HTC Touch Pro
Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 22.10.2008, 10:10 Punkte:    (8 von 10) Hits: 12857 Sprache: german
Testbericht HTC Touch Pro von mobile-reviews.de
Revision: 09.07.2008
Die Rufe nach einem Nachfolger für den HTC TyTN (II) wurden lauter und HTC hat reagiert. Der HTC Touch Pro bietet eine vollwertige, seitlich ausziehbare QWERTZ-Tastatur. Neben GSM-Quadband und EDGE surft es sich dank des UMTS Datenturbos HSDPA mit einer theoretischen Übertragungsrate von 7,2 Mbit/s. Schnell Uploads sind dank HSUPA (mit bis zu 1,45 MBit/s) ebenfalls möglich. Der große 2,8 Zoll Touchscreen erfreut die Augen mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln bei 65.536 Farben und ermöglicht unterwegs so bequemes Arbeiten. Die 3.2-Megapixel-Kamera mit Autofokus und LED taugt für Schnappschüsse in guter Qualität. Das integrierte GPS mit Unterstützung für A-GPS sorgt unterwegs für die Orientierung. Wie sich der schwergewichtige Bruder des HTC Touch Diamond im täglichen Einsatz schlägt, soll Ihnen in mein Testbericht zeigen.
Design
Ganz in anthrazit eingekleidet kommt der neue HTC Touch Pro daher. Seine Formen entsprechen in etwa dem HTC Touch Diamond, aufgrund der ausziehbaren Tastatur ist er allerdings deutlich dicker geraten. Schon auf den ersten Blick kann man erkennen, dass es sich hier um ein Model für den Business- btw. Poweruser handelt. In der Masse der PocketPCs und PDA fällt der HTC Touch Pro optisch höchstens durch seine verspiegelte Oberfäche und das diamantähnliche Design der Kunststoffrückseite auf. Diese wurde zusätzlich mit einer gummiartigen Beschichtung versehen. So liegt der Touch Pro optimal in der Hand.
Die Vorderseite besteht aus einer Mischung zwischen einem - mit einer dünnen Kunststoffmembran überzogenem - Glasdisplay sowie hochglänzendem Plastik. Trotz des verwendeten Materials ist der HTC Touch Pro sehr wertig. Ein Knarzen oder Quietschen ist ihm nur bei Druck auf den anthrazitfarbenen Akkudeckel zu entlocken. Das Gerät liegt mit seinen Abmessungen von 102 x 51 x 18.05 mm bei 165 g Gewicht zwar optimal in der Hand, ist aber sehr schwer. Im Vergleich zu einem LG KS20 ist es dennoch deutlich dicker und schwerer. Durch sein dickliches Design spricht der HTC Touch Pro weibliche Interessenten eher kaum an.
Ich will an dieser Stelle nicht verschweigen, dass die große Kunststoffoberfläche des HTC Touch Pro Fingerabdrücke nahezu magisch anzieht. Auch der aktuelle Haut-PH-Wert seines Trägers wird umgehend und eindrucksvoll in Szene gesetzt. Ich schlage daher vor, gleich ein passendes Putztüchlein ins Auge zu fassen, denn das Smartphone macht auch aus einem normalen Handynutzer ruckzuck einen manischen Putzteufel. Eine glänzende Oberfläche kann halt unmöglich mit Fingerabdrücke oder andere Flecken verschandelt bleiben.
Weitere Bilder des HTC Touch Pro finden Sie hier.
Größenvergleich (HTC Touch Pro - Apple iPhone 3G- Nokia N73 - Nokia N80)
- HTC Touch Pro: 102 x 51 x 18.05 mm, 165 g
- Apple iPhone 3G: 115,5 x 62.1 x 12.3 mm, 133 g
- Nokia N80: 95,4 x 50 26 mm
- Nokia N73: 110 x 49 x 19 mm
Technik
Für ein Windows Mobile Mobiltelefon bietet der HTC Touch Pro eine nahezu vollständige Ausstattungsliste. Angetrieben wird es von Microsofts Windows Mobile® 6.1 in der Professional Variante. Der 2,8" Touchscreen des HTC Touch Pro erfreut das verwöhnte Auge des Betrachters mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln (VGA) bei 65.536 Farben. Die Bilddiagonale umfaßt 71 mm. Die 3.2 MP Digitalkamera mit Autofokus und Fotolicht taugt für Schnappschüsse in guter Qualität. Durch den neuen Opera Mobile 9.5 Browser kann man - wie vom PC gewohnt - im Internet surfen. Das vorinstallierte Microsoft Office Mobile kann Office Dateien öffnen und solange es keine PDF oder Powerpointdateien sind, auch bearbeiten.

