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LG Viewty (KU990) Test

Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 09.01.2008, 10:01
Punkte: blue.gifblue.gifblue.gifbluehalf.gif  (7 von 10)
Hits: 29410
Sprache: german


Testbericht LG Viewty von mobile-reviews.de

Hersteller:
LG

Modell:
LG Viewty

Shop:
LG Viewty


Bildergalerie:
Bildergalerie
Menübilder
Kamerabilder Teil 1
Kamerabilder Teil 2

Links:
Java
Datenblat
Hacks

Revision: 08.01.2008

View the next Technology. So lautet der Slogan, mit dem der koreanische Hersteller LG seine neuste Schöpfung, das LG KU 990 (Viewty) bewirbt. Beim Viewty steht aber nicht nur die Technik im Vordergrund, sondern auch das beeindruckende Design und die "state of the art" Bedienung (der 3-Zoll-Touchscreen reagiert auf Tastendruck). Die Verarbeitung des Seriengerätes ist hervorragend. Das Objektiv der Kamera (5 Megapixelkamera mit Autofokus sowie Digitalzoom) ist von Schneider Kreuznach. Um seine Multimediaqualitäten auch ausreichend schnell in Szene setzen zu können, stehen dem Viewty etwa 110 MByte interner Speicher zur Verfügung. Zugegeben, nicht sehr viel. Dafür lässt er sich aber über den Slot für microSD Speicherkarten problemlos erweitern. Neben Triband-SGM bietet das Viewty auch noch UMTS und unterstützt den Datenturbo HSDPA. SO lässt es sich angenehm schnell surfen. Wie sich das Viewty im täglichen Einsatz schlägt, soll Ihnen mein Testbericht zeigen.

Design

Mit dem LG Prada haben die Koreaner gezeigt, dass sie auch Wert auf Design legen. Auch das Viewty ist da keine Ausnahme. In einer Kombination aus dezentem schwarz und silber macht es einen schlanken Eindruck. Das Design ist sehr gefällig, verzichtet das Viewty doch auf allzu viele Tasten. Die Waage zeigt dabei 113 g (es ist also etwa 28 g schwerer, als das LG Prada) an, das Zentimetermass kommt auf Abmessungen von 104 x 55 x 18 mm. Ich will an dieser Stelle nicht verschweigen, dass das große Display des Viewty Fingerabdrücke und den aktuellen Haut-PH-Wert seines Trägers sofort und eindrucksvoll in Szene setzt. Aus diesem Grund sollte man(n) (oder Frau) auch gleich den Kauf eines Putztuchs mit einplanen. Man ist geneigt, sein neues Spielzeug ständig zu putzen. Nutzer des LG Chocolate, der schwarzen Nokia 8800 Editionen oder eines alten iPOD nano wissen davon sicher ein Lied zu singen. Denn so ein Schmuckstück muss glänzen. Die Queen würde sagen: "I'm not amused." Im Gegensatz zum LG Prada zeigte das Viewty im Laufe des Testzeitraumes aber keine Kratzer. Dies liegt sicher auch daran, dass die Rückseite aus Metall besteht. Die Rückseite des LG Viewty wird vom großen Kameraobjektiv dominiert. So betrachtet erinnert es eher an eine Digicam als an ein Mobiltelefon.

Viewty Viewty Viewty
Viewty Viewty Viewty

Mehr Bilder des Schmuckstücks finden Sie hier.

