Veröffentlicht von Dirk Schuetzner am 17.06.2010, 15:06 Punkte (8 von 10) Hits: 10927 Sprache: german
Testbericht Sony Ericsson X10 von mobile-reviews.de
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Revision: 18.06.2010
Das Sony Ericsson X10 ist das erste Smartphone auf Basis von Android des japanisch-schwedischen Joint Venture. Technisch kann der Erstling durchaus beeindrucken. Auf der Basis des etwas älteren Android 1.6 wurde es zumindest funktionell durch eine erweiterte Benutzeroberfläche mit Timescape und Mediascape versehen. Diese beiden Anwendungen erhalten dem Besitzer den Überblick über sein soziales Netzwerk sowie seine Multimedia-Dateien. Das Xperia X10 wird von einem 1 GHz schnellen Snapdragon-Prozessor angetrieben. Das 4-Zoll Display mit WVGA-Auflösung bietet dem Auge eine nahezu riesige Spielfläche, ist aber nicht sonderlich leuchtstark. Ganz anders verhält es sich mit der Kamera, die löst mit unglaublichen 8,1-Megapixel auf und bietet neben einem Autofocus noch eine LED zur Beleuchtung dunkler Motive. Bei Android-Smartphones bisher ein absolutes Novum. Auf die Multi-Touch-Unterstützung muss man beim X10 hingegen verzichten, genauso, wie auf die Darstellung von Webseiten mit Adobe Flash. Wie sich das große Smartphone im Test geschlagen hat, können sie im Anschluss nachlesen.
Das Sony Ericsson X10 misst 119 x 63 x 13 mm und ist damit nicht gerade ein kleiner Vertreter seiner Art. Ok, das 4-Zoll-Display muss auch irgendwo untergebracht werden. Trotz der hohen Menge an Kunststoff bringt es immerhin noch 135 Gramm auf die Waage. Es wiegt damit exakt so viel, wie das HTC Desire. Insgesamt tritt eher schlicht in Erscheinung und auch das Plastik macht auf den ersten Blick keinen sonderlich hochwertigen Eindruck. Das schwarze Modell (Sensuous Black) kann sogar eher überzeugen, als die weiße Variante. Das X10 liegt groß und schwer in der Hand. Beim Sony Ericsson X10 kommt eine virtuelle Tastatur zum Einsatz. Ab Werk befindet wurde die etwas angestaubte Version 1.6 von Android™ installiert. Funktionell von Sony Ericsson immerhin durch eine erweiterte Benutzeroberfläche mit Timescape und Mediascape erweitert. Die Verarbeitung des Smartphones ist ohne Fehl und Tadel.
Die Rückseite des X10 besteht ausschließlich aus dem gummierten Akkudeckel, der bei meinem Testgerät gut eingepasst war und bündig abschloss. Nur unter hohem Druck kann man dem X10 leichtes Knarzen entlocken. Die Verarbeitung bekommt trotzdem die Note "gut". Die 8,1-Megapixel-Optik auf der Rückseite ist gut gegen Kratzer geschützt, sie wurde in den Akkudeckel eingelassen. Staubpartikeln finden aber so aber dennoch den Weg auf das kleine Objektiv. Das X10 genehmigt sich trotz des mit 1 GHz getakteten Snapdragon-Prozessors einige wenige Gedenksekunden, es vermittelt nicht die Agilität eines HTC Desire.
Auch die alte Version 1.6 von Android™ wurde für eine "Einhand-Bedienung" ausgelegt und das klappt auch beim X10 sehr gut. Obwohl die Wege mit dem Daumen aufgrund des großen Displays recht lang werden können. Der kapazitiv reagierende Touchscreen erlaubt erstaunlicherweise eine Bedienung mit dem Fingernagel, kann dafür aber keine Multi-Touch-Gesten umsetzen.
Das Sony Ericsson X10 bietet die virtuelle Tastatur in unterschiedlichen Designs und Anordnungen an. Neben der üblichen Zehnertastatur im Telefonmodus gibt es auch noch ein QWERTZ-Design mit mehrfach belegten Tasten. Im Vertikalmodus sind die Tasten etwas klein geraten. Dreht man das X10 hingegen ins Querformat, werden die Tasten deutlich größer und sind einfacher zu treffen.