Kommunikationsseitig nutzt der HTC Touch Pro Bluetooth 2.0 samt A2DP (Stereo Audio über Bluetooth) und Wireless LAN (802.11g). Durch seine Quadband GSM/GPRS/EDGE Unterstützung ist er zudem weltweit einsetzbar. Dabei wird der Datentransfer durch UMTS mit HSDPA beschleunigt, wobei auf Wunsch auch HSUPA für einen schnelleren Upload möglich ist. Eingaben erfolgen über eine virtuelle Tastatur mit unterschiedlichen Layouts und T9 Texterkennung. Programme und Daten werden im 288 MB umfassenden RAM bzw. 256 MB ROM abgelegt. Der Speicher lässt sich durch microSD-Speicherkarten erweitern. Damit das Ganze auch in Schwung kommt, wird der HTC Touch Pro durch eine QUALCOMM™ (MSM7201A) CPU mit 528 MHz angetrieben. Schnell genug für die bekannten Anwendungen (inklusive Skype). Die von mir getestete Firmwareversion trug die Bezeichnung 1.90.405.1. Im Internet kursieren aber - teils grafisch, teils funktionell angepaßte Versionen, die von Hackern zusammen gestellt wurden. Diese sind oft schneller und produktiver. Bevor man diese nutzen kann, sind aber softwareseitige Eingriffe in den Touch Pro notwednig. Diese führen zum Garantieverlust.
Lieferumfang
In der schwarzen und geheimnisvoll wirkenden Verpackung, die eine leichte Ähnlichkeit mit einem Diamanten haben soll, kommt der HTC Touch Pro daher. Weniger geheimnisvoll ist der nahezu vollständig Lieferumfang:
- HTC Touch Pro in anthrazit
- Akku Li-Ion Polymer 1340 mAh
- Stereo-Headset
- Netzladegerät (zerlegbar)
- USB-Daten-/Ladekabel
- Ersatz-Stylus
- Lederetui
- Kurzanleitung
- Display-Schutzfolie
- CD-ROM mit Bedienungsanleitung und Zusatzsoftware
Eine Speicherkarte gehört auch beim HTC Touch Pro nicht zum LIeferumfang.
Verarbeitung/Haptik
Er fühlt sich gut an und liegt perfekt in der Hand. Vom ersten Augenblick an vermittelt der Touch Pro eion gutes Gefühl. Die Verarbeitung ist überzeugend. Ein Knarzen oder Quietschen ist dem Gehäuse des HTC Touch Pro nur bei höherem Druck auf den Akkudeckel zu entlocken. Dreh- und Angelpunkt des Gerätes ist neben dem mit der TouchFLO™ 3D genannten Technik ausgestattete Homescreen sicher auch die vollwertige,s eitlich ausziehbare QWERTZ-Tastatur. Der Homescreen reagiert meist zügig auf Eingaben, gleichwohl man manchmal auch eine "gefühlte Ewigkeit" warten muss. Die Eingabefelder und Buttons sind überwiegend für die Bedienung mit dem Fingern ausgelegt. Kommt man allerdings in die tieferen Ebenen, so erblickt man die "schnöde" Windows Mobile Struktur. Sollten die Fingerchen einmal zu dick sein, so lässt sich der HTC Touch Pro auch bequem über den mitgelieferten Stift bedienen. Dieser wird übrigens ab einer bestimmten Position automatisch durch einen Magneten in das Gehäuse gesogen. Eine ebenso witzige, wie nützliche Idee.