Größenvergleich

Viewty Viewty Viewty

Viewty

Technik

Die Ausstattungsliste des Viewty ist übersichtlich, dafür aber vollständig. Vom 3 Zoll großen Touchscreen mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel, über die 5 Megapixel Kamera mit Autofokus und Digitalzoom samt Objektiv von Schneider Kreuznach bis hin zum 110 MB internen Speicher sowie einem Slot für microSD Speicherkarten ist alles vorhanden. Ein MP3 Player und FM Radio (inkl. RDS) vervollständigen den guten Ausstattungsumfang. Das Viewty ist zudem als eines der ersten Mobiltelefone in der Lage, ab Werk DivX Videos abzuspielen. Für diejenigen, die das Viewty auch zum telefonieren nutzen wollen: es ist ein Triband-Gerät (GSM 900/GSM 1800/GSM 1900) mit Unterstützung für den UMTS Datendienst samt HSDPA. Kontakt mit der Außenwelt nimmt es über Bluetooth 2.0 sowie USB auf.

Lieferumfang

Viewty Viewty Viewty

In einem kleinen, edlen schwarz-weißen Karton kommt das Viewty zum Kunden. Die Oberseite der Verpackung wird fast vollständig von der Linsen samt deutlich lesbarem Schneider-Kreuznach-Schriftzug in Beschlag genommen. LG liegt den Schwerpunkt des Viewty auf den Kameramodus, soviel dürfte dem geneigtem Käufer an dieser Stelle klar werden. Unter der Außenhülle kommt dann nochmals ein - in edlem Schwarz gehaltener - Karton zum Vorschein. Ein kleiner Pappaufsteller zeigt dann das Viewty in seiner ganzen Pracht. Das komplette Zubehör wurde in einzelnen Kisten verpackt. Zum Vorschein kommen

  • Kabelgebundenes Stereoheadset (mit Adapter für normale 3.5 mm Klinkenbuchsen)
  • USB-Datenkabel
  • Ladegerät
  • 100 mAhAkku (LGIP-580A)
  • Daten(mini)-CD
  • Nutzerhandbuch
  • Kurzanleitung
  • Display-Schutzfolie
  • Stylus

Allerdings völlig unverständlich ist die Tatsache, dass dem Viewty keine microSD-Karte beiliegt.

Verarbeitung/Haptik

Es fühlt sich gut an. Glatt und wertig. Die Verarbeitung des LG Viewty ist überzeugend. Die wenigen echten Drücker auf der Oberseite des LG Viewty (grüne Hörertaste zur Gesprächsannahme, rote Hörertaste zum Beenden von Gesprächen sowie eine Korrekturtaste in der Mitte des Gerätes) sind ebenfalls bombig verarbeitet. Dem Gehäuse ist kein Knarzen oder Quietschen zu entlocken. Der dünne Akkudeckel auf der Rückseite wird eingehakt und besteht aus Metall. Dreh- und Angelpunkt des Gerätes ist der 3-Zoll-Touchscreen. Er reagiert überwiegend zügig auf Eingaben. Leichte Fehleingaben lassen sich dennoch nicht vermeiden, zumal meine Hände und Finger auch nicht gerade klein sind. Die Trefferquote lag bei mir aber bei etwa 97%. SMS und E-Mails lassen sich mit dem Viewty natürlich auch verfassen. Allerdings nicht mit der bei normalen Mobiltelefonen gewohnten Geschwindigkeit. So schnell wie eine physische Tastatur kann der Screen die Eingaben dann doch nicht umsetzen. Der virtuelle Ziffernblock erscheint nur in den entsprechenden Anwendungen oder Menüpunkten (Kurznachrichten, E-Mails). Eine vollständige virtuelle QWERTZ-Tastatur lässt sich ebenfalls einblenden - im Gegensatz zum LG Prada - sogar im Querformat.

Nachrichtenfreaks werden aber mit dem Viewty keine echte Freude haben. Für Gelegenheitsschreiber reicht die virtuelle Tastatur hingegen völlig aus. Buchstaben lassen sich allerdings NUR mit der Löschtaste in der Mittes des Viewty löschen. Bei Eingaben wird der LG Viewty Nutzer (oder Nutzerin) mittels der Eingabehilfe T9 unterstützt.