Die Bedienung geht dann mindestens genauso flott von der Hand wie auf dem Apple iPhone. Die Textergänzungssoftware liefert zuverlässigere Ergebnisse als beim iPhone. Vielschreiber werden mit der Bildschirmtastatur trotzdem nicht unbedingt zufrieden sein, die haptische Rückkoppelung ist nicht optimal. Der Screen des HTC Desire ist deutlich "direkter". Für ein Handvoll SMS oder ein paar E-Mails zwischendurch reicht sie aber vollkommen aus. Umsteiger vom iPhone benötigen zunächst wenig Übung, da man die Tasten ziemlich mittig treffen muss.
Zur Anbindnung an den PC nutzt das X10 einen Micro-USB-Anschluss direkt an der Oberseite. Dieser ist durch eine etwas nervige und fummelige Abdeckung gegen Staub geschützt. Direkt daneben befindet sich ein 3,5 mm-Klinkenanschluss, so kann man seine eigenen Kopfhörer anschließen. Will man die Speicherkarte wechseln - das X10 versteht sich auch mit den neuen 32GB micro-SDHC-Karten – so muss man leider den Akkudeckel und den Akku entfernen.
Der Laut-/Leiseregler befindet sich auf der rechten Gehäuseseite. Dort findet man auch den Kameraauslöser. Schnappschüsse sind also kein Problem.
Unterhalb des Touchscreens befinden sich die für Android-Smartphones typischen Tasten. Drückt man die mit vier kleinen Quadraten bedruckte Taste etwas länger, so erscheint die virtuelle Tastatur. Ein kurzer Druck zeigt ein kontextsensitives Optionsmenü. Screen. Die mit einem großen Quadrat beschriftete Taste öffnet beim X10 die Programmübersicht, sprich das Programmmenü in Listenform. Der mit einem Pfeil gekennzeichnete Drücker löscht Eingaben, bzw. springt einen Menüeintrag zurück. Die von anderen "Androiden" bekannte Suchen-Taste hat Sony Ericsson eingespart, kein echter Verlust. Auf spezielle Tasten zur Gesprächssteuerung hat auch Sony Ericsson verzichtet, so kann man Gespräche leider nur über die virtuelle Tastatur annehmen bzw. beenden.
Größenvergleich (iPhone 3G, Sony Ericsson Vivaz pro)
Das Sony Ericsson X10 ist deutlich größer als ein Apple iPhone. Es kommt schon fast an das HTC HD2 heran.
Technik
Technisch hat das Erstlingswerk schon eine ganze Menge auf dem Kasten. Der sehr große 4-Zoll-Touchscreen verwendet keine AMOLED, ist daher nicht so leuchtstark. Die physikalische Auflösung des Displays beträgt zudem 480 x 854 Pixel (WVGA). Mit seinen knapp 65.00 möglichen Farbkombinationen gehört das Display auch nicht zu den farbenprächtigsten Vertretern seiner Art. Der kapazitiv reagierende Touchscreen reagiert noch recht zügig auf Eingaben.
Das verbaute Kameraobjektiv bringt 8,1-Megapixel auf den CMOS-Chip und setzt sich damit an die Spitze Mobiltelefonen auf der Basis von Android. Sony Ericsson hat auch an einen Autofocus und an eine leuchtstarke LED gedacht. Allerdings steht die LED nicht bei Betätigung des Auslösers zur Verfügung, sondern erst nachdem man sie im Menü permanent aktiviert hat. So fungiert es zwar auch als Taschenlampenersatz, ist aber für ein spontanes Foto in Dunkelheit nicht zu gebrauchen. Videos nimmt die Kamera mit maximal 720 x 480 Pixel auf. Neben einem MP3-Player bietet das X10 natürlich auch einen Videoplayer, ein FM-Radio gibt es aber nicht. Dank Quadband (GSM 850/900/1800/1900) mit Unterstützung für den UMTS Datenturbo HSDPA ist es nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Kontakt mit der Außenwelt nimmt das Sony Ericsson X10 sowohl über Bluetooth (2.1) samt A2DP als auch über WLAN und USB auf.
Natürlich wurde auch der X10 wieder "in seinen Rechten" beschnitten, sprich ohne sogenannte "Root"-Rechte ausgeliefert. Das hat zur Folge, dass manche Programme nicht auf alle Funktionen und Dateimanager nicht auf das komplette Dateiverzeichnis zugreifen können. Da geht es den Benutzer von Android-basierten Smartphones ähnlich, wie den iPhone-Nutzern ohne Jailbreak.
