheitsschreiber noch ausreichend, können aber eine echte QWERTZ-Tastatur nicht ersetzen. Auch werden die Buchstaben nicht so schnell eingeloggt, wie beim iPhone. Eingaben vervollständigt das Viewty Smart auf Wunsch mit der Hilfe von T9 und zwar in mehreren Sprachen. Sonderzeichen wurden dankenswerterweise in eine zweite Ebene gelegt, die man über die Taste "123" erreichen kann. Umlaute erreicht man über eigene Tasten.
Im Gegensatz um iPhone muss man also nicht schauen, welche Mehrfachtaste man gerade ausgelöst hat. Beschäftigen wir uns nun kurz mit den Bedienelementen. Da das Viewty Smart über den Touchscreen bedient wird, hat LG alle zusätzlichen Schalter und Knöpfe auf die beiden Seiten des Gerätes verbannt.
Mittig auf der rechten Seite findet man die beiden Lautstärkereglern, direkt darunter den Kameraauslöser. Auf der linken Seite befindet sich der bereits erwähnte Programmschalter.
An der Oberseite findet man noch den Ein-/Ausschalter, der schon nach kurzem Druck geständig ist und das Viewty Smart auch entsperrt. Auf die hauseigene Lade-/Daten-/Kopfhörerbuchse haben die Techniker von LG beim Viewty Smart leider nicht verzichtet. "Freiheit für eigene Kopfhörer" gibt es somit nur Dank des mitgelieferten Adapters für die handelsüblichen 3.5 mm Klinkenbuchsen. Die mitgelieferten Kopfhörer mit integriertem Mikrofon sind klangseitig nämlich nicht wirklich für Musikgenuss geeignet. Der besagte Anschluss wurde auf die obere, rechte Seite des Viewty Smart verbannt. Dort wird durch einen Klappverschluss gegen Staub und Schmutz geschützt, so wie alle anderen Abdeckungen auch. Der Schacht für die microSD-Speicherkarte befindet sich an der linken, oberen Gehäuseseite.
Größenvergleich (iPhone 3G, Nokia N97, Nokia E75)
Technik
Die Ausstattungsliste des Viewty Smart ist schon ziemlich beeindruckend. Der 3-Zoll große Touchscreen mit einer WVGA-Auflösung von 480 x 800 Pixel löst extrem fein auf, die 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus, Digitalzoom und diverse Automatiken kann hingegen voll überzeugen. Ein Einschub für microSD Speicherkarten sorgt für fast unbegrenzten Speicherplatz. Nebee dem obligatorischen Musicplayer hat auch ein FM-Radio mit RDS-Funktion Platz im nur 13 mm flachen Gehäuse gefunden. Der Videoplayer kann DivX Videos abspielen und sogar in Dolby Mobile wiedergeben. Das macht sich aber fast ausschließlich über das Headset bemerkbar. So erzeugt das Viewty Smart ein deutlich volleres Klangbild. Wie soll das gehen? Frequenztechnisch u.a. durch einfaches Anheben der Bassfrequenzen. Als Quadband-Gerät (GSM 850/900/GSM 1800/GSM 1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst HSDPA ist es überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit anderen Mobiltelefonen oder PC nimmt es über Bluetooth 2.1 und USB 2.0 auf.
Die Firmwareversion meines Testgerätes lautete GC900AT_V10b.
Lieferumfang
In der recht zweckmäßigen, sehr kleinen Verpackung des mit 449 € (UVP) ausgezeichneten Fotohandys, findet man ein mittelmäßiges Stereo-Headset samt Adapter mit eingebautem Mikrofon zum Anschluss von 3.5 mm Headsets. Eine CD mit der LG Suite, Bedienungsanleitungen, ein Reiseladegerät und ein USB-Datenkabel. Eine Speicherkarte sucht man hingegen vergebens. Da das GC900 in der höchsten Auflösung pro Minute Video knapp 16 MB verbrät und jedes Bild bis zu 2.5 MB belegt, ist der interne Speicher von knapp 1,5 GB schnell voll. Eine zusätzliche Speicherkarte wäre daher in meinen Augen Pflicht gewesen. Eine 4 GB microSD kostet doch nun wirklich nur ein paar Euro. Der Lieferumfang entspricht somit eher dem heutigen Standard und kann nur als "befriedigend" bezeichnet werden. Ein Videokabel wurde auch nicht beigefügt, obwohl das Viewty Smart über einen TV-Ausgang verfügt.