Viewty Viewty Viewty
Viewty Viewty  

Auf der linken Seite des Viewty befindet sich die Lade- und Kopfhörerbuchse, die rechte Seite des Gerätes wird von einem Schieber zur Auswahl des Kameramodus (Bilder, Video, Abspielen von Videos) sowie dem Drücker für die Tastensperre und dem Auslöser für die Kamera dominiert. Ein Drehkranz (JogWheel) um die Kameralinse ermöglicht das Scharfstellen des optional manuellen Fokus bzw. Zoomen. Er kann auch zur Menünavigation genutzt werden.

Display

Viewty

Das Display entspricht dem des LG Prada. Texte, Grafiken und Videos werden mit einer Auflösung von 240 x 400 Pixel bei 262.144 möglichen Farbkombinationen dargestellt. Es ist berührungsempfindlich und das ist auch gut so, denn das Viewty wird ausschließlich über den 3-Zoll großen Touchscreen gesteuert. Im Gegensatz zum LG Prada lässt sich das Viewty allerdings auch durch den mitgelieferten Stift bedienen. Die Menüicons an sich sind ausreichend groß gestaltet um das Viewty bequem mit den Finger bedienen zu können, einzig die Scrolleisten am Bildschirmrand sind sehr schmal geraten. Die Icons sehen wunderschön aus, wobei das schwarze Theme schlichte weiße Icons auf schwarzem Hintergrund anbietet. Bei starker Sonneneinstrahlung lässt sich das Display leider kaum noch ablesen. Diese Schwäche teilt es sich mit vielen anderen Geräten. Das Display lässt ist zwar nicht ganz so hell, wie man es von aktuellen Geräten der Firma Nokia gewohnt ist (oder vom Apple iPhone). Die Helligkeit ist aber dennoch gut. Im Energiesparmodus wird das Display leicht gedimmt, zur Freude des eingebauten 1000 mAh Akkus. Dieser kann dann nämlich deutlich länger als Stromquelle sein Werk verrichten. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden.

Inbetriebnahme

Nach Betätigung des Einschaltknopfes (rechte rote Hörertaste) erscheint das LG Symbol und eine kleine Animation. Die notwendigen providerspezifischen Einstellungen (MMS und Co) waren beim meinem Testgerät bereits aber Werk hinterlegt (und zwar nicht nur für t-mobile). Eine kurze Einführung bzw. Demo zum Gerät wird ebenfalls angeboten. Danach ist es sofort einsatzfähig. Die Bootzeit des LG Viewty ist erstaunlich lang (etwa 30 Sekunden), man fühlt sich an dieser Stelle durchaus an die neueren, Symbian betriebene Mobiltelefonen erinnert.

Menü/Funktionen

Viewty

Über die marktüblichen Funktionen, wie Aufgabenverwaltung, Notizen, Kalender, SMS, E-Mail, Nachrichten und Co verfügt auch das stylische LG Viewty. Durch eine Art von Reiter (ähnlich wie bei einem Filofax) wird das Menü in 4 verschiedene Bereiche (Telefon, Medien, Office, Einstellungen) unterteilt. Durch simples drücken eines Menüpunktes oder eines Reiters wechselt das LG Viewty zielsicher (nahezu 97% der Eingaben waren bei mir auf Anhieb erfolgreich) zum gewünschten Punkt.

Es gibt 5 vorgefertigte Profile, die nicht erweiterbar, dafür aber veränderbar sind. Auch drei eigene Profile sind möglich. Das Viewty kann sowohl nur vibrieren, als auch gleichzeitig klingeln und vibrieren oder aber nur klingeln und dann vibrieren. Jede denkbare Kombination ist möglich. Die Systemsounds (Benachrichtigungstöne, Wecker und Co.) sind änderbar.