Lieferumfang
Zum Lieferumfang des mit knapp 450 € (Internet) teuren Smartphones gehören neben einer 4 GB großen microSD-Speicherkarte auch ein wenig halbwegs überzeugendes Stereo-Headset, eine Bedienungsanleitung, ein Reiseladegerät mit abnehmbaren Steckdosenadapter und ein USB-Datenkabel.
Display
Das Display löst mit 480 x 854 Pixel auf und stellt Texte, Grafiken und Videos kontraststark dar. Im Vergleich zum Display des HTC HD2 oder Motorola Milestone sieht man aber keinen großen Unterschied. Fotos und Videos können sowohl im Hoch- als auch im Querformat betrachtet werden. Dank des integrierten Lagesensors dreht sich der Bildschirminhalt immer mit. Bei direkter Sonneneinstrahlung büßt das Display seine ansonsten gute Ablesbarkeit deutlich ein.
Menü/Bedienung
Mit Android™ will die Open Handset Alliance - hier federführend Google - beschreitet man einen angeblich intuitiveren Weg, wie man Smartphones bedienen kann. Das eine gute Benutzeroberfläche viel Sinn macht, zeigen nicht zuletzt Apple und HTC. Die Menüoberfläche des X10 wurde von Android übernommen und lediglich mit zwei zusätzlichen Anwendungen namens Timescape und Mediascape versehen. Diese beiden Anwendungen erlauben dem Besitzer einen Überblick über sein soziales Netzwerk sowie die multimedialen Inhalte.
So stehen dem X10-Nutzer nur die etwas angestaubt wirkenden Android-Widgets in Form des Kalenders, der Google-Suche und diverser Uhren zur Verfügung. Immerhin kann man sie durch den Download anderer Widgets im Android™-Market noch erweitern.
Dort findet man zum Beispiel das recht hilfreiche Battery-Widget, das einem die verbleibende Akkulaufzeit in Prozent anzeigt oder eine HTC-Desire ähnliche Uhr samt animierter Wettervorhersage.
Neben den aktiven Widgets kann man sich auch passive Verknüpfungen, z. B. zu den Kontakten, zum Browser oder den installierten Programmen erstellen. Wie das funktioniert? Einfach das entsprechende Icon oder Widget per drag & drop auf einen beliebigen Startbildschirm ziehen, loslassen und fertig. Auch Verknüpfungen zu Playlisten und Lesezeichen kann man sich so einrichten.
Das eigentliche Hauptmenü versteckt sich hinter einem kleinen Pfeilsymbol auf der unteren Seite. Man kann es durch einen simplen Fingerstreich von unten nach oben "aufziehen". Das Hauptmenü listet dann alle installierten Anwendungen und Spiele in alphabetischer Reihenfolge auf. Wer allerdings - wie ich - im Laufe der Zeit viele Programme installiert, dem geht durch diese Listenansicht schnell die Übersicht verloren. Ähnliche Erfahrung macht man aber auch mit den zahlreichen Bildschirmen auf dem Apple iPhone.
Anwendungen
Die Anzahl der vorinstallierten Programme ist bei "Androiden" eigentlich recht übersichtlich. Das X10 macht da keine echte Ausnahme. Die vorinstallierten Anwendungen reichen aus, um den täglichen Bedarf abzudecken. Neben den üblichen PIM-Anwendungen, wie E-Mail, Kalender und Kontaktverwaltung gibt es auch einen Taschenrechner sowie eine Uhr mit Weckfunktion. Selbst Microsoft Office Dokumente kann man sich auf dem X10 anzeigen lassen.
Neben einer Synchronisierungsmöglichkeit per Microsoft Active Sync über den Webanbieter Moxier bzw. dem Sony Ericsson Sync findet man auch einen Instant Messenger von Google sowie einen Facebook-Client.
Weitere Programme, wie eine vernünftige Aufgaben- oder Notizverwaltung kann man sich im Android™-Market herunter laden. Hier gibt es neben echten Perlen, wie zum Beispiel einem kostenlosen Programm für zeitgesteuerte Profile, auch eine Menge recht zweifelhafter Programme. Der AppStore von Apple macht es zwar nicht viel besser, ist in meinen Augen aber mit besseren Programmen ausgestattet.