Display
Das 3-Zoll-LCD wird wohl auch im LG Arena eingesetzt. Grafiken und Videos werden in der recht hohen WVGA-Auflösung von 480 x 800 Pixel bei angeblich 16 Mio. Farben dargestellt. Der Screen ist berührungsempfindlich und reagiert auf Eingaben recht direkt. Aufgrund der sehr hohen Bildschirmauflösung sind die Menüicons natürlich recht klein ausgefallen.
Dreht man das Viewty Smart in den Quermodus, so dreht sich der Bildschirminhalt in einer würfelartigen Animation mit. Dann bekommt man alle 32 Icons auf einen Schlag zu Gesicht. Der Schlag mag den einen oder anderen dann wörtlich treffen, denn die Icons fallen im Quermodus dann noch kleiner aus. Das geht eher zu Lasten der Übersicht. Im Vertikalmodus kann man das Viewty Smart recht bequem mit einer Hand bedienen. Das Display ist sehr hell, sofern man die automatische Regelung abschaltet. Im Energiesparmodus wird das Display leicht gedimmt, zur Freude des eingebauten Akkus. Dieser hält dann etwas länger durch. Sämtliche Icons erinnern auf den ersten Blick doch sehr an den "Web 2.0 Stil" von Apple. Auf den zweiten Blick entwickeln sie aber einen ganz eigenen Charme, der vielen vielleicht zu "klickibunt" erscheinen dürfte.
S-Class Benutzeroberfläche
Da sich die Benutzeroberfläche im Vergleich zum LG Arena nicht verändert hat, greife ich an dieser Stelle auf die Ergebnisse meines entsprechenden Testberichtes zurück. Auf den ersten Blick wird man bei den Animationen der S-Class Benutzeroberfläche wohl unweigerlich an das erste "TouchFlo" der Windows Mobile Smartphones von HTC denken. Sämtliche Übergänge werden mit würfelartigen Animationen begleitet. Uhrzeiten und Zahlen werden hingegen iPhone-ähnlich in die richtige Position gerollt. LG hat sich neben den "Anleihen" aber auch eigene Gedanken zu einer intuitiveren Bedienung gemacht. So kann der Wecker z. B. durch drehen der Zeiger gestellt werden, die Kameraoptionen werden über ein virtuelles Drehrad ausgewählt. Kontakte und Multimediainhalte kann man auf dem Bildschirm in einer Art Filmrolle platzieren. Wem das nicht gefällt, der kann sie aber auch in einer rasterartigen Ansicht umordnen lassen. Zur besseren Anschauung habe ich hier mal ein Video der entsprechenden Inhalte gedreht.
Das Viewty Smart bietet vier unterschiedliche Homescreen, die sich nicht nur farblich unterscheideen und angepasst werden können. Während der erste Bildschirm noch Zugriff auf die für den Nutzer wichtigsten Funktionen und Programme gibt und frei konfigurierbar ist, beherbergt Nummer Zwei die von vielen geliebten Widgets, ohne die man heutzutage wohl nicht mehr leben kann. Wer ein Widget installieren will, muss hierzu nur das Icon mit der gewünschten Anwendung per "drag & drop" auf den Bildschirm ziehen. Man startet es durch simples berühren. Dabei kann man auch mehrere Widgets gleichzeitig auf den Screen ablegen. Nach einer handvoll Widgets wird das dann aber schnell unübersichtlich. Neben einer Kalenderübersicht mit Termindetails, steht noch eine Fernsteuerung für das integrierte Radio, eine Übersicht der aktuellen Nachrichten, eine Notizfunktion, ein Wecker, eine Uhr und dergleichen mehr zur Auswahl. Alle Widgets bieten nicht den vollen Funktionsumfang ihrer Pendants im Hauptmenü. So kann ich über das Kalenderwidget nur sehen das ich einen Termin habe, aber nicht welcher Art. Erst der Start der Hauptanwendung bringt dann die nötige Klarheit.