Die zuschaltbare virtuelle Tastatur ist zwar klein, die Tasten lassen sich aber noch relativ gut treffen. Auf Wunsch kann man mehrere Layouts wählen und eine recht hilfreiche aber gewöhnungsbedürftige T9-Texterkennung hinzuschalten. Auch eine Eingabe über Gesten bzw. Handschrift ist möglich. Für wahre Kommunikationsfreaks (SMS und E-Mail) ist die physikalische Tastatur aber sicher die bessere Alternative. Ich kann mich noch gut an mein Sendo X mit zusätzlicher Tastatur erinnern, da ist der Touch Pro doch die deutlich leichtere und kompaktere Alternative:
Beim Touch Pro sind die Drücker relativ breit, längere Texte ermüden trotzdem die Daumen. Das tipps es sich auf einem Nokia E90 komfortabler. Die Tasten des Touch Pro drängen sich allerdings nicht so dicht aneinander, wie noch beim Nokia E71 oder Blackberry Bold. Neben einer Tabtaste kann die vollwertige Tastatur noch eine Caps- sowie zwei Shift-Tasten bieten. Die Druckpunkte sind gleichmässig weich, dabei werden die Drücker im dunkeln weiß beleuchtet.
Der HTC Touch Pro präsentiert sich auf der Oberseite mit einer 5-Wege-Navieinheit, dessen Beleuchtung je nach Zustand wechselt. So rotiert sie bei Ladung und leuchtet dauerhaft, wenn genug Strom aufgenommen wurde. Wird man angerufen, fängt die Beleuchtung an zu pulsieren. Auf entgangene Anrufe oder SMS wird im Standy-Modus (bei abgeschaltetem Display) durch die rotierenden Beleuchtung der 5-Wege-Navieinheit aufmerksam gemacht. Neben der gut zu bedienenden Navieinheit findet der Nutzer noch die übliche "grüne" Hörertaste zur Gesprächsannahme und die rote Hörertaste zum Beenden eines Gesprächs. Beiden Tasten sind beim Touch Pro allerdings nicht entsprechend farblich gekennzeichnet. Natürlich dürfen auch der obligatorische Homekey (für den Startbildschirm) sowie eine "Zurück" Taste, die durch einen kleinen Pfeil gekennzeichnet ist, nicht fehlen. Auf der linken Gehäuseseite sind dann noch zwei Tasten zur Regelung der Lautstärke. Eine extra Kamerataste hat HTC dem Pro leider nicht spendiert, Bilder lassen sich nur über den entsprechenden Punkt im TouchFlo Menü auslösen. So gelingen echte Schnappschüsse "aus der Hüfte" natürlich kaum.
An der Unterseite befindet sich der multifunktionelle miniUSB-Anschluss für Kopfhörer und Lade-/Datenkabel. Auf der Oberseite dann der Ein- und Ausschalter, der den HTC Touch Pro auch aus seinem Schlafmodus wecken kann.
Display
Das Display wirkt in geschlossenen Räumen bzw. bei geringem Lichteinfall absolut überzeugend. Grafiken und Texte werden mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel bei 65.536 möglichen Farbkombinationen scharf und knackig dargestellt. Das Display ist berührungsempfindlich und führt in Verbindung mit der "TouchFLO™ 3D" genannten Navigation zu einer recht problemlosen Steuerung. Selbst bei starker Sonneneinstrahlung lässt sich das leicht spiegelnde Display immer noch gut ablesen, mein Kompliment an HTC. Die Helligkeit ist dabei ausreichend. Im Energiesparmodus schaltet sich das Display komplett ab, sehr zur Freude des eingebauten 1340 mAh Akkus. Dieser kann so nämlich deutlich länger sein Werk als Stromquelle verrichten. Fotos und Videos können auf dem Display sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Dreht man den Touch Pro, so dreht sich der Bildschirminhalt - ähnlich wie bei Apples iPhone - mit.
Inbetriebnahme
Nach Einbau des Akkus und einlegen der SIM-Karte sowie Speicherkarte wird der HTC Touch Pro durch Druck des Ein-/Ausschalters gestartet. Der geneigte Windows Mobile 6.1 User legt nun erst einmal eine kleine Zwangspause ein. Wie sein großer Bruder Windows XP dauert der Bootvorgang etwas länger. Hier unterscheiden sich Symbian und Windows Mobile nicht wirklich. Nach einer kurzen Einführung zur grundlegenden Bedienung des HTC Touch Pro wird man zur Kalibrierung geleitet. Ist diese mittels entsprechenden Berührungen der jeweiligen Ecken des Bildschirms erledigt, erfolgt die softwareseitige Endinstallation aus dem sog. Extended ROM, einem - im Normalfall - nicht beschreibbaren Teil des Hauptspeichers. Dort sind die providerspezifischen Informationen (MMS Einstellungen, Zusatzprogramme) hinterlegt. Ein Schriftzug auf der Vorder- sowie Rückseite des HTC Touch Pro verrät die Herkunft.
Homescreen
Überraschend stylisch präsentiert sich der Windows Mobile 6.1 basierte HTC Touch Pro mit einem eigenen Startmenü. HTC nennt seine Eigenentwicklung "TouchFLO™ 3D". Leichte Anleihen bei Apple sind unübersehbar. Hier kann man sich auf einen Blick alle notwendigen Informationen, wie z. B. Kalendereinträge, Aufgaben und Nachrichten präsentieren lassen.