Navigation/GPS
Das X10 ist mit einer internen GPS-Antenne ausgestattet. In Verbindung mit einem passenden Navigationsprogramm, z. B. der vorinstallierten Testversion von WisePilot kann es auch zur Navigation genutzt werden. Das macht auf dem 4-Zoll-Display wirklich Sinn, bei direkter Sonneneinstrahlung verliert man aber trotzdem die Orientierung :D
Neben WisePilot kann man neuerdings auch Google Maps zur Navigation nutzen. Eine entsprechende, kostenlose Version gibt es im Android Market. Diese ermittelt den aktuellen Standort zunächst über eine Celltower-Triangulation und im zweiten Schritt dann über den GPS-Empfänger, danach aktualisiert sich die Position auch während der Bewegung.
Das Kartenmaterial wird direkt aus dem Internet auf das X10 übertragen. Wer keinen günstigen Datentarif sein Eigen nennt sollte daher aufpassen. Eine Art von Fußgängernavigation in Form einer Online-Stadtkarte ist problemlos und relativ genau möglich. Das verursacht neben dem reinen Datentransfer keine weiteren Kosten. Auch der Satfix dauert nur ein paar Sekunden und klappt teilweise sogar in Gebäuden. Natürlich hat man dem X10 auch das volle Softwareangebot von Google mit auf den Weg gegeben.
Die Kontaktverwaltung wurde in Timescape integriert. Die Einträge werden dabei alphabetisch sortiert. Jedem Kontakt kann man ein individuelles Bild zuordnen oder sie eben in Gruppen zusammen fassen. Seine Lieblingskontakte finden in den Favoriten Platz. Kontaktdetails kann der User dann nachträglich hinzufügen. Dazu gehören auch Verknüpfungen zu den beliebten "Social Networks" wie Facebook oder dem Bilderdienst Flickr. Zusätzlich kann man zahlreiche Informationsdetails wie Festnetz und Mobilnummer, E-Mail, Anruferbild und mehr hinterlegen. Hat man einmal einem Konto ein Foto zugewiesen, versucht das X10 diesen Kontakt auf anderen Bildern zu identifizieren. Erkennt es ihn wieder, werden sie den entsprechenden Kontakten zugeordnet.
Der Kalender stellt Termine in einer Monats- sowie Wochenansicht an und bietet auch eine Tagesagenda.
Wer regelmäßig den gleichen Termin wahrnehmen muss, der kann die Wiederholungsfunktion nutzen. Terminüberschneidungen werden bei der Eingabe nicht berücksichtigt. In der Monatsübersicht wird die Dauer eines Termins durch einen entsprechend langen grünen Balken dargestellt. Wer seinen Kalender bei Google pflegt, kann auf dem X10 auch mehrere davon verwalten.
Musik
Der
MP3-Player des X10 ist optisch schlicht und dennoch sehr edel ausgefallen. Drei virtuelle Tasten steuern den Player-Steuerung. Unter der neuen "Mediascape"-Oberfläche werden sowohl Musikstücke, als auch Video und Fotos zusammengefasst. Neben dem "Album Art" stellt der Player natürlich auch noch den Tracknamen sowie den Interpret dar. Auch die zuletzt hinzugefügten Stücke sowie Favoriten tauchen hier auf. Wer mag bekommt hier auch Zugang zur Play-Now, dem Online-Shop von Sony Ericsson. Aktuelle Top-Titel sind dann nur einen Tastendruck und ein paar Euro entfernt.
Drückt man auf den "Mehr"-Button, so erscheinen vorsortierten Listen, die die Multimediainhalte nach Kriterien, wie Titel, Genre, Podcasts oder Hörbüchern sortieren. Drückt man dann länger auf den gerade ausgewählten Titel, so zeigt das X10 das entsprechende Coverart an. Tippt man wiederum das Coverart an, erscheint eine Liste aller Titel. Wählt man nun das Symbol mit der liegenden Acht aus (Infinity-Symbol), so kann man über die Google-Suchfunktion nach allem suchen, was mit diesem Titel oder der Band zu tun hat.
Um die bestmögliche Soundqualität des X10
testen zu können, habe ich neben meinem Referenzkopfhörer, dem iGrado von Grado, auch noch den weit verbreiteten und überaus günstigen Koss
Porta Pro, einen Sennheiser CX300 sowie den EP 630 von Creative Labs eingesetzt.
iGrado von Grado
(C) Grado
Koss Porta Pro
(C) Koss
Sennheiser CX300
(C) Sennheiser
Creative Labs EP630
(C) Creative Labs
Der iGrado fordert ein sehr hohes Eingangssignal um in Wallung zum kommen. Weder reicht beim X10 die maximale Lautstärke noch ist das Ausgangssignal qualitativ gut genug, den Einsatz des recht großen iGrado zu rechtfertigen..