Der dritte Bildschirm übernimmt die Verwaltung der Lieblingskontakte. Hier kann ich mir meine oft genutzten Ansprechpartner übersichtlich in der bereits erwähnten Filmrolle (Reels) anordnen und mit Bildern versehen. Der vierte und letzte Homescreen ergänzt diese Funktion um die Lieblingsmusikstücke (komplette Alben sind nicht möglich) sowie Bilder und Videos. Ein Klick auf ein Bild reiht dieses wie auf einer Perlenschnur auf. Ich kann sie mir dann zwar im Quermodus anzeigen, nicht aber vergrößern oder verkleinern, das geht wiederum nur über die Galeriefunktion im Hauptmenü. Die S-Class Oberfläche stellt damit sicher einen Schritt in die richtige Richtung dar. Gut kopiert ist oft besser als schlecht selbst entwickelt. Ein wenig mehr "Details" wären allerdings nicht schlecht. Warum muss ich über die Widgets erst das entsprechende Programm starten? Welches Nutzen bringt mir das dann?! Optisch ist die S-Class jedenfalls eine echte S-Klasse. Meine Note lautet daher "gut".
Menü/Funktionen
Die Icons im Hauptmenü sind in vier verschiedene Bereiche (Kommunikation, Multimedia, Anwendungen, Einstellungen) aufgeteilt. Durch simples drücken eines Menüpunktes wechselt das LG Viewty Smart mit einer kleinen Animation zum gewünschten Punkt. Von den acht Icons je Reihe werden aber nur vier gleichzeitig angezeigt. die andere Hälfte errreicht man durch scrollen nach links oder rechts. Alle Icons sind ausreichend groß und meist selbsterklärend. So erhält man schnell Zugriff auf Funktionen, wie Anruferverwaltung, Telefonbuch, Musicplayer, Kamera, Mediengalerie und Co.
PIM
Natürlich bietet auch eine Fotohandy, wie das Viewty Smart einen rudimentären Personal Information Manager, kurz PIM. So lassen sich Kontakte, Termine, Aufgaben und Notizen recht passabel verwalten. Ergänzt wird dieser durch einen Taschenrechner, Umrechner, Weltzeituhr, Stoppuhr und eine nur vom Speicherplatz limitierte Sprachaufzeichnungsfunktion.
Das Viewty Smart bietet vier veränderbare Profile (Normal, Lautlos, Outdoor, Flugmodus). Zudem kann man sich auch eigene Varianten erstellen. Das GC900 signalisiert Anrufe auf Wunsch sowohl durch Vibration, als auch durch gleichzeitiges Klingeln und Vibrieren oder aber eben nur durch einen frei wählbaren Klingelton. Die Systemsounds (Benachrichtigungstöne, Wecker und Co.) sind ebenfalls änderbar. Zeitlich eingrenzbar sind die Profile allerdings nicht. Versäumt man also die rechtzeitige Stummschaltung, so bimmelt das Viewty Smart auch während wichtiger Besprechungen fröhlich vor sich hin.
Der integrierte Wecker kann elf verschiedene bzw. wiederkehrende Ereignisse samt Notiz speichern. Warum wollte ich heute um 5:00 Uhr geweckt werden? Wirklich hübsch anzusehen ist die Tatsache, dass man den Wecker durch drehen der Zeiger stellen kann.
Die Kontaktdatenbank kann maximal 1000 Einträge aufnehmen. Neben den üblichen Informationen, wie Name und Vorname, können zu einem Kontakt auch Notizen hinterlegt werden. Auf Wunsch wird auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als Grossbild angezeigt.
Alle Kontakte lassen sich durch Eingabe von Buchstaben durchsuchen. Das Viewty Smart unterscheidet zwischen SIM-Kontakten und Telefon-Kontakten. Die vorhandenen Einträge können dann in Gruppen eingeteilt werden, so erhält man gerade bei vielen Kontakten einen besseren Überblick. Die vorhandenen Kontaktfeldern kann man mit zahlreichen Informationsdetails füllen (unterschiedliche Rufnummer, E-Mail, Anruferbild, Rufton, diverse Adressen, etc.). Selbst an zwei Felder für Geburtstage und Jahrestage wurde gedacht. Diese werden dann sogar auf Wunsch im Kalender angezeigt! Natürlich kann ich meinen Lieblingskontakten auch spezielle Klingeltöne zuweisen.