Theoretisch lässt sich auch die T-Mobile@home Anzeige einblenden. Mittels der Tastenkombination *130*99# soll sie aktivierbar sein. Bereits vorinstallierte Plug-ins erlauben den Zugriff auf nahezu alle Funktionen des Mobiltelefons. Kleine Icons symbolisieren dabei die jeweiligen Anwendungen. Ein Klick auf das Symbol mit dem Männchen startet z. B. eine Übersicht der Kontaktfavoriten, der Druck auf das Notensymbol den Musicplayer. Wer es dann mal individuell möchte, kann den letzten Punkt des Homescreen personalisieren, denn auch eigene Programme lassen sich von dort starten.

Über ein von Hackern entwickeltes Programm namens "Diamond TF3D Config Setup" kann man fast alles im TouchFlo nach seinem persönlichem Gusto abändern.
Menü/Funktionen

Natürlich bietet der HTC Touch Pro als Vertreter der Windows Mobile Liga die üblichen Verdächtigen wie Wecker, Rechner, Aufgaben- und Notizenverwaltung. Selbst eine Sprachaufzeichnung ist vorhanden. Das gute Notizprogramm namens OneNoteMobile ermöglicht Notizen mit Grafiken als auch Audio. Wie andere Microsoft Windows basierte Mobiltelefone, verfügt auch der Pro über einen vollwertigen E-Mail Klienten mit Unterstützung für POP und IMAP4. Senden und Empfangen von E-Mails inklusive Dateianhang ist also kein Problem. E-Mail Push lässt sich mittels eines speziellen Serverdienstes (auf MS Exchange Basis) verwirklichen, zieht dann aber ordentlich an den Reserven des Akkus. Hierzu bieten sowohl Provider, als auch Drittanbieter entsprechende Lösungen an. Neben einem vollwertigen Webbrowser (Opera Mobile 9.5) bietet der Touch Pro auch einen Wecker sowie Taschenrechner. Um seine MP3 unterwegs bearbeiten zu können, hat HTC seinem Multimediaflagschiff einen MP3-Trimmer spendiert.

Ein integrierter Beschleunigungssensor dient z. B. zur Steuerung von Spielen und kann, wie eine Wasserwaage, auf seine persönlichen vorlieben getrimmt werden. Über diverse Tricks kann man dem Touch Pro sogar beibringen, dass er beim umdrehen des Displays auf den Tisch, Gespräche abweist. Eine Funktion, wie man sie vom Samsung Omnia oder Nokia 8800 Arte her kennt.
PIM/Office
Natürlich sind Windows basierte Mobiltelefone wie der HTC Touch Pro auch mit den passenden Anwendungen aus dem Officebereich (Excel Mobile, Word Mobile, Powerpoint Mobile) ausgestattet. Excel und Word Dateien können sowohl angezeigt als auch verändert werden. Powerpointdateien sowie PDF können dagegen nur angezeigt werden. Allzu umfangreiche und aufwendig animierte Präsentationen sollte man allerdings vermeiden. Das eingebaute Mobile Word bzw. Excel kann nun auch die Hervorhebungen wie beispielsweise Fettschrift oder Kursivschrift in Texten anzeigen. Insgesamt sind die Funktionen des mobilen Officepaketes (Outlook, Word, Excel und Powerpoint) optisch an Vista angelehnt.