Neben der kompletten Palette an Anwendungen von Google (Google Mail, Google Maps, Google Suche, Blogger und YouTube) verfügt das Viewty auch über eine Weltzeituhr, Taschenrechner und Umrechner. Da darf dann auch der eingebaute Wecker (wiederkehrende Ereignisse sind möglich) nicht fehlen. Die Uhr auf dem Display lässt sich mit dem Finger verschieben. Wer sie dann nach einiger Zeit als störend empfindet kann sie komplett abschalten oder auf digital Ansicht umstellen. Oder sogar eine kombinierte digitale und analoge Uhr bewundern.

Viewty Viewty

Die Kontaktdatenbank kann 500 Einträge aufnehmen. Hierbei wird auf Wunsch auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als Vollbild angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben suchen. Es besteht zudem die Wahl zwischen SIM-Kontakten und denen im Telefon. Die vorhandenen Kontakte können dann in Gruppen eingeteilt werden. Dieser Gruppe lässt sich ein individueller Klingelton zuweisen. Bei den Kontaktfeldern sind zahlreiche Informationsdetails möglich (Vor-/Nachname, Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, Anruferbild, Rufton, Internet-, Firmen- und Privatadresse und Firmenname, etc. Ein Feld für Geburtstage ist aber nicht vorgesehen. Sie müssen im Kalender als jährliche Wiederholung eingegeben werden.

Viewty Viewty Viewty

Der Kalender bietet eine Wochen- und Monatsansicht und informiert auf den ersten Blick über anstehende Termine. Wiederkehrende Termine sind möglich. Zu jedem Termin lässt sich auch eine Notiz eingeben. Überschneidungen werden nicht angemahnt. Hier vertraut das Viewty voll der Übersicht seines menschlichen Herrn und Meisters. Die Wochenübersicht stellt die Termine durch einen blauen Balken dar. Über eine Sprachwahl oder gar Sprachsteuerung verfügt das Viewty nicht. Also auch hier kein Fortschritt zum LG Prada. Einzelne Tage lassen sich als Feiertage kennzeichnen und werden dann rot hinterlegt. Natürlich ist auch das LG Viewty Aufgaben zu verwalten. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt.

Menübilder finden Sie hier.

Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

Ab Werk ist das LG Viewty sicher kein Unterhaltungsmuffel. Der MP3-Player (MP3, AAC, AAC+) klingt in Verbindung mit einem guten Headset (z. B. dem Koss Porta Pro oder dem AKG) ganz annehmbar. Das mitgelieferte Headset ist qualitativ zwar keine Offenbarung, kann den Klang des Viewty aber gut wieder geben.

Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (Künstlern oder Alben). Mittels Wiedergabelisten (zuletzt gespielt, Genres, alle Titel, Zufällig) und Playlists kann man das Viewty zur Musikbox umfunktionieren. Hat man aber mehr als zwei Handvoll an Songs auf der Speicherkarte, wird die Liste der alphabetisch sortierten Musikstücke bald sehr lang. So lassen sich bestimmte Musikstücke nur sehr schwer wieder finden.

Viewty Viewty Viewty

Der MP3-Player ist multitaskingfähig und reagiert schnell. Dafür werden die Songs auf Wunsch aber in zufälliger Reihenfolge abgespielt. Auch die Wiederholung eines oder aller Songs ist vorgesehen. Als Hörbuch-Player taugt er allerdings nicht, denn eine abgebrochene Wiedergabe, wird nicht an gleicher Stelle fortgesetzt. Der Klang des MP3-Player ist ausgewogen, dafür aber bassarm.

Die Songs können per MMS, Email oder Bluetooth versendet werden. Wer die werkseigenen Sounds nicht mag, kann seine MP3 auch als Ton für Anrufe oder zur Nachrichtenbenachrichtigung nutzen. Leider haben Equalizer bzw. vorgefertigte Klangpresets keinen Einzug ins das Viewty gehalten. Der MP3 Player lässt sich über eine Option in den Hintergrund schicken. Dann und erst dann kann man den Stromsparmodus des Viewty nutzen. Vorher bleibt das Display auf Dauerbeleuchtung und leer den Akku in wenigen Stunden. Im minimierten Zustand bewegt sich der aktuelle Titel am oberen Bildschirmrand als Laufband. Ein Icon zeigt an, dass der Player noch aktiv ist. Ein Druck auf dieses kleine Symbol wechselt dann wieder zum Player.