Der integrierte Kalender speichert bis zu 500 Termine und bietet neben einer Tages- auch noch eine Wochen- und Monatsansicht. Die gerade aktuellen Termine, Jahrestage und Geburtstage hat man auf einem Blick im Auge. Hierzu wird am unteren Bildschirmrand ein kleines Feld eingeblendet. Selbst wiederkehrende Termine mit einer kleinen Notiz sind möglich. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe aber nicht angemahnt. Hier nimmt einem auch das Viewty Smart nicht die Arbeit ab. In der Wochenübersicht werden die Termine durch einen grünen Balken visualisiert. Einzelne Tage lassen sich als Feiertage kennzeichnen und werden dann entsprechend farblich markiert. Natürlich kann man mit dem GC900 auch Aufgaben verwalten. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt. Zudem kann das Viewty Smart nicht mehr als 150 Aufgaben sowie 100 Notizen verwalten. Das ist ein wenig knapp dimensioniert und völlig unverständlich, der Speicher würde durchaus mehr hergeben.
Verbrauchte Zeichen einer SMS zeigt das Viewty Smart nur dann an, wenn man kurz vor der 160-Zeichen-Grenze angekommen ist, das mag für den ein oder anderen zunächst irritierend sein.
Music/Unterhaltung/Spiele
Ab Werk hat das GC900 fünf recht nett animierte Spiele installiert. Neben dem obligatorischen Roulette, gibt es noch eine Art Geschicklichkeitsspiel names "Tepong" in Form eines Tischtennisschlägers sowie ein Würfelspiel. Bei Bubble Breeze und Mellow Candle handelt es sich um flötenkontrollierte Spiele mit Seifen bzw. Kerzen.
Der
Musicplayer gibt optisch viel her, scheitert dann aber an der Bedienung. Je nach Ausrichtung wird das Coverart an einer anderen Position dargestellt, darunter befinden sich Buttons für die Player-Steuerung sowie Repeat- und Shufflefunktion. Da wirkt in meinen Augen irgendwie verwirrend und unübersichtlich.
Der Player klingt in Verbindung mit dem mitgelieferten Stereo-Headset nicht wirklich überzeugend. Auch mit einem höherwertigen Kopfhörer kann der Klang nicht ganz mit dem Klassenprimus "Nokia 5800 XM" mithalten.. Hinter dem Klang des iPOD eines Apple iPhones braucht es sich jedenfalls nicht zu verstecken. Da dem Headset des Viewty Smart ein 3.5 mm
Klinkenbuchsenadapter mit eingebautem Mikrofon zur Verfügung steht, kann man gleichzeitig telefonieren und Musik hören. Wer das nicht wirklich ausgewogene Headset nicht mag (so wie ich), der kann auch höherwertige
Pendants aus dem High-End Bereich anschliessen.
Um die maximale Soundqualität des Viewty Smart
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt. Die von LG entwickelten weißen Kopfhörer sehen sowohl gut aus, sind für Gespräche geeignet und bieten schon fast einen optimalen Soundgenuss.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert bekanntlich ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Erstaunlicherweise reicht die maximale Lautstärke des Viewty Smart diesmal problemlos aus, um die recht großen Wandler des iGrado in Wallung kommen zu lassen. Da das Ausgangssignal des Viewty Smart im Bassbereich aber recht früh abfällt, ist gerade der bassarme iGrado nicht der richtige Partner.
Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem GC900 schon deutlich besser zusammen, kappt aber die Höhen zu früh. Der Sennheiser CX300
ist für einen InEar eine gute Alternative, aber auch hier wird der Bassbereich in meinen Ohren noch nicht ausreichend betont. Gerade in dieser Disziplin kann der Creative
Labs EP 630 eher überzeugen. Endlich liefert das Viewty Smart amtliche Bässe. Zwar geht das zu Lasten der Höhen und die Mitten werden etwas in die Breite gezogen, aber das kann man durch das passende Equalizer-Preset ausgleichen, die Auswahl ist schliesslich riesig. Bei Einstellungen, wie Bobcat Mobile,
Dolby Mobile,
Acoustic,
Bass Boost,
Classic,
Klar,
Comfort,
Dance,
Tief,
Electronic,
Hip-Hop,
Jazz,
Latin,
Live,
Klavier,
Pop,
Bypass,
R&B,
Rock,
Höhen,
Xtra Bass,
Vocal dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Für einen Kopfhörer, der bei
Amazon knapp 18 € kostet, bietet der Creative
Labs EP 630 ein unglaubliches Preis- Leistungsverhältnis und
stellt damit in meinen Ohren den optimalen Ersatz für das mitgelieferte Stereo-Headset dar. Grundsätzlich unterstützt das Viewty Smart auch
A2DP und AVRCP. Somit kann man den Sound auch über
Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 ausgeben. Eigene Varianten lassen sich leider nicht anlegen. Insgesamt ist der Klang des Viewty Smart nicht so direkt und bassstark wie beim Klassenprimus Nokia 5800 XM.