Der Speicher für die Kontaktdatenbank wird dynamisch verwaltet und kann daher eine Vielzahl von Einträge aufnehmen. Hierbei wird auf Wunsch auch ein Bild des Kontaktes abgespeichert und bei einem Anruf als Vollbild angezeigt. Kontakte lassen sich durch Eingabe der entsprechenden Buchstaben suchen und nach einer Vielzahl an Kriterien sortieren und filtern. Bei den Kontaktfeldern sind nahezu alle möglichen Informationsdetails möglich (Name, Mobiltelefon, Privatnummer, Büronummer, Fax, E-Mail, Rufton sowie eine persönliche Notiz). Ein Feld für Geburtstage ist aber nicht vorgesehen. Per ActiveSync (Windows XP) oder dem Windows Mobile Center (Windows Vista) werden die Daten dann mit einem PC synchronisieren. Die knapp 1.000 Kontakte synchronisierte mein HTC Touch Pro per USB in etwa 2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang nur unwesentlich länger.

Der Kalender bietet eine Jahres-, Wochen-, Monats- sowie Tagesansicht. Anstehende Einträge werden nur durch ein kleines Symbol dargestellt. Eine Kurzübersicht in Form eines kleinen Popup gibt es nicht. Zu jedem Termin lässt sich eine Notiz eingeben. Auch wiederkehrende Termine stellen den MDA nicht vor Probleme. In der Wochen- und Tagesübersicht werden Termine durch einen Balken dargestellt. Und natürlich kann das Touch Pro auch Aufgaben verwalten, auch hier sind pro Aufgabe Notizen möglich. Im Gegensatz zu den Terminen werden diese aber nicht im Kalender angezeigt. Auch die Anzahl der bereits verbrauchten Zeichen in einer SMS werden angezeigt, die Vielschreiber unter uns können auch mehrere davon verketten. Aber auch hier ist Vorsicht angesagt, denn ab Werk steht der SMS-Versand auf Unicode. Damit werden deutlich mehr Zeichen verbraten als unbedingt notwendig. So kann eine SMS aus - für den Nutzer nicht nachvollziehbaren Gründen - schon mal in zweigeteilt werden.
Unterhaltung/Spiele/Anwendungen

Der Bereich Unterhaltung und Spiele ist serienmäßig eher ein wenig unterbesetzt. Neben dem eher langweiligen „Bubble Breaker“ genannten Geschicklichkeitsspiel und dem vom Windows bekannten Kartenspiel Solitair, gibt es aber noch ein sehr interessantes Geschicklichkeitsspiel in Form des altbekannten Kugellabyrinths. HTC nennt es "Teeter". Eine Stahlkugel will hierbei durch drehen und kippen des Pro in das richtige Loch befördert werden. Das Spiel macht ausgiebig Gebrauch vom integrierten Sensor und Geschmack auf mehr. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass der HTC Touch Pro auch Java-Anwendungen und Spiele unterstützt.
Auf dem freien Markt gibt es eine riesige Menge an Spielen und Programmen, sowohl im Free- und Shareware, als auch im Vollpreissektor. Gute Anlaufstellen für derartige Software sind z. B. die Seiten von pocketland.de oder handango.de. Als Ablenkung vom Ernst des Lebens würde ich die kostenpflichtigen Spiele Warfare (eine Art Command & Conquer), Age of Empires Gold für Fans von Strategiespielen sowie HighSeas (im Stil vom Pirates) empfehlen. Schnelle Actionspiele lassen sich mangels eingebautem Joystick nicht wirklich komfortabel steuern.

Eine Erkennungssoftware namens WorldCard scannt auf Wunsch Visitenkarten und überträgt die erkannten Daten direkt in die Kontaktdatenbank. Das funktioniert sehr zuverlässig.

Videos der beliebten Plattform "YouTube" lassen sich hingegen nur mit dem mitgelieferten Spezialsoftware betrachten, der Opera Browser verweigert mangels Flashplayer die Wiedergabe.