Das eingebaute Radio zeigt dank RDS den aktuell gewählten Radiosender an. Zwölf davon kann man in einer Liste abspeichern. Auch das Radio lässt sich in den Hintergrund verbannen. Eine einfache Rückkehr, wie beim MP3 Player ist aber nicht möglich. Die Radiofunktion läuft "unsichtbar" im Hintergrund des Viewty. Zur Rückkehr bleibt also nur der Weg über das Menü. Das Klangbild als sehr klar zu bezeichnen. Anders verhält es sich mit dem Radio. Dank RDS zeigt es den aktuell gewählten Radiosender an. Auch das Radio lässt sich in den Hintergrund verbannen. Eine einfache Rückkehr, wie beim MP3 Player ist aber nicht möglich. Die Radiofunktion läuft "unsichtbar" im Hintergrund des Viewty. Zur Rückkehr bleibt also nur der Weg über das Menü.

Über die mitgelieferte Kabelfernbedienung kann man sowohl die Lautstärke anpassen, als auch Anrufe entgegennehmen. Dank des 3,5-Millimeter-Adapters lassen sich auch eignen Kopfhörer an das Viewty anschließen. Da auch das A2DP und AVRCP Profil unterstützt wird, lässt sich der Sound auch über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie dem Motorola S9 wieder geben. Hierbei traten allerdings vermehrt Probleme auf. Die Verbindung zum S9 wurde in unregelmäßigen Abständen unterbrochen, so dass der Musikfluss ins Stocken geriet. Nachweislich immer dann, wenn ich das Viewty in meine Innentasche verbannt habe. Ein Nokia N82 machte unter den gleichen Voraussetzungen keine Probleme.

Der Videoplayer ist zwar nicht einzigartig. Verfügt über eine ungewöhnliche Funktion. Er kann ab Werk DivX Videos wiedergeben. aufwarten. Durch sein 3-Zoll Display ist es eine wahre Freude, seine heimischen DivX-Filme oder TV-Serien auf dem Display des Viewty zu betrachten. Im Gegensatz zum iPhone muss der Nutzer also eigentlich keine langwierigen Umkonvertierungsprozess in Kauf nehmen. Sollten die heimischen DivX wider erwarten nicht auf dem Viewty betrachtet werden können bzw. im falschen Format vorliegen, auch kein Problem. LG ist so nett und legt dafür einen DivX-Konverter bei.

Klang

Der Klang des Gerätes ist sehr gut. Obwohl das Viewty nur über einen an der Rückseite angebrachten Lautsprecher verfügt, ist der Klang ausreichend um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht auf einer Baustelle liegt) als MP3-Player-Ersatz herzuhalten. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind kein Problem. Die Akustik zwischen den Gesprächspartner ist klar und deutlich. Die vorinstallierten Klingeltöne sind allerdings nicht wirklich überzeugend. Das Klangbild ist sehr klar. Leider ist die maximale Lautstärke des Viewty nicht wirklich ausreichend, um in lauten Umgebungen eine problemlose Kommunikation zu ermöglichen. Die Lautstärke wird über den rückseitig angebrachten Schieber des Kamerazooms ermöglicht.

Konnektivität

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Das Viewty verfügt über einen vollwertigen Webbrowser. Dank UMTS mit HSDPA lässt es sich auch in angenehmer Geschwindigkeit auf dem Viewty surfen. Webseiten werden nahezu 1:1 wieder gegeben. Hierbei kann sowohl die horizontale, als auch die vertikale Ansicht gewählt werden. Das Viewty kann als Wechselspeicher fungieren, den entsprechenden Eintrag findet man im tief verschachtelten Menü. Die Übertragung von Dateien per Bluetooth ist relativ schnell, deutlich schneller geht es aber über USB bzw. über einen seperaten Kartenleser. Natürlich bietet das KU990 auch Bluetooth und hierbei unterstützt es sogar A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile).