Folgende Alben aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test
genutzt. Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden.
Sarah Brightman
(Symphony)
Assemblage23
(Storm)
OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I)
The Corrs
(Talk on Corners)
Songs kann man nach
verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Interpreten, Alben, Genres).
Über
Wiedergabelisten kann
man das Viewty Smart zwar zu einem recht passablen Hosentaschenwurlitzer umfunktionieren, rein von der Bedienung her will man das oft aber gar nicht mehr. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man seine
Songs auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag,
kann seine Songs in zufälliger Reihenfolge abspielen. Selbst die
Wiederholung eines oder aller Songs ist möglich. Da der Player beim Beenden auch die zuletzt abgespielte Position vergisst, sollte man sich mit dem Viewty Smart nur kurze Songs anhören. Aufgrund der unübersichtlichen Bedienung bekommt das Viewty Smart in diesem Bereich nur ein "befriedigend".
Das
integrierte Radio wartet mit einem virtuellen Tuningrad auf und speichert fünfzig Radiosender. Wer mag, kann es im Hintergrund
weiter dudeln lassen. Der Klang des Radios geht jedenfalls voll in Ordnung, auch die maximale Lautstärke gibt keinen Anlass zur Klage. Durch die RDS-Unterstützung kann man sogar Senderinformationen, wie Interpret und Songtitel abrufen. Das Kopfhörerkabel dient dabei immer als Antenne, ohne Kabel kein Radio.
Der Media Player dürfte
LG-Fans nicht unbekannt sein und ist "guter Standard". Dabei werden die
abgespeicherten Videos auch im Vollbildmodus dargestellt, auf Wunsch sogar im Querformat. Das macht auf dem 3-Zoll-Display schon Spaß. Denn das Viewty Smart kann Videos mit einer Größe von 480 x 800 Pixel abspielen, sofern man sie vorher ins MP4-Format konvertiert hat, als DivX funktioniert das leider nicht.. Die Wiedergabe von DivX-Videos erfordert oft eine Umkonvertierung, denn mit dem weit verbreiteten Standard "XViD" kann da Viewty Smart nix anfangen. Über den integrierten TV-Ausgang kann man die Videos sogar auf dem heimischen Fernseher betrachten, das dafür notwenige Videokabel gehört allerdings nicht zum Lieferumfang.
Im Galeriemodus werden die Bilder im Querformat in der vom iPhone bekannten Coverflow-Oktik dargestellt. Die neusten Bilder liegen dann immer über den anderen. Durch flicken nach links und rechts kann ich ein Bild auswählen und dann durch spreizen von Daumen und Zeigefinger vergrößern.
Klang/Gesprächsqualität/Empfangsleistung
Obwohl das Viewty Smart nur über einen Lautsprecher verfügt, ist die maximale Lautstärke des Musicplayers durchaus ausreichend, um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht gerade auf einer Baustelle liegt) als MP3-Player-Ersatz herzuhalten. Auch die Klangqualität spricht nicht dagegen. In Verbindung mit einem kleinen externen Lautsprecher bekommt man ein kleine Musik- und Videostation mit Radio. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch ebenfalls kein Problem. Die Verständigung zwischen den Gesprächspartner wird als nahezu "glasklar" empfunden, deutlich besser als beim Nokia 5800 XM. Sie reicht schon fast an die Qualität der Modelle von Motorola heran. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind Geschmackssache. Insgesamt bewerte ich den Gesprächsklang des Gerätes mit "gut".