Navigation/GPS

Während beim o2 XDA Diamond noch TomTom7 zum Lieferumfang gehört, vertraut HTC hier auf das kostenlose Google Maps. Erfreulicherweise ist es bereits vorinstalliert. Hat man den aktuellen Standort über die Celltower-Triangulation bzw. das integrierte GPS ermittelt, so aktualisiert sich die Position während der Bewegung. Das Kartenmaterial wird freilich direkt aus dem Internet auf den Touch Pro übertragen. Also Vorsicht, wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt. Eine Art von Fußgängernavigation in Form einer Online-Stadtkarte ist somit problemlos und relativ genau möglich. Wer den Satellitenfix beschleunigen will, sollte die aktuellen Satellitendaten über die Anwendung Quick-GPS herunter laden. Ebenso hilfreich ist ein Eintrag in die Registry, mit dem man das A-GPS hinzuschalten kann.
Music

Der HTC eigene Musicplayer wird über das TouchFLO™ 3D gestartet und klingt in Verbindung mit dem mitgelieferte Headset relativ dünn. Setzt man qualitativ höherwertige Pendants aus dem High-End Bereich ein, wird die Klangqualität zwar angehoben, kann aber nicht mit besseren MP3-Player mithalten. Unglücklichweise gibt es ab Werk keinen passenden Adapter für handelsübliche 3.5 mm Klinkenbuchse, so ist man auf den Zubehörmarkt angewiesen. Wer bereits über einen miniUSB - Klinke Adapter verfügt, braucht sich aber für den HTC Touch Pro mit seinem HTC-eigenen microUSB-Anschluss keinen neuen zu kaufen. Über die mitgelieferte Kabelfernbedienung kann man nur Anrufe entgegen nehmen. Da auch das A2DP und AVRCP Profil unterstützt wird, lässt sich der Sound über Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel dem Motorola S9 wieder geben. Eine Softwareoption names "Audio-Verstärker" ermöglicht unterschiedliche Klangprofile (Equalizereinstellungen) allerdings NUR über das Kabelheadset, wobei sich die Auswirkung dieser Softwarepresets akustisch eher in Grenzen hält und den eher mässigen Klang nicht wirklich verbessern.
Folgende Alben aus den Bereichen Klassik, Electronic, Pop wurden - neben vielen anderen - zum Test genutzt. Der Song von Mos Def hat eine starke Bassbetonung und ist daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet.
Sarah Brightman
(Symphony) |
Assemblage23
(Storm) |
OST Blade2
(Mos Def & Massive Attack - I Against I) |
The Corrs
(Talk on Corners) |
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Seine Songs kann man nach verschiedenen Kriterien sortieren (z. B. Künstlern oder Alben). Mittels Wiedergabelisten (zuletzt gespielt, Genres, alle Titel, Zufällig) kann man den HTC Touch Pro zum Hosentaschenwurlitzer umfunktionieren. Hat man aber mehr als zwei Handvoll an Songs auf der Speicherkarte, wird die Liste der alphabetisch sortierten Musikstücke unübersichtlich lang. Bestimmte Musikstücke lassen sich nur schwer wieder finden. Windows Mobile ermöglicht selbstverständlich multitaksing. So kann man seine Songs im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere Aufgaben mit dem HTC Touch Pro erledigen. Wer es abwechslungsreich mag, kann seine Songs auch in zufälliger Reihenfolge abspielen. Selbst die Wiederholung eines oder aller Songs ist möglich. Der HTC Touch Pro taugt sogar als Hörbuchplayer, abgebrochene Stücke werden nämlich an gleicher Stelle fortgesetzt. Angeblich unterstützt das integrierte Radio die Anzeige des Sendernamens über RDS. In meinem Test habe ich aber keinerlei Anzeichen dafür feststellen können. Erfreulicherweise kann man aber mehrere Radiosender abspeichern. Das Radio lässt sich ebenfalls im Hintergrund betreiben. Auch hier ist der Klang weniger überzeugend und zudem viel zu leise.
Der Windows Media Player dürfte PC-Nutzern nicht unbekannt sein. So kann man den Funktionsumfang getrost als "guten Standard" bezeichnen. Dabei werden die abgespeicherten Videos auch im Vollbildmodus wiedergegeben. Primär spielt er allerdings nur Videos im WMV Format ab. Drittanbietersoftware, wie der Coreplayer oder Smartmovie ermöglichen dann auch die Nutzung von DivX (AVI) Dateien.
Klang
Der Klang des Gerätes ist insgesamt gut. Obwohl das HTC Touch Pro nur über einen Lautsprecher auf der Rückseite verfügt, ist die maximale Lautstärke des Musicplayers ausreichend, um am Arbeitsplatz (sofern dieser nicht auf einer Baustelle liegt) als Beschallungsmöglichkeit zu dienen. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind ebenfalls kein Problem, selbst bei höchster Lautstärke scheppert der integrierte Lautsprecher nicht. Die Akustik zwischen Gesprächspartner ist leicht dumpf aber deutlich. Die vorinstallierten Klingeltöne sind langweilig. Auch in etwas lauten Umgebungen ist noch eine problemlose Kommunikation möglich. Die maximale Lautstärke des Musicplayers über den Kopfhörerausgang ist etwas niedrig, das Radio tönt hingegen insgesamt deutlich zu leise.
Connectivity
Wenig überraschend, schließlich handelt es sich um ein Windows 6.1 Mobiltelefon, klappt die Synchronisation mit Outlook (Telefonbuch, Aufgaben, Kalendereinträge und Notizen) einwandfrei. Ebenfalls wenig überraschend dauert dies bei einer Vielzahl an Kontakten auch sehr lang. Die knapp 1.000 Testkontakte synchronisierte mein HTC Touch Pro per USB in knapp 2 Minuten. Über Bluetooth dauerte der Vorgang nur unwesentlich länger. Der Datenabgleich mit einem Microsoft Exchange-Server klappt zuverlässig und dank HSDPA auch zügig.
Der HTC Touch Pro unterstützt das Headset Profile, HFP (Hands-Free), GAP (Generic Access), DUN (Dial-Up Networking), SPP (Serial Port), GOEP (Generic Access Exchange), OPP (Object Push) und SAP (SIM Access Profile). Auf einem geeigneten Bluetoothheadset (z. B. dem Motorola S9) steht durch A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile) einem kabelfreien Musikgenuss also nichts mehr im Wege. Der GSM/UMTS Empfang des Quadband-Gerätes ist gut bis sehr gut. Hier braucht sich der HTC Touch Pro nicht hinter anderen Mobiltelefonen zu verstecken. Stichwort WLAN: Die Empfangsqualität ist selbst in meinem Altbau noch sehr gut. Auf dem Dachboden habe ich noch Empfang, da scheiterte der betagte HTC TyTN bereits.