Bilder der Webansicht finden Sie hier.

Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. Leider, leider ist die IMAP4 Unterstützung nicht wirklich nutzbar, stürzt das Viewty doch nachvollziehbar beim Sync mit meinem Server ab. POP3 Abfragen hingegen meistert das Viewty anstandslos.

Für eine große Anzahl an E-Mails bzw. Anhänge (nicht mehr als 1 MB) ist das Viewty aber sowieso nicht geeignet. In den selbst erstellbaren und anpassbaren Ordnern für die einzelnen Postfächer werden immer nur vier E-Mails mit Absender und Eingangsdatum versehen dargestellt.

Die providerspezifischen Zugangspunkte lassen sich nicht löschen. Lediglich neue Zugangspunkte lassen sich hinzufügen. Dies führte in meinem Test zu einer leicht erhöhten Telefonrechnung, denn die Google basierten Anwendungen ignorierten den Zugangspunkt der Internet Flatrate. Während der Browser völlig korrekt über den zusätzlich erstellten Zugangspunkt Kontakt zum Internet aufnahm.

Kamera/Video

LG hat ein Objektiv von Schneider-Kreuznach eingebaut und auch den XENON-Blitz nicht vergessen. Diese leuchtet allerdings aus verständlichen Gründen nicht im Dauerzustand. Als Tachenlampen-Ersatz kann man sein Viewty somit nicht missbrauchen.

In letzter Zeit wird bei Mobiles oft mit Markennamen geworben. Nokia mit der Carl Zeiss Technologie, Sony mit Cybershot Funktionalität. Die hohen Erwartungen, die dann an die Qualität der Bilder geknüpft werden, können aber meist nicht erfüllt werden. Bedenkt man die Tatsache, dass die Linsen der Mobiles oft nur ein paar Millimeter groß sind, ist dies allerdings auch kein Wunder.

Hier kann auch das LG Viewty einer guten Digicam nicht die Butter vom Brot nehmen. Zwar bietet die Kamera 5 Megapixel, doch die Anzahl der Megapixel sind bei Digicams nicht mehr ausschlaggebend. Bekomme ich doch heutzutage eine 5 Megapixel Kamera in jedem Discounter für etwa 80 € nachgeworfen. Viel wichtiger ist die zum Einsatz kommende Optik. Im Falle des Viewty kommt diese von Schneider-Kreuznach.

Das Viewty nutzt sein großes Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus (400 x 240 Pixel) gehalten. Die Kameraoptionen bietet verschiedene Motivprogramme (Automatisch, Portrait, Landschaft, Nacht, Strand, Sport, Party). Die Bildauflösung kann zwischen 2592 x 1944 Pixel (5 MP), 2048 x 1536 Pixel (3 MP), 1600x 1200 Pixel (2 MP), 1280 x 960 Pixel (1 MP), 640 x 480 Pixel, 320 x 240 Pixel und Kontaktbilder variiert werden. Die Qualität der Bilder lässt sich zwischen Normal, Fein und Superfein regeln.

Erstmalig kann die Lichtempfindlichkeit der Kamera auf bis zu 800 ISO eingestellt werden. Gerade bei Aufnahmen mit schlechtem Umgebungslicht ist die Option sehr hilfreich. Wobei dann allerdings auch das Rauschen in den Bilder deutlich zunimmt. Hierbei kann der eingebaute und leuchtstarke XENON-Blitz aber behilflich sein. Bei Aufnahme bis etwa 1,5 Meter Entfernung reicht diese zusätzliche Beleuchtung noch aus. Danach verschwindet das Motiv im dunkeln. Natürlich hat die Kamera des Viewty einen Selbstauslöser (3/5/10 Sekunden Verzögerung) und bietet dem Hobbyfotografen zudem noch zwei Messmethoden für den Autofokus. Der Autofokus reagiert etwas langsam (etwa 3 Sekunden bei Speicherung auf micro-SD), lässt sich auf Wunsch aber auch abschalten.