Connectivity
Das Viewty Smart verfügt zwar über einen vollwertigen Webbrowser und theoretisch kann man dank UMTS / HSDPA auch in angenehmer Geschwindigkeit surfen. Leider werden Webseiten aber deutlich langsamer aufgebaut als beim Klassenprimus iPhone. Immerhin stellt der Browser des Viewty Smart die Webseite auch wie wie auf dem PC gewohnt dar. Einen Textlink zu treffen, ist aufgrund der zu kleinen Gesamtansicht aber selbst auf dem recht großen Bildschirm Glückssache. Ohne eine Vergrößerung der Webseite mittels des Finger-Spreizens kommt man also nicht sehr weit.Der Browser des Viewty Smart ist durchaus in der Lage, Webseiten mit Flash-Elementen darzustellen. Wer es nicht glaubt, sollte mit seinem Viewty Smart mal diese Webseite ansurfen. Die normale YouTube-Seite bleibt dem LG aber verwehrt, so weit reicht die Flash-Unterstützung dann doch nicht.
Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. Für eine große Anzahl an E-Mails bzw. Anhänge (nicht mehr als 1 MB) ist das GC900 aber nicht geeignet. Anhänge größer als 1 Megabyte werden nicht herunter geladen. Eine Hilfe beim Einrichten von Postfächern erhält man nicht, die Zugangsdaten muss man "von Hand" eingeben. HTML-Mails oder Anhänge, wie PDF und Co. stellt das E-Mail-Programm dar. Realisiert wird das dann über den integrierten Picsel-Viewer, der auch für die Wiedergabe von Office-Dokumenten zuständig ist. HTML-Links kann man dann allerdings - warum auch immer - nicht folgen. Zum Surfen und E-Mailen ist das Viewty Smart somit nur bedingt nutzbar. Mit eingelegter Speicherkarte wird das Viewty Smart als Massenspeichergerät erkannt. Drei Megabyte Daten wandern in knapp 3 Sekunden vom PC zum GC900. Wer mag, kann seine Kontakte, Musiken, Grafiken und Dateien auch über die LG Suite synchronisieren.
Kamera/Video
LG greift beim Viewty Smart wieder auf ein Objektiv der Firma "Schneider Kreuznach" zurück. Allzu hohe Erwartungen an die Qualität der Bilder von Handy-Kameras sollte man aber nicht haben. Gerade bei Innenaufnahmen fehlt den Objektiven oft die nötige Lichtstärke größere Objektive. Die Kamera des Viewty Smart erreicht mit ihren 8-Megapixeln aber durchaus die Qualität der entsprechenden Konkurfenzmodelle. Zwischen Video- und Kameramodus wechselt man nun über einen kleinen Schieber, ähnlich wie in der Firmware 3.0 des iPhone 3GS.
Beim Viewty Smart nutzt man als Fotograf das komplette 3-Zoll-Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus gehalten.
Die Kameraoptionen bietet aber keine Motivprogramme, dafür kann man die Bildauflösung zwischen 3264 x 2448 (8 Megapixel), 2560 x 1920 (5 Megapixel), 2048 x 1536 Pixel (3 MP), 1600 x 1200 Pixel (2 MP), 1280 x 960 Pixel (1 MP), 640 x 480 Pixel, 320 x 240 Pixel, MMS und einer Größe für Kontaktbilder variieren.
Die Qualität der Bilder lässt sich auf Superfein, Fein und Normal einstellen. Die Lichtempfindlichkeit der Kamera kann zwar bis auf 800 ISO hochgeschraubt werden. Immerhin ist die LED in der Lage, Objekte bis etwa 2 Meter Entfernung aus dem Dunkeln zu holen, sofern man den Bildstabilisator abschaltet. Bei Aufnahmen mit schlechtem Umgebungslicht löst sich das Motiv hingegen schnell in Artefakte auf. Bilder wirken "körnig".
Natürlich hat die Kamera des Viewty Smart auch einen Selbstauslöser (3/5/10 Sekunden Verzögerung). Der Autofokus reagiert sehr schnell. Für Nahaufnahmen kann man einen Makromodus hinzuschalten.
Für schnelle Schnappschüsse taugt die Kamera nicht, denn der Start dauert gut und gerne 2 Sekunden.
An Aufnahmemodi steht neben einem Nachtmodus noch eine Serienaufnahme zur Auswahl. Farbeffekte, wie Schwarzweiß, Negativ und Sepia peppen langweilige Bilder auf und unterschiedliche Programme für den Weißabgleich helfen überwiegend bei Aufnahmen in Innenräumen.