Das HTC Touch Pro verfügt über einen vollwertigen Webbrowser, neben dem Internet Explorer Mobile kommt noch der Opera Mobile Browser in der Version 9.5 zum Einsatz. Dank HSDPA (sofern vom Netanbieter angeboten) kann man auch in sehr angenehmer Geschwindigkeit surfen. Webseiten werden dabei 1:1 wieder gegeben. Richtig Spaß macht mir das Surfen auf einem 2,8-Zoll Display trotzdem nicht. Offensichtlich bin ich vom iPhone verwöhnt. Gleichwohl bietet der Browser verschiedene Zoomstufen sowie eine Übersichtskarte der besuchten Webseite. Ein CommCenter bietet dabei Zugriff auf alle möglichen Verbindungsarten.
Der Touch Pro fungiert auf Wunsch als Wechselspeicher, den entsprechenden Eintrag bietet er beim Anschluss an den PC direkt an. Dateien werden per USB sehr schnell übertragen. Natürlich kann man auch den Kurzstreckenfunk Bluetooth nutzen, sogar mit A2DP (Advanced Audio Distribution) und AVRCP (Audio/Video Remote Control Profile).
Der E-Mail Klient unterstützt POP3 und IMAP4. E-Mails werden unterschiedlichen Intervallen, von 5 Minuten bis einmal täglich automatisch abgeholt. Push-E-Mail wird ebenfalls unterstützt. Der SAR-Wert ("Spezifische Absorptionsrate") beträgt 0,95 W/kg und ist damit zwar sehr hoch, unterschreitet aber den von der Europäischen Union festgelegte Grenzwert für Handys von 2 Watt pro Kilogramm (2 W/kg) deutlich. Der SAR-Wert gibt dabei an, wie viel Sendeleistung der Körper in Watt pro Kilogramm beim mobilen Telefonieren aufnimmt.
Kamera/Video

In letzter Zeit wird bei den Kameras der Mobiltelefone oft mit Markennamen bekannter Objektivhersteller um sich geworfen. Nokia hat seine Carl Zeiss Reihe, Sony wirbt mit der Cybershot Funktionalität und LG mit Schneider-Kreuznach. Die hohen Erwartungen, die dann an die Qualität der Bilder geknüpft werden, können aber meist nicht erfüllt werden. Bedenkt man die Tatsache, dass die Linsen der Mobiles oft nur ein paar Millimeter groß sind, ist dies allerdings auch kein Wunder. HTC hat bei seinem HTC Touch Pro zwar kein namhaftes Objektiv verbaut, aber an eine LED zur Beleuchtung nahestehender Objekte gedacht.
Das HTC Touch Pro nutzt das komplette Display als Sucher. Wie bei einer echten Digicam wird es dann im Quermodus (480 x 640 Pixel) gehalten. Die Kameraoptionen bietet verschiedene mal mehr mal weniger nützliche Einstellungen.