An Aufnahmemodi steht Panorama (drei nebeneinander liegende, zusammengeschnittene Bilder), die Serienaufnahme (neun Bilder in schneller Folge geschossenen), die Rahmenfunktion sowie der normale Modus zur Verfügung. Auftretende Lichtverhältnissen begegnet die Kamera mit unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten (Automatisch, Kunstlicht, Sonnig, Leuchtstoff, Bewölkt). Bilder lassen sich über Filter verfremden (Normal, Schwarzweiß, Negativ, Sepia, Relief). Um die Auswahl zu vereinfachen, sind alle Menüs transparent gestaltet. Der Digitalzoom (in meinen Augen eine nutzlose Sache) kann bis auf das 16-fache erhöht werden. Alternativ steht dem Fotografen ein Makromodus zur Seite. Der Kameraton ist nicht abschaltbar, dafür stehen drei Variationen zur Auswahl.

Eine Handykamera mit mehr Optionen habe ich noch nicht gesehen. Leider liefert die eingebaute Automatik keine wirklich überzeugenden Aufnahmen. Insgesamt wirken diese leicht verwaschen, gerade weiße Flächen weisen einen leichten Rotstich auf. Auch bei Rottönen wird keine hundertprozentige Farbtreue erreicht. Die Belichtung des Fotos wird - wie bei fast allen Kameras - von der Ausleuchtung in der Suchermitte abhängig gemacht. Sehr helle Bereich, wie z.B. der Himmel werden dann zu stark belichtet. Während die anderen Teile des Bildes dann zu dunkel abgebildet werden. Der Makromodus ist gut. Ohne zugeschalteten Autofokus sind auch schnelle Schnappschüsse kein Problem. Wer eine nicht ganz so ruhige Hand sein eigen nennt, kann einen Bildstabilisator zuschalten. Hierzu im Kameramodus einfach die Tastensperre aktivieren. Im Menü erscheint dann ein Symbol mit einer Hand.

Viewty Viewty
Viewty Viewty

Mehr Bilder Kameramöglichkeiten finden Sie hier.

Videos nimmt das Viewty mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde in guter Qualität auf. Dann allerdings nur mit 320 x 240 Pixel. Videos in VGA Auflösung lassen sich mit etwa 30 fps aufnehmen. Die hohe Bildwiederholungsrate von 120 fps ermöglicht Zeitlupenaufnahmen, die bei sich schnell bewegenden Motiven gut aussehen. Das Viewty spielt Videos in den Formaten 3GP, AVI, DivX, H263, H264 und MP4 in voller Auflösung und mit etwa 30 fps ab. Etwa 2 MB für eine Minute Film muss der Hobbyfilmer aber einplanen. Eine große Speicherkarte ist da Pflicht.

Fotos als auch die Videos können direkt im Viewty nachbearbeitet werden. Bildzuschnitt, Effekte (Mosaik, Weichzeichner, Scharfzeichner) und sogar ein Morph-Programm können genutzt werden, um seine Aufnahmen nach eigenem Gusto zu verändern. Kameraseitig macht dem LG Viewty - was die Vielzahl an Optionen und Möglichkeiten betrifft - so schnell kein andere Hersteller etwas vor. Wenn das auch für die Qualität der Bilder gelten würde.

Testbilder:

 

Testvideo (120 fps) Testvideo (30 fps)

Themen

Das LG Viewty hat von Hause aus 3 stylische Themen mit auf den Weg bekommen. Hier dürfte für jeden Geschmack etwas mit dabei sein. Die Themenvielfalt reicht von schlicht (schwarzweiß) über dezent (silber) bis hin zu witzig (Aquarium). Beim letzt genannten Themen gibt es zudem einen animierten Standby-Hintergrund ( schwimmender Fisch). Der Fisch reagiert auf Fingerdruck, er schwimmt dann schnell weg. Ein schöner Gag.