Verschiedene Programme sorgen für die optimale Belichtung in bestimmten Situationen, wie beim Sport, in der Nacht und bei Landschaftsaufnahmen. Um die Auswahl zu vereinfachen, sind alle Menüs transparent gestaltet. Spezialprogramme, wie eine Lächel-Erkennung lösen dann ein Bild aus, wenn das Motiv auch wirklich lächelt. Eine Gesichtserkennungssoftware kann mehrere Gesichter erkennen und gleichzeitig fokussierten, eine Blinzelerkennung löst erst dann aus, wenn das Motiv nicht blinzelt. Der integrierte Bildstabilisator soll zwar für schärfere Bilder bei schnellen Bewegungen sorgen, reduziert in meinen Augen aber die Qualität der Bilder. Ein Digitalzoom (in meinen Augen eine nutzlose Sache) kann bis auf das 8-fache erhöht werden. Der Kameraton ist nicht abschaltbar, dafür stehen mehrere Variationen zur Auswahl.
Die Bilder weisen eine nahezu hundertprozentige Farbtreue auf. Die Belichtung des Fotos wird - wie bei fast allen Kameras - von der Ausleuchtung in der Suchermitte abhängig gemacht. Sehr helle Bereich, wie z.B. der Himmel werden dann zu stark belichtet. Bei grauem Himmel gibt es einen leichten Rotstich. Der integrierte Blitz ist wirklich sehr hell und kann einen kleinen Raum (ca. 4 Quadratmeter) fast taghell erleuchten.
Insgesamt kann die Qualität der Bilder der 8-Megapixel-Kamera gerade bei Außenaufnahmen voll überzeugen. Auch die anderen Megapixler aus dem Hause Sony Ericsson oder Smaung machen keine besseren Bilder. Videos nimmt das Viewty Smart mit einer maximalen Auflösung von 720 x 480 Pixel und mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Besser geht es eigentlich nicht. Immerhin verbrät die Kamera so schnell man knapp 16 MB pro Minute Film. Insgesamt würde ich die Kameraleisttung durchaus mit einem "gut" bis "sehr gut" bewerten.
Akkulaufzeit
Die Akkuleistung des Viewty Smart geht unter Berücksichtigung des sehr leuchtstarken und recht großen Displays in Ordnung. Da macht das Apple iPhone deutlich schneller schlapp. Der mitgelieferte 1000 mAh Akku ist zwar nicht der Weisheit letzter Schluss, kann bei normaler Nutzung (10 Minuten telefonieren, ein paar SMS und E-Mails,
90 Minuten MP3 am Tag, ein paar Fotos Videos) aber knapp 2
Tagen durchhalten. Quasselstrippen werden dem Akku des Viewty Smarts nach knapp 3 1/2 Stunden Dauertelefonat im GSM-Netz und etwa 4 Stunden im UMTS-Netz die Lichter ausblasen. Intensivnutzer mit
Hang zum Masochismus (Stichwort Internetnutzung auf dem GC900) werden den Akku ihres Schmuckstücks täglich betanken müssen. Bei Gelegenheitsnutzer hält die Kraftzelle etwa 4 Tage bis zum Nachladen.
Videotestbericht
Fazit
Beim Viewty Smart legt LG den Focus ganz klar auf die gute Kamerafunktion. Nutzer müssen dabei nicht auf die intuitive und dabei optisch eindrucksvolle Bedienung des Arena verzichten. Leider kann man das Betriebssystem nur schlecht mit Programmen von Drittanbietern zu erweitern. Die Bedienung über den kapazitiven 3-Zoll-Touchscreen geht flott von der Hand. Die Animationen sind zwar schön anzusehen, langweilen aber nach einiger Zeit. Der klanglich überzeugende Musicplayer krankt an der eher umständlichen Bedienung und wirkt grafisch zu "überladen". Die Videos (auch als DivX) werden kristallklar wieder gegeben. Die PIM-Funktionen des Viewty Smart sind zwar ausreichend, LG-typisch aber sicher kein Aushängeschild, dafür kann man zu wenig Termine und Aufgaben verwalten. Mobiles Internet ist trotz der HSDPA-Unterstützung bzw WLAN keine Stärke des GC900, der integrierte Browser reagiert dafür einfach zu träge. Als Kamerahandy kann das Viewty Smart durchaus überzeugen und erreicht damit das Ziel mit 8 Punkten.