Die Bildauflösung kann variiert werden. Die Qualität der Bilder lässt sich zwischen Einfach, Normal, Fein und Superfein regeln. Der Autofokus reagiert relativ zügig (etwa 2 Sekunden bis zur Speicherung). Der Start der Kamera nimmt ebenfalls zwei Sekunden in Anspruch. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass keine echte Kamerataste vorhanden ist. Echte Schnappschüsse sind so kaum möglich. Unterschiedlichen Weißabgleiche sowie Effekte nehmen auf Wunsch Einfluss auf die Qualität sowie das Aussehen der Bilder. Insgesamt ist die Qualität der Bilder recht ordentlich. Bei ungünstiger Beleuchtung tendiert sie allerdings zu einem Rotstich und in dunkleren Bereichen schnell zur Artefaktbildung. Ein Tribut an das recht kleine Objektiv. Die Qualität der Bilder ist nicht anderen Handykameras aus dem 3 Megapixelsegment vergleichbar. Da ist man auch von der Konkurrenz (LG, Samsung, Nokia) nicht unbedingt besseres gewohnt. Die eingebaute LED taugt zur Belichtung von Bildern bis zu eine Abstand von etwa 1 Meter.
Videos nimmt das HTC Touch Pro nur mit 15 Bildern pro Sekunde bei 320 x 240 Pixel auf. 1 Minute Video nimmt dabei knapp 3 MB in Beschlag!
Akkulaufzeit
Der mitgelieferte 1340 mAh Akku streckt bei normaler Nutzung (kurz telefonieren, 60 Minuten MP3 am Tag, ein paar Fotos und Videos) erst nach etwa 2-3 Tagen alle Viere von sich. Der Akku hält also länger als beim Touch Diamond. Nach drei Stunden Dauertelefonat im UMTS-Netz gehen ihm die Lichter aus. Intensivnutzer mit aktiviertem E-Mail-Push und Telefonitis werden ihren Touch Pro jeden Tag laden müssen. Im normalen Stand-by (GSM) Modus und ohne daran rumzuspielen kommt man auf eine praxisferne - Laufzeit von etwa 7 Tagen. Bei dauerhafter Nutzung von A2DP ist ebenfalls bereits nach knapp 3 Stunden Schluss mit Lustig. Insgesamt wird der HTC Touch Pro - uind alle seine Brüder - im täglichen Einsatz unangenehm warm. Gerade bei wärmeren Tagen keine schöne Sache. Die Wärme wird zudem nicht vom Akku, sondern von der Sende-/Prozessoreinheit abgestrahlt. Ob sich dies durch ein Firmwareupdate bessern lässt, wird sich zeigen.
Fazit
Die Telefonfunktionalität des HTC Touch Pro ist zwar ohne Fehl und auch die PDA Funktionalität geht in Ordnung, die Bedienung über die Mischung aus TouchFLO™ 3D und normaler Windowsumgebung ist allerdings nur suboptimal. Für kurzweilige Unterhaltung sorgt der zwar durchdachte, aber ebenso klanglich enttäuschende Musicplayer sowie FM-Radio. Das Display ist hingegen mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixel eine echte Wucht. Preislich muss der Käufer ohne Vertrag üppige 620 € einplanen.
Für seinen Leistungsumfang ist der Preis durchaus noch angemessen. Das Design und die vermittelte Wertigkeit sind wirklich überzeugend. Die neue Firmware könnte noch ein Quäntchen mehr Esprit vertragen, insgesamt ist mir der Touch Pro im Vergleich zu seinem tastaturlosen Bruder deutlich zu schwer. Zmindest hat die Akkuleistung ebenso deutlich zugelegt. |
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