Viewty Viewty Viewty

Akkulaufzeit

View the next Technology? Was den Bereich Multimedia betrifft, keine Frage! Leider ist die Akkuleistung des Viewty keine Disziplin, bei der es sich mit Ruhm bekleckert. Der mitgelieferte 1000 mAh Akku schreit bei normaler Nutzung (kurz telefonieren, 60 Minuten MP3 am Tag, ein paar Fotos und Videos) spätestens nach zwei Tagen nach Strom. Schuld daran ist das große Display und die helle Hintergrundbeleuchtung. Das Viewty ist sicher kein PDA Ersatz, sondern ein waschechtes Multimediagenie. Dabei bleibt es zwar alltagstauglich, wer aber täglich den vollen Funktionsumfang ausschöpft, wird auch entsprechend oft (ggf. täglich) an die Steckdose gerufen. Ein zweiter Akku wird ebenso wenig mitgeliefert, wie eine Ladestation.

Videotestbericht

 

Fazit

Autor
Technisch gesehen ist das LG Viewty seinem Vorgänger überlegen. Die zwar intuitive, aber doch eher magere Player-Software ist verbesserungswürdig. Ein Equalizer oder Presets würden dem Viewty gut zu Gesicht stehen. Der Viewty Browser rendert die Seiten zwar recht fix, wer aber einmal den Browser des Apple iPhone im Vergleich gesehen hat, wird vom Viewty enttäuscht. Dennoch braucht es sich nicht hinter den aktuellen Browsern anderer Hersteller (Sony Ericsson, Samsung, Nokia) zu verstecken. Gegenüber dem iPhone hat das Viewty aber den Geschwindigkeitsvorteil durch HSDPA. HTML Seiten werden zwar nicht optimal auf dem Display dargestellt, dennoch lässt sich mit dem Viewty passabel surfen. Die 5 Megapixel Kamera mit Autofokus und Makromodus macht gute Bilder, ohne wirklich überzeugen zu können. Die Kamerafunktionen sind extrem unfangreich. Der Profi wird mit den manuellen Einstellungen sicher eine bessere Qualität rauskitzeln können, als die Kameraautomatik ermöglicht. Die mit dem Viewty erstellten Videos (gerade die Zeitlupenfunktion) entschädigt da aber wieder. Gerade die Möglichkeit, DivX abzuspielen ist in meinen Augen ein nettes Features.

Die Telefonfunktionen sind ohne Fehl- und Tadel. Leider hat LG dem Viewty keine physikalischen Tasten zur Regelung der Lautstärke spendiert. So ist eine Lautstärkeanpassung eher schlecht möglich. Die Gesprächs- und Empfangsqualität des Viewty liegt auf guten Niveau. Preislich muss der Käufer etwa 400 € einplanen. Sicher kein Schnäppchen. Aber das vergleichbare Nokia N82 kostet da schon etwa 100 € mehr. Wer also auf Design wert legt, auf die Erweiterbarkeit mittels Drittanbietersoftware durch ein Symbian Betriebssystem verzichten kann, sollte durchaus mal einen Blick auf das Viewty werfen. Alle anderen sollten mal einen Blick auf das neue Nokia N82 werfen. Nach kurzer Eingewöhnung lässt sich der Touchscreen des Viewty gut bedienen, insgesamt reagiert er aber - im Vergleich zum iPhone - eher trägt. Allerdings reagiert das Samsung Qbowl noch träger. Wer hingegen auch eine gute Eingabemöglichkeit für Nachrichten benötigt, kommt um ein Mobiltelefon mit echter Tastatur, wie dem Samsung Qbowl nicht herum.



  

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