Der kleine Koss
Porta Pro spielt mit dem X10 da deutlich besser zusammen, kappt zugunsten der Bassbetonung die Höhen aber ebenfalls früh. Wer InEars mag, für den ist der Sennheiser CX300, ähnlich wie der Creative
Labs EP 630, eine gute Alternative. So liefert sogar das X10 genügend Bass, auch wenn das noch leicht zu Lasten der Höhen geht. Mangels eines Equalizers kann man dieses Manko nicht ausgleichen.
Grundsätzlich könnte man über das Sony Ericsson X10 seine Music auch über
A2DP und AVRCP anhören. Ein guter Stereo-Bluetooth-Kopfhörer, wie zum Beispiel der Motorola S9, erhöht die Soundqualität maßgeblich. Leider geht das stark zu Lasten des Akku. Insgesamt betrachtet klingt das X10 nicht annähernd so klar und bassstark wie ein Nokia 5800 XM oder BeatDJ. Mehr als die Note "Befriedigend" sitzt da nicht drin.
Aus den Bereichen
Klassik, Electronic, Pop kamen - neben vielen anderen - folgende Alben während des Test
zu Einsatz:
Im Bereich "Trance" mit seinen elektronischen Sounds und Filtersweeps kam Armin van Buurens wöchentlicher Podcast "A State of Trance" zum Einsatz. Der Song "I against I" von Mos Def aus dem Soundtrack zu "Blade 2" hat eine starke Bassbetonung und ist
daher für einen Test in meinen Ohren gut geeignet. Ebenso wie der Song "Damn Those Eyes" von Kane, der einen sehr gute Dynamik aufweist. Sämtliche MP3 sind eigenhändig mit mindestens 256 kbit unter Zuhilfenahme der Software "LAME" codiert worden. Zur Sortierung der Songs dienen Reiter für Interpreten, Alben, Komponisten oder Genres. Durch die Multitasking-Unterstützung kann man den MP3-Player auch im Hintergrund weiter laufen lassen und nebenher noch andere
Aufgaben erledigen. Wer es abwechslungsreicher mag,
spielt seine Songs in zufälliger Reihenfolge ab. Ohrwürmer kann man über die
Wiederholfunktion in einer Endlosschleife genießen.
Videos und Bilder stellt das X10 im Querformat dar. Das macht auf dem 4-Zoll-Display eine Menge Spaß.
Klang
Das X10 bietet auf der linken Seite einen eher mäßig klingenden Lautsprecher. Der Klang ist qualitativ keinesfalls ausreichend, um seinen Arbeitsplatz vernünftig mit Musik zu versorgen, auch wenn die maximale Lautstärke dabei noch in Ordnung geht. So quäkt der Lautsprecher eher, als das er klingt. Man sollte in jedem Fall einen externen Lautsprecher anschließen. Gespräche über die eingebaute Freisprecheinrichtung sind akustisch kein Problem. Während eines Gesprächs werden die Stimmen etwas blechern wieder gegeben, das wurde von mir aber nicht als störend empfunden. Da stört eher die maximale Lautstärke des Hörers, Gespräche werden zu leise wieder gegeben. Ein Hintergrundrauschen ist ebenfalls wahrnehmbar, beeinflusst die Qualität der Gesprächsübertragung aber nur wenig. Die zahlreichen Klingel- und Signaltöne sind eher dezent. Wer sie nicht mag, kann zumindest die werksseitigen Klingeltöne durch eigene MP3 ersetzen. Insgesamt bekommt das X10 daher nur ein "ausreichend".
Connectivity (Internet/E-Mail/GPS)
Der X10 wird mit Quad-Band (GSM 850/900/1800/1900-Netze) und Unterstützung für UMTS samt HSDPA, HSUPA und WLAN ausgeliefert. Der integrierte Browser unterstützt dabei alle gängigen Standards (HTML, XHTML, WAP) und kann HTML Seiten so anzeigen, wie man sie vom Desktop her kennt. Flash-Animation kann der Browser nicht wieder gegeben.
Von der Geschwindigkeit her kann der Browser des X10 in etwa mit dem des iPhone 3G mithalten. Kein Wunder, denn die die Technologie dahinter ist gleich. Da aber kein Multi-Touch zum Einsatz kommt, kann man die Webseiten ur mit Hilfe einer virtuellen Lupe vergrößern oder eben verkleinern.
Surft man auf die Desktop-Version von YouTube - hierzu gibt es eine eigene Anwendung - so kann man sich auch an den zahllosen Online-Videos erfreuen. Natürlich dreht sich der Browserinhalt automatisch mit dem X10 mit. Wer einen Microsoft Exchange Server nutzt kann die teilweise kostenlosen Dienste auch auf seinem X10 weiter in Anspruch nehmen, sofern er dazu Moxier-Mail nutzt. Wer mag kann seine E-Mails sowohl manuell als auch automatisch in fest vorgegeben Zeiträumen über IMAP oder POP einsammeln. Der Sync mit Google klappt sehr gut. Freunde "ungepflegter" Kommunikation nutzen "Google Talk" als Instant Messenger. Durch die Bildschirmtastatur ist der X10 aber nicht unbedingt für die schnelle Kommunikation gerüstet.
Kamera/Video
Die Kamera des Sony Ericsson X10 macht Bilder mit einer Auflösung von 8,1-Megapixel. Im Vergleich zu anderen Smartphones mit Android bietet sie zudem wesentlich mehr Einstellungsmöglichkeiten.
Neben einer Gesichtserkennung findet der Autofokus immer einen Punkt zum scharf stellen. Verschiedene Einstellungsmöglichkeiten für den Kontrast-, Schärfe- und Helligkeit sorgen für den notwendigen Durchblick während Effekte die mitunter lahmen Motive etwas aufpeppen können. Geotagging ist dank des GPS-Empfängers kein Problem. Ein Multi-Autofokus überprüft fünf Bildbereiche und stellt davon etwa zwei scharf. Natürlich gibt es auch den beliebten Touchfokus. Hier kann man per Fingertipp auf eine bestimmte Stelle des Suchers das entsprechen Motivteil scharf stellen.
Die Qualität der Fotos ist gut, zumindest dann wenn ausreichend Sonnenlicht zur Verfügung steht. Dann werden Farben noch recht gut abgebildet. Leider sind die Bilder immer einen Tick dunkler, als in Wirklichkeit. Weiße Stellen werden dabei überstrahlt und auch ein leichter Rotstich ist erkennbar. Eine positive Überraschung ist der eingebaute LED-Blitz. Leider überstrahlt er naheliegenden Motive ziemlich stark und muss vorab manuell aktiviert werden. Immerhin taugt er noch für eine ausreichende Belichtung bis zu einem Abstand von knapp zwei Metern und kann als Taschenlampe missbraucht werden.
(Für Bilder in höherer Auflösung einfach anklicken)
Die Fotoqualität fällt bei schlechtem Wetter bzw. abnehmendeer Beleuchtung deutlich ab, dann lässt die Bildschärfe zu wünschen übrig, die Bilder wirken unscharf. Videos nimmt das X10 mit bis zu 720 x 480 Pixel bei 24 Bildern pro Sekunde auf. Auch hier stehen dem Nutzer unzählige Effekte zur Verfügung.
Akkulaufzeit
Im normalen Betrieb (30 Minuten telefonieren, eine handvoll Push-Mails,
90 Minuten MP3, ein paar Fotos) hält der Akku mit seinen 1500 mAh knapp drei Tage. Schaltet man das UMTS ab, verlängert sich die Akkulaufzeit bei selber Nutzung auf etwa 3 1/2 Tage. Ein dauerhaft aktivierter WLAN-Empfänger hat auf die Akkulaufzeit keinen Einfluss, zumindest nicht, solange sich das X10 im Standby-Modus aufhält. Intensivnutzer mit ausgeprägter Telefonitis und E-Mail-Push werden ihr Schmuckstück am Abend laden müssen.
Videotest
Fazit
Auch wenn das X10 nur mit Android 1.6 ausgeliefert wird, mit Timescape und Mediascape erweiterte Sony Ericsson die Oberfläche um zwei sehr nützliche Anwendungen. Das Update auf 2.1 ist schon in den Startlöchern. Leider ruckelt das X10 momentan noch etwa, da hilft auch kein 1 GHz schneller Prozessor. Das HTC Desire ist da deutlich spritziger und optisch schöner anzusehen. Im Punkt Multimedia ist das X10 der Konkurrenz momentan aber weit voraus, immerhin bietet es eine 8,1-Megapixel-Kamera und einen - leicht flauen Bildschirm - mit 4 Zoll. Für den Preis von knapp 430 Euro bekommt man ein solides Smartphone. Die Sprachqualität und -lautstärke muss allerdings dringend überarbeitet